Huginn und Muninn und Odins Rabenzauber (Hrafnagaldr Odins)

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Huginn und Muninn

In der nordischen Mythologie sind Huginn und Muninn Odins zwei Raben . Huginn ist das altnordische Wort für „Denken“ und Muninn ist das altnordische Wort für „Erinnerung“. Jeden Morgen bei Sonnenaufgang schickt er sie los, um durch alle neun Bereiche zu fliegen und Informationen über das Geschehen zu sammeln. Am Abend kehren sie nach Odin in Asgard zurück und erzählen ihm alles, was sie gesehen und gehört haben.

Huginn und Muninn stehen Odin tatsächlich so nahe, dass er nach der Prosa Edda von Snorri Sturluson als Rabengott bezeichnet wird (altnordisch: Hrafnaguð). Seine enge Beziehung zu den Raben könnte bedeuten, dass sie eine Personifikation seiner selbst sind.

Odin ist dafür bekannt, dass er sich sehr gut mit Seidr (altnordisch: seiðr) auskennt, einer nordischen Form des Schamanismus. Im Schamanismus ist es durchaus üblich, die Form eines Tieres anzunehmen, dies könnte beispielsweise in Form eines Rituals geschehen, beispielsweise durch das Sammeln von Wissen.

Ein weiteres Beispiel dafür, warum Huginn und Muninn seine eigene Personifikation sein könnten, ist die Strophe aus dem Gedicht Grímnismál in der Poetischen Edda .

Huginn und Muninn
fliegen jeden Tag
über die weite Erde.
Ich fürchte um Hugin,
dass er nicht zurückkehren wird,
obwohl ich mehr um Munin fürchte.
– Die Lage von Grimnir. 20

Dieser Teil könnte an der Oberfläche darauf hinweisen, dass er besorgt ist, ob seine Raben zurückkehren werden. Es könnte jedoch auch eine tiefere Bedeutung haben, und Odin könnte sich Sorgen um sein eigenes Gedächtnis machen. Er hat eine enorme Menge an Wissen, und er könnte Angst haben, etwas davon zu vergessen, vielleicht wegen seines Alters. Diese Strophe könnte auch seine Besorgnis über die Risiken eines täglichen Eintritts in eine schamanische Trance-Staatsreise hervorheben, insbesondere wenn sie in zwei Tiere aufgeteilt wird.

Eines der häufigsten Symbole von Odin ist der Rabe. Einige Clans in Skandinavien hatten eine so starke Verbindung zu ihm, dass sie den Raben auf ihrer Kriegsflagge verwendeten. Dies ist als Rabenbanner bekannt , und es wurden unter anderem Darstellungen davon auf dem Teppich von Bayeux gefunden.

Ein anderer Rabenname für Odin ist der „Rabenopfergott“ (altnordisch: Hrafnblóts Goði). Dieser Name für Odin ist eine poetische Art zu erklären, dass die gefallenen Krieger in einer Schlacht nach Walhall gehen würden . Es ist Odin, der entscheidet, wer in einer Schlacht stirbt, aber es ist Freya, die die erste Wahl unter den Getöteten hat.

Wenn ein Ritual zu Ehren von Odin durchgeführt wurde, entweder durch Opferung eines Menschen oder eines Tieres. Dann waren die Leute der Überzeugung, dass er das Angebot angenommen hatte, wenn sie unmittelbar danach einen Raben sahen.

Huginn und Muninn oder Hugin und Munin?

Laut dem nordischen Sprachexperten Jackson Crawford können die Raben sowohl als Huginn und Muninn als auch als Hugin und Munin auf Englisch geschrieben werden.

Im Altnordischen hängt die Schreibweise von der Situation ab. Wenn wir uns die Strophe von früher ansehen. Sie haben vielleicht bemerkt, dass sie in der ersten Zeile am Ende mit zwei N geschrieben sind, aber weiter unten werden sie mit einem N geschrieben.

Huginn und Muninn
fliegen jeden Tag
über die weite Erde.
Ich fürchte um Hugin,
dass er nicht zurückkehren wird,
obwohl ich mehr um Munin fürchte .
– Die Lage von Grimnir. 20

In der ersten Zeile haben sie zwei N, weil die Raben dem Verb „Fliege“ (altnordisch: fljúga) unterliegen. Weiter unten werden sie am Ende mit einem N geschrieben, da die Raben die Objekte der Verbalphrasen „Angst um“ (altnordisch: óumk von) und „Angst um“ (altnordisch: sjámk um) sind.

Huginn und Muninn
fljúga hverjan dag
jörmungrund yfir.
óumz
ek von Hugin bei hann aptr né komit, þó sjámk meirr um Munin . – Grímnismál. 20

1
Allvater waltet, Alfen verstehn,
Wanen wissen, Nornen weisen,
Iwidie nährt, Menschen dulden,
Thursen erwarten, Walküren trachten.
2
Die Asen ahnten übles Verhängnis,
Verwirrt vom widrigen Winken der Seherin.
Urda sollte Odhrärir bewachen,
Wenn sie wüßte so großen Schaden zu wehren.
3
Auf hub sich Hugin den Himmel zu suchen;
Unheil fürchteten die Asen, verweil er.
Thrains Ausspruch ist schwerer Traum,
Dunkler Traum ist Dain Ausspruch.
4
Den Zwergen schwindet die Stärke. Die Himmel
Neigen sich nieder zu Ginnungs Nähe.
Alswidr läßt oftmals sie sinken,
Oft die sinkenden hebt er aber empor.
5
Nirgends haftet Sonne noch Erde,
Es schwanken und stürzen die Ströme der Luft.
In Mimirs klarer Quelle versiecht
Die Weisheit der Männer. Wißt ihr was das bedeutet?
6
Im Tale weilt die vorwissende Göttin
Hinab von Yggdrasils Esche gesunken,
Alfengeschlechtern Idun genannt,
Die Jüngste von Iwalts ältern Kindern.
7
Schwer trägt sie dies Niedersinken
Unter des Laubbaums Stamm gebannt.
Nicht behagt es ihr bei Nörwis Tochter
An heitere Wohnung gewöhnt so lange.
8
Die Sieggötter sehen die Sorge Nannas
Um die niedre Wohnung: sie geben ihr ein Wolfsfell.
Damit bekleidet verkehrt sie den Sinn,
Freut sich der Auskunft, erneut die Farbe.
9
Wählte Widrir den Wächter der Brücke,
Den Giallerertöner die Göttin zu fragen
Was sie wisse von den Weltgeschicken.
Ihn geleiten Loptr und Bragi.
10
Weihlieder sangen, auf Wölfen ritten
Die Herrscher und Hüter der Himmelswelt.
Odhin spähte von Hlidskialfs Sitz
Und wandte weit hinweg die Zeugen.
11
Der Weise fragte die Wächterin des Tranks,
Ob von den Asen und ihren Geschicken
Unten im Hause der Hel sie wüßten
Anfang und Dauer und endlichen Tod.
12
Sie mochte nicht reden, nicht melden konnte sies:
Wie begierig sie fragten, sie gab keinen Laut.
Zähren schossen aus den Spiegeln des Haupts,
Mühsam verhehlt, und netzten die Hände.
13
Wie schlafbetäubt erschien den Göttern
Die Harmvolle, die des Worts sich enthielt.
Je mehr sie sich weigerte, je mehr sie drängten;
Doch mit allem Forschen erfragten sie nichts.
14
Da fuhr hinweg der Vormann der Botschaft,
Der Hüter von Herians gellendem Horn.
Den Sohn der Nal nahm er zum Begleiter;
Als Wächter der Schönen blieb Odhins Skalde
15
Gen Wingolf kehrten Widrirs Gesandte,
Beide von Forniots Freunden getragen.
Eintraten sie itzt und grüßten die Asen,
Yggrs Gefährten beim fröhlichen Mahl.
16
Sie wünschten dem Odhin, dem seligsten Asen,
lang auf dem Hochsitz der Lande zu walten;
Den Göttern, bei Gastmal vergnügt sich zu reihen,
Bei Allvater ewiger Ehren genießend.
17
Nach Bölwerks Gebot auf die Bänke verteilt,
Von Sährimnir speisend saßen die Götter.
Skögul schenkte in Hnikars Schalen
Den Met und maß ihn aus Mimirs Horn. td
18
Mancherlei fragten sie über dem Mahle
Den Heimdal die Götter, die Göttinen Loki,
ob Spruch und Spähung gespendet die Jungfrau –
Bis Dunkel am Abend den Himmel deckte.
19
Übel, sagten sie, sei es ergangen,
Erfolglos die Werbung, und wenig erforscht.
Nur mit LIst gewinnen ließe der Rat sich
Daß ihnen die Göttliche Auskunft gäbe.
20
Antwort gab Omi , sie Alle hörten es:
“Die Nacht ist zu nützen zu neuem Entschluß.
Bis Morgen bedenke wer es vermag
Glücklichen Rat den Göttern zu finden.”
21
Über die Wege von Wallis Mutter
Nieder sank die Nahrung Fenrirs
Vom Gastmal schieden die Götter entlassend
Hroptr und Frigg, als Hrimfai auffuhr.
22
Da hebt sich von Osten aus den Eliwagar
des reifkalten Riesen dornige Rute,
mit der er in den Schlaf die Völker schlägt,
die Midgard bewohnen, vor Mitternacht.
23
Die Kräfte ermatten, ermüden die Arme,
Schwindelnd wankt der weiße Schwertgott.
Ohnmacht befällt sie in der eisigen Nachtluft,
die Sinne schwanken der ganzen Versammlung.
24
Da trieb aus dem Tore wieder der Tag
Sein schön mit Gestein geschmücktes Roß;
weit über Mannheim glänzte die Mähne:
Des Zwergs Überlisterin zog es im Wagen.
25
Am nördlichen Rand der nährenden Erde
Unter des Urbaums äußerste Wurzeln
Gingen zur Ruhe Gygien und Thursen.
Gespenster Zwergen und Schwarzalfen.
26
Auf standen die Herrscher und die Alfenbestrahlerin.
Die Nacht sank nördlich gen Nifelheim.
Ulfrunas Sohn stieg Argiöl hinan,
Der Hornbläser, zu den Himmelsbergen.

Quelle: Handschrift des Brynjolfur Sveinsson in der Übersetzung von Karl Simrock.

Anmerkungen:

1 Iwiedie, Waldgeister

2 Ödhrörir (Geistanreger), göttlicher Met, Unsterblichkeitstrank; wird von der
Norne Urd bewahrt

3 Dain und Thrain, Zwerge (vgl. Völupsa, Strophen 11 und 12)

4 Ginnung, Ginnungagap, die Leere, Urzustand

5 Idun, Tochter des Zwergs Iwalt; symbolisiert die Vegetation und verwahrt die
goldenen Äpfel (Lebensspeise der Götter). Hier verschmilzt sie mit Urd, die den Lebenstrank bewahrt

6 Nörwis Tochter, die Nacht

7 Nanna, Baldurs Frau, Blütengöttin; hier als Synonym für Idun

8 Widrir, Odin

9 Giallarertöner, Heimdall

10 Loptr, Loki

11 Nal, Lokis Mutter, auch Laufey

12 Skalde, Bragi

13 Wingolf, Sitz der Götinnen

14 Horniots Freunde, die Elemente Wasser, Feuer Luft

15 Bölwerk, Odin

16 Hnikars Schalen, Odins Trinkgefäße, in denen die Walküre Skögul Met ausschenkt

17 Omi, Odin

18 Wallis Mutter, Walis Mutter Rindr

19 Nahrung Fenrirs, der Mond

20 Hroptr, Odin

21 reifkalter Riese, Nörwi, der Vater der Nacht

22 der weiße Schwergott, Heimdall

23 des Zwergs Überlisterin, die Sonne, von deren Strahl die Zwerge erstarren

24 Gygien und Thursen, Riesen

25 Alfenbestrahlerin, die Sonne

26 Ulfruna, eine der neun Mütter Heimdalls

27 Argiöl, Beiname der Himmelsbrücke Bifröst

2 Gedanken zu „Huginn und Muninn und Odins Rabenzauber (Hrafnagaldr Odins)

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