Johann Gottlieb Fichtes 250. Geburtstag

Johann Gottlieb Fichte
Johann Gottlieb Fichte

Fichte – einer unsrer größten Philosophen – wurde am 19. Mai 1762 in Rammenau in der Oberlausitz als Sohn eines Bandwirkers geboren. Durch die Förderung des Gutsbesitzers Haubold von Miltitz konnte er das Elitegymnasium Schulpforta besuchen und in Jena und Leipzig Theologie studieren.  Nach langen Jahren als Hauslehrer lernte er Kant und dessen Philosophie in Königsberg kennen, worauf er den “Versuch einer Kritik aller Offenbarung” schrieb. Dies brachte ihm 1794 die erste Berufung als Professor nach Jena ein. Durch sein freies Nachwort zu einer Veröffentlichung Frobergs und des sich daraus ergebenden ‘Atheismusstreits’ wurde er 1799 wieder abgesetzt. Fichte schuf die grundlegende Dialektik des “Ich” und “Nicht-Ichs”, worauf später Hegel mit “Negation der Negation” und Marx aufbauten. Er folgerte dann aus dem freien Willen (als ‘Fünklein’ des Willen Gottes) des “Ichs” den Denker als Täter, der die Welt nach seinem Willen formt.
Sein Werk “Der geschlossene Handelsstaat” ist ein Gesellschaftsentwurf
auf nationalstaatlicher Grundlage und erschien als Buch 1801. Er wurde zum Propheten der Tat und zwar als reichsweit berühmter Publizist von Berlin aus, wohin er nach seinem Rauswurf aus Jena gegangen war. Als einstiger Anhänger der französischen Revolution und bürgerlichen Befreiung wurde er nunmehr ein erbitterter Widerständler gegen die napoleonische Großmacht und dessen eurpaweite kriegerische Verwüstung. Fichte trug mit seinen
“Reden an die deutsche Nation”
entscheidend dazu bei, in den deutschen Landen den Prozeß der Befreiung und Nationwerdung zu initiieren und ins öffentliche Beußtsein zu bringen. Parallel dazu entwickelte er auch seine “Grundzüge des gegenwärtigen Zeitalters” und trug sie vor akademischem Publikum vor. Diese seine Geschichtsphilosophie unterschied drei gesellschaftliche Phasen: Das “arkadische Zeitalter” der primitiven Zustände eines herrschenden Vernunftinstinkts; Das Zeitalter der “vollendeten Sündhaftigkeit”, in welchem sich das Gemeinwesen von sich selbst entfremdet hat und in viele divergierende Individuen zerfallen ist; Das dritte Zeitalter wird das “elysische” sein, in welchem die Individuen nur noch konturlos wie Atome durcheinander schweben.Wie trifft doch die Beschreibung seiner zweiten Phase wieder auf das Deutschland von heute zu.
Auf die Juden war er nicht gut zu sprechen:
‘Das Judentum als Staat im Staate würde sich absondern. Sie würden die übrigen Bürger übervorteilen, seien nur auf sich und ihre Sippe bedacht.’
1810 wurde er der erste Rektor der neugegründeten Berliner Universität. Während der Befreiungskriege erkrankte seine Frau Johanna, eine Nichte Klopstocks, bei der Pflege von Verwundeten am Lazarettfieber und überlebte es. Allerdings steckte Fichte sich an und starb am 29. Januar 1814 in Berlin und wurde auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof beigesetzt. Ihr Sohn Immanuel wurde ebenfalls Philosophieprofessor (in Bonn) und erster Herausgeber der Werke seines Vaters.
Johann Gotlieb Fichte – ein aufrechter Kämpfer für das freie Wort und das freie und geeinte Deutschland, gegen beifallheischende Schreiberlinge und “Literatengeschmeiß”, gegen Untertanen- und Karrierebuckelei. Als einer der bebedeutendsten Vertreter des deutschen Idealismus, neben dem nur noch der griechische der Antike genannt wird, beweist uns Fichte, daß die menschliche Geistes- und Kulturgeschichte ohne Deutschland nicht denkbar ist!
“Du sollst an Deutschlands Zukunft glauben,
an deines Volkes Aufersteh’n;
Laß diesen Glauben dir nicht rauben,
trotz allem, was gescheh’n.
Und handeln sollst du so als hinge
von dir und deinem Tun allein
das Schicksal ab der deutschen Dinge
und die Verantwortung wär dein.”

Autor: Germanenherz

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!

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