Eine schrecklich nette Familie – Familie Haus Thurn und Taxis

Haus Thurn und Taxis – Hochadel, Postwesen, Immobilien und Grossgrundbesitzer (Satanisten und Hochgradfreimaurer)

Thurn und Taxis ist der Name eines in den Hochadel aufgestiegenen lombardischen Adelsgeschlechts, welches das europäische Postwesen begründete und viele Jahrhunderte lang betrieb.

Der Grundstock für das Vermögen und die Bedeutung der Familie Thurn und Taxis wurde im Jahr 1490 gelegt. Damals erfanden Janetto und Francesco de Tasso das Postsystem. Tasso ist das italienische Wort für Dachs, das Wappentier der Familie, eingedeutscht Dax, Daxen, woraus sich der Name Taxis entwickelte.

Nachdem der deutsche König und spätere Kaiser Maximilian I. im Jahre 1490 von seinem Onkel Siegmund Tirol übernommen hatte, machte er Innsbruck zu seiner Hauptresidenz.

Dazu brauchte er ein funktionierendes überregionales Nachrichtensystem. Aus diesem Grund verpflichtete er zunächst Janetto von Taxis, der einer italienischen Kurierfamilie entstammte. Dieser holte noch im selben Jahr seinen Bruder Francesco (Franz von Taxis) und seinen Neffen Johann Baptista nach.

Diese organisierten im Jahre 1490 zwischen Innsbruck und Mechelen eine erste echte Post in Stafettenform, mit Reiter- und Pferdewechsel, wobei nur das Felleisen weitergereicht wurde.

Zusätzlich richteten sie Kurierrouten mit Pferdewechselstationen nach Rom und an den französischen Königshof ein. Spätestens 1496 war Franz von Taxis auch für Philipp des Schönen in den Burgundischen Niederlanden tätig.

Am 1. März 1501 wurde Franz von Taxis durch Philipp den Schönen anstelle von Olivier de Famar zum Hauptpostmeister in den Burgundischen Niederlanden ernannt.

Nach dem Tod der Königin Isabella von Kastilien am 26. November 1504 fiel Philipp zusätzlich die kastilische Königswürde zu. Daraufhin schloss Philipp am 18. Januar 1505 in Brüssel einen neuen, auf dem Postvertrag von 1501 aufbauenden Vertrag mit Franz von Taxis ab.

Danach erhielt Franz von Taxis eine Jahrespauschale, um folgende Postrouten mit einem stationierten Postreiter mit Pferd aufzubauen und zu betreiben: Von Brüssel, Mecheln oder dem jeweiligen Aufenthalt des Statthalters der Burgundischen Niederlande zum Aufenthaltsort König Maximilians I.

In diesem Postvertrag wurden erstmals Beförderungszeiten für den Sommer und Winter festgelegt:

Brüssel-Innsbruck 5,5 Tage (Winter 6,5 Tage)

Brüssel-Paris 44 Stunden (Winter 54 Stunden)

Brüssel-Blois 2,5 Tage (Winter 3 Tage)

Brüssel-Lyon 4 Tage (Winter 5 Tage)

Brüssel-Granada 15 Tage (Winter 18 Tage)

Brüssel-Toledo 12 Tage (Winter 14 Tage)

Für die Einhaltung dieses Vertrages sollte Franz von Taxis mit Leib, Leben und Habe haften.

Mit dem Tod Philipps des Schönen am 25. September 1506 änderte sich die Situation grundlegend. Maximilian setzte seine Tochter Margarethe als Statthalterin der Niederlande und Erzieherin ihres minderjährigen Neffen Karl ein.

Sie weigerte sich, die teuren Stafetten zu bezahlen. So beklagte sich Franz von Taxis mehrfach, dass er aus Geldmangel keine Postreiter stationieren und neue Stafetten organisieren könnte.

Wegen der Bezahlung gab es auch Querelen zwischen der Innsbrucker Kanzlei Maximilians und Margarethes Hofhaltung. Das änderte sich erst, als Karl V. als Herzog von Burgund am 5. Januar 1515 vorzeitig für grossjährig erklärt wurde und Margarethe absetzte.

Postvertrag von 1516 – In diesem Vertrag bezeichnete König Karl sowohl Franz als auch Johann Baptista als seine Hauptpostmeister und einzige Post- und Kuriermeister. Franz und Johann Baptista verpflichteten sich, Postreiter zum französischen Königshof sowie zum Hof Maximilians zu stationieren. Auf jeder Wechselstation mit Ausnahme von abgelegenen Routen sollten zwei Pferde gehalten werden.

Entscheidend waren folgende Passagen des Vertrages: Die Stafetten durften nur für königliche Briefe und Botschaften in Gang gesetzt werden, was im Klartext ein Verbot der privaten Briefbeförderung bedeutete.

Ohne Erlaubnis der beiden Hauptpostmeister durfte niemand den Postdienst ausüben und Postpferde halten. Franz und Johann Baptista waren berechtigt, ihre Untergebenen zu bestrafen, womit ihnen Karl viel Handlungsspielraum einräumte.

Franz von Taxis starb zwischen dem 30. November und 20. Dezember 1517, und Karl schloss am 20. Dezember 1517 mit dem Nachfolger Johann Baptista (1470–1541) sowie dem in Spanien tätigen Maffeo von Taxis einen neuen Vertrag ab.

Die Postverträge von 1505, 1516 von 1517 waren der Grundstein für den Aufstieg der Taxis-Familie und die spätere Monopolstellung der Thurn und Taxis im historischen Postwesen.

Als die Taxis 1624 nach Brüssel übersiedelten und in der erblichen Grafenstand erhoben wurden, brauchten sie zur Legitimierung für den beabsichtigten weiteren Aufstieg in den Hochadel eine illustre Abstammung.

Alexandrine von Taxis beauftragte Genealogen, die Herkunft der Taxis zu „klären“, die bislang nur als kleines, in den Kaufmannsstand gewechseltes Rittergeschlecht galten.

Diese behaupteten nun, dass die Taxis vom italienischen Adelsgeschlecht der Torriani, bzw. della Torre, abstammten, die bis 1311 in Mailand und der Lombardei geherrscht hatten.

Daraufhin beantragten die Taxis beim Kaiser eine Namensänderung. Bei der Eindeutschung wurde der Turm (Torre) zu Thurn und der zinnenbekrönte Turm der Torriani wurde dem Dachs als Wappenmehrung hinzugefügt.

Kaiser Leopold verlieh im Jahr 1695 dem Haus den Fürstentitel.

Die Nachfahren betrieben die Kaiserliche Reichspost als erbliche Generalpostmeister von Brüssel aus, ab 1701 von Frankfurt am Main und ab 1748 von Regensburg aus.

Nach der Auflösung des Heiligen Römischen Reichs 1806 übernahmen einige Nachfolgestaaten die Einrichtungen der Taxis’schen Reichspost gegen Abfindung in Staatsregie, andere beauftragten die Familie mit der Weiterführung als Privatunternehmen, der Thurn-und-Taxis-Post, die bis 1867 wieder von Frankfurt aus geführt wurde. Dadurch kam die Familie auch mit der Familie Rothschild in Kontakt, die ihr Stammhaus auch in Frankfurt hatten.

Knapp 400 Jahre lang, bis 1867, beherrschte das aus der Lombardei stammende Adelsgeschlecht das Postwesen in Europa.

Als 1867 diese Ära endete – Fürst Maximilian Karl von Thurn und Taxis wurde praktisch gezwungen, sein Postmonopol an den preussischen Staat abzutreten –, investierte die Fürstenfamilie die damals beträchtliche Entschädigungssumme von drei Millionen Talern nicht nur in riesige Ländereien in Europa und Übersee, sondern auch in Industriebetriebe und Brauereien.

Der Reichtum der Thurn & Taxis wurde durch viele historische Umbrüche hindurch bewahrt, und gilt bis heute als grösster privater Grundbesitzer Deutschlands.

Die heutigen Familiemitglieder:

Johannes von Thurn und Taxis (1926-1990) war der älteste Sohn von vier Kindern des Karl August von Thurn und Taxis (1898–1982) und seiner Ehefrau Maria Anna von Braganza (1899–1971).

Sein Grossvater Albert von Thurn und Taxis starb 1952. Dieser hatte seinen Enkel Johannes testamentarisch zum Universalerben des riesigen Vermögens der Thurn und Taxis eingesetzt.

Nachdem er Gloria Gräfin von Schönburg-Glauchau kennengelernt hatte, heiratete er sie am 30. Mai 1980. Er war Ritter des souveränen Malteserordens (Er heiratete in der Uniform des Ordens.)

(Der jüngere Bruder von Gloria, Alexander von Schönburg-Glauchau sitzt in der Chefredaktion der Bild-Zeitung).

Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor:

Maria Theresia Ludowika Klothilde Helene Alexandra (* 28. November 1980 in Regensburg)

Elisabeth Margarete Maria Anna Beatriz (* 24. März 1982 in Regensburg)

Albert (II.) Maria Lamoral Miguel Johannes Gabriel (* 24. Juni 1983 in Regensburg), 12. Oberhaupt der Familie Thurn und Taxis (1990), bis 2001 unter der Vormundschaft seiner Mutter Gloria.

1986 feierte Fürst Johannes seinen 60. Geburtstag mit einem Rokoko-Maskenball, den seine Frau Gloria für ihn organsiert hatte. Die Fürstin erschien mit halbmeterhoher Perücke, einem Diadem von Marie Antoinette und besang die Liebe zu ihrem Gatten im Marilyn-Monroe-Stil mit „Oh, Johnny…“. Zur Feier des Tages servierte man dem Fürsten ausserdem eine Torte, die 60 Marzipan-Penisse schmückten.

Das genau Vermögen der Familie zu beziffern ist nicht einfach. Dass es beträchtlich sein dürfte, ist aber unbestritten. Das Magazin „Forbes“ führt den Chef des Hauses, Fürst Albert, auf seiner Liste der Milliardäre weltweit.

Als sein Vater, Fürst Johannes, 1990 starb, galt dieser als einer der reichsten Männer Europas. Neben zahlreichen Schlössern gehörte der Familie damals ein Firmenimperium, eine Brauerei und eine Privatbank.

Gloria von Thurn und Taxis mag die prominenteste Vertreterin des Hauses sein, Familienoberhaupt ist aber ihr Sohn, Fürst Albert von Thurn und Taxis. Der 37-Jährige ist studierter Volkswirt und begeisterter Rennfahrer.

Verheiratet ist Fürst Albert noch nicht – und damit einer der begehrtesten Junggesellen des europäischen Hochadels.

Glorias älteste Tochter Maria Theresia (41) lebt als Journalistin und Künstlerin in London und ist seit 2014 mit dem britischen Maler Hugo Wilson verheiratet. Das Paar hat zwei Töchter: Mafalda und Maya.

Die 39-jährige Elizabeth lebt in New York und ist gern gesehener Gast auf den Modeschauen dieser Welt: Die Prinzessin arbeitet als Fashion-Journalistin, unter anderem für die amerikanische Vogue. Elizabeth gewährt besonders offen Einblick in den Alltag einer Hochadligen – sie hat einen sehr aktiven Instagram-Account.

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