Imbolc (Lichterfest)

Namen: Imbolc, Imbolg, Kerzenfest, Lichterfest, Lichtmeß, Disenopfer, Disenblod, Disablod, Fröblót
Kategorie: Vollmondfest Hauptfest, Mondfest zu Vollmond, keltisch
Datum: beweglicher Feiertag am 2. Jahresvollmond (um den 1. Februar)
Astrologischer Zeitpunkt: Sonne ca. 15° (Mitte) im Wassermann
Bedeutung im Jahresrad: Wintermitte, Beginn der Wachstumszeit
Christliche Entsprechung: Lichtmeß
Art des Feiertages: Kerzenfest, Lichterfest, Fest der Reinigung und der Fruchtbarkeit
Symbole: Kerze, Herdfeuer, Milch, Schneeglöckchen

Bedeutung:
Imbolc ist der Tag zwischen der Wiedergeburt des Lichts und der Manifestation des Lebens an sich. Es wird mit Reinheit, Unschuld und den jungen, frischen Trieben im Winterfrost assoziiert. Was zur Wintersonnewende geboren wurde, beginnt sich zu festigen. Nur wer seine Nase zu früh herausstreckt, wird sich mit den bevorstehenden Frühjahrsstürmen und den letzten Frösten auseinandersetzen müssen.

Es ist also auch eine Zeit des Stillhaltens, des Wartens. In dieser Zeit sind die meisten Wintervorräte aufgebraucht. Es ist also wichtig, mit den verbleibenden Reserven sorgfältig und bedacht umzugehen, wohl wissend, daß es mit Riesenschritten auf die lichtvolle Jahreszeit zugeht.

Zu Imbolc ist das Licht soweit vorangeschritten, daß das Abendbrot bereits bei natürlichem Licht eingenommen werden kann. Endlich endet die Zeit, in der man morgens im Dunkeln das Haus verläßt und abends im Dunkeln heimkommt. Das Licht hat über die Dunkelheit gesiegt. Das erste Frühlingslicht wird mit Fackeln und Kerzen begrüßt und so verstärkt.

Imbolc feiert das dank der weiblichen Fähigkeiten zu gebären, zu ernähren und zu schützen wieder in Gang kommende Leben. Aber nicht nur das Leben auf der Erde, auch das Sonnenlicht kommt zurück. Anfang Februar werden die Tage merklich länger (verglichen mit der Wintersonnenwende um rund eine Stunde und zwanzig Minuten). Das Heranwachsen der Sonne und das damit verbundene Versprechen neuen Lebens wird ebenso gefeiert.

Das erste Frühlingslicht wird mit Fackeln und Kerzen begrüßt und verstärkt, um die Reise der langsam aufsteigenden Sonne zu beschleunigen. Die Menschen entzünden zur Unterstützung der wachsenden Sonne und des Lichts und ihr zu Ehren eine (meist weiße) Kerze in der Abenddämmerung im Haus oder in der Wohnung, um sie die Nacht hindurch bis zur Morgendämmerung brennen zu lassen.

etymologisch:
Es gibt viele Schreibweisen für „Imbolc“, aber diese hier ist die vorherrschend international anerkannte, weil sie angloamerikanisiert ist. Das Wort „Imbolc“ entstammt wahrscheinlich dem keltischen „óimelc“, „imolg“ beziehungsweise „imbulc“, welche sich von „oi“ (kelt.: Schaf), und „melcg“ (kelt.: Milch) herleitet. Das heißt, Imbolc definiert den Frühlingsanfang als den Zeitpunkt, ab dem die Mutterschafe für die ersten Lämmer Milch produzieren.

Einer anderen Interpretation zufolge bedeutet Imbolc übersetzt „im Balg“ (im Bauch) und meint, daß kurz vor der Geburt stehende neue Leben in der Natur, im Schoß der Erde, aber auch das Ausbrüten (schwanger gehen) neuer Pläne und Ideen. Nur ist es noch zu früh, um diese Pläne zu zeigen und umzusetzen, sie sind noch nicht spruchreif.

Imbolc ist auch bekannt als „Lichtmeß“ (engl.: Candlemes). Der Ursprung der Bezeichnung „Lichtmeß“ ist nicht eindeutig überliefert. Die eine Möglichkeit ist die Abstammung vom mittelhochdeutschen „mezzen“ (verkünden, ankündigen), also die Verkündung des beginnenden Lichtes. Die zweite Möglichkeit kommt vom Wortstamm „mezz“ (trennen, abschneiden – heute noch zu finden in Begriffen wie Metzger, Steinmetz oder Gemetzel) und wird so interpretiert, daß man das (künstliche) Licht wieder „missen“, also wieder ohne Kerzen leben kann.

Der nordische Name Disablod oder Disenblod bedeutet Disenopfer. Der altschwedische Name Fröblót bedeutet Opfer für Freyr und weist diesen Gott im Norden als Schutzherrn des Festes aus.

Zeitpunkt:
Imbolc ist ein Vollmondfest und daher ein beweglicher Feiertag, der am 2. Vollmond des Mondjahres gefeiert wird. Annähernd ist dies der Vollmond um den 1. Februar. Manche feiern Imbolc aber auch am 14. Februar als heidnische Form des Valentinstages. Übrigens feiert man Imbolc auch in Australien und Neuseeland, aber durch die jahreszeitliche Verschiebung auf der Südhalbkugel erst um den 1. August.

Jahresrad:
Im Jahresrad steht Imbolc für den Zeitpunkt, an dem das Licht schon wieder deutlich kräftiger und die Tage länger geworden sind. Man merkt jetzt, daß das Licht allmählich die Oberhand über die Dunkelheit zu gewinnen beginnt. Doch noch sind die Nächte länger als die Tage, aber das junge Licht gibt Hoffnung auf den bald endenden Winter. Dennoch ist die meteorologische Wintermitte die kälteste Zeit des Jahres, aber die Hoffnung auf das wachsende Licht wärmt innerlich.

Natur:
Die Tage werden schon merklich länger, doch die Nacht ist immer noch länger als der Tag. Es ist die kälteste Zeit im Jahr und meteorologisch die Wintermitte. Zu dieser Zeit bedeckt meist Schnee und Eis die Natur. Imbolc ist der allmähliche Beginn des Frühlings, denn das neue Leben ruht noch im Schoß der Erde, beginnt sich aber schon zu zeigen.

Die Keime des letzten Jahres schlummern im Bauch der Erde, fangen aber bereits an zu wachsen. Man sieht sie noch nicht, aber sie sind da und beginnen mit ihrem Wachstum nach oben zum Licht. Die Saat der letzten Monate geht auf. Die Herrschaft des Winters wird jedoch schon durch wärmende Sonnenstrahlen geschwächt, welche die Schneeglöckchen und Krokusse aus der weißen Pracht hervorschauen lassen. In der ländlichen Gemeinschaft freut man sich über die Geburt der ersten Lämmer.

Imbolc ist ein Wendepunkt des Jahres, an dem die Wachstumszeit beginnt. Die ersten Schneeglöckchen leuchten weiß und versprechen den Frühlingsbeginn. Die Schneeschmelze hat begonnen, und mit wilder Kraft sprudeln die Bergbäche die Hänge hinab, vereinigen sich mit den Flüssen und erfüllen das ganze Land mit sehnsuchtsvoller Erwartung und Leben.

Heiden:
Imbolc ist ein Synonym für die junge Sonne, kurz nach ihrer Wiedergeburt zu Jul (Wintersonnenwende, 21. Dezember). Der gehörnte Sonnengott ist noch ein Kind, das heranwächst. Dazu passend ist auch die Milch als Symbol dieses Festes, repräsentiert durch die frühe Milch der Schafe. Es ist Zeit, das Heranwachsen des Sonnengottes und das damit verbundene Versprechen neuen Lebens zu feiern. Auch die Erde tritt wieder in ihre Jugendphase ein und reift bis zum Ausbrechen des Grüns. Die Göttin wird als unschuldiges junges Mädchen in Weiß dargestellt, welches die Reife erst zu Beltane (um den 30. April) erreichen wird.

Germanen:
Man feierte Imbolc zu Ehren jener Götter, deren Aspekte die Schmiedekunst, die Dichtkunst und die Heilung sind, besonders aber ist es ein Fest des Gottes Thor, der zu dieser Zeit die Eisriesen erschlagen hat, und der Göttin Iduna, die den Asen mit goldenen Lebensäpfeln die verjüngende Lebenskraft schenkt.

Es wurde auf einem Berg kultisch ein Feuer entzündet. Aber auch Freyr, dem Licht und Fruchtbarkeitsgott, war dieses Fest gewidmet. Dazu wurde eine Puppe aus Stroh oder Heu auf einem Berg angezündet, die den Winter symbolisierte, als Zeichen von dessen Niederlage. In lärmenden Umzügen wurde der Winter ausgetrieben und der kommende Frühling begrüßt. Das Vieh wurde mit Haselnuß- und Birkenzweigen berührt, damit es fruchtbarer werden sollte.

Das Mahl zum Disenopfer fand noch am hellen Abend statt und es wurde für die Disen ein Opfergedeck mit aufgetragen. Während dem Mahl galten die Trinksprüche vor allem Freyr, Iduna, der Erdgöttin Gerða, den Disen und den Ahnen.

Kelten:
Imbolc war das Fest der keltischen Göttin Brid, die später im Zuge der Christianisierung zur heiligen Brigid oder Brigit umbenannt wurde. Brid ist eine dreifaltige Göttin der schönen Künste, der Inspiration, der Schmiedekunst und des Feuers, sowie Schutzpatronin der Ärzte und Hebammen. Imbolc wurde mit rituellen Reinigungen, Opfern und Pferdewettläufen zelebriert. Man entzündete nächtliche heilige Feuer, die Kraft und Hitze der Lebenskraft symbolisieren sollten aber auch den Werkstoff des Schmiedes und die Triebkraft der Inspiration. Die Kelten feierten an diesen Tagen die Rückkehr des Sonnenlichts nach dem langen Winter.

Brid besaß eine rein weibliche Priesterschaft, möglicherweise wurden Männer vom Kult ausgeschlossen. In der Hand hielt sie strahlendes Licht, daß sie aus sich herausgebracht hat, als Symbol für die Sonne. Dargestellt wurde sie zu Imbolc als junge Frau ganz in Weiß mit einem Lichter- beziehungsweise Kerzenkranz auf dem Kopf. Das englische Wort „Bride“ (Braut) wird dem Ursprung nach auf Brid zurückgeführt. Das Schneeglöckchen wurde als Brids heilige Pflanze verehrt, da es den Sieg über den Winter verkündet und wie die Göttin Weiß trägt.

An ihrem Schrein, in der Irischen Stadt Kildare, unterhielt eine Gruppe von 19 Priesterinnen eine ewige Flamme, um Brid zu ehren. Sie wurde auch wegen der Kraft ihres Feuers verehrt. Die Flamme wurde auch mit der eigenen Sexualität gleichgestellt. Brid verkörperte für Frauen die unerschrockene, offene Sexualität und der sichere Ausdruck ihrer sexuellen Energien. Sie wurde auch wegen ihres Wissens um sexuelle Geheimnisse geachtet. Imbolc ist auch das Fest für die Belange der Frauen, der Familie und des Heimes.

Zu Imbolc waren die Kelten immer sehr beschäftigt. Es wurde Brot gebacken und Butter gemacht, denn für die Kelten waren Brot und Butter heilig. Auch die keltische Handarbeit fand zum Imbolc-Fest immer ihren Höhepunkt.

Alle Riten, die heute in Irland offen zelebriert werden, sind Mischformen aus altreligiösen und heidnischen Bestandteilen. Noch zu Beginn des letzten Jahrhunderts war es in irischen Dörfern Sitte, daß sich zu Imbolc vor allem junge Frauen in antike Kleider hüllten, um das Bild der heidnischen Brid durch die Gassen zu tragen. Sie gingen dabei von Haus zu Haus und bettelten um Geld für die arme Brid, Brigid oder Biddy. Die Almosen kamen der Gemeinde zugute, zumal die Leute gern gaben, denn eine Spende für Brid brachte Glück. Auch das kommende Wetter wurde nach diesem Tag bestimmt. Schien die Sonne, kam der Winter noch einmal zurück, gab es Regen, hatte der Winter keine Chance mehr.

Ein anderer Brauch wurde im schottischen Hochland und in Cornwall praktiziert. In Nottinghamshire zum Beispiel wurde eine Kerze auf die Wiege neben dem Altar gestellt, und der Pfarrer schaukelte das letzte Kind, das getauft wurde (unverkennbar ein heidnisches Wiedergeburtsritual, das die Kirche übernommen hatte). Es erinnert an die Tradition von Brigids Bett, bei der die Herrin des Hauses und ihre Dienerinnen ein Getreidebündel nahmen, es als Frau verkleideten und in einen großen Weidenkorb legten, neben dem ein Knüppel lag. Dann riefen sie „Brigid komme! Sei willkommen, Brigid!“ Dies geschah kurz bevor alle zu Bett gingen. Am nächsten Morgen suchten die Frauen nach Fußspuren in der Herdasche, um zu sehen, ob Brigid in der Nacht gekommen war.

Christen:
Die Tradition des Imbolc findet sich im christlichen Mariä Lichtmeß wieder. An dem Tag werden alle Kirchen-Kerzen für das kommende Jahr gesegnet, die dann zu allen möglichen Gelegenheiten entzündet werden. Auf speziellen Kerzen befand sich früher sogar ein Pentagramm, welches dann gegen Hexen und Zauberei wirken sollte.

Die katholische Kirche versuchte, Imbolc und Brigid auszulöschen, indem sie einfach das christliche Lichtmeß darüberstülpte und es als Reinigungsfest erklärte. In der Bibel steht, daß eine Frau nach der Geburt eines Kindes unrein ist. Sie muß sich nach jüdischem Gesetz 40 Tage danach einem speziellen Reinigungsritus unterziehen, um wieder in die Gemeinde aufgenommen werden zu können.

Die christliche Auffassung ging sogar soweit, daß sich Frauen nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage, aber nach der Geburt eines Mädchens 80 Tage reinigen mußten. Frauen wurden als doppelt so unrein angesehen wie die Männer.

Das kirchliche Fest Mariä Lichtmeß bezieht sich auf Maria, weil zu diesem Zeitpunkt seit der Geburt Jesu (theoretisch) 40 Tage vergangen sind. So paßte die Lage von Imbolc ungefähr ca. 40 Tage nach Jul beziehungsweise Weihnachten der Kirche ganz gut ins Konzept. Auch hier ist der Reinigungsaspekt dieses Festes nicht zu übersehen. Später wurde durch ein Konzil versucht, Mariä Lichtmeß abzuschaffen, da die „Jungfrau“ Maria durch die Geburt Christi angeblich keine Befleckung erlitten hatte und deshalb auch nicht gereinigt werden müsse.

Die keltische Göttin Brigid wurde von der Kirche zur Heiligen erklärt (was für ein Abstieg für eine Göttin), nachdem sie nach wie vor vom Volk verehrt wurde. Der Papst wollte lieber eine christliche Heilige verehren lassen als eine heidnische Göttin. Aus Brigid wurde somit Bridgit oder Brigitta. Sie wurde als Nonne in den Geschichtsbücher verewigt, die ein Kloster in Kildare gegründet haben soll. Ironischerweise war genau dieses Kloster in Kildare wegen seiner Heilungswunder und Fruchtbarkeitsmagie bekannt.

Die daraus entstandene irische „Heilige“ Brigitta von Kildare, die am 1. Februar gefeiert wird, ist daher unhistorisch, hat nie existiert und ist nur ein Pseudonym für die Göttin Brigid. Die Nonnen in der Gefolgschaft der Heiligen Brigid sind natürlich die gleichen Frauen, die bereits vor Jahrhunderten die heilige Flamme bei Kildare hüteten.

historisch:
Mit Imbolc pflegte das Schottische Jahr zu beginnen. In Irland begann jetzt das Pflügen. Es ist auch der Zeitpunkt des Festes des armenischen Feuergottes Mihr. Von dem Brauch, den Winter mit Lärm und Mummenschanz endgültig zu vertreiben, rührt der heutige Karneval her, der ebenfalls in diese Zeit fällt. In altrömischer Zeit pflegten um Imbolc herum die Priester des Pan, die Luperci, nackt bis auf einen Lendenschurz aus Ziegenleder, durch die Gassen zu laufen und mit ihren Ziegenlederriemen jeden zu schlagen, der ihnen begegnete – vor allem verheiratete Frauen, die dadurch Fruchtbarkeit erlangen sollten.

Brauchtum:
Als Sinnbild für das erste aufkeimende Leben in der Natur zündet man bei Abenddämmerung eine Kerze an, die bis zum frühen Morgen bei Sonnenaufgang des nächsten Tages brennen soll. In früheren Jahren wurden in der Winterzeit vor Imbolc die Kerzen der Familie gefertigt und zu Imbolc geweiht. Diesem Wachs wurde hohe Schutzkraft zugeschrieben. Auch heute ist es schön, eine selbstgemachte Kerze zu verwenden.

Diese Kerzen wurden in Notsituationen, bei Geburten, am Krankenbett oder in Sterbesituationen angezündet, um den Schutz und die Unterstützung der geistigen Welten zu erhalten. Eine zehnfach höhere Wirkung wurde diesen Kerzen zugesprochen, wenn Imbolc auf einen Sonntag fiel. In der Imbolc-Nacht wurden ebenfalls die Bienenstöcke gesegnet, in denen der Wachs für die Kerzen entstand. Vielerorts werden auch heute noch Lichterprozessionen von Kindern durchgeführt. Sie verkörpern die Unschuld des Neubeginns.

Am Marktplatz versammelten sich die Männer des Dorfes, um mit dem Knallen ihren Peitschen die bösen Geister des Winters zu vertreiben (Aperschnalzen). Oft unter Lärmen, mit Besen und magischen Räucherungen wurden die Geister des nahezu vergangenen Winters aus dem Haus getrieben. Ein Brauch der sich heute noch in den Umtrieben zur Faschingszeit wiederfindet.

Aus Westfalen sind Frauentänze überliefert, bei denen die sich nähernden jungen Männer eins mit der Holundergerte übergezogen bekamen. Die Zeit zum Freien (Beltane) ist noch nicht gekommen, denn Imbolc ist das Fest der Reinheit und Unschuld. Allerdings lauschten die jungen Mädchen schon in die Zukunft und fragten sich, was für einen Ehemann sie wohl erhalten würden. Ein alter Brauch war es, daß die jungen Mädchen in dieser Nacht vor das Dorf gingen und auf das Hundegebell warteten. Aus der Richtung, aus welcher der Hund bellte, sollte der spätere Freier auftauchen.

Im alten Europa wurde Imbolc mit einer Lichtprozession gefeiert um die Felder vor der Pflanzzeit zu reinigen und zu düngen und den Göttern und Geistern der Landwirtschaft zu danken. In früher Zeit fiel das Festmahl des Tages in der Regel karg aus. Man aß das, was von der Ernte im letzten Jahr übrig geblieben war, also getrocknete Früchte, Stockfisch, Getreide. Wer mag, kann nach alter Sitte einen Beutel oder ein Glas voller Samen segnen und über Nacht im Mondlicht stehen lassen. Die Samen werden dann bis Ostara (21. März) aufbewahrt und dann gepflanzt.

Die Pflanzen von Imbolc sind die Birke und das Schneeglöckchen. Das Schneeglöckchen stößt seine Blüte durch den Schnee. Die weiße Blüte und das Weiß des Schnees stehen für Reinheit, die Pflanze selbst für das erste Wachstum in der Pflanzenwelt. Die Birke mit ihrem weißen Stamm ist ebenfalls ein Symbol für Reinheit. Traditionell wurden an diesem Tag die neuen Dienstboten eingestellt, die im Frühjahr und Sommer benötigt wurden, ein Zeichen der leise beginnenden Betriebsamkeit.

spirituell:
Imbolc bezeichnet den Zeitpunkt für neu hereinströmende Lebenskraft und Lebensfreude, Abstand vom Alten und Verstaubtem. Die winterliche Zurückgezogenheit weicht dem Herausgehen. „Februum“ (lat.: Reinigung oder Versöhnung) benennt diesen Monat ebenfalls als Monat der Säuberung. Imbolc ist eine Zeit der Läuterung, der Reinigung, der Heilung und der Mäßigung. Die Fenster werden geöffnet, alles wird gereinigt. Das Haus wird geputzt, Staub, Spinnweben und Dreck werden ausgefegt, man spürt förmlich, wie ein frischer Wind durch das Jahr streicht.

Nicht mehr Benötigtes wird verbrannt und mit dieser durch das Feuer transformierenden Reinigung trennt man sich von Belastendem, um so die frische Aufbruchskraft nicht unnötig zu schwächen. Man sollte die eigenen Gedanken endgültig vom nutzlosen Ballast des vergangenen Jahres reinigen und die vom Winter eventuell verdunkelte Seele durch einen meditativen Lichtstrahl ausleuchten, um die eingeschmuggelten inneren Dämonen zu vertreiben.

Selbst Hausschmuck, Gebinde und alles übriggebliebene Grünzeug von der Jul-Feier vom vergangenen Jahr werden verbrannt, da sich in ihnen Kräfte, Geister und Kobolde der Vergangenheit verbergen könnten (stellvertretend für psychische Altlasten). Man kann das Lichtbringen durch das endgültige Verbrennen unterstützen.

Loslassen, Aufbruch, Reinigung und Vorfreude auf den bevorstehenden Zyklus lassen die Herzen höher schlagen. Altes ist verarbeitet, sowohl mental als auch materiell und jeder wartet auf die bevorstehenden Erfahrungen. Neue Entschlüsse werden geplant, man nimmt Abschied von Ungewolltem und schmiedet Pläne für die Zukunft. Es ist ein guter Tag, um die eigenen Erwartungen und Wünsche an das kommende Jahr einer bäuerlichen Aussaat von Samen gleich in die Erde des Lebens zu säen.

Imbolc wird leise und besinnlich gefeiert, die abends entzündete Kerze spricht im Stillen vom zarten anfänglichen Licht. Imbolc ist ein Fest der Stille – in der Stille kann man das zarte Licht des Februars am Besten erfahren, das sanfte Licht einer Kerzenflamme spricht in der Stille zum Herzen. Es ist außerdem ein Vorbereitungsfest auf das große Ritual der zu Ostara folgenden Frühlings-Tag – und Nachtgleiche. Für manche ist es der Beginn einer rituellen Reinigungszeit, sowohl für das Haus als auch für den Körper. Manche beginnen eine sechswöchige Fastenzeit.

magisch:
Imbolc ist ein besinnliches Fest des erwachenden Lichts und der erwachenden Kräfte. Zum Zeichen der Reinigung kann man den Ritualort vorher mit dem Besen kehren. Als Opfer bietet sich frische Milch an, mit der man auch den Ritualkelch füllen kann. Man kann der Natur, den Disen oder auch Göttern wie Freyja, Perchta oder Brigid Milch opfern, stellvertretend für die Mutterliebe, die man selbst empfangen hat.

Rituelle Speisen zu diesem Anlaß sind traditionell alle getrockneten, eingemachten oder anders auf natürliche Weise konservierten Nahrungsmittel, so wie man sie früher zu dieser Zeit hatte. Imbolc ist auch die Zeit, in der viele junge, neue Hexen ihre Weihe empfangen. Thema Mythologie und Sagenhaftes aus dem hohen Norden Die Mythologie (von altgr. μυθολογια mythologia; zusammengesetzt aus μυθοι mythoi „Geschichten“ und λέγειν legein „erzählen“) bezeichnet die Lehre der gesamten Mythen eines Volkes und behandelt als ihren eigentlichen Gegenstand die aus der vorgeschichtlichen, d. h. vorliterarischen Zeit überlieferten Erzählungen, in … Weiterlesen

2 Gedanken zu „Imbolc (Lichterfest)

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