Die deutsche Nationalhymne

Das Lied der Deutschen 

Deutschland, Deutschland über alles

1. Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt. Wenn es stets zum Schutz und Trutze Brüderlich zusammen hält! Von der Maas bis an die Memel, Von der Etsch bis an den Belt! Deutschland, Deutschland über alles, Über alles in der Welt!

2. Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang Sollen in der Welt behalten Ihren alten schönen Klang, Uns zu edler Tat begeistern Unser ganzes Leben lang. Deutsche Frauen, deutsche Treue, Deutscher Wein und deutscher Sang.

3. Einigkeit und Recht und Freiheit Für das deutsche Vaterland! Danach laßt uns alle streben Brüderlich mit Herz und Hand! Einigkeit und Recht und Freiheit Sind des Glückes Unterpfand. Blüh‘ im Glanze dieses Glückes, Blühe, deutsches Vaterland.

Text: August Heinrich Hoffmann von Fallersleben Melodie Franz Joseph Haydn

Die Melodie unserer Hymne stammt aus der Feder Joseph Haydns. 1797 wird sie das erste Mal öffentlich aus Anlass des Geburtstages Kaiser Franz II. im Frankfurter Bartholomäus Dom mit den Worten angestimmt „Gott erhalte Franz den Kaiser.“ Zum damaligen Zeitpunkt ist Franz II., der Enkel Maria Theresias und Neffe Joseph des Deutschen, Herrscher über das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Erst 1806 legt er auf Druck des französischen Imperialismus die Corona aurea nieder und bleibt Kaiser Österreichs. Seit 1438 hatte seine Dynastie, das Haus Habsburg, die deutschen Kaiser hervorgebracht, unterbrochen von den Jahren 1742 – 1745, als der Wittelsbacher Karl VII. auf dem Throne saß. Im selben Jahr verwendet Haydn seine, wie er sagt, Lieblingsweise, für das Opus 76 Nr. 3 in C-Dur, das Kaiserquartett. Gegenüber dem Schauspieler und Theaterleiter Iffland bekannte der Komponist: „Ich habe die Melodie gesetzt, als die französische Armee auf Wien vordrang.

Ich spiele dieses Lied an jedem Morgen, und oft habe ich Trost und Erhebung daraus genommen in den Tagen der Unruhe. Mir ist herzlich wohl, wenn ich es spiele und noch eine Weile nachher.“ Der große Musiker stirbt 1809. Seine Weise wird nach seinem Tod als österreichische Kaiserhymne angestimmt. Ein Jahr nachdem Haydns Musik den geehrten Kaiser beinahe zu Tränen gerührt hat, kommt in der niedersächsischen Ortschaft Fallersleben, die heute zu Wolfsburg gehört, der Dichter August Heinrich Hoffmann zur Welt. Warum er seinen Dichternamen wählte, erklärt er in einem kurzen Vers: „An meine Heimat dacht ich eben, da nannt‘ ich mich von Fallersleben.“ 1841 unternimmt der Sprachwissenschaftler und Herold der nationalfreiheitlichen Bewegung mit einigen Gleichgesinnten eine Reise nach Helgoland. Seit 1807 war die Nordseeinsel englisch beherrscht. Auf einem einsamen Spaziergang fallen ihm die Worte zum „Lied der Deutschen“ förmlich zu: „Ich sehnte mich nach der Heimat, nach den Freunden und fühlte mich zugleich bange, aus dieser herrlichen Einsamkeit dorthin zurückzukehren. Denn ich wusste, dass all die Widerwärtigkeiten noch da sein würden, die Zerrissenheit des Vaterlandes in 39 Fürstentümer, reichsfreie Städte und Herrlichkeiten. In dieser inneren Verfassung musste ich einfach dichten, auch wenn ich es nicht gewollt hätte. So entstand am 26. August 1841 das Lied ‚Deutschland, Deutschland über alles‘.“

Großdeutsches Bekenntnis

Deutlicher als in den Zeilen „Von der Maas bis an die Memel, von der Etsch bis an den Belt“ kann man den Wunsch nach einem all seine Kinder umfassenden Deutschland nicht ausdrücken. „Haydns Melodie war mir im Ohr, als ich die Verse schuf. Es ist eine wunderbare Weise, und fast alle Deutschen kennen sie.“ Hoffmanns Deutschlandlied verbreitet sich sehr rasch im ganzen Land. Auch als es 1843 von reaktionären Herrschern verboten wird, sind die Sänger nicht zum Schweigen zu bringen. Besonders Burschenschafter, Träger des großdeutschen Einheitsgedanken, sorgen dafür, dass es nicht in Vergessenheit gerät. Als sich die Nationalrevolutionären 1848 am Ziel glauben, wird zwar das schwarz-rot-goldene Banner zur Nationalfahne erklärt, auf eine offizielle Hymne einigen sie sich jedoch nicht. Dennoch ist „Deutschland, Deutschland über alles“ bei den Abgeordneten der Paulskirche überaus beliebt, gerade wegen der großdeutschen Aussage. Die kleindeutsche Lösung entsprach nicht den Wünschen und Vorstellungen der Kämpfer für deutsche Einheit. Nicht umsonst wurde Erzherzog Johann von Österreich gebeten, als Reichsverweser das erste gemeinsame deutsche Staatsoberhaupt nach fast einem halben Jahrhundert zu werden. Bis 1849 blieb er im Amt, auf eine Wendung der Dinge hoffend, die ein gesamtdeutsches Reich ermöglichen würde.

„Wir lieben Deutschland“

1922 endlich wurde „Deutschland, Deutschland über alles“ zur offiziellen Nationalhymne der Deutschen erklärt. „So wie einst der Dichter, so lieben wir heute Deutschland über alles“, bemerkte Reichspräsident Friedrich Ebert. Auch nach der Niederlage im Ersten Weltkrieg, in dem Deutschland und Österreich in „Nibelungentreue“ zueinander gestanden hatten, blieb der großdeutsche Gedanke und das Sehnen nach dem Anschluss des Alpenstaates an Deutschland lebendig. Im Dritten Reich musste sich das Deutschlandlied den Rang als Nationalhymne mit dem Horst-Wessel-Lied teilen, was nach dem Anschluss 1938 auch in Österreich üblich wurde. 1945 verbieten die Alliierten nicht nur Hakenkreuz und „Die Fahne hoch“, sondern auch „Deutschland, Deutschland über alles“ und Schwarz-Rot-Gold. Nach reichlichem Überlegen und anderen Hymnen (zum Beispiel „Ich hab mich ergeben“ von Turnvater Jahns Weggefährten Maßmann oder „Land des Glaubens, deutsches Land“ von Rudolf Alexander Schröder) entscheiden 1952 Bundespräsident und Bundeskanzler: „Das Deutschlandlied ist Nationalhymne“. Dafür hatten sich ein Jahr zuvor in einer Umfrage 75 Prozent der Bundesdeutschen ausgesprochen. 1954 stimmt die Fußballnationalmannschaft nach dem „Wunder von Bern“ die erste Strophe an: „Deutschland, Deutschland über alles!“

Keine Strophe ist verboten!

Als 1990 DDR und BRD endlich zusammengefunden hatten, gilt es wieder, über die Nationalhymne zu entscheiden. Vom politischen Establishment wird die erste Strophe strikt abgelehnt, die zweite steht gar nicht zur Diskussion. Also heißt es im Briefwechsel zwischen Richard von Weizsäcker und Helmut Kohl 1991: „Die dritte Strophe des Liedes der Deutschen von Hoffmann von Fallersleben mit der Melodie von Joseph Haydn ist die Nationalhymne für das deutsche Volk.“ Verglichen mit den Hymnen anderer Nationen und im Hinblick auf den historischen Hintergrund der Entstehungszeit ist es nicht zu verstehen, wie man in Hoffmanns Worten „Größenwahn“, „Imperialismus“ oder „Chauvinismus“ erkennen will. Vielmehr ist sein Gedicht, verbunden mit der würdevollen Weise Haydns, Ausdruck tiefster Liebe zum Vaterland, erfüllt von Ehrfurcht und Stolz. Selbstverständlich sind die ersten beiden Strophen des Deutschlandliedes nicht verboten und dürfen jederzeit zu gegebenem Anlass angestimmt werden.

Autor: Germanenherz

Ich bin kein Christ "in dem heutigen Sinne", kein Zionist, kein Moslem oder sonst was. Ich bin auch kein Weißer, Grüner, Brauner oder Schwarzer. Kein Linker, kein Rechter und kein Befürworter einer erfundenen Richtung. Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert Sein. Ich bin nicht auf dieser Erde, um zu sein, wie andere mich gerne hätten.

2 Kommentare zu „Die deutsche Nationalhymne“

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