preussen.de – Die offizielle Webseite des Hauses Hohenzollern

 Häufig gestellte Fragen

Erläuterungen zu den aktuellen Diskussionen

1. Wer sind die Hohenzollern und warum stehen sie überhaupt im Licht der Öffentlichkeit?
2. Wieso fordern die Hohenzollern heute eine Entschädigung? Aus welchem Grund und wofür?
3. Was genau fordert die Familie?
4. Wieso fordert die Familie überhaupt etwas zurück? Ist sie nicht schon in der Weimarer Republik entschädigt worden?
5. Will das Haus Hohenzollern auch Schlösser oder andere Immobilien zurück?
6. Will die Familie wirklich Kunstgegenstände zurück? Welche Gegenstände fordern Sie konkret? Sind darunter herausragende bzw. berühmte Stücke?
7. Was soll mit den Mobilien geschehen?
8. Nach EALG kann nur der Ansprüche stellen, dessen Vorfahren weder Kommunismus noch Nationalsozialismus „erheblichen Vorschub“ geleistet haben. Welche Rolle spielte die Familie Hohenzollern im Dritten Reich?
9. Was will die Familie mit den geforderten Gegenständen und finanziellen Mitteln tun?
10. Warum geht die Familie rechtlich gegen Berichterstattungen vor?
11. Warum werden die Verhandlungen im Geheimen geführt? Warum kann die interessierte Öffentlichkeit nicht daran teilhaben?

Restitutionsansprüche und der Ablauf der Ereignisse

Abdankung

9. November 1918

Mit dem Thronverzicht Kaiser Wilhelms II. und seinem Gang ins niederländische Exil endet die Monarchie in Deutschland. Sämtliches Eigentum des ehemaligen Kaiser- und Königshauses wird durch die Regierung der Weimarer Republik noch im November beschlagnahmt.

Auseinandersetzungsvertrag

12. Oktober 1925

Das Land Preußen und der Generalbevollmächtigte des Hauses Hohenzollern, Friedrich von Berg, unterzeichnen einen Vertrag, in dem abschließend geklärt wird, was dem Haus Hohenzollern als Privatvermögen zusteht und welche Gegenstände (Immobilien und bewegliche Gegenstände) dem Staat zufallen. Dieser Vertrag wird schließlich durch den Preußischen Landtag angenommen und als Gesetz beschlossen.

Volksgesetzgebung

1. Februar 1939

Das NS-Regime verschafft sich per Gesetz die Möglichkeit, in bereits vor 1933 abgeschlossene Auseinandersetzungsverträge einzugreifen.

Enteignung

8. Mai 1945

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wird in der SBZ eine sog. Bodenreform durchgeführt. Es werden fast 3,3 Millionen Hektar land- und forstwirtschaftliche Nutzfläche sowie 750.000 Fabriken, Wirtschafts- und Wohngebäude samt lebendem und totem Inventar enteignet. Das gilt auch für das gesamte Eigentum der Familie Hohenzollern in der SBZ.

Mauerfall

9. November 1989

Mit dem Fall der Mauer gab es für viele Familien die Hoffnung, enteigneten Besitz zurückzubekommen.

Wiedervereinigung

3. Oktober 1990

Wie viele tausend andere Betroffene stellt nach der Wiedervereinigung auch Prinz Louis Ferdinand sen. Antrag auf Rückübertragung von enteigneten Grundstücken und sonstigen Vermögenswerten. Aufgrund der unklaren Gesetzeslage scheiterte der Antrag auf Rückübertragung zunächst, bis 1994 eine klare gesetzliche Reglung getroffen wurde.

Generationswechsel

25. September 1994

Prinz Louis Ferdinand sen. stirbt im 86. Lebensjahr. Nachfolger als Chef des Hauses Hohenzollern wird dessen Enkel Georg Friedrich Prinz von Preußen. Der Generationssprung ist bedingt durch den frühen Tod seines Vaters, Prinz Louis Ferdinand jun., der in Folge eines Bundeswehrunfalls im Alter von 33 Jahren ums Leben kam.

EALG

27. September 1994

Das Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetz wird verabschiedet.

Ergebnis

bis 2014

Die zuständigen Ämter zur Regelung offener Vermögensfragen in Brandenburg, Berlin und Sachsen-Anhalt kommen nach über 20-jähriger Prüfung zu dem Schluss, dass Kronprinz Wilhelm würdig im Sinne des EALG sei und den öffentlich-rechtlichen Ansprüchen der Familie Hohenzollern stattgegeben werden muss. In der Begründung wird auch auf ein Gutachten von Professor Christopher Clark Bezug genommen.

Kanzleramt

26. Februar 2014

Mit dem Ziel einer umfassenden gütlichen Einigung kommt es auf Einladung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien zu einem ersten Zusammentreffen. Auf Vorschlag der öffentlichen Hand wird Vertraulichkeit vereinbart.

Kehrtwende

20. März 2014

Das Brandenburgische Finanzministerium unter Christian Görke (Die Linke) zieht das Verfahren an sich und erklärt die Entscheidung der drei Ämter zur Regelung offener Vermögensfragen für nichtig. Parallel dazu gelangen aus unbekannter Quelle vertrauliche Dokumente aus dem Verwaltungsverfahren im Vorfeld der Landtagswahlen an die Presse. Das Haus Hohenzollern stellt in der Folge Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft Potsdam.

Gutachter

1. Juni 2014

Der brandenburgische Finanzminister Christian Görke (Die Linke) gibt zwei Gutachten in Auftrag. Auftragnehmer sind die Historiker Dr. Stefan Malinowski (University of Edinburgh) und Professor Peter Brandt (Fernuniversität Hagen). Das Haus Hohenzollern gibt den Wissenschaftlern die Gelegenheit, das Hausarchiv auf der Burg Hohenzollern zu nutzen. Davon wird kein Gebrauch gemacht. Die Ergebnisse der behördlichen Gutachten werden auch an die Presse weitergegeben. Außerdem veröffentlicht Gutachter Malinowski Ergebnisse aus beiden Gutachten im laufenden Verfahren vorab in der Zeitung „Die ZEIT“. Zusätzlich zu Professor Clark (Universität Cambridge) beauftragt Prinz Georg Friedrich mit Professor Wolfram Pyta (Universität Stuttgart, Forschungsstelle Ludwigsburg zur NS-Forschung) einen ausgewiesenen Kenner der Weimarer Republik. Er soll die Rolle des Kronprinzen in der Weimarer Republik und während des NS-Regimes untersuchen.

Ablehnung

27. Oktober 2015

Unabhängig von den stattfindenden Sondierungsgesprächen wird der Antrag der Familie auf Restitution durch das brandenburgische Finanzministerium abgelehnt.

Klage

27. November 2015

Das Haus Hohenzollern reicht Klage vor dem Verwaltungsgericht Potsdam gegen den ablehnenden Bescheid des brandenburgischen Finanzministers ein.

Verfahrenspause

30. Januar 2018

Das Haus Hohenzollern und die Öffentliche Hand einigen sich darauf, dass beim Potsdamer Verwaltungsgericht anhängige Verfahren auszusetzen, um das Ziel einer umfassenden gütlichen Einigung zu ermöglichen.

Erfassung

12. Juni 2018

Die Öffentliche Hand, die Kultureinrichtungen und das Haus Hohenzollern verständigen sich auf eine gemeinsame Bestandsaufnahme der 15.000 in Frage kommenden Objekte, um sie in einer Datenbank zu erfassen.

Weitergabe

1. Juli 2019

Erneut werden Dokumente aus den Verhandlungen an die Öffentlichkeit gegeben.

Anhörung

29. Januar 2020

Die Verhandlungen des Bundes und der Länder mit dem Haus Hohenzollern werden Gegenstand einer Anhörung im Kulturausschuss des Bundestages.

Stellungnahmen und Neuigkeiten

Die Diskussionen um das Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsverfahren des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand sowie dessen Gespräche mit der öffentlichen Hand wurden von Beginn an von einem starken medialen Interesse begleitet. Die Berichterstattung zu dem seit mittlerweile über 25 Jahre währenden Verfahren war dabei stets sachlich und ausgewogen. Mit der selektiven Herausgabe von Dokumenten und deren Veröffentlichung im Juni dieses Jahres wurden vermehrt falsche Tatsachenbehauptungen aufgestellt. Sie wurden wiederholt die Grundlage der öffentlichen Diskussionen. Die Behauptung, die Familie habe „sich des Rechtsystems der BRD bedient, um gegen unliebsame Berichterstattung vorzugehen“ gehört ebenso dazu wie die Behauptung, die Familie würde versuchen „ihre eigene Geschichte umzudeuten“. Im Folgenden wird der Versuch unternommen, mit zusätzlichen Informationen einer ausgewogeneren Diskussion zu dienen.

Stellungnahme zu einem Artikel in „Der Spiegel“ vom 14. Dezember 2019

„Feldzug gegen Historiker“

Im Magazin „Der Spiegel“ vom 14. Dezember 2019 erschien ein Artikel unter der Überschrift „Historiker kontra Hohenzollern“. Dieser Artikel behandelt den Vorwurf, das Haus Hohenzollern führe „einen juristischen Feldzug“ gegen Historiker. Nahezu zeitgleich mit dessen Erscheinen gab es auf dem Wikipedia-Eintrag zu „Hohenzollern“ bereits einen entsprechenden Link zur Online-Version des Artikels. Im Folgenden werden einzelne […]


Stellungnahme zu einem Artikel in „Der Spiegel“ vom 7. Dezember 2019

Verkauf einer Büste

Im Magazin „Der Spiegel“ vom 7. Dezember 2019 erschien ein Artikel unter der Überschrift „Zwei Übel“. Der Autor dieses Artikels berichtet unter anderem „…der Prinz von Preußen hat schon einmal Gemälde und Skulpturen zurückgefordert, darunter eine Büste von Christian Daniel Rauch. Sie wurde dann in London versteigert.“ Diese Aussage ist falsch. Bei der im Artikel […]


Stellungnahme zur Diskussion über das Hausarchiv der Hohenzollern

Hausarchiv der Familie

Unter der Überschrift „Manipulation der Geschichte“ erschien am 30. Juli 2019 in der „Berliner Zeitung“ ein Interview mit der Historikerin Dr. Carina Urbach. Gleichlautend äußert sich die Wissenschaftlerin auch am 31. Juli im Interview mit der „Frankfurter Rundschau“. Im Rahmen dieser Veröffentlichungen gab Frau Dr. Urbach grundlagenlos u.a. an, das Hausarchiv der Hohenzollern stünde angeblich […]


Stellungnahme zur Diskussion über das Hohenzollern-Museum

„Deutungshoheit“

Eine besondere Welle der Kritik löste die Nachricht aus, Prinz Georg Friedrich von Preußen „verlange vom Staat“ ein „mit öffentlichen Mitteln finanziertes“ „Familienmuseum“. Darüber hinaus „verlange die Familie ein Mitspracherecht, um die eigene Geschichte umschreiben zu können“. Als Quelle wurde in den meisten Fällen das Vergleichsangebot der Familie an die Öffentliche Hand vom Frühjahr 2019 […]


Samstag, 21. Dezember 2019, 19.20 Uhr Kultur-Doku von Janin Renner und Tita von Hardenberg

Wem gehören die Schätze des Kaisers?

Der Film von Janin Renner und Tita von Hardenberg über das Restitutionsverfahren und die Verhandlungen des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand ist die bisher umfassendste Dokumentation zu diesem Thema. Der Beitrag gibt ausführlich die verschiedenen Sichtweisen wieder, widmet sich aber auch den historischen Hintergründen. Zu Wort kommen unter anderen Wolfgang Thierse (Bundestagspräsident a.D.), Benjamin […]


Agenturmeldungen vom 27. Dezember 2019

„Gekippte Stimmung“

In den vergangenen Tagen haben einige Medienberichte nahegelegt, die Gespräche des Hauses Hohenzollern mit der öffentlichen Hand seien aufgrund von „verlorenem Vertrauen“ seitens der Verhandlungspartner ins Stocken geraten. Das stimmt nicht. Bereits das letzte gemeinsame Treffen des Hauses Hohenzollern mit Vertretern der Länder Berlin, Brandenburg sowie dem Bund am 24.Juli 2019 diente dem Zweck, Fehlinformationen […]


Schreiben an den Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V. vom 21. Dezember 2019

Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.

Zu den öffentlich geäußerten Vorwürfen, das Haus Hohenzollern würde versuchen, wissenschaftliches Arbeiten zu verhindern, nimmt Rechtsanwalt Markus Hennig in einem Brief an den Verein „Historiker und Historikerinnen Deutschlands e.V.“ wie folgt Stellung:   Berlin, den 21. Dezember 2019 Sehr geehrte Damen und Herren, durch eine Pressemeldung vom 14.12.2019 bin ich darauf aufmerksam geworden, der Verband […]

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