Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich III. Volk und Staat

Der Mythus des 20. Jahrhunderts

III. Volk und Staat

Rosenberg_Mythus_Leinen Volk, Staat, Kirchen, Klassen und Heere haben im Verlauf unserer Geschichte in sehr verschiedenem Kräfteverhältnis zueinander gestanden. Die Übernahme des römischen Christentums bedeutete grundsätzlich das Aufgeben des organisch-germanischen Königsgedankens als Maßstab weltlichen Handelns zugunsten der erdgelösten Kaiseridee, wie sie als Erbe des alten Roms von der Kirche übernommen worden war. Tausend Jahre dauerte es, bis sich – mit Heinrich dem Löwen beginnend, von Brandenburg fortgeführt – das nordische Königtum erneut durchsetzte, während das römische Kaisertum im Sumpf des Hauses Habsburg verging. Zwar waren auch die Staufen selbstbewußt genug, ihr Kaisertum als deutsch und unabhängig von Rom zu erklären (auf dem Tage zu Besancon z. B. wären die päpstlichen Legaten, welche das Kaisertum als päpstliches Lehen bezeichneten, von den Grafen und Herzögen Friedrichs I. fast totgeschlagen worden), doch wurde dieses Selbstbewußtsein nicht auf einer grundsätzlich festgelegten Lehre von der Vorherrschaft des Kaisers über den Papst aufgebaut, somit nicht Überlieferung und weiter wirkende typenbildende Kraft.

Rom dagegen fälschte zielbewußt bereits um 750 sich seine „Konstantinische Schenkung“ (daß im übrigen Konstantin arianisch getauft worden war, wird unterschlagen). Papst Hadrian I. belog Karl den Großen mit der Behauptung, diese „Schenkung“ befinde sich im Vatikanischen Archiv, und der vom Morgenland geblendete (Rom und der staatsbürgerliche Eid) Frankenkönig anerkannte die Vorherrschaft des römischen Bischofs grundsätzlich, auch wenn sich im Jahr 800 der Papst noch vor Karl dem Großen zu Boden warf*. Die nächsten Päpste folgerten bereits aus der unechten Urkunde ihre gesetzlich und überlieferungsgemäß festgelegte Vorherrschaft (trotz der später nachgewiesenen Fälschung), eine ganze Literatur von der Vorberechtigung der Kirche über das Kaisertum entstand, die in der Bulle Unam Sanctam Bonifaz VIII. ihren Höhepunkt erreichte. Danach „erklärte, definierte“ Bonifaz, „daß es eine Heilsnotwendigkeit ist, daß jedes Geschöpf dem römischen Papst unterworfen sei“. Diese Bulle wurde von dem 1914 verstorbenen Jesuitengeneral Werntz ausdrücklich als „dogmatische Definition“ bezeichnet, welche das richtige „Verhältnis zwischen Kirche und Staat für ewige (!) Zeiten feierlich verzeichnet“. Genau so urteilen die anderen Kirchenlehrer. Daraus folgten notwendig alle Vorbehalte über staatliche Eide eines Rom als Höchstwert anerkennenden Menschen. Lehmkuhl, s. J., der Berater der deutschen Zentrumspartei, erklärte, es sei klar, daß staatsbürgerliche Eide „niemals“ verpflichtend sein könnten, die dem „kirchlichen Recht“ widersprächen. Da dieses „Recht“ aber die Unterordnung des Staates unter die Kirche heischt, so fordert Rom grundsätzlich, keine Eide anzuerkennen,

* Außerordentlich belehrend wäre eine genaue Zusammenstellung aller Fälschungen, auf welche sich die Ansprüche der römischen Kirche gründen. Neben der berüchtigten „Konstantinischen Schenkung“ sei hier die Fälschung der Ergebnisse der Kirchenversammlung von Nicäa genannt, wonach die Vorrangstellung des römischen Bischofs als von jeher bestehend hingesteIlt wurde; ferner die znsammengefäIschten „authentischen“ Märtyrergeschichten, über 500 an der Zahl; die Fälschung der Belehrung und Taufe Konstantins des Großen;Pseudokyrill usw. Kurz gesagt, fast alle „urkundlich“ beglaubigten Forderungen der römischen Kirche beruhen auf Urkundenfälschungen. (Verteidigung der Fahnenflucht) die nicht von ihm „geheiligt“ sind. Bereits Sanchez, s. J., schreibt der Kirche die Gewalt zu, Eide als null und nichtig zu erklären, und Lehmkuhl, s. J., verteidigt sogar öffentlich die Fahnenflucht, ja, verpflichtet die Katholiken dazu, falls diese gezwungen würden, an einem „ungerechten Kriege“ teilzunehmen (wie 1866 und 1870)*!

Dieser ganz eindeutigen römisch- kirchlichen Stellungnahme dem Staate an sich gegenüber ergibt sich nun vom Standpunkt des deutschen Volksstaatsgedankens ein natürliches Gegenstück.

Nach dem Zusammenbruch des absolutistischen Königtums 1789 rangen demokratische Grundsätze mit dem Nationalgedanken. Abgesondert am Anfang und später beide Bewegungen zur Erstarrung bringend, bildete sich eine neue blutfremde Machtlehre, wie sie in Hegel ihren Höhepunkt fand und von Karl Marx dann in neuer Umfälschung – Staat und Klassenherrschaft gleichsetzend – übernommen wurde. Heute stehen wir „d e m Staat“ ähnlich gegenüber wie Rom, bloß von der inneren Seite des Problems her: „der Staat“, der sich und das Volk den ehrIosen Wirtschafrsmächten ausgeliefert hatte, war den breiten Massen gegenüber immer mehr als ein seelenloses Werkzeug der Gewalt aufgetreten. Die Anschauung Hegels von der Absolutheit des Staates an sich war in den letzten Jahrzehnten in Deutschland (und nicht nur in Deutschland) herrschend geworden. Der Beamte rückte nach und nach immer mehr zum Herrn empor und vergaß, dank der gleichen Einstellung der Regierenden, daß er nichts anderes war und sein durfte als ein Beauftragter der Volksgesamtheit zur Erledigung technischer oder politischer Geschäfte. „Der Staat“ und „der Staatsbeamte“ lösten sich also aus dem organischen Volkskörper heraus und traten als ein gesonderter mechanischer Apparat ihm* VgI. Hoensbroech: „Der Jesuitenorden“, Bd. I, s. 330. (Der alte wesenlose Staat) gegenüber, um schließlich die Herrschaft über das Leben zu beanspruchen. Dieser Entwicklung standen Millionen in Kampfstellung gegenüber; da aber eine solche sich im nationalen Lager nicht offen herauswagte, so schlugen sich die Unzufriedenen auf die Seite der internationalen Sozialdemokratie, ohne im Innern wirklich Marxisten zu sein.

Die Revolte von 1918 hatte an alledem nichts geändert, weil die Marxisten natürlich mit dem deutschen Volk erst recht nichts zu tun hatten. sie erstrebten nur die Durchsetzung bestimmter internationaler Grundsätze, gebrauchten den alten technischen Apparat und „der Staat an sich“ trat wieder in schärfste Tätigkeit gegen „Staatsverleugner“. Die Rollen waren aIso vertauscht, das seelenlose Wesen war geblieben Aber dieses Wesen war nach 1918 um vieles deutlicher geworden, weil „der Staat“ früher offenkundige Volksfeinde doch noch ab und zu zurückdämmte, nun aber in der Person seines Anwaltes Männer verurteilte, von denen er durch feine Urteile selbst zugeben mußte, daß all ihr Denken und Handeln nur im Dienst und in Opfern fürs Volk bestanden hätten.

Staat und Volk standen sich von 1918 bis 1933 also offen als Gegner, oft als Todfeinde gegenüber. Wie dieser innere Konflikt überwunden werden wird, so wird sich Deutschlands Schicksal auch nach außen gestalten.

Der Staat ist uns heute kein selbständiger Götze mehr, vor dem alle im staube zu liegen hätten; der Staat ist nicht einmal ein Zweck, sondern er ist auch nur ein Mittel zur Volkserhaltung. Ein Mittel unter anderen, wie es Kirche, Recht, Kunst und Wissenschaft ebenso sein sollten. Staatsformen ändern sich und Staatsgesetze vergehen, das Volk bleibt. Daraus folgt allein schon, daß die Nation das Erste und Letzte ist, dem sich alles andere zu unterwerfen hat. Daraus folgt aber auch, daß es keine- Staats-, sondern nur Volksanwälte geben darf. (Das Problem der Monarchie) Die ganze rechtliche Lebensgrundlage würde sich dadurch verändern und solche erniedrigenden Verhältnisse unmöglich machen, wie sie im letzten Jahrzehnt an der Tagesordnung waren.

Ein und derselbe Staatsanwalt hakte früher den kaiserlichen Staat, dann den republikanischen zu vertreten. Ein „unabhängiger“ Richter war ebenfalls von einem Schema als solchem abhängig. Und so konnte es kommen, daß auf Grund des römischen „Rechtes“ der Staatsanwalt als „Diener des Staates“ im Namen „des Volkes“ die völkische Führung des Volkes verhinderte: die abstrakte „Volkssouveränität“ der Demokratie und das verächtliche Wort Hegels: „Das Volk ist derjenige Teil des Staates, der nicht weiß, was er will“, haben das gleiche gehaltlose Schema der sogenannten „Staatsautorität“ gezeugt.

Der Volkheit Autorität steht aber höher als diese „Staatsautorität“. Wer das nicht zugesteht, ist ein Feind des Volkes, und sei es der Staat selber. so war die Lage bis 1933.

Dies nach der einen, schematischen Seite hin. Nach der anderen, inhaltlichen, ist zu sagen, daß ein unbedingter Legitimismus genau so unvölkisch ist wie das alte Staatsrecht. Auch die Frage der Monarchie (und des Monarchen) ist eine Zweckmäßigkeitsfrage (allerdings im höchsten Sinne) und nicht eine dogmatische. Menschen, die sie als eine solche betrachten, unterscheiden sich ihrer Charakterformung nach nicht wesentlich von den Sozialdemokraten, die im gewissen sinne legitimistische Republikaner sind, ohne Rücksicht darauf, was sonst mit dem ganzen Volk auch geschehen möge. so fühlt der erwachende gerechte Instinkt des deutschen Volkes heute überall. so wird er sich auch durchsetzen. Die Republik wird völkisch werden müssen oder verschwinden. Und eine Monarchie, die sich nicht von vornherein gewisser alter Vorurteile entledigt, könnte gleichfalls nicht von (Rasselose Autorität gebiert Anarchie) langer Dauer sein. Denn sie müßte dann an den gleichen Ursachen zugrunde gehen wie einst das Kaisertum Wilhelms II.

Der Geist der Zukunft hat seine Forderungen heute endlich deutlich angemeldet. Vom 30. Januar 1933 an hat seine Herrschaft begonnen.

Im 17. Jahrhundert begann das Abtreten des Papstes vom offenen Weltstaat; 1789 machte die Dynastie als absoluter Wert Raum dem stillosen Liberalismus. 1871 begann der Götze Staat sich selbständig vom Volk ZU machen, das ihn doch erst erschaffen hatte. Heute beginnt das Volk! endlich bewußt die ihm gebührende Stelle zu beanspruchen.

Die Forderung nach Freiheit sowohl als der Ruf nach Autorität und Typus sind fast überall falsch gestellt und unorganisch beantwortet worden. Autorität wurde in Europa gefordert im Namen eines abstrakten staatlichen Grundsatzes oder im Namen einer angeblich absoluten religiösen Offenbarung, d. h. im Namen des liberaIistischen Individualismus und des kirchlichen Universalismus. In jedem Fall wurde der Anspruch erhoben, daß alle Rassen und Völker sich dieser „gottgegebenen“ Autorität und ihren Formen zu unterordnen hätten. Die Antwort auf diese Zwangsglaubenssätze war der schrei nach hemmungsloser Freiheit gleichfalls für alle Rassen, Völker und Klassen. Die rasselose Autorität forderte die Anarchie der Freiheit. Rom und der Jakobinismus in seinen alten Formen und in seiner späten reinsten Ausgestaltung in Baboeuf und Lenin bedingen sich innerlich gegenseitig. (Freiheit nur im Typus möglich)

Die Idee der Freiheit wie auch das Anerkennen der Autorität erhalten nun innerhalb der heutigen rassisch-seelischen Weltanschauung einen ganz anderen Charakter. Das Volkstum ist gewiß nicht nur einrassig, sondern auch durch Faktoren geschichtlicher und räumlicher Art gekennzeichnet, jedoch ist es nirgends die Folge einer gleichmäßigen Mischung verschiedenrassischer Elemente, sondern bei aller Mannigfaltigkeit stets durch das Überwiegen der Grundrasse gekennzeichnet, welche Lebensgefühl, staatlichen Stil, Kunst und Kultur bestimmte. Diese Rassendominante fordert einen Typus. Und eine echte organische Freiheit ist nur innerhalb eines solchen Typus möglich. Freiheit der Seele wie Freiheit der Persönlichkeit ist stets Gestalt. Gestalt ist stets plastisch begrenzt. Diese Begrenzung ist rassisch bedingt. Diese Rasse aber ist das Außenbild einer bestimmten Seele.

Damit ist der Kreis geschlossen. Indischer Internationalismus marxistischer oder demokratischer Art liegt ebenso außerhalb dieses Organismus wie römische, internationale Geltung heischende Autorität nebst allen kirchlichen Machtansprüchen.

Die Sehnsucht nach Persönlichkeit und Typus ist im tiefsten Innern dasselbe. Eine starke Persönlichkeit wirkt stilbildend, der Typus ist aber – metaphytisch betrachtet – schon vor ihr gegeben, die Persönlichkeit also nur seine reinste Ausprägung. Diese ewige Sehnsucht nimmt in jeder Epoche eine andere Form an. Um die Wende des 19. Jahrhunderts erlebten wir das Erscheinen einer großen Zahl von Persönlichkeiten, die als Bluten unserer Gesamtkultur ihr ein unverlierbares Gepräge schenkten. Das Zeitalter der Maschiene zerstörte auf lange sowohl Persönlichkeitsideale wie typenbildende Kräfte. Das Schema, die Fabrikware, wurde Herr; der kahle Kausalitätsbegriff besiegte echte Wissenschaft und (Nietzsche der Prophet) Philosophie, marxistische Soziologie erdrosselte durch ihren Massenwahn (Quantitätslehre) alles Wesen (Qualität), die Börse wurde der Götze der stoffanbetenden (materialistischen) Zeitseuche. Friedrich Nietzsche stellte den verzweifelten Schrei unterdrückter Millionen dagegen dar. Seine wilde Predigt vom Übermenschen war eine gewaltsame Vergrößerung des unterjochten, vom stofflichen Druck der Zeit gedrosselten Eigenlebens. Nun wenigstens Einer plötzlich in fanatischer Empörung alle Werte zerstörte, ja wild zu toben begann, ging eine Erleichterung durch die Seelen aller suchenden Europäer. Daß ein Nietzsche verrückt wurde, ist Gleichnis. Ein ungeheuer gestauter Wille zur Schöpfung brach sich zwar Bahn wie eine Sturzflut, aber der gleiche innerlich schon lange vorher gebrochene Wille konnte die Gestaltung nicht mehr erzwingen. Er trat aus den Ufern. Eine seit Geschlechtern geknebelte Zeit begriff in ihrer Ohnmacht nur die subjektive Seite des großen Wollens und Erlebens Friedrich Nietzsches und verfälschte das tiefste Ringen nach Persönlichkeit zum Ruf nach dem Ausleben aller Triebe.

An das Banner Nietzsches reihten sich dann die roten Standarten und die marxistischen nomadischen Wanderprediger, eine Sorte von Menschen, deren Lehre kaum je einer mit gleichem Spott als Wahnsinn entlarvt hatte, wie gerade Nietzsche. In seinem Namen ging die Rassenverseuchung durch alle Syrier und Nigros vor sich, in seinem Zeichen, während doch gerade Nietzsche die rassische Hochzucht erstrebte. Nietzsche war in die Träume brünstiger politischer Buhler gefallen, was schlimmer war als in die Hände einer Räuberbande. Das deutsche Volk hörte nur von Lösung aller Bindungen, Subjektivismus, „Persönlichkeit“ und nichts von Zucht und innerem Hochbau. Nietzsches schönes Wort: „Von der Zukunft her kommen Winde mit heimlichen Flügelschlagen; und an feine Ohren ergeht gute Botschaft“, war nur ein sehnsüchtiges (Persönlichkeit schafft Typen) Ahnen inmitten einer wahnsinnigen Welt, in der er, neben Lagarde und Wagner, als fast der einzige Weitschauende lebte.

Diese Wahnsinnsepoche stirbt jetzt endlich. Die stärkste Persönlichkeit ruft heute nicht mehr nach Persönlichkeit, sondern nach Typus; der völkische, erdverwurzelte Lebensstil, ein neuer deutscher Menschentyp, „geradwinklig an Leib und Seele“, entsteht, ihn zu bilden ist die Aufgabe des 20. Jahrhunderts. Die echte Persönlichkeit von heute sucht gerade in ihrer Höchstentwicklung jene Züge plastisch zu gestalten, jene Gedanken am lautesten zu verkünden, die sie als Züge des erahnten neuen und doch uralten deutschen Menschentypus erlebt, v o r erlebt hat. Frei werden nicht von, sondern für etwas!

Typus ist nicht Schema, ebensowenig wie Persönlichkeit Subjektivismus. Typus ist die zeitgebundene plastische Form eines ewigen rassisch- seelischen Gehalts, ein Lebensgebot, kein mechanisches Gesetz. Im Anerkennen dieses Ewigen ist der Wille zum Typus auch Wille zu strenger formender staatlicher Zucht an einem Geschlecht, das subjektiv-zuchtlos und konventionell erstarrt ist.

Das Erleben des Typus aber, das ist die Geburt der Erkenntnis des Mythus unserer ganzen Geschichte: die Geburt der nordischen Rassenseele und das innerliche Anerkennen ihrer Höchstwerte als des Leitsterns unseres gesamten Daseins.

Eine weitere Erkenntnis liegt in der Feststellung, daß die mit Händen nicht faßbare Idee der Volksehre doch ihre Verwurzelung in allerfestester, stofflichster Wirklichkeit aufweist: im Ackerboden einer Nation, d. h. in ihrem Lebensraum. (Kampf um die innere Freiheit) Die Idee der Ehre ist von der Idee der Freiheit unzertrennlich. Mag man der Fassung dieser Idee in noch so verschiedener Abart begegnen, so besteht die metaphysisch tiefste zweifellos in dem deutschen Bekenntnis von Eckehart, Luther, Goethe bis zu H. St. Chamberlain, der sie unserer Zeit so lichtvoll gedeutet hat: in dem Eingeständnis der Parallelität von NaturgesetzIlchkeit und Freiheit, Zusammengefaßt im menschlichen Einzelwesen, ohne daß sich dieses Rätsel weiter lösen ließe. Das der Kausalität unterworfene Äußere antwortet wie andere organische Wesen auf Reize und Motive, wovon das Innerste, die mit dem Willen verbundene schau doch unberührt und unberührbar bleibt, so sehr sie auch rein mechanisch an ihrer Auswirkung verhindert werden mag. Weshalb die Tatsache allein schon, daß Menschen diese i n n e r e Freiheit bestreiten, beweist, daß diese vorhanden ist.

Die große Katastrophe unseres geistigen Lebens bestand darin, daß eine sündhafte, durch Blutvergiftung mitbedingte Verschiebung in der Freiheitsauffassung im deutschen Leben immer mehr zu herrschen begann: als sei Freiheit gleichbedeutend mit Wirtschaftsindividualismus. Dadurch wurde die wahre innere Freiheit des Forschens, Denkens und Gestaltens gestört: Schau und Wille wurden der Spekulation und dem Triebe immer mehr dienstbar. Dieses Hinübergreifen der „Freiheit“ in organische Prozesse zeitigte notwendig eine Naturentfremdung, abstrakt-schematische, wirtschaftliche und politische Lehren, die nicht mehr hinhorchten auf die Gesetze der Natur, sondern dem Vereinzelungstriebe des Indinidumns folgten. so hat eine scheinbar geringe erkenntniskritische Verschiebung ungeheures materielles Unheil über die Welt gebracht, denn Tag für Tag rächt sich die unerbittliche Natur bis zur kommenden Katastrophe, bei der die sogenannte Weltwirtschaft mitsamt ihrem künstlichen, naturwidrigen Unterbau, einem Weltuntergang vergleichbar, (Ackerboden und Freiheitsidee) Zusammenstürzen wird. Braucht nun ein äußerer Druck eine starke Persönlichkeit nicht zu brechen, kann er sie höchstens mechanisch zerstoßen, so ist doch klar, daß er bei M i l l i o n e n massen eine Charaktervergiftung zur Folge haben kann. Eine solche wurde beim deutschen Volk durch den Mangel an Lebensraum hervorgerufen. Immer kleiner wurde im 19. Jahrhundert die Bodenfläche, auf der noch erdverbundene Bauern geboten, immer größer die Zahl der landlosen, besitzlosen Proletarier. Eng im Raum stießen sich die Millionen in den Weltstädten, aber immer weiter stieg die Menschenflut. sie rief nach Industrialisierung, nach Ausfuhr, nach Weltwirtschaft, oder vielmehr: in ihrer Not geriet sie unter den Einfluß syrischer Verschwörer, die die Millionen Besitzlosen nicht in raumsehnsüchtige Menschen verwandeln, sondern die noch Besitzenden auch noch proletarisieren wollten, um sich Sklavenheere ohne Boden und Eigentum zu sichern und durch ein nie erreichbares Irrlicht der „internationalen Weltbefriedung“ auszubeuten. Mit diesem Diebstahl der Raumidee wurde aber die Seelenvergiftung erreicht: die Idee der Volksehre erschien plötzlich als unwesentliches Phantom, die Prediger des Raumkampfes wurden zu „volksfeindlichen Imperialisten“ gestempelt und ein berechtigter, riesiger Freiheitskampf verfälscht, marxistisch mißleitet, um verzweifelnd im Sumpf des internationalen Kommunismus zu enden.

Die echte schöpferische Idee der Freiheit kann bei einem Volksganzen voll erblühen nur dann, wenn dieses Luft hat zum atmen und Land zum ackern. Eine lebendig wirkende Ehre wird man deshalb nur bei einer Nation dauernd tätig am Werke sehen, welche über genügenden Lebensraum verfügt; und tiefer: wo sich die Idee der gepeinigten Nationalehre erhebt, da ertönt die Forderung nach Raum. Deshalb kennen weder das bodenfremde Judentum noch das bodenfremde Rom die Idee der Ehre; (Der Begriff des Sozialismus) oder besser: weil sie diese Idee nicht kennen, deshalb wirkt in ihnen auch nicht die Sehnsucht nach Ackerland, über welches ein starkes und frohes Geschlecht seine fruchtbringende Saat ausstreut. Heute, da alle Feinde Deutschlands Ehre antasten, haben sie ihm auch seinen Raum gestohlen; deshalb geht auch der metaphysische Kampf letzten Endes um ununterdrückbare innerste Charakterwerte, bedeutet ein Ringen um Lebensraum. Eines stärkt und stählt das andere. Mit Schwert und Pflug für Ehre und Freiheit lautet also notwendig der Schlachtruf eines neuen Geschlechts, das ein neues Reich errichten will und nach Maßstäben sucht, an denen es sein Handeln und sein streben fruchtbringend zu beurteilen vermag. Dieser Ruf ist nationalistisch. Und sozialistisch!

Im allgemeinen bezeichnet man mit Sozialismus eine Anschauung, welche die Unterordnung des Einzelnen unter den Willen eines Kollektivs fordert, heiße dies nun Klasse, Kirche, Staat oder Volk. Diese Begriffsbestimmung ist vollkommen inhaltslos und läßt allen willkürlichen Verbindungen freies Spiel, da der wesentliche Inhalt des Wortes vollkommen beiseite geschoben wird. Bedeutet soziale Tätigkeit ein privates Unternehmen zum Zweck der Rettung des Einzelnen vor seelischem und materiellem Zusammenbruch, so bedeutet Sozialismus die von einem Kollektiv durchgeführte Sicherung des Einzelwesens bzw. ganzer Gemeinschaften vor jeglicher Ausbeutung ihrer Arbeitskräfte.

Jede Beugung des Individuums unter das Gebot eines Kollektivs ist also nicht Sozialismus, somit auch nicht jede Vergesellschaftung, Verstaatlichung oder „Nationalisierung“. sonst könnte man ja auch das Monopol (Marxismus fördert Geldherrschaft) als eine Art Sozialismus betrachten, was der Marxismus praktisch durch seine lebensfeindliche Lehre tut: den Kapitalismus so steigern zu helfen, daß er sich in wenigen Händen zusammenballt, um dann die sog. Diktatur des Proletariats an die stelle der Herrschaft der großen Weltausbeuter zu setzen. Grundsätzlich bedeutet das überhaupt keine Änderung der Verhältnisse, sondern nur einen Weltkapitalismus mit anderem Vorzeichen. Weshalb der Marxismus überall mit der demokratischen Plutokratie marschiert, die sich dann aber stets als stärker als er selbst erweist. Ob eine Maßnahme sozialistisch ist, kann sich also nur aus ihrer Folge ergeben, sei jene nun vorbeugender Art oder bereits vorliegende Tatsachen ändernd. Maßgebend für diese Folge ist dabei das Wesen der Ganzheit (des Kollektivs), in deren Namen die Durchführung einer das Individuum einschränkenden, gesellschaftlich-wirtschaftlichen Anweisung erfolgt. Der bürgerlich-parlamentarische Staat verfügt tausend „sozialistische“ Eingriffe, er belegt zugunsten von „Reparationen“ alle Unternehmen mit Zwangshypotheken, er regelt Zölle, Anleihezinsen und Arbeitsverteilung; trotzdem ist er ein Klassenstaat, dessen herrschende Parteien nicht sozialistische, sondern das gesamte Volk belastende Maßnahmen erlassen. Genau so wenig vermag der von unten klassenkämpferische Marxismus das Recht für sich in Anspruch zu nehmen: denn die bei seinem Triumph ihm unterstehenden Millionen eines Volkes werden nicht als Gesamtheit erfaßt, sondern zum großen Teil als Ausbeutungsobjekte zugunsten der rein marxistisch interessierten Gemeinschaftsangehörigen. Deshalb war unter bisherigen politischen Bedingungen das Wort vom Staat irreführend gebraucht, denn der „Staat“ steht entweder im Dienste der Bourgeoisie oder des marxistischen Klassenkampfes, besteht) t also überhaupt nicht, so sehr sein Ersatz auch Anbetung fordert. Wie (Rationalismus ist Sozialismus) immer sich der Konfessionalismus und dieser doppelseitig geführte Klassenkampf auch dagegen sträuben mögen: eine sozialistische Maßnahme kann keiner von ihnen erlassen und durchführen. Dies kann nur der Vertreter eines Systems, der das Volk als einen Organismus zu erfassen vermag, den Staat – wie ausgeführt – als Mittel zu dessen äußeren Sicherung und inneren Befriedung betrachtet, dem aIso die Ganzheit „Nation“ der Maßstab für das Individuum und kleinere Kollektive einschränkende Handlungen ist. Aus diesem Gedankengang heraus, für den die Welt endlich reif zu werden beginnt, löst sich der große verhängnisvolle Kampf des 19. Jahrhunderts, das große Ringen zwischen Nationalismus und Sozialismus. Der alte Nationalismus war vielfach nicht echt, sondern ein Deckschild für agrarische, großindustrielle, später auch finanz-kapitalistische Privatinteressen, weshalb das Wort, der Patriotismus sei die letzte Zuflucht der großen Gauner, nicht selten seine Berechtigung nachweisen konnte. Und der Marxismus war ebenfalls kein Sozialismus, sondern als Sozialdemokratie offenbar Anhängsel der Plutokratie, als Kommunismus volkszerstörendes Toben gegen die echten Sozialismus ermöglichenden Eigentumswerte aller Nationen. Es ergibt sich also nicht Kampf, sondern Gleichung zwischen echtem Nationalismus und echtem Sozialismus, eine begründete Zusammenschau, die Deutschland Hitler verdankt.

Eine sozialistische Maßnahme vorbildlicher Art war die Verstaatlichung der deutschen Reichsbahn, die somit der geschäftshungrigen privaten Willkür entzogen wurde, und bei der Betriebssicherheit jene volkserhaltende Voraussetzung war, die jedem Deutschen zugute kam. Eine echt sozialistische Maßnahme ist die Kommunalisierung der Elektrizitätswerke und der städtischen Wasserversorgung, deren Dienst allen ohne Unterschied der Klassen und Konfessionen gilt. Sozialistische Einrichtungen sind der städtische (Caritas und Almosen des Liberalismus) elektrische Verkehr, die Polizei, die öffentlichen Bibliotheken usw., wobei es vollkommen gleichgültig ist, ob diese Einrichtungen in einer Monarchie oder einer Republik vollzogen werden, was erneut diese Staatsform als vom Wesen der Fragen unabhängig erscheinen läßt. Die Monarchie war, wie das Beispiel der deutschen Reichsbahn ebenso wie das Exempel der,, Reichsbank“ zeigt, wesentlich sozialistischer als die Republik von Weimar, die durch Unterzeichnung des Dawesdiktates und anderer Unterwerfungsurkunden beide vollkommen unter die Kontrolle privater – dazu noch ausländischer – Finanziers brachte.

Der Kampf ums Dasein und die private Fürsorge (manchmal auch kluge Symbiose) bestimmen das öffentliche menschliche Leben. Das erste ist ein natürlicher AusIeseprozeß, das zweite ein rein menschlicher, durch das Christentum vertiefter, edler Wille zum Nächsten. Beide Faktoren, sich selbst überlassen, würden den Tod jeder Kultur, jedes echten Volksstaates bedeuten. Es gibt deshalb gar keinen „natürlichen“, aber ebensowenig einen christlichen“ Staatsgedanken. Der echte Staat germanischer Auffassung besteht darin, das Ringen um Einfluß an bestimmte Voraussetzungen zu binden, nur unter der Herrschaft von Charakterwerten vor sich gehen zu lassen. Der moderne Wirtschaftsindividualismus als Staatsgrundsatz bedeutete deshalb den Anspruch auf Gleichstellung eines glücklichen Betrügers mit einem Ehrenmann Deshalb siegte auch nach 1918 überall der Schieber mit seinen Genossen. Die Caritas ihrerseits, als Almosen eines Diktators an unterdrückte Millionen oder als persönliche Wohltätigkeit, heilt keine Schäden, sondern überklebt bloß eiternde Wunden. Sie ist so recht das Gegenstück zur hemmungslosen Ausbeutung. Bisweilen baut der größte Betrüger sogar für seine durch Jahrzehnte ausgeplünderten Opfer Krankenhäuser (Der sozialistische Eigentumsbegriff) und läßt sich dann von seinen Zeitungen als – Philanthrop feiern.

Wer allso heute Nationalist sein will, muß Sozialist sein. Und umgekehrt. Der Sozialismus der grauen Front von 1914–1918 will staatliches Leben werden. Ohne ihn wird auch nie der Marxismus überwunden, nie das internationale Kapital unschädlich gemacht werden. Aus diesen Gründen heraus wird begreiflich, daß eine echt sozialistische Maßnahme – von der Folge aus als solche deutbar – zunächst dem privaten Eigentumsbegriff gegenüber neutral ist. Sie wird ihn dort anerkennen, wo er eine Gesamtsicherung verbürgt, und wird ihn dort beschränken, wo er Gefahren birgt. Deshalb sind z. B. die Forderung auf Verstaatlichung der Eisenbahn und auf persönlichen Grundbesitz beides sozialistische (und nationalistische) Forderungen. Beide dienen den wirtschaftlich Bedrückten, um ihnen die Voraussetzung für kulturelle und staatliche Schöpfungen zu geben.

Von diesem neuen Standpunkt aus wird deshalb auf manche Lebensäußerung breiter Volksschichten ein ganz anders geartetes Licht als bisher fallen.

Die Verbindung zwischen Individualismus und Wirtschafts-UniversaIismus können wir in den letzten 100 Jahren auf politischem Gebiete unmittelbar verfolgen in der demokratischen und marxistischen Bewegung, welche von der Glückseligkeit des einzelnen ausgeht und zugleich eine Menschheitskultur verkündet, auf ein Pan-Europa hinausmöchte, letzten Endes auf eine Weltrepublik, sei es eine Republik der Börsenmänner, sei es ein Gebilde der Diktatur des Proletariats als Schutzform dieser Weltbörsen-Diktatur. Der Dawesplan und der Youngplan sind beides Gleichnisse eines Zusammengehens von Universalismus und blutlosem Individualismus. Es ergibt sich deshalb (Gegen den Universalismus) daß als organisch nur Wechselwirkungen zwischen Ich und Gesellschaft, zwischen Ich und Nation anzuerkennen sind, weil im Begriff der Gesellschaft – also eines menschlich Organisierten – für uns die organisch blutsmäßige Gebundenheit durch Charakterwerte und Ideale mit einbegriffen ist. Aus dieser grundsätzlichen Anschauung erwächst dann auch das gesamte neue Gedanken- und Staatssystem auf der Grunderkenntnis, daß nicht etwa ein abstrakter Individualismus oder abstrakter Universalismus oder abstrakter Sozialismus, gleichsam aus den Wolken sich herniederlassend, Völker formen, sondern, daß umgekehrt blutsmäßig gesunde Völker den Individualismus als Maßstab nicht kennen, ebenso wenig wie den Universalismus. Individualismus und Universalismus sind, grundsätzlich und geschichtlich betrachtet, die Weltanschauungen des Verfalls, bestenfalls des durch irgendwelche Umstände zerklüfteten, unglücklichen Menschen, der sich zu einem letzten Zwangsglaubenssatz flüchtet, um seiner inneren Zerspaltung dadurch zu entgehen.

Aus diesem ganzen Erlebnis einer Neugeburt, aus dem Anerkennen uralter ewiger Werte und aus der neuen Fassung der organischen Gegensätze ergibt sich uns plötzlich ein strahlend helles Licht, wenn wir die Entwicklung der letzten Geschichtsepochen überblicken. Wir sehen, es sei dieser wichtigste Punkt nochmals hervorgehoben, durch das gesamte 19. Jahrhundert bis hinein ins 20. zwei große Bewegungen – den Nationalismus und den Sozialismus – miteinander ringen und die Tatsache, daß sie beide groß und stark geworden waren, zeigt, daß ihnen beiden notwendig ein organisch gesunder Kern, organisch gesunde Triebfedern zugrunde liegen, ganz gleich, welche Menschen und Systeme sich im Laufe der Zeit dieser Willensmächte und Gedankenanlagen bemächtigt haben. Wir sehen den deutschen alten Nationalismus nach seinem großen (Dynastizismus vergiftete den Nationalismus) Aufflammen in den Freiheitskriegen, nach seiner tiefsten Begründung durch Fichte, nach seinem explosiven Auftreten durch Blücher und den Freiherrn vom Stein und Ernst Moritz Arndt und in seiner militärischen Tatkraft durch Scharnhorst und Gneisenau verkörpert, in die Hände eines innerlich überlebten, aber organisatorisch noch starken Geschlechtes übergehen, wie es durch das System Metternich am schärfsten dargestellt wurde. Der aufblühende Nationalismus ging also gleich nach seinem Entstehen eine verhängnisvolle Verbindung ein mit dem Dynastizismus.

Der Wert des Königs oder Kaisers an sich stand höher als der Wert des gesamten Volkes. Wir sehen eine Höflingswirtschaft groß werden, die schon früher zu einem Zusammenbruch geführt hätte, wenn nicht die gewaltige Macht Bismarcks nochmals den Versuch unternommen hätte, Monarchie und Nation zu einem Einheitsblock unter dynastischer Führung zusammenzuschmieden Aber während König Friedrich der Große auch in schwersten Schicksalstagen diese Einheit verkörperte, hatte sein Nachfolger Kaiser Wilhelm II. diesen Glauben bereits verloren, indem er erklärte, seinem Volke einen Bürgerkrieg ersparen zu wollen und über die Grenze ging. Er hat damit den dynastischen Begriff von dem Volksganzen gelöst und am 9. November 1918 zerbrach der dynastische Staatsgedanke, was allmählich alle bewußten deutschen nationalistischen Kreise zu begreifen beginnen.

Neben dem Dynastizismus war der deutsche Nationalismus des 19. Jahrhunderts eng verbunden mit der liberalen Demokratie, die immer stärker und stärker wurde, je mehr Industrietrusts, je mehr die Weltwirtschaft, je mehr der Großhandel und die Weltbanken anwuchsen. Die Wirtschaftsinteressen dieser Trusts wurden nicht selten (Tod des alten Bürgertums) als Nationalinteressen hingestellt, so z. B. fälschte man die Deutsche Bank und ihre Profite in der Türkei zu Volksinteressen des Deutschen Reiches um. Während des Krieges konnten wir erleben, daß das Schtachtgeschrei der Nation nicht in der Erklärung bestand, daß der Grund und Boden, der vom deutschen Volksheer erobert worden war, nun deutsches Reichseigentum werden sollte, sondern jahrelang wurde nur über die Erzgruben von Briey und Longwy [sic] geredet, es wurden also die Interessen von Industrie und Profit über die Interessen der gesamten Nation gestellt. An dieser naturwidrigen Verknüpfung und Umstülpung der Rangordnung stirbt heute der bürgerliche Nationalismus, und erst ein neues Erleben verkündet einen neuen Nationalismus und verknüpft sich dadurch unbewußt und bewußt mit allen germanischen Freiheitskämpfen der Vergangenheit, vor allem aber mit der unbedingten Größe jener Männer, die Deutschland 1813 aus der Tiefe wieder zur Höhe führten.

Genau so wie der Nationalismus des 19. Jahrhunderts von marxistisch-liberaIistischen Kräften vergiftet worden war, ist es auch dem Sozialismus ergangen. Wir bestimmten im vorhergehenden schon als sozialistisch eine staatlich durchgeführte Maßnahme zum Schutze der Volksgesamtheit vor jeglicher Ausbeutung und ferner eine staatliche Maßnahme zum Schutze des einzelnen vor privater Profitgier. Es kommt aber auch hier nicht nur auf eine formale Tat an sich an, sondern sozialistisch wird eine Tat nur in Bezug auf ihre Auswirkung.

Deshalb ist es möglich, daß eine sozialistische Tat durchaus nicht, wie ebenfalls schon festgestellt, eine formelle Verstaatlichung mit sich führt, sie kann, im Gegenteil, sogar eine Verpersönlichung, ein Freimachen vieler Einzelkräfte bedeuten, wenn dieses Freiwerden eine Stärkung der Gesamtheit nach sich zieht. Als Bismarck einmal (Bismarck als Sozialist) von der konservativen Seite als „Sozialist“ angegriffen wurde, erklärte er, daß der Begriff Sozialismus für ihn unter Umständen durchaus nichts Abschreckendes habe. Er habe die Eisenbahnen sozialisiert und er erinnere an die Tat der Bauernbefreiung durch den Reichsfreiherrn vom Stein, die ebenfalls eine sozialistische Maßnahme darstelle. Hier berührt sich unsere Anschauung aufs tiefste mit derjenigen Bismarcks. Die Tat des Reichsfreiherrn vom Stein bedeutete die Freimachung von Hunderttausenden von Bauern aus einer ungeheueren Zwangsherrschaft. Durch dieses Freiwerden der schöpferischen Kräfte hoben sich die Wohlfahrt und der Charakter des Volkes, und die Tat des Reichsfreiherrn vom Stein bleibt bis heute einer der größten Meilensteine in der Geschichte der deutschen sozialistischen Freiheit.

Damit ist der neue Gedanke greifbar herausgeschält. Er stellt Volk und Rasse höher als den jeweiligen Staat und seine Formen. Er erklärt Volksschutz für wichtiger als Schutz eines religiösen Bekenntnisses, einer Klasse, der Monarchie oder der Republik; er sieht im Volksverrat ein größeres Verbrechen als im Hochverrat. somit beansprucht die deutsche Erneuerungsbewegung dem formalen Staat gegenüber die gleiche Freiheit wie Rom: sie erblickt in dem Bekämpfer „d e s Staates“, der für sein Volk und seine Ehre leidend ins Gefängnis und Zuchthaus wandert, keinen Verbrecher, sondern einen Edelmann. sie anerkennt keine innere Verpflichtung einem Gebilde gegenüber, welches einem 9. November 1918 entsprossen ist. „Unrecht“ ist für uns aber kein Kampf, wenn er zufällig auch gegen jene Angehörige einer echte Religion politisch verfälschenden Lehre geht, die grundsätzlichen Landesverrat als ihren „Glauben“ ausgeben möchten, sondern ein ungerechter Kampf ist ein Kampf gegen VoIksgenossen. Und Todfeinde eines deutschen Volkes und eines kommenden deutschen Staates sind deshalb alle jene Mächte, die Konfession oder (Eid auf die Nationalehre!) Klasse zu ihrem Feldgeschrei gegen deutsche Volksgenossen erheben*.

Das neue Reich fordert von jedem im öffentlichen Leben stehenden Deutschen den Eid nicht auf eine Staatsform, sondern den Eid, überall nach Kräften und Vermögen die deutsche Nationalehre als obersten Maßstab seines Handelns anzuerkennen und für sie zu wirken. Kann ein Beamter, Bürgermeister, Bischof, Superintendent usw. einen solchen Eid nicht leisten, so verliert er zwangsläufig alle Rechte zur Bekleidung eines öffentlichen Amtes. Diese Staatsbürgerrechte selbst, die jeder früher als Geschenk bei seinem 21. Lebensjahr erhielt, werden in einem neuen Staat erworben werden müssen (Ein Gedanke, den das

* Eine Abkehr vom, ein Kampf gegen den Staat an sich kann z. B. eine Zeitlang ein berechtigtes „antinationales“ Gepräge tragen, wenn er nämlich von rassisch-bewußten Herrencharakteren und nicht von Knechtsnaturen geführt wird. Denn auch solchen wurde und ist ihr Recht auf Bodenbesitz verkümmert, gestohlen worden. Das sahen wir 14 Jahre, da der demokratische Geldpöbel nach Enteignung des mobilen Besitzes seine Hand auch nach dem unbeweglichen Eigentum ausstreckte und Bauern und Gutsbesitzer durch Hypotheken, Marktanarchie usw. indirekt beraubte. Bismarck sagte einmal, ein Staat, der ihm das Eigentum nehme, sei sein Vaterland nicht mehr. Das war die Absage eines Herrn; von ähnlichen Gefühlen bewegt, zogen bodenberaubte Deutsche in alle Weltteile, um Eigentum zu erwerben; das oft eintretende spätere Abwenden von der Urheimat beruht auf der neuen Verbundenheit mit erkämpftem Besitz. Der Schrei aber,“Eigentum ist Diebstahl“, war der Kampfruf einer unschöpferischen Sklavennatur. Es war kein Wunder, daß der Syrier Marx diesen Ruf aufgriff und mit an die Spitze seiner öden Lehre stellte. Überall jedoch, wo der Marxismus irgendwie herrschend wurde, konnte er als unwahrhaftig entlarvt werden: bei seinen Extremsten ist geradezu die Gier nach Besitz dann am deutlichsten hervorgetreten. Deshalb lautet angesichts der früheren Volksberaubung auch für alle Proletarier, gerade für sie, der Kampfruf: Schaffung neuen Eigentums, Erkämpfung neuen Lebensraumes. (Kein „Volk von Brüdern“) nationalsozialistische Programm bereits vertritt.) Erwerben durch untadeliges Verhalten in Erziehungsstätten und im praktischen Leben. Ein Deutscher, der sich gegen die Ehre der Nation vergeht, begibt sich ganz folgerichtig damit des Rechts, von diesem Volk noch Rechte irgendwelcher Art zuerteilt zu erhalten. Männer, die einen Eid aufs deutsche Volt aus Gewissenskonflikten nicht zu leisten imstande sind, soll der Staat nicht verfolgen, aber selbstverständlich ist, daß sie damit den Anspruch auf Staatsbürgerrechte verlieren. sie dürfen also nicht Lehrer, Prediger, Richter, Soldaten usw. sein. Die liberale Weltanschauung hatte es in ihrer volksfeindlichen Uferlosigkeit mit sich gebracht, daß unter der Lehre von der Freiheit der Gesinnung auch die Lehre von der Gleichberechtigung aller Tätigkeit politischer und lehrender Natur verstanden wurde, ganz ohne Bezug auf ein gestaltendes Zentrum. Es ergab sich daher ganz folgerichtig, daß nicht nur einem Bekämpfer einer Staatsform, sondern weit darüber hinaus einem Hetzer gegen das Volkstum schlechtweg, das doch jeden Staat zu tragen hat, die gleichen Rechte zugesprochen werden mußten, wie einem, der für dieses Volk sein Leben hundertmal in die Schanze geschlagen hatte. Der liberalisierende geistige Bastard sah es meist sogar als besonders „menschlich“ an, die internationalen „Weltideen“ zu pflegen, das kraftvolle Betonen des eigenen Volksrechts aber dummdreist als rückständig zu belächeln. Daß ein Chaos darauf folgen mußte, ist nur zu natürlich.

Es versteht sich auch von selbst, daß es immer politisch wirkende Persönlichkeiten und Gruppen innerhalb eines Volkes geben wirb und geben muß. Ein „Volk von Brüdern“ ist eine Utopie und nicht einmal eine schöne. Restlose Brüderschaft bedeutet Ausgleichung aller Wertgefälle, aller Spannungen, aller Lebensdynamik. Kampf bleibt auch hier stets der lebenzeugende Funke. Aber alle diese (Sterben aller alten Parteien) Kämpfe sollen sich innerhalb eines Ideals abspielen, auf ihren Wert an einem Wertmesser geprüft werden: ob die gepredigten Gedanken, geforderten Maßnahmen geeignet sind, das deutsche Volkstum zu veredeln und zu stärken, die Rasse zu kräftigen, das Ebrbewußtsein der Nation zu erhöhen. Politische Parteien, die bei ihrer Tätiqkeit danach fragen, inwieweit etwa die internationale Klassensolidarität oder internationale Konfessionsinteressen gestärkt werden könnten, haben in einem deutschen Staat seine Daseinsberechtigung. Die Tätigkeit solcher volksfeindlichen Parteien in Vergangenheit und in der Gegenwart hat die Seele des Deutschen zernagt und zerrissen. Einerseits blieben auch die Anhänger des Marxismus und des Zentrums doch Deutsche, andererseits mußten sie außerhalb des Deutschtums liegende Werte als Höchstwerte anerkennen. Das Problem des kommenden Reiches der deutschen Sehnsucht besteht also darin, diesen gequälten, irregeleiteten Millionen eine neue Weltanschauung zu predigen, ihnen aus einem neuen Mythus heraus einen alles formenden Höchstwert zu schenken, oder richtiger gesagt, den in allen schlummernden Wert des Volkstums und der Nationalehre vom Schutt der Jahrhunderte zu reinigen und in sein Zeichen das ganze Leben zu stellen. Erst wenn das geschehen ist, kann ein Deutsches Reich entstehen, sonst sind alle Versprechungen leeres Geschwätz.

Der rein staatliche Apparat vermag aber diese Arbeit der Typisierung des Volkes nur in unvollkommener Weise durchzuführen. staatliche Gesetze können fast nur abschließender oder schrankenbildender Natur, nicht lehrhafter Art sein. Der Staat kann und muß z. B. eine bolschewistische vaterlandslose Partei unterdrücken; er kann das aber auf die Dauer nur tun, wenn hinter ihm eine starke lebenerneuernde Welle und schöpferische gesellschaftliche Arbeit stehen. Diese Arbeit wird ein bewußt aufgebauter Männerbund durchzuführen haben. (Hitler, der Erwecker der Rassenseele) Wir wissen es seit 1933, mit Hilfe welcher Kräfte der Unstaat vom November 1918 durch ein Deutsches Reich ersetzt worden ist. Wir kannten seit Jahren den Mann, der ein neues Banner auf den Türmen deutscher Städte hochziehen würde. Wir kennen und erleben endlich heute die Mächte der aus tiefem schlaf erwachenden Rassenseele, die diesen Mann notwendig tragen mußten. Aufgabe dieses neuen Staatsgründers ist, einen Männerbund, sagen wir einen Deutschen Orden, zu gestalten, der sich aus Persönlichkeiten zusammensetzt, die führend an der Erneuerung des deutschen Volkes teilgenommen haben.

Die Mitglieder dieses „Deutschen Ordens“ werden vom ersten Staatsoberhaupt nach der Neugründung des Reiches aus allen schichten des Volkes ernannt. Vorbedingung ist: Leistungen im Dienste des Volkstums, gleich auf welchen Gebieten. Der auf diese Weise ernannte Ordensrat wird beim Hinscheiden eines Mitgliedes stets durch Neuernennungen vervollständigt. Das Staatsoberhaupt – Präsident oder Kaiser oder König – wird aus dem Ordensrat und vom Ordensrat mit Stimmenmehrheit auf Lebenszeit gewählt. (In dieser technischen Hinsicht ist die Organisation der römischen Kirche als Fortsetzung des nordischen altrömischen Senats mustergültig.) Einerseits steigen somit die volksdienenden Kräfte des Ordensrates aus allen Schichten der Nation nach oben über seine Stadt- und Gauverbände, in jedem Fall bedingt durch hervorragende persönliche Leistungen; der Zusammenhang zwischen Volk und Führung bleibt aIso erhalten, eine kastenmäßige Abschließung, wie sie nach 1871 zutage trat, wird vermieden. Andererseits jedoch wird die uferlose Demokratie und die mit ihr stets zusammengehende Demagogie verabschiedet und durch den Rat der Besten ersetzt. Eine Erbmonarchie veranlaßt zwar den Träger der Krone schon aus eigenem Interesse, seine Hauspolitik den Interessen des Volkes anzugleichen, jedoch besteht die Gefahr des Verfalls einer (Geld und Parlamentswahlen) Dynastie wie bei jedem anderen Geschlecht. somit wird notwendig ein Byzantinismus einsetzen, ohne daß das Amt des Kaisers würdig vertreten ist. Als Folge dieser Zustände ergibt sich aber gerade das Gegenteil der durch die Einsetzung einer erblichen Monarchie angestrebten Stetigkeit des Staatslebens: eine Herabsetzung des Kaisertums, Unruhe, Revolution.

Das Volk kann heute nur selten unmittelbar einen großen Mann erschauen, dazu bedarf es vorhergehender Katastrophen, in denen sich einer sichtbar herausschält, herausringt. Im gewöhnlichen Leben ist deshalb eine Präsidenten- und Kaiserwahl, unmittelbar von 70 Millionen ausgeübt, nur eine Frage des Geldsacks. Daraus folgt, daß in 99 von 100 Fällen kein echter Volksführer, sondern ein Angestellter der Börse, des Geldes überhaupt, an die spitze gelangt. Deshalb muß auch mit dieser verlogenen demokratischen Forderung im kommenden ersten deutschen Volksstaat endgültig gebrochen werden.

Daraus ergibt sich auch, daß ein die Regierung beratendes Parlament neben dem leitenden Deutschen Ordensrat nicht durch eine MassenvernebeIung zustande kommen darf, wie unter der Herrschaft des unsittlichen demokratisch-parlamentarischen Systems. Über die Grenzen der Dorfgemeinde, der mittleren Stadt hinaus, verliert der Durchschnittsmensch den Maßstab für sein Urteil. Er vermag auch eine Persönlichkeit selbständig nur dann auf ihren Wert einzuschätzen, wenn er in der Lage gewesen ist, ihr Wirken an Ort und stelle zu verfolgen. Dies ist, wo Parteigruppen in allen Fällen die Wahlen zugunsten meist unbekannter Größen beeinflussen, nicht möglich. Es muß also unbedingt von dem Grundsatz ausgegangen werden, daß keine Listen, sondern Persönlichkeiten bei der Wahl ausschlaggebend sind. Deshalb wird in einem Deutschen Reich unserer Sehnsucht auch eine Parlamentswahl (Neugestaltung der Volksvertretung) nicht auf der Straße auszutragen sein, sondern durch die Vertreter der großen Körperschaften des Landes: des Heeres, der Bauernverbände, der Beamtenschaft, der Organisationen der freien Berufe, der Handwerkergilden, der Kaufmannschaft, der Hochschulen und anderer Ständegruppen. Je nach Größe und Bedeutung wird den Vorsitzenden dieser Gruppen und Stände die Zahl der Vertreter zugebilligt werden müssen. In erster Linie werden hier die Heeresführer zu berücksichtigen sein. Das Heer muß von jedem parteipolitischen Kampf zwar fern gehalten, aber seine politische Ausschaltung, wie es die Börsen- und Journalistendemokratien anstrebten, muß im kommenden Reich ein für allemal aufhören. Das Heer ist nicht dazu da, sich wortlos aufs Schlachtfeld treiben zu lassen, aber auch nicht dazu geschaffen, damit es von feigen pazifistischen Demokraten im Namen „des Staates“ verraten und entwaffnet wird. Die furchtbaren Erfahrungen des Weltkrieges stehen hier als mahnendes Beispiel für alle Zeiten vor uns. sie dürfen sich nie mehr wiederholen. Abstimmen wird aber nicht eine heimliche, namenlose, aufgepeitschte Masse über zwanzig oder dreißig Listen, sondern letzten Endes ein Kreis von Persönlichkeiten.

Schon Bismarck hatte das geheime Wahlrecht als ungermanisch bezeichnet. Das ist es auch. Durch diese Namenlosigkeit wird die Feigheit des Einzelnen als eine Denkungsart unter anderen anerkannt, es wird bewußt das Gefühl der Verantwortung untergraben. Auf ein ganzes Volk angewandt, bedeutet das Züchtung einer seelischen Verlumpung. Nun werden aber Menschlichkeiten auch im besten Staat nicht zu vermeiden sein. Ein abgelehnter Kandidat wird eine Person, die ihn vielleicht aus rein sachlichen Gründen für ungeeignet hielt, nur zu leicht als persönlichen Feind betrachten, was viele und unerwünschte (Der unverantwortliche Parlamentarier) Schwierigkeiten im Gefolge haben muß. Der praktisch gangbare Weg wäre demnach, wenn den wählenden Persönlichkeiten freigestellt würde, ihre stimme offen oder geheim abzugeben, sowohl in den Wahlen für das Parlament wie für die Wahl des Staatsoberhauptes innerhalb des Ordensrats. Mit dem ausgedrückten Wunsch verbunden, frei und offen seine Anschauung zu bekennen, wird es nach und nach möglich sein, eine verantwortungsfreudige Wählerschaft großzuziehen, was durch einen sofortigen Befehl der offenen Wahl sicher nicht zu erreichen ist.

Im Zeichen des alten Parlamentarismus ist jeder einzelne Abgeordnete unverantwortlicher für sein Tun und Lassen als je ein unbeschränkt befehlender Monarch. Ein parlamentarisch gestütztes Kabinett wiederum beruft sich bei seinen Beschlüssen auf die berühmte,, Regierungsmehrheit“. Gelingt ein politisches Programm, so ist der parlamentarische Minister ein,, großer Mann“, gelingt es nicht, so zieht sich der betreffende Minister – äußersten Falls – zurück, ohne zur Verantwortung gezogen werden zu können. Diese Tatsache reizt die skrupellosesten Parlamentarier naturgemäß, sich stets erneut als Minister zu empfehlen, was nicht der Fall wäre, wenn eine wirkliche Verantwortung bestände, wie man sie bei einem Heerführer als selbstverständlich voraussetzt. Die durch dieses ehrlose System heraufgezüchtete parlamentarische Minderwertigkeit bezeichnet diesen Zustand natürlich als einen Ausdruck des bekannten fortschrittlichen Geistes. In Wirklichkeit ist er ein schäbig bestialisches Erzeugnis der Mehrheitsfeigheit, die über alle und alles frech zu Gerichte sitzen will, sich aber dabei als unverantwortlich hinter der Masse der Parteimitglieder verkriecht. Auch vor seinen Wählern braucht der Parlamentarier sich nicht zu verantworten. Er ist „vom ganzen Volk“ gewählt, wie es (Das Dogma der Freizügigkeit) in der Sprache des demokratisch-marxistischen Betrügers heißt, ein fest umrissener Wählerkreis aIso gar nicht juristisch festzustellen. Diese Tatsache würde sich sofort ändern, wenn, wie angeführt, ein genau bekannter Wählerkreis die Wahl vornimmt. Mit der Ergänzung, daß ein vom Reichsoberhaupt eingesetztes politisches Gericht gescheiterte Minister in gleicher Weise zur Verantwortung ziehen kann, wie ein Kriegsgericht einen geschlagenen Feldherrn, wird das Ministerrennen bedeutend spärlicher werden, und nur wirklich verantwortungsfreudige Männer werden jene stellen erstreben, nach denen unter der Demokratie von 1918 gewöhnlichste Subjekte mit vollster Aussicht auf Erfolg und Straflosigkeit schielen konnten.

Daß die zu wählenden Persönlichkeiten letzten Endes auf eine Urwahl zurückgehen, ist wünschenswert, hat jedoch die Überwindung eines Lehrsatzes zur Voraussetzung, welcher heute wie ein goldenes Kalb von a l l e n angebetet wird: des Lehrsatzes von der ungehemmten Freizügigkeit. Man sieht heute dies volkmordende Hinströmen von Land und Provinz zu den Großstädten. Diese schwellen an, entnerven das Volkstum, zerstören die Fäden, welche den Menschen mit der Natur verbinden, locken Abenteurer und Geschäftemacher aller Farben, fördern dadurch das Rassenchaos. Aus der Stadt als Zentrum einer Gesittung ist durch die Weltstädte ein System von Vorposten des bolschewistischen Niedergangs geworden. Naturlose, willenlose, feige „Geistigkeit“ verbindet sich mit brutaler typenloser Empörungssucht bastardischer Sklaven oder geknechteter, dabei aber noch gutrassiger Volksschichten, welche somit in falscher Front, geführt vom Marxismus, um ihre Freiheit fechten wollen. Spengler prophezeit 20-Millionen-Städte und ein ausgestorbenes Land als unser Ende, Rathenau schilderte steinerne Wüsten und „kümmerliche Bewohner“ deutscher Städte als Zukunft, die für das starke Ausland Frondienste leisten würden. Die (Spenglers Willensschwäche) Beweggründe beider Männer sind sicher verschieden gewesen, gemeinsam aber flößen sie dem deutschen Volke den Gedanken der Unmöglichkeit einer Umkehr ein „SchicksaIhaft“, so heißt der neue Ausdruck für Willensschwäche oder Feigheit; er ist aber auch schon zum Losungswort jener politischen Verbrecher geworden, die unser Volk in das Elend eines fellachenhaften Endzustandes hineinmanövrieren w o l l e n ! Das besorgt planmäßig die Presse des internationalen Marxismus, um eine willenlose Millionenherde als treue Gefolgschaft hinter sich zu einer sturmbereiten Masse zu vereinigen. Willensschwache Philosophen geben aIso den Feinden des Volkes die „weltanschauliche“ Grundlage, um ein lang vorbereitetes Zerstörungswerk zu vollenden. (Daß Spengler trotzdem Macht, Macht, Macht predigt, ist ein Mangel an Folgerichtigkeit.) Allen diesen genannten Orakelrufen über die „Nicht-Umkehrbarkeit der Entwicklung“ liegt der ungermanische Zwangsglaubenssatz von der Freizügigkeit als „Garant dere persönlichen Freiheit“ zugrunde. Aber auch diese angeblich unerschütterliche Lehre ist nur ein Willensproblem, die grundsätzliche Aberkennung des „Rechts“ auf Freizügigkeit bedeutet eine Vorbedingung für unser gesamtes zukünftiges Leben und muß deshalb durchgesetzt werden, wenn ein solcher Machtspruch auch von Millionen zunächst als schwere „Schädigung der Persönlichkeit“ empfunden werden wird. Es bleibt aber nur eine Wahl: auf dem Asphalt „freiwillig“ jämmerlich zu verenden, oder auf dem Land und in der mittleren Stadt,, gezwungen“ zu gesunden. Daß diese Wahl bereits im Sinn der Aufhebung der Freizügigkeit gefallen ist, wenn auch zunächst in wenigen Herzen – zeigt, daß die Umkehr doch einzusetzen beginnt.

Es ist einfach nicht wahr, daß alle Aktiengesellschaften, Kartelle usw. in zwei, drei Städten vereinigt werden und den ganzen Verwaltungsapparat hinüber nehmen „müssen“; (Das Problem des Wohnungsbaues) es ist nicht wahr, daß immer neue Fabriken in Berlin entstehen „müssen“, um neue Hunderttausende dort zu binden; es ist nicht wahr, daß Angebot und Nachfrage, wie meist gesagt wird, das Leben regieren „müssen“. Vielmehr besteht die Aufgabe eines echten Volksstaates gerade darin, daß die V o r a u s s e t z u n g e n zu diesem Spiel der Kräfte von seinen Vertretern bewußt geleitet werden. Die Weltstadt mit ihrem Geflimmer, ihren Kinos und Warenhäusern, der Börse und den Nachtcafes hypnotisiert das Land. Im Zeichen der Freizügigkeit strömt bestes Blut ungehindert in die blutverseuchende Weltstadt, sucht Arbeit, gründet Geschäfte, vergrößert das Angebot, saugt Nachfrage an sich, welche die sucht der Einwanderung erneut verstärkt. Dieser unheilvolle Kreislauf kann nur durch eine streng gehandhabte Einwohnersperre aufgelöst werden. Nicht im Wohnungsbau in der Großstadt nach dem noch immer so viel gerufen wird, liegt eine Rettung – dieser fördert vielmehr den Untergang – sondern in der Aufhebung der liberalen volkzerstörenden Freizügigkeit.

Die genehmigungslose Einwanderung in Städte über 100.000 Einwohner muß in einem deutschen Staat unbedingt aufgehoben werden. Geld für neue Wohnungsbauten ist solchen Städten nur in dringenden Fällen zu bewilligen, dieses ist vielmehr auf die kleineren Städte zu verteilen. Neue Fabriken dürfen in 100.000-Einwohner-Städten nur dann errichtet werden, wenn das Ausbeutungsobjekt an Ort und Stelle liegt (neuentdeckte Kohlenlager, Salzlager nsw.). Die heutigen Verkehrsmöglichkeiten gestalten die Kräfteverteilung (Dezentralisation) des gesamten Wirtschaftslebens nicht nur ohne Schädigung des selben, sondern sogar – im Endergebnis – mit einer ausrechenbaren Steigerung. Allein schon durch die Schonung der Rassenkraft und Volksgesundheit, des wichtigsten Kapitals, welches wir überhaupt besitzen. (Entproletarisierung der Nation!) In den Vereinigten Staaten, wo die Zusammenballung (Konzentration) in schnellstem Tempo vor sich gegangen ist, überlasten Riesen-Getreidemühlen, Mammut-Schlachthäuser, zu denen die Rohwaren aus dem ganzen Lande zuströmen, das Eisenbahnnetz und verteuern durch die Frachtkosten die Fertigwaren mehr als durch die Ablehnung der Errichtung von weniger großen Zentralen anfangs eingespart wurde. Die Entwicklung der freizügigen Menschen- und Warenhäufung übertölpelt sich selbst. Es mehren sich Stimmen, die, ohne zunächst noch zu wagen, den Wahn des Freizügigkeits- Dogmas anzutasten, doch rein nüchtern die Naturnotwendigkeit der Dezentralisation anerkennen. sie gelangen aus rein volkswirtschaftlichen Überlegungen zum gleichen Ergebnis, wie ich aus dem Gedanken des Rassenschutzes heraus. (Ford z.B. fordert sehr richtig, daß Baumwollspinnereien nicht in die Riesenstädte gebaut, sondern in der Nähe der Baumwollfelder selbst angelegt werden sollen.)

Der Landwirt, welcher heute noch der größte Erzeuger ist, ist nicht zugleich auch der größte Verkäufer. Er ist abhängig von jenen Zwischenstufen, die seine Erzeugnisse verarbeiten, ehe sie auf den Markt gelangen. Er kann sie nicht an Ort und stelle in Fertigwaren umwandeln, sondern muß das Verkehrswesen mit Roherzeugnissen belasten. Diese verhängnisvolle Entwicklung, welche den Bauernstand, die stärkste Stütze eines jeden Volkes, einen Stand, der „nie stirbt“ (Chamberlain), zu entwurzeln bemüht ist, ist von der Demokratie und durch den Marxismus bewußt gefördert worden, um auch auf diese Weise die proletarischen Heerhaufen zu vergrößern. Genau umgekehrt muß eine echte Volkspolitik vorgehen. Die Entproletarisierung unserer Nation – und jeder anderen – ist aber nur durch den bewußten Abbau unserer Weltstädte und Gründung neuer Zentren denkbar. (New York ein warnendes Beispiel) Von einer Seßhaftmachung und Nationalisierung inmitten von Riesensteinhaufen zu sprechen, ist Wahnsinn. Eine Amerikanisierung durch „Rettung“ mit Hilfe des Autos, wie es in Amerika versucht worden ist, bedeutet Kraftvergeudung und Zeitverlust trotz der Kilometerfresserei. Die Millionen, die täglich von außen in New-York einfahren und abends wieder ausgespieen werden, überlasten den Verkehr und verteuern das gesamte Leben mehr als es je durch ein strenges Eindämmen und Ableiten der Menschenflut geschehen wäre. An Stelle von vielleicht hundert großen volksverseuchenden Zentren können einst zehntausend kulturfördernde bestehen, wenn Willensstärke Köpfe über unser Schicksal bestimmen und nicht Marxismus und Liberalismus. Zeichnerisch gesprochen, geht unser Leben heute immer nur auf einer Linie vor sich: hin und zurück. In Zukunft muß es einen Kreislauf um organisch festgelegte Mittelpunkte haben. Nähert sich die Einwohnerzahl einer Stadt der Zahl 100.000, so muß Umschau nach einem Abfluß gehalten werden. Neugründer sind auf kleinere Orte zu verweisen, oder auf dem Lande anzusiedeln, nicht in Kellerlöchern und Dachkammern, wie es die „humanitäre“ Demokratie zu tun beliebt.

Man darf hier nicht glauben, daß uns noch eine Wahl bliebe. Man sehe sich die an den Lebensnerv greifenden sorgen New Yorks an, um sofort zu wissen, daß es um alles geht. Um den sich immer verstärkenden Verkehr überhaupt noch zu bewältigen, arbeitet ein Riesenstab von Architekten und Technikern Tag und Nacht. Es ist jetzt so weit, daß man an die Einrichtung von Etagenstraßen herangetreten ist. Die Wagenstraßen müssen unter die Häuger verlegt, auch die Bürgersteige darüber in Laubengängen untergebracht werden. Brücken müssen sich von einer Straßenseite zur anderen spannen, ein ganzes Gewebe von Stegen, Gängen, ewig (Weltstadt und Verkehrsleichtigkeit) künstlich erleuchteten Durchfahrten sind geplant. Das neue amerikanische Dreizonengesetz gestattet durch Zurücktreten der Stockwerke eine über das bisherige noch weit hinausgehende Höherentwicklung der Häuser, wie die Entwürfe der Architekten H. Ferris, R. Hood, M. Rusell, Crosell zeigen. Das Ziel aller dieser, die vollkommene Freizügigkeit als weltanschauliche Grundlage aufweisenden technischen Anstrengungen ist ein Haufen von Mammut-Steinpyramiden, in denen jedes menschliche Leben veröden, erstarren, einst endgültig sterben muß. Diese weltanschauliche Grundlage muß weggeräumt werden, erst dann wird der Weg frei zur Überwindung der Technik – durch die Technik selbst. Die Verkehrsleichtigkeit schuf die Weltstadt. An dieser Verkehrsleichtigkeit wird sie sterben wenn wir nicht rassisch und seelisch zugrunde gehen wollen. Die Polis schuf griechische Kultur, die Kleinstadt, die Mittelstadt jede volksmäßige Gesittung in Europa: der sich erweiternde Blick des ehemaligen Einzelbauern erfaßte den Gedanken eines Staates ohne sich ins Unendliche zu verlieren. so allein konnte ein organisches Kulturgebilde entstehen.

Die Verkehrsleichtigkeit, die Presse (wenn anständig geleitet), der Rundfunk und persönliche Beobachtung ermöglichen heute jedem Erwachsenen die Beurteilung der Dinge einer Stadt, deren Einwohnerzahl nicht viel über 100.000 hinausgeht; Unrichtigkeiten der von außen kommenden Meldungen ist er imstande hier durch eigene Beobachtungen richtig zu stellen. Das Wirken der Kommunalpolitiker in bezug auf das Staatswohl entspricht den Tagessorgen des Gewerbetreibenden, des Arbeiters aller Berufe. Hier steht der Weg auch zur wirklichen Beurteilung von Leistungen offen, Für die Kommunalwahlen ergibt sich aIso die Möglichkeit einer Urwahl durch breite Volksmassen, die aber gleichfalls auf Persönlichkeiten und nicht auf Listen zu gehen hat. Vorgeschlagen werden die (Erzieherischer Nationalsozialismus) Kandidaten von Gilden, Verbänden und dem Deutschen Orden in seiner örtlichen Vertretung. somit ruhen die Wähler des Parlaments zwar auf breiter Volksgrundlage nicht aber auf namenIoser Masse. Für die Kommunalwahlen wird auch das Wahlrecht der Frau bestehen bleiben können Ein auf sichtbare Persönlichkeiten eingestellter, von unten kommender Volkswille hat also dem herrschenden Willen von oben entgegenzukommen. Die unbeschränkte Monarchie kannte nur die Richtung von oben nach unten, die chaotische Demokratie nur die Massenstauung von unten nach oben. Der deutsche Staat der Zukunft, durch den Machtakt Einzelner verwirklicht, wird die typenschaffenden Persönlichkeiten keiner Wahllaune und keinem Geldbetrug ausliefern, sondern sie vom Staatslenker an der Macht erhalten und durch eine Deutsche Ordenserziehung immer wieder erneuern. Durch die skizzierte Wahl wird den schöpferischen Persönlichkeiten jedoch eine ungehinderte Möglichkeit des Aufstieges geboten. Das kommende Reich ist also, wie ausgeführt, nationalistisch und sozialistisch, das heißt es ist nicht auf laue Stimmungen gegründet, sondern auf typenschweißende Leidenschaft und rassegebundenes Menschentum. Nationalismus in glühendster Form ist Voraussetzung und Endziel des Handelns, Sozialismus staatliche Sicherung des Einzelnen im Zeichen der Anerkennung seiner Einzelehre und Zugunsten des Rassenschutzes.

Wenn diese Abgrenzung nach der einen Seite hin gemacht werden mußte, um die völkermordende Weltstadt zu überwinden, so ist nach der anderen Seite hin vor Bestrebungen zu warnen, welche die Stadt an sich abschaffen wollen, um Deutschland in kleine Kolonien von nicht über zwölftausend Einwohner aufzuteilen. Vertreter dieser verlockenden Gedanken übersehen, daß damit grundsätzlich der aussichtslose Versuch unternommen wird, wieder eine geschichtsIose, „natursichtige“ Epoche einzuleiten. (Luftflotten und Weltstädte) Achtzig Millionen Gärtner brauchen, um eine ideengemäße Ganzheit zu werden, Knotenpunkte des Lebens, groß genug, um vielen starken Persönlichkeiten genügend geistige Atemluft zu schenken, aber auch gestaltenmäßig beschränkt genug, um sie nicht im Chaos vieler zusammengeballter und doch zersplitterter Millionen untergehen zu lassen. Nur in der Stadt formt sich Kultur, nur die Stadt kann einen Brennpunkt des bewußt nationalen Lebens abgeben, die vorhandenen Energien sammeln, aufs Ganze einstellen und jene politische Weltschau ermöglichen, die gerade Deutschland, als Staat nach so vielen Richtungen offen, mehr als alle anderen braucht. Einige Zentren zu 500.000 und viele um 100.000 sind also seelische Notwendigkeit, wobei eine Dezentralisation aller technisch-wirtschaftlichen Gründungen unbedingt anzustreben ist.

Ganz abgesehen von der bewußten Absage an die liberale „Freiheit“, ist es die militärpolitische Zwangslage selbst, die uns dazu zwingt, die Weltstädte zu zerschlagen. Später mögliche Kriege werden stark im Zeichen der Luftflotten stehen. Ziel der Gas- und Brisanzbomben werden immer die Großstädte sein. Je zerstreuter Fabriken und Städte liegen, um so geringer der Schaden bei geglückten Fliegerüberfällen. Das Schicksal zwingt uns heute, wie in früheren Zeiten, daß das ganze Volk teilnehmen muß am Kampf um sein Dasein. Früher baute der Burgherr eine Mauer um seine Bürgerhäuser, deren Einwohner als Gesamtheit an allen Kämpfen teilzunehmen hatten. Die liberale Epoche bildete Berufsheere aus, die Bürger ließen sich von dem Soldaten ihr Leben verteidigen und schimpften dabei noch frech über den Militarismus. Mit diesem Pseudoidyll ist es vorüber: die Technik, welche einst einen stählernen Wall um einen ganzen Staat herumgezogen hatte, sie selbst hat ihn wieder durchbrochen und das uralte organische Verhältnis zwischen Volk und Krieg wieder hergestellt. Und somit (Monarchie oder Republik?) gebieten Weltanschauung und Schicksal gemeinsam den Abbau der Weltstadt, die Errichtung von Städten und Bahnen nach strategischen Gesichtspunkten Baute man früher trotzige Burgen auf Bergeshöhen, so wird man alles Wichtige heute in Betonkasematten unter der Erde bergen. Eine ganze Stadt aus Hochhäusern wird zum Wahnsinn; auch diese Erkenntnis wird zu bestimmten städtebaulichen Konsequenzen zwingen.

Das sind einige Grundlinien des neuen staatspolitischen Systems, wie sie sich aus dem Höchstwert unseres Volkes und seinem Schicksal von selbst ergeben. Aus ihnen wiederum folgen weitere Maßnahmen, die rein technischer Natur sind und deshalb außerhalb des Rahmens dieses Buches liegen.

Daß man den Staat als ein Feld planloser Völkerwanderungen betrachten konnte, wird einem künftigen Geschlecht als Wahnsinn erscheinen, ebenso wahnsinnig und selbstmörderisch wie alle anderen Forderungen des politischen Liberalismus.

Ob das kommende Reich sich in das Gewand eines Kaisertums, eines Königtums oder einer Republik kleiden wird, weiß niemand von uns. Wir können im einzelnen das Formgefühl der Zukunft nicht vorausempfinden Die alten Kaiserkronen sind in den staub gerollt, die Republik war aus einer Tat entstanden, deren die Deutschen sich noch nach tausend Jahren schämen werden. Nur der altgermanische Königsgedanke hat – so scheint es – seinen mythischen Glanz bis auf heute bewahrt. Er bildete das organische Rückgrat zu einer Zeit, als das römische Kaisertum sich uferlos über alle Welt ausdehnte. Er lag der Neugründung des Reiches 1871 zugrunde. Ihn pflegt das Stammesgefühl auch heute noch. Die 23 Dynastien sind gestürzt; sie dürfen nicht mehr wiederkommen, soll Deutschland nicht erneut einem furchtbaren inneren Hader anheimfallen. Die Länder sollen ihre Landtage schließen (Die deutsche Königsidee) und ein jedes seinen ehrwürdigen Gedanken des Stammeskönigtums ausweiten. Dem alten Kaiserbegriff haftet die Vorstellung eines Imperialismus an; man denkt an Pomp und Macht allein. Die Königsidee ist inniger, erdverbundener. An seinen König denkt der schlichte Bayer ebenso lebendig wie der treue Preuße, der „Kaiser“ war für das Volk ein Abstraktum von „Gottes Gnaden“. Wir haben das oft operettenhafte Gebaren der Zeit vor 1914 reichlich satt; aber uns ekelt erst recht die Dürftigkeit, verbunden mit schmarotzendem Emporkömmlingstum der Demokratie. Wir wollen in einem deutschen König zwar einen Menschen wie wir und doch einen verkörperten Heldenmythus erblicken. Wie an die Stelle der glitzernden Pickelhaube der graue Stahlhelm getreten ist in sturmwettern der Schlachten, so wird die Zukunft auch die Form eines deutschen nationalistisch-sozialistischen Volksführertums durch die Geburt eines Ordensstaates finden, als die verkörperte Sehnsucht des heutigen Geschlechts nach dem kommenden Reich als Erfüllung der Opfer jener zwei Millionen, die für Deutschland ihr Leben ließen.

Aus der einen Forderung, die Volksehre und den Rassenschutz ins Zentrum des gesamten staatlichen Lebens zustellen, ergibt sich ein Weltbild, das von dem Chaos des 19. Jahrhunderts sich wie der Tag von der Nacht unterscheidet. Aus dem ehrIosen Händlerideal entstiegen der blutigrote Weltkrieg, Weltrevolten, gefolgt von niedrigster Völkeraussaugung. Das 19. Jahrhundert gebar als seine reifste Frucht den Bolschewismus, den verheerendsten Pestzug orientalischen Geistes, der je seit der Inquisition über Europa seine giftigen Schwaden entsandte. Aus der einen inneren Umkehr und Neugeburt erhebt sich in allen großen Umrissen klar gezeichnet das Traumbild eines neuen Staates; erleben bereits heute Millionen ein neues sehnen nach Typus und Gesetz, erdgebunden und von Ehre (Die herbe Lebenslehre unserer Zeit) getragen. Der Weg ist klar, die Spuren auf ihm zu zeichnen, ist Aufgabe des ewig pulsierenden, fortschreitenden Lebens. Meister Eckehart sagte: „Es sind die tiefsten Brunnen, welche die höchsten Wasser tragen.“ Das deutsche Volk ist 1918 durch eigene schuld in die tiefsten Tiefen gefallen und wurde fünfzehn Jahre lang von seinen inneren und äußeren Feinden in unwürdigster Weise gepeinigt und gemartert. Trotzdem haben sich Kräfte gefunden, welche, auf der Tiefe des Lebens angelangt, gerade hier die ewigen Urquellen der deutschen Volkskraft neu entdeckten und jetzt kampfbereit diese Erlebnisse und Erkenntnisse hindurch tragen durch den Jammer der Zeit. Das, was das 19. Jahrhundert in bürgerlicher Behäbigkeit, marxistischem Verbrecherwahn und weitester Ideenlosigkeit verbrochen hat, hat das heutige 20. Jahrhundert wieder gutzumachen inmitten einer feindlichen Welt, wie sie Deutschland in dieser Machtzusammenballung noch niemals gegenübergestanden ist.

Deshalb ist die neue Lebenslehre auch keine weiche Wehmutspredigt, sondern eine harte und herbe Forderung, denn wir wissen, daß die Humanitätslehre dem AusIeseprozeß der Natur entgegenzuwirken versuchte, und daß die Natur sich deshalb dadurch rächt, daß sie alle diese demokratischen und sonstigen Versuche einmal bis aufs Letzte zertrümmern wird. Das Wesen der deutschen Erneuerung besteht deshalb darin, sich einzufügen in die ewigen aristokratischen Naturgesetze des Blutes und nicht die Auslese des Kranken durch Schwächlichkeit zu fördern, sondern im Gegenteil durch eine bewußte Auslese das willensmäßig Starke und Schöpferische wieder an die Spitze zu führen, ohne Rückschau darauf zu halten, was zurückbleibt.

Wir sehen heute beim Überschauen der deutschen Vergangenheit, etwa wenn wir durch Dinkelsbühl oder Rothenburg wandern, ein abgeschlossenes Bild der germanischen (Bekenntnis des Freiherrn vom Stein) Kultur vor uns, einer schöpferischen Kraft und einer Wehrkraft ohnegleichen. Wir wissen, daß der Dreißigjährige Krieg ein Lebensgefühl für immer zerstört hat, daß das 17. und 18. Jahrhundert dazwischen liegen wie tiefe Abgründe, und daß erst mit dem Erstarken des preußischen Staates ein ganz junges Leben wieder zu schlagen beginnt. In den Freiheitskriegen von 1813 und seinen Männern sehen wir den Begriff einer ganz neuen deutschen Geschichtsgestaltung auftauchen und wir Menschen von heute knüpfen an die Führer dieser Freiheitskriege an als an die ersten Gründer eines neuen Staatsgedankens und eines neuen Lebensgefühles.

Wir denken an den großen Freiherrn vom Stein, der nur ein Vaterland kannte, das Deutschland heißt, der erklärte: „Mir sind Dynastien in diesem Augenblick großer Entwicklungen vollkommen gleichgültig; es sind bloß Werkzeuge; mein Wunsch ist es, daß Deutschland groß und stark werde, um seine Unabhängigkeit und Nationalität wieder zu erlangen und beides in seiner Lage zwischen Frankreich und Rußland zu behaupten; es kann auf dem Wege alter, zerfallener und verfaulter Formen nicht erhalten werden.“ sich den „demokratischen Phantasten und fürstlicher Willkür zu widersetzen“ bezeichnete Stein als die Linie seines Kampfes. Das tun auch wir, nur mit der Unterstreichung, daß an die Stelle der demokratischen Phantasten marxistische Verbrecher getreten waren. Und noch einer steigt vor unseren Augen auf als Prophet, der seiner Auferstehung harrt: Paul de Lagarde. Keiner sah wie er die zum Verfall führenden Schäden des liberaIistischen zweiten Reiches, und erschütternd klagte er: „Unsere Tage sind zu dunkel, um nicht eine neue Sonne zu verheißen. Auf diese sonne warte ich.“

Und wir fühlen uns heute geborgen in der Übereinstimmung mit den wirklich Großen der deutschen Nation, froh und kraftvoll im unbedingten Glauben, als deutsche (Ende der französischen Revolutionsidee) Erneuerung den Aufgang jener sonne darzustellen, auf die Stein und Lagarde und viele andere warteten, für die sie als einzelne wirkten. Wir sind innerlich stark und geschwellt wie noch nie eine revolutionäre Bewegung Europas.

Die französische Revolution von 1789 war nur ein einziger großer Zusammenbruch ohne schöpferische Gedanken, wir erleben heute ihr Verfaulen, unsere Zeit des Umbruches und der Erkenntnis von den Wesensarten des Blutes bedeutet die größte seelische Revolution, die heute bewußt ihren Anfang nimmt. Und diese Fragen der Zeit drängen sich täglich an uns heran, Pflicht von uns allen ist, uns mit ihnen zu befassen, uns von dem geistigen Ringen Rechenschaft zu geben und die Erwachten alle einzureihen in das Heer des erwachenden Deutschlands. Pflicht und Aufgabe eines jeden ist es, die neugestellten Aufgaben der Nation immer wieder von neuem zu erfassen, ihnen in Ehrfurcht zu dienen und d i e s e s Leben ist in Wahrheit die ewige Seligkeit.


Weiter zu: IV. Das nordisch-deutsche Recht

Zurück zum „Mythos d. 20. Jahrhunderts“

Autor: Germanenherz

Halt hoch das Haupt was dir auch droht und werde nie zum Knechte. Brich mit den Armen gern dein Brot und wahre deine Rechte! Treib nicht mit heiligen Dingen Spott und ehre fremden Glauben und lass dir deinen Schöpfer und Gott von keinem Zweifler rauben. Sieg oder Spott, folg deinem Gott!

2 Kommentare zu „Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich III. Volk und Staat“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s