Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich II. Der Staat und die Geschlechter

Der Mythus des 20. Jahrhunderts

II. Der Staat und die Geschlechter

Rosenberg_Mythus_Leinen Wir haben gesehen, wie hinter allen religiösen, moralischen und künstlerischen Werten rassisch bedingte Völker stehen, wie durch hemmungslose Vermischungen schließlich alle echten Werte getilgt werden, die Volksindividualitäten in einem Rassenchaos verschwinden, um als unschöpferisches Gemengsel fortzuvegetieren oder aber, einem neuen, starken Rassenwillen dienstbar, geistig und stofflich Untertan zu werden. Innerhalb dieser weltumspannenden Gegensätze der Rassen und Seelen schwingt das Leben aber noch außerdem um zwei Pole: den männlichen und weiblichen. Sind die äußeren rassischen und tiefsten seelischen Merkmale, Richtungen und Wertgefüge von Mann und Weib eines artbedingten Volkes auch gleich, so hat die Natur neben den Polaritäten physikalisch-weltanschaulicher Art auch die geschlechtliche Polarität geschaffen, um organische Spannungen, Zeugungen, Entladungen zu schaffen, als Vorbedingung einer jeglichen Schöpfung. Aus dieser grundsätzlichen Einsicht ergibt sich zweierlei: daß gewisse Eigentümlichkeiten des Männlichen und des Weiblichen, wenn auch auf verschiedenen Ebenen und innerhalb einer verschiedenen Typik, doch sich ähnlich sein werden gemäß den einfachen, urewigen Gesetzen der physischen Baupläne dieser Welt; dann aber auch, daß Versuche zur Aufhebung der geschlechtlich bedingten Spannungen notwendig eine Verringerung schöpferischer Kräfte im Gefolge haben müssen. Was Geschlechtskollektivismus im Falle der Rassenvermischung, das bedeutet Verwischung (Geschlechtliche Polarität) der Geschlechtsmerkmale innerhalb eines Rassentums, wobei, äußerlich betrachtet, das zweite als Folge der Predigt einer rassenlosen Menschheit erscheint.

Man sollte meinen, daß die Anerkennung der allein die Schöpfung erhaltenden, Spannung und Entladung erzeugenden Tatsache der geschlechtlichen Polarität eine ewige, unerschütterliche, weil tausendfach belegte Überzeugung sein müsse. Tatsächlich sind alle tieferen Denker dieser Anschauung gewesen, die als selbstverständliche, sich aus dem Leben ergebende Folgerung die Feststellung zeitigt, daß der Mann auf allen Gebieten der Forschung, Erfindung und Gestaltung dem Weibe überlegen ist, dessen Wert aber auf dem ebenso wichtigen, alles andere voraussetzenden Wert der Blutserhaltung und Rassenvermehrung beruht. In Zeiten der äußeren Katastrophen und inneren Zersetzung jedoch erhebt sich der feministische Mann mit dem emanzipierten Weib als Symbole eines kulturellen Verfalls und staatlichen Untergangs. Die Reden der Medea des Euripides sind von gleicher Art wie die Tiraden des Fräulein Stöcker oder der Miß Pankhurst, ohne daß sich trotz aller Freiheiten der Frau während Renaissance, Sonnenkönigszeit. Jakobinertum, Demokratie von heute etwas anderes gezeigt hätte, als was Aristoteles mit wenigen Worten ausdrückt: „Das Weibchen ist Weib kraft einer gewissen Fähigkeitslosigkeit.“ Das hatten die alten Mythendichter erkannt, als sie das in ein kosmisches Gesetz eingebettete Schicksal durch weibliche Wesen versinnbildlichten: die Germanen durch die Nornen, die Griechen aber durch die Moiren. Die FähigkeitsIosigkeit ist die Folge des auf das Pflanzenhafte und auf das Subjektive gerichteten Wesens. Es fehlt der Frau aller Rassen und Zeiten die Gewalt einer sowohl intuitiven als geistigen Zusammenschau: überall da, wo eine mythische Weltgestaltung, ein großes Epos oder Drama, eine dem Kosmos nachforschende (Staat und Ehe) wissenschaftliche Hypothese in der Weltgeschichte auftaucht, steht ein Mann als Schöpfer dahinter. Dem alten arischen Inder ist es der Prajapati, d. h. der „Herr der Geschöpfe“, der diese Welt bildet, oder unmittelbar der Purusha, d. h. Mann und Geist; die Germanen formen aus dem Riesen Ymir Himmel und Erde und ein männlicher Geist ist es überall, der gegen das Chaos eine Weltordnung gebiert.

Überall also, wo etwas Typisches und Typenzeugendes aufsteht, wirkt der Mann als die zeugende Ursache. Zwei der größten männlichen Akte der Geschichte aber heißen Staat und Ehe.

Der heutige Feminismus hat – ohne daß es der Verfasser wollte – in Bachofen eine Verklärung seines Wesens gefunden und manche angekränkelte Denker haben dessen bei allen interessanten Einzelheiten ausschweifende Phantasien über das Mutterrecht für bare geschichtliche Tatsachen genommen. So sehr er und alle ihm Verwandte darin recht haben, das Hetärentum als eine Form der Frauenherrschaft anzusprechen, so unrecht ist es, anzunehmen, als habe es staatliche Formen dieser Gynaekokratie gegeben. Bachofen z. B. scheut sich nicht, von einer hohen Stellung der Frau innerhalb einer Gemeinschaft auf „Matriarchat“ zu schließen und sich dann höchst poesievoll darüber auszulassen. Er versteigt sich z. B. sogar so weit, dies für Sparta angesichts der weiblichen Freiheiten innerhalb dieses rauhen Dorerstammes zu behaupten. Dabei bot gerade Sparta das Beispiel einer durchgebildetsten Staatsräson ohne jede weibliche Zutat. Die Könige und die Ephoren bildeten die absolute Macht, deren Wesen eben die Erhaltung und Ausbreitung dieser Macht durch Vermehrung und Stählung der dorischen Oberschicht war. Zu diesem Zweck mußten auch die Frauen an gymnastischen spielen teilnehmen; im übrigen aber war ihnen das Tragen goldenen Schmuckes ebenso (Staat aus Männerbünden entstanden) verboten, wie zierliche Haarfrisuren. Wenn bei den Germanen die Frau hohe Achtung genoß, so nicht, weil hier noch mutterrechtliche Zustände als „erste Stufe“ fortwirkten, sondern im Gegenteil, weil das Vaterrecht restlos verwirklicht war, das allein Stetigkeit gewährleistete und infolge der rassischen Artung des nordischen Menschen mit größter Achtung vor der Frau verbunden war. Von jener Großmütigkeit begleitet, die ein Teil jenes ewig forschenden, freien Wesens war, aber in Zeiten der Krisen auch Zur ungeheuren Gefahr für das Ganze zu werden vermag: das war damals, als einst die Emanzipation der Juden bewilligt wurde, das kam später, als der Gedanke der politischen Frauenemanzipation auf staatlich-rechtlichem Gebiete als behandlungsfähig anerkannt wurde.

Eine noch immer herrschende Ansicht besagt, die Zelle des Staates bilde die Familie. Diese Anschauung ist zu einem Zwangsglaubenssatz geworden, der sich angesichts der alle Familiengedanken zersetzenden marxistischen und demokratischen Bestrebungen immer erneut befestigt. Dieses Dogma trübt den Blick nicht nur für die Betrachtung der Frauenfrage, sondern überhaupt für die Beurteilung des Wesens der heutigen Erneuerungsbewegung und des neuen Staatsgedankens unserer Zukunft.

Der Staat ist nirgends die Folge eines gemeinsamen Gedankens von Mann und Frau gewesen, sondern das Ergebnis des auf irgendeinen Zweck zielstrebig eingestellten Männerbundes. Die Familie hat sich bald als stärkere, bald als schwächere stütze staatlicher und völkischer Architektonik erwiesen, ist sogar oft zielbewußt in ihren Dienst gestellt worden, aber war nirgends die Ursache, noch die wichtigste Erhalterin eines staatlichen, das heißt machtpolitischen und sozialen Gemeinwesens. (Die Zucht Ägyptens) Der erste, überall in der Welt entstehende Zweckverband ist der Zusammenschluß der Krieger einer Sippe, eines Stammes, einer Horde zwecks gemeinsamer Sicherung gegen eine fremde feindliche Umwelt. Beim Unterjochen des einen Stammes durch einen anderen wurde auch der eine besiegte kriegerische Zweckverband dem anderen, siegenden eingegliedert. So entstand der erste Keim des unbewußt in der Idee vorhandenen Zweckverbandes „Staat“. Alles, was wir gleichnishaft mit Rom, Sparta, Athen, Potsdam bezeichnen, nimmt vom kriegerischen Männerbunde seinen Ausgang.

Aber auch das ganze staatliche Wesen Chinas, Japans, Indiens, Persiens, Ägyptens beruht auf diesem Urgrunde, der unter ruhigeren äußeren Verhältnissen dann einen verschiedenartigen Charakter erhielt, jedoch im Kern stets ein Männerbund blieb: und das bis zum Untergang der einen oder anderen Kultur. Den Untergang aber bedeutete die Auflösung des Gedankens eines männlichen Zuchtsystems, einer männlichen typenbildenden Norm.

Ägypten ging verhältnismäßig schnell von dem kriegerischen Männerbund zu einem technischen Verbande über, der lange Zeit den Stempel des gelehrten Schreibers und des Beamten trug, dann mehr und mehr durch den Priesterbund verdrängt wurde. Man hat Ägypten deshalb den typischen Beamtenstaat genannt, oder den „Schreiber“ als seinen wesentlichsten Typus hingestellt, in jedem Fall wurde eine ganz bestimmte technische Norm als Maßstab alles Handelns anerkannt, die typenzüchtend durch Jahrtausende hindurch gewirkt hat. Die erste große Kulturleistung des Nilreiches ist deshalb die Urbarmachung des Landes und die Ausnutzung der mit den Überschwemmungen zusammenhängenden Bodenveränderungen, Stammnamen besitzt Ägypten nicht, es kennt weder Geschlechterverbände noch Blutrache. Die Familie hat im großartigen ägyptischen Staatsgebilde fast gar keine Rolle (Die Lebensnormen Chinas) gespielt; dieser ägyptische Staatsgedanke des gelehrten Beamtentums ist dennoch von einer Jahrtausenden trotzenden Zähigkeit gewesen. Gezüchtet aber wurde dieser Typus durch den Zweckverband der ägyptischen Techniker, die Gelehrten, die „Schreiber“, die über Stromregulierung, Landbewässerung, atmosphärische Einwirkungen, königliche Baupläne nsw. zu beraten hatten, um dann durch den Priesterverband der ganzen Tätigkeit die religiöse Weihe geben zu lassen „siehe, es gibt keinen stand, der nicht regiert würde, nur der Schreiber, der regiert selbst“, heißt es im Kernsatz der Lehre des Duauf. So züchtete der gelehrte Techniker, der korrekte, aber nicht unbestechliche Schreiber eine staatliche Gemeinschaft.

Etwas ähnliches sehen wir in China vor sich gehen Auch hier verwandelt sich der Kriegerbund in eine gelehrte Männergesellschaft Nachdem Lao-tse und Konfuzius zusammen sich als Klassiker der chinesischen Seele durchgesetzt hatten, wurde ihre Moral- und Lebenslehre (wobei Konfuzius vollständig überwog) Maß und Richtschnur für Staatsleben, Religion und wissenschaftliche Betätigung des chinesischen Volkes. Zur Erhaltung der Norm wandelte sich der Kriegerbund in eine äußerlich nur lose zusammenhängende Gesellschaft, die ihren beherrschenden Typus im gelehrten Mandarin findet. Dieser Typus beherrscht seit Jahrtausenden das Leben Chinas; kein höherer Beamter, der nicht seine philosophische Prüfung in der klassischen Lehre des Konfuzius abgelegt hätte. Dieses Zuchtsystem hat das chinesische Reich auch in Zeiten zusammengehalten, als der rein politische Verband durch Kriege und Revolutionen gelockert wurde: die durch ein offenbar rassisch bedingtes System zusammengehaltene Männergesellschaft hat diese Zeiten überdauert. Bei China kommt allerdings noch der ganze Ahnenkult hinzu, der einen Zusammengehörigkeitsinstinkt wenigstens im Sippenglauben hochgezüchtet hat und in seiner Erdverbundenheit den (Die Kastenordnung Indiens) dauerhaftesten Kitt des alten Chinas abgab und noch heute abgibt. Die Familie, von seiten des Einflusses der Frau betrachtet, hat zum chinesischen Gesellschafts- und Staatstypus so gut wie nichts beigetragen.

Diese beiden, scheinbar etwas fernliegenden Beispiele erfahren ihre Ergänzung auch in den unbestritten von Ariern gegründeten Reichen. Ganz klar zeigt sich dieses in der Kastenordnung Indiens. Den Lebensstil des alten Indiens bestimmte zunächst die Kriegerkaste, die Kschatryas. In den altvedischen Gesängen weht ein tapferer wehrhafter Geist, der sich bis auf die nachchristliche Verfallzeit hinaus erstreckt; ja bis auf heute sind die Radschputs (Kriegergeschlechter) ein rassisch immerhin noch arisch bedingter Fremdkörper im zerfetzten Indien Nach und nach ging aber die geistige Leitung des Volkes auf die Brahmanen über, die schließlich alle Inder geistig unter ihre Herrschaft brachten. Geheimwissen und zauberhafte Riten waren die stilbildenden Elemente, die sich derart stark durchsetzten, daß der Brahmanismus auch heute noch die bindende Kraft darstellt, der sich Hunderte von Millionen unterordnen. Dabei ist es charakteristisch, daß die Brahmanen (im Gegensatz z. B. zu den römischen Päpsten) nie nach politischer Macht gestrebt haben, und doch war ihre Autorität so groß, durch die Fälschung eines alten Vedatextes die Witwenverbrennung einzuführen, eine Maßnahme, die nur auf eine selbstherrliche Männergeselllchaft zurückgehen kann.

Nirgends ist die Macht einer zwingenden, gestaltenden, architektonischen Idee stärker in Erscheinung getreten, als im Typus des waffenlosen und doch herrschenden Brahmanen; bewundernswert bleibt auch die stilbildende Kraft seiner Philosophie, selbst als durch die schrankenlos weite und rassen-verneinende All-Eins-Lehre die Vermischung mit den Eingeborenen gefördert wurde und dunkle Mischlinge zu hohen Ämtern gelangten. (Die Ephebie in Hellas) Ein anderes, ebenso anschauliches Beispiel für den Männerbund als Keimzelle des Staates und Rückgrat eines Lebensstils bietet uns Hellas in seinen Typen, die mit den Namen Sparta und Athen umschrieben werden. Es hieße Elementarweisheiten wiederholen, wollte man die Macht der Kriegervereinigung auf spartanisches Leben schildern; in Athen war es aber nicht wesentlich anders. Und als dort später die Erkenntnis des Zerfalls während der Demokratisierung einsichtigeren Männern aufstieg, griff man in höchster Not auf die immer noch bestehenden Männerbünde zurück. Die Angehörigen dieser Vereinigungen nennen sich nicht Familie und Sippe, sondern bezeichnen sich als,, Brüder“; sie stellten auch im griechischen Leben eine ganz bewußte Abkehr von den von Gefühlen abhängigen Verwandtschaftsverknüpfungen dar. Hier in Athen tritt der Jugendbund, die Ephebie, an die erste Stelle, und es ist nicht Zufall, wenn Aristoteles die Darstellung der Verfassung Athens mit diesem verstaatlichten Jugendverbände beginnt. Diese Verstaatlichung bedeutete den kurz vor ihm durchgeführten Versuch der sich auflockernden individualistischen Demokratie, den ursprünglichen Zusammenhang des kriegerischen altgriechischen Männerbundes wiederherzustellen*. Sie besagt in unserer Sprache nichts anderes als die Einführung der allgemeinen militärischen Dienstpflicht für alle jugendlichen freien Athener.

Mit dem 18. Jahre wurden diese in Kasernen untergebracht, einheitlich uniformiert; Turnmeister und Erzieher wachten streng über die Einhaltung der Kraft und Einheit verbürgenden Zucht. Dieser Verzweiflungsakt der griechischen Demokratie, die auf die bestehenden Jungmännerorganisationen zurückgriff, im Bewußtsein, daß aus ihnen einst das athenische aristokratische Staatswesen entstanden war, er kam zu spät. Athens Kraft war durch * Näheres über Typenzucht E. Krieck: „Menschenformung“. (Der pater familias in Rom) Demagogen, Sophisten, Demokraten, vom Frauentum emanzipierte Frauen und Rassenmischung zersetzt und mußte einem neuen kraftvollen Männerbunde Platz machen: den Kriegern Alexanders des Großen. Geht man noch tiefer, so wird man auch die athenischen Künstlergilden und die Philosophenschulen, auch die Stoa, als Männerbünde anzusprechen haben, ohne die große Rolle der Orakelgöttinnen im griechischen Leben zu übersehen Gerade diese aber stellen die rein gefühlsmäßige und nicht typenbildende Seite vorgriechischen Lebens dar; sie und der Dionysoskult hängen fraglos auch rassisch mit der unterjochten Schicht der Eingeborenen enger zusammen, wie denn auch Bacchus zum Symbol der griechischen Spätzeit heranwuchs. Bacchusfeste, Hetärenwirtschaft und demokratische Sklavenemanzipation waren die zersetzenden Kräfte des griechischen Volkstums, des athenischen Staates, der hellenischen Kultur überhaupt.

Ein sehr interessantes Verhältnis zwischen Staat, Volk, Männerbund und Familie können wir in Rom beobachten. Der Einzelne hört in Rom fast auf, Persönlichkeit zu fein. Sein ganzer Dienst und sein ganzes Leben gehörten der Gemeinde. Das Bewußtsein der Macht und Größe dieses Gemeinwesens bildete aber rückwirkend wiederum den Stolz, ja, das persönliche Eigentum des Bürgers. War er aber staatlich nur eine Zahl, so galt der privatrechtliche Individualismus unumschränkt. Hier setzt sich auch die „Familie“ ein, die fraglos ein ungeheuer wichtiger Stein im Bau des römischen Staates gewesen ist. Diese „Familie“ aber war bekanntlich nichts anderes als ein Werkzeug des „pater familias“, der über Leib und Leben aller Mitglieder lebenslänglich verfügte. Es herrschte also auch hier die unerbittlichste männliche Zucht. Dieser Tyrannei des Familienoberhauptes entzog sich nur der erwachsene Sohn durch Eintritt in den Männerbund: die Kurie, das Heer. Hier stand der Sohn dem Vater(Die römische Kirche ein Männerbund) gleichberechtigt, ja, manchmal sogar als Vorgesetzter gegenüber. Diese beiden Mächte glichen sich gegenseitig aus, wachten über die Staatsbürgerzucht und schufen jenen starren römischen Typus, der die Welt eroberte, dessen Gesetze noch heute die Norm auch des abendländischen Lebens bestimmen. Und hier ist gleich zu sagen: das kraß individualistische, privatkapitalistische römische Gesetz schuf die römische Kraft, hat aber – aus der arteigenen Umgebung gelöst – zersetzend auf das g e r m a n i s c h e Wesen eingewirkt, und muß einmal ausgeschieden werden, wenn wir wieder gesunden wollen.

Die Grundsätze des zusammenbrechenden Roms wurden von einem neuen, auf Weltherrschaft ausgehenden Männerbund aufgenommen: von der katholischen Kirche.

Das Christentum trat in die Weltgeschichte ein, getragen von einer großen Persönlichkeit, jedoch als rasselose Massenbewegung zunächst nur gefühlsmäßig (emotionell) getrieben und staatsauflösend. Als es sich aber den Staat erobert hatte, begannen die Priester, ähnlich wie in Ägypten und Indien, die Architektur des Gedankens auszubauen, sich als die alleinberechtigten Mittler zwischen Mensch und Gott auszugeben und die Geschichte aus diesem Gesichtspunkt zu – verbessern. Dieses schon geschilderte kirchliche System hat eine ungeheure Zuchtkraft bewiesen und wurde durch den Zölibat seiner Vertreter zu einem ganz e x t r e m e n Männerbund ausgestaltet. Die Frauen galten und gelten bis heute nur als dienende Elemente, wobei durch die Einführung des Isis-Maria-Kultes u. a. auch ihrem mütterlichen Empfinden Rechnung getragen wurde. Durch dieses Zulassen der gefühlvollen Seite – beginnend mit duldender Hingabe und endigend in religiöser Hysterie–, gepaart mit dem vollständigen Ausschluß des weiblichen Elements aus der Struktur des kirchlichen Gebäudes, hat das kirchlich-römische System des Männerbundes seine Widerstandsfähigkeit (Germanisches Rittertum) begründet, wobei jedoch nicht übersehen werden darf, daß die Typen des Brahmanen und des Mandarinen noch weit älter sind und gefestigter erscheinen als der Typus des römischen Priesters.

Daß die Führer männlicher Vereinigungen überall bestrebt gewesen sind, ihre Herrschaft als von Gott gewollt hinzustellen, versteht sich von selbst. Das tat der ägyptische Pharao ebenso wie der Brahmane, welcher kühn erklärte, wer die Geheimnisse des Veda kenne und das Opferzeremoniell beherrsche, „in dessen Hand sind die Götter“.

Die Idee des Gottesgnadentums wurde nun im Abendlande von einem ganz anders als das römische Priestertum gearteten Männerbunde übernommen: vom germanischen Rittertum, das im Kaisertum seine Gipfelung erreichte. Das Mittelalter bedeutet den qualvollen Versuch, Mönchtum und Rittertum, diese beiden großen Typen des Männerverbandes, aneinander „anzugleichen“, wobei jeder bemüht war, sich den anderen dienstbar zu machen.

Das römische System war seinem Wesen nach nicht nordisch, das Ritterwesen des Mittelalters deshalb auch nur eine Seite des Kampfes um die Ablösung von ihm. Die germanischen Stände und Gilden, die Städtebünde, die Hansa, usw. erscheinen als weitere Kräfte, die sich vom römischen Gedanken frei machten. Der Protestantismus als gegenrömische Gefühlseinstellung entsprach deshalb einer über ganz Europa verbreiteten Stimmung, er war, wie selbst ein Görres bekannte, das ethische Gewissen des germanischen Menschen. Aber die Reformation trug keine typenbildende Kraft in sich, sondern lockerte bloß den Boden für den Nationalgedanken, der erst in unserer Zeit seine mythische Kraft zu entfalten beginnt. Es zeigt sich heute klar, daß das römische Zuchtsystem nur durch eine andere typenzüchtende Kraft beseitigt werden konnte: diese (Das preußische Offisierkorps) erwuchs zuerst im Typus des preußischen Offiziers, der sie sich 1914 erwies, der Typus des deutschen Soldaten geworden ist. Das preußische, dann deutsche Heer war eines der grandiosesten Beispiele des architektonischen, dem nordischen Menschen entsprechenden, auf Ehre und Pflicht aufgebauten Männerbundes. Deshalb hat sich naturnotwendig gegen ihn der Haß der übrigen gerichtet.

Diese Beobachtungen ließen sich noch beliebig lange eweitern: der deutsche Schwertritterorden, die Templer, der Freimaurerbund, der Jesuitenorden, der Rabbinerverband, der englische Klub, die deutschen Studenten-Korporationen, die deutschen Freikorps nach 1918, die S.A. der N.S.D.A.P. usw.; das alles sind sprechende Beispiele f ür die eine unumstößliche Tatsache, daß ein staatlicher, völkischer, sozialer oder kirchlicher Typus, wie immer er in seinen Formen auch verschieden sein mag, fast ausschließlich auf einen Männerbund und seine Zucht zurückgeht. Die Frau, die Familie wird angegliedert oder ausgeschlossen, ihre Opferfähigkeit wird in den Dienst eines Typus gezwungen, und erst die Macht eines anderen Gedankens löst auch sie aus dem züchtenden System, um sie als errgendes Element der Zersetzung zu gebrauchen, – wie in der hellenischen Demokratie, im späten, rasselosen Rom, wie in der heutigen „Emanzipations“bewegung – oder um nach einem revolutionären Übergang ihre Kraft leidenshaftlicher: Hingabe einem neuen, typenbildenden Ideal diestbar zu machen.

Die Forderung auch nach der politischen Gleichberechtigung für die Frauen war die natürliche Folge der Gedanken der französischen Revolution. Diese trieb alle subjektiven Bestrebungen auf Grund ihrer sog. Menschenrechte auf die Spitze, und wie aus der Predigt der unsinnigen Menschengleichheit die Judenemanzipation folgte, (Beginn der „Emanzipation“) so auch die „Befreiung der Frau aus der männlichen Sklaverei“. Die Forderung der heutigen Frauenemanzipation wurde im Namen eines schrankenlosen Individualismus erhoben, nicht im Namen einer neuen Synthese. Im Sinne des „Auslebens“ wurde die Bewegung denn auch von der Gefolgschaft aufgefaßt. Hinzu kam nun aber als verstärkendes Moment die sich durch Welthandel und Überindustrialisierung zuspitzende soziale Lage. Die Frauen waren gezwungen, ihren Männern in der Fabrik behilflich ZU sein, um das Leben der Familie zu fristen; dieses verstärkte Angebot an Arbeitskräften verringerte den Lohn des Mannes noch mehr. Dadurch wurde die Junggesellenzeit unnatürlich verlängert, was wiederum die Zahl der unverheirateten heiratsfähigen Frauen vergrößerte, andererseits die Prostitution hochzüchtete. Hier hätte für den Staat eine seiner wichtigsten Aufgaben geharrt. Er war aber der anstürmenden Industriealisierung und Proletarisierung nicht gewachsen, konnte es vielleicht auch nich sein. So erblickte die durchaus berechtigte Arbeiterbewegung in der Frau einen Leidensgenossen und machte ihre Sache gleichfalls zu einem Programmpunkt ihrer Bestrebungen.

Der 1902 ins Leben gerufene „Verband für Frauenstimmrecht“ verkündete 1905 folgende Forderungen: ZuIassung der Frau zu allen verantwortlichen Ämtern in Gemeinde und Staat; Zuziehung der Frauen bei der Rechtspflege; kommunales und politisches Wahlrecht nsw. Das war der programmatische, bewußte Griff nach dem Staat.

Halten wir uns die anfangs dargestellte Tatsache vor Augen, daß in der ganzen Weltgeschichte Staat, soziale Architektonik, überhaupt jeder dauernde Zusammenschluß die Folge männlichen Willens und männlicher Zeugungskraft gewesen sind, so ist klar, daß ein grundsätzlich zugestandener, dauernder staatlicher Einfluß der Frau den (Das Frauenwahlrecht) Beginn des offenkundigen Verfalls darstellen muß. Es kommt hier gar nicht auf den guten Willen zur „positiven Mitarbeit“, auch nicht auf die eine oder andere tüchtige, ja große weibliche Persönlichkeit, sondern auf das Wesen des Weibes an, das letzten Endes an alle Fragen lyrisch oder intellektuell, nicht architektonisch, herangeht, d. h. nur das einzelne betrachtend, atomistisch und nicht zusammenschauend. Unsere feministisch-demokratische „Humanität“, die den einzelnen Verbrecher bedauert, den Staat, das Volk, kurz, den Typus aber vergißt, ist so recht der Nährboden für alle Normen verneinenden oder nur gefühlsmäßig (emotionell) an ihnen teilhabenden Bestrebungen.

Es ist bezeichnend für das Wesen der Vorkämpferinnen eines „Frauenstaates“, daß sich ihr Angriff (im Einklang mit der gesamten marxistischen und demokratischen Judenpresse) instinktiv gegen den „preußischen Militarismus“ richtete, d. h. gegen die züchtende und typenschaffende Grundlage eines jeden Staates, solange es überhaupt Kulturen, Völker und Staaten gibt. So wurde z. B. England im allgemeinen gelobt, weil es „keinen kontinentalen Militarismus“ kenne (Schirmacher). Die Engländer hatten aber noch bis 1832 den Frauen das politische, bis 1835 das kommunale Wahlrecht unter voller Gleichberechtigung mit den Männern zugestanden, dann aber aus sehr stichhaltigen Gründen der Erfahrung wieder abgeschafft (erst 1929 aber unter dem neuen Andrang der Demokratie wieder eingeführt). Auf Deutschland und seine „Vergewaltigungen“ sind die Emanzipierten nicht gut zu sprechen gewesen: „Keine unserer modernen Kulturnationen ist in der Lage, ihre politische Existenz einem kaum vor Menschenalter ausgefochtenen siegreichen Krieg zu verdanken. Jeder Krieg aber, jede Betonung und Förderung des Militarismus sind Verringerungen der Kulturmächte und des Fraueneinfluses“. Für die Tatsache, daß jede Kultur (Streben nach Macht) seit 8000 Jahren nur unter dem Schutz des Schwertes entstanden ist und rettungslos unterging, wo der unbedingte Wille zur Selbstbehauptung nicht mehr vorhanden war, haben die „Emanzipierten“ keine Augen und kein Verständnis. Wie der marxistisch Verseuchte nur seine Klasse, seinen Glaubensgenossen sieht, so die Emanzipierte nur die Frau. Nicht Frau und Mann, Schwert und Geist, Volk und Staat, Macht und Kultur. Und wie das mythen- und charakterlose 19. Jahrhundert hilflos dem Parlamentarismus, Marxismus, kurz, allen zersetzenden Kräften gegenüberstand, so auch dem atomisierenden Feminismus demokratischer Politiker, die sich dabei besonders großzügig vorkamen.

Diese „Großzügigkeit“, besser Schwäche der männlichen typenbildenden Kraft, hat die Frauenbewegung denn auch ermutigt, das auszusprechen, worauf das Ganze hinausläuft: auf die Erringung der Macht. Macht ist süß; nach ihr jagt die Frau ebenso wie der Mann, und daß weibliche Energien sich straffen, wenn die Männer müde werden, ist eine naturnotwendige Erscheinung.

Zur Begründung dieses allgemeinen Machtanspruches entstand eine ganze Literatur, die die „absolute Ebenbürtigkeit der Frau nachweisen sollte, wobei die Tatsache, daß Frauen gebären, in erfrischender Logik als Ursache der „grundsätzlichen“ Gleichheit hingestellt wurde (EIbertskirchen).

Verweist man nun auf die Geschichte als auf die Kronzeugin für den Mangel der Frau an typenbildeder Kraft, so klagt diese über die gewaltsame Unterdrückung, die sie gehemmt habe, ohne zu merken, daß dies Zugeben allein schon entscheidend ist. Denn gerade die größten männlichen Genies sind oft Kinder der Armut und der Unterdrückung gewesen, trotzdem sind sie Herrscher und Menschenformer geworden. Nun liegt aber außerdem in der Behauptung der Unterdrückung eine offensichtliche GeschichtsfäIschung (Die männliche synthetische Schau) vor. Selbst im dunklen Mittelalter genossen die Edelfrauen eine bessere Erziehung, als die rauhen Ritter, die auf Kampf und Abenteuer zogen. Sie hätten auch Muße genug gehabt, am häuslichen Herd Anatomie und Sternenkunde zu studieren. Trotzdem ist aus der Mitte dieser Frauen kein Walther von der Vogelweide, kein Wolfram, kein Roger Bacon erstanden, der als von der Kirche durch ganz Europa gehetzter Mensch einer der Begründer unserer Wissenschaft wurde. Dazu hat es keiner „Macht“ bedurft, sondern nur jenes ideenbildenden synthetischen Schauens, das einmal für immer das Kennzeichen des männlichen Wesens ist.

Das Griechentum gab, wenn auch nicht der Gattin, so doch der Hetäre geistige Freiheit. Außer der lyrisch-sexuellen Sappho ist trotzdem nichts Nennenswertes entstanden, vielmehr war gerade diese Frauenfreiheit ein plastisches Zeichen des hellenischen Unterganges. Auch die Renaissance gab der Frau die gleichen Möglichkeiten wie dem Manne. Vittoria Colonna, Lukrezia Borgia, vielleicht noch die eine oder andere kennt die Geschichte unserer Kultur; die erste durch die Gedichte Michelangelos, die zweite durch ihre schrankenlose Triebhaftigkeit. Bleibende Werte des Genies zu schaffen, hat die Frau auch hier – unterlassen.

Der Einbruch der Frauenbewegung in die zusammenbrechende Welt des 19. Jahrhunderts ist in breiter Front vor sich gegangen und hat sich naturnotwendig mit allen anderen zersetzenden Kräften verstärkt: mit Welthandel, Demokratie, Marxismus, Parlamentarismus. Die ungeheure Emsigkeit der Frau auf allen Gebieten hat nun aber nach Jahrzehnten selbst so manche Vorkämpferin zu Bescheidenheit veranlaßt, als die Taten und Siege gezählt wurden; es blieben nur Sonja Kowalewsky, Madame (Die „Logik“ der Emanzipation) Curie, deren Genie plötzlich dahin war, als ihr Mann überfahren wurde, und eine sagenhafte Erfinderin der Mähmaschine. Sonst: eine Reihe tüchtiger Ärztinnen, Kunstgewerblerinnen, fleißiger Bürodamen, gelehrter Naturwissenschaftlerinnen, aber keine Synthese …

Die „Wissenschaft“ der Emanzipation erklärt, die sog. weiblichen Eigenschaften seien bloß durch die Jahrtausende alte Herrschaft des Mannes hervorgerufen. Herrschte die Frau – wie es zeitweise vorgekommen sei – so hätten sich „weibliche“ Eigenschaften beim Manne herausgebildet. Deshalb dürfe nur die Leistung, nicht das Geschlecht gewertet werden.

Diese „Logik“ ist ebenso typisch wie weit verbreitet. Sie entspringt im wesentlichen der verstaubten Milieutheorie, wonach der Mensch nichts als ein Erzeugnis seiner Umgebung sei. Dieser darwinistische Ladenhüter muß selbst heute noch herhalten, um der Frauenrechtlerin die „weltanschauliche“ Stütze und das „wissenschaftliche“ Rückgrat zu verschaffen. Es laufen hier zwei unvereinbare Gedankenreihen nebeneinander her. Einerseits gehört es zur Propagandakunst, die männliche Ritterlichkeit und das Mitleid anzurufen, um das Los der um Freiheit und Kultur vom rohen Mann der Vergangenheit betrogenen Frau darzustellen und eine Änderung für die Zukunft zu fordern, andererseits ist man heute um den Nachweis bemüht, daß die Männer überhaupt „abgewirtschaftet“ hätten, daß das „Jahrhundert der Frau“ heranrücke, daß es bereits in der Vergangenheit Frauenstaaten gegeben habe, in denen die Männer die folgsamen Haustiere gespielt hätten. Daraus sollen wir die Beruhigung schöpfen, daß der Zusammenbruch des Männerstaates kein Chaos nach sich ziehen werde, sondern im Gegenteil den Beginn einer echten Kultur, eines echten humanen Staates.

Es ist ergötzend, zu verfolgen, wie diese neuen Geschichtsschreiber vorgehen. Diese berichten z. B., eine Kamtschadalin (Mutterverehrung in Ägypten) sei auch durch die größten Versprechungen nicht dazu zu bewegen gewesen, Wäsche zu waschen, Kleider zu flicken, oder andere häusliche Dinge zu verrichten (daher stammt vermutlich die hohe Kultur Kamtschadaliens). Auf Ägypten hat man es besonders abgesehen und Diodor und Strabo und Herodot nach Worten abgesucht, um die Anzeichen einer Frauenverehrung als den Frauenstaat Ägypten zu deuten. Das soll z. B. aus der Überschrift über den Skulpturen eines Tores des König Ramses und seiner Gemahlin hervorgehen. Es heißt dort nämlich:“siehe, was die Göttin Gemahlin spricht, die königliche Mutter, die Herrin der Welt.“ Dies soll beweisen, daß die Königin über dem König gestanden habe … Das Wort von der Mutter wird geflissentlich überhört. Ferner habe der männliche Ägypter hauptsächlich die häuslichen Arbeiten verrichtet, während die Frau herrschte. Zugestanden. Dann aber fällt ein für allemal die alte Lehre, daß die Frauen bloß deshalb keine Staaten gegründet, Wissenschaft geschaffen hätten, weil sie unterdrückt worden wären! Zugleich aber wird – ungewollt natürlich – ein anderes bewiesen: daß die Frauen bei oder trotz aller Freiheit keinen Staat gegründet noch erhalten haben. Denn Ägypten war kein Frauenstaat. Von König Menes (etwa 3400 v.Chr.) an ist Ägyptens Staatsgeschichte Männergeschichte. Das erste Königsgrab ist das des Chent, dessen Regierung die Grundlage ägyptischer Kultur schuf. Der König wird die Verkörperung des Horus; er kann auch nach dem Tode „die Weiber ihren Gatten wegnehmen, wohin er will, wenn fein Herz die Lust ergreift“. „Der Gott“ heißt er, oder „das große Haus“ (par’o, Pharao). Seine feste Schranke findet das Königtum im Zeremoniell, in der typisierenden Rechtsordnung, an deren Befolgung seine Gottheit geknüpft ist. Jeder der Könige baut sich nach Möglichkeit eine eigene Residenz, sein eigenes Grabdenkmal. Den Rhythmus des gewöhnlichen Lebens bestimmt – siehe oben –(Regierende Frauen) der Beamte, der Kammerherr, der Techniker, kurz, der „Schreiber“. Nach Zeiten der Unruhen ringt sich Amenemhet I. zur schaffenden Macht empor, die klassische Zeit Ägyptens beginnt.

Die Tatsache des ägyptischen Männerstaates bei zeitweise größter Freiheit der Frauen zeigt, daß es zwar Frauenherrschaft geben kann, aber keinen Frauenstaat. Dieser Begriff ist ein Widerspruch in sich, wie das Wort Männerstaat eigentlich eine Tautologie darstellt.

Es ist aIso nicht so, als fände ein Pendelschlag zwischen zwei Typen – Männerstaat und Frauenstaat – statt, und als sei das mittlere Stadium des Gleichgewichts und der „Gleichberechtigung“ das erstrebenswerte Ziel der Kultur. Vielmehr bedeutet der „Pendelschlag“ hinweg von der männlichen Typenbildung eine Zeit der Entartung. Das Pendel schwingt nicht zu einem neuen Typus hinüber, sondern landet im Sumpf. Das Beispiel hinkt nicht nur, sondern gibt ein ganz irreführendes Bild. Für eine europäische Rasse (und nicht nur für sie) ist eine Zeit der Frauenschaft eine Zeit des Verfalls des Lebensgefüges, die bei weiterem Fortdauern den Untergang einer Kultur, einer Rasse bedeutet.

Wenn Frauen im Verlauf der europäischen Geschichte auch zur Herrschaft gekommen sind (durch dynastische Erbfolge), und gut oder schlecht regiert haben, so taten sie das inmitten und gehalten von der jeweiligen Form des Männerstaates. Seinem Typus haben sie sich unter- und eingeordnet, um nach ihrem Tode wieder einem Manne PIatz zu machen. Minister, Generale, Soldaten von Frauen gestellt, das wäre Voraussetzung für einen „Frauenstaat“.

Die Zeit des Unterganges des absolutistisch-monarchistischen Prinzips in Frankreich brachte – naturnotwendig – die Frauen zu maßgebendem Einfluß. Die Adelsdame besaß alle Rechte der Lehens- und Feudalherren; sie konnte Truppen ausheben, trieb Steuern ein. Die (Die Frau in Amerika) Großgrundbesitzerinnen hatten Sitz und Stimmrecht in den Ständevertretungen (z.B. Madame de Sevignee), ja wurden Pairs von Frankreich. In dem sich zersetzenden Zunftwesen hatten die Meisterinnen gar über das Berufswahlrecht zu bestimmen. Die französischen Revolutionsideen schIossen die Befreiung der Frau in sich (ihre Vorsprecherinnen waren die Halbweltdamen Olympe de Gouges und Theroigne de Mericourt); solange die Revolutionäre aber k ä m p f t e n, verloren die Frauen alle Rechte, die sie unter dem a l t e n Regime besessen hatten. Später zogen sie den Nutzen aus dem demokratischen Siege. Napoleon ist ob seines antifeministischen Code Napoleon bei den Emanzipierten sehr verhaßt, um so mehr lobt man die Amerikaner, die von vornherein der Frau Gleichberechtigung eingeräumt hätten. Das stimmt. sieht man sich nun die Geschichte der Vereinigten Staaten an, so bemerken wir deutlich zweierlei: Frauenherrschaft in der Gesellschaft, jedoch den Männerstaat. Der amerikanische Mann gebraucht im Leben heute noch rücksichtslos seine Ellenbogen, die ununterbrochene Jagd nach dem Dollar bestimmt fast ausschließlich sein Dasein. Sport und Technik sind seine „Bildung“. Der freien Frau stehen alle Bahnen der Kunst, Wissenschaft und Politik offen. Ihre soziale Stellung ist unbestritten der männlichen überlegen. Die Folge dieser Frauenherrschaft in Amerika ist das auffallend niedrige Kulturniveau der Nation. Ein echter Kultur- und Lebenstyp wird auch in Amerika nur dann einmal entstehen, wenn die Jagd nach dem Dollar mildere Formen angenommen hat und wenn der heute nur technische Mann über Wesen und Ziel des Daseins nachzudenken beginnen wird. Emerson war vielleicht der erste nachdenkliche Augenblick des Amerikanertums; aber zunächst allerdings nur ein Augenblick.

Trotz des gesellschaftlichen Vorherrschens der Frau ist der Staat aber naturnotwendig männlich; wäre die Diplomatie (Die „doppelte Moral“) und Landesverteidigung auch weiblich, Amerika als Staat wäre überhaupt nicht mehr.

Das Wesen des Staates kann inhaltlich verschieden sein, formal betrachtet ist er stets Macht. Eine Macht wird auf dieser Welt nur im Kampf, im Kampf auf Leben und Tod, erfochten und erhalten. Die Forderung nach politischer Herrschaft der Frau bedingt, um als Gleichberechtigung gelten zu können, auch eine Frauenarmee. Auf diese Lächerlichkeit und die organische Unmöglichkeit dieser Forderung braucht man nicht näher einzugehen. Die Frauenkrankheiten würden in der Armee schnell zunehmen, der Rassenverfall wäre unausbleiblich. Gar eine gemischte männlich-weibliche Armee wäre nichts als ein großes Bordell.

Dem heutigen Männerstaat wird die doppelte Moral zugeschrieben. Tatsache ist zunächst, daß er die Familie geschaffen und erhalten hat, nicht die Familie ihn. Tatsache ist, daß der Männerstaat auch z.B. dem schuldigen männlichen Teil bei einer Ehescheidung die Pflicht auferlegt, seine geschiedene Frau standesgemäß zu erhalten. Von den nach „Gleichberechtigung“ rufenden Frauen ist aber noch nirgends zu hören gewesen, daß sie im Falle der Untreue der Frau ihr die Pflicht auferlegen wollen, für den betrogenen Mann zu sorgen Und doch wäre das eine ganz selbstverständliche Forderung, wenn keine Unterschiede bestehen sollen. Tatsächlich wollen die Frauenrechtlerinnen in ihrem tiefsten Wesen nichts anderes, als sich auf Kosten des Mannes aushalten lassen. In Amerika ist es soweit, daß das einseitige Scheidungsrecht fast überall durchgeführt worden ist. Darüber hinaus wird angestrebt, dem Manne die gesetzliche Verpflichtung aufzuerlegen, einen bestimmten Prozentsatz seines Einkommens der Frau zu übergeben.

Wie die Juden überall nach „Gleichberechtigung“ rufen und darunter nur ihre Vorberechtigung verstehen, so steht die beschränkte Emanzipierte fassungslos dem Nachweis gegenüber, daß sie keine Gleichberechtigung fordert, sondern (Antiliberale Reaktion) ein Parasitenleben auf Kosten der männlichen Kraft, ausgestattet dazu noch mit gesellschaftlichen und politischen Vorrechten.

Der vom Liberalismus verseuchte Mann des 19. Jahrhunderts hat das ebenfalls nicht begriffen. Das Chaos der Gegenwart ist die rächende Nemesis für diese Selbstvergessenheit. Heute sieht der erwachende Mensch, daß der Gott Stimmzettel ein leerer, unwichtiger Wisch, das vierschwänzige – allgemeine, gleiche, geheime, direkte – Wahlrecht keine magische Wünschelrute ist, sondern ein Zersetzungswerkzeug volksfeindlicher Demagogen. Dieses allgemeine Stimmrecht soll also der Frau genommen werden? Ja! – Und dem Manne auch! Ein völkischer Staat wird entscheidende Wahlen nicht durch anonyme – männliche und weibliche – Massen vornehmen lassen, sondern durch verantwortliche Persönlichkeiten.

Der Liberalismus lehrte: Freiheit, Freizügigkeit, Freihandel, Parlamentarismus, Frauenemanzipation, Menschengleichheit, Geschlechtergleichheit usw., d. h. er sündigte gegen ein Naturgesetz, daß Schöpfung nur durch Auslösungen polarbedingter Spannungen entsteht, daß ein Energiegefälle nötig ist, um Arbeit irgendwelcher Art zu leisten, Kultur zu schaffen. Der deutsche Gedanke fordert heute, mitten im Zusammensturz der feminisierten alten Welt: Autorität, typenbildende Kraft, Beschränkung, Zucht, Autarkie (Selbstversorgung), Schutz des Rassencharakters, Anerkennung der ewigen Polarität der Geschlechter.

Der Ruf nach Gleichberechtigung, richtiger nach dem „Frauenstaat“, hat eine sehr bezeichnende Unterströmung. Die Forderung, frei in Wissenschaft, Recht, Politik bestimmen zu können, zeigt sozusagen „amazonenhafte“ Züge, d. h. Tendenzen, dem Manne auf ausgesprochen männlichem (Leugnung des Pflichtgedankens) Gebiet Konkurrenz zu machen, sich sein Wissen, Können und Handeln, anzueignen, sein Tun und Lassen nachzuahmen. Daneben geht aber die Forderung nach erotischer Freiheit, geschlechtlicher Schrankenlosigkeit.

Der rein individualistische Gedanke, als eine Ursache aller verrotteten sozialen und politischen Zustände lockerte auch die ehedem strengeren Zuchtformen des männlichen Teiles in allen Völkern. Wenn man nun meinen sollte, die Frau würde alle ihre Kräfte in Tätigkeit treten lassen, um sich, ihre Kinder, vor den Folgen der Auflösung ZU schützen, so sehen wir die „Emanzipierte“ das genaue Gegenteil tun: sie fordert das Recht auf „erotische Freiheit“ nun auch für das ganze weibliche Geschlecht. Einzelne ernste Frauen sind diesem Treiben gewiß entgegengetreten, doch hatte die Lehre der „erotischen Revolution“ sich in den Reihen der Frauenrechtlerinnen vielfach durchgesetzt, wo es doch klar war, daß, wenn irgendwo, so hier eine typenschaffende und gestaltende Kraft der Frau in Erscheinung treten müßte. Die Worte: „Eine Frau, die Selbstachtung besitzt, kann eine gesetzliche Ehe nicht eingehen“ (Anita Augspurg), darf man als Evangelium des erotischen Programms betrachten. Verbrämt durch Pochen auf „Persönlichkeitswert“ und „Selbstbestimmung“ geben wahnwitzig gewordene Weiber den letzten Schutz ihres Geschlechtes preis, zerstören die einzige Form, die ihnen und ihren Kindern eine Lebenssicherheit bietet. Die Emanzipierte hilft sich dadurch, daß sie fordert, für die geborenen Kinder habe einfach der Staat zu sorgen. Welcher Staat? Ist er etwa eine Versorgungsanstalt für die Folgen entfesselter Geschlechtlichkeit? Auch hier die Leugnung des Pflichtgedankens für sich und Forderungen – an andere. Damit ist eingestanden, daß auch ein Staatsgedanke für die echte „Emanzipierte“ überhaupt nicht besteht. Denn ohne Pflichtbegriff ist ein Staat auf die Dauer nicht denkbar. Die Rechtlerin verflucht die Ehe als Prostitution; aber (Abtreibung im „Frauenstaat“) wenn an stelle des Mannes „der Staat“ zahlt, was ändert sich denn an der ganzen Sache?

Wenn der Mann nur subjektiv, das heißt ohne Beziehung auf die Allgemeinheit dächte, so könnte ihm das schließlich alles recht sein. Er geht von einer Frau zur anderen, amüsiert sich nach Kräften, die Zeche aber hätte doch nur die Frau zu zahlen, wenn sie schwanger zurückbleibt. Diese notwendige Folge der Lehren der Emanzipation hat vieles nachdenkliche Stirnrunzeln hervorgerufen. Nach eifrigem Überlegen forderte man dann „ganz energische Bestimmungen“ gegen den polygamen Mann, der vielleicht wirklich auf den unglaublichen Gedanken kommen könnte, recht viel freie Ehen auszukosten (Ruth Bre). Damit wäre also die „freie Liebe“ wieder zu Ende; die Frau würde dem Manne das nötige Maß von Liebesfreuden vorschreiben.

Die anderen „Emanzipierten“ haben bekanntlich einen besseren Ausweg gefunden: Abtreibung, wenn Vorbeugen nicht geholfen hat. „Aus der Ferne winkt schon lockend die Zeit, in der es der Wissenschaft gelingen wird, unschädliche Mittel zur Vernichtung des keimenden Lebens aufzufinden. …Eine frohe Aussicht für alle diejenigen, die nicht von der „rage du nombre“ besessen sind.“ so schrieb die Dame Stöcker in – „Mutterschutz“.

Dieser Sehnsuchtsschrei einer Prophetin hat natürlich auch seine „wissenschaftliche“ Unterlage. Was die Abtreibung betrifft, so ist man der Meinung, diese sei nur dank dem Männerstaat strafbar. Ganz anders wäre es in einem „Frauenstaat“. Da würde das Weib sofort die Erlaubnis zur Vernichtung des keimenden Lebens erteilen. Das gehöre eben auch zu den Rechten, zur physischen Freiheit des Weibes. (Mit stolz wird bemerkt, daß der Kanton Basel die Abtreibung bereits gestattet habe.) Diese Wissenschaftler der Frauenentfesselung befinden sich mit ihrem begeisterten Gefolge also wieder in schönster Einheitsfront (Emanzipation und Rassenchaos) mit der gesamten auf Zersetzung und Vernichtung unserer Rasse abzielenden Politik der Demokratie und des Marxismus. Aus dem Recht auf absolute persönliche Freiheit folgt notwendig auch die Aberkennung rassischer Schranken. Die „Emanzipierte“ darf für sich das Recht auf Verkehr mit Niggern, Juden, Chinesen in Anspruch nehmen, und aus der Frau, als der berufenen Erhalterin der Rasse, wäre dank der Emanzipation die Vernichterin aller Grundlagen des Volkstums geworden.

Den echten „Emanzipierten“ fehlt bei allen ihren Betrachtungen neben dem Ehr- und Pflichtbegriff auch fast jede sittliche Bindung. sie kennen nur die Ideen und Begriffe der „Entwicklung“, „Machtverhältnisse“, „Umschichtung“, aber das notwendige Gegenstück zur Idee der Entwicklung, die Idee der Entartung, fehlt fast vollständig. Sie sprechen deshalb sehr kühl darüber, daß beim Stärkerwerden der Bestrebungen auf den „Frauenstaat“ hin neben die weibliche auch die männliche Prostitution (nebst Männerbordellen) treten würde. Daß diese jedoch keinen großen Umfang annehmen könnte – von wegen der physischen Rückständigkeit des Mannes gegenüber der weiblichen Veranlagung – wird als besonders schönes Zeichen der kommenden Herrlichkeit gedeutet.

Eine andere starke Gruppe der Emanzipierten (Frl. EIbertskirchen, Fr. Meisel-Heß, Augspurg usw.) bekämpft natürlich die Prostitution, aber weniger aus allgemein sittlichen Gründen, als um den anderen Frauen eine lebenslängliche Versorgung zu sichern. Wie unehrlich der Kampf dieser Gruppe ist, geht allein schon daraus hervor, daß sie für sich keine Ehebindung anerkennen will (die doch einzig mögliche Konsequenz), sondern eine „freie“ Liebe auf Lebenszeit in Anspruch nimmt.

Einen gewissen Vorgeschmack für die Znstände der erstrebten frauenstaatlichen Zukunft geben uns gewisse Zentren unserer demokratisch geleiteten Großstädte. Die zarten (Die Schuld des Mannes) trippelnden Männchen in Lackschuhen und lila Strümpfen, mit Armbändern behangen, mit zarten Ringen am Finger, mit blau untermalten Augen und roten Naslöchern, das sind die „Typen“, die im kommenden „Frauenstaat“ allgemein werden müßten. Die echten und folgerichtigen Emanzipierten sehen das alles nicht als Verfall und Entartung an, sondern als „Pendelschlag“ vom verhaßten Männerstaat zum Frauenparadies, gleichsam als entwicklungsgeschichtliche Notwendigkeit. Damit ist jeder Wertunterschied aufgegeben, Jeder Bastard, jeder Kretin kann sich stolzgeschwellt als notwendiges Glied der menschlichen Gesellschaft betrachten und das Recht auf freie Betätigung und Gleichberechtigung für sich in Anspruch nehmen.

Nun läßt sich z.B. die Geburtenvorbeugung angesichts heutiger sozialer Zustände als Verzweiflungstat eben begreifen, aber e i n Ding ist es, diesen Volksuntergang zu fördern, und ein ander Ding, mit leidenschaftlichem Willen eine Staatsmacht zu erstreben, welche die Beseitigung der uns alle korrumpierenden Voraussetzungen dieses Elends sich zum Ziel setzt. Das eine bedeutet rassischen und kulturellen Untergang, das zweite Rettungsmöglichkeit für Frau und Mann, für das ganze Volk.

Der Mann ist angesichts der heutigen Zustände durchaus nicht in Schutz zu nehmen. Im Gegenteil: er ist in erster Linie schuld an den heutigen Lebenskrisen. Aber seine Schuld liegt ganz wo anders, als wo die Emanzipierten sie suchen! Sein Verbrechen ist, nicht mehr ganz Mann gewesen zu sein, deshalb hat auch das Weib vielfach aufgehört, Frau zu sein. Der Mann wurde weltanschauungslos. Sein bisheriger religiöser Glaube zerbrach, seine wissenschaftlichen Begriffe wurden schwankend; deshalb verlor sich auch seine typen- und stilbildende Kraft auf allen Gebieten. Deshalb griff die „Frau“ nach dem Staatsruder als „Amazone“ einerseits; deshalb forderte sie erotische Anarchie als „Emanzipierte“ andererseits. In beiden Fällen (Geschichte der Göttin Istar) hat sie sich nicht vom Männerstaat emanzipiert, sondern nur die Ehre ihres eigenen Geschlechts verraten.

Bei den orientalischen Völkern war die religiöse Prostitution sehr gebräuchlich. Die Priester ließen sich nirgends dieses Vergnügen entgehen, und die frommen Babylonierinnen und Ägypterinnen – auch nicht. Man verfolge doch z.B. nur die Geschichte der Göttin Istar, um an der Wandlung dieser Gottheit den Untergang eines Volkes abzulesen. Zunächst war sie eine jungfräuliche Göttin der Jagd, ja des Krieges. Man zeichnete sie noch zu Hammurabis Zeiten mit dem Bart. Dann galt sie als Himmels-Königin, als Göttin des Anus, als Göttin der Liebe und der Fruchtbarkeit. Mit den phönizischen Einflüssen wurde sie zum Schutzgeist der „religiösen“ Prostitution, bis sie schließlich als Astarte Symbol des geschlechtlichen Anarchismus wurde. Damit war auch Babylon als Staat und Typus aufgelöst, am Ende.

Wer den europäischen Untergang abwenden möchte, muß sich endgültig von der liberalen, staatzersetzenden Weltbetrachtung lösen und alle Kräfte, Männer und Frauen, jede auf den ihnen zugewiesenen Gebieten sammeln für die Parole: Rassenschutz, Volkskraft, Staatszucht.

Ein Werturteil über die Frau ist mit den vorhergehenden Ausführungen natürlich nicht gefällt worden. Es bedeutet jedoch für die Züchtung eines kommenden Geschlechts deutschbewußter Menschen eine entscheidende Einsicht, daß der Mann an Welt und Leben erfindend, gestaltend (architektonisch) und zusammenfassend (synthetisch) herangeht, die Frau jedoch lyrisch. Mag der Durchschnittstmann im gewöhnlichen Leben auch nicht immer große geistige Architektonik verraten, Tatsache bleibt, daß große Staatsgründungen, Rechtskodices, typenbildende Verbände politischer, (Die Frau als Schützerin des Lebens) militärischer, kirchlicher Natur, umfassende philosophische und Schöpfungssysteme, Symphonien, Dramen und Sakralbauten samt und sonders, solange die Menschheit besteht, vom synthetischen Geist des Mannes geschaffen worden sind. Demgegenüber vertritt die Frau eine Welt, die in ihrer Schönheit und Eigenart der des Mannes nicht nach-, sondern ebenbürtig gegenübersteht. Die „amazonenhafte“ Emanzipierte ist daran schuld, daß die Frau die Hochachtung vor ihrem eigenen Wesen zu verlieren begann und die Werte des Mannes zu den ihrigen machte. Dies bedeutete eine seelische Störung, ein Ummagnetisieren der weiblichen Natur, die denn auch heute irrlichternd dahinlebt, ähnlich wie umgekehrt die „moderne“ männliche, die anstatt sich um Architektonik und Synthetik des Daseins zu kümmern, die Götzen der Humanität, Menschenliebe, des Pazifismus, der Sklavenbefreiung nsw. anzubeten begann. Man irrt auch, wenn man das als Übergangsstadium betrachtet. Die Frau ist dank der „Emanzipations“bewegung nicht architektonisch geworden, sondern bloß intellektuell (als „Amazone“) oder rein erotisch (als Vertreterin der geschlechtlichen Revolution). In beiden Fällen hat sie ihr Eigenstes eingebüßt und das Männliche doch nicht erreicht. Das gleiche gilt – umgekehrt – vom „emanzipierten“ Manne.

Vom Standpunkt der Frau könnten Staat, Rechtskodex, Wissenschaft, Philosophie als etwas Äußeres angesehen werden. Wozu denn immer Formen, Schemen, Bewußtsein? Ist das dahinfließende spontane, Unbewußte im Erleben des Tiefsten nicht größer und schöner? Braucht es denn immer der Werke, um Seele zu beweisen? Und sind diese Formen und Werke des Mannes nicht oft aus einer Atmosphäre des Lyrisch-Weiblichen geboren, die ohne die Frau nicht immer zustande gekommen wären? Das Leben ist sein und Werden, Bewußtsein und Unterbewußtsein zugleich. In seinem ewigen Werden sucht (Der Mythus der Freya) der Mann durch Ideenbildung und Werke ein Sein zu erschaffen, versucht, die „Welt“ sich als organisch-architektonisches Gefüge zu bilden. Das Weib ist die ewige Behüterin des Unbewußten. Die nordisch-germanischen Mythen stellen die Göttin Freya als Hüterin der ewigen Jugend und Schönheit hin. Raubte man sie den Göttern, so würden diese altern und dahinsinken. In ihrem Verhältnis zu Loki offenbart sich mythische Urweisheit.

Loki war ein Götterbastard. Lange wurde beraten, ob man ihn in Walhall als gleichberechtigt anerkennen dürfe. Schließlich geschah es. Dieser Bastard Loki spielte den Unterhändler, als Odins Burg durch Riesen neu erbaut werden sollte. Er bot Freya als Zahlung an! Als die Götter von diesem Abkommen hörten, weigerten sie sich, es auszuführen. Darauf betrügt Loki auch die Riesen so gerät Odin, der Hüter des Rechts, selbst in Schuld. Die Sühne ist der Untergang Walhalls. In diesem Mythus ist tiefste, erst heute wieder erwachende Erkenntnis niedergelegt: der Bastard liefert bedenkenlos das Symbol rassischer Unsterblichkeit, ewiger lugend aus und stürzt auch die Edlen in schuld. Was mag wohl Odin dem toten Baldur ins Ohr geraunt haben, als er ihn auf seiner letzten Fahrt begleitete?

In die heutige Sprache übertragen, sagt der germanische Mythus: in der Hand und in der Art der Frau liegt die Erhaltung unserer Rasse. Aus politischer Knechtung kann sich noch jedes Volk aufraffen, aus rassischer Verseuchung nicht mehr. Gebären die Frauen einer Nation Neger- oder Judenbastarde, geht die Schlammflut von Nigger „kunst“ weiter so ungehindert über Europa hinweg wie heute; darf die jüdische Bordell-Literatur weiterhin noch ins Haus gelangen wie jetzt, wird der Syrier vom Kurfürstendamm auch fernerhin als „Volksgenosse“ und ehemöglicher Mann betrachtet, dann wird einmal der Zustand eintreten, daß Deutschland (und ganz Europa) (Die Sendung der Frau) in seinen geistigen Zentren nur von Bastarden bevölkert sein wird. Mit der Lehre von der erotischen „Wiedergeburt“ greift der Jude heute – und zwar auch mit Hilfe der Lehren der Frauenemanzipation – an die Wurzeln unseres ganzen Seins überhaupt. Wann das erwachende Deutschland so weit sein wird, um mit einem eisernen Besen und mit rücksichtsloser Zucht eine restlose Säuberung durchzuführen, ist unbestimmt. Wenn aber irgendwo, so läge bereits heute in der Predigt von der Reinerhaltung der Rasse die heiligste und größte Aufgabe der Frau. Das bedeutet das Hüten und Wahren jenes Unbewußten, des noch ungeballten, deshalb aber gerade ursprünglichen Lebens; des Lebens, von dem auch Gehalt, Art und Architektonik unserer rassischen Kultur abhängig ist, jener Werte, die allein uns schöpferisch machen. Anstatt aber auf dieses Allerwichtigste und Größte zu achten, hörten noch viele Frauen auf das Ablenkungsgeschrei der Feinde unserer Rasse und unseres Volkstums und waren allen Ernstes bereit, um Stimmzettel und Parlamentssitze willen dem Manne den Kampf bis aufs Messer anzusagen. Angeblich, um nicht eine „Staatsbürgerin zweiter Klasse“ zu bleiben, ist die Frau auf das „Recht der Wahl“ gehetzt worden (als ob unter der heutigen Geldherrschaft das Schicksal durch Wahlen entschieden würde), während ihr der Instinkt der Manneswahl verschmutzt wird durch die offen und versteckt seelen- und rasseverseuchenden Zeitschriften und Werke. Die Frau trägt heute das Geld in die jüdischen Großwarenhäuser, aus deren Schaufenstern der glitzernde Verfall einer verfaulenden Zeit hervorschaut, und der heutige liberale und gedämpft-nationale Mann ist zu schwach, um der Gesamtströmung sich entgegenzustemmen.

Die lyrische Leidenschaft der Frau, die in Zeiten der Not genau so heroisch zu werden vermag wie der Formwille des Mannes, schien auf lange verschüttet. (Freiheit der Bildung!) Aufgabe der echten Frau ist es, diesen Schutt hinwegzuräumen. Emanzipation der Frau von der Frauenemanzipation ist die erste Forderung einer weiblichen Generation, die Volk und Rasse, das Ewig-Unbewußte, die Grundlage aller Kultur vor dem Untergang retten möchte.

Die Zeiten des Biedermeier und des „verträumten Mädchendaseins“ sind natürlich endgültig vorüber. Die Frau gehört hinein in das Gesamtleben des Volkes; ihr haben alle Bildungsmöglichkeiten freizustehen; für ihre körperliche Ertüchtigung ist durch Rhythmik, Turnen, Sport die gleiche Sorgfalt anzuwenden wie für den Mann. Unter heutigen sozialen Verhältnissen dürfen ihr auch im Berufsleben keine Schwierigkeiten bereitet werden (wobei die Mutterschutz-Gesetze noch strenger durchgeführt werden müssen). Wohl aber wird das streben aller Erneuerer unseres Volkstums dahingehen, nach Brechung des volksfeindlichen, demokratisch-marxistischen Auslaugesystems einer sozialen Ordnung den Weg zu bahnen, die junge Frauen nicht mehr zwingt (wie es heute der Fall ist), in scharen auf den wichtigste Frauenkräfte verbrauchenden Arbeitsmarkt des Lebens zu strömen. Der Frau sollen also alle Möglichkeiten zur Entfaltung ihrer Kräfte offenstehen; aber über eines muß Klarheit bestehen: Richter, Soldat und Staatslenker muß der Mann sein und bleiben. Diese Berufe fordern heute mehr als je eine unlyrische, ja rauhe, nur das Typische und Allgemeinvolkliche anerkennende Einstellung. Es hieße pflichtvergessen an unserer Vergangenheit und Zukunft handeln, wollten die Männer hier nachgeben. Der härteste Mann ist für die eiserne Zukunft gerade noch hart genug. Wenn auf Rassen- und Volksverhöhnung, wenn auf Rassenschande einmal Zuchthaus und Todesstrafe stehen werden, dann wird es stählerner Nerven und schroffster Formkräfte bedürfen, bis (Architektonik und Lyrik) das „Ungeheuerliche“ einmal zur Selbstverständlichkeit geworden ist.

Verschiedene Seelen dürfen nicht nivelliert, „ausgeglichen“, sondern müssen als organische Wesen geachtet, in ihrer Eigenart gepflegt werden. Architektonik und Lyrik des Daseins ist ein Doppelklang, Mann und Frau sind die Lebensspannung erzeugenden Pole. Je stärker jedes Wesen für sich ist, um so größer der Arbeitseffekt, der Kulturwert und Lebenswille des ganzen Volkes. Wer dieses Gesetz zu unterwühlen sich anmaßt, muß in dem echten Mann und in der echten Frau seine entschiedenen Feinde finden. Wehrt sich niemand mehr gegen das Rassen- und Geschlechtschaos, dann ist der Untergang unvermeidlich geworden.

Im ersten Buch ist der Höchstwert des Germanen ausführlich behandelt worden. Ihm dienen – in verschiedener Weise – der deutsche Mann und die deutsche Frau. Ihn als Lebenstypus aber züchten kann und muß die Aufgabe des Mannes, eines Männerbundes sein. Wir stehen mitten in einem ungeheuren Gärungsprozeß, noch ringen viele Persönlichkeiten und Verbände gegen das kirchliche Mittelalter und die Freimaurerei nur im instinktiven, negativen Abwehrkampf. sie sind noch uneinig, weil der Typus der Zukunft erst herausgearbeitet werden muß und der Höchstwert der Ehre nicht unbedingt anerkannt ist. Der große Gedanke geht von wenigen aus, um andere aber zu Führern zu bilden, müssen diese wenigen nur Persönlichkeiten an leitender stelle dulden, denen die Gedanken der Ehre und Pflicht Selbstverständlichkeit geworden sind. Alles Nachgeben hier – sei es aus welchen Gründen immer – wird auf die Dauer schädlich wirken müssen. Kraft und Seele und rassische Einstellung müssen zusammenfallen, um den kommenden Typus schaffen zu helfen. Dies durchzuführen ist die erste und letzte Aufgabe eines Führers zur deutschen Zukunft. (Der Höchstwert der Ehre)

Das Deutsche Reich wird also, wenn es nach der Revolution von 1933 bestehen soll, das Werk eines zielbewußten Männerbundes sein, der sich über den im kommenden Leben zur Geltung zu bringenden Höchstwert im klaren sein muß. Der Höchstwert, um den sich alle übrigen Lebensgebote gruppieren sollen, muß dem innersten Wesen des Volkes entsprechen, nur dann wird es die notwendige rauhe Zucht, eine Jahrzehnte dauernde Zucht ertragen, und zwar freudig ertragen. Diese eine einzige, innerste Wendung muß aber vollzogen werden; aus ihr ergibt sich alles übrige.

Aus dem Lehrsatz von der „Stellvertretung Gottes“ schöpfte das Papsttum seine moralische und theoretische, dann aber auch seine sich praktisch-politisch auswirkende Kraft. Dieses mythisch begründete Dogma allein bestimmte bis auf heute die Typen, die Geschichte von Millionenvölkern.

Dieses Dogma wird heute bewußt und rücksichtslos abgelehnt, bekämpft und durch den gleichfalls zu mythischer Kraft anwachsenden Glauben an eigene Seelen- und Rassenwerte ersetzt. Die Idee der Ehre – der Nationalehre – wird für uns Anfang und Ende unseres ganzen Denkens und Handelns. Sie verträgt kein gleichwertiges Kraftzentrum, gleich welcher Art, neben sich, weder die christliche Liebe, noch die freimaurerische Humanität, noch die römische Philosophie.

Alle Kräfte, welche unsere Seelen formten, hatten ihren Ursprung in großen Persönlichkeiten. Sie wirkten zielsetzend als Denker, wesenenthüllend als Dichter, typenbildend als Staatsmänner. sie alle waren irgendwie geartete Träumer ihrer selbst und ihres Volkes.

Ein Goethe hat keine Typen gezüchtet, vielmehr bedeutete er eine allgemeine Bereicherung des gesamten (Der Reichtum Goethes) Daseins. Manches seiner Worte hat verborgene seelische Quellen zum Sprudeln gebracht, die sonst vielleicht nicht durchgebrochen wären. Und dies auf allen Gebieten des Lebens. Goethe stellte im Faust das Wesen von uns dar, das Ewige, welches nach jedem Umguß unserer Seele in der neuen Form wohnt. Er ist dadurch der Hüter und Bewahrer unserer Anlage geworden, wie unser Volk keinen zweiten besitzt. Wenn die Zeiten erbitterter Kämpfe einst vorüber sein werden, wird Goethe auch wieder nach außen bemerkbar zu wirken beginnen. In den kommenden Jahrzehnten jedoch wird er zurücktreten, weil ihm die Gewalt einer typenbildenden Idee verhaßt war und er sowohl im Leben wie im Dichten keine Diktatur eines Gedankens anerkennen wollte, ohne welche jedoch ein Volk nie ein Volk bleibt und nie einen echten Staat schaffen wird. Wie Goethe seinem Sohn verbot, an dem Freiheitskriege der Deutschen teilzunehmen, und den Stein, Scharnhorst und Gneisenau den Schmiedehammer des Schicksals überlassen mußte, so wäre er – heute unter uns weilend – nicht ein Führer im Kampf um die Freiheit und Neugestaltung unseres Jahrhunderts. Es gibt keine echte Größe ohne beschränkende Opfer; der unendlich Reiche konnte sich nicht zusammenballen und ein Einziges rücksichtslos verfolgen.

Auch Jesus ist kein Typenbildner, sondern Seelenbereicherer gewesen. Seine Persönlichkeit in den Priesterbund Roms eingefügt haben Gregor „der Große“, Gregor VII., Innozenz III. und Bonifaz VIII. Er wurde der Diener seiner „Knechte“ zum genau umgekehrten Zweck als er es sich vorgestellt hat. Ähnlich ist es mit dem hl. Franziskus. Demgegenüber waren Mohammed und Konfuzius starke typenschaffende Mächte. Sie steckten ein Ziel, zeichneten Wege; Mohammed erzwang dazu Befolgung seiner Lehren, während Konfuzius in stillerer Auswirkung chinesisches Volkstum schuf und erhielt. (Alexander und Napoleon) Wesentlich ähnlich wie Mohammed bildete Ignatius einen Typus. Er zertrat bewußt das Ehrgefühl des Menschen, setzte den Gedanken ein neues Ziel, gab genau Mittel und Wege an, war aIso bewußter Seelenzüchter und darüber hinaus schuf sich der Jesuitengeist auch nach außen hin einen gleichsam physiognomisch bestimmbaren Typus.

Auf künstlerischem Gebiet erleben wir gleichartige Erscheinungen. Es gibt hier Persönlichkeiten, die einzigartig sind, keinen allgemeinen Stil schaffen, andere dagegen, die typenbildend weiterleben. Ein Michelangelo z. B. hat die Kunst bereichert wie nur ganz wenige, eine Fortführung seiner Arbeitsweise aber führte zum Chaos. Das gleiche mag von Rembrandt und Leonardo gelten. Raffael dagegen hat eine große typenbilbende Kraft bewiesen, ähnlich Tizian und die griechische Kunst.

Eine verwandte Erziehung bietet auch das politische Leben. Ein Alexander gebiert und verkörpert die Idee eines Weltreiches. Rom greift diesen Gedanken auf. Der Eigenname Cäsar wächst sich dann aus zu den Monarchentiteln Kaiser und Zar. Verbunden mit kirchlich-römischem Denken entsteht der Typus des Herrschers von Gottes Gnaden. Napoleon bedeutet eine gleich starke umwälzende Kraft wie Cäsar, wirkte aber bis auf heute nur aufwühlend und nicht typenschaffend. In anderer Weise zerbrach Luther die fremde Kruste über unserem Leben, aber er hat weder in religiöser noch staatlicher Hinsicht einen Typus verkündigt. Er hatte unsere Anlage wieder frei zu machen, den Schlag gegen den Felsen zu führen, um dem verstopften Lebensquell zum Durchbruch zu verhelfen. Daß sich lange, bis auf die großen Preußenkönige, kein Mann fand, diesen in ein organisches Flußbett zu zwingen, bedeutete die Tragik der späteren deutschen Geschichte.

Angesichts des nach kaum 44 jährigem Bestehen erfolgten (Bismark und Moltke) Zusammenbruchs des zweiten Reiches entsteht nun außer den bereits anfangs behandelten Fragen noch eine letzte: war 1870 überhaupt eine typenbildende staatsmännische Kraft am Werk oder nicht? Ja und Nein. Ich glaube, Bismarck wird – was die Folgen seines Schaffens und dessen Triebfeder, nicht die Mittel der Arbeit betrifft – einmal ähnlich beurteilt werden wie Luther. Er gehört zu jenen Naturen, die, mit einem nur selten erscheinenden Willen begabt, einer ganzen Zeit ihren Stempel aufzwingen können, um sich herum aber eine Öde schaffen, besät mit totgetretenen Persönlichkeiten, die sich nicht bedingungslos untergeordnet hatten. Es ist seit Jahrzehnten darüber Klage geführt worden, daß Bismarck im Gefühl seiner absoluten Überlegenheit alle Ministerien gleichsam als verschiedene Privatkontore betrachtete und die Minister als seine Kanzleivorsteher. Und so unklug sich Wilhelm II. auch Bismarck gegenüber verhalten haben mag und so mittelmäßig auch seine Begabung beim Durchlesen seiner „Ereignisse und Gestalten“ erscheint, ein richtiges Bild ist in ihnen doch enthalten. Wilhelm vergleicht Bismarck mit einem erratischen Block auf freiem Felde. Wälzte man ihn fort, so fand man unter ihm nur Gewürm. Das ist Symbol unserer politischen Geschichte der letzten fünfzig Jahre. Der Kaisergedanke von 1871 war nur Rückblick auf das innerlich tote Kaisertum „von Gottes Gnaden“, Zugleich verband er sich in wilder Ehe dem chaotischen Liberalismus. Nur einem Bismarck gelang es noch, diesem unorganischen Gebilde überhaupt einen heißen Lebensodem einzublasen. Im Gefühl seiner Unersetzlichkeit steigerte sich sein herrisches Pflichtbewußtsein dahin, keine Nachfolge selbständiger Natur zuzulassen. Deutschlands Geschichte hätte sich im wesentlichen nicht geändert, auch wenn Wilhelm II. Bismarck noch weiter im Amte belassen hatte. so schuf und zimmerte der große Mann mit einer Hand das Reich und setzte mit der anderen (Der große Generalstab) die Lunte ins eigene Haus. Und es war keine andere politische Kraft vorhanden, das Unheil zu vermeiden.

Neben Bismarck aber wirkte eine Persönlichkeit, auf die es zurückzuführen ist, daß Deutschland nicht schon früher versank, und der in erster Linie die Möglichkeit der viereinhalb Jahre des Heldenkampfes im Weltkriege zu danken sind: Moltke (ein wichtiger Hinweis Spenglers).Der Schöpfer des großen Generalstabes ist die stärkste typenbildende Kraft seit Friedrich dem Großen. Er war nicht der Mann, um im politischen Redekampf des Volkes Seele zu schmieden, er war es aber, der vorhandene Persönlichkeitswerte großzüchten half und Verantwortungsbewußtsein des einzelnen zur Voraussetzung alles Handelns machte. Das von Moltke durchgeführte Verhältnis zwischen dem verantwortlichen Feldherrn und seinem Stabschef war das gerade Gegenteil dessen, was Bismarck in der Diplomatie tat, indem er seine Minister gar finanziell von sich abhängig zu machen bemüht war. Der direkte Untergebene war verpflichtet, seine Anschauungen, begründet, mit aller schärfe zu vertreten, sie bei gegenteiligem Befehl sogar zu Protokoll zu geben. Dieser Grundsatz, von oben bis nach unten durchgeführt, gefördert durch Bestimmungen, die sämtlich darauf hinausliefen, den deutschen Soldaten – trotz schärfster Disziplin – zum selbständig denkenden und entschlossen handelnden Menschen und Kämpfer zu erziehen, das war das deutsche Geheimnis der Erfolge im Weltkrieg. Trotz der nie zu vermeidenden menschlichen Mängel ist der vom preußischen Offizier Friedrichs des Großen sich ausweitende Typus des deutschen Soldaten der sprechende Beweis dafür, daß auch für das entstehende Dritte Reich einzig und allein die Methode des Grafen Moltke der rettende Weg sein kann, will man es vermeiden, daß nach einer befreienden Erhebung und taumelnder Freude wieder ein Zusammenbrach folgt.

 (Der Offizier am Ende des 19. Jahrhunderts) Moltke war eine Persönlichkeit von unerbittlicher Folgerichtigkeit; seine Dynamik aber ergoß sich nicht wie diejenige Luthers oder Bismarcks in furchtbaren Ausbrüchen, er zog sich auch selten in gleich tiefer seelischer Zerknirschung zurück wie die Seelen der beiden anderen. Nichtsdestoweniger wirkte Moltke zwingend auf seine Umgebung. Zwingend, aber nicht niederdrückend. Deutschlands Zweites Reich wurde auf den Schlachtfeldern gegründet, von Bismarck geschaffen; erhalten aber hat es in erster Linie die Persönlichkeit und Typen schaffende Kraft des Moltkeschen Genies. so kam es, daß nach Bismarck lauter Nullen oder richtungslos geschmeidige Naturen Kanzler des Reiches wurden, die zwischen seinen Lehren und liberalisierenden Kräften hin- und herschwankten, um schließlich das deutsche Volk ins Netz feindlicher, „ziel“- bewußter Diplomaten zu führen. so kam es aber auch, daß dem grauen deutschen Heere eine so große Anzahl überragender Feldherren und Soldaten entstieg, wie sie die gesamte übrige Welt nicht aufzuweisen hatte. Das wirkliche Deutsche Reich war von 1914–1918 nicht in Deutschland mehr, sondern stand an der Front. An der Front bei den Falklandinseln und in Tsingtau, in Deutsch-Ostafrika, im Indischen Ozean, über England. In Deutschland saß auf den Ministersesseln das Gewürm und wußte nicht, was es mit dem gewaltigen Staat im Felde anfangen sollte.

Es war nicht die schuld des Moltkeschen Systems, wenn sich der Offizierstypus vor dem Kriege immer mehr vom übrigen Volk abgesondert hatte, Kaste wurde und schließlich die schlechten Seiten einer solchen für Deutschland unorganischen Absonderung aufzuweisen begann. Ein nur auf Ehre gegründeter Offiziersstand mußte sich immer mehr vom skrupellosen Händlertum und Börsenschiebertum ablösen. Um aber diese Ablösung durchzuführen, mußten schroffe Grenzen gezogen werden, die menschlich unangenehm (Untergehendes Bürgertum) schienen, zwecks Erhaltung des Typus aber notwendig war. Dieser von der jüdischen Verleumderpresse verfolgte Offizier war es, der Deutschland später selbstlos verteidigte und sich fast restlos hingab auf den Schlachtfeldern, darüber hinaus auch noch jene bildete, die 1914 bis 1918 zum erstenmal das graue Ehrenkleid anzogen.

Das bürgerliche und marxistische Deutschland war mythenlos geworden; es hatte keinen Höchstwert mehr, an den es glaubte, für den es zu kämpfen bereit war. Es wollte die Welt „friedlich“ wirtschaftlich erobern, sich den Geldsack füllen und war in seinem Händler- und Schachertum bereits so tief gesunken, daß es erstaunt war, wenn andere Völker sich dies nicht gefallen ließen und Bündnisse gegen die Gefahr des deutschen Handelsreisenden schlossen. Im August 1914 wurde der Höchstwert des Moltkeschen Heeres endlich zum Höchstwert des ganzen Volkes. Alles, was noch echt und groß war, warf die händlerische Schlacke ab und dankte dem deutschen Soldaten für die Hütung des nationalen Ehrbegriffes. Moltke schien über BIeichroeder zu siegen. Da wurde er vom obersten Kriegsherrn preisgegeben. Anstatt wenigstens jetzt nach vielen Jahren der Unbekümmertheit gegenüber dem Höchstwert unseres Volkes die Gelegenheit zu erfassen und jenes Gesindel an den Galgen zu hängen, das ihn seit Jahren bespieen hatte, reichte der Kaiser den marxistischen Führern die Hand, rehabilitierte ungewollt die Landesverräter und setzte das Gewürm zum Herrn ein über den um sein Dasein kämpfenden Staat. Bis er mit dem Volk den Dank dieses Gewürms am 9. November 1918 ausbezahlt erhielt.

Es steht außer Frage, daß der Moltke-Typ in der ersten Zeit des ein kommendes Deutschland formenden Männerbundes – nennen wir ihn den Deutschen Orden – nicht stark in den Vordergrund treten wird. Um inmitten des heutigen chaotischen Durcheinanders die Seelen (Probleme des Führertums) emporzureißen, dazu bedarf es predigten der Luther-Naturen, die hypnotisieren, und Schriftsteller, welche die Herzen bewußt ummagnetisieren. Der lutherhafte Führer zum kommenden Reiche aber wird sich im Klaren darüber sein, daß er dem Bismarcksystem nach dem Siege unbedingt entsagen und die Moltkeschen Grundsätze auch auf die Politik übertragen muß, wenn er nicht nur sich verwirklichen, sondern auch über seinen Tod hinaus ein dauerhaftes, auf einen Höchstwert eingeschworenes Reich schaffen möchte. Wie die Dinge sich auch immer gestalten mögen, ob eruptive ob formenschaffende Mächte, beide dürfen nur seelisch-nordischen Wesens sein. Mit Abkömmlingen der in Europa eingesickerten ganz fremden Rassen, kann man keine germanisch bestimmte Führerschicht bilden, es sei denn, man verzichtet auf ein Heiliges Germanisches Reich Deutscher Nation und überläßt die Zukunft dem „freien Spiel der Kräfte“ auf politischem Gebiet, wie es nach 1871 für die wirtschaftliche Sphäre zum Grundsatz erhoben wurde. Dann werden aber alle Opfer an Geist und Blut umsonst gebracht worden sein. Nach einer kurzen Zeit wird die gleiche “ Demokratie“ ans Ruder kommen und der deutsche Befreiungskampf nur eine Episode auf dem Wege zum Untergang, nicht ein Anzeichen eines neuen doch so leidenschaftlich erstrebten Aufstiegs gewesen sein.

Ein Glaube, ein Mythus ist nur dann echt, wenn er den ganzen Menschen erfaßt hat; und mag der politische Führer an dem Umkreis seines Heeres seine Gefolgschaft nicht im einzelnen prüfen können, im Zentrum des Ordens muß absolute Geradlinigkeit durchgeführt werden. Hier haben zum Besten der Zukunft alle politischen, taktischen, propagandistischen Erwägungen zurückzutreten. Der Fritzische Ehrbegriff, Moltkes Zuchtmethode und Bismarckscher heiliger Wille, das sind die drei Kräfte, die in verschiedenen Persönlichkeiten in verschiedener Mischung verkörpert alle nur einem dienen: der Ehre der deutschen Nation. Sie (Der Typus der .Zukunft) ist der Mythus, der den Typus des Deutschen der Zukunft bestimmen muß. Hat man das erkannt, so wird man aber bereits in der Gegenwart beginnen, ihn zu formen.


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Autor: Germanenherz

Ich bin kein Christ "in dem heutigen Sinne", kein Zionist, kein Moslem oder sonst was. Ich bin auch kein Weißer, Grüner, Brauner oder Schwarzer. Kein Linker, kein Rechter und kein Befürworter einer erfundenen Richtung. Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert Sein. Ich bin nicht auf dieser Erde, um zu sein, wie andere mich gerne hätten.

2 Kommentare zu „Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich II. Der Staat und die Geschlechter“

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