Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich VII. Die Einheit des Wesens

Der Mythus des 20. Jahrhunderts

 VII. Die Einheit des Wesens

Rosenberg_Mythus_Leinen Ein Volk ist als Volk verloren, ist als solches überhaupt gestorben, wenn es beim Überschauen seiner Geschichte und bei Prüfung seines Zukunftswillens keine Einheit mehr findet. In welchen Formen die Vergangenheit auch verlaufen sein mag: gelangt eine Nation dazu, ihre Gleichnisse des ersten Erwachens echt und wirklich zu verleugnen, dann hat sie damit die Wurzeln ihres Seins und Werdens überhaupt verneint und sich zur Unfruchtbarkeit verdammt. Denn auch Geschichte ist nicht Entwicklung eines Nichts zu einem Etwas, auch nicht von Unbedeutendem zu Großem, auch nicht die Verwandlung eines Wesens in ein ganz anderes, sondern das erste rassisch-volkliche Erwachen durch Helden, Götter und Dichter ist bereits ein Höhepunkt für immer. Diese erste große mythische Höchstleistung wird im wesentlichen nicht mehr „vervollkommnet“, sondern nimmt bloß andere Formen an. Der einem Gott oder Helden eingehauchte Wert ist das Ewige im Guten wie im Bösen. Homer war höchstgesteigertes Griechentum und schirmte dieses noch im Untergange. Jahwe ist das triebhafte Judentum, der Glaube an ihn die Kraft auch des kleinsten Schacherjuden Polens.

Diese Einheit gilt auch für die deutsche Geschichte, für ihre Männer, ihre Werte, für den uralten und neuen Mythus, für die tragenden Ideen des deutschen Volkstums.

Eine Form Odins ist gestorben, d. h. Odin, der oberste der vielen Götter als Verkörperung eines der Natur-(Odin, Ulfilas, Eckehart)-symbolik noch unbefangen hingegebenen Geschlechts. Aber Odin* als das ewige Spiegelbild der seelischen Urkräfte des nordischen Menschen lebt heute wie vor 5000 Jahren. Er faßt in sich zusammen: Ehre und Heldentum, Schöpfung des Gesanges, d. h. der Kunst, den Schutz des Rechts und ewiges Suchen nach Weisheit. Odin erfährt, daß durch die Schuld der Götter, durch den Vertragsbruch den Erbauern Walhalls gegenüber, das Göttergeschlecht Zugrunde gehen muß. Diesen Untergang vor Augen, befiehlt er doch Heimdall, mit seinem Horn die Asen zum Entscheidungskampf zu rufen. Unbefriedigt, ewig suchend, durchwandert der Gott das Weltall, um Schicksal und Wesen des Seins zu ergründen. Er opfert ein Auge, um der tiefsten Weisheit teilhaftig zu werden. Als ewiger Wanderer ist er ein Symbol der nordischen, ewig suchenden und werdenden Seele, die nicht selbstzufrieden sich auf Jahwe oder seinen Stellvertreter zurückzuziehen vermag. Die unbändige Willenhaftigkeit, die anfangs so rauh in den Schlachtliedern über Thor durch die nordischen Lande wuchtet, sie zeigt gleich an allem Anfang ihres Erscheinens auch die innere, strebende, weisheitsuchende metaphysische Seite in Odin, dem Wanderer. Derselbe Geist aber offenbart sich wiederum bei den freien großen Ostgoten, dem frommen Ulfilas; das zeigt sich aber – selbst zeitlich übereinstimmend – im erstarkenden Rittertum und den großen nordisch-abendländischen Mystikern, mit ihrem Größten, Meister Eckehart. Und wiederum stellen wir später fest, daß als im friderizianischen Preußen die Seele, die einst Odin gebar, erneut lebendig wurde bei Hohenfriedberg und Leuthen, sie zugleich auch in der Seele des Thomaskantors und Goethes wiedergeboren wurde. Von diesem Standpunkt aus wird die Behauptung tief gerechtfertigt erscheinen,

* Herman Wirth findet in der alten Götterwelt auch Züge eines Niedergangs: Einflüsse einer Eskimo-Rasse. Das mag stimmen, berührt aber das E i g e n t l i c h – Germanische nicht. (Theodorich und Chlodowech) daß eine nordische Heldensage, ein preußischer Marsch, eine Komposition Bachs, eine Predigt Eckeharts, ein Faustmonolog nur verschiedene Äußerungen ein und derselben Seele, Schöpfungen des gleichen Willens sind, ewige Kräfte, die z u e r s t unter dem Namen Odin sich vereinten, in der N e u z e i t in Friedrich und Bismarck Gestalt gewannen. Und so lange diese Kräfte wirksam sind, so lang, und nur so lang, wirkt und webt noch nordisches Blut mit nordischer Seele in mystischer Vereinigung, als Voraussetzung jeder artechten Schöpfung.

Lebendig sind nur der Mythus und seine Formen, für den die Menschen zu sterben bereit sind. Als die Franken ihre altheimatlichen Haine verIassen hatten und ihre Körper und Seelen wurzellos geworden waren, schwand ihnen nach und nach die Kraft, den fester gefügten Einwohnern Galliens zu widerstehen. Vergebens suchte Theodorich den Frankenkönig Chlodowech zum freien Arianismus zu bekehren, um wenigstens die nationalen Voraussetzungen Rom gegenüber zu sichern; von seiner hysterischen Frau bestürmt, vollzog der Führer des militärisch stärksten germanischen Stammes den geistigen Übertritt ins römische Lager. Zwar dachten weder er noch die anderen Franken daran, ihr Heldentum aufzugeben, sie stellten es nur neben das Christentum, um für dieses und für ihren Ruhm und ihre Macht zu kämpfen. Durch den ersten Schritt bedingt, überwucherte aber später dann der römische Mythus den altgermanischen Blutsgedanken, so daß er die Führung übernehmen konnte. Im Zeichen des Kreuzes gehen von nun an alle Kriege vor sich. Und als dieses Kreuz überall gesiegt hatte, begann der Kampf innerhalb der „bekehrten“ Welt gegen die Ketzer und die Protestanten, die ihrerseits gleichfalls das Kreuzeszeichen ins Feld trugen. Dann starb der Mythus vom Marter-Kreuz, was die heutigen Kirchen ebenso zu verheimlichen bemüht sind, wie die Germanen einst der alten Götter Tod. Denn für das christliche Kreuz kann (Das Ende des Bonifazius) man heute keine nordeuropäische Armee, selbst nicht eine spanische oder italienische mehr in den Krieg führen. Man stirbt heute zwar auch für Ideen, Symbole und Fahnen – und nur für Ideen – aber keines dieser Gleichnisse trägt das Zeichen, welches einst den „frommen“ Chlodowech überwand. Und was die Lebenden nicht mehr in der glühenden Weise erfüllt, so daß sie bereit sind, ihr Leben dafür zu lassen, ist tot und keine Macht wird es mehr zum Leben erwecken. Um für „das Kreuz“ heute noch wirken zu können, sind die Kirchen gezwungen, sich hinter den Ideen und Symbolen eines neuerwachenden Mythus zu verbergen. Es sind dies aber gerade die Zeichen einer Kraft, zu deren Vernichtung sich einst die „Bonifazius“ und Willibald aufgemacht hakten, die Zeichen jenes Blutes, das einst Odin und Baldur erschuf, das einst Meister Eckehart zeugte, welches endlich seiner selbst bewußt zu werden begann, als das Wort Alldeutschland ausgesprochen wurde, als auch Goethe die Aufgabe unseres Volkes wiederum darin erblickte, das römische Reich zu brechen und eine neue Welt zu gründen.

Der Denker der hellenischen Antike nahm an, früher oder später werde die Vernunft doch eine restlose Erkenntnis des Alls ermöglichen. Spät, sehr spät ist es dann klar geworden, daß es im Wesen des Menschlichen liegt, die sogenannte „absolute Wahrheit“, auch den vorausgesetzten Sinn des Erdgeschehens nicht erfassen zu können selbst wenn uns die gesuchte „absolute Wahrheit“ verkündet würde – wir könnten sie weder ergreifen noch verstehen, weil sie jedenfalls raum-, zeit- und ursachlos sein wird. Nichtsdestoweniger ging der Strom der Sehnsucht nach dem Absoluten noch immer durch die Seelen der Menschen. Gleich der hoffnungsvollen Antike sind auch alle heutigen Zunftphilosophen, im Ernst und aus Geschäft, auf der (Wahrheit, Schein, Irrtum, Lüge) Suche oder auf der Jagd nach der sogenannten einen, ewigen Wahrheit. Diese Wahrheit suchen sie auf rein logischem Wege, indem sie von Axiomen des Verstandes weiter und weiter schließen. Das letzte Urteil fußt also wesentlich auf den ersten Behauptungen, ist aIso nichts als eine logische Analyse, Zerlegung einer Gedankenmasse bis in die feinsten Abstraktionen der Vernunftideen. Auf dieser Ebene der Forschung – von seiten der Vernunft – steht der angenommenen e i n e n Wahrheit der scheinbar ewige Irrtum gegenüber. Daher die begreifliche Verzweiflung Schopenhauers bei Betrachtung der Weltgeschichte, daher die Ergebung Herders, solange er nach einem absoluten „PIan“ suchte, daher aber auch das uferlose Bemühen, eine angebliche Verchristlichung aller Völker, Humanisierung aller Rassen, eine einige Menschheit usw. als „ewige Ziele“ hinzustellen. Ideen, die rein abstrakt scholastischer Artung dem Wunsch ihrer Erschöpfter, jedoch auch dem I n t e r e s s e n gebiet ihrer Erzeuger entstammten.

Diese Einstellung beherrscht noch heute unser gesamtes Philosophieren; auch jene Denker, die uns eine volksgebundene Weltanschauung vermitteln wollen, erblicken in dieser erstrebten völkischen Wahrheit nur einen Teil der „ewigen Wahrheit“, bewegen sich allso vollkommen auf der verstandes-vernunftgemäß-Iogischen Ebene unseres Wesens, als sei diese die einzige Plattform des menschlichen Forschens. Es gibt aber auch noch andere.

Wenn ich eine Erbse an die Außenseite des Zeigefingers lege, mit dem Mittelfinger hinübergreife und die Erbse dann leicht rolle, so habe ich das Gefühl, zwei Erbsen zu halten. In diesem und tausend ähnlichen Fällen steht die Wahrheit dem Schein gegenüber, das Urteil bezieht sich somit auf die A n s c h a u u n g . Auf der Ebene des sittlichen Willens ist es die L ü g e, welche der Wahrheit sich gegenüberstellt. In allen diesen Fällen verfügt die feine deutsche Sprache über bemerkenswerte Schattierungen, die auf eine (Lebens-Gestalt und Zweckmäßigkeit) immer neue Sphäre des Ichs deuten; gemeinsam ist allen nur, daß die eine logische, anschauliche, willenhafte Wahrheit immer eine Beziehung eines Urteils auf etwas außer ihm ist, weshalb Schopenhauer ganz allgemein glaubte behaupten zu können, daß „innere Wahrheit ein Widerspruch“ sei.

Dem ist nun nicht so, wenn wir außer den drei Gegenüberstellungen noch die Idee einer ganz anderen Wahrheit fassen, die ich die organische Wahrheit nennen will und von der dieses ganze Buch handelt.

Der Organismus eines Lebewesens ist Gestalt, d. h. er begreift in sich Zweckmäßigkeit seines inneren und äußeren Baues, Zielstrebigkeit seiner seelischen und geistigen Kräfte. Gestalt und Zweckmäßigkeit sind organisch also ein und dasselbe (H. St. Chamberlain), das erste zeigt das Wesen von seiten der Anschauung, das andere von seiten der Vernunfterkenntnis. Was es nun zu erkennen gilt und was den Kern der neuen Welt- und Staatsanschauung des 20. Jahrhunderts ausmacht, ist, daß die organische Wahrheit in sich selbst ruht und an der Zweckmäßigkeit der Lebensgestalt abzulesen ist. Das, was im ersten Buch als D a sein und s o sein sich gegenüberstand, erscheint also vertieft und erweitert zugleich als allgemeiner Maßstab auf allen Gebieten. Zweckmäßigkeit bedeutet Aufbau eines Lebewesens, Unzweckmäßigkeit seinen Untergang; zugleich liegt hier das Mittel, die Gestalt zu veredeln, oder eine Verkrüppelung herbeizuführen. Noch tiefer gefaßt, bedeutet eine solche Verhinderung der Gestaltausbildung eine doppelte S ü n d e: eine Sünde wider die Natur und eine Sünde wider die aufstrebenden inneren Kräfte und Werte. Die in sich ruhende organische Wahrheit umfaßt also die logischen, die anschaulichen und die willensmäßigen Ebenen in geradezu dreidimensionaler Weise; Gestalt und Zweckmäßigkeit sind dabei die faßbaren Wertmesser nicht „eines Teils der ewigen Wahrheit“, sondern sind die Wahrheit selbst, soweit (Die „organische Wahrheit“) sich diese innerhalb unserer Anschauungsformen überhaupt manifestieren kann.

Der logische Teil dieser Gesamtwahrheit, d.h. ein Handhaben der Werkzeuge Verstand und Vernunft, wird dargestellt von der Erkenntniskritik; der anschauliche Teil der Gesamtwahrheit wird offenbar in der Kunst, auch im Märchen und im religiösen Mythus; der willenhafte Teil (mit dem anschaulichen im engsten Zusammenhang) wird symbolisiert durch Sittenlehre und Religionsformen. sie alle stehen – wenn sie echt sind – im Dienste der organischen Wahrheit, das heißt: im Dienst des rassegebundenen Volkstums. Von da kommen sie her, da gehen sie wieder hin. Und ihr entscheidendes Kriterium finden sie alle darin, ob sie Gestalt und innere Werte dieses Rasse-Volkstums steigern, es zweckmäßiger ausbilden, es lebenskräftiger gestalten oder nicht.

Hiermit ist auch der uralte Konflikt zwischen Wissen und Glauben, wenn nicht gelöst, so doch auf seine organische Grundlage zurückgeführt und dadurch eine Neubetrachtung ermöglicht worden. D a s S u c h e n nach der „einen absoluten ewigen Wahrheit“ wurde rein als Angelegenheit des W i s s e n s aufgefaßt, d. h. als eine Sache eines technisch wenn nicht Möglichen, so doch annähernd Erreichbaren. Das war grundverkehrt. Das letztmögliche „Wissen“ einer Rasse liegt schon in ihrem ersten religiösen Mythus eingeschlossen. Und die Anerkennung dieser Tatsache ist die letzte eigentliche Weisheit des Menschen. Wenn Goethe in seiner wundertätigen Art sagt, Wissen mute uns als ein immer Neues, Niedagewesenes an, Weisheit dagegen als ein „sich-Erinnern“, so ist damit – von einer anderen Seite gesehen – genau dasselbe ausgedrückt. Die selbsterlebte weisheitsvolle Weltbetrachtung und organische Selbstvollendung bedeuten das Erleben jenes Blutstromes, der die altgermanischen Dichter, die großen Denker und Künstler, die deutschen Staats-(Siegfried und der Soldat von 1914) männer und Feldherren verbindet. Es ist mythische Rückerinnerung, wenn heute die Gestalt des Sachsenherzogs Widukind als groß und verwandt mit Martin Luther und Bismarck erscheint; es ist innerste Lebensweisheit und mythisches Neuerleben uralten Wahrheitsgehalts, wenn wir Meister Hildebrand neben Meister Eckehart und Friedrich den Einzigen heranrücken; es ist letztmögliche Grenze unserer seelischen Ausweitung, wenn der Baldur- und Siegfried-Mythus als gleichartig mit dem Wesen des deutschen Soldaten von 1914 erscheint und die neuergrünende Welt der Edda nach dem Untergang der alten Götter für uns auch die Wiedergeburt des Deutschtums aus dem heutigen Chaos bedeutet.

Der weiseste Mensch ist der, dessen persönliche Selbstverwirklichung mit der Lebensdarstellung der Großen germanischen Blutes auf der gleichen Linie liegt. Der Größte unserer Zeit wird der sein, welcher aus machtvollster mythischer Neugestaltung auch die Seelen Millionen Vergifteter und Irregeführter diesem altneuen typischen Wollen unterstellt und damit den Grundstein legt zu dem, was noch nie war, was aber die Sehnsucht aller unserer Sucher beflügelt hat: ein deutsches Volk und eine echte deutsche Volkskultur. Und dies alles ist das wesentlich Neue, was den Mythus unseres Jahrhunderts ausmacht und plötzlich lebenspendend hineinzudringen sich anschickt in die geringste Bauernhütte, in die bescheidenste Arbeiterwohnung; sogar schon in die Hörsäle unserer Hochschulen so klar wie hier ist es noch nirgends ausgesprochen worden. Es ist hohe Zeit, sollen einmal alle Folgerungen gezogen werden können.

Die Konsequenzen sind aber schwerstwiegender Art. Denn deutet Goethes Spruch „Was fruchtbar ist, allein ist wahr“, das Wesen alles Organischen, so ergibt sich ein (Hypothesen als Wahrheitsfühler) neuer, dem heutigen Leben gänzlich ungewohnter Maßstab. Es wird sich nämlich beim Anerkennen der inneren Wahrheit dann erweisen, daß auch Irrtum, dem Schein verfallen, ja selbst die „Sünde“, in höchstem Maße wahr sein können, wenn sie den vernunftgemäß, anschauungs-oder willensmäßig Irrenden fruchtbar machen, seine Schöpferkraft steigern. Hierin beruht z. B. der große Wert auch jener naturwissenschaftlichen Hypothesen, die sich später als materiell unrichtig herausstellten: sie haben fast immer den forschenden Geist zu neuem Denken angeregt, neue Tatsachen entdecken helfen; kurz, sie haben das Leben gesteigert. Die Irrtümer der Anschauung führten uns zur Entdeckung der Strahlenbrechung usw. Und hier reicht auch die organische Wahrheit der Mystik des Meister Eckehart erneut die Hände: denn wenn dieser der Sünde und der Reue einen Platz nur dritten Ranges einräumte und nur nach der Tatsache des Über-sie-Hinauswachsens fragt, so zeigt dies, daß auch er an alles Geschehen den Maßstab einer organischen Wahrheit legte. Ein Unverständiger könnte nun hieraus schließen, daß somit auch der Lüge ein Freibrief ausgestellt sei. Keinesfalls. Die Lüge hängt mit Mangel an Ehrgefühl und Mut zusammen und wenn auch jeder Mensch noch so viele Lügen auf sich lädt, kein Germane wird sie an sich „gut“ zu heißen vermögen, eben weil sie dem innersten, uns allein fruchtbar machenden Charakterwert widerspricht. Lüge ist also nicht nur eine willenmäßige, sondern zugleich auch organische Sünde. sie ist der schlimmste Feind der nordischen Rasse; wer sich ihr hemmungslos ergibt, geht innerlich zugrunde und scheidet auch gewollt äußerlich aus germanischer Umgebung. Er wird notgedrungen mit charakterlosen Bastarden und Juden Umgang suchen. Hier zeigt sich ein interessantes Gegenspiel, das sich auch auf allen anderen Gebieten beobachten läßt: ist die willenmäßig-organische Lüge der Tod des nordischen Menschen, so bedeutet sie das Lebenselement des (Die Lüge als jüdische Lebensform) Judentums. Paradox ausgedrückt: die beständige Lüge ist die „organische“ Wahrheit der jüdischen Gegenrasse. Die Tatsache, daß ihr der wirkliche Gehalt des Ehrbegriffes fern liegt, zieht den religionsgesetzlich oft sogar befohlenen Betrug nach sich, wie das im Talmud und im Schulchan-Aruch in geradezu monumentaler Art niedergelegt ist. „Große Meister im Lügen“, nannte sie der brutale Wahrheitssucher Schopenhauer. „Eine Nation von Kaufleuten und Betrügern“, betonte Kant. Weil dem so ist, kann der Jude in einem Staat nicht zur Herrschaft gelangen, der von gesteigerten Ehrbegriffen getragen wird; genau aus demselben Grund wird aber auch der Deutsche innerhalb des demokratischen Systems nicht wirklich leben, nicht fruchtbar sein können. Denn dieses System ist auf Massenbetrug und Ausbeutung im großen und kleinen aufgebaut. Entweder er überwindet es nach der giftigen Erkrankung ideell und materiell, oder er geht an der Sünde gegen seine organische Wahrheit rettungslos zugrunde.

Eine schau des Lebens kann – wie angedeutet – auf vielfache Weise dargestellt werden. Zuerst geschieht es auf mythologisch-mystische Art. Da treten die hellsichtig erfaßten Gesetze der Welt und Gebote der Seele als Persönlichkeiten auf, die ewigen Deutungswert besitzen, solange die Rasse, die sie schuf, noch lebt. Deshalb sind Siegfrieds Leben und Tod ewiges Dasein, deshalb ist die in der Götterdämmerung verkörperte Sehnsucht nach Sühne als anerkannte notwendige Folge eines Vertragsbruchs – d.h. als Sühne nach einem Vergehen gegen die organische innere Wahrheit – ein ewiger Zug germanischen Verantwortungsbewußtseins. Den gleichen Wahrheitsgehalt weisen auch die deutschen Märchen auf, die zeitlos sind und nur auf reife, auferweckte Seelen warten, um neu zu erblühen. sie können jederzeit in eine andere Form unserer Weltdeutung umgegossen werden: in die begriffliche. Diese bedeutet keine Entwicklung im sinne eines Fortschritts, (Das Hakenkreuz, Symbol des 20. Jahrhunderts) sondern nur eine stets nach den Formen einer Zeitepoche tastenden Auswirkung des bereits gegebenen mythischen Gehalts in die Darstellungsweise der betreffenden Zeit. Eine Weltanschauung wird aIso erst dann „wahr“ sein, wenn Märchen, Sage, Mystik, Kunst und Philosophie sich gegenseitig umschalten lassen und das Gleiche in verschiedener Weise ausdrücken, innere Werte gleicher Art zur Voraussetzung haben.

Hier müßten sich der religiöse Kultus und die politische Öffentlichkeit, als von Menschen selbst dargestellter Mythus, hinzugesellen. Dies einst zu verwirklichen, ist das Ziel des rassischen Kulturideals unserer Zeit. Einst bewirkte das hochgehaltene Kruzifix die plötzliche Ummagnetisierung tausender dies Symbol anschauender Menschen. Bewußt und unterbewußt traten alle assoziativen Faktoren hinzu – Jesus Christus, Bergpredigt, Golgatha, Auferstehung der Gläubigen – und schweißten oft Millionen zu Taten im Dienste der Herrschaft dieses Gleichnisses zusammen. Auch die heutige Zeit des Verfalls besitzt ihr Symbol: die rote Fahne. Bei ihrem Anblick erwachen auch hier bei Millionen viele Assoziationen: Weltbrüderlichkeit der Besitzlosen, proletarischer Zukunftsstaat usw. J e d e r, der die rote Fahne hebt, erscheint als ein Führer in dieses Reich. Die alten Gegensymbole sind gefallen. Auch das in tausend Schlachten vorausflatternde Schwarzweißrot hat man heruntergeholt. Die Feinde des Deutschtums wußten, was sie damit taten. Daß sie es aber tun konnten, hat den Ehrenfahnen von 1914 ihren inneren Mythus geraubt. Aber ein neues Symbol ist bereits emporgehoben und ringt mit allen anderen: das Hakenkreuz. Wird dies Zeichen entrollt, so ist es Gleichnis für alt-neuen Mythus; die es schauen, denken an Volksehre, an Lebensraum, an nationale Freiheit und soziale Gerechtigkeit, an Rassenreinheit und lebenerneuernde Fruchtbarkeit. Immer mehr wird es umwittert auch von Erinnerungen an jene Zeit, da es als Heilszeichen (Persönlichkeit und SeIbstverwirklichung) den nordischen Wanderern und Kriegern voranzog nach Italien, Griechenland, da es zögernd noch in den Freiheitskriegen auftauchte, bis es nach 1918 das Gleichnis eines neuen Geschlechts wurde, das endlich „eins mit sich selbst“ werden will.

Das Symbol der organischen germanischen Wahrheit ist heute bereits unumstritten das schwarze Hakenkreuz.

Als deutlich zu verfolgenden Unterstrom neben der Suche nach der „einen absoluten Wahrheit“ zeigt sich nicht nur heute die ganz andere Auffassung von Ich und Du, von Ich und Welt, von Ich und Ewigkeit; die genannte organische. L e i b n i z steht in neuerer Zeit da als ihr ahnungsvoller und doch schon hellbewußter Verkünder. Entgegen dem mechanistischen Atomismus etwa eines Hobbes, der behauptete, aus einer Zusammenfügung von Stücken (die nicht Gestaltteile sind) entstehe Gesellschaft, ein Ganzes; entgegen auch der absolutistischen Lehre vom Vorhandensein abstrakter „ewiger“ Formgesetze und Schemen, die der Einzelne ausfülle, bzw. ausfüllen müsse, verkündet Leibniz, daß dieses Verknüpfen des Einzelnen und Allgemeinen in der Einzelpersönlichkeit sich vollziehe, sich gestaltend vollende in einer lebensvollen, einzigartigen Weise. Einem mathematischen Schematismus des logisch aufgefaßten unwandelbaren Seins wurde die Erkenntnis des Werdens eines geheimnisvoll sich ausgestaltenden Seins abgerungen: der Wert dieses Werdens liegt danach gerade im Bewußtsein der möglichen Vervollkommnung durch Selbstverwirklichung. Die durch Atomismus, Mechanismus, Individualismus und Universalismus geforderte Lösung einer gestellten Schulaufgabe des Daseins wird verneint und umgewandelt in eine vorwärtsstrebende Annäherung – zu sich selbst. Dadurch (Herders völkisches Prophetentum) wird aber eine neue Sittlichkeit begründet: die Seele holt sich keine abstrakten Regeln von außen, sie bewegt sich auch nicht auf ein äußeres, hingestelltes Ziel zu, sie geht also in keinem Fall „aus sich heraus“, sondern „kommt zu sich selbst“.

Damit ist jedoch auch schon eine ganz andere Auffassung von der „Wahrheit“ angedeutet: daß für uns Wahrheit kein logisches Richtig und Falsch bedeutet, sondern daß eine organische Antwort gefordert wird auf die Frage: fruchtbar oder unfruchtbar, eigengesetzlich oder unfrei?

Und gerade Herder, der auf einem Wege nach einem – „humanistischen“ – Absolutum suchte, gerade er war es, welcher den großen Gedanken des Leibniz noch tiefer durchseelte und ein Lehrer wurde besonders für unsere Zeit, wie nur ganz wenige auch unter den Größten. Bei Leibniz standen Seele und All noch als zwei vollkommen getrennte Wesenheiten einander gegenüber, die „fensterlose“ Monade konnte zur andern nur durch die Annahme in Beziehungen gesetzt werden, daß sich auch in dieser der gleiche eigengesetzliche Läuterungsprozeß der Selbstverwirklichung vollziehe, d. h. daß die Monade sich „spiegele“. Herder stellt nun das nationale Gemeinsamkeits-Bewußtsein als lebenfüllendes Erlebnis zwischen beide. Dem Leben wird – abgesehen von allen Vernunftgesetzen – ein Eigenwert zugesprochen. so wie Mensch und Volk blutvoll und eigenartig dastehen, so verkörpern sie auch einen Eigenwert, d.h. eine Erscheinung auch sittlicher Natur, die nicht im Strom eines angeblichen „Fortschritts“ untergeht, sondern sich als Gestalt – und mit Recht – behauptet. Diese wuchshafte (organische) Erscheinung ist innerlich durch Werte bedingt, aber auch durch Schranken gekennzeichnet – wenn man dies Wort gebrauchen darf – man muß sie als Ganzes bejahen oder verneinen: der Zwang eines Abstraktums würde die Gestalt, damit auch die fruchtzeugende Fähigkeit vernichten. Herder spottet (Nietzsche und Ranke) bewußt über die angeblich „Fortgeschrittenen“, welche das Wesen der menschlichen Ausgestaltung mit ihrer aufgeklärten „Kinderwaage“ messen wollen und spricht dann ein Wort, das mitten hineingehört in unsere Zeit als unsere frohe Botschaft: „Jede Nation hat ihren Mittelpunkt der Glückseligkeit in sich, wie jede Kugel ihren Schwerpunkt“.* Um diesen geheimnisvollen „Mittelpunkt“ rangen dann die folgenden Geschlechter; die Romantiker nannten bereits ganz allgemein den Volksgeist als das Wesentliche unseres Lebens: Schleiermacher lehrte, daß „jeder Mensch auf eigene Art die Menschheit darstellen solle, damit in der Fülle der Unendlichkeit alles wirklich werde, was aus ihrem schoß hervorgehen kann“; Nietzsche forderte später mit aller ihm eigenen Leidenschaftlichkeit und aus Empörung über einen engen Schematismus die Steigerung des Lebens und suchte „das“ Wahre in der Einzelpersönlichkeit: nur das, was Leben schafft, hat Tugend, hat einen Wert, und das Leben sagt: „Folge mir nicht nach, sondern dir.“ Ranke** erklärt mitten in sachlichen Darstellungen, wenn in Europa nochmals (nach Rom) ein internationales Prinzip zur Herrchaft zu gelangen trachte, so werde urgewaltig ein organisch-nationales dagegen hervorbrechen und beteuert an anderer Stelle*** in fast paradoxer Weise: „Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott und ihr Wert beruht gar nicht auf dem, was aus ihr hervorgeht, sondern in ihrer Existenz selbst, in ihrem eigenen selbst.“

Das ist der andere – „wahrere“ – Strom des echt wuchshaften (organischen) Wahrheitssuchens entgegen dem scholastisch-logisch-mechanischen Ringen nach „absoluter Erkenntnis“. Aus dem Erleben des „Mittelpunkts der Glück-

* Auch eine Philosophie der Geschichte der Menschheit.
** „Geschichte der Päpste.“
*** über die Epochen der neueren Geschichte, l. Vortrag.

 (Fruchtbarkeit – der Maßstab des Wirkens)

seligkeit“ die vollste Selbstentfaltung, und das heißt in der Sprache dieses Buches: aus dem erlebten Mythus der nordischen Rassenseele heraus in Liebe der Volksehre dienen.

Ist die Seele gottgleich und unsterblich? Auf diese Frage hin wird der nur logische Wahrheitssucher alle möglichen Gründe der Vernunft für oder gegen abwägen, er wird dann entweder resignieren oder das Ja oder Nein „nachweisen“; der wuchshafte Wahrheitssucher jedoch wird das Ja oder Nein behaupten und bekennen. Der Glaube an die Einzigartigkeit der Persönlichkeit, der Monade, an ihre Gottgleichheit und Unaustilgbarkeit ist ein auszeichnendes Merkmal der christlichen, aber auch unchristlichen nordisch-germanischen Denker. Dieser Glaube – wenn auch in verschiedenen Erscheinungen geschichtlicher Epochen – hat sie fruchtbar gemacht, aber auch die großen Künstler, Helden und Staatsmänner getragen. Und diese Fruchtbarkeit ist das Zeugnis für eine Wahrheit, welches uns mehr wert ist, als der noch mögliche Analogieschluß über den Weg der organischen Zielstrebigkeit. Es ergibt sich also auch auf sittlich-metaphysischem Gebiet etwas, was wir auf dem Gebiet der Kunst anerkannt haben: daß die jeweilige geprägte echte Form und ihr Gehalt in der gegebenen Zusammenschau gar nicht von einander zu trennen sind, daß mit dem Aufgeben einer uns gemäßen Form zugunsten einer angeblich abstrakten ewigen, absoluten Wahrheit wir dieser „Wahrheit“ nicht nur nicht näher kommen, sondern sogar die Möglichkeit einer Annäherung von uns stoßen. Es zeigt sich hier aber auch, daß Kunst erst dann wieder unter uns lebendig werden kann, wenn unser Dasein echtes Leben geworden ist. Unsere Kathederphilosophen erblicken die „absolute Wahrheit“ in der „Vereinigung des Endlichen mit dem Unendlichen“, die „völkische Wahrheit“ sei deshalb daraufhin zu prüfen, ob sie in diesem Sinne ein Näherkommen an die „eine (Nicht Dogma, sondern Artrichtung) Wahrheit“ darstelle; dabei wird vergessen, daß uns jeglicher Maßstab für eine derartige Beurteilung überhaupt fehlt: denn um hier wirklich urteilen zu können, müßte jeder von uns im vollen Besitz der angenommenen „ewigen einen Wahrheit“ sich befinden. Hier gilt es also, sein Denken auf einen ganz anderen Mittelpunkt einzustellen, als auf eine logisch-vernünftige Wahrscheinlichkeitsrechnung, eben auf jenen „Mittelpunkt der Glückseligkeit“, den Herder lehrte, der es ausmacht, daß wir „eins mit uns selbst“ werden können, wie Meister Eckehart es ersehnte. Es gilt ein Abstreifen der Vorherrschaft des scholastisch-humanistisch-klassizistischen Schematismus zugunsten der organisch-rassisch-völkischen Weltanschauung. Wobei die Erkenntniskritik natürlich nicht verachtet werden soll.

Aus dieser Einsicht, daß nicht ein rein verstandesgemäßes Endergebnis formalistischer Art lebensbestimmend ist, sondern bloß ein Mittel zur Verdeutlichung darstellt oder darstellen kann, ergibt sich aber auch ein neues Verhältnis zum Glauben der Arier. Die einen wollen diesen verklungenen Glauben wieder aufleben lassen, die anderen lehnen dies Unternehmen mit dem Hinweis auf seine angebliche Dürftigkeit ab, bzw. erklären, es sei uns so wenig darüber bekannt, daß darauf nicht mehr aufgebaut werden konnte. Beide Teile haben Unrecht, weil sie die Frage falsch gestellt haben: nicht um das Anerkennen von Glaubensformen handelt es sich, sondern um das Erkennen von Seelen- und Charakterwerten. Die zeitbedingten äußeren Gestalten sind mit ihrem besonderen Lebensgefühl dahingesunken, die Rassenseele bemächtigte sich der alten Fragen vermittels neuer Formen, a b e r ihre gestaltenden Willenskräfte und Seelenwerte blieben in ihrer Richtung und Artung die gleichen. An ihnen allein aber kann man Wesen und Geschichte des nordischen Menschen ablesen, nachdem der selige Mittelpunkt selbst wieder neu erlebt worden ist. Darum sind die (Polarität, Persönlichkeit und Rasse) „adelige Seele“, die innere Freiheit und die Ehre das Bleibende und alles übrige Bedingende, solange noch verwandtes Blut durch die Millionen des nordischen Europa fließt. Die „ewige Wahrheit“ heißt deshalb allseitige Wahrhaftigkeit.

Hier sind wir dann am Ende. Die Leibnizsche Monade stand der andern ebenso reichen Persönlichkeit „fensterlos“ gegenüber; Herder und seine Nachfolger suchten bereits die volkhafte Vermittlung; heute fügen wir hinzu: das, was sie verwandt machte, was sie zu ähnlicher Entwicklung der inneren Gestalt trieb, war die Gemeinsamkeit eines seelenverschmolzenen Blutes, welches den alles verbindenden Unterstrom eines Lebensganzen bildete. Dieses Verwandtschaft der Persönlichkeiten bedingende Blut vermag noch einige Abarten zu formen und zu züchten, jedoch wird die Monade einer Persönlichkeit ganz fremden Blutes gegenüber erneut „fensterlos“, aus Einsamkeit wird Verlassenheit werden; es führt keine Brücke eines wahren Verstehens von ihr zu einem Chinesen, geschweige denn zum Wesen eines syrischen oder afrikanischen Bastards. AIso nicht Monade und „Menschheit“ stehen sich in Wechselwirkung gegenüber, sondern Persönlichkeit und Rasse.

Durch diese Erkenntnis aber wird eine andere Krankheit unserer Tage ins Licht des vollen Bewußtseins gerückt: Relativität des Alls lautet diese Krankheit. Der Individualismus ist ebenso als „relativ“ erkannt wie der uferlose Universalismus. Beide erstrebten erneut eine logisch faßbare Summe ihres Suchens und sind daran zerschellt. Hier tritt die organische völkische Weltanschauung in ihr Recht, wie sie von jeher sich Bahn gebrochen hatte, wenn mechanistischer Individualismus und schematischer Universalismus die Welt in Ketten legen wollten. Die Systematiker der Philosophie sind über diese Zeugnisse des nordischen Daseins instinktlos hinweggegangen, weil das Wesen dieses willenhaften Dranges kein logisches System (Der neue Universalismus) darstellt, sondern ein Fluten der Seele bedeutet. Heute verlangt diese echt organische Weltanschauung inmitten der Zusammenbrechenden atomistischen Epoche mehr als früher: ihr Recht, ihr H e r r e n recht: vom Zentrum der Ehre als Höchstwert der nordisch-abendländischen Welt soll sie mit beschwingender Seligkeit ihren Mittelpunkt erleben und sich das Leben unerschrocken neu gestalten.

Die individualistische Lehre, wonach das Einzelwesen f ü r  s i c h bestünde, durch Zusammenfügung der Einzelnen sich Völker, zum Schluß „die Menschheit“ bildeten, ist heute endgültig aus der ernsten Betrachtung ausgeschieden. Das Merkwürdige und die im ersten Buch ausgesprochene Behauptung aber Bestätigende, daß Universalismus ein Zwillingsbruder des Individualismus ist, zeigt sich darin, daß dieser Universalismus an der gleichen Krankheit leidet wie sein scheinbarer Gegner. Beide sind intellektualistisch, d. h. naturentfremdet. Die universalistische Schule (O. Spann) hat den materialistischen, stupiden Individualismus erfolgreich widerlegt – und verfällt in die gleichen Fehler, aus denen dieser geboren wurde. Rein abstrakt wird eine Stufenleiter des Geistigen errichtet, schematisch wird eine Neukonstruktion des Weltbildes begonnen, um auf Grund der alten platonischen Einsicht, daß Gattung vor Art komme, folgenden „geistigen Stufenbau der geschichtlichen Menschheitsgesellschaft“ aufzustellen: Menschheit – Kulturkreis – Völkerkreis – Volkstum – Stammestum – Heimatkreis – Volksglied. Wobei ausdrücklich betont wird, daß Menschheit vor Kulturkreis, dieser vor dem Völkerkreis usw. bestehe. Diese selbst heute etwas verdächtige Stufen-und Wertleiter versucht man dadurch schmackhaft zu machen, daß man erklärt, aus dem geistigen Vorrang folge noch nicht eine gleichmäßige Ausgliederungsfülle. Diese zeige sich am reichsten im Volkstum, während Kulturkreis (Völkische“ Theokratie) und Menschheit blasser, weniger greifbar erschienen. schon hier zeigt sich der große Bruch in der universalistischen Betrachtungsweise, die an der rein intellektualistischen Rangstufenordnung festhält und durchaus Neuscholastik betreibt, zugleich aber die heranwachsende lebensgesetzliche Betrachtungsweise durch freundliche Komplimente sich als Nebenglied einfügen möchte. Und dies, obgleich mit aller nur wünschenswerten Deutlichkeit festgestellt wird: „Übervölkische Kirche geht vor völkischer Kirche“ und nach einer Darlegung, daß Religion v o r dem Staate komme: „Daraus folgt, daß der Staat zwar als höchste Anstalt über die Sonderanstalt „Kirche“ herrscht; daß er aber sein geistiges Prius ebenso in der Religion findet wie die Kirche selbst und zwar: in der von der Kirche veranstalteten und geformten Religion, denn eine andere gibt es nicht“*. Damit enthüllt die universalistische schule, daß sie ihren Namen nicht aus rein fachphilosophischen Gründen, sondern aus theokratischen Überzeugungen trägt. Damit entschleiert sich aber auch, was eigentlich unter dem Begriff „Ausgliederungsfülle“ zu begreifen ist: letzten Endes doch die Ausgießung des in der „Menschheit“ oder in der „geformten Religion“ enthaltenen Gehaltes, denn woher sollte diese „Ausgliederung“ sonst stammen, wenn Volkstum eine drittrangige Größe ohne organische Ahnen ist?

Wenn Oswald Spengler die Gestaltengeschichte als merkwürdige, sich vom abstrakten Himmel herniedersenkende „Kulturtreise“ als erste Gegebenheiten konstruieren wollte, so verwässerte Othmar Spann als moderner Wortführer des scholastischen Mittelalters diese noch mit der scheinbar überlegenen Haltung des „von oben“ organisierenden Denkers. Hier zeigt sich nun unsere Betrachtungsweise – wenn auch durchaus in dem Gedankenschema, daß Gattung* 0. Spann: „(GeselIschaftsphilosophie“, München 1928, S.. 103, 107, 109 usw).(Neue Priesterherrschaft?) vor Art gehe – als eine von unten wachsende in einem organischen Widerstreit zu diesen rein intellektualistischen Methoden. Wir setzen folgende lebensgesetzliche Gliederung:

1. Rassenseele, 2. Volkstum, 3. Persönlichkeit, 4. Kulturkreis, wobei wir nicht an eine Stufenleiter von oben nach unken denken, sondern an einen durchpulsten Kreislauf. Die Rassenseele ist nicht mit Händen greifbar und doch dargestellt im blutgebundenen Volkstum, gekrönt und gleichnishaft zusammengeballt in den großen Persönlichkeiten, die schöpferisch wirkend einen Kulturkreis erzeugen, der wiederum von Rasse und Rassenseele getragen wird. Diese Ganzheit ist nicht nur „Geist“, sondern Geist und Wille, also eine Lebenstotalität. Die „Ausgliederungsfülle“ des Volkstums wird aIso hiermit organisch auf ihre blut-seelischen Urgründe zurückgeführt, nicht auf wesenlose Kulturkreise und blutlose Menschheitskombinationen, aus denen nicht ersichtlich ist, aus welchem Grund sich aus ihnen die ja notgedrungen zugestandene reiche Volkskultur entfalten kann.

Mit dieser Einsicht entzieht sich die organische Philosophie unserer Zeit der Tyrannei der Verstandesschemen, jener rein schematischen geistigen Hülsenanfertigung, in die man wiederum die Seele der Rassen und Völker einkapseln zu können glaubte mit der unterbewußten oder bewußten Absicht, sie als Mittel irgend einer „letzten Ganzheit“ in die Hände zu spielen. Wenn Spann entgegen der altgriechischen Weisheit behauptet, Gott sei das Maß aller Dinge, diese Religion aber nur in der (katholischen) Kirche findet, da es „keine andere“ gebe, so entpuppt sich diese Anschauung als die Behauptung, der Priester sei das Maß aller Dinge. Demgegenüber erklärt die neugeborene Weltanschauung unserer Zeit: die rassengebundene Volksseele ist das Maß aller unserer Gedanken, Willenssehnsucht und Handlungen, der letzte Maßstab unserer Werte. Damit fällt ein für allemal sowohl der materialistische rasselose (Erwachen des Blutmythus 1914) Individualismus wie der naturfremde Universalismus in allen seinen Spielarten als römische Theokratie oder freimaurerische Humanitas, aber auch die gesamte „allgemeine“ Aesthetik der letzten zwei Jahrhunderte. Fortgeräumt ist der ganze blutlose intellektualistische Schutthaufen rein schematischer Systeme, die uns wie spanische Stiefel angelegt worden waren oder erneut angelegt werden sollen. Eine einzige, aber alles entscheidende Umwandlung unserer seelischen Haltung hat sich vollzogen und unwesentlich erscheint, worüber ganze Geschlechter erbittert gestritten haben und ein neues funkelndes, herrliches, lebensvolles Zentrum unseres Daseins ist in beseligende Wirksamkeit getreten.

Dieser neue und doch alte Blutmythus, dessen zahlreiche Verfälschungen wir erleben, war auch im Rücken der einzelnen Nation bedroht, als dunkle, satanische Kräfte überall hinter den siegenden Heeren von 1914 wirksam wurden, als wieder eine Zeit begann, da der Fenriswolf seine Ketten zerbrach, die Hel mit dem Geruch der Verwesung über die Welt zog und die MidgardschIange das Weltmeer aufpeitschte; aber all die Millionen und Abermillionen konnten nur hinter e i n e r Losung zum Opfertod bereit gemacht werden. Dieses Losungswort hieß: des Volkes Ehre und seine Freiheit. Der Weltenbrand ging zu Ende, namenkose Opfer waren gefordert und gebracht worden von allen, da zeigte sich aber, daß die dämonischen Mächte über die göttlichen im Rücken der Heere gesiegt hatten. Hemmungsloser denn je toben sie ungefesselt durch die Welt, erzeugen neue Unruhe, neue Brände, neue Zerstörung. Zu gleicher Zeit aber wird in den gebeugten Seelen der Hinterbliebenen der toten Krieger jener Mythus des Blutes, für den die Helden starben, erneut, vertieft, bis in die letzten Verästelungen erfaßt und erlebt. Diese (Vor einer neuen Geschichte) innere Stimme fordert heute, daß der Mythus des Blutes und der Mythus der Seele, Rasse und Ich, Volk und Persönlichkeit, Blut und Ehre, allein, ganz allein und kompromißlos das ganze Leben durchziehen, tragen und bestimmen muß. Er fordert für das deutsche Volk, daß die zwei Millionen toter Helden nicht umsonst gefallen sind, er fordert eine Weltrevolution und duldet keine anderen Höchstwerte mehr neben sich. Um das Zentrum der Volks- und Rassenehre müssen sich die Persönlichkeiten schließen, um jenes geheimnisvolle Zentrum, das von je den Takt des deutschen Seins und Werdens befruchtete, wenn Deutschland sich ihm zuwandte. Es ist jener Adel, jene Freiheit der mystischen ehrbewußten Seele, die in einem noch nie gesehenen breiten Strome über Deutschlands Grenzen sich zum Opfer brachte und keine „Stellvertretung“ forderte. Die Einzelseele starb für Freiheit und Ehre ihrer eigenen Erhöhung, für ihr Volkstum. Dieses Opfer darf allein den künftigen Lebensrhythmus des deutschen Volkes bestimmen, den neuen Typus des Deutschen züchten. In harter bewußter Zucht durch jene, die ihn gelehrt und g e l e b t haben.

Dieser alt-neue Mythus treibt und bereichert bereits Millionen von Menschenseelen. Er sagt heute mit tausend Zungen, daß wir uns nicht „um 1800 vollendet“ hätten, sondern daß wir mit erhöhtem Bewußtsein und flutendem Willen zum erstenmal als ganzes Volk wir selbst werden wollen: „Eins mit sich selbst“, wie es Meister Eckehart erstrebte. Mythus ist für Hunderttausende von Seelen nicht etwas, was man mit gelehrter Überheblichkeit als Kuriosität in Katalogen vermerkt, sondern das Neuerwachen des zellenbildenden seelischen Zentrums. Das „allein, ich w i l l“ des Faust nach Durchwanderung der ganzen Wissenschaft ist das Bekenntnis der neuen Zeit, die eine neue Zukunft will, und dieser Wille, das ist unser Schicksal. Dieser Wille aber „erkennt“ nicht nur das Wesen (Das Abwerfen des 19. Jahrhunderts) alter und neuer Kulturen, um sich dann zurückzuziehen, sondern dieser Wille lehnt im bewußten Selbstgefühl die Höchstwerte der uns überlagernden Kulturkreise als hemmend ab. Daß unsere Forscher bei der Gestaltengeschichte stehen bleiben, ohne selbst gestalten zu können, zeigt nur, daß ihr Gestaltungswille gebrochen ist. Nichts berechtigt sie aber, ihre Unfruchtbarkeit als Schicksal des Ganzen auszugeben. Der neue Mythus und die neue typenschaffende Kraft, die heute bei uns nach Ausdruck ringen, können überhaupt nicht „widerlegt“ werden. sie werden sich Bahn brechen und Tatsachen s c h a f f e n .

Der heutige Mythus ist genau so heroisch wie die Gestalten des Geschlechts vor 2000 Jahren. Die zwei Millionen Deutsche, die in aller Welt für die Idee „Deutschland“ starben, offenbarten plötzlich, daß sie das ganze 19. Jahrhundert abwerfen konnten, daß in den Herzen des einfachsten Bauern und des schlichtesten Arbeiters die alte mythenschaffende Kraft der nordischen Rassenseele ebenso lebendig war, wie in den Germanen, als sie einst über die Alpen zogen. Im Alltag übersieht man nur zu oft, welch ungeheure Seelenstärke im Menschen lebendig wird, wenn er in einer zerfetzten Regimentsfahne sich selbst erblickt, in all den vielhundertjährigen Taten des Regiments ein Stück von s i c h, Werke s e i n e r Ahnherren sieht. Der Matrose, welcher, auf dem Kiel der „Nürnberg“ stehend, vor den Augen des Feindes mit der wehenden deutschen Kriegsflagge in der Hand in den Fluten versank, der namenlose Offizier von der „Magdeburg“, der die Geheimchiffre zu sich steckte und sich mit ihr ertränkte, das sind Gleichnisse, Mythen, Typen, die im heutigen Chaos noch nicht erkannt worden sind. Ob wir die Gotik, den Barock, die Romantik richtig würdigen, bleibt sich zum Schluß gleich, wichtig ist nicht diese Form der Äußerung des nordischen Blutes, sondern daß dieses Blut überhaupt noch vorhanden ist, daß der alte Blutswille noch lebt.(Die Fahne des 20. Jahrhunderts) Das feldgraue deutsche Volksheer war der Beweis für die mythenbildende Opferbereitschaft. Die heutige Erneuerungsbewegung aber ist das Zeichen dafür, daß noch Ungezählte zu verstehen beginnen, was die zwei Millionen toter Helden sind: die Märtyrer eines neuen Lebensmythus, eines neuen Glaubens schlechtweg.

An die Stelle der Prunkuniform ist das feldgraue Ehrenkleid getreten, der ernste Stahlhelm. Die fürchterlichen Kruzifixe der Barock- und Rokokozeit, welche an allen Straßenecken verzerrte Gliedmaßen zeigen, werden auch nach und nach durch herbe Kriegerdenkmäler verdrängt. Auf ihnen stehen eingegraben die Namen jener Männer, die als Zeichen des ewigen Mythus von Blut und Willen für den Höchstwert unseres Volkes starben: für die Ehre des deutschen Namens.

Diese Kraft, die von 1914–1918 o p f e r t e, sie will jetzt g e s t a l t e n . Sie kämpft gegen alle Mächte, die sie als ersten und höchsten Wert nicht gelten lassen wollen. Sie ist da und nicht mehr fort zu erklären und sie weist schon Wege, die selbst ihre heutigen irregeleiteten deutschen Gegner einmal werden beschreiten müssen.

Der Gott, den wir verehren, wäre nicht, wenn unsere Seele und unser Blut nicht wären, so würde das Bekenntnis eines Meisters Eckehart für unsere Zeit lauten. Deshalb ist Sache unserer Religion, unseres Rechtes, unseres Staates alles, was die Ehre und Freiheit dieser Seele und dieses Blutes schützt, stärkt, läutert, durchsetzt. Deshalb sind heilige Orte alle die, an denen deutsche Helden für diese Gedanken starben; heilig sind jene Orte, wo Denksteine und Denkmäler an sie erinnern, und heilige Tage sind die, an denen sie einst am leidenschaftlichsten dafür kämpften. Und die heilige Stunde des Deutschen wird dann eintreten, wenn das Symbol des Erwachens, die Fahne mit dem Zeichen des aufsteigenden Lebens das allein herrschende Bekenntnis des Reiches geworden ist.


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Autor: Germanenherz

Ich bin kein Christ "in dem heutigen Sinne", kein Zionist, kein Moslem oder sonst was. Ich bin auch kein Weißer, Grüner, Brauner oder Schwarzer. Kein Linker, kein Rechter und kein Befürworter einer erfundenen Richtung. Jeder soll als Person respektiert und keiner vergöttert Sein. Ich bin nicht auf dieser Erde, um zu sein, wie andere mich gerne hätten.

1 Kommentar zu „Der Mythus des 20. Jahrhunderts Drittes Buch: Das kommende Reich VII. Die Einheit des Wesens“

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