Religionsanalysen und ein paar Heilige Schriften der Religionsvernatiker

totoweise-religionsfreie-zone
Vorab: Ich bin kein Christ, kein Zionist, kein Moslem, oder sonst was. Ich bin auch kein Weißer, Grüner, Brauner, oder Schwarzer. Kein Linker, kein Rechter und kein Befürworter einer erfundenen Richtung. Jeder soll als Mensch respektiert und keiner vergöttert Sein. Ich bin nicht auf dieser Erde, um zu sein, wie andere mich gerne hätten.Man wird erkennen, wer den echten Frieden im Herzen trägt und ein Interesse an einem resperktvollen Weltfrieden aller Völker in gleichberechtigtem Zusammenleben hat.

Egal was ihr auf meinem Blog lesen könnt, meine Endrecherche ergibt folgendes.
Ihr liegt nun zum dritten mal, auf der katholischen Schlachtbank der Freimaurer und kabbalistischen Endzeitsekten. Das Monster sitzt in Rom ! Und seine Soldaten, waren damals wie Heute, die reGIERenden, der Verwaltungsapparat und ihre Medien. Es mag ja oft mal so ausgesehen haben, als wenn die Juden dahinter steckten, daß ist nicht ganz richtig. Schaut euch im gesamten Cesarischen-Staatssystem um und ihr werdet schnell zu der Erkenntnis kommen, es sind keine Juden! Es sind allesamt – Katholiken. Jesuiten und lutherchristen.

Die Wirtschaftsjuden stellen nur die Finanzmittel, Ehrungen und Auszeichnungen zur Verfügung. Es wiurde und wird, niemand gezwungen die Angebote zu nehmen. Der Rest – ist Macht und GIER

Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Wer stetig lügt und falsches spricht, der gebraucht da gern ein fremd Gesicht. Befasst euch mit dem Esausegen. Die Lügenmacht ist längst allumfassend und kann nur mehr mit diesem Teil aus ihrem eigenen Glauben gebrochen werden. Deutschland ist EDOM Und … Weiterlesen

Die Blutspur der Kirche: Die römisch-katholische Inquisition
Die Blutspur der Kirche: Genozid an den Inka, Maya, Azteken
Die Blutspur der Kirche: Der Klerus im Banne des großen Drachen
Die Blutspur der Kirche: Die Mord-Orgien der Kreuzfahrer
Die Blutspur der Kirche: Das Massaker an den Tieren
Die Blutspur der Kirche: Der schwarze Holocaust (Sklavenhandel)
Die Blutspur der Kirche: Verfolgung urchristlicher Gemeinschaften
Hexenverfolgung – Blutspur der Kirche Teil 7
Die dunkle Seite Martin Luthers – Luther einmal anders – Dokumentation

Der Beitrag bzw. das Onlinebuch zum Thema, ist noch nicht fertig. Da er ein wenig größer ist
Passende Bilder in den Absätzen für Lesepausen, und Verlinkungen zu anderen Beiträge, füge ich später ein
1. Die Tötung von Irrlehren und die Inquisition
1.1. Das Fehlen der Häretikertötung im ersten Jahrtausend
1.2. Die Übergangsphase von 1000 bis 1200
1.3. Die Katharer und ihre Bekämpfung
1.4. Die Inquisition
1.5. Zusammenfassung der Entwicklung
1.6. Anhang: Die Folter
2. Die Hexenverfolgung
3. Kreuzzüge und andere Kriege
3.1. Überblick über die Kreuzzüge
3.2. Kritische Aspekte des ersten Kreuzzugs
3.3. Der vierte Kreuzzug
3.4. Der Kinderkreuzzug und die Hirtenkreuzzüge
3.5. Heidenkreuzzüge
3.6. Die Konquista
3.7. Konfessionskriege
3.8. Waffensegen in den Weltkriegen?
4. Gewalt und Tötung in der kirchlichen Moraltheologie
4.1. Allgemeine Prinzipien
4.2. Das Tötungsverbot
4.3. Die sog. Lehre vom „gerechten Krieg“
Den Beitrag Inquisition, Hexenverfolgung, Kreuzzüge und Kriege,  findet ihr im folgenden Link. https://germanenherz.wordpress.com/2019/09/09/inquisition-hexenverfolgung-kreuzzuege-und-kriege/

ergänzend: Das Thema Kreuzzüge, hatte Ich hier im Blog schon mal, als separates Thema, und als kleines Onlinebuch gestellt
Die Kreuzzüge
1. Die Rechtfertigung für die Kreuzzüge
· 2. Auslöser der Kreuzzüge
· 3. Die Geschichte der Kreuzzüge
· 3.1. Der Erste Kreuzzug
· 3.1.1. Der Armenkreuzzug
· 3.1.2. Der Aufbruch der Ritter
· 3.1.3. Der eigentliche Kreuzzug
· 3.1.4. Die Belagerung von Jerusalem
· 3.1.5. Das Ergebnis des Ersten Kreuzzuges
· 3.1.6. Die Kreuzfahrerstaaten
· 3.1.7. Das Leben in den Kreuzfahrerstaaten
· 3.2. Der Zweite Kreuzzug
· 3.3. Der Dritte Kreuzzug
· 3.4. Der Vierte Kreuzzug
· 3.4.1. Der eigentliche Vierte Kreuzzug
· 3.4.2. Der Kinderkreuzzug
· 3.4.3. Der Angriff auf Damiette
· 3.5. Der Fünfte Kreuzzug
· 3.6. Der Sechste Kreuzzug
· 3.7. Der Siebte Kreuzzug
· 3.8. Der Aufstieg der Osmanen
· 4. Die Ritterorden
· 5. Ausrüstung und Kampfesweise
· 5.1. Die Ausrüstung der Kreuzritter
· 5.2. Die Kampfesweise der Ritter
· 5.3. Kampftaktik und Bewaffnung der Muslime
· 5.4. Die Belagerung . … Weiterlesen

Hosana Meus
Fortuna deus
Aeterna Teus
Mystre, Morte, Sancte Pior
Fortuna hosana deus
Legionus ab comae
Fortune fortuna equis
Ad pugnatoris in veritae
Hossana meus
Fortuna deus
Protego causa
In sanctus
Aeternus praetor
Firmitas semper
Coryphaeus
Rex Regis universe
(Prosay solis hosanna
Protego sanctus causa
Padre illuminata
Gloria in resurrectem
(Prosay solis hosanna
Protego sanctus causa
Padre alluminata
Gloria in unum diem)
Terra tenebrae
Telluris malus
Quisere pere
Curiatus
Genitor edo
In ex domino
Patris illuminata
Rex Regis universe
(Prosay solis hosanna
Protego sanctus causa
Padre illuminata
Gloria in resurrectem
(Prosay solis hosanna
Protego sanctus causa
Padre alluminata
Gloria in unum diem)
Lacrimosa, lacrimosa
In ex dominum
· . … Weiterlesen

Der Kirchenstift im Kinderpo, das machen die schon immer So

ergänzende Beiträge in meinem Blog

Die Christianisierung

10.08.2020 Schenkelklopfer des Tages

  Kann es wirklich sein, dass jemand, der den Betrug durch Wirecard jahrelang gedeckt hat, der dafür gesorgt hat, dass die Cum-Ex-Betrüger straflos mit einem Gewinn von 55,6 Mrd. Euro in die Verjährung gegangen sind, der die Konkursverschleppung der HSB-Bank in Hamburg zu verantworten und damit Anleger und Kleinsparer um viele Millionen Euro geprellt hat, jetzt nach dem Willen von Esken und Borjans Bundeskanzler werden soll? In was für einem Land leben wir eigentlich und ist Deutschland den Räubern und Betrügern anheim gefallen?“

Olaf Scholz ist ein Betrüger der von der Regierung gedeckt wird und den deutschen Steuerzahler betrogen hat. Eine Flucht nach vorne, denn der „Wirecard“- Untersuchungsausschuss droht. Um gut zwei Milliarden Euro geht es im Skandal um den Finanzdienstleister Wirecard.

Ein Finanzminister in Erklärungsnot: Olaf Scholz (62, SPD) musste sich bei einer Sondersitzung des Finanzausschusses den Fragen der Abgeordneten zur Wirecard-Affäre stellen.

Der Termin geriet phasenweise zum Spießrutenlauf. Denn: Bei der Wirecard-Affäre handelt es sich um den größten Bilanzbetrug in der deutschen Wirtschaftsgeschichte! Und Scholz ist als oberster Aufseher mittendrin.
Klar ist: Der Finanzkonzern hat Milliardenumsätze erfunden und so Anleger und Kunden um ihr Vermögen gebracht. Und klar ist auch: All das geschah unter den Augen der staatlichen Finanzaufsichtsbehörde Bafin, die der Finanzminister eigentlich kontrollieren soll!
Nach Wirecard und Augustus Intelligence
Guttenberg vermittelte US-Investmentbank Kontakt zur Bundesregierung
Schon in den Affären um den Zahlungsdienstleister Wirecard und das Start-up Augustus Intelligence fiel der Name Karl-Theodor zu Guttenberg. Nach Informationen von abgeordnetenwatch.de war der Ex-Minister auch für eine US-Investmentbank als Türöffner tätig. Für diese versuchte er einen Kontakt zu Wirtschaftsminister Peter Altmaier herzustellen – ohne Erfolg. Bei einem anderen CDU-Minister hatte er mehr Glück.
Es ist der dritte Fall binnen kurzer Zeit, in dem Karl-Theodor zu Guttenberg, ehemaliger Wirtschafts- und Verteidigungsminister (CSU), von sich reden macht: Für die US-Investmentbank BDT & Company ist Guttenberg nach Informationen von abgeordnetenwatch.de im Bundeswirtschaftsministerium vorstellig geworden, um Minister Peter Altmaier (CDU) zur Teilnahme an einer internen „Round-Table“-Veranstaltung im September 2018 zu gewinnen. Guttenberg habe dies in seiner Funktion als Berater („Senior Advisor“) des Unternehmens getan, Altmaier schlug die Einladung jedoch aus. Das geht aus einer Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des Linkenabgeordneten Niema Movassat hervor, die wir hier veröffentlichen.
Die diskret agierende Investmentbank BDT & Company aus Chicago, die eine Niederlassung in der Frankfurter Innenstadt hat, wurde vom Handelsblatt vor einiger Zeit als “Berater der Milliardäre” bezeichnet. Sie setzt ihren Schwerpunkt vor allem auf Investitionen in Familienunternehmen. So erwarb die Investmentsparte des Unternehmens im November 2019 rund 25 Prozent der ausstehenden Vorzugsaktien des Autozulieferers Schaeffler.
Doch Altmaier war nicht der einzige Bundesminister, zu dem Guttenberg einen Kontakt herzustellen versuchte. Im Namen von BDT & Company kontaktierte er auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), um diesen zu einem internationalen “Roundtable” mit 15 Vertretern von familien- und gründergeführten Unternehmen am 7. September 2018 einzuladen. Bei ihm hatte Guttenberg mehr Glück: Spahn sagte zu. Ob die zeitliche Überschneidung der beiden Veranstaltungen Zufall ist, oder Spahn gar für Altmaier einsprang, ist unklar. Das Bundesgesundheitsministerium blieb trotz mehrfacher Presseanfragen von abgeordnetenwatch.de eine Antwort schuldig.
Das Wirtschaftsministerium teilte auf Anfrage zu den Hintergründen von Guttenbergs Einladung an Altmaier mit, „dass wir bei der Vielzahl von Anfragen, die uns erreicht, die Gründe für Absagen nicht für jeden Einzelfall dokumentieren“. Des Weiteren gebe das Ministerium „zu nicht presseöffentlichen Terminen grundsätzlich keine Auskunft“.
Neu ist außerdem, dass Altmaier an einer von Guttenbergs Investment- und Beratungsfirma Spitzberg Partners organisierten Veranstaltung im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz am 15. Februar 2019 teilnahm, wie die Bundesregierung in ihrer Antwort auf die Anfrage Movassats einräumt.
Ex-Politiker als Türöffner für Unternehmen
Der Name Guttenberg war zuletzt auch im Zusammenhang mit zwei Affären aufgetaucht. Für das umstrittene US-Unternehmen Augustus Intelligence, in dessen Verwaltungsrat er saß, wandte sich der frühere Minister im September 2019 in einer E-Mail an das Büro von Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Offenbar mit dem Ziel eines Gesprächs“, wie die Bundesregierung in einer früheren Antwort auf eine Schriftliche Anfrage eines Abgeordneten mitteilte. Zu einem persönlichen Gespräch zwischen Merkel und Augustus-Vertretern kam es offenbar nicht.
Auch für den inzwischen insolventen Zahlungsdienstleister Wirecard lobbyierte Guttenberg bei der Bundesregierung. In einer E-Mail informierte er das Kanzleramt über den geplanten Markteintritt Wirecards in China und eruierte „die Möglichkeiten wohlwollender Begleitung im bilateralen Verhältnis mit China“. Mit Erfolg – die Thematik kam bei Merkels China-Besuch zur Sprache.
Der Bundestagsabgeordnete und Linken-Fraktionsgeschäftsführer Niema Movassat sieht die Aktivitäten des Ex-Ministers kritisch: „Das Vorgehen Karl-Theodor zu Guttenbergs zeigt einmal mehr, dass es klare Regeln für Ex-Spitzenpolitiker nach ihrer Zeit in Staatsämtern braucht. Dass Kontakte aus alten Zeiten nach der Politikerkarriere versilbert werden, ist ein Unding.“ Hinterzimmergespräche, „Round-Table“-Diskussionen und andere intransparente Veranstaltungen mit Bundesministern führten dazu, dass den Interessen einiger weniger wohlhabender Personen bei der Gesetzgebung ein viel zu großes Gewicht beigemessen werde. “Dass es sich bei den Terminen, zu denen Karl-Theodor zu Guttenberg einlädt, nicht bloß um Stammtischgespräche mit kleinen Leuten handelt, sollte jedem klar sein.

Auf Anweisung von Olaf Scholz gab der Zoll Hinweise nicht weiter.

Nach der Finanzaufsicht Bafin gerät nun eine weitere Behörde ins Zwielicht.
Die Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls soll Hinweise auf Unregelmäßigkeiten bei Wirecard gehabt haben, bevor der Skandal bekannt wurde – und sie nicht weitergegeben haben!
Laut „Süddeutsche Zeitung“ und „NDR“ gab die sogenannte Financial Intelligence Unit (FIU) nur wenige der zahlreichen Verdachtshinweise an die zuständigen Strafverfolgungsbehörden weiter.Größter Steuernraub der Geschichte
Über VIERZIG BANKEN sind in die Cum-Ex-Geschäfte verwickelt. Nahezu alle großen Namen. Die Rede ist von einer regelrechten Steuerhinterziehungsindustrie. Zweistellige Milliardensummen an Steuergeldern wurden geraubt. Die Banken zeigen sich kaum kooperativ. Das hier federführende Land NRW braucht dringend mehr Ermittler, doch Anderes hat Vorrang. Für NRW-Innenminister Herbert Reul (Bildmitte) haben Mafiaclankriminalität und Kindesmissbrauch momentan absolute Priorität. Bei manchen Cum-Ex-Sachen droht nun möglicherweise eine Verjährung. Ein Finanzskandal nach dem anderen. Und jedes mal ist Finanzminister und Kanzlerin offensichtlich involviert, streiten dies natürlich vehement ab. 14 Jahre CumEx, von denen 13 Jahre Merkel Kanzlerin war. Und sie will nichts davon gewusst haben? Schaden alleine für Deutschland 32 Milliarden. Aktuell der Finanzskandal um Wirecard. Wieder ist die Kanzlerin und Finanzminister involviert, natürlich wird dies genauso dreist geleugnet. Hier der z.Z. bezifferte Schaden fast 4 Milliarden. Bei CumEx hat man sich nun nach 7 Jahren entschlossen, die Vorgänge zu hinterfragen. Man stelle sich vor, dies wäre in Zeiten, in denen wir noch keine Diktatur hatten, passiert.
*Die Lufthoheit über unserer Kinderbetten verhindern!* Die Zerstörung der Familie ist eines der wichtigsten Ziele der Illuminaten.  Die Entmachtung von Familien ist eine alte linke Fantasie. Schon Marx und Engels schrieben, dass die Kindeserziehung dem Einfluss der bürgerlichen Familie entrissen und vergesellschaftet werden müsse, während die Familie als gesellschaftliche Institution schließlich ganz verschwinden solle! Die links-grünen Ideologen des Gender-Mainstreams versuchen seit vielen Jahren alles, um die Grundfesten der Gesellschaft, all das, was mit dem traditionell-konservativen Bild von Ehe und Familie zu tun hat, zu zerstören. Es begann mit der Entwertung des Begriffes der Ehe zwischen Mann und Frau durch die „Ehe für alle“, die schwere Schädigung der biologischen Geschlechter durch mehr als 100 Variationen des sozialen Geschlechtes. Familienzerstörung durch Kinderklau – durch willkürliche Beschlüsse und Jugendämter

In Beirut treten Minister für ihre Fehler zurück!
Und in Deutschland warten Minister auf die nächste Diätenerhöhung! Ja, sie lassen sich auch noch untereinander feiern und vergeben sich Preise, die sie als Weltenretter, Weltverbesserer und die besten Gutmenschen des Planeten präsentieren. Ausgestattet mit solchen Attributen, scheinen sie zu Denken, jedes Unrecht begehen zu können ohne eine Strafe erwarten zu müssen. Ich habe mal eine Umfrage zum Thema gestellt

Na, wer hat Euch die Mütze aufgesetzt, und in die ewige Knechtschaft der Kirchen getrieben ???

Die Textknechtschaft wird etwas größer, aber soviel vorab, daß ist alles – nichts neues.

Vorab schon mal zwei Bilder für den Geschichtsdummie, der uns gerade wieder verschachert hat
Der Denkerklub. Karikatur als Reaktion auf die Karlsbader Beschlüsse, Federlitographie, um 1819.

Na, wer hat Euch die Mütze aufgesetzt, und in die ewige Knechtschaft und den Menschenhandel der Kirchen getrieben ??? Nach der Aktion 2019 an der Kathedrale Notre-Dame, hätte ein Dominosteineffekt aller Kirchen, bis nach Rom folgen müßen

Vorab: Einfach mal Draufschauen, die Textknechtschaft ist noch nicht fertig. Und die, die mich seit meiner gästrigen Kritik an Georg, mich nun Blogen. Ihr gebt vor, euch für das Kindeswohl im Lande einzusetzen. Ihr seid Pfaffenschwanzlutscher und Heuchler.

Absatz 1  Vorgeschichte
Die Blutspur der Kirche: Die römisch-katholische Inquisition

Absatz 2 Das Hambacher Fest. Beim Wartburgfest 1817 und beim Hambacher Fest 1832 begehrten Studenten und Handwerker gegen fürstliche Willkür auf

Zusammenfassung:

  • Hambacher Fest vom 27. bis 30. Mai 1832 auf dem Hambacher Schloss bei Neustadt an der Haardt
  • am 27. Mai 1832 kamen auf dem Hambacher Schloss zwischen 20.000 und 30.000 Menschen zu einem großen Fest zusammen
  • in glühenden Reden wurden bürgerliche Freiheiten und die deutsche Einheit gefordert
  • gilt als Höhepunkt frühliberaler bürgerlicher Opposition in Restauration und Vormärz
  • Wurzeln in der Unzufriedenheit der Bevölkerung der Pfalz mit der Verwaltung der Region durch das Königreich Bayern
  • direkte Folge des Festes bestand in der staatsanwaltschaftlichen Verfolgung führender Persönlichkeiten des Vormärz
  • 13 Angeschuldigte wurden 1833 vor dem außerordentlichen Assisengericht (Schwurgericht) angeklagt
  • Verfahren endete zwar mit dem Freispruch der Hauptangeklagten, doch wurden diese anschließend in Zweibrücken und Frankenthal wegen angeblicher Beleidigungsdelikte vor Zuchtpolizeigerichte gestellt und verurteilt

Der Ursprung dieses revolutionären Geschehens fand sich in der Unzufriedenheit der Pfälzer Bevölkerung. Während der Napoleonischen Ära 1801-1815 wurde die Pfalz ein Teil der Französischen Republik und erlangte damit viele Fortschritte, wie z.B. die vermehrten Freiheitsrechte der Bevölkerung. Als 1816 durch den Wiener Kongress der Beschluss verkündet wird, dass die Pfalz nur als Rheinpfalz unter bayerische Verwaltung gestellt wird, gehen viele der neu erlangten Fortschritte wieder verloren. Außerdem wurde die Wirtschaft der Pfalz durch hohe Zölle und Steuern stark benachteiligt, so dass große Teile der Bevölkerung verarmten. 1830 kommt es dann zu einer noch strengeren Zensur, sodass die Publizisten Phillip Jakob Siebenpfeiffer und Johann Georg August Wirth reagierten und 1832 den „Deutschen Press- und Vaterlandsverein“ gründen, dessen Vorsitzender Friedrich Schüler wurde. Dieser Kreis organisierte am 27. Mai 1832 ein Volksfest, das, da es auf dem Hambacher Schlossberg stattfand, das Hambacher Fest genannt wurde. Motiv des Festes war die Bekanntgabe der politischen Einstellung des Kreises.

Auf dem Fest waren über 30.000 Menschen aus allen Bevölkerungsschichten und vielen Nationen anwesend. Vom Student bis zum Abgeordneten. Vom Franzosen bis zum Polen. Die Hauptforderungen waren Freiheit (Versammlungsfreiheit, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit), Bürgerrechte, nationale Einheit, eine Neuordnung Europas auf der Grundlage gleichberechtigter Völker, Volkssouveränität und religiöse Toleranz. Das Hambacher Fest war überdies auch der Beginn unserer Nationalflagge. Die schwarz-rot-goldenen Fahnen wurden das erste Mal beim Fest geschwenkt und sollten das Streben nach Freiheit, Bürgerrechten und Einheit symbolisieren. Jakob Siebenpfeiffer eröffnete die Feier mit den Worten: „Es lebe das freie, das einige Deutschland! Hoch leben die Polen, der Deutschen Verbündete! Hoch leben die Franken der Deutschen Brüder, die unsere Nationalität und unsere Selbständigkeit achten! Hoch lebe jedes Volk, das seine Ketten bricht und mit uns den Bund der Freiheit schwört! Vaterland – Volkshoheit – Völkerbund hoch!“ Am 28. Mai 1832, dem zweiten Tag des Hambacher Festes, trafen sich im Neustadter Schießhaus führende deutsche Demokraten und Liberale, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Zu einem Ergebnis kamen sie nicht. Doch die Folgen des Hambacher Festes waren groß und wider alle Erwartungen der Publizisten. Viele der Anführer wurden verurteilt und nachdem die Burschenschafter vergeblich versuchten mit dem Frankfurter Wachenansturm von der Hambacher Bewegung zur bewaffneten Revolution überzugehen, schränkte der Deutsche Bund die Versammlungs- und Pressefreiheit noch weiter ein. Die Publizisten Siebenpfeiffer und Wirth mussten in die Schweiz fliehen.

Die Deutschlandflagge – Herkunft und Bedeutung. Kaum eine Flagge auf der Welt, hat eine solch bewegte Geschichte wie die Flagge der Deutschen. Unzählige male änderte sie sich im Laufe der Zeit, oftmals angelegt auf die aktuelle politische Ausrichtung

Schon im Mittelalter wurden im deutschen Sprachraum die Farben Schwarz, Rot und Gold in der Heraldik sinnbildlich miteinander verbunden. Die Farbkombination Schwarz-Rot-Gold wurde danach erstmals im Jahr 1813 in den Befreiungskriegen gegen Napoleon verwendet, als die Soldaten des Lützowschen Freikorps, in denen zahlreiche Studenten dienten, eine entsprechende Farbanordnung auf ihren Uniformen trugen. Die Farben symbolisierten die Schwärze der Knechtschaft, aus der durch blutig-rote Schlachten das goldene Licht der Freiheit erreicht werden sollte. Im Jahr 1815 gründeten einige Studenten in Jena eine Burschenschaft, deren Farben Schwarz, Rot und Gold waren. Ende Mai 1832 fand das Hambacher Fest statt, auf dem für demokratische und nationale Ziele demonstriert wurde. Anlässlich dieser von 30.000 Teilnehmern besuchten Veranstaltung wurde zum ersten Mal eine Fahne mit schwarz-rot-goldenen Querbalken gezeigt.

Die Nationalversammlung entschied am 9. März 1848 in Frankfurt über die Nationalfarben Schwarz, Rot und Gold und legte auch die Nationalfahne mit schwarz-rot-goldenen Querstreifen fest. Auch die Flaggen der deutschen Reichsflotte zeigte zwischen 1848 und 1852 die schwarz-rot-goldene Trikolore.
Dagegen wiesen die Deutschlandfahnen des Norddeutschen Bundes ab 1867 eine schwarz-weiß-rot gestreifte Farbkombination auf. Schwarz-Weiß stand für die preußischen Anteile des Bundes und Rot-Weiß für die dem Norddeutschen Bund ebenfalls zugehörigen Hansestädte. Rot-Weiß war aber auch ein Erkennungsmerkmal Brandenburgs. Die schwarz-weiß-rote Flagge war zwischen 1871 und 1918 die Fahne des deutschen Reiches zwischen 1871 und 1918.

Die Deutschlandfahne und der „Flaggenstreit“

Nach dem ersten Weltkrieg legte die Verfassung der Weimarer Republik am 14. August 1919 Deutschlandflaggen mit schwarz-rot-goldenen Querbalken als Fahne fest. Im sogenannten „Flaggenstreit“ war zuvor eine heftige Auseinandersetzung über die Deutschlandfahnen geführt worden. Anhänger der Monarchie sowie die Nationalsozialisten setzten sich für schwarz-weiß-rote Deutschlandflaggen ein, während die Kommunisten und die USPD für einheitlich rote Deutschlandfahnen kämpften.

Während der nationalsozialistischen Zeit wurde neben der aus der Kaiserzeit stammenden schwarz-weiß-roten Flagge auch die Hakenkreuzflagge verwendet.

Der Verfassungskonvent von 1948, der einen Textentwurf des Grundgesetzes vorbereitete, entschied sich nach Abwägung zwischen verschiedensten Flaggenentwürfen für die Deutschlandfahnen in schwarz-weiß-goldener Querbalkenform. Beabsichtigt wurde mit der Auswahl dieser Form der Deutschlandflaggen die Sichtbarmachung einer rechtlichen Verbindung zwischen Weimarer Republik und Bundesrepublik Deutschland. Artikel 22 des am 23. Mai 1949 in Kraft getretenen Grundgesetzes legt fest: „Die Bundesflagge ist schwarz-rot-gold.“ Die Meinung in der Bevölkerung zu den Deutschlandfahnen war zu diesem Zeitpunkt aber noch sehr geteilt. Nach einer damals vorgenommenen Umfrage befürworteten jeweils ein Viertel der Befragten schwarz-rot-goldene und schwarz-weiß-rote Deutschlandflaggen, während sich die Hälfte der Bevölkerung hinsichtlich der Ausgestaltung der Deutschlandfahnen unschlüssig zeigte.

Absatz 3: Der Französisch – Preußischer Krieg 1870 / 1871

 1. Vorgeschichte

  • Napoleon III versuchte im Vorfeld des Preußisch – Österreichischen Krieges Keil zwischen den Ländern zu treiben
  • Aufgrund des schnellen Sieges von Preußen erreichte Frankreich nichts -> Preußen ging gestärkt aus Krieg hervor
  • Entstehung des Norddeutschen Bundes weitere Provokation gegenüber Frankreich
  • In den nächsten Jahren weitere Spannungsverschärfungen

2. Anlass

  • Bismarck hatte die telegraphische Antwort seines Mitarbeiters Heinrich Abeken über die Unterredung König Wilhelm I mit dem französischen Botschafter Graf Benedetti in Bad Ems so gekürzt veröffentlicht, (Emser Depesche) dass Frankreich die als Provokation und Kriegsgrund ansah
  • 10. Juli 1870 Kriegserklärung Frankreichs -> Grund: Spannungsverschärfungen, Emser Depesche
  • Ziel Bismarcks erfüllt -> Frankreich als Aggressor der Weltöffentlichkeit darzustellen

3. Ursache

  • Bismarck hatte französische Antwort einkalkuliert
  • Einzige Möglichkeit um Beistandsbündnisse ( Norddeutscher Bund + einzelne süddeutsche Staaten) einzufordern und “kleindeutsches Reich“ unter Führung Preußens und unter Ausschluß Österreichs zu erreichen

4. Verlauf

  • Frankreich schätze Preußen zu schwach ein
  • Niederlagen der französischen Armee in Weißenburg, Wörth, Vionville und Gravelotte
  • Entscheidende Niederlage in Sedan am 2. September 1870
  • 1 Tag später Kapitulation + Kriegsgefangenschaft Napoleon III
  • Paris revoltierte, setzte Kaiser ab, rief Republik aus, bildete “Regierung der nationalen Verteidigung“
  • 19. September Belagerung und Beschießung der Hauptstadt durch preußische Armee
  • 18. Januar 1871 wird Wilhelm I im Spiegelsaal von Versailles zum Kaiser gekrönt
  • 28. Januar 1871 Kapitulation Paris
  • 10. Mai Friedensvertrag

5. Folgen

  • Straßburger Eiden, Elsass und teil Lothringens wurden an Deutschland abgetreten
  • Kriegsentschädigungen in Höhe von 5 Milliarden Francs
  • Hohe Kriegsentschädigungen Ursache für Gründerzeitboom in Deutschland
  • Deutschland größte Volkswirtschaft der Welt -> hochmoderne, schlagkräftige Hochseeflotte, 3 Weltmacht neben Frankreich und England

Absatz 4: Die Reichsgründung von 1871 (wann, durch wen, wie, welche Kriege)

Zusammenfassung:

Die Reichsgründung, am 18. Januar 1871 durch die Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser vorläufig abgeschlossener Prozess der Entstehung des Deutschen Reiches. Die Revolution von 1848, der Deutsche Krieg gegen Österreich von 1866, die Gründung des Norddeutschen Bundes und der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 schufen die wesentlichen historischen Voraussetzungen für die Reichsgründung.

Nachdem die vier süddeutschen Staaten sich 1870 zum Eintritt in den Norddeutschen Bund bereit erklärt hatten und der preußische König den Kaisertitel in Versailles nach anfänglichem Zögern akzeptiert hatte, konnte die Reichsverfassung am 16. April 1871 in Kraft treten. Sie definierte das Reich als konstitutionell-monarchischen Bund aus 22 Einzelstaaten und drei Freien Städten. Der Reichstag aus zunächst 397 direkt gewählten Abgeordneten bildete das Parlament, in dem nach den ersten Wahlen vom 3. März 1871 die Nationalliberalen klar dominierten. Die Einzelstaaten konnten ihre Stimme im Bundesrat geltend machen, dem Otto von Bismarck als erster Reichskanzler vorstand. Darüber hinaus hatte Bismarck die Leitung über die Exekutive inne, während dem Kaiser als Staatsoberhaupt der Oberbefehl über das Heer zukam. Überproduktion, Spekulation und eine allgemein hektische wirtschaftliche Aktivität prägten die Gründerjahre, die Anfangsjahre des Deutschen Reiches, im wirtschaftlichen Bereich. Bismarcks 1871 begonnener Kulturkampf, der sich vor allem gegen die katholische Kirche richtete, belastete die Anfänge des Deutschen Reiches schwer.

Der Bruderkrieg mit Österreich:

1860 schloss sich Italien zum Nationalstaat zusammen. Dadurch wurde das strebten Deutschland nach Einheit verstärkt. Bismarck wollte ein einiges deutsche Reich, aber Österreich durfte nicht dazugehören, deshalb wollte er Österreich zerstören. Bei Königsgrätz wurde Österreich 1866 geschlagen. Friedensschluss drängte ihn aus dem Deutschen Bund hinaus, ließ ihm aber seinen Besitz. Bismarck sagte daraufhin: “Man muss einen bedeutenden Gegner entweder ganz schonen oder ganz vernichten.“ Letzteres wollte er nicht. Bruderkrieg brachte Preußen keine Landgewinne aus dem Besitz der Habsburger; es hielt sich dafür aber in Norddeutschland bei den Ländern schadlos, die mit Österreich gekämpft haben: Hannover, Kurhessen, Nassau und der Reichsstadt Frankfurt -> wurden preußischem Staat einverleibt, ferner Schleswig-Holstein. Jetzt erstreckt es sich zusammenhängend über ganz Norddeutschland.

Norddeutscher Bund:

Der Norddeutsche Bund ist der von Bismarck geschaffene, 1866–1871 bestehende dt. Bundesstaat. In ihm schlossen sich im Aug. 1866 die 17 Staaten, die auf preußischen Seite am Dt. Krieg beteiligt gewesen waren, mit Preußen zusammen, das Schleswig-Holstein, Hannover, Kurhessen, Nassau u. Frankfurt a. M. annektiert hatte. Durch Friedensverträge im Sept./Okt. 1866 traten auch Hessen-Darmstadt (nur mit seinem Gebiet nördlich des Mains), Reuß ältere Linie, Sachsen u. Sachsen-Meiningen dem Bund bei. Entsprechend der Verfassung, die am 16.4.1867 vom Norddt. Reichstag angenommen wurde u. am 1.7.1867 in Kraft trat, lag das Bundespräsidium mit dem Oberbefehl über das Bundesheer u. der Leitung der auswärtigen Politik beim preuß. König (Wilhelm I.). Dem Bundesrat, als »Zentralbehörde« u. oberstem Regierungsorgan, stand als einziger verantwortlicher Bundesminister der von Preußen zu ernennende Bundeskanzler (Bismarck) vor. Der Bundesrat u. der nach allg., gleichem u. geheimem Wahlrecht gewählte Reichstag übten die Gesetzgebung aus. Die Verfassung des Norddt. Bundes bildete die Grundlage für die Reichsverfassung von 1871. Außenpolitisch bedeutete die Gründung des Norddt. Bundes eine grundlegende Veränderung der europ. Staatenwelt. In der Mitte Europas trat an die Stelle des Dt. Bundes, der Traditionen des Hl. Röm. Reiches Dt. Nation bewahrte u. nur für eine defensive Politik geeignet war, eine neue nationale Großmacht. Der gleichzeitig vorgesehene süddt. Staatenbund (Vorfriede von Nikolsburg) kam nicht zustande. Der Norddt. Bund besaß durch den erneuerten Zollverein u. militär. Bündnisse über den Main hinausreichende Einflussmöglichkeiten. Innenpolitisch bedeutsam war die liberale Politik des Präs. des Bundeskanzleramtes, R. von Delbrück, u. der Reichstagsmehrheit aus Nationalliberalen u. Freikonservativen. Die eingeschränkt liberale innere Struktur des Dt. Reiches von 1871 wurde im polit., gesellschaftl. u. rechtl. Bereich vorgeformt; es entfaltete sich das in seinen Grundzügen bis heute bestehende Parteienspektrum.

Deutsch-Französischer Krieg 1870/71:

Der Deutsch-Französischer Krieg, Krieg von 1870/71 zwischen Frankreich auf der einen und den deutschen Staaten unter der Führung Preußens auf der anderen Seite, der dritte und letzte der Reichseinigungskriege. Dem Konflikt lag die Absicht Preußens bzw. des preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck zugrunde, Preußens Machtstellung in Europa auszubauen und zu diesem Zweck den Einfluss Frankreichs in Europa zurückzudrängen. Auf der anderen Seite versuchte der Kaiser der Franzosen, Napoleon III., in Frankreich und im Ausland das Ansehen wiederzugewinnen, das er auf Grund zahlreicher politischer Rückschläge verloren hatte, besonders in Folge des Deutschen Krieges von 1866 zwischen Preußen und Österreich, der die Kräfteverhältnisse in Europa deutlich zugunsten Preußens und zuungunsten Frankreichs verschoben hatte. Außerdem bedeutete die militärische Stärke Preußens, die im Krieg mit Österreich offenbar geworden war, eine ständige Bedrohung für Frankreich.

Die Ursachen

Das Ereignis, das schließlich direkt zum Ausbruch des Deutsch-Französischen Krieges führte, war die Kandidatur des Prinzen Leopold von Hohenzollern-Sigmaringen, eines entfernten Verwandten des preußischen Königs Wilhelm I., für den spanischen Thron, der durch die Spanische Revolution von 1868 frei geworden war. Wilhelm war gegen die Kandidatur Leopolds, aber Bismarck überredete Leopold zur Annahme des spanischen Thrones. Frankreich sah in der Übernahme des spanischen Thrones durch ein Mitglied des Hauses Hohenzollern und in einem möglich spanisch-preußischen Bündnis eine Störung des europäischen Kräftegleichgewichts und eine Gefährdung der Interessen Frankreichs. Deshalb drohte Frankreich Preußen mit Krieg für den Fall, dass Leopold seine Kandidatur nicht zurückziehe. Der französische Botschafter am preußischen Hof, Vincent Graf Benedetti, wurde nach Bad Ems, wo sich Wilhelm I. gerade aufhielt, entsandt, mit dem Auftrag, den preußischen König aufzufordern, Prinz Leopold zur Rücknahme seiner Kandidatur zu bringen. Am 12. Juli 1870 verzichtete Leopold auf Betreiben Wilhelms offiziell auf die spanische Thronkandidatur.

Die französische Regierung war mit diesem Verzicht auf den spanischen Thron jedoch noch nicht zufrieden und willens, Preußen zu demütigen, selbst unter Gefährdung des Friedens. Der französische Außenminister, der Herzog von Gramont, forderte von Wilhelm ein persönliches Entschuldigungsschreiben an Napoleon III. und vor allem eine Garantie des Verzichts der Hohenzollern auf den spanischen Thron auch für die Zukunft. Wilhelm lehnte diese Forderungen Graf Benedetti gegenüber ab. Ein Bericht über diese Unterredung zwischen Wilhelm und Benedetti ging am 13. Juli 1870 per Telegramm aus Bad Ems an Otto von Bismarck ab. Gleichzeitig erhielt Bismarck die Zustimmung Wilhelms zur Veröffentlichung der französischen Forderungen und der preußischen Ablehnung. Bismarck überarbeitete das Telegramm, so dass die französischen Forderungen schließlich den Charakter eines Ultimatums bekamen. Bismarck war sich im Klaren, dass er mit dieser so genannten Emser Depesche – besonders vor dem Hintergrund der bestehenden französisch-preußischen Spannungen – eine Kriegserklärung Frankreichs provozieren würde; aber er war sich auch bewusst, dass Preußen gut vorbereitet war. Außerdem zählte er auf die psychologische Wirkung einer Kriegserklärung seitens Frankreichs: Sie würde die süddeutschen Staaten für die Sache Preußens gewinnen, und somit wäre ein weiterer, vielleicht der letzte Schritt zur Einigung Deutschlands getan.

Der Beginn des Krieges

Am 19. Juli 1870 erklärte Frankreich Preußen den Krieg. Die süddeutschen Staaten schlossen sich sogleich Preußen in einer gemeinsamen Front gegen Frankreich an. Ein Bündnis Frankreichs mit Österreich-Ungarn kam nicht mehr zustande; Österreich-Ungarn sah sich im Gegenteil nach russischen Drohungen zur Neutralität gezwungen, desgleichen blieben Italien, mit dessen Parteinahme für Frankreich Napoleon III. gerechnet hatte, sowie England neutral. Frankreich verfügte über nur etwa 200 000 Soldaten, während die deutschen Staaten rasch etwa 400 000 Mann mobilisieren konnten. Die deutschen Truppen standen unter dem Oberkommando Wilhelms und seines Generalstabschefs Helmuth Graf von Moltke. Drei deutsche Armeen marschierten unter der Führung von General Karl Friedrich von Steinmetz, Prinz Friedrich Karl und Kronprinz Friedrich Wilhelm – als Friedrich III. später König von Preußen und deutsche Kaiser – von der Pfalz aus in Frankreich ein.

Die erste Begegnung, ein kleineres Gefecht, gewannen am 2. August die Franzosen, die ein preußisches Kommando aus Saarbrücken vertrieben. In den folgenden Schlachten bei Weißenburg (4.August), Wörth und Spichern (6.August) wurden die Franzosen unter dem Marquis de MacMahon allerdings geschlagen. MacMahon erhielt den Befehl, sich nach Châlons zurückzuziehen. Achille François Bazaine, der Befehlshaber der französischen Rheinarmee wurde angewiesen, seine Stellungen und vor allem Metz selbst um jeden Preis zu halten. Am 12. August übergab der französische Kaiser das Oberkommando an Bazaine, der dann in den großen Schlachten bei Vionville (15.August) und Gravelotte (18.August) schwere Niederlagen hinnehmen und sich nach Metz zurückziehen musste. Dort wurde er von zwei deutschen Armeen belagert. MacMahon wurde daraufhin zum Entsatz von Metz beordert. Am 30. August überraschten und besiegten die Deutschen MacMahons Vorhut bei Beaumont; MacMahons Hauptarmee wurde nach Sedan zurückgedrängt.

Die Schlacht bei Sedan und die Gefangennahme Napoleons III.

Die Entscheidungsschlacht des Krieges wurde am Morgen des 1. September 1870 bei Sedan eröffnet. Gegen 7.00 Uhr morgens wurde MacMahon schwer verwundet, und eineinhalb Stunden später übernahm General Emanuel Félix de Wimpffen das Oberkommando. Die Schlacht dauerte bis 16.15 Uhr nachmittags, als Napoleon, der mittlerweile in Sedan eingetroffen war, das Kommando übernahm und, da er die Aussichtslosigkeit der Lage erkannte, befahl, die weiße Fahne zu hissen. In der Nacht wurden die Kapitulationsbedingungen ausgehandelt; am nächsten Tag kapitulierte Napoleon mit 83 000 Mann vor den Deutschen und wurde mit seiner gesamten Armee gefangen genommen. Als die Nachricht von der Gefangennahme des französischen Kaisers in Paris eintraf, kam es zu einem Aufstand, die gesetzgebende Versammlung wurde aufgelöst, und am 4. September 1870 wurde die französische Republik ausgerufen.

Noch im September kapitulierte auch Straßburg, und damit verloren die Franzosen ihre letzte Hoffnung, den deutschen Vormarsch doch noch aufhalten zu können. Die deutschen Truppen rückten auf Paris vor und schlossen die Stadt ab Mitte September ein. Am 7. Oktober gelang dem Innen- und Kriegsminister der neuen französischen Regierung, Léon Gambetta, mit einem Freiballon die dramatische Flucht aus Paris. Zusammen mit Charles Louis de Saulces de Freycinet erklärte er die Stadt Tours zur provisorischen Hauptstadt. Von dort aus leiteten die beiden die Aufstellung und Ausrüstung von 36 Divisionen, die zum Entsatz von Paris vorgesehen waren. Im Dezember 1870 und Januar 1871 wurden diese Truppen jedoch von den Deutschen bei Orléans, Le Mans, Amiens und Saint Quentin geschlagen.

Die Belagerung von Paris, die französische Kapitulation und die deutsche Besatzung

Am 27. Oktober 1870 kapitulierte Marschall Bazaine mit 173 000 Mann in Metz. Paris wurde auf Drängen Bismarcks, der ein rasches Ende des Krieges herbeiführen wollte, bevor eventuell die neutralen Staaten eingreifen konnten, belagert und beschossen. Die Bürger der Stadt versuchten, den Feind mit primitiven und improvisierten Waffen abzuwehren. Als aber die Versorgungslage in Paris immer katastrophaler wurde, sah sich die Stadt am 19. Januar 1871 gezwungen, Kapitulationsverhandlungen aufzunehmen. Einen Tag davor, am 18. Januar, war Wilhelm I., der preußische König, im Spiegelsaal von Schloss Versailles zum deutschen Kaiser gekrönt worden – der Höhepunkt in Bismarcks unablässigen Bemühungen um die Einigung Deutschlands (Reichsgründung).

Die formelle Kapitulation der Stadt Paris, verbunden mit einem Waffenstillstandsabkommen, erfolgte am 28. Januar 1871. Eine französische Nationalversammlung, die in Hinblick auf die Friedensverhandlungen gewählt worden war, trat am 13. Februar in Bordeaux zusammen und wählte Adolphe Thiers zum ersten Präsidenten der Dritten Republik; am 26. Februar kam der Vorfriede von Versailles zustande. Im März erhoben sich die Pariser gegen die neue Nationalversammlung und errichteten die Pariser Kommune. Die Kommune war gegen die preußischen Friedensbedingungen und kämpfte erbittert gegen die Regierungstruppen, die Thiers zur Unterdrückung der Kommune entsandt hatte. Im Mai ergaben sich schließlich die Revolutionäre.

Der Friede von Frankfurt am Main, der am 10. Mai 1871 unterzeichnet wurde, beendete den Krieg zwischen Frankreich und Deutschland formell. Frankreich trat das Elsass (mit Ausnahme von Belfort) und einen Teil Lothringens einschließlich Metz an das Deutsche Reich ab und wurde zu einer Kriegsentschädigung in Höhe von fünf Milliarden Goldfranc verpflichtet; bis zur vollständigen Begleichung des Betrages sollten deutsche Besatzungstruppen in Frankreich verbleiben. Diese Auflage wurde im September 1873 zurückgenommen, und noch im selben Monat zogen die letzten deutschen Besatzungstruppen aus Frankreich ab. Der Deutsch-Französische Krieg hatte die Vollendung der Einigung Deutschlands unter preußischer Führung gebracht; er hatte zugleich das Kräfteverhältnis in Europa weiter zugunsten des neuen Deutschen Reiches und zuungunsten Frankreichs verändert und infolge der Abtretung Elsass-Lothringens den deutsch-französischen Gegensatz vertieft.

Die Reichsgründung in Versailles:

Noch während des Krieges versuchte Bismarck, den Norddeutschen Bund zu einem wirklichen Reich erweitern. Besonders die Könige von Württemberg und von Bayern sperrten sich lange Zeit; sie wollten möglichst wenig von ihren bisherigen Selbstständigkeit opfern. Aber am 18.1. 1871 war es schließlich so weit:22 deutsche Fürsten und die Vertreter der 3 freien Reichsstädte proklamierten im Spiegelsaal des französischen Königsschlosses von Versailles das neue Deutsche Reich mit dem König von Preußen als „Deutscher Kaiser“. Bismarck wurde Reichskanzler.

Es war eine Reichsgründung von oben, ein Kaiserreich der Fürsten. Die Bürger hatten 1848 ein demokratisches Kaiserreich erstrebt, in Bismarcks Fürstenstaat jedoch war kein Raum für die „Herrschaft des Volkes“. Bismarck hatte dem deutschen Volk ein staatliches, prächtiges Haus gebaut. In ihm sollten die Bürger nun leben und wirken. Nach ihren Wünschen wurden sie dabei wenig gefragt. Man regierte sie, aber man hatte ihnen gegenüber kaum Rechenschaft abzulegen. Doch für die meisten Deutschen überblendete der Glanz der neuen Einheit jetzt den Mangel an Freiheit. Über dem nationalen Stolz vergaß man vielfach das demokratische Recht auf Mitbestimmung. „Die Einheit haben wir zwar- die Freiheit in der Einheit muß erst kommen“, so sagte damals ein Vertreter des Volkes.

2. Kennzeichne den Charakter des Deutschen Staates von 1871!

Zusammenfassung:

Der Aufstieg zu einer der führenden Industriemächte, den Sieg gegen Frankreich und die Gründung des Deutschen Kaiserreiches-all dies hatte die Deutschen selbstbewusst und teilweise auch überheblich gegenüber anderen Nationen werden lassen. Man war stolz auf diesen Staat, auf seinen Kaiser und die militärische Führung. Orden und Uniformen prägten den Alltag und Unterordnung unter die politische Führung war für die meisten Bürger eine selbstverständliche Pflicht. Wie der Vater der Familie, so war der Kaiser im Staat das unbestrittene Oberhaupt. Die Verfassung des Deutschen Reiches gab dem Kaiser und dem Reichskanzler eine starke, dem Parlament eine nur untergeordnete Stellung. Alle Gesetzte, die der Reichstag verabschiedete, mussten auch noch von den Vertretern der Fürsten im Bundesrat gebilligt werden.

Kaiserkult und Nationalismus
Das Deutsche Reich ist zu einer der führenden Industrienationen aufgestiegen. Alle Deutschen sollten sich mit diesem Reich identifizieren können. Der Bevölkerung wurde bewusst gemacht, dass dieser Staat mit dem Kaiser an der Spitze für das Wohl aller seiner Untertanen sargte. Bei den jährlichen Feiern zum Kaisergeburtstag ließen die Festredner das Deutschtum hochleben; sie erinnerten an die Größe des Reiches, auf die man stolz zu sein hatte und die es zu verteidigen galt.

Deutscher Anspruch auf Weltgeltung
Aus diesem Stolz auf das Deutsche Reich entwickelte sich mit der Zeit ein Überlegenheitsgefühl. Mit diesem wachsenden Überlegenheitsgefühl verbunden war eine wachsende Feindschaft gegen alle, die man als Gegner diese Staat ansah.

Der „höhere Mensch“ in Uniform
Der Kaiser, der Adel und hohe Militärs waren das Vorbild für das Bürgertum. Die Armee sollte nach dem Willen des Kaisers eine Schule der Nation sein und den Wehrpflichtigen neben militärischen Fertigkeiten vor allen Kaisertreue, Patriotismus, Disziplin und Gehorsam vermitteln.

Schulen als Kasernen?
Orden und Uniformen prägten das Straßenbild im Kaiserreich und Unterordnung wurde schon den Kindern in der Schule beigebracht. Befehl und Gehorsam galten auch im Privatleben als hohe Tugend.

3. Welches Symbol hatte das Kaiserreich?

Der Reichsadler, das Wappen des Deutschen Reiches von 1871-1981, und unten die deutsche Nationalflagge dieser Zeit. Die kleine Flagge darüber ist die Reichskriegsflagge. Sie wurde auf See von den deutschen Kriegsschiffen, an Land von den Einrichtungen des Heeres und der Marine geführt.

4. Erkläre die Verfassung von 1871 genau!

Diesem äußeren Bild glich auch die innere Struktur des neuen Deutschen Reiches: Es war ein Bundesstaat, gebildet durch den Zusammenschluss von 22 Fürsten und 3 freien Reichsstädten(Hamburg, Bremen, Lübeck) zu einem „ewigen Bund“. Das Oberhaupt des neuen Deutschen Reiches führte den Titel „Deutscher Kaiser“. Die Kaiserwürde war mit dem Geschlecht der Hohenzollen verbunden; wer den Thron der Könige von Preußen bestieg, wurde gleichzeitig deutscher Kaiser. Preußen war auch insgesamt die Vormacht des Reiches. Im Bundesrat, der Vertretung der einzelnen deutschen Länder, hatte es von 58 Stimmen zwar nur 17. Aber allein schon durch seine Größe besaß es ein deutliches Übergewicht. Das preußische Staatsgebiet umfasste nahezu zwei Drittel des Reichsgebiets mit den wichtigsten Industriezentren. Über die Hälfte der Reichsbevölkerung war preußisch. Und von Preußens Hauptstadt Berlin aus sollte die Politik des Reiches geführt werden. Zuständig war das Reich für die Außenpolitik, die Reichsmarine, das Zoll-,Handels-und Gewerbewesen, die Post und Telegraphie. Alles Übrige blieb Sache der Länder. Für die Führung der Reichpolitik war der jeweilige Reichskanzler zuständig. Ihn ernannte (und entließ) der Kaiser.

Ein Reichskanzleramt war die Schaltstelle der hier zusammengeballten Macht. Reichsminister gab es noch nicht, also auch kein Reichskabinett. Der Reichskanzler war nur dem Kaiser verantwortlich. Die Abgeordneten des Reichstags, die Vertreter des Volkes, konnten ihn ebenso wenig stürzen wie die Gesandten des Bundesrats, die Vertreter der Landesfürsten. So war die Stellung des Kanzlers nach der Verfassung außerordentlich stark. Der Reichstag sollte aus allgemeinen, geheimen, gleichen und direkten Wahlen des Volkes hervorgehen. Bundesrat und Bundestag hatten die Gesetze für das Reich zu beraten. Für die Reichsfahne wählten die Fürsten die Farben Schwarz-Weiß-Rot. Die Farben Schwarz-Rot-Gold, unter denen 1848/49 die Bürger für ein einiges und freies Deutschland gekämpft hatten, wurde strikt abgelehnt.

5. Welche gesellschaftlichen Schichten und Tendenzen zeichnen sich ab?

Der Kaiser, der Adel und hohe Militärs waren das Vorbild für das Bürgertum. Für die Adligen hingegen waren selbst erfolgreiche Fabrikanten, berühmte Wissenschaftler oder angesehene Künstler nur Menschen zweiter Klasse, mit denen man normalerweise nichts zu tun haben wollte. Fast alle wichtigen Ämter in der Verwaltung und vor allem beim Militär wurden mit Adligen besetzt. Die Armee sollte nach dem Willen des Kaisers eine Schule der Nation sein und den Wehrpflichtigen neben militärischen Fertigkeiten vor allem Kaisertreue, Patriotismus, Disziplin und Gehorsam vermitteln.

Wie das Militär, so traten auch die Beamten, vor allem wenn sie eine Uniform trugen, den Zivilisten gegenüber hochmütig und Überheblich auf. Schutzleute z.B. wollten nicht „Freund und Helfer“ sein, sondern Respektsperson, denen man sich sofort unterordnete. Orden und Uniformen prägten das Straßenbild im Kaiserreich und Unterordnung wurde schon den Kindern in der Schule beigebracht. Befehl und Gehorsam galten auch im Privatleben als hohe Tugend.

6. Erläutere die Innen- und Außenpolitik Otto von Bismarck! (Ziele, Maßnahmen, Ergebnisse)

Bismarck, Otto Eduard Leopold, Graf von (1815-1898), seit 1871 Fürst von Bismarck und seit 1890 Herzog von Lauenburg, preußisch-deutscher Staatsmann und erster Kanzler des Deutschen Reiches (1871-1890). Bismarck wurde am 1. April 1815 in Schönhausen, nordwestlich von Berlin, als Sohn eines ostelbischen Adligen geboren. Er studierte Rechtswissenschaften in Göttingen und Berlin, war anschließend, ab 1836, Gerichtsreferendar in Aachen und übernahm 1839 die Verwaltung der väterlichen Güter in Pommern. 1847 wurde der konservative Bismarck Mitglied des Vereinigten Preußischen Landtages. Die Revolution von 1848, die er mit Gewalt unterdrückt sehen wollte, bestärkte ihn in seiner monarchistischen und konservativen, die dominierende Stellung des Land besitzenden preußischen Adels verteidigenden Haltung.

Nach der Revolution wurde er Abgeordneter im Erfurter Parlament, führendes Mitglied der Konservativen Partei und Mitbegründer und Mitarbeiter der konservativen Kreuzzeitung. Im Frankfurter Bundestag, dem er seit 1851 als preußischer Gesandter angehörte, trat er für die Gleichberechtigung Preußens mit Österreich, der Präsidialmacht im Deutschen Bund, ein. 1859 ging Bismarck als preußischer Botschafter nach Russland und im Frühjahr 1862 nach Frankreich.

Die deutsche Einigung

1862 war in Preußen die Auseinandersetzung zwischen Regierung und Parlament über eine Heeresreform zu einem scheinbar unlösbaren Konflikt geworden. Das von liberalen Kräften dominierte Abgeordnetenhaus hatte die Heeresvorlage der Regierung u. a. wegen der dreijährigen Dienstpflicht abgelehnt; weder König noch Abgeordnetenhaus waren zu einem Kompromiss bereit. In dieser Pattsituation berief König Wilhelm I. am 23. September 1862 Bismarck zum preußischen Ministerpräsidenten (am 8. Oktober 1862 außerdem zum Außenminister). Bismarck beendete den Heereskonflikt im Sinn der Krone, beschwor damit allerdings gleichzeitig einen Verfassungskonflikt herauf. Er löste das Abgeordnetenhaus auf, das den Militärhaushalt abgelehnt hatte, und regierte, gestützt auf das Herrenhaus und die „Lückentheorie“, ohne vom Abgeordnetenhaus gebilligten Etat weiter.

Seine nicht verfassungskonforme Politik hatte Bismarck nach seinem Amtsantritt mit seiner „Blut- und-Eisen-Rede“ gerechtfertigt, der zufolge sich die großen Probleme der Zeit (d. h. die deutsche Einigung) nicht durch Reden und Mehrheitsentscheidungen lösen ließen, sondern nur durch „Blut und Eisen“. Folgerichtig baute er das preußische Heer aus, ebenfalls ohne die Zustimmung des Parlaments. Mit seinem außenpolitischen Engagement gelang es Bismarck vorübergehend, von der Krise im Inneren abzulenken: Im Februar 1863 schloss er mit Russland die Alvenslebensche Konvention zur gegenseitigen militärischen Unterstützung (Anlass war der Januaraufstand in Polen). 1864 führte Preußen gemeinsam mit Österreich Krieg gegen Dänemark, das schließlich Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen und Österreich abtreten musste. 1866 eskalierte der preußisch-österreichische Dualismus, die Frage nach der Vorherrschaft im Deutschen Bund, die sich seit dem Deutsch-Dänischen Krieg deutlich zugespitzt hatte, im Deutschen Krieg zwischen Preußen und Österreich. Nach seinem Sieg über Österreich erhielt Preußen Schleswig-Holstein, Lauenburg, Hannover und einige andere Gebiete; der Deutsche Bund wurde aufgelöst, Österreich war ausgeschaltet worden, und Preußen hatte die Vorherrschaft in Deutschland erlangt.

1867 konstituierte sich unter preußischer Führung der Norddeutsche Bund, Bismarck wurde Bundeskanzler. Nach dem preußischen Sieg hatte Bismarck im September 1866 dem preußischen Abgeordnetenhaus die Indemnitätsvorlage unterbreitet, um nachträglich die formelle Bewilligung der Kosten für die Heeresreform und die beiden Kriege zu erhalten. Sie wurde vom Abgeordnetenhaus mit den Stimmen einiger Liberaler angenommen. 1870 provozierte Bismarck mit der Emser Depesche die Kriegserklärung Frankreichs an Preußen und damit den Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71, der zur Proklamation Wilhelms I. zum Deutschen Kaiser am 18. Januar 1871 in Versailles und zur Gründung des Deutschen Reiches führte. Bismarck hatte sein Ziel der Einigung Deutschlands unter preußischer Führung erreicht. Bismarck wurde erster Kanzler des Deutschen Reiches, als der er Innen- und Außenpolitik bestimmte, blieb außerdem weiterhin preußischer Ministerpräsident und wurde 1880 zudem preußischer Minister für Handel und Gewerbe.

Reichskanzler

Seine Hauptaufgabe als Reichskanzler sah Bismarck, der nach der Reichsverfassung der einzige allein dem Kaiser verantwortliche Minister war, in der inneren Konsolidierung des Reiches und in seiner Einbindung in ein internationales Bündnissystem. Innenpolitisch suchte er durch eine „Revolution von oben“, den durch Liberalisierung, Industrialisierung und Bevölkerungsexplosion veränderten politischen Anforderungen zu entsprechen. Das antiliberale katholische Zentrum wollte er durch den Kulturkampf ausschalten, provozierte damit jedoch neue innenpolitische Konfrontationen sowie die Entfremdung der Katholiken vom neuen deutschen Staat, so dass er sich 1878 schließlich zum allmählichen Einlenken gegenüber der katholischen Kirche gezwungen sah.

Mit dem Sozialistengesetz von 1878, das alle sozialdemokratischen, sozialistischen und kommunistischen Vereinigungen verbot, sollten die „gemeingefährlichen Bestrebungen der Sozialdemokratie“ unterbunden werden. Es beschwor jedoch eine neue innenpolitische Krise herauf und verfehlte zudem sein Ziel, die Sozialdemokratie zu zerschlagen: Nach dem Auslaufen des Gesetzes 1890 wurden die Sozialdemokraten stärkste Fraktion im Reichstag. Parallel zum Sozialistengesetz initiierte Bismarck weit reichende, vergleichsweise fortschrittliche Sozialgesetze, u. a. zur Kranken-, Unfall-, Renten- und Invaliditätsversicherung. Hintergedanke bei seinem Sozialgesetzgebungswerk war, die Arbeiterschaft für sich zu gewinnen, sie von der Sozialdemokratie zu entfremden und diese somit weiter zu schwächen. Mit dem Schutzzoll von 1879 suchte Bismarck die deutsche Industrie besonders gegen die britische Konkurrenz zu schützen sowie die Großagrarier, nicht zuletzt die ostelbischen, gegen russische Einfuhren, womit er sich den liberalen Kräften weiter entfremdete und die Zusammenarbeit mit den Konservativen verfestigte. Bismarcks Außenpolitik nach 1871 war defensiv und auf Frieden ausgerichtet. Er bezeichnete Deutschland als „saturiert“ – trotzdem engagierte er sich, zunächst allerdings zögernd, 1884/85 kurzzeitig für den Erwerb deutscher Kolonien in Afrika und im pazifischen Raum. Sein europäisches Bündnissystem zielte auf die Isolierung Frankreichs und die Verhinderung einer Koalition gegen Deutschland: 1873 schloss er das Dreikaiserabkommen mit Österreich und Russland; 1878 vermittelte Bismarck als „ehrlicher Makler“ auf dem Berliner Kongress, dessen Präsident er war, im Balkankonflikt zwischen Österreich-Ungarn, Großbritannien und Russland; 1879 schloss er den Zweibund mit Österreich, der 1882 durch den Beitritt Italiens zum Dreibund wurde, und 1887 vereinbarte er den Rückversicherungsvertrag mit Russland.

Kaiser Wilhelm II. entließ Bismarck am 20. März 1890 wegen unüberbrückbarer persönlicher und politischer Gegensätze aus seinem Amt; neuer Reichskanzler und preußischer Ministerpräsident wurde Georg Leo von Caprivi, dessen Politik Bismarck scharf kritisierte. Nach seiner Entlassung zog sich Bismarck auf sein Landgut Friedrichsruh im Sachsenwald zurück, wo er am 30. Juli 1898 starb

Der Kulturkampf unter Otto von Bismarck (ca. 1870) 

Der Kulturkampf war eine Auseinandersetzung zwischen der katholischen Kirche unter Papst Pius IX. und dem Königreich Preußen bzw. dem kaiserlichen Deutschen Reich unter Reichskanzler Otto von Bismarck zwischen 1871 und 1878 / 1887.

Viele europäische Mächte gerieten in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in Konflikt mit der katholischen Kirche, als sie nachdrücklich die Autonomie des Staates gegen geistliche Einflüsse und Ansprüche durchzusetzen versuchten. Im Kaiserreich forcierte Reichskanzler Otto von Bismarck die strikte Trennung von Kirche und Staat und hoffte, durch die Eindämmung der Zentrumspartei als Vertreter des politischen Katholizismus die weitgehende Verdrängung der katholischen Kirche aus politischen und staatlichen Entscheidungsprozessen zu erreichen. Das noch vor der Reichsgründung gebildete Zentrum sah Bismarck als Speerspitze einer „schwarzen Internationale“, die von Rom aus antinationalistisch regiert werde. In Allianz mit den katholisch geprägten Ländern Polen, Österreich und Frankreich sowie mit bayerischen Partikularisten warf er den „Reichsfeinden“ des preußisch-protestantischen Kaisertums die Bekämpfung der nationalen Einheit vor. Zugleich erkannte der Pragmatiker Bismarck, dass die Zentrumspartei mit ihrer schichtenübergreifenden Massenbasis zu einer unangenehmen Opposition im Reichstag werden konnte.

Ursache:

  • Bismarck sah Staatsinteressen durch katholische Kirche gefährdet
  • Unterstellte:
    • feindliche Gesinnung ggü. preuß. Reich
    • Katholische Kirche wär Befehlsempfänger des Papstes (Papst Pius IX)
    • ->Anlass gegen kath. Kirche vorzugehen.

Begründung:

  • Es geht ihm nicht um den Glauben -> KEIN Glaubenskrieg
  • Sondern: um uralten Machtstreit zw. Königtum & Priestertum
  • Verteidigung des Staates
  • Ziel päpstl. Gewalt: Unterwerfung der weltlichen Gewalt unter die geistliche
  • NICHT! Bismarcks Ziel: Eliminierung der katholischen Kirche, sondern Erhaltung des Staats.

Kulturkampf = Bezeichnung für Maßnahmen gg. Kath. Kirche

Einige Maßnahmen:

  • Kanzel§ (Verbot von Predigten mit Inhalt, der öffentlichen Frieden gefährdet.)
  • geistl. Aufsicht in kath. Schulen
  • Staatliche Prüfung zum Ausführen eines geistl. Amts
  • Ab 1874: Eheschließung nur noch durch Standesamt gültig

ABER: Keine Schwächung der kath. Kirche wie gehofft. Bismarck stellt Maßnahmen ein.

Anlass des Kulturkampfes war nach Meinung der damaligen preußischen Regierung:

  1. die Veröffentlichung eines Verzeichnisses moderner theologischer und gesellschaftlicher Anschauungen und Lehren durch Papst Pius IX. im Jahre 1864, die von der Kirche abzulehnen seien (Syllabus Errorum). Dies bedeutete u. a. sowohl die Ächtung philosophischer Vorstellungen, wie die des Naturalismus, Pantheismus und Rationalismus, als auch die Ablehnung von Sozialismus, Kommunismus, Nationalismus und Liberalismus.
  2. wurde im Ersten Vatikanischen Konzil 1870 das Dogma der Unfehlbarkeit des Papstes definiert, wenn er in Fragen des Glaubens und der Sitte eine Lehre „ex cathedra“ verkündet. Insbesondere im deutschen Sprachraum gab es Proteste gegen dieses neue Dogma, woraufhin es zu einer kirchlichen Abspaltung kam. Den sogenannten „Altkatholiken“ wurde deswegen von der Kirche die Lehrbefugnis entzogen. Weil die Professoren aber auch Staatsdiener waren, sah der Staat dies als Eingriff in seine Belange an.
  3. erlaubte die katholische Abteilung des preußischen Kultusministeriums in den polnischsprachigen Gebieten, dass in den Schulen auf Polnisch unterrichtet werde, was gegen das deutsche Staatsverständnis der preußischen Regierung verstieß. Dazu sagte Bismarck:
    • „Seit der Einrichtung der ‚Katholischen Abteilung‘ im geistlichen Ministerium stellten die statistischen Data einen schnellen Fortschritt der polnischen Nationalität auf Kosten der deutschen in Posen und Westpreußen außer Zweifel, und in Oberschlesien wurde das bis dahin stramm preußische Element der ‚Wasserpolacken‘ polonisiert.“
    • „In Posen und Westpreußen waren nach Ausweis amtlicher Berichte Tausende von Deutschen und ganze Ortschaften, die in der vorigen Generation amtlich deutsch waren, durch die Einwirkung der katholischen Abteilung polnisch erzogen und amtlich ‚Polen‘ genannt worden. Nach der Kompetenz, welche der Abteilung verliehen worden war, ließ sich ohne Aufhebung derselben hierin nicht abhelfen. Diese Aufhebung war also nach meiner Überzeugung als nächstes Ziel zu erstreben.“

Da kommt später noch was zu. Der Beitrag ist noch nicht fertig

Thema Spiritualität, Esoterik und Magie und pdf Bücher zum Thema

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Die Runenmagie wird wohl am ehesten von den verschiedenen magischen Richtungen mit der Alten Sitte in Verbindung gebracht und wohl auch von nicht wenigen Menschen betrieben. Runenmagie kann verschiedene Formen haben. Grundsätzlich soll sie so funktionieren, daß die Kraft der Rune (also das Energieprinzip, das die Rune verkörpert) angewandt wird. Runische Magie ist Zeichenmagie, das Zeichen, die Rune, wird ihrem Sinngehalt und ihrem magischen Potential entsprechend verwendet. Man kann sich das vielleicht so vorstellen, daß die Menschen früher die Energien, die sie wahrnahmen, mit Symbolen bezeichnet haben. In diesem Sinne stehen die Runen für bestimmte Energien, zu denen man einen Kanal öffnen und mit denen man arbeiten kann.
Fliegenpilze

Als einfachste Form magischer Runenanwendung ist wohl die Visualisierung zu nennen. Dabei wird die Rune mit ihren Kräften vor dem inneren Auge vorgestellt und sie kann dann auch projiziert werden, was bedeutet, daß man die visualisierte Kräfte auf ein Ziel hin aussendet. Wirksam ist hierbei die Form der Rune, wie sie als Bild erscheint, und gerade in bezug auf die Aussendung in Verbindung mit der gewünschten Wirkung der Rune, die man ebenfalls visualisieren kann. Man kann dies auch sehr gut dadurch unterstützen, daß man die Stellung (Stadha) der Rune einnimmt oder die Rune mit den Händen bildet. Als Beispiel für diese Anwendung könnte man die Heilung nennen.

Runen können aber auch gesprochen oder gesungen werden. Wirksam ist hier der Laut der Rune (was durch Stöður und Visualisierung unterstützt werden kann). Zaubergesänge allgemein werden als seið-læti bezeichnet, die Wortmagie in einem zeremoniellen, runischen Sinn als galdr; es existiert sogar ein eigenes Versmaß dafür, das galdralag. Durch Wiederholung der Worte / Strophen kann eine Verstärkung erreicht werden. Man verwendet hier entweder nur den Runennamen, den man intoniert, bzw. die Runenreihe, die man komplett singt, oder aber richtige Verse, in denen die Wirksamkeit der Runen sich manifestieren soll. Eine Galdr-Verfluchung wird als alög bezeichnet. Golther glaubt, daß „runo“ das Raunen oder Murmeln eines Zauberspruches bezeichnet, wohingegen galdr der eigentliche „Zaubergesang“ sei (also eine Form von Seiðr).

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Ich habe hier mal ca. 650 pdf Bücher zum Thema hochgeladen

A.M.O.R.C. – Der Einweihungsweg der Rosenkreuzer
A.M.O.R.C. – Die Rosenkreuzer – Informationsschrift
A.M.O.R.C. – Die Rosenkreuzer – Manifesto
A.M.O.R.C. – Forum-Rosenkreuzer – Zeitschrift für Mystik-Esoterik- Kunst – 01-2003
A.M.O.R.C. – Rosenkreuzer – Zeitschrift für Mystik-Esoterik- Kunst – 10.2001
Adler, Gerhard – Seelenwanderung und Wiedergeburt
Alhazred, Abdul – Das Necronomicon und Goetia
Alsen, Wulf Dieter – Zeitlose Weisheiten
Andreae, Johann Valentin – Chymische Hochzeit des Christiani Rosencreutz
Anonymo – Arcani Artificiosa Aperta Arca
Anonymo – Aus dem rechtem Wege zu der hermetischen Kunst
Anonymo – Hermetik (1793)
Ansha – Die magische Welt der Kelten
Aquin, Thomas von – Das Seiende und das Wesen
Arisleus -Turba philosophorum
Arndt, Ulrich – Schätze Der Alchemie – Edelstein-Essenzen
Arrien, Angeles – Handbuch Crowley Tarot
Artephius – Das geheime Buch
Ascher, Ulrike – Hexen Einmaleins für freche Frauen
Ascroft Nowicki, Dolores – Magische Rituale
Asmodo, Jo – Pentagramme-Rituale
Auer, Martin – Das Kloster der Erleuchteten
Bachmann, Winfried — NLP und Lernen
Bachmann, Winfried – Pädagogik ohne NLP – geht denn das
Bacon, Roger – Lapidis Philosophorum
Bailey, Alice A. – Briefe über okkulte Meditation
Bailey, Alice A. – Der Yoga-Pfad
Bailey, Alice A. – Die Arbeiten des Herkules
Bailey, Alice A. – Die Strahlen und die Einweihungen
Bailey, Alice A. – Die Yoga-Sutras des Patanjali
Bailey, Alice A. – Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer
Bailey, Alice A. – Eine Abhandlung über Weisse Magie
Bailey, Alice A. – Initiation – Menschliche und solare Einweihung
Bailey, Alice A. – Schicksal und Aufgabe der Nationen
Bailey, Alice A. – Telepathie und der Ätherkörper
Bailey, Alice A. – Vom Intellekt zur Intuition
Bailey, Alice A. – Von Bethlehem nach Golgatha
Bailey, Alice A. und Djwhal Khul – Probleme der Menschheit
Bambaren, Sergio – Der träumende Delphin – Eine magische Reise zu dir selbst
Bandler, Richard – Die Abenteuer von Jedermann (NLP)
Bandler, Richard – Unbändige Motivation – Angewandte Neurodynamik (NLP)
Banol, Fernando – Die okkulte Seite des Rock
Banzhaf, Hajo – Das Tarot-Handbuch
Bardon, Franz – Der Schlüssel zum wahren Quabbalah
Bardon, Franz – Der Weg zum wahren Adepten
Bardon, Franz – Die Praxis der magischen Evokation
Bardon, Franz – Frabato
Barker, Clive – Das dritte Buch des Blutes
Barker, Clive – Das erste Buch des Blutes
Barker, Clive – Das zweite Buch des Blutes
Barraux, Roland – Die Geschichte der Dalai Lamas
Baumgartl, Karlheinz – Astronomie in der Cheops-Pyramide
Belinah – Zaubersprüche für jede Gelegenheit
Beltz, Walter – Gott und die Götter – Biblische Mythologie
Benesch, Kurt – Magie von Hexen, Alchimisten und Wundertätern
Berger, Erika – Die Körpersprache der Erotik
Berlitz, Charles – Das Philadelphia Experiment
Besant, A. – Alchemie – Okkulte Chemie (1924)
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Anti Stress Uebungen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Kreislauf und zur Stärkung von Herz und Immunsystem
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Meditation gegen Erschöpfung und Ausbrennen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Rebirthing Meditation
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Übungsreihe zur Stärkung der Abwehrkräfte
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Untersuchung der Mythen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Vorbereitung
Blavatsky, H.P. – Die Stimme der Stille
Blavatsky, H.P.- Praktischer Okkultismus + andere Abhandlungen
Blech, Jörg – Leben auf dem Menschen
Böhme – Hermes, Adam Friedrich – Trismegistos Naturweg
Bradler, Christine M. – Feng Shui, Symbole des Ostens
Bradler, Christine M. – Feng Shui, Symbole des Westens
Brier, Robert – Zauber und Magie im alten Ägypten
Busson, Paul – Der Seelenwanderer – Die Wiedergeburt des Melchi
Butler, Walter E. – Das ist Magie
Butler, Walter E. – Kleine Schule der Magie
Buttlar, Johannes von – Zeitreisen
Butz, Berta – Methoden der Manipulation
Byrd, Richard Evelyn – Das Tagebuch des Admiral Byrd
Cabot, Tracy – Wie bringe ich eine Frau dazu, sich in mich zu verlieben
Calan, Lea – Buch der Geheimwissenschaften
Canterbury, Anselm von Warum Gott Mensch geworden
Carroll, Pete – Praktische Magie
Carroll, Robert Todd – Phänomenal
Carroll,Pete – Liber Null Teil I – Praktische Magie
Carroll,Pete – Liber Null Teil II – Psychonautik
Castaneda, Carlos – Das Feuer von Innen
Castaneda, Carlos – Das Rad der Zeit
Castaneda, Carlos – Das Wirken Der Unendlichkeit
Castaneda, Carlos – Der Ring der Kraft
Castaneda, Carlos – Der zweite Ring der Kraft
Castaneda, Carlos – Die Kraft der Stille
Castaneda, Carlos – Die Kunst des Pirschens
Castaneda, Carlos – Die Kunst des Träumens
Castaneda, Carlos – Die Lehren des Don Juan
Castaneda, Carlos – Don Juan’s Erklärung der Wahrnehmung
Castaneda, Carlos – Eine andere Wirklichkeit
Castaneda, Carlos – Interviews
Castaneda, Carlos – Reise nach Ixtlan
Cayce, Edgar – Du weißt, wer Du warst
Challoner, H.K. – Das Rad der Wiedergeburt
Chang, Stephen T. – Das Tao der Sexualität-Von der tieferen Weisheit des Liebens
Chia, Mantak – Tao – Yoga der Liebe – Der geheime Weg zur unvergänglichen Liebeskraft
Christiansen & Zinser – Okkultismus und Satanismus
Cicero, Marcus Tullius – Die fünf Bücher über das höchste Gut und Übel
Claas, Fürst – Willkommen in meinem Kopf
Clairvision – ISIS-Rückführungs-Therapie (Past-Life Therapy)
Connor, Sarah – Atomkrieg in parallelen Quanten Universen!
Conrad, Jo – Entwirrungen
Conrad, Jo – Zusammenhänge
Conway, D. J. – Die Zauberwelt der Kelten
Cooper, Phillip – Magisches Wissen in neuem Licht
Crowley – Liber Null – Praktische Magie
Crowley, Aleister – Das Buch des Gesetzes
Crowley, Aleister – Liber 777
Crowley, Aleister – Tarot
Crowley, Aleister – Über Yoga
Crowley, Aleister – Buch der Lügen
Crowley, Aleister – Leben und Werk des Tieres
Crowley, Aleister – Liber Lege Libellum
Crowley, Aleister – Magie in Theorie und Praxis
Crowley, Aleister – Meditation
Crowley, Aleister – Tarot (Bilder der Karten)
Crowley, Vivianne – Wicca
Dahlke, Rüdiger – Krankheit als Weg
Dahlke, Rüdiger – Meditation – Reisen nach Innen
Dalai Lama – Das Buch der Menschlichkeit
Dalai Lama – Der Weg zum Glück
Dalai Lama – Der Weg zum sinnvollen Leben
Dalai Lama – Tod und Unsterblichkeit im Buddhismus
Dalai Lama – Weise Worte 2001
Däniken, Erich von – Prophet der Vergangenheit
Däniken, Erich von – Aussaat und Kosmos
Däniken, Erich von – Beweise
Däniken, Erich von – Datierungen
Däniken, Erich von – Der Götterschock
Däniken, Erich von – Die Augen Der Sphinx – Neue Fragen An Das Land Am Nil Däniken, Erich von – Erinnerungen an die Zukunft
Däniken, Erich von – Kosmische Spuren
Däniken, Erich von – Zeichen für die Ewigkeit
Däniken, Erich von – Zurück zu den Sternen
Dara, Maya – Spiegelmagie
Dautert, Joachim – Astralreisen
Dekorne, Jim – Psychedelischer Neoschamanismus
Delnooz, Fons – Energetischer Schutz
Denning und Phillips – Psychischer Selbstschutz
Devananda, Swami – Yoga – Das Grosse Illustrierte Yoga Buch
Devi, Kamala -Tantra Sex Die modernen Liebestechniken des Ostens
Distel, Wolfgang – Die Praxis des Reiki
Dittmann, Arvid – Sexualität in Mystik und Magie
Diverse – Die Bibel – altes Testament
Diverse – Die Bibel – neues Testament
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Band 1-3
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 4-5
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 6-7
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 8-9
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 10-12
Douval, H. E. – Ritus und Zeremoniell der Magie
Douval, H. E.- Bewußtseinserweiterung
Dowd, Tom – Die Menschen und der Zyklus der Magie
Dropper, Eaves – Eine kurze Einführung in die Sigillenmagie
Drury, Nevill – Der Schamane und der Magier
Dürr,Josef – Dämono-Magie Experimental-Dämonologie
Eberhagen, Henning – NLP und lernen
Eco, Umberto – Das Foucaultsche Pendel
Eggetsberger, Gerhard H. – Hypnose, Die Unheimliche Realität
Egli, Rene – Das Lola-Prinzip
Eingeweihten, Drei die – Das Kybalion
Eiwatz – Die Schwarze Sonne
Emoto, Masura – Die Botschaft des Wassers
Engel, Leopold – Luzifers Bekenntnisse
Eschner & Jungkurth – Aleister Crowley – Das große Tier 666
Eul,Joachim & Harrach, Tibor – Zauberpilze bei uns
Fischer, Reinhard – Raumfahrt der Seele
Fischer-Rizzi, Susanne – Medizin der Erde
Flaake, C. G. – Einleitung zum Simon-Necronomicon
Flamelli, Nicolai – Summarium Philosophicum
Fortune, Dion – Das karmische Band
Fortune, Dion – Die mystische Kabbala
Fortune, Dion – Die Seepriesterin
Fortune, Dion – Durch die Tore des Lichts
Fortune, Dion – Durch die Tore des Todes ins Licht
Fortune, Dion – Ein dämonischer Liebhaber
Fortune, Dion – Handbuch für Suchende
Fortune, Dion – Leben und Magie
Fortune, Dion – Mondmagie
Fortune, Dion – Selbstverteidigung mit PSI
Francia, Luisa – Mond Tanz Magie
Franke, Jürgen E. – Die Zauber der Quellentänze
Frater Basilius Valentinus – Chymische Schriften
Frater Basilius Valentinus – Zwölf Schlüssel
Frater Conzentra Magis – Amulette + Talismane
Frater Daragion – Zum Thema Dämonologie
Frater Devachan – Kontakte zu Naturgeistern
Frater Erec (717) – Handbuch der Chaosmagie
Frater Johannes – Magische Beeinflussung durch Tepaphone
Frater Johannes – Praktische Vorbereitungen zur Magie
Frater Leon – Der Lebensbaum
Frater Leon – Weltenbäume
Frater Sursum Ad Lucem – Planeten-Rituale und andere Spezialthemen
Frater Taliesin Ra – Übungen zur magischen Praxis
Frater V. D. – Schule der hohen Magie
Frater V.D. – Bemerkungen zur Mondmagie
Frater V.D. – Eismagie
Frater V.D. – Elemente-Magie – Ein praktischer Leitfaden
Frater V.D. – Handbuch der Sexualmagie
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 1
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 2
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 3
Frater V.D. – Liber Null
Frater V.D. – Magier-Karten
Frater V.D. – Schule der hohen Magie
Frater V.D. – Sigillenmagie in der Praxis
Frater V.D. – Tante Klaras Kummertempel Band 1
Frater V.D. – Urknall-Mystik und Elektro-Gnosis
Frater V.D. – Viktor Sobek – Die Schattenmeister
Frater Widar – Magie und Praxis des Hexentums
Fratzer, Beate – Partnerschaft und Erotik der zwölf Tierkreiszeichen
Freimaurer – Buchstaben Magie
Freud, Sigmund – Totem und Tabu
Freud, Sigmund – Traumdeutung
Freydis – Tiertotem und Krafttiere im Schamanismus
Fries, Jan – Visuelle Magie
Gaarder, Jostein – Maya oder Das Wunder des Lebens
GardenStone – Einführung in die Wortmagie
Garfield, Patricia – Kreativ Träumen
Gawain, Shakti – Garten der Seele
Gawain, Shakti – Kreativ Visualisieren
Gawain, Shakti – Leben im Licht
Gawain, Shakti – Meditationen im Licht
Gebser, Jean – Die Zen-Lehre
Gibran, Khalil – Der Narr – Lebensweisheit in Parabeln
Giger, H.R. – Baphomet – Tarot der Unterwelt
Göl, Hermann – Germanische Mythologie
Gooding, David – Die Bibel – Mythos oder Wirklichkeit
Gordon, Noah – Der Schamane
Govinda, Kalashatra -Tantra
Grandis, Francesca de – Die Macht der Göttin ist in Dir
Grandt, Guido & Michael – Satanismus, die unterschätzte Gefahr
Green, Marian – Das geheime Wissen der Hexen
Green, Marian – Naturmagie
Green, Marian- Ritualmagie
Gregorius, Gregor A. – Der saturnische Weg der Erkenntnis 1
Gregorius, Gregor A. – Die magische Erweckung der Chakra im Ätherkörper des Menschen
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 1
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 2
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 3
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 4
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 5
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 6
Gregorius, Gregor A. – Necronomicon und Goetia
Gresch, Ulrich – Das Beil der Persönlichkeitsspalter
Gruner, Axel M. – Codex Thaumaturgica
Grünwald, Wolfgang – Gesundheit Beratung Feng Shui – I_Kurs
Grünwald, Wolfgang – Radionik
Grünwald, Wolfgang- Gesundheit Beratung Feng Shu i- II_Kurs
Halam, Anna – Schattenträume
Hannah, Barbara – Begegnungen mit der Seele
Harding, Khit – Ramtha – Das Manifestieren
Hartmann, Franz – Andere Dimensionen des Denkens
Harvey, David – Das kleine Handbuch der Esoterik
Hatzelmann, Elmar Dr. – Ursachen und Lösungsanregungen aus NLP Sicht
Heindel, Max – Die Rosenkreuzer-Weltanschauung oder mystisches Christentum
Hemminger, Hansjörg – Der esoterische Lebenshilfemarkt unter die Lupe genommen
Herm, Gerhard – Die Kelten – Das Volk das aus dem Dunkel kam
Herzog, Wolfram – Das Wunder heilender Edelsteine
Hesse, Hermann – Siddhartha – Eine indische Dichtung
Hessische Landeszentrale für politische Bildung – Esoterik
Hetmann, Frederik – Das Buch Merlin
Hine, Phil – Knack und Back Chaos
Hobbythek – Ayurveda für Alle
Hobbythek – Ayurveda, Lebenselixiere aus Indien
Hobbythek – Feng Shui
Hodge, Stephen – Das Tibetanische Totenbuch
Hoffman, Hellmuth – Vorläufer einer neuen Ära
Hofmann, Albert – Naturwissenschaft & Mystische Welterfahrung
Holzapfel, Varuna – Einweihung in das Hexeneimaleins-Arbeitsbuch
Hongzh, Li i – Falun Gong
Howard, Michael – Magie der Runen
Illion, Theodor – Tibet 1 – Auf geheimnisvollen Pfaden zu geheimnisvollen Orten (1999)
Iranschähr, H. K. – Die Heilkraft des Schweigens
Isert, Bernd – Der Baum des NLP
Jantschik,Walter – Baphomet Magie
Jong, Paul C. – Sind Sie wirklich wiedergeboren aus Wasser und Geist
Jung, C.G. – Erinnerungen Träume Gedanken
Jürgens, Heinrich – Anleitung zum bewußten Hellsehen
Kadmon, Zaros – Buch der Geheimwissenschaften
Kaiki- Allgemeine Einführung in die Stille Meditation
Kampenhout, Daan Van – Heilende Rituale
Kearney, Paul – Der magische Wald
Kehoe, John – Mind Power
Kenner Astrologie – Geheimnisse
Kenner Astrologie – Merkur -Gedanken -Ein Pfad zum Hohen Selbst
Khonsu, Ankh F. N. – Das Buch des Gesetzes
Kingston, Karen – Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags
Klinger-Raaz, Ursula – Reiki mit Edelsteinen
Knoche, Grace F. – Die Mysterienschulen
Koenig, Peter-Robert – Das OTO-Phaenomen
Koenig, Peter-Robert – Ein Leben für die Rose
Kornreutheri, Johannes – Die Schatztruhe mittelalterlicher Manuskripte der Magie
Kössner, A & J – Das Buch der Kin
Krassa, P.- Erich von Däniken, der Götterforscher
Krebs,John Frederick – Hermaphroditisches Sonn−und−Monds−Kind
Kröncke, Karsten – Rudolf Steiner und Picasso
Kröncke, Karsten F. – MC und AS – Die persönlichen Punkte im Horoskop
Krusche, Klaus – Weltbürger Weltraum Weltgeist
Kutschera, Gundl – NLP-Lexikon
Langbein,Walter-Jörg – Die Rosenkreuzer
Larsson, Göran – Die Macht einer Lüge
LaVey, Anton Szandor – Die satanische Bibel
Leary, Tim – Höhere Intelligenz und Kreativität
Lenand, Charles G. – Aradia – Die Lehren der Hexen
Leopold,Engel – Luzifers Bekenntnisse
Leuenberger, Hans Dieter – Engelmächte
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 1
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 2
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 3
Leuenberger, Hans Dieter – Sieben Säulen der Esoterik
Leuenberger, Hans-Dieter – Das ist Esoterik
Lévi, Eliphas – Geschichte der Magie
Levine, Leah – Magic Trips
Lewis, Ralph M. – Das innere Heiligtum
List, Guido von – Das Geheimnis der Runen
Love, Jeff – Die Quanten-Götter – Ein neues Verständnis der Kabbala
Lübeck, Walter – Rainbow Reiki
Lucifera – Satanshimmel – Rituale der schwarzen Magie
M. K., Dr. – Erinnerungen an Franz Bardon Magnus – Magie für Männer
Magnus – Was ist Magie überhaupt
Mala, Mathias – Weisse Magie
Manara, Milo – Le tarot erotique (Abbildungen der Karten)
Marashinsky, Amy Sophia – Göttinnen Geflüster
Masino, Marcia – Tarot-Das Praxisbuch
Mathers – Grimoire Armadel
Matthews John & Caitlin – Lexikon Der Keltischen Mythologie
Matthews, Caitlin & John – Der westliche Weg – Band 1
Matthews, Caitlin und John – Der westliche Weg – Band 02
Mohr, Bärbel – Universum & Co.
Mohr, Bärbel – Bestellungen beim Universum
Mohr, Bärbel – Der kosmische Bestellservice
Morson, Det – Praxis der weißen und schwarzen Magie
Morton, Chris – Tränen der Götter – Die Prophezeiung der 13 Kristallschädel Müller, Leonard – Von der Generation und Geburt der Metallen
Murphy, Dr. Joseph – Die Macht ihres Unterbewußtseins
Musallam, Dr. – Alchimie
Musallam, Dr. – Stein der Weisen
Musashi, Miyamoto – Das Buch der fünf Ringe
Neckel, Gustav – Altgermanische Weltanschauung
Nelson, Felicitas H. – Symbolsprache der Talismane & Amulette
Nitibus – Schwarze Magie, Hexerei und die Möglichkeiten der schwarzen Kunst
Noak – NLP – Rhetorik -Seminar
Norfold, M. Travian – Über die Magie der Elfen
Nostradamus, Michel – Schriften 1
Nostradamus, Michel – Die wahren Centurien und Prophezeihungen
Nostradamus, Michel – Schriften 2
Nostradamus, Michel – Zu seinen Prophetien.
Olvedi, Ulli – Integrale Energiearbeit
Omkarananda, Swami – – Das Licht des unendlichen Bewußtseins
Omkarananda, Swami – – Der höhere Standpunkt
Omkarananda, Swami – – Der Weg des Gottsuchenden
Omkarananda, Swami – – Die Wissenschaft des göttlichen Wortes OM
Omkarananda, Swami – 20 Übungen zur Überwindung des Ärgers
Omkarananda, Swami – Bedeutung und Praxis der Meditation
Omkarananda, Swami – Das kosmische Bewusstsein
Orban, Peter – Der Buchgeist
Orttmann, Anja – Feng Shui, eine Einführung
Osho – Das Orangene Buch-Die Meditationstechniken Oshos
Pansophia – Adonistisch moralischer Lehrbrief Nr. 1
Pansophia – Adonistisch moralischer Lehrbrief Nr. 2
Papa Shanga – Praxis der Voodoo-Magie
Papa Shanga – Voodoo Praxis
Paracelsus – Das Buch Paragranum
Pavese, Armando & Marcus Würmli – Handbuch der Parapsychologie
Pease, Allan & Barbara – Der tote Fisch in der Hand und andere Geheimnisse der Körpersprache Pease, Barbara – Warum Männer lügen und Frauen immer Schuhe kaufen
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 1 Spannungs-Ausgleich-Massage
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 2 Energielehre
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 3 Wirbelsäule
Petter, Frank Arjava – Reiki – Das Erbe des Dr Usui
Piobb, P. – Die Hohe Magie der Alten
Poerksen, Bernhard – Gespräche für Skeptiker
Pösse, Markus – Phantastische Wissenschaft
Powels, Louis & Jacques Bergier – Aufbruch ins dritte Jahrtausend
Prabhupada, Bhaktivedanta Swami – Die Quelle aller Freude
Pratchett, Terry – Scheibenwelt – Die Farben der Magie
Przbyszewski, Stanislaw – Gnosis des Bösen
Purucker, Gottfried de – Goldene Regeln der Esoterik
Purucker, Gottfried de – Wind des Geistes
Quarks – Der Traum vom langen Leben
Quinque, Gabriele – Tempelschlaf – Ägyptische Einweihung als Reise zum inneren Geheimnis
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 1
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 2
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 3
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 4+5
Quinscher, Rah Ohmir – Denurische Schriften
Quinscher, Rah Ohmir – Magie des Willens
Randolph, Pascal Beverly – Magia Sexualis
Rankin, Robert – Das Buch der allerletzten Wahrheiten
Rätsch, Christian – 50 Jahre LSD-Erfahrung
Rätsch, Christian – Die Kultur des Räucherns
Rätsch, Christian – Drogen und Rituale
Rätsch, Christian – Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
Rätsch, Christian – Hexenmedizin
Rätsch, Christian – Interkulturelle Strukturen, Drogen und Rituale
Rätsch, Christian – Räucherstoffe – Der Atem des Drachen
Ravenwolf, Silver – Freche Hexen-Liebeszauber und magische Rituale für kesse Junghexen
Ravenwolf, Silver – Die schützende Kraft der Engel im täglichen Leben
Ravenwolf, Silver – Geldzauber
Redfield, James – Die Prophezeiungen von Celestine
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 3
Regardie, Israel – Die Elemente der Magie
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 1
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 2
Reichstein, Herbert – Lehrbuch der Kabbala Magie d. Zahlen u. Namen
Reid, John H. – Pflanzen-Alchemie
Reikimaster – Reiki-Praxis – 1 und 2 Symbol
Reikimaster – Reiki-Praxis – 3 Symbol
Reikimaster – Reiki-Praxis – Alle Wesen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Chakraausgleich
Reikimaster – Reiki-Praxis – Chakrasystem
Reikimaster – Reiki-Praxis – Empfindungen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Erdheilung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Fernbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Fernselbstbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Ganzbehandlung Front
Reikimaster – Reiki-Praxis – Geisteshaltung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Gezielte Chakrabehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Gruppenfernbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Himmelsleiter
Reikimaster – Reiki-Praxis – Kristalle
Reikimaster – Reiki-Praxis – Kurzbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Mental
Reikimaster – Reiki-Praxis – Möglichkeiten und Grenzen
Reikimaster – Reiki-Praxis Nahrung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Nebenwirkungen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Organreise
Reikimaster – Reiki-Praxis – Prinzipien
Reikimaster – Reiki-Praxis – Psychohygiene
Reikimaster – Reiki-Praxis – Raumreinigungsdusche
Reikimaster – Reiki-Praxis – Reikiatem
Reikimaster – Reiki-Praxis – Rituale
Reikimaster – Reiki-Praxis – Teilpersonen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Unterschiede Ganzbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis- Chakrasystem
Reikimastert – Reiki-Praxis – Ganzbehandlung Ruecken
Renk, Torsten – Metamagica Die Magieregeln
Retschlag, Max – Die Alchimie
Retyi, Andreas von – Wir sind nicht allein – Signale aus dem All
Reyo, Zulma – Innere Alchemie – Der Weg zur Meisterschaft
Richardson, Alan – Einführung in die mystische Kabbala
Richardson, Allen – Priesterin-Leben und Magie der Dion Fortune
Ring, Thomas – Astrologische Menschenkunde Bd. 1
Ring, Thomas – Astrologische Menschenkunde Bd. 3
Ripley, Sir George – Die Vision
Ritter, Oliver – Magische Männlichkeit. Mann-Sein aus initiatischer Sicht
Roberts, Jane – Seth – Die Natur der persönlichen Realität
Roberts, Jane – Seth und die Magische Einstellung
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 1 – Überseele Sieben
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 2 – Lehrzeit
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 3 – Zeitmuseum
Rodney, Orpheus – Abrahadabra, Thelemische Magie für Anfänger
Ruckner, Rudy – Die Wunderwelt der vierten Dimension
Sator, Günther – Feng Shui für Kinder
Sator, Günther, Feng Shui – Leben und Wohnen in Harmonie
Sayan, Lus de – Magie des Sexus
Scheja, Birgit – Die Runen des älteren Fudark
Schmidt-Tanger, Martina – NLP Coaching von Führungskräften
Schnappau, Rudolf – Was hat NLP mit Spiritualität zu tun
Schopenhauer, Arthur – Über das Geistersehn und was damit Zusammenhäng
Schüttler, Hermann – Freimaurer und Illuminaten
Schütz, Peter – NLP im Coaching und in der Personalentwicklung
Schwarz, Georgia – Feng Shui-Gesund Wohnen mit der chinesischen Harmonielehre
Schweidlenka, Roman – Esotherische Ufologie und ihre rechtsextreme Schlagseite
Shea, Robert – Der weisse Schamane
Sherman, Harold – Außersinnliche Kräfte
Shikara – Sternzeichen – Jungfrau
Sluiter, Stefan – Die Macht der Kräuter
Snellgrove, Brian – Das Geheimnis von Aura und Chakras
Soror, A. L. – Die magische Pforte
Spalding, Baird – Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten
Spangenberg, Brigitte und Ernst – Assagioli, der Wille und das NLP
Spiesberger, Karl – Das Mantrabuch
Spiesberger, Karl – Magische Einweihung
Spiesberger, Karl – Magische Praxis
Spiesberger, Karl – Runenmagie
Spiesberger, Karl – Runenpraxis der Eingeweihten-Runenexerzitien
Spiesberger-Karl – Masken der Träume
Starhawk – Das fünfte Geheimnis
Starhawk – Die Kraft der großen Göttin
Staudenmaier,Ludwig – Die Magie als experimentelle Naturwissenchaft
Stein, Diane – Die Weisheit der Göttin umarmen
Steiner, Rudolf – Wahrheit und Wissenschaft
Steiner, Rudolf – Wie erlangt man Erkenntnisse der hoeheren Welten
Steiner, Rudolf – Die Geheimwissenschaft im Umriß
Steiner, Rudolf – Die Philosophie der Freiheit
Steiner, Rudolf – Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen
Steiner, Rudolf – Lexikon Anthroposophie
Steiner, Rudolf – Theosophie
Stenglin,Roland – Reiki Energie und Weg
Storl – Pflanzen Der Kelten
Storl – Pflanzengottheiten
Stumpf, Reinhold – Feng Shui Referat
Su’a’no-Ta, Sujja – Elemente Magie
Su’a’no-Ta, Sujja – Schamanische Magie im Alltag
Sun, Frank – 666 – Die Zahl des Tieres
Suzuki, Daisetz T. – Koan
Swedenborg, Emanuel – Seele und Leib
Szepes,Mária – Der rote Löwe
Talbot, Michael – Das Holographische Universum
Tarozzi, Giancarlo – Vorläufer einer neuen Ära
Tegtmeier, Ralph – Aleister Crowley – Die tausend Masken des Meisters
Tegtmeier, Ralph – Das Hexenbuch
Tegtmeier, Ralph – Die heilende Kraft der Elemente
Tegtmeier, Ralph – Magie und Sternenzauber – Okkultismus Im Abendland
Tegtmeier, Ralph – Runen-Alphabet der Erkenntnis
Tenk, Hermine – Soforthilfe mit Akupressur
Tepperwein, Kurt – Die hohe Schule der Hypnose
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 1
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 3
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 4
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 8
Tindale, Quentin – Sigillum 2 Potenzierte Sigillenmagie
Toko Zeitkompass – Kabbala und Numerologie (1994)
Truthman – Anleitungen zu luziden Träumen
Truthman – Astralreisen
Truthman – Bewusstseinskontrolle
Truthman – Das Geheimnis des Traumes
Truthman – Engel
Truthman – Fernwahrnehmung
Truthman – Geschichte der Hypnose
Truthman – Geschichte, Philosophie und Symbolik der Freimaurer
Truthman – Hypnose
Truthman – Sexualität In Mystik Und Magie
Truthman – Sexualmagie & Dimensionswechsel
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Tuella – Kosmische Telepathie
Tüting, Ludmilla – Der Tibet-Mythos
Überlieferung- Germanische Mythen – Die Edda (alte Version)
Uhlig, Helmut – Buddha – Die Wege des Erleuchteten
Unbekannt – Ritual des Jupiter nach Crowley
Unbekannt – Buch Der Magie – Band 1 – Von Der Essenzmagie
Unbekannt – Das Buch Enoch
Unbekannt – Einfuehrung in Magie – Die Grundgesetze
Unbekannt – Freimaurer – Lexikon
Unbekannt – Gedanken sind deine wahre Macht
Unbekannt – Grundelemente der Astrologie
Unbekannt – Heilkräuter
Unbekannt – Lexikon Anwendungen Heilsteine
Unbekannt – Liste bekannter Freimaurer
Unbekannt – Monatsnamen der Germanen
Unbekannt – Persönlichkeitstest des Dalai Lama – pdf
Unbekannt – Ritual des Jupiter nach Crowley
Unbekannt – Ritual des Merkur nach Crowley
Unbekannt – Ritual des Mondes nach Crowley
Unbekannt – Ritual des Saturn nach Crowley
Unbekannt – Ritual des Sonne nach Crowley
Unbekannt – Spirituelle Feiern für alle Jahreszeiten
Unbekannt – Technik und Phänomenologie der Hypnose
Unbekannt – Thaumaturgische Rituale
Unbekannt – Träumen der inneren Bilderwelt begegnen
Unbekannt – Über Aleister Crowley – Kurzer Abriß seines Lebens
Unbekannt – Vortrag – Astrologie ohne Aberglauben
Unbekannt – Zur Dämonologie
Unbekannt -Forscher zum Thema Verstandeskontrolle
Urbigeriani, Aphorismi – Gewisse Regeln
Urbigero, Baron – Aphorismi Urbigeriani
Uxkull, Woldemar von – Die Einweihung im alten Ägypten
Vatsyayana – Das Kamasutram
Vehlow, Johannes – Band I – Die Weltanschauung der Astrologie
Vehlow, Johannes – Band II – Die Technik der Horoskopberechnung


Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Berechnungsblatt

Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Tafel zur Kräftebestimmung
Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Wertebestimmungstabelle Vehlow, Johannes – Band III – Die Analyse der astrologischen Elemente
Vehlow, Johannes – Band IV – Die systematische Deutung des Horoskops
Vehlow, Johannes – Band IX 1 – Parerga paralipomena – zur Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Band IX 2 – Parerga paralipomena – zur Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Band VI – Transite und Hilfshoroskope. Die Revolutionen
Vehlow, Johannes – Band VIII – Die Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Kalender 1952 – Häuserproblem
Vehlow, Johannes – Kalender 1952 – Krankheit und Charakter
Walter E. Butler – Das ist Magie
Walter E. Butler – Kleine Schule der Magie
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 1. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 2. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 3. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 4. Lehrbrief
Weidinger, Erich – Die Apokryphen – Verborgene Bücher der Bibel
Weinfurter, Karl – Der Königsweg
Weinfurter, Karl – Lehrbuch des magischen Denkens
Weinfurter, Karl – Mystische Fibel
Weinreb, Friedrich – Kabbala im Traumleben des Menschen
Weitbrecht, Wolf – Orakel der Delphine
Wichmann, Jörg – Der kleine Gott
Wichmann, Jörg – Schutz vor magischen Einflüssen
Widmer, M.& S. – Heilsteine von A-Z
Wilson, Robert Anton – Die Neue Inquisition
Winckelmann, Joachim – Magisches Training
Wittenburg, Bernd von – Schach der Erde
Wolff, Katja – Magie – Kunst des Wollens – Macht des Willens
Wolff, Uwe – Alles über die gefallenen Engel
Wright, Leoline – Der Tod – Was kommt dannach
Yogananda, Paramahansa – Gesetz des Erfolges
Young, Ella – Keltische Mythologie
Ziegler,Gerd – Tarot-Spiegel der Seele
Zimmer, Christopher – Wanderer zwischen den Zeiten
Zion, die Weisen von – Die Protokolle der Weisen von Zion
Zoller, Regina – Nationalsozialismus und Okkultismus – Thule-Gesellschaft (1994)
Zurfluh, Werner – Die Spur der Quader Zurfluh, Werner – Sexualmagie und Dimensionswechsel

14. Bild des Tieres – Teil 1 # Walter Veith, Ronny Schreiber # Eisberg voraus


ENDZEIT
… ist Endgericht, in der die Menschheit (Wiedergeburt) vorwiegend die bitteren Früchte ihrer üblen Saat zu „geniessen“ hat.
Endzeit bedeutet nicht Weltuntergang, sonst gäbe es ja nicht die Verheissung eines 1000 jährigen Friedens Reiches, sondern die VERNICHTUNG des falschen Systems, in der der Antichrist das Sagen hat, sowie die Reinigung der Erde von allem Übel.

„Da erschien ein GROSSES ZEICHEN am Himmel:
Eine Frau war mit dem Glanz der Sonne umkleidet,
der Mond lag unter ihren Füssen und auf ihrem Kopf hatte sie eine KRONE von 12 Sternen.“
Die Himmelskönigin stand vor ihrer Niederkunft. (Offenb. 12,1)
(Das EU Emblem ist eine Nachbildung der 12 teiligen Sternenkrone)

„Und es erschien ein zweites Zeichen am Himmel:
Ein grosser FEUERROTER DRACHE.
Der Drache stand vor der Frau um ihr Kind ZU VERSCHLINGEN, so bald es geboren war.“ (Offenb. 12,3)
Denn er wusste, dass das Kind einmal sein Bezwinger sein würde.

Er hatte 7 Köpfe und 10 Hörner und trug auf seinen Köpfen 7 Kronen.
Sein Schweif peitschte ein Drittel der Sterne vom Himmel und schleuderte sie auf die Erde. (Engelwelt – Dämonen)
Die KÖPFE; grosse Klugheit ist ihm eigen.
Die HÖRNER; grosse Kraft besitzt er.
Die KRONEN; grosse Pläne hat er und siegen will er. (NWO)

Das TIER (666) fällt auf durch seine Stärke und Klugheit und hat ein grosses gotteslästerliches Maul.

Der DRACHE ist SATAN,
der gefallene Engel und einstiger Lichtbringer.
Der gewaltige GEGENSPIELER GOTTES und der ANTICHRIST in PERSON, der sein Haupt erhebt, also schon da ist, aber mit dem „Haupt erheben“
die Macht auf Erden ergreift.

Niemand ist antichristlicher als Luzifer selbst, mit seinem GROSSEN ANHANG, das ihm erst seine Macht auf Erden gibt.
(Totalitäre antichristliche Regime)

Der Vatican-Staat und sein Oberhaupt wollen an die Stelle Gottes und lassen sich anbeten.
Beinahe kein Land kann sich der Diktatur dieser Macht entziehen und die verblendete Masse lässt sich über die Mainstream Medien gleichschalten.

Menschliche Klugheit ohne seelische Reife blendet und verblendet.
Sie macht arrogant, kalt berechnend und lieblos.

ergänzend

Das 4. Reich – Rom regiert bis heute

Armageddon

Prinz Reuß spricht bei UN in Genf das Thema der Souveränität an


In den letzten Jahren ist eine Diskussion darüber in Gang gekommen, ob Deutschland ein Staat oder ein besetztes Gebiet ist. Interessant ist die Tatsache, dass sich Politiker und ganz besonders Angela Merkel absolut weigern jede Frage dazu zu beantworten.

Am 29.11.2019 hat Heinrich XIII. Prinz Reuß auf Einladung des Außenministerium der Russischen Föderation eine Rede zum Thema behinderte Menschen bei der UN in Genf gehalten und das Thema der Souveränität im zweiten Teil thematisiert.
ergänzend

Heinrich XIII Prinz Reuß – Vortrag beim Worldwebforum 2019

14.05.2020 – 11:00 – Besuch von KHK M. Heuer

Nur mal kurz zur Info.

Der KHK M. Heuer aus Kiel hat mir heute, meine beschlagnahmten Geräte und Datenträger nach Bad Bramstedt gebracht. Nur mal am Rande bemerkt. Sowas, nennt man Arsch in der Hose haben. Er hat den Raub geleitet, und es persönlich wieder zurückgebracht  Aber, er hat mir dann unmissverständlich zu verstehen gegeben,wenn es nach ihm gegangen wäre, hätte ich die Sachen, nicht zurück bekommen.

Den Server und die Handys, konnte ich als unbrauchbar sofort Entsorgen. Der Rest, ist vollständig und noch zu gebrauchen. Mehr aber auch nicht. Die Geräte, könnt ihr die Tage bei eBay Kleinanzeigen käuflich Erwerben. Ich glaube nicht, daß ich noch weiter für Euch schreiben werde. Das muss ich erstmal sacken lassen

Nachtrag 20.05 Ich habe gerade, das Urteil und ein Beschluß bekommen. Sie haben alles aufgelistet. Da kommen auch noch Kosten auf mich zu.  Aber, kein Wort über dem Diebstahl und Verbleib der Kinder. Durch daß kriminalisieren meiner Person, bleiben sie weiter Wirtschaftsmasse für die Menschenhändler Diebisches, kinderschändenes Rattenpack. Alle beteiligten Staatsknetenzecken und deren Familie, gehören an die Wand.

Ihr habt hier, eine gesamte Familie zerstört.

Nur mal so nebenbei bemerkt. Beide Dokumente wurden nicht, von dem Richter Schiers unterschrieben, daß machte eine Urkundenbeamtin Falkenstein-Speiser,JAng der Geschäftsstelle….. Da schauen wir mal.

Justitia die korrupte weisungsgebundene Hure der Wirtschaft und Poliutik

WARUM verweigern sogenannte „Richter“, ihre sogenannten „Urteile“ und „Beschlüsse“ persönlich zu unterschreiben?

Auf diese Frage kann es nur eine korrekte Antwort geben: Sogenannte „Richter“ verweigern ihre Unterschrift, weil sie wissen, was sie tun, nämlich kriminell handeln!

Ohne richterliche Unterschrift ist aber kein sogenanntes „Urteil“ und kein sogenannter „Beschluss“ rechtskräftig.

Die rechtlich zwingenden Grundlagen für die Schriftform finden man im § 126 BGB.

Zur Schriftform gehört grundsätzlich die eigenhändige Unterschrift (Vgl. z. B. „Urteil“ vom 6. Dezember 1988 BVerwG 9 C 40.87 BVerwGE 81, 32; „Beschluss“ vom 27. Januar 2003 BVerwG 1 B 92.02 NJW 2003, 1544).

Das bedeutet, dass ohne eigenhändige Unterschrift eines Richters nichts rechtskräftig ist!

Unterschriften, die keine sind, unter sogenannten „Urteilen“, die keine sind, wie zum Beispiel “gez. Müller, Justizangestellte” und dazu ein unlesbarer Krakel – oder „auf richterliche Anordnung“ / „in Vertretung“ / „im Auftrag“, usw. sind rechtsunwirksam, weil Müller auch Hausmeister als Justizangestellter sein und nicht nachvollzogen werden kann, wer das sogenannte „Urteil“ tatsächlich „erlassen“ hat.

Dass Angestellte von Firmen sowieso keine hoheitsrechtlichen Befugnisse besitzen, also gar keine „Urteile“, „Beschlüsse“ usw. erlassen dürfen, teilen wir zur Vollständigkeit erneut mit, denn die Sache ist bekanntlich die: Im hiesigen Land ist jedes Gericht eine eingetragene Firma, in welcher Angestellte, ohne auch nur ein einziges hoheitsrechtliches Befugnis zu besitzen, ihren kriminellen Dienst verrichten.

Das heißt, dass jedes sogenannte „Urteil“… jeder sogenannte „Befehl“… jeder sogenannte „Beschluss… schon von Haus aus keinerlei Relevanz, keinerlei Rechtsverbindlichkeit, keinerlei Rechtsgültigkeit und schon gar keine Rechtskraft besitzt.

Unterschriften von Richtern müssen stets mit dem Namen oder zumindest so wiedergegeben werden, dass über ihre Identität kein Zweifel aufkommen kann.

Für den Empfänger muss nachprüfbar sein, ob die Richter, die an der Entscheidung mitgewirkt haben, das Urteil auch unterschrieben haben.

Deshalb genügt die Angabe „gez. Unterschrift“ nicht (vgl. RGZ 159,25,26, BGH, Beschlüsse v. 14.07.1965 – VII ZB 6 & 65 = Vers.R 1965, 1075, v. 15.04.1970 – VIII ZB 1/70 = VersR 1970, 623, v. 08.06.1972 – III ZB 7/72 = VersR 1972, 975, Urt. v. 26.10.1972 – VII ZR 63/72 = VersR 1973, 87).

Und für die fragenden, warum ich meine Sachen zurück bekommen habe. Ich bin unter anderem, auch dem Lehrstuhl der Juristen kundig. Da finden wir im StGB folgendes.

StGB § 133 
Besonderer Teil Siebenter Abschnitt: Straftaten gegen die öffentliche Ordnung

§ 133 Verwahrungsbruch

(1) Wer Schriftstücke oder andere bewegliche Sachen, die sich in dienstlicher Verwahrung befinden oder ihm oder einem anderen dienstlich in Verwahrung gegeben worden sind, zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht oder der dienstlichen Verfügung entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Dasselbe gilt für Schriftstücke oder andere bewegliche Sachen, die sich in amtlicher Verwahrung einer Kirche oder anderen Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts befinden oder von dieser dem Täter oder einem anderen amtlich in Verwahrung gegeben worden sind.

(3) Wer die Tat an einer Sache begeht, die ihm als Amtsträger oder für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten anvertraut worden oder zugänglich geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Auf einem Planeten, auf dem die LÜGE herrscht, kann die Wahrheit nur eine Verschwöhrungstheorie sein. Aber, die Verschwörungstheoretiker hatten meistens Recht.

 Ich schreibe später mehr

Das leise Sterben unserer Volksfeste

Die Suche nach Sündenböcken für politische Misswirtschaft ist von allen Jagdarten, die hinterhältigste. Corona-Wahn ohne Ende.

Der MAULKORB-TRÄGER lacht über den „ALUHUT-TRÄGER“ und wartet auf die „rettende“ IMPFUNG

Das Grummeln wird lauter, das „Grundrauschen“, wie die Verfassungsschützer es nennen. Nicht einfach ein Unmut, wie er nach den Wochen drastischer Einschränkungen allseits erwartet worden ist. Vielmehr ein grundsätzlicher Verdacht, dass die Politik, die die deutsche Regierung und ein Großteil der Regierungen der Welt ergriffen haben, nicht die notwendige Gefahrenabwehr ist, als die sie sich ausgibt. Sondern dass in Wahrheit etwas ganz anderes dahinter steckt, etwas Dunkles, über das die verschiedensten Vermutungen kursieren, die aber alle in einem übereinkommen: Es ist eine Verschwörung gegen das Volk, ein Coup gegen die Demokratie.“

Die politisch und medial aufgepumpte Corona-Pandemie, bedroht nun auch unsere Volksfeste. Die Volksfeste sind nicht wegen Corona geschlossen, sondern weil man befürchtet, dass sich dort der Widerstand organisieren könnte…

Beltanefest Wahl-Burg-Nacht – “Walpurgis-Nacht”

sommersonnenwende

Das Bestiefeltest ist der zweite Höhepunkt des keltischen Jahreskreises. Beltane wird in der Nacht zum und am 1. Mai gefeiert. Beltane war wie viele ähnliche Feste ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest, es gehört zu den sogenannten Feuerfesten. Es steht für das Neuerwachen … Weiterlesen 

Es verschwinden immer mehr Veranstaltungen und machen damit, die Deutsche Kultur um eine Attraktion ärmer! Cui bono? Wem zum Vorteil? 

Nächste Absage: Liebe Haithabu-Fans, schweren Herzens müssen wir aufgrund der Corona-Pandemie den Sommermarkt und die Herbstmesse in Haithabu für dieses Jahr (2020) absagen. Wir haben alle großen Märkte für dieses Jahr abgesagt. Konkret: den Gottorfer Landmarkt (17. Mai), den Sommermarkt im Wikinger Museum Haithabu (9. bis 12. Juli), den Herbstmarkt im Freilichtmuseum Molfsee (3. bis 11. Oktober) und die Wikinger-Herbstmesse in Haithabu (31. Oktober/1. November). All diese Veranstaltungen ziehen jedes Jahr tausende Besucher an. Eine unbeschwerte Umsetzung ist vor dem Hintergrund notwendiger Sicherheitsauflagen und Hygienevorschriften nicht möglich und auch nicht zu verantworten. Zudem möchten wir unsere zahlreichen Aussteller und Partner nicht weiter im Unklaren lassen. Wir bitten um Ihr Verständnis! Mehr über unsere Gründe sowie alle aktuellen Infos, wie es bei uns weiter geht, erfahrt ihr hier: https://landesmuseen.sh/de/coronavirus?fbclid=IwAR3lMqECvle74FI9YkDXEl_kfZ8AGYkTWEgVBNbqGwCTbHcBdPpAqNeiI7IViking_Toto_Germanenherz

 Sie wollen alle (Natur) Völker & Kulturen die sich über tausende von Jahren entwickelt haben zersetzen und auflösen. Denn eine Gesellschaft die keine richtigen Wurzeln mehr hat, neigt zu sinnlosem Konsum und ist leichter vom Staat und Religionen zu kontrollieren. Sie haben die meisten Völker und Kulturen zersetzt.
Ach ja, die Rammeldarmfeien unserer orientalischen, frauenunterdrückenden Mitbürger dürfen „trotz Corona“ gefeiert werden. 🙂 🙂 🙂 Habt ihr es noch immer nicht begriffen ? Hier soll dem Islam der Weg bereitet werden. Keine Volksfeste, folglich kein Alkohol, Keine Großveranstaltungen, folglich keine Weihnachts und Christmärkte. Sind die Schausteller und Schankwirte erst mal pleite, dann können die nach der sogenannten,,Pandemie,,auch nicht wiederkommen, es gibt sie bzw ihre Geschäfte nicht mehr. So einfach geht das ! Es wird deutsche bzw europäische Kultur unter einem Vorwand ( Corona) kaputt gemacht. Der homophobe, türkische Sultan Erdogan und Diyanet-Präsident Ali Erbas sagten, die Homosexualität sei für den Corona-Ausbruch verantwortlich. Nach seiner These, kennen wir jetzt die Gründungsväter von Corona.  🙂 🙂 🙂

 Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Was gibt es Neues?

Ich hatte am 29. 01  beim Amtsgericht Neumünster, „wegen Beiträge auf meiner Webseite“ meinen Verhandlungstermin 

Kurz mal zur Info meiner Verhandlung
Ich bin noch da, und frei von fast allen Anschuldigungen. Ich habe eine achtmonatige Bewährungsstrafe bekommen und Ich trage die Kosten des verfahrens. Meine IT, Telekommunikation & Datenträger mit meinem persönlichen geistigen Eigentum, bekomme Ich auch wieder. Die Zensur meiner Webseiten, geht auch die Tage weg.

Ich habe die Verhandlung, nicht ganz alleine geführt!
Ich hatte als Beistand, den Knut, der war gut.
Die dazu gehörigen Beiträge, habe ich zum aktualisieren, kurz raus genommen. Da Richter und Kollegium – ansatzweise rechtstaatlich Verhandelt haben. Werde ich die Schmähtexte gegen sie, aus meinen Beiträge nehmen und die Beiträge wieder einstellen.

Was mich am meisten enttäuscht hat – Ich habe nur sehr wenig, unterstützende Begleitungen vorgefunden. Was aber auch wieder verdeutlicht, dass ich keine Kontakte  oder Szenen-Bekanntschaften in irgendeine, vorgeschriebene Richtung pflege.

Ob Ich noch weiter als Germanenherz schreiben soll oder nicht, dass hat sich von selbst beantwortet bzw. Ihr, mit eurem Interesse.

Nicht an dem laufenden und folgenden Kriege werdet Ihr sterben. Nein Nein Ihr werdet allesamt, an Neid, Missgunst und Raffgier verrecken. Da bin Ich mir ganz sicher.

Bis meine Sachen kommen mache ich für Euch, noch ein wenig Juridumm und CO2 neutrales Geschwurbel auf die Seite. Ein Schwerpunkt dieser Seite wird sich etwas mehr, mit den Missständen, am Menschenrecht, Tier, Natur und Kindeswohl befassen. Die alten Beiträge, Rechtskunde, Bücher, Dateien, Artikel, Dokumente, Musterschreiben bleiben stehen. Ach ja, ich habe mich einen Tag vor dem Termin, aus meiner Interregnum Selbstverwalterlösung gelöst, und mir einen Perso. abgeholt. Man sollte mir nicht Nachsagen können, ich wäre nicht kooperativ gewesen.

 Hier mal ein neutraler Videobeitrag von der Verhandlung

https://www.bitchute.com/embed/b8Ts1qjfCPZ7

Schauen wir mal, was die anderen Medien über dem Termin geschrieben haben
Da haben wir folgende Textknechtschaft, bei bnr.de – blick nach rechts gefunden

Verurteilung wegen Volksverhetzung

Von Horst Freires 30.01.2020 –

Das Amtsgericht Neumünster hat den IT-Ingenieur Torsten H. wegen mehrerer Fälle der Volksverhetzung zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Beim Prozess war auch der Berliner Rechtsextremist Nikolai Nerling anwesend.

Die Informations- und Dokumentationsstelle Antisemitismus in Schleswig-Holstein hat am Mittwoch ihren ersten Jahresbericht vorgelegt, aus dem hervorgeht, dass trotz einer unbekannten, aber nahe iegenden Dunkelziffer im nördlichsten Bundesland durchschnittlich einmal pro Woche ein judenfeindliches Vergehen begangen wird. Vor dem Amtsgericht in Neumünster musste sich am selben Tag Torsten „Toto“ H. aus Bad Bramstedt für mehrere Fälle der Volksverhetzung und der Verbreitung verfassungswidriger Kennzeichen verantworten. Dafür wurde er mit einer achtmonatigen Bewährungsstrafe bedacht.
Vorgehalten wurden dem IT-Ingenieur H. diverse Internetbeiträge auf zwei von ihm betriebenen Websites zwischen 2012 und 2016, bei denen gegen das Judentum gehetzt und der Holocaust abgestritten wurde. Auf einem Portal ist er unter dem Titel „Germanenherz“ unterwegs. Durch Einlassungen des Angeklagten wurde auf eine Zeugenbefragung eines mit dem Vorgang befassten Kriminalbeamten verzichtet. Der Administrator der ins Visier der Strafverfolgung geratenen Websites sagte in der Gerichtsverhandlung aus, er hege keine Sympathien für Adolf Hitler und dem nationalsozialistischen Gedankengut. Seine Orientierung gehe eher in die Richtung geschichtliches Preußentum. Er räumte Israel-Kritik ein, sei aber keineswegs judenfeindlich eingestellt. Strafbewährte Inhalte habe er nur als Diskussionsgrundlage und zu Dokumentationszwecken verbreitet, entsprächen aber nicht seinem persönlichen geistigen Eigentum. Mit einem Hinweis im Impressum habe er dies auch ausdrücken wollen.

Lieblingsmusiker Frank Rennicke

Die in der Anklageschrift ihm vorgehaltenen Beiträge habe er mittlerweile von der Homepage heruntergenommen. Er sei auch bereit, weitere rechtlich nicht einwandfreie Beiträge zu löschen. Man möge es ihm dann nur sagen.
H. hat unter anderem Inhalte von der den Nationalsozialismus verherrlichenden antisemitischen Verschwörungsplattform „National Journal“ übernommen, bei der sich auch Holocaust-Leugner Henry Hafenmayer bedient. Der Prozess in Neumünster lockte sogar den rechtsextremen Berliner Blogger Nikolai Nerling  an, der als so genannter „Volkslehrer“ veröffentlicht. Letzterer mobilisierte im Vorwege zu dem nach seinen Worten „Schandprozess“ und weiteren „Tiefpunkt der BRD-Geschichte“. Die Besucherplätze im Gerichtssaal blieben trotzdem leer.

Gab sich H. vor Gericht einsichtig und sprach von einer eigenen Blauäugigkeit, so sind bei einem Blick auf sein Facebook-Favoritenprofil durchaus Hinweise erkennbar, die eine Hinwendung zur rechten Szene verdeutlichen, etwa wenn er Frank Rennicke als Lieblingsmusiker angibt oder Vorlieben zu rechtspopulistischen und obskuren verschwörungstheoretischen Netzseiten offenbart. Aktuelle Veröffentlichungen bei „Germanenherz“ zeigen zudem demokratie- und staatsfeindliche Aussagen, wenn etwa über die politischen Verhältnisse abwertend von System die Rede ist oder gängige Formulierungen aus der Reichsbürger-Szene die bestehende Staatsform und Verfassungsgrundlage abstreiten.

Eine Analyse und Stellungnahme zu dem Medienbericht. schreibe Ich später. Wir können aber auch schon sehen: Die Volksverhetzer und Kriegstreiber Nr, 1 waren und sind, die Medien und ihre Propagandalügen

Soviel schon am vorab: Ich habe in meinem Fratzenbuch ca. 15 Musiker markiert, von Mark Knopfler bis Axel Rudi Pell. Und Frank Rennicke, hat er instrumentalisiert zum Lieblingsmusiker.  Ein Schelm der Böses dabei denkt

Ich hatte ja schon öfter, auf die Medien hingewiesen. Wer stetig lügt und falsches spricht, der gebraucht da gern ein fremd Gesicht.…

Heute schon GEZahlt ?

Ein Rundfunkbeitrag im Internetzeitalter, das ist so, als müsste man zwangsweise einen Hufschmied mitbezahlen beim Autofahren. Moin Moin Heute schon GEZahlt? – Gekotzt wird später! Rund acht Milliarden Euro kommen jährlich durch den Rundfunkbeitrag zusammen, trotzdem soll er erhöht werden. … Weiterlesen 

Herr der eigenen Sinne und Manipulation der Gedanken

Die Propagandalüge

Wer stetig lügt und falsches spricht,
der gebraucht da gern ein fremd Gesicht.

Ich habe hunderttausend Züge,
von denen jeder euch gefällt,
ich bin die Propagandalüge,
die wahre Herrin dieser Welt.
Ich bin schon hunderttausend Jahre,
viel älter als der Pentateuch,
und von der Wiege bis zur Bahre,
bin ich auf Schritt und Tritt um euch.
Mir dient das Hirn von tausend Köpfen,
mir dient der Forscher im Labor,
und Dummheit kommt Millionen Tröpfen,
wenn ich es will, wie Weisheit vor!
Doch dauernd ändert sich sein Name,
ob es nun Frieden oder Krieg,
ich heiße als Plakat Reklame –
als Flugblatt heiß ich Politik.
Ich streue Gift in tausend Brunnen,
an einem Tage tausendmal,
den Deutschen mach ich heut zum Hunnen,
und morgen schon zum Parsival.
Den Feigling mache ich zum Heros,
den Helden aber feig und schlecht.
Mir dient der Mensch, doch auch Gott Eros
ist täglich tausendmal mein Knecht.
Ich hetze jedes Volk zum Morden
aufs Schlachtfeld, doch ich kann noch mehr:
Ich mache aus vertierten Horden
ein sittenstrenges Kreuzzugsheer.
Ich bin die Propagandalüge,
die jeder kaufen kann – für Geld.
Ich fälsche, lüge und betrüge
seit Anbeginn die ganze Welt!

ergänzend

Gehirnwäsche durch Programmierung

Täglich wirkt die Gehirnwäsche durch die Lügenmedien bei sehr großen Teilen der Bevölkerung. Und dies inzwischen weltweit. Nur wenige durchschauen jede Nachricht und erkennen dahinter die Lügenmärchen des Systems. Irgendwann ist man es leid, täglich die Lügen und Verdrehungen der … Weiterlesen 

Medien in Deutschland

Herr der eigenen Sinne und Manipulation der Gedanken

Der Hauptkrieg findet in euren Köpfen statt. Television – ‚“tele“ oder „telum“ (lat., Fernwaffe, die Wurfgeschosse) und „visio“ (Erscheinung, Abbild). Also Fernwaffen-Erscheinung. Andere sagen, das Gerät heiße eigentlich Elektro-Heim-Synagoge. Der 30. April 1939 ist kein Datum, das in unseren Geschichtsbüchern … Weiterlesen 

Ich glaub‘ es geht schon wieder los – Das darf doch wohl nicht wahr sein

Herr, vergib ihn’n nicht, denn sie wissen ganz genau, was sie tun. Weshalb man sich mit der Aufarbeitung des vergangenen Unrechts so schwer tut – die Täter sind nämlich noch unter uns und sehr aktiv: Wir sind nicht schuld, die schuldigen war damals die Regierung sowie heute auch. Die wahren Nazis sitzen in Adelshäusern auf Chefetagen der Konzerne , politische Macht Stühle weltweit. Wir sind im Krieg mit der gleichen Clique, wie unsere Ahnen! Es sind die Nachkommen des Pharmakartells der kriminellen IG Farben!
Wir dürfen nicht die gleichen Fehler machen!
Gezielte konsequente Aufklärungsarbeit – jetzt!
Da es sich bei den Pseudopandemie Eliten um die gleichen Hintermänner handelt wie damals, hier mal ein sehr interessantes Bild aus der Zeitgeschichte ( Bundesarchiv), dass sich jeder mal in Ruhe anschauen und darüber nachdenken sollte. Hollywood hätte mal richtig recherchiert. Selbstverständlich ist es nicht schön so istce auch mit den Masken. Es wird schon darüber diskutiert Menschen zu kennzeichnen die geimpft wurden oder umgekehrt. Lernt aus der Zeit
 Ab Sommer werden 10 Rabbiner „für wie viele diebisch katholische Polacken mit deutsch klingenden Namen, die sich als deutsche Juden ausgeben ?“, endlich wieder in deutscher Uniform tätig sein ? Und der Zentralrat, als Hauptkriegstreiber vornan. Die Geschichte wiederholt sich. Ihr kommt zum dritten mal, auf die katholische Schlachtbank, So steht es geschrieben, so soll es geschehen!

Der nazierte Honecker-Spross Kramp-Knarrenbauer und die EU-Macht Ursula von der Leyen, will mehr Bundeswehreinsätze im Ausland. Die Wehr des Bundes soll auch, den Angriffskrieg gegen Russland anführen, Schon vergessen ??? Ihr kommt zum dritten mal, auf die katholische Schlachtbank
ergänzender Medienbericht

Aktiver werden, Partner unterstützen, mehr Verantwortung übernehmen: Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer will die Einsätze der Bundeswehr im Ausland ausweiten – und so islamistischem Terror begegnen. Bla Bla Bla

Aktuelle völkerrechtswidrige Angriffskriegs-Einsätze der Bundes-wehr !!!  

Eine Verteidigungsarmee hat per Definition nach meiner Auffassung – nichts im Ausland verloren. Die BRD Politiker unterstützen durch unsere Steuergelder den Krieg, Stocken jährlich auf und behaupten jedes mal das sei zur Verteidigung. Doch wenn sie kein Krieg wollen, welche Verteidigung meinen sie?Wir haben den Weltterroristen 2 mal Widerstand geleistet und sind von der Welt großtenteils in Stich gelassen worden. Also bitte nicht beschweren, wenn wir keine Lust auf einen 3. Vernichtungskrieg gegen uns haben, bei dem uns dann wieder keiner hilft!

In der heutigen Zeit könnte jeder Bürger wissen, dass wir in einem Unrechtsstaat leben….. dass wir Teil des USrael-Imperiums sind….. und dass wir zu Unrecht an Kriegen teilnehmen…….dass unsere Politiker korrupt sind und unsere Medien aus USrael gesteuert werden……. ich denke, man könnte etwas tun…….. doch unsere Gesellschaft ist Kopftot und verschließt die Augen……. das haben wir auch 33 so gemacht… 

Der Yinon-Plan

 ergänzend

Mit Feuer und Schwert… das zeigt schon den Willen zur Gewalt, auch wenn die Symbolik selbst dabei in der heutigen Zeit wohl eher nostalgisch und somit verharmlosend wirkt. Wenigstens geben sie mit ihrem Emblem einen Hinweis auf das, was sie tun. Die Söldner zündeln wieder in Europa.

Interview mit Generalleutnant Martin Schelleis zur Großübung „Defender Europe 2020“  Ab Ende Januar rollen wieder verstärkt US-Militärkonvois über deutsche Straßen. Der Grund ist die Übung „Defender Europe 2020“, die in Deutschland und Teilen Europas stattfinden wird. Teilnehmen werden insgesamt 37.000 Soldaten aus 18 Nationen.

Allein die US-Amerikaner verlegen 20.000 Soldaten, was die größte US-Truppenverlegung seit 25 Jahren nach Europa bedeutet. Ziel der Übung ist es, die Einsatzbereitschaft innerhalb der NATO zu prüfen und zu erhöhen.

Laut Generalleutnant Martin Schelleis, dem Inspekteur der Streitkräftebasis und Major General Andrew M. Rohling, dem stellvertretendem Kommandeur der U.S. Army Europe, ist die Übung allerdings nicht direkt gegen Russland gerichtet. RT Deutsch hat Generalleutnant Martin Schelleis ausführlich befragt.

Bombendemokratie „Made in USA“

Aus gegebenem Anlaß ~ zum Ende des Versailler „Vertrag“ 1919/20

Unsere Preußische Kaiserhymne
Gewöhnt euch schon mal daran.
Der Versailler Vertrag ist nun abgelaufen!
Wir sind wieder im Besitz, der Handlungsfähigkeit und fast wieder frei!
Es sind noch einige Rückabwicklungen zu tätigen. „Aber“ Ihr werdet schon sehr bald von uns hören. Die nächsten Wochen könnten sehr ereignisreich werden!

Heil dir im Siegerkranz,
Herrscher des Vaterlands!
Heil, Kaiser, dir!
Fühl in des Thrones Glanz
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volks zu sein!
Heil Kaiser, dir!

Nicht Roß und Reisige
Sichern die steile Höh‘,
Wo Fürsten steh’n:
Liebe des Vaterlands,
Liebe des freien Manns
Gründen den Herrscher Thron
Wie Fels im Meer.

Heilige Flamme, glüh‘,
Glüh‘ und erlösche nie
Fürs Vaterland!
Wir alle stehen dann
Mutig für einen Mann,
Kämpfen und bluten gern
Für Thron und Reich!

Handel und Wissenschaft
Heben mit Mut und Kraft
Ihr Haupt empor!
Krieger- und Heldentat
Finden ihr Lorbeerblatt
Treu aufgehoben dort,
An deinem Thron!

Sei, Kaiser Wilhelm, hier
Lang‘ deines Volkes Zier,
Der Menschheit Stolz!
Fühl‘ in des Thrones Glanz,
Die hohe Wonne ganz,
Liebling des Volkes zu sein!
Heil, Kaiser, dir!

In diesem Zusammenhang sei daran erinnert, dass der sogenannte Versailler Friedensvertrag vor 100 Jahren in Kraft trat.


WAS SOLLTEN WIR HEUTE ÜBER DIE HINTERGRÜNDE WISSEN?

1. Dieser 1. Weltkrieg wurde von Frankreich und England systematisch vorbereitet.
2. Deutschland eine Alleinschuld zu geben ist bösartig
und inzwischen eindeutig widerlegt.
3. Es ist eine Schande, welche „Reparaturkosten“ den Deutschen und Österreichern auferlegt wurden.
4. Deutsche und Österreicher mussten den Krieg verlieren,
weil die Gegner in der gewaltigen Übermacht waren.
5. Insofern ist die Dolchstoß-Lüge, wonach das eigene Volk in der Heimat Verursacher der Niederlage gewesen wäre vollkommen haltlos. Es war nur eine Frage der Zeit, bis immer neue Panzer aus den USA unsere Truppen überrollt hätten.

Dieses Dokument widerlegt die Behauptung, der deutsche Kaiser Wilhelm II. habe auf rechtmäßige Weise abgedankt und die Hohenzollern seien in der Folge abgefunden worden: Im Jahr 1931 sieht sich Wilhelm II. nach wie vor als Seine Majestät der Kaiser und König und er unterzeichnet, im Gegensatz zu der gefälschten Abdankungsurkunde, entsprechend mit Wilhelm I.R. für Wilhelm Imperator Rex, Wilhelm deutscher Kaiser und König von Preußen.

 

Die Kriegstreiber Nr, 1 waren und sind, die Medien und ihre Propagandalügen  100 Jahre Fake News. 100 Jahre Parteiendiktatur, Putschzustand und Entrechtung der Deutschen.
„Abdankung des Kaisers.“ titelte das Berliner Tageblatt am 9. November 1918. Heute, ziemlich auf den Tag genau 100 Jahre später, würde man eine derartige Nachricht als Fake News bezeichnen, denn zum einen erfolgte das, was als Abdankung bekannt ist, tatsächlich erst am 28. November 1918. Zum anderen, und das ist wesentlich dramatischer, ist eine Abdankung des Kaisers in der Verfassung des Deutschen Reiches nicht vorgesehen. Damit der Kaiser abdankt, muss der König von Preußen abdanken. Zur formellen Abdankung des Königs von Preußen bedarf es aber eines Regierungsaktes. Wie erlangt ein Regierungsakt Gültigkeit? Dazu sagt die Verfassung Preußens folgendes: „Artikel 44. Die Minister des Königs sind verantwortlich. Alle Regierungsakte des Königs bedürfen zu ihrer Gültigkeit der Gegenzeichnung eines Ministers, welcher dadurch die Verantwortlichkeit übernimmt.“

 Die formelle Abdankung des Königs bedarf also zur Gültigkeit der Gegenzeichnung eines Ministers (Kontrasignatur). Die Abdankungsurkunde Wilhelms II. kann dahingehend jeder selbst in Augenschein nehmen und auf Gültigkeit prüfen: Sie trägt nur eine Unterschrift – die Wilhelms.

Zudem muss der Thron-Verzicht freiwillig erfolgen, davon kann in den Novembertagen des Jahres 1918 angesichts meuternder Marine-Soldaten, verfassungswidriger Soldatenräte und dem Ausbruch nackter Gewalt in der Reichshauptstadt nun wirklich nicht die Rede sein.

Die formelle Abdankung des Königs von Preußen hat also nicht stattgefunden.

Aber selbst wenn sie tatsächlich legitim stattgefunden hätte:

Die Berliner Zeitung Zeitung schrieb im Untertitel: „Vor der Einführung einer Regentschaft“. Das ist nicht erfolgt und eben die Nichteinführung einer Regentschaft gem. Artikel 58 der Verfassung des Königreich Preußen ist der Verfassungsbruch, der das Deutsche Reich bis heute handlungsunfähig gestellt hat.

Recht muss Recht bleiben, denn aus Unrecht kann kein Recht erwachsen. Das Unrecht, das aus dieser Fake News resultierte, dauert bis heute an und alle Deutschen haben darunter zu leiden.

Versailler „Vertrag“, 1919/20

Der seit 18. Januar 1919 verhandelte Friedensvertrag zwischen dem Deutschen Reich und den Alliierten wurde am 28. Juni 1919 unterzeichnet und trat am 10. Januar 1920 in Kraft. Der Vertrag sah unter anderem Gebietsabtretungen und Reparationszahlungen, die Auslieferung von Kriegsverbrechern und die Reduzierung der Truppenstärke vor. Ort der Unterzeichnung war der Spiegelsaal des Versailler Schlosses, wo das Deutsche Reich 1871 ausgerufen worden war.

Das Deutsche Reich und das Deutsche Volk wurden damals Opfer einer raffinierten, intriganten Machtpolitik der Kapitallobby, die wir auch als kleine, internationale Clique mit Weltherrschaftsträumen kennen. Es wurde gezielt in die Katastrophe manipuliert. Der Souverän des Deutsches Reiches wurde hintergangen und viel unter die Willkür fremder Mächte, die ein System installierten an welchem die Weltwirtschaftsclique mit verdienen konnte.

Da der Versailler Vertrag von den meisten Deutschen als ungerecht empfunden wurde, legte er den Grundstein für weitere innen- und außenpolitische Auseinandersetzungen. Der Versailler Vertrag galt zunächst bis zum 30. Januar 1937, er wurde einseitig von der Reichs-Regierung aufgekündigt. Erst 1953, nachdem sich die Bundesrepublik Deutschland gegenüber den Alliierten verpflichten musste, die Reparationsschulden zu übernehmen, wurde die Zahlungen fortgesetzt. Auch hier zeigt sich deutlich, dass die Alliierten keine Friedensverhandlungen nach dem zweiten WK wollten. Die Bunderepublik zahlte dann bis zum 3. Oktober 2010. Über 92 Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkrieges wurde die letzte Rate des Versailler Diktats gezahlt, 200 Millionen Euro.

Wenn heute Stimmen zum 10. Januar 2020 zu hören sind „100 Jahre nach Inkrafttreten des sogenannten Vertrags muss sich etwas ändern“, ist zu fragen: Interessiert sich Otto Normal, der deutsche Michel oder gar nur ein Gutmensch für dieses Thema? Nein, ist die Antwort. Und selbst wenn 1000sende Stimmen zu hören wären, was ändert sich damit? Nichts! Die Bunderepublik zahlte doch bereits am 3. Oktober 2010 die letzte Rate. 100 Jahre nach Unterzeichnung dieses Diktats spielen da absolut keine Rolle.
In einer historischen Geographie der Gefühle ist Preußen vor allem eines: das Herzstück der deutschen Romantik. Man vergisst das leicht bei all dem Militarismus-Gerede.

Deutsch und frei, so woll´n wir leben, woll´n aus der Knechtschaft uns befrei´n,
woll´n trotzig , mutig uns erheben und wieder Herr, statt Sklave sein!

Woll´n frei sein vom Besatzerjoch und von den Ketten der EU,
wollen unter uns sein, in dem Land ,das uns gehört und bleiben soll,
für alle Zeiten Gott zum Dank, der einst auch uns als Volk erschuf!

Wir woll´n uns nicht diktieren lassen, wie wir hier leben und gestalten,
den Alltag hier in uns´rem Lande doch restaurirern und erhalten,
die deutsche Nationalkultur, die Ausdruck uns´res Volkes ist
und in der Welt einst war berühmt, für das, was heute nicht mehr ist:

Für Dichtung, Denker und die Werte, die uns Besatzer einst gestohlen,
für Wehrkraft, Stärke die zerronnen, die wir uns müssen wiederholen ,
um frei und aufrecht dann zu schreiten, den Gang der Deutschen, ungebrochen
trotz Fremdherrschaft und Multikulti, an der wir alle fast zerbrochen.
Woll´n frei sein und in uns´rem Lande, einst wieder nurmehr unter uns
nicht mit Millionen and´rer Völker, die völlig fremd war´n und noch sind
und die hier nichts verloren haben, weil dies das Land der Deutschen ist !

Wir wollen freie Deutsche sein, ganz ohne Genderwahn und Gift,
das man uns tut nicht nur ins Essen, nein auch die Luft ist schon verpestet,
durch Chemtrails und den ganzen Mist,
den Zion hat, gemäß des Planes, heut´ umgesetzt zum Teile schon,
mit dem er alle will verskalven und der, der Feind von allen ist !

Ein freies, deutsches Vaterland, ein Reich das ohne Fremdherrschaft,
erstehet neu in frischer Blüte, das ist´s was unser Herz uns sagt,
was unser Geist uns stets gebietet, wonach wir streben, Tag und Nacht !

Die Väter aus den Gräbern sprechen, für Deutschland sich stets einzusetzen,
im Glauben, kämpfen, beten , sprechen,
auf das wir endlich werden frei, nach all den Jahr´n der Tyrannei,
durch die Besatzer aus den Staaten, die uns die faulen Früchte brachten,
von Anglizismen angefangen, den kranken Filmen, den mißrat´nen,
voll Krankheit und vom Geist besessen,der selbst die Seelen hat zerfressen,
uns hinweggeführt hat von den Wurzeln,die uns als Deutsche definieren
und uns´re Herzen ganz vergiftet,von Rassenchaos, Mordgelüsten,
der Geldgier und dem Negerkult,dem Ghettoslang und dem Geschmiere,
das man als „Kunst“ uns hier verkauft,hin bis zum Schuldkult und den Lügen,
mit denen man den Stolz uns raubt,uns quetschtet bis zum letzten Tropfen,
an Geld aus und an Arbeitskraft,von diesem Terror uns befreien,
das unbedingt alsbald zu schaffen,damit wir eine Zukunft haben,
ist wichtig, wie der Sonne Macht!

Deutsches Volk , Kultur und Stärke, Vaterland und frei von Schuld,
Herr im Haus und frei Von Zion, sei der neue, deutsche Kult,
der auf den Fahnen sei geschrieben, mit denen wir zu Felde ziehen,
nicht nur im Geiste und in Ehre, doch auch mit Zucht und Disziplin,
so woll´n wir uns zum Sturm erheben, um wieder uns zurückzuholen,
das eigne, große Vaterland, uns frei zu machen von den Ketten,
neu zu errichten unser Reich, mit dem Vertrag, der sei zum Frieden,
beenden dann die Nachkriegszeit,die wie ein Alptraum, ohne Ende,
uns quälte, Tag für Tag bis dann,
die Stunde kommt dann zu vergelten, was man uns jahr´lang angetan!

Hinfort dann mit der “BRD”, mit “Österreich”, dem ganzen Mist,
das was wir einzig, künftig brauchen, ist Deutschland, das EIN REICHe ist !

So stehet auf ihr Brüder nun, und kämpfet tapfer Hand in Hand,
es sei gespannt ein einig Band um alles große, deutsche Land!

Es soll das Reich nun fähig werden, als einz´ger Staat, hier amtszuhandeln,
was zwischen uns und „Leben“ steht, soll bald in Asche, sich verwandeln!

Ein freies deutsches Vaterland mit einem einz´gen ,deutschen Volk,
das sich vergrößert und vermehret,das ist es,was hier werden soll !

Ganz frei und ohne Fremdherrschaft,
Gott gebe, daß es bald geschafft !

Du verteidigst etwas, was Du nicht einmal gewählt hast.


Das Leben könnte so einfach sein
Das Leben könnte so einfach sein. Ihr müsst es nur mal richtig zulassen. Das Leben steckt in jedem Atemzug von Euch. Alles ist Energie! Gleiche dich der Frequenz der Realität an, Ihr könnt es selbst bestimmen, wo und wie es … Weiterlesen

Liebet einander
Liebet einander

Wenn sich die Welt zerstört, dann fängt es so an

Ernst Moritz Arndt

Ernst Moritz Arndt 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz, Insel Rügen – 29. Januar 1860 in Bonn war ein deutscher Patriot, Burschenschafter, Dichter, Sprachschützer und Revolutionär und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Arndt wandte sich hauptsächlich gegen die französische Besatzung Deutschlands … Weiterlesen

Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Wer stetig lügt und falsches spricht, der gebraucht da gern ein fremd Gesicht. Befasst euch mit dem Esausegen. Die Lügenmacht ist längst allumfassend und kann nur mehr mit diesem Teil aus ihrem eigenen Glauben gebrochen werden. Deutschland ist EDOM Und somit ESSAU Der BETROGENE BRUDER von dem BETRÜGER JAKOB Die Welt ist von 3 Betrügern irregeführt worden: Moses, Jesus und Mohammed.
Vatikan: (Kaballa – Der Sefirot-Baum)

Allvater…. Runa .. (Yggdrasil Göttlicher  Weltenbaum)Textknechtschaften, Gebölke und Gelala bei Germanenherz von Preußen.
Unsere Krone ging verloren.  Aber, ihr werdet sehen, es geht auch ohne Kreuz und Krone. Unser GOTT wohnt im Herzen – nicht im Vatikan! Wir werden „GEMEINSAMals Diener des Staates, etwas ganz Neues aufbauen. Wenn . . . wir ein Volk sind. Wir haben nur die eine Chance „Gemeinsam“ Wir müssen unsere Kräfte bündeln. Wir müssen uns schnellstens Vereinigen. Das ist kein Spaß !!!

Weltweiter Migrationsvertrag als Verpflichtung bei Doppelmoral im Vatikan: Papst feiert Migrationspakt – wollte Vertrag aber selbst nicht unterschreiben

 Der Vatikan hat vor den Vereinten Nationen in New York erneut zur Aufnahme und zum Schutz von Migranten aufgerufen. Besondere Erwartungen setzte er in den geplanten UN-Migrationspakt, sagte Erzbischof Bernardito Auza, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN, am Freitag zum Abschluss der Beratungen über das Abkommen.

 Der weltweite Migrationsvertrag werde es für Staaten, die Zivilgesellschaft und jeden Einzelnen schwieriger machen, die Probleme Betroffener zu ignorieren und der gemeinsamen Verantwortung ihnen gegenüber nicht nachzukommen.
Der Entwurf für den „Global Compact For Migration“ wurde am Freitag in der UN-Vollversammlung in New York beschlossen. Die USA sind nicht an den Verhandlungen beteiligt, auch Ungarn sieht den Vertragstext kritisch. Hauptanliegen des rechtlich nicht bindenden Dokumentes ist eine bessere Organisation der weltweiten Flüchtlings- und Migrantenströme. Es soll im Dezember im marokkanischen Marrakesch offiziell angenommen werden. Hier schauen  https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-07/vatikan-uno-global-compact-for-migration-auza.html
Bischof offenbart: Hinter den Kulissen wurde die Ausrottung der Europäer beschlossen
Ein Plan zur Untergrabung der ethnischen und religiösen Identität Europas. Bischof Athanasius Schneider startet den Weckruf an alle Christen.

Ein Plan, sagt er, sei „lange vorbereitet“. Er hat mit dem Journalisten Bozi darüber gesprochen, aber er sollte auch mit Bergoglio sprechen.
„Das Phänomen der sogenannten“ Einwanderung „ist ein Plan, der von internationalen Mächten für lange Zeit inszeniert und vorbereitet wurde, um die christliche und nationale Identität der Völker Europas radikal zu verändern . Diese Mächte nutzen das enorme moralische Potenzial der Kirche und ihre Strukturen, um ihr antichristliches und antieuropäisches Ziel wirksamer zu erreichen. Zu diesem Zweck wird der wahre Begriff des Humanismus und sogar das christliche Gebot der Nächstenliebe missbraucht „.

Verstehst du? Er spricht vom Kalergi-Plan. Es ist kein Zufall, dass Bergoglio, ebenso wie Merkel, vor einiger Zeit mit dem gleichnamigen Preis ausgezeichnet wurde. Die Kirche ist zu einem bewussten oder unbewussten Instrument des großen Plans der ethnischen Substitution geworden.

Das heuchlerische Dokument für die menschliche Brüderlichkeit

Die Wahrheit wird von denen Unterdrückt , die viel zu Verbergen und zu Verlieren haben ! Vor allem was die wahren Strukturen im Hintergrund und die Tatsächlichen Machtgefüge Betreffen. Im Römerbrief wirft Paulus den Juden vor, das sie schnell dabei sind „Blut zu Vergießen“, dass sie zu nichts gutem taugen und das auf ihren Wegen „Verderben und Unheil“ ist. Das jetzige Christentum fußt auf deren vor 2000 Jahren geschaffenen Gründungsfigur des heiligen Bartholomäus Baphomet. Als Astaroth transformierte weibliche babylonische Göttin Ištar, die erst zur westsemitischen Göttin Astarte wurde in Berlin ein Tempel gestellt, der Flughafen, hat auch damit was zu tun. Das richtige Christentum ist um einiges Älter. Hier mal schauen  Die christliche Lehre kam aus dem Norden  Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe! Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in sich, sich in Natur zu hegen, So daß, was in ihm lebt und … Weiterlesen

Die alten Blutlinien der europäischen Königshäuser und der von ihnen kreierte Vatikan, wollten von Anfang an, die Weltherrschaft über die von Ihnen ausgeraubten, unterjochten und versklavten Völker dieser Erde. Die, die damals behaupteten sie hätten Drachenblut, sind die, die uns schon sehr oft an Fremdmächte verkauft haben. Momentan im aktuellen Weltgeschehen sehr aktiv im Einsatz. Deren Pläne sind Uralt und ganz einfach zu durchschauen. Wer darüber, die Wahrheit schreibt und spricht, muß vor ein Scheingericht.

ergänzend :  Bei der Invasion des Irak wurden mehr als 5 Billionen Dollar an Gold und Öl gestohlen.

Denken Sie daran, dass Saddam keine Massenvernichtungswaffen besaß und nicht am 11. September beteiligt war, aber der Reichtum seines Landes wurde geplündert. Dann gingen sie nach Afghanistan, um die Mohnfelder und die Lithiumminen gewaltsam zu sichern, nachdem die Taliban den ganzen Mohn zerstört hatten. Danach gingen sie und töteten Gaddafi in Libyen, um die Kontrolle über seine mehr als 22 Tonnen Gold, die 30 Billionen mehr Ölpipeline, die Afrika wiederbelebt hätte, und die Diamanten, Silber und andere Lagerstätten zu gewinnen. Überall auf der Welt gibt es Krieg und Genozid für Gold, Öl, Drogen und andere natürliche Ressourcen und alles ist für die Rothschilds, den Vatikan, Könige und Banker, jedoch behaupten sie, dass wir Milliarden den gleichen Familien schulden, die alles gestohlen haben, habe alle Länder geplündert!

Die Kreuzzüge

Germanenherz Die ChristianisierungJeder zugefügte Schaden muss gleichem Maße beglichen werden. Ob nun, Christ, Moslem oder Jude. Sie werden noch dieses Jahr 2018 für ihre Schandtaten, an Mensch, Natur und Tierwelt zahlen. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule, Seele um Seele.  So steht es geschrieben, so soll es geschehen!

Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld

Ihr könnt mich alle am Arsch lecken! Ich laß mir das nicht mehr länger gefallen!


ICH WILL, DAß IHR WÜTEND WERDET ! ! ! !

Ihr könnt mich alle am Arsch lecken. Ich laß‘ mir das nicht mehr länger gefallen. Aber zuerst einmal müßt Ihr wütend werden.

„Wir sitzen zu Hause und langsam wird die Welt, in der wir leben immer kleiner. Und wir sagen nur:
Bitte laßt uns wenigstens hier in Ruhe in unseren Wohnzimmern. Laßt mich meinen Toaster haben, meinen Fernseher, meine Stahlgürtelreifen. Dann sage ich auch nichts. Laßt mich bloß in Ruhe.

Ich werde Euch aber nicht in Ruhe lassen. Ich will, daß ihr wütend werdet. Ich will nicht, daß ihr protestiert oder Krawalle veranstaltet oder euren Kongreßabgeordneten schreibt. Ich wüßte nicht was ihr ihm schreiben solltet. Ich weiß nicht, was man gegen die Depression tun kann, die Inflation, gegen die Russen und die Verbrechen auf den Straßen.
Ich weiß nur, daß ihr erst einmal wütend werden müßt. Ihr müßt sagen: Ich bin ein menschliches Wesen, verdammt noch’mal! Mein Leben hat einen Wert! Nein. Ich will jetzt, daß Ihr aufsteht. Zum Fenster geht, es auf macht, den Kopf raus steckt und schreit:

Ihr könnt mich alle am Arsch lecken.
Ich laß mir das nicht mehr länger gefallen. Dann werden wir überlegen, was wir gegen die Depression, die Inflation und die Ölkrise machen können.

Geht zum Fenster, schreit und brüllt: Ihr könnt mich alle am Arsch lecken. Ich laß mir das nicht mehr länger gefallen. Aber zuerst einmal müßt Ihr wütend werden. Ihr müßt sagen: Ihr könnt mich alle am Arsch lecken. Ich laß mir das nicht mehr länger gefallen. Steht auf.

Steht auf. Na los, los. Geht zum Fenster, macht es auf und steckt den Kopf raus und schreit:
Ihr könnt mich alle am Arsch lecken.
Ich laß mir das nicht mehr länger gefallen. Vorwärts! Jetzt steht schon auf ..

Inquisition, Hexenverfolgung, Kreuzzüge und Kriege


Der Beitrag bzw. das Onlinebuch ist noch nicht fertig
Passende Bilder in den Absätzen für Lesepausen, und Verlinkungen zu anderen Beiträge, füge ich später ein
1. Die Tötung von Irrlehren und die Inquisition
1.1. Das Fehlen der Häretikertötung im ersten Jahrtausend
1.2. Die Übergangsphase von 1000 bis 1200
1.3. Die Katharer und ihre Bekämpfung
1.4. Die Inquisition
1.5. Zusammenfassung der Entwicklung
1.6. Anhang: Die Folter
2. Die Hexenverfolgung
3. Kreuzzüge und andere Kriege
3.1. Überblick über die Kreuzzüge
3.2. Kritische Aspekte des ersten Kreuzzugs
3.3. Der vierte Kreuzzug
3.4. Der Kinderkreuzzug und die Hirtenkreuzzüge
3.5. Heidenkreuzzüge
3.6. Die Konquista
3.7. Konfessionskriege
3.8. Waffensegen in den Weltkriegen?
4. Gewalt und Tötung in der kirchlichen Moraltheologie
4.1. Allgemeine Prinzipien
4.2. Das Tötungsverbot
4.3. Die sog. Lehre vom „gerechten Krieg“
Literaturhinweise

1. Die Tötung von Irrlehren und die Inquisition

1.1. Das Fehlen der Häretikertötung im ersten Jahrtausend

Das landläufige Bild, wonach die Kirche nur in den ersten Jahrhunderten (in denen sie selbst verfolgt wurde) gewaltfrei war und seit dem Jahr 313 alsbald begann, Andersdenkende blutig zu verfolgen, so dass dann im Laufe der Geschichte insgesamt „Abermillionen“ von ihnen getötet wurden (man sprach früher von über 100 Millionen Opfern, während einer der schärfsten heutigen Christentumsgegner, Karlheinz Deschner, immerhin noch von einer „Blutspur“ von 9 Millionen redet) – dieses Bild ist durch die historische Forschung der letzten Jahrzehnte, in der z.B. die Inquisitions- und Hexenforschung durch systematische Erschließung des Quellenmaterials wesentliche Fortschritte machte, überzeugend korrigiert worden (einen ausführlichen Überblick hierzu bietet das Standardwerk von Arnold Angenendt).1

Bekannt ist, dass die Christen in der Zeit der Christenverfolgungen vor 313 für Toleranz und Gewaltlosigkeit in der Religion eintraten, und das war auch schon immer fast allgemein anerkannt. Die einzige Strafe für Irrlehrer war damals der Kirchenausschluss, die sog. Exkommunikation, die bereits im Neuen Testament bezeugt ist. Nach den Christenverfolgungen soll sich dies aber dem christentumskritischen Geschichtsbild zufolge geändert haben. Man führt St. Augustinus († 430) an, der es erstmals um 408 für legitim erklärte, die Staatsgewalt gegen die vom Glauben der Kirche abgefallenen Irrlehrer, die sog. Häretiker (oder, der wie man später sagte, Ketzer) zu Hilfe zu rufen, um sie durch Strafandrohung zur Einheit der Kirche zurückzuführen; dabei berief sich Augustin auf Jesu Wort im Gleichnis über das „von den Gästen verschmähte Gastmahl“ in Lk 14,23: „Nötige sie, hineinzukommen“. Doch verschweigt man, dass Augustin als Strafmaßnahmen gegen Häretiker zwar Verbannung und Vermögenseinzug befürwortete, aber die Tötung stets ablehnte. Zudem befürwortete Augustin staatliche Hilfe erst, nachdem er durch traurige Erfahrungen zu der Überzeugung gekommen war, dass gegen die ihrerseits gewalttätig gegen die Kirche agierenden Irrlehrer alle friedliche Mittel versagten; vor allem die äußerst gewaltbereiten sog. Circumcellionen oder Agonistiker dürfte Augustinus dabei im Auge gehabt haben. Doch blieb in der Kirche stets der von Augustinus aufgestellte Grundsatz bestehen, dass Gewalt bei der Missionierung gänzlich ausgeschlossen sein muss. Dieser Gewaltausschluss wurde 866 von

  • Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2008.
  • Dies ist unbestreitbar. So fragt z.B. der Christ Tertullian 198 in seinem Apologetikum (Kap. 24) die römischen Machthaber, ob es nicht eine „Gottlosigkeit“ sei, „wenn man jemandem die Freiheit der Religion nimmt und ihm die freie Wahl seiner Gottheit verbietet, so dass mir nicht freisteht, zu verehren, wen ich will, sondern ich gezwungen werde, den zu verehren, den ich nicht will.“ Und er formuliert um 213 in Ad Scapulam (Kap. 2): „Menschenrecht (ius humanum!) und natürliche Vollmacht ist es, dass jeder verehrt was er für richtig hält. … Es ist auch nicht Sache der Religion, das Annahmen einer Religion zu erzwingen, welche durch freien Willen angenommen werden muss, nicht durch Gewalt.“ Bischof Cyprian von Karthago († 258) betont in Ep 61,4, die christliche Religion sei im Gegensatz zur alttestamentlichen geistig, sie müsse sich daher nicht wie jene des Schwertes, sondern es „Schwertes des Geistes“ gegen die Stolzen und Ungehorsamen bedienen. Auch Laktantius, der spätere christliche Lehrer Konstantins, schreibt in seinen Göttlichen Unterweisungen (305–310) in Buch 5, Kap. 20: „Religion kann nicht erzwungen werden“ (PL 6,614), und Religion sei zu verteidigen „nicht indem man tötet, sondern indem man sein Leben hingibt“ (non occidendo, sed moriendo, PL 6,616). Und er wiederholt auch nach dem Ende der Verfolgungen, um 315, in seiner Epitome Kap. 49: „Die Religion ist mehr als alles eine Sache der Freiwilligkeit, und man kann von niemand erzwingen, dass er etwas verehre, was er nicht will.“

Papst St. Nikolaus I. mit dem Beinamen „der Große“ bestätigt und fand Eingang in das 1140 zusammengestellte mittelalterliche Gesetzbuch der Kirche: „ad fidem nullus est cogendus“ (zum Glauben darf niemand gezwungen werden), ein Grundsatz, der in der Kirche stets gültig blieb. So lehrte auch der einflussreichste mittelalterliche Kirchenlehrer St. Thomas von Aquin († 1274), dass Heiden und Juden „auf keine Weise zum Glauben zu nötigen“ sind, „denn Glaube ist Sache des Willens“. Man führt auch die Gesetze christlicher Kaiser (erstmals Theodosius 382) an, wonach auf Häresie bzw. Irrlehre die Todesstrafe stand. Doch erwähnt man gewöhnlich nicht, dass diese Gesetze anscheinend, wie Angenendt sagt, „grundsätzlich nicht zur Anwendung bestimmt“, sie dienten nur zum Ausdruck entschiedener staatlicher Missbilligung. Sieht man von Fällen unrechtmäßiger Lynchjustiz ab (wie sie gegen Häretiker und Heiden gleichermaßen vorkam, etwa gegen die letzte heidnische Philosophin Hypatia 415) und auch von Tötungen, die mit eindeutiger kirchlicher Missbilligung oder jedenfalls ohne kirchliche Mitwirkung geschahen (wie die von Karl dem Großen ausgeübte Gewalt bei der Bekehrung der Sachsen, die von byzantinischen Kaisern ausgeübte Gewalt gegen Bilderstürmer und Paulikianer und später die Gewalt der Konquistadoren gegen die Indianer), so gab es im ganzen ersten Jahrtausend der Kirchengeschichte nur einen einzigen Fall einer offiziellen Häretiker-Hinrichtung ]Es war der spanische Irrlehrer Priscillian, welcher die Ehe als unsittlich verurteilte und dem man Magie nachsagte, der mit sechs Gefährten im Jahr 385 in Trier auf Befehl des dort residierenden weströmischen Kaisers hingerichtet wurde, nachdem ihm feindlich gesinnte Bischöfe ihn an den Kaiser ausgeliefert hatten. Diese Hinrichtung aber stieß auf scharfen Protest sowohl seitens des Papstes Siricius als auch seitens der berühmten Bischöfe St. Martin von Tours und St. Ambrosius von Mailand; alle drei kündigten den am Prozess beteiligen Bischöfen die Gemeinschaft auf. Ironischerweise scheint Priscillian selbst einer der wenigen damaligen Christen gewesen zu sein, die ein staatliches Einschreiten gegen Irrlehrer mit dem Schwert für gerechtfertigt hielten; auf katholischer Seite scheint St. Optatus von Mileve um 370 der erste (und für lange Zeit einzige) Bischof gewesen zu sein, der ebenfalls dieser Meinung war. Abgesehen von diesem einen, damals als vollkommen unerhört empfundenen Fall einer Häretiker-Hinrichtung war die übliche Strafe für Häretiker die Verbannung, die fast allgemein anerkannt war (eine

Ausnahme war Bischof St. Hilarius von Poitiers, der auch die Verbannung im Jahre 365 scharf kritisierte), in karolingischer

Zeit kommt die Klosterhaft hinzu. Leib und Leben der Irrlehrer aber waren zu schonen, die Todesstrafe schied aus. In diesem Gewaltverzicht wirkte die Lehre Jesu fort, und in dieser Beziehung hob sich die Kirche des ersten Jahrtausends scharf sowohl vom Heidentum als auch vom Judentum ab, wo die Tötung Andersgläubiger üblich war. In der griechischen Ostkirche gab es auch im zweiten Jahrtausend keine von kirchlichen Instanzen direkt unterstützte Häretiker-Hinrichtung, also insgesamt überhaupt keine einzige, schließlich hatte der wichtigste Bibelkommentator der Ostkirche, St. Johannes Chrysostomus († 407), die Tötung von Häretikern mit Berufung auf Jesu Gleichnis vom „Unkraut unter dem Weizen“ ausdrücklich abgelehnt.

(„Ad fidem nullus est cogendus invitus“; contra litteras Petiliani 2, 83; PL 43,315), und 415 schrieb er, dass das Erzwingen des Glaubens unmöglich sei: „Wenn mit dem Körper geglaubt würde, so könnte dies gegen den Willen passieren; doch es wird nicht mit dem Körper geglaubt“, sondern, wie der Apostel sagt, „mit dem Herzen“ (Tractatus in Iohannis Evangelium 26,2). Die Todesstrafe verabscheute er selbst gegenüber Verbrechern (wenngleich er sie für legitim hielt): „Darum treibt uns die Liebe zum Menschengeschlechte, Fürsprache für die Schuldigen einzulegen, damit sie nicht durch die Todesstrafe ihr Leben verlieren … Aus eben diesem Grunde soll die Todesstrafe nicht angewandt werden, damit ein Verbrecher noch gebessert werden kann“ (Ep. 153). Über die Irrleh rer sagte er: „Wir möchten sie verbessert haben, nicht getötet“ (Corrigi eos volumus, non necari, Ep. 100,1). In seinem Brief an den Donatistenbischof Vincen tius aber (Ep 9) aber rechtfertigt er 408 erstmals die Inanspruchnahme der Staatsgewalt gegen Häretiker: Er sei früher der Meinung gewesen, niemand dürfe zur Einheit mit Christus gezwungen werden, aber durch praktische Erfahrung eines Besseren belehrt worden; nun verwies er auf das Gleichnis Lk 14,16–24 und glaubte, umsichtiger Zwang könne Irrende bekehren: „Durch die Strafe der Verbannung und Vermögensverluste sollen sie ermahnt werden“ (Ep 93,3).

1.2. Die Übergangsphase von 1000 bis 1200

Was nun die katholische Kirche im 2. Jahrtausend betrifft, so gab es abgesehen von den Hinrichtungen im Rahmen von kriegsähnlichen, lokal und zeitlich begrenzten Fälle eines ausgedehnteren Gewaltgebrauchs (etwa im Rahmen der gleich zu besprechenden Katharerverfolgung und später der Hexenverfolgung) auch hier nur vereinzelte Fälle von Todesurteilen gegen Falschlehrer und unbequeme Mahner, von denen sich einige dem Gedächtnis und Schuldbewusstsein der Christen besonders tief eingeprägt haben (man denke etwa an Arnold von Brescia, Gerardo Segarelli, Cecco d’Ascoli, Jan Hus und Hieronymus von Prag, Girolamo Savonarola, William Tyndale und Giordano Bruno). Die „Übergabe an den weltlichen Arm“ zur Vollstreckung des Todesurteils war keineswegs die normale Art des Umgangs mit Andersdenkenden und Häretikern. So trachtete man z.B. mittelalterlichen Querdenkern wie Meister Eckhard, Abälard, Gilbert von Poitiers und Joachim von Fiore nicht nach dem Leben: Man trennte dem Irrtum vom Irrenden, verurteilte die Falschlehre und verbrannte höchstens die sie enthaltenden Schriften, nicht aber die Person, und entwickelte eine Kultur universitärer Diskussionsfreiheit. „Das Mittelalter“, so

Angenendt, „war keine Epoche fortwährender Ketzerbekriegung. Jahrhundertelang gab es keine auffällige Häresien, und ganze Länder wie beispielsweise England und Skandinavien bleiben ganz oder wenigstens bis zum Spätmittelalter frei davon“.

Die erste Irrlehrer-Hinrichtung nach Priscillian scheint die 1022 in Orléans erfolgte Hinrichtung einer Gruppe von 13 zur alten Irrlehre des Manichäismus oder des frühen Katharismus tendierenden Katholiken (darunter 12 Domherren) gewesen zu sein, die von einer von König Robert II. dem Frommen von Frankreich einberufenen Bischofssynode auf Drängen des Königs hin angeordnet und sofort vollstreckt wurde, und zwar durch Verbrennung auf dem Scheiterhaufen. Da Priscillian nicht verbrannt, sondern enthauptet worden war, war dies anscheinend die erste durch kirchliche Mitwirkung geschehene Ketzerverbrennung in der Geschichte überhaupt. Auch hier ging jedoch die Initiative von einem weltliche Fürsten, nicht vor der Kirche aus; für das Urteil gab es damals keine legale Rechtfertigung, es muss als historische Anomalie bezeichnet werden. Hin und wieder kam es von jetzt an zu ähnlichen Vorfällen, jedoch waren dies zunächst nur Aktionen ohne feste gesetzliche Grundlage, und diese Hinrichtungen waren damals von Theologen und Bischöfen noch keineswegs allgemein akzeptiert. Bischof Wazo von Lüttich

(1042–1048) beispielsweise antwortete einem Bischofskollegen, der angefragt hatte, ob man gegen die Irrlehrer das staatliche

Schwert zu Hilfe rufen solle, man solle sich mit der Exkommunikation begnügen. „Wir Bischöfe“, so Wazo, haben nicht die Aufgabe, „Menschen dem Tode zu weihen“, sondern „ihnen mit Gottes Hilfe das Leben zu schenken.“ Die Geistlichen versuchten tendenziell, die von weltlichen Herrschern und vom Volk geforderte Gewalt zu bremsen. Als z.B. 1115 das Konzil von Bauvais über das Schicksal von Häretikern beriet – so berichtet der Chronist Guibert von Nogent – stürmte das Volk, „die Milde des Klerus fürchtend“, das Gefängnis und verbrannte die Ketzer vor den Toren der Stadt. Ebenso verbrannte 1143 in Köln eine wütende Menge gegen den Willen des Erzbischofs Ketzer, wogegen der damals bekannteste Prediger der Christenheit, St. Bernhard von Clairvaux, protestierte (obgleich Bernhard als Kreuzzugsprediger und geistiger Vater der Ritterorden durchaus bewaffnete Gewalt zur Verteidigung des Rechts befürwortete, aber dies ist ein anderes Thema).

Allerdings wurden im 12. Jahrhundert von Seiten der Staatsgewalt zunehmend härtere Maßnahmen gegen Irrlehrer ergriffen, die auch von der Kirche gebilligt und sogar gefordert wurden, darunter zunächst jedoch noch nicht die Tötung. Wenn etwa das Zweite Laterankonzil 1139 in can. 21 forderte, dass aus der Kirche ausgeschlossene Häretiker von der weltlichen Gewalt „gezüchtigt“ werden sollten („haereticos … per externas potestates coerceri precipimus“), setzt dies voraus, dass ihr Leben zu schonen ist. Auch die Synode von Tours 1163 (siehe Fußnoten 24 und 33), das Dritte Laterankonzil 1179 (can. 27), die Synode von Verona 1184 (siehe Fußnote 24) und das Vierte Laterankonzil 1215 (can. 3) fordert zwar staatliches Eingreifen, aber nicht die Todesstrafe, und noch der Sel. Petrus Cantor macht in seinem 1179 oder kurz danach geschriebenen Verbum abbreviatum deutlich, dass, solange man es mit friedliebenden Irrlehrern zu tun hat, selbst die damals gefürchteten Katharer nicht getötet werden dürfen: „Katharer sind nicht zu töten … Denn der Apostel sagt: ‚Meide einen Häretiker nach dreimaliger Verwarnung.’ (Tit 3). Er sagt nicht: ‚Töte ihn.’“ Man dürfe, so fährt Petrus Cantor fort, die Katharer inhaftieren, aber nicht töten („recludendi ergo sunt, non occidendi“).

1.3. Die Katharer und ihre Bekämpfung

Die genannten verschärften Anti-Häretiker-Maßnahmen richteten sich hauptsächlich gegen die Sekte „Katharer“ (griech. die „Reinen“), von denen der Begriff „Ketzer“ für Häretiker bzw. Irrlehrer abgeleitet ist, deren Anhänger man auch „Albigenser“ nannte (nach der Stadt Albi in Südfrankreich, wo sie viele Anhänger hatte) und deren Existenz erstmals 1143 in Köln sicher bezeugt ist; als Vorläufer der Katharer gelten allerdings bereits die 1022 in Orleans hingerichteten Ketzer, und um 1200 war aus den Katharern besonders in Südfrankreich eine Massenbewegung geworden. Die Katharer vertraten einen radikalen Dualismus: eine Art Zweigötterlehre. Der katharischen Anschauung zufolge ist die materielle Welt das Werk des Teufels bzw. eines bösen Schöpfergottes (den sie mit Jahwe bzw. Jehova, dem Gott des Alten Testaments gleichsetzten), während die Seelen vom guten Gott als gute Engel geschaffen, aber durch Sünde in die Körperwelt hinabgesunken sind, und sich vom Körper wieder befreien müssen. Die Katharer lehnten den Staat (als „weltliche“ Macht) ebenso ab wie die katholische Kirche (die sie als „weltliche“ Kirche; „Hure Babylon“ oder „Synagoge Satans“ betitelten, und deren Sakramente einschließlich der Wassertaufe sie als irdisch-materiell ablehnten). Sie bildeten eine Gegenkirche mit eigener Hierarchie von Diakonen, Priestern und Bischöfen. Mit dem Staat und der katholischen Kirche verwarfen sie aber die gesamte damalige Gesellschaftsordnung. Übertragen in die heutige Zeit kann man sie mit Personen vergleichen, die das Grundgesetz ablehnen und daher vom Verfassungsschutz beobachtet und eventuell bekämpft werden. Charakteristisch für die Lebenspraxis der Katharer war neben dem Ideal der Armut eine rigoristische Weltverneinung und Leibfeindlichkeit: Die vollkommenen Katharer (die sog. Perfecti oder Katharer im eigentlichen Sinn) verwarfen den Privatbesitz, den Eid und jedes Blutvergießen von Menschen oder Tieren (außer den Selbstmord), ebenso den Fleischgenuss, Sexualität und Ehe; sie verwarfen vor allem die Kinderzeugung und verglichen die Schwangerschaft mit dämonischer Besessenheit: schwangere Frauen wurden verdammt und selbst in Todesnot nicht in den Stand der vollkommenen Katharer aufgenommen. Die noch unvollkommenen Katharer (die sog. Credentes) durften allerdings Geld verdienen (und das Leben der Perfecti finanzieren), bewaffnet Krieg führen, Fleisch essen und heiraten, hatten auch Kinder, sollten aber im Verzicht auf Weltliches langsam Fortschritte machen und möglichst keine Kinder in die Welt setzen; ihnen spendeten die Perfecti oder Perfectae am Ende ihres Lebens durch Handauflegung die sog. „Geisttaufe“, das „consolamentum“ (das einzige katharische Sakrament), nach welchem viele Empfänger die Nahrungsaufnahme verweigerten und somit eine Art rituellen Selbstmord vollzogen, den sie die „Endura“ nannten. Möglicherweise starben mehr Katharer durch die Endura als durch die Inquisition. Gewissen katharischen Gruppen sagte man nach, dass bei ihnen der Rigorismus in das Gegenteil einer zügellosen Gesetzlosigkeit und moralischen Laxismus umschlug, indem diese Katharer gewisse von der Kirche verpönte Formen der Sexualität pflegten, und dabei nur darauf achteten, keine Kinder zu zeugen. Bemerkenswert ist auch, dass die Katharer im Gegensatz zu den Katholiken von den Gläubigen (außer dem Fernhalten von weltlicher Befleckung) keine Bußübungen und guten Werke verlangten, und dass ihnen erklärt wurde, sie trügen keine Schuld für ihre Sünden auf Erden (Satan sei daran schuld).

Man kann eine Linie ziehen von gewissen fernöstlichen Religionsformen (Jainismus und rechts- sowie linkshändiger

Tantrismus) über die alte christliche Gnosis (z.B. die in Offb 2,6.14–15.20 genannten Nikolaïten), den Manichäismus und Priscillianismus, den Paulikianern und Bogomilen bis hin zu den Katharern – und kann diese Linie weiter ausziehen bis zu manchen esoterischen Geheimbünden unserer Tage. Dabei gibt es allerdings nur mehr oder weniger große Ähnlichkeiten, und von all diesen Gruppen gehörten die Katharer zu den am besten organisierten. Von den heutigen größeren christlichen Kirchen und Gemeinschaften steht keine einzige den Katharern nahe, und die in manchen evangelikalen Kreisen beliebte Einschätzung der Katharer als Vorläufer eines bibeltreuen Christentums ist völlig verfehlt.

Zur Bekämpfung dieser von der damaligen katholischen Christenheit als außergewöhnlich gefährlich empfundenen Sekte, die ebenso staatszersetzend wie kirchenfeindlich zu sein schien, setzten weltliche Herrscher naturgemäß am Ende Waffengewalt ein, und diese wurde kirchlich gebilligt, nachdem friedliche Versuche zur Bekehrung der Katharer versagt hatten. Einerseits führte man 1209–1229 in Frankreich einen Krieg gegen die Albigenser bzw. die sie protegierenden Fürsten; zu diesen sog. Albigenserkreuzzug hatte Papst Innozenz III. 1208 aufgerufen, nachdem sein Legat, der Sel. Peter von Castelnau auf einer Missionsreise in Frankreich ermordet worden war (vermutlich von Kartharern oder Katharer-Sympathisanten). Andererseits drohte König Peter II. von Aragon in Spanien für das Jahr 1198 (in dem das Pontifikat des mächtigsten mittelalterlichen Papstes, Innozenz III., begann) als erster hochmittelalterlicher Herrscher den Ketzern neben der Strafe des Vermögenseinzugs auch die Todesstrafe an: Er hatte nämlich 1197 die Häretiker aufgefordert, sein Land zu verlassen; wer aber von ihnen nach dem Palmsonntag 1198 noch im Lande aufgefunden werden würde, der solle verbrannt werden (demnach war also die Feuerstrafe hier noch als gewöhnliche Strafe für Ketzerei gedacht, sondern nur als Strafe dafür, dass man dem Befehl, das

Land zu verlassen, nicht nachkam). Auch als Innozenz III. ein wenig später (1210) erklärte, der Staat habe das Recht, die

Todesstrafe zu verhängen, nahm er nicht Bezug auf diese (oder irgend eine andere) Ketzergesetzgebung; er bekräftigte nur die Legitimität der Todesstrafe, was in Anlehnung an Paulus (Röm 13) schon lange zuvor die bedeutendsten altkirchliche Theologen getan hatten.29 1220 erließ Kaiser Friedrich II. die Confoederatio cum principibus ecclesiasticis, wonach ein kirchlich Exkommunizierter sechs Wochen später (wenn seine Exkommunikation bis dahin nicht wieder aufgehoben wurde) automatisch der sog. Reichsacht verfiel, also danach „vogelfrei“ war, so dass gegen ihn verübte Angriffe (etwa Raub oder sogar Tötung) nicht mehr strafrechtlich verfolgt wurden. Bald danach wurde von Friedrich die grausame Strafe des Feuertodes erstmals als gesetzliche Normalstrafe für Ketzer eingeführt (1224 zunächst für die Lombardei, dann 1231 für Sizilien, 1232 für Deutschland und 1238/9 für das ganze Reich). Der als besonders aufgeklärt geltende Friedrich II. geriet wegen seines selbstherrlichen Auftretens mit der Kirche in eine Art Dauerkonflikt und wurde mehrfach exkommuniziert, war demnach also selbst ein Ketzer; dennoch wurden seine Ketzergesetze einschließlich des Feuertodes von Papst Gregor IX. im Januar oder Februar 1231 akzeptiert. Das Jahr 1231, in dem auch die Inquisition gegründet wurde (siehe Abschnitt 1.4) markiert also hier einen Wendepunkt. Betrachtet man die ganze Geschichte, so sieht man, dass die Todesstrafe für Ketzer nur zögerlich eingeführt wurde. Man empfand dies anfangs als eine Art von ganz außergewöhnlicher Notwehr. Die meisten Theologen, darunter als prominentester St. Thomas von Aquin (1225–1274), verteidigten aber von nun an die Todesstrafe für Häretiker als legitim, indem sie z.B. Falschlehre mit Falschmünzerei und Glaubensabfall mit Majestätsbeleidigung verglichen. Wenn schon die Fälschung von Münzen und die Beleidigung des irdischen Königs die Todesstrafe nach sich zog, schien eine solche Strafe erst recht für die als viel schlimmer eingeschätzte Verfälschung der Glaubens bzw. erst recht für die Beleidigung der göttlichen Majestät angemessen zu sein. Dennoch forderte Thomas Barmherzigkeit von der Kirche, die dem Häretiker die Umkehr erlauben und nur dem sog. hartnäckigen Häretiker zur Hinrichtung ausliefern solle. Papst Leo X. verteidigte 1520 die Ketzerverbrennung gegenüber Martin Luther, der diese anfangs ablehnte; später jedoch forderte Luther ebenso wie die Reformatoren Zwingli und Calvin auch selbst die Todesstrafe für Ketzer. Man kann mit Angenendt sagen, dass die Zulassung der Ketzertötung ein „Sündenfall“ des Christentums war, ein Zurückbleiben hinter bereits erreichte christliche und frühkirchliche Ideale; allerdings war es kein Fall unter, sondern nur ein solcher zurück auf das ethische Niveau, das für Nichtchristen damals das übliche war.

Schon Origenes, Ambrosius, Augustinus etc. hatten sich für die Legitimität der Todesstrafe für Verbrecher ausgesprochen, nicht aber für ihre Anwendung auf Häretiker. Innozenz scheint nicht darüber hinauszugehen: Seine Erklärung findet man in einem Anhang zu dem Glaubensbekenntnis, welches man schon um 1190 für die Wiedereingliederung von Waldensern in die Katholische Kirche entworfen hatte (die Waldenser waren eine Gruppe von Christen, welche wie die Katharer die Katholische Kirche als „weltlich“ ablehnten, jedoch weniger radikal waren als die Katharer; Innozenz fügte seine Erklärung zur Legitimität der Todesstrafe vermutlich hier ein, weil die Waldenser ihre Legitimität leugneten). 1208 erschien das Bekenntnis noch ohne diesen Anhang (DH 790–797). Der Anhang von 1210 lautet (PL 215,1512a): „Wir behaupten, dass die weltliche Macht, ohne dass sie schwer zu sündigt (sine peccato mortali) die Todesstrafe verhängen kann (judicium sanguinis potest exercere), solange sie bei ihrer Verhängung nicht aus Hass, sondern aufgrund eines (gerechtem) Urteils, nicht unvorsichtig, sondern überlegt vorgeht.“ (De potestate saeculari asserimus quod sine peccato mortali potest judicium sanguinis exercere, dummodo ad inferendam vindictam, non odio, sed judicio, non incaute sed consulte procedat).

1.4. Die Inquisition

Papst Gregor IX. legte, nachdem er Anfang 1231 der Todesstrafe für Häretiker zugestimmt hatte, großen Wert darauf, dass nicht der Staat, sondern eine sorgfältige kirchliche Untersuchung bestimmen sollte, wer denn wirklich ein so hartnäckiger Ketzer war, dass er dem Staat zur Hinrichtung übergeben werden sollte, und rief unter anderem zu diesem Zweck noch im selben Jahre im November 1231 die päpstliche Inquisition ins Leben: eine Ermittlungsbehörde, die zugleich richterlichen Aufgaben wahrnahm und über die Reinheit des Glaubens zu wachen hatte. Das Wort Inquisition („Untersuchung“) bezieht sich auf Verfahrensweise des Inquisitionsprozesses, bei der die Behörde im öffentlichen Interesse von sich aus aktiv wird, um Fälle aufzuklären und Straftäter aufzuspüren, auch auf anonyme Anklagen oder Hörsagen hin, ohne dass sie (wie im Akkusationsprozess) von einem Kläger dazu aufgefordert werden muss; in den späteren Prozessen der zentralisierten römischen Inquisition wurden allerdings anonyme Denunziationen „in der Regel zurückgewiesen“ und die Rechtsprechung des Hl. Offiziums sicherten den Angeklagten im Gegensatz zu manchen weltlichen Gerichten einen Rechtsbeistand zu, den das Hl. Offizium sogar bezahlte, falls der Angeklagte nicht die Mittel dazu hatte. Die Inquisitoren gingen gewissermaßen vor wie moderne Staatsanwälte, die ja auch „von Amts wegen“ Ermittlungen einleiten. Die Inquisition sollte keine Prozesse gegen genuine Nichtkatholiken führen (also z.B. nicht gegen gebürtige Juden, Moslems oder von Geburt an im Protestantismus aufgewachsene Personen); sie war nur für solche Ketzer zuständig, die als getaufte Katholiken vom Glauben abgefallen oder in Irrlehre geraten waren; allerdings scheinen sie sich nicht immer strikt an diese Grenzen ihrer Zuständigkeit gehalten zu haben. Als Mitglieder der Inquisition (sog. Inquisitoren) setzten die Päpste vorwiegend die Dominikaner ein, im Volksmund Domini canes, (Spür-)Hunde des Herrn genannt wurden; daneben aber auch Franziskaner und später Jesuiten. Der Gründer des Dominikaner- bzw. Predigerordens war St. Dominikus (1170–1221), der zehn Jahre vor Gründung der päpstlichen Inquisition gestorben war, und der es zu Lebzeiten mit seinen Ordensbrüdern als seine Aufgabe angesehen hatte, von Ort zu Ort zu wandern und die katharischen Irrlehrer auf friedlichem Wege durch Predigt zu bekehren und zugleich die Katholiken gegen die Irrlehre zu immunisieren. Die Dominikaner waren daher ideal zur Übernahme der Aufgabe der Inquisition: Bereits in der Katharer-Mission geübt, hatte der Orden viele gut ausgebildete Prediger und Theologen, die zudem durch ihr Armutsgelübde (wie die Franziskaner) als ernsthaftere und glaubwürdigere Christen galten als der lokale Weltklerus; so machten sie durch ihr vorbildlich bescheidenes Leben den sittenstrengen Katharern ernsthaft Konkurrenz. Das negative Bild des Inquisitors ist ein Klischee, denn die meisten Inquisitoren verstanden sich anscheinend in erster Linie als Seelsorger, und es scheint, dass sie durch Predigt und gutes Beispiel mehr für die Rückgewinnung der Katharer erreichten als durch die Prozesse, die sie führen mussten. Wo Inquisitoren auftauchten, wurde vor der Eröffnung von Prozessen immer zunächst gepredigt und eine fünfzehn- bis vierzigtägige „Zeit der Gnade“ ausgerufen, in der die Irrlehrer freiwillig umkehren und mit geistlichen Bußen auf den rechten Weg zurückgebracht werden sollten. Am Ende waren die Bemühungen, was die Katharer betrifft, erfolgreich: Ca. 100 Jahre nach der Einführung der päpstlichen Inquisition im Jahre 1231 war die Katharerbewegung von der Bildfläche verschwunden.

Man sprach früher von „Millionen“ umgebrachter Katharer. Die nüchterne Bilanz der heutigen sachlichen Quellenforschung sieht jedoch anders aus. Man schätzt, dass ca. 15.000 bis 20.000 Menschen im Rahmen der Ermittlungen gegen die Katharer in Frankreich Objekte der Aufmerksamkeit der Inquisitoren waren, aber von diesen höchstens 5 Prozent hingerichtet wurden, so

  • Schon 1163 auf der von Papst Alexander III. gegen die Katharer einberufenen Synode von Tours (siehe Fußnote 24) fällt erstmals der Begriff „Inquisitor“ für kirchliche Ermittler. Man kann zwischen fünf verschiedene Varianten der Inquisition unterscheiden, zwei mittelalterliche und drei neuzeitliche: (1) Vorläufer der päpstlichen Inquisition war die sog. mittelalterliche bischöfliche Inquisition (1184–1231), was noch keine Zentralbehörde war und damals auch noch nicht „die Inquisition“ genannt wurde. Als Zeitpunkt der bischöflichen Inquisition gilt die gemeinschaftlich von Papst Lucius und Kaiser Friedrich I. Barbarossa abgehaltene Synode von Verona 1184, wo Kaiser den Häretikern den Kampf angesagt haben soll, indem er seine Hände gegen die vier Himmelsrichtungen ausstreckte und mit drohender Miene seinen Handschuh zur Erde warf. Alsdann wurde im Dom von Verona das Dekret gegen die Häretiker verkündigt: Die von Lucius verfasste Bulle Ad Abolendam machte es den Bischöfen zur Aufgabe, regelmäßig (mindestens einmal im Jahr) in den verdächtigen Gemeinden gegen Katharer und andere Ketzer zu ermitteln (drei oder mehr Männer guten Rufes sollten über die Häretiker und ihre Zusammenkünfte Auskunft erteilen), und unbußfertige Ketzer dem weltlichen Arm zur Bestrafung zu überlasen (dabei wird die Art der Bestrafung aber nicht spezifiziert). Diese Bestimmungen wurden 1215 vom Vierten Laterankonzil bekräftigt, und 1229 nach dem Ende der Albigenserkriege wurde auf der Synode von Toulouse erstmals das Wort „Inquisition“ erwähnt (der apostolische Legat Angeli befahl, eine Ermittlung – inquisitionem – gegen die Häretiker durchzuführen); es erklärte auch in can. 8, dass niemand als Häretiker bestraft werden soll, der nicht vom „Ortsbischof“ oder einem anderen „Inhaber kirchlicher Vollmacht“ als Häretiker beurteilt wird, „damit nicht Unschuldige wie Schuldige bestraft werden“ (Mansi 73, 196). Diese bischöfliche Inquisition wurde 1231 abgelöst durch die (2) mittelalterliche päpstliche Inquisition (1231–1542), eine vorwiegend von den Dominikanern unter direkter päpstlicher Kontrolle geleitete Zentralbehörde. Als Ihre Geburtsstunde sieht man heute meist den Brief Gregors IX. Ille Humani vom November 1231 an, in welchem der Papst erstmals zwei Dominikaner (somit Nichtbischöfen!) aus Regensburg mit den nötigen Ermittlungen beauftragt. Die mittelalterliche päpstliche Inquisition wiederum wurde in der Neuzeit abgelöst durch drei parallel arbeitende Behörden: (3) die neuzeitliche spanische Inquisition (1478–1834), die 1483–1498 von dem berüchtigten Großinquisitor Thomas de Torquemada geleitet wurde, war ebenso wie (4) die neuzeitliche portugiesische Inquisition (1536–1821) eine zwar vom Papst genehmigte, aber ansonsten rein staatliche Behörde der spanischen bzw. portugiesischen Krone, gegen deren Vorgehen gelegentlich auch Päpste protestieren konnten. Ganz in der Hand der Päpste blieb dagegen (5) die neuzeitliche römische Inquisition (1532–1908), die auch als „römische und universale Inquisition“ bezeichnet wurde und der direkte Nachfolger der mittelalterlichen päpstlichen Inquisition war. Sie wurde 1798 von Napoleon aufgelöst; nach ihrer Wiedergründung 1814 besaß sie noch die Macht des Wortes, hatte also einen völlig anderen Charakter als zuvor. 1908 wurde die römische Inquisition in das „Sanctum Offizium“ umbenannt, welches schließlich 1964 in die „Kongregation für die Glaubenslehre“ überging, welche bis heute besteht.
  • Godman, Peter, Die geheime Inquisition. Aus den verbotenen Archiven des Vatikans, München, 2. Aufl. 2002, S. 40. Auch sonst sollen Rechtsprechung, Inhaftierungsbedingungen und Urteile milder als in weltlichen Gerichten gewesen sein (vgl. ebd., S. 40–41; ebenso Zander, Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition, München 2007, S. 97–104). Angeblich soll es sogar vorgekommen sein, dass Häftlingen in städtischen Gefängnissen

Spaniens Gotteslästerungen ausstießen, um in die besseren Inquisitionsgefängnisse der Spanischen Inquisition umsiedeln zu können (Zander, S. 97). In

Granada gab es z.B. sogar eine Art „offenen Strafvollzug“ (ebd. S. 98), wo die Inhaftierten nur zum Übernachten die Gefängnisse besuchten, tagsüber freien Ausgang hatten und einer Erwerbstätigkeit nachgingen. Die schauerliche Vorstellung von finsteren Verliesen, in denen niemand aufrecht stehen konnte, ausgestattet mit Streckbänken, Daumenschrauben etc., die man gewöhnlich mit der Inquisition verbindet, sind nach Godman S. 13 falsch: „Diese schauerlichen Einzelheiten stammen aus einer Schilderung dessen, was englische Katholiken zu erwarten hatten, die unter Königin Elisabeth I. im Londoner

Tower eingekerkerte wurden.“

dass man von höchstens knapp 1000 Inquisitionsopfern (unter den französischen Katharern) ausgehen kann. Die Katharer sind also nicht auf dem Wege der Ausrottung verschwunden, sondern die Bewegung scheint einfach im Laufe der Zeit ihre Anziehungskraft auf die breite Masse verloren und keinen Nachwuchs mehr erhalten zu haben. Zwei Faktoren dürften dafür entscheidend gewesen sein: Einerseits boten die vitalen Orden der Dominikaner und Franziskaner für Radikalchristen eine anziehende Alternative zu den Katharern; andererseits hatten die Katharer eine Art Todessehnsucht und lehnten die Fortpflanzung des Menschengeschlechts ab, hatten also darum auch keine oder kaum eigenen Kinder. So konnte die Gruppe nur weiterbestehen, wenn es gelang, der Kirche Mitglieder abzuwerben. Folglich musste die Inquisition im Prinzip bloß Übertritte von Katholiken zu den Katharern unterbinden und konnte dann abwarten, bis der letzte Katharer gestorben war.

Nach und neben den Katharern beschäftigte sich die Inquisition auch mit anderen Ketzern. Insgesamt wurden verfolgt:

Katharer und ähnliche Gruppen (Waldenser, Beginen & Begarden, Spiritualen), vor-reformatorische Gruppen (Lollarden und Hussiten),35 Hexen (siehe Kap. 2), Täufer (siehe S. 10) und nur vereinzelt auch andere Protestanten; der berühmteste von diesen war William Tyndale, der jedoch hauptsächlich auf Betreiben des von der Katholischen Kirche bereits abgefallenen Königs Heinrich VIII. verfolgt worden war und 1536 hingerichtet wurde; Heinrich VIII. fungierte damals als Oberhaupt der seit 1534 vom Papst getrennten anglikanischen Kirche), judaisierende bzw. islamisierende Christen Spaniens (Conversos bzw. Moriscos) und der Häresie verdächtige katholische Theologen und Gelehrte (Bruno, Galileo etc.).  Die Inquisision ermittelte

Lollarden und Hussiten (zu diesen und ihrem Gründer Jan Hus siehe auch Fußnote 36) wurden inspiriert durch John Wyclif oder Wycliffe (ca. 1330–84), einen Theologen und Pfarrer der Kirchengemeinde St. Mary in Lutterworth (Mittelengland), der als Vorläufer der Reformation gilt. Im Unterschied zu den Reformatoren lehrte Wyclif allerdings in seinem Hauptwerk, dem „Trialogus“, den sog. Pantheismus: „Alles ist Gott; jedes Wesen ist überall, da jedes Wesen

Gott ist.“ Er lehrte zudem einen strengen Determinismus, dem sogar Gott unterliegt: „Alles, was geschieht, geschieht mit absoluter Notwendigkeit, auch das Böse geschieht mit Notwendigkeit, und Gottes Freiheit besteht darin, dass er das Notwendige will.“ Damit ging er über den Determinismus der Reformatoren hinaus, die nur die menschliche Freiheit (nach der Erbsünde) in Frage stellten. Außerdem verwarf (wie die Reformatoren) die Beichte, die Lehre von der Wandlung von Brot und Wein in Leib und Blut Christi, die Bilder-, Heiligen-, Reliquienverehrung und den Priesterzölibat. Seine Lehre ermutigte die englischen Bauern 1381 zu einem Aufstand, der erfolglos blieb (ähnlich wie auch die Luthersche Reformation, wenn auch gegen den Willen Luthers, 1524– 1526 die deutschen Bauernaufstände beflügelte). Seine Bibelübersetzung wurde von den kirchlichen Autoritäten als ungenau und einseitig bemängelt und daher bekämpft. Auch seine Lehren wurden in Oxford kirchlich verurteilt, er selbst wurde trotzdem nicht abgesetzt, übte also sein Pfarramt bis an sein Lebensende rechtmäßig aus und wurde in seiner Pfarrkirche unter dem Altarraum beerdigt. Seine Anhänger, die nach seinem Tod an seiner Lehre festhielten, nannte man Lollarden (vermutlich von lat. lolium = Lolch bzw. Weidegras, ein Unkraut); sie lehnten die sichtbare Priesterkirche ab; die wahre Kirche sei unsichtbar. Da sich die Unterschichten durch ihre Lehre zu Aufständen ermutigt fühlten, wurden sie Staat und Kirche verfolgt. Die Spuren der Lollarden verwischen sich in der Zeit der Reformation nach 1500, als die Reformatoren die wichtigsten Lehren der Lollarden übernahmen. Ein oft verbreiteter antikatholischer Mythos ist, das Lollarden auf Betreiben der katholischen Kirche „mit ihrer Bibel um den Hals auf dem Scheiterhaufen verbrannt“ wurden. In neuerer Zeit schreibt etwa Christopher de Hamel in seinem Buch The Book: a History of the Bible, Phaidon, 2001: „There is no shortage of tales of committed Lollards who were arrested for heresy and who were found to be in possession of Wycliffite Bibles. Many confessed to ro reading the text aloud in secret meetings. The most detailed records of heresy trials survive from the very end of the fifteenth century and the beginning of the eixteenth. Five Lollards were burned at the stake in London in 1496 with their manuscripts tied around their necks.“ Die Quellen geben dies aber keineswegs her. Hierzu schreibt Henry Ansgar Kelly in The Middle English Bible: A Reassessment, Philadelphia 2016, S. 111:  „de Hamel’s account of the 1496 incident does not accurately reflect the reports found in two London chronicles. … In both reports, it is the books that were burned, not the heretics (who were four in number, not five). The Lollards were simply doing penance after having abjured their errors; and there is no suggestion that ‚the books of their lore‘ included English Bibles.“ Ziemlich hart ging allerdings das Konzil von Konstanz (1414–1418) mit Wyclif und seinen Anhängern um (siehe zu diesem nur teilweise katholischen Konzil auch Fußnote 36). Nicht nur wurden auf dem Konzil Wyclifs Lehren posthum verurteilt; darüber hinaus erging am 4. Mai 1415 die Anweisung, seine Schriften zu verbrennen sowie seine Gebeine zu exhumieren und von denen der Katholiken zu trennen. Zwölf Jahre später, am 8. Dezember 1427, schrieb Papst Martin V. an Richard Fleming, den Bischof von Lincoln einen Brief mit den Anfangsworten Quia sacris canonibus und ordnete darin an, in Befolgung des Konzilsbeschlusses zu veranlassen, dass Wyclifs Gebeine ausgegraben werden; dann sollten sie öffentlich verbrannt werden (was das Konzil nicht gefordert hatte, aber für damaliges Denken nahe lag, um  die Verehrung der Gebeine zu verhindern). Bischof Fleming führte dies 1428 aus: Er holte Wyclifs Überreste aus seinem Grab unter dem Altarraum der St. Marienkirche in Lutterworth, ließ sie außerhalb der Stadt verbrennen und in den River Swift werfen.

außer gegen Irrlehre auch gegen andere Normverletzungen (z.B. Meineid und Ehebruch), aber abgesehen von der Hexenverfolgung kam es nicht mehr zu Hinrichtungen in so großem Stil wie bei den Katharern (vgl. Fußnote 88). Was nun die Zahl der Hinrichtungen angeht, so hatte man früher z.B. allein der berüchtigten spanischen Inquisition, die unmittelbar nicht dem Papst, sondern dem spanischen König unterstand, bis zu 95 Millionen (!) Opfer zugeschrieben; nach heutiger Erkenntnis hat die spanische Inquisition in der Gesamtzeit des Bestehens (1478–1834) höchstens einige Tausend Hinrichtungen zu verantworten; nach der Catholic Encyclopedia waren es 2000. Für die zwischen 1542 und 1798 tätige „neuzeitlich-römische“ Inquisition kennen wir heute die genaue Zahl der Opfer: Es waren 97. Dazu kommen noch ca. 1200 Todesurteile der portugiesischen und ca. 2000 bis 3000 der mittelalterlichen (bischöflichen und päpstlichen) Inquisition. Insgesamt ergeben sich für sämtliche kirchlichen Inquisitionsgerichte höchstens um die 10.000 Hinrichtungen, wahrscheinlich waren es ca. 6000.

Beurteilung: Hier soll nicht versucht werden, diese Häretiker-Hinrichtungen als gut und richtig darzustellen. Die extremen Maßnahmen der Inquisition gegen Häretiker lassen mangelnde christliche Sensibilität erkennen, und vom Evangelium her gemessen (und auch nach altkirchlichem Maßstab) kann man hier von einem Rückfall auf ein eher alttestamentliches ethisches Niveau sprechen. Der kraftvolle hochmittelalterliche katholische Glaube hatte zu einer scheinbar vollendeten christlichen Gesellschaft geführt, in der Theologie, Wissenschaft und die Kunst auf faszinierende Weise eine geschlossene Einheit bildeten, aber das hatte sowohl das Volk als auch seine weltlichen und geistlichen Hüter dazu verführt, dass man die als potentielle Zerstörer dieser heiligen Ordnung empfundenen Häretiker am Ende bedenkenlos beiseite räumte, wenn es sein musste auch durch ihre Tötung. Sofern man es mit friedfertigen Häretikern zu tun hat, muss die Häretikertötung nach der heute klar ausgesprochenen Lehre der Kirche als naturrechtswidrig bezeichnet werden (siehe Fußnote 48). Ist das nun aber eine ganz neue moraltheologische Lehre? Wohl kaum. Neu scheint eher die Anwendung der christlichen Prinzipien auf den Fall eines friedfertigen Häretikers zu sein: ein Fall, den man im Hochmittelalter aus den Augen verloren hatte, an den man nach den traumatischen Erfahrungen mit gewissen Ketzern einfach nicht mehr glauben konnte. Ein „friedfertiger Häretiker“, der

rechtmäßigen Papst, sondern von einem der Gegenpäpste (Baldassare Cossa alias Johannes XXIII.) einberufen worden war. So war es von Anfang an illegitim, und zum Zeitpunkt der beider Hinrichtungen sogar ohne jede päpstliche Führung, also kirchenrechtlich eigentlich handlungsunfähig. Denn der rechtmäßige Papst Gregor XII. (Angelo Correr) war zwei Tage vor Hus‘ Hinrichtung, am 4. Juli 1415, als neunzigjähriger Mann freiwillig zurückgetreten: am selben Tag, an dem er seinerseits das Konzil einberufen hatte, so dass das Konzil in der Zeit bis zu den Hinrichtungen streng genommen nur an diesem einzigen Tag legitim gewesen war, und erst unter dem zwei Jahre später gewählten Nachfolger Gregors XII. rechtmäßig fortfahren konnte. Der Gegenpapst Johannes XIII. aber, der das Konzil ursprünglich einberufen hatte, war vom Konzil bereits am 29. Mai 1415 abgesetzt worden (was dieser zwei Tage später, am 31. Mai 1415 akzeptiert hatte, indem er sich der Gnade des Konzils unterwarf, in dessen Auftrag er gefangen gehalten wurde). Und was den dritten „Papst“, Gegenpapst Benedikt XIII. (Pedro de Luna) betrifft, so hielt sich dieser bis zu seinem Tode 1423 in Südfrankreich und Spanien auf und ignorierte das Konzil völlig, welches ihn am 26. Juli 1417 für abgesetzt erklärte. Der nächste legitime Papst Martin V. (Odo Colonna, ein scharfer Hus-Gegner) wurde von Kardinälen und Deputierten des Konstanzer Konzils gewählt und trat sein Amt erst am 11. November 1417 an, und erst von da an waren Beschlüsse des Konzil bis zur

Schlusssitzung am 22. April 1418 eindeutig legitim. In der Schlusssitzung bestätigte der Papst alles, was „das gegenwärtige Konzil“ (das dürfte heißen: das am 4. Juli 1415 rechtmäßig berufene Konzil) „in Sachen der Glaubenslehre“ und „auf konzilsgemäße Weise“ (d.h. nicht auf eine für Konzilien ungebührliche, z.B. tumultuarische Weise, etwa in Abwesenheit des Papstes) beschlossen hat: omnia et singula determinata … in materiis fidei per præsens sacrum concilium … conciliariter. Das gilt nicht für die Dekrete Frequens und Haec Sancta, und eigentlich auch nicht für die Konzilsentscheide gegen Wyclif, Hus und Hieronymus. Gleichwohl hat Martin V. in der Bulle „Inter Cunctas“ vom 22. Februar 1418 die Konzilsentscheidungen gegen die drei Dissidenten ausdrücklich „in Bezug auf ihre Personen, Schriften und Lehren“ bestätigt (DH 1249), was auch die „Anrufung des weltlichen Arms“ einschließt (vgl. DH 1272). Damit hat er aber zumindest nicht die Billigung des Feuertodes für Hus und Hieronymus ausgesprochen (da diese nicht vom Konzil verhängt wurde, sondern vom Staat, dem „weltlichen Arm“), wenngleich die meisten Konzilsväter und auch Papst Martin diese Strafe guthießen. Vgl. hierzu das ebenfalls im Februar 1418 vom Papst und den Konzilsvätern und an den Böhmischen König Václav IV. gerichtete Schreiben mit 24 Weisungen zur Bekämpfung der böhmischen Hussiten, wo es in Artikel 23 heißt, dass alle, die Hus und Hieronymus als katholische und heilige Männer verteidigen sollten, wie rückfällige Irrlehrer bestraft werden sollten (für welche damals üblicherweise die Feuerstrafe vorgesehen war): „Ut omnes et singuli spirituales et seculares qui errores vel haereses Johannis Huss et Joannis Wiclif in sacro hoc concilio condemnatos predicant, dogmatizant vel defendant; et personas Joannis Huss et Hieronymi catholicas et sanctas pronuntiant vel tenent, et de hoc convicti fuerint, tanquam haeretici relapsi puniantur [ad ignem, wie in einer vermutlich nicht originalen Textvariante hinzugefügt wurde].“ Vgl. auch die Meinung des späteren Papstes Leo XIII (siehe Fußnote 14). Obgleich die meisten Theologen des Hoch- und Spätmittelalters sowie der frühen Neuzeit (katholische ebenso wie protestantische) bedauerlicherweise die Todesstrafe für Irrlehrer guthießen, ist diese Meinung des damaligen Zeitgeistes niemals in die dogmatisch fixierte Lehre der katholischen Kirche eingegangen; sie ist bei den katholischen Autoren und Päpsten der Antike und des Frühmittelalters ebenso klar abgelehnt worden, wie es heutige Päpste tun (siehe meine Ausarbeitung Kirche und Gewalt); so hat sich z.B. Papst Johannes Paul II. klar von der Hus zugefügten Strafe distanziert, indem er  am 17. Dezember 1999 sein „tiefes Bedauern“ aussprach „für den grausamen Tod von Jan Hus“.

gutwillig und trotzdem nicht zu überzeugen ist, also „hartnäckig“ an seiner Falschlehre festhält, erschien dem hochmittelalterlichen Denker als etwas so Unmögliches wie für uns ein hölzernes Eisen oder ein eckiger Kreis. Ein hartnäckiger Häretiker musste einfach böswillig und gefährlich sein – so scheint man gedacht zu haben – und daher musste der Staat gegen eine solche Person vorgehen wie gegen einen Verbrecher. Dieses anthropologische Fehlurteil wurde dadurch bestärkt, dass der Typus eines toleranten Häretikers damals wohl ebenso selten vorkam wie der Typus eines toleranten Inquisitors: Häretiker wie die Katharer und die Circumcellionen (siehe Fußnote 6) waren im Allgemeinen tatsächlich nicht ungefährlich. Was sich geändert hat, ist demzufolge nicht die theologische Prinzipienlehre, sondern die Wahrnehmung des Menschen (die durch den heutigen Personalismus vertieft wurde) und zudem wohl auch der Mensch selbst, auf den die Prinzipien angewendet werden. Nicht eine theologische, eher eine anthropologische Blindheit könnte man demnach den hochmittelalterlichen Theologen bescheinigen (vgl. noch die weiteren Überlegungen zur Vermittlung der mittelalterlichen mit der modernen kirchlichen Lehre in Fußnote 49). Mit der heute größeren christlich-anthropologischen Sensibilität ausgestaltet, können und müssen wir also die Häretikerverfolgung durch die Inquisition als teilweise grausam und inhuman bezeichnen. Trotzdem erscheint es unangebracht, aus diesem Grund verächtlich auf die mittelalterliche Kirche und ihre vielen Heiligen und aufrechten Christen herabzuschauen. Bevor jemand die Vergangenheit verurteilt, sollte er sich die Frage stellen, ob er selbst wirklich anders und besser gehandelt hätte, hätte er in jenen Zeiten gelebt. Was einem hier zu denken gibt, ist die Tatsache, dass es religiöse Intoleranz und Verfolgungen Andersdenkender fast überall gegeben hat. Hierzu einige Schlaglichter:

  • Im buddhistischen Japan wurden in 40 Jahren, zwischen 1597 und 1638, Tausende von Christen getötet, die sich nicht zum Buddhismus bekehren wollten. Es wurden inquisitionsähnliche Verfolgungsbehörden eingerichtet, um das Christentum in Japan zu vernichten. Wer als Christ verdächtigt wurde, musste, um sich vom Verdacht reinzuwaschen, seit 1629 sogar öffentlich christliche Symbole schänden: Es wurden sog. „fumie“ (Tret-Bilder) hergestellt, die christliche Symbole darstellten, z.B. Bilder der Kreuzigung oder Marias, und die der Verdächtige vor den Beamten mit Füßen treten musste. Außerdem musste er sich ins Glaubensregister buddhistischer Tempel eintragen und diese regelmäßig besuchen. Christen, die ihrem Glauben treu blieben, wurden hingerichtet: und zwar verbrannt oder auch wie Jesus selbst gekreuzigt. Über 1000 Opfer sind namentlich bekannt, die noch vor dem Shimabara-Aufstand 1637/38 starben; zählt man die Opfer dieses Aufstandes hinzu, die größtenteils Christen waren und von dem christlichen Knaben Amakusa Shiro angeführt wurden, kommt man auf ca. 40.000 Opfer. Das liegt nun fast 350 Jahre zurück; aber auch heute noch kommt es in buddhistisch geprägten Ländern immer wieder zu Gewaltausbrüchen gegen Nichtbuddhisten. Der Vatikanexperte des italienischen Magazins „L’Espresso“, Sandro Magister, erklärte schon 2004 mit Berufung auf Daten und Statistiken von „Kirche in Not“ und anderen Organisationen: „In beinahe allen Ländern Asiens, in denen der Buddhismus die Mehrheit darstellt, gibt es religiöse Verfolgung“, wobei er namentlich acht Länder aufzählte (siehe http://www.kath.net/news/8188). An erster Stelle ist hier das buddhistische Myanmar zu nennen, wo es in den letzten Jahren Vertreibungen, Zwangsbekehrungen zum Buddhismus und andere Gewaltakte mit mehreren hundert Toten gegeben hat. Diese Ausschreitungen richteten sich nicht nur gegen Muslime (vor allem gegen die sog. Rohingyas, von denen allerdings manche selbst gewalttätig auftraten), sondern auch gegen friedliebende Christen. Auch der Konfuzianismus war keineswegs immer frei von Gewalt gegen Andergläubige. Im konfuzianistischen Korea etwa gab es mehrere Christenverfolgungs-Wellen zwischen 1791 und 1888 (unter anderem Sinyu-Verfolgung 1801, Urhae-Verfolgung 1815, Chonghae-Verfolgung 1827, Kihae-Verfolgung 1839, Pyong-o-Verfolgung 1846 und Pyong-in-Verfolgung oder Große Verfolgung 1866–1871), wobei allein zwischen 1839 und 1867 an über 10.000 katholischen Christen die Todesstrafe vollstreckt wurde[34] (1866 gab es ca. 20.000 Katholiken in Korea, von denen etwa die Hälfte ermordet wurde, das kleine Korea ist das Land mit der viertgrößten Zahl katholischer Heiliger). Im ebenfalls hauptsächlich konfuzianistisch geprägte Vietnam erlitten in einigen großen Verfolgungen vom 17. bis 19. Jahrhundert mindestens etwa 130.000 Katholiken den Martyrertod, wobei die vietnamesischen Verfolgungen zu den grausamsten Verfolgungen überhaupt gehören. Auch im konfuzianistisch geprägten China wurden von 1648 bis 1930 ungezählte Tausende von Christen wegen ihres Glaubens umgebracht, von denen 120 seliggesprochen wurden.Allein im Rahmen des sog. „Boxeraufstandes“ 1899–1901 töteten religiös aufgestachelte Volksmassen in China (teilweise mit Unterstützung der regierenden konfuzianistischen Kaiserinwitwe Cixi) 32.000 chinesische Christen.
  • Radikale Reformatoren, vor allem die Täufer, wurden im 16./17. Jh. nicht nur von der katholischen Kirche, sondern gleichermaßen von der evangelisch-lutherischen, evangelisch-reformierten und anglikanischen Kirche verfolgt (vgl. auch Fußnote 32); die Reformierten hatten in Genf zur Zeit Calvins sogar eine inquisitionsähnliche Behörde, das Genfer Konsistorium. Neben pazifistischen gab es aber umgekehrt auch militante Täufer: die apokalyptische Münsteraner Täuferbewegung sowie Täuferkreise in Friesland. Sicher bezeugt sind ca. 1000 Täuferhinrichtungen; die Gesamtzahl scheint aber größer sein, vielleicht war sie doppelt so hoch.
  • Im protestantischen Großbritannien einschließlich Irland wurden 1535 bis 1681 viele (wohl mindestens ca. 1000) der jeweiligen Regierung nicht genehme Christen getötet, protestantischen Non-Konformisten ebenso wie Katholiken (vom hl. Thomas Morus, † 1535, bis zum hl. Oliver Plunkett, † 1681).45 Die vielgerühmte Toleranz Englands hatte enorme Defizite: So schloss selbst der „aufgeklärte“ Philosoph John Locke (1623–1704), als er religiöse Toleranz einforderte, ausdrücklich „Atheisten“ und „Katholiken“ davon aus. Viele Katholiken erlitten in Tyburn, einem Stadtteil Londons, die übliche Strafe für Hochverrat: nämlich „Hängen, Ausweiden und Vierteilen“, so z.B. 1644 der selige Pater Ralph Corby, dessen einzige Schuld darin bestand, als katholischer Priester in England tätig gewesen zu sein. Auch außerhalb Großbritanniens hat es Katholiken-

verfolgungen durch Protestanten gegeben, vor allem durch Calvinisten.46

  • Bemerkenswert (aber wenig bekannt) ist auch, dass sich Gewalt und Intoleranz auch bei den sog. „Aufklärern“ findet, diedas Wort „Toleranz“ ständig im Munde führten. Selbst der als Förderer religiöser Toleranz gefeierte protestantisch-aufgeklärte Freimaurer und Preußenkönig Friedrich II. (bekannt durch den Ausspruch, jeder solle „auf seine Façon selig werden“) tolerierte beispielsweise nicht, dass der katholische Priester Andreas Faulhaber den Vorschriften seiner Kirche gemäß das Beichtgeheimnis wahrte, sondern verurteilte ihn deshalb 1757 zum Tode durch den Strang. Während der französischen Revolution, die sich selbst als Blüte von Aufklärung und Vernunft verstand, wurden in einem einzigen Jahr, dem „Jahr des Terrors“ (Juni 1793 bis Juli 1794) wohl ca. 40.000 Menschen zu Tode gebracht wurden (siehe Fußnote 87), darunter zahlreiche weniger radikale Gesinnungsgenossen der Revolution, die daher gewissermaßen aus Sicht der Revolutionsregierung „politische Häretiker“ waren. Ähnlich wurden während der Kichenverfolgung im antiklerikalen Mexiko von 1815 bis 1992, vor allem 1915–1937 mindestens ca. 10.000 katholische Christen getötet, und ebenso viele fielen in Spanien während der Zeit der Zweiten Spanischen Republik (1931–1939) besonders während des Bürgerkriegs (1936/7) dem militanten Antiklerikalismus zum Opfer: genauer waren es 13 Bischöfe, 4184 Diözesanpriester und Seminaristen, 2365 Ordensmänner, 283 Ordensfrauen und mehrere Tausend Laien, die ermordet wurden (bis zum 04. Dezember 2015 wurden 1540 von ihnen seliggesprochen).

1.5. Zusammenfassung der Entwicklung

Fazit: Mit wenigen Ausnahmen (etwa St. Optatus von Mileve und Priscillian) waren die Bischöfe und Theologen im ersten Jahrtausend alle gegen die Todesstrafe für Häretiker eingestellt, und noch bis Ende des 12. Jahrhundert (Sel. Petrus Cantor) ist diese Einstellung bei hervorragenden Theologen zu finden. Vom 13. bis 18. Jahrhundert sahen aber dann die meisten Theologen (etwa St. Thomas von Aquin) die Todesstrafe für Häretiker als im Prinzip gerechtfertigt an, auch wenn sie nur eine mehr oder weniger restriktive Handhabung befürworten. Erst nach ca. 600 Jahren kehrte man dann im 19. Jahrhundert allmählich wieder zur ursprünglichen Auffassung zurück, dass zur Bekämpfung von Irrlehre weltlichen Strafen (und erst recht die Todesstrafe) zumindest für friedliche Häretiker unangemessen ist;47 und dieser Standpunkt wurde im 20. Jahrhundert wieder eine allgemein akzeptierte und durch das Lehramt von höchster Stelle ausdrücklich bekräftigte Lehre.

  • Angenendt, S. 325–326. Über 200 katholische Märtyrer wurden bisher heilig- oder seliggesprochen, ca. 400 Kanonisationsverfahren sind noch anhängig. Ein berüchtigter Katholikenverfolger im elisabethanischen England war Richard Topcliffe, der Vernehmungsbeamte und „grausamster Folterknecht“ von Königin Elisabeth I. (1558–1603); sein berühmtestes Opfer war der Jesuit St. Robert Southwell. Als berühmtes Beispiel eines verfolgten nichtkonformistischen Protestanten könnte man den englischen Bibelübersetzter William Tyndale nennen, der (allerdings nicht in Großbritannien, sondern in Belgien) hauptsächlich auf Betreiben Heinrichs VIII. (wenn auch unter Beteiligung katholischer Autoritäten) verfolgt und 1536 hingerichtet wurde (vgl. Fußnote 36). John Rogers, ein Freund Tyndales, der Tyndales Übersetzungen nach dessen Tod 1537 in einer pseudonymen Bibelausgabe herausgab, befürwortete seinerseits die 1550 erfolgte Hinrichtung der englischen Baptistin Johanna Bocher von Kent. Rogers selbst landete aber ebenfalls auf dem Scheiterhaufen, er war der erste der 284 von John Foxe gezählten Protestanten, die unter der Herrschaft Maria Tudors (1553–1558) hingerichtet wurde, die erfolglos versucht hat, ihr Volk zum Katholizismus zurückzuführen.
  • B. wurde in den Niederlanden der Franziskanerpater St. Theodor von der Eem und der Dominikanerpater St. Johannes von Köln zusammen mit 17 weiteren Priestern und Ordensleuten von calvinistischen Geusen in Gorkum gefangen genommen, gefoltert und auf Befehl von Wilhelm II. von der Mark am 9. Juli 1572 in Brielle getötet, weil sie sich weigerten, dem katholischen Glauben abzuschwören und die Lehre von der Realpräsenz Christi im Abendmahl fallen zu lassen. Ein anderes Beispiel sind die vierzig Jesuitenmärtyrer, die 1570 auf der Fahrt nach Brasilien vor La Palma von hugenottischen Freibeutern unter der Führung des Normannnen Jacques de Sores getötet wurden, welcher als radikaler Calvinist bekannt war, der katholische Kirchen geschändet haben soll. 1631 (während des dreißigjährigen Krieg) wurde der Priester Liborius Wagner, der von der evangelischen zur katholischen Konfession gewechselt hatte, in Oberfranken bei Schweinfurt von protestantischen Soldaten gefangen genommen; ihm wurde sein Abfall vom protestantischen Glauben vorgeworfen und man versuche vergebens, ihn mit Gewalt zum Protestantismus zurückzubringen. Nach fünf Tagen Folter starb er am 9. Dezember 1631 als Märtyrer im katholischen Glauben; er wurde am Ende erstochen und sein Leichnam in den Main geworfen. 1874 wurde er seliggesprochen. Ähnlich wurde der Jesuitenpater Gottfried Thelen wegen seines Glaubens misshandelt und nach einer Verfolgungsjagd von calvinistischen Soldaten am 25. September 1620 in Kaub am Rhein erschossen (da er durch die Schüsse noch nicht tot war, erstach man ihn).
  • Die letzte von der römischen Inquisition angeordnete Exekution fand 1761 statt; die staatliche spanische Inquisition ordnete noch 1826 eine Exekution inValencia an: Dort starb der Deist Cayetano Ripoll (nicht auf dem Scheiterhaufen, sondern am Galgen), welcher als das letzte Inquisitionsopfer schlechthin gilt.
  • So lehrt das Zweite Vatikanische Konzil in Dignitatis Humanae 2, die menschliche Person habe das „Recht auf religiöse Freiheit“, die definiert wird als Freiheit vom Zwang „sowohl von Seiten einzelner wie gesellschaftlicher Gruppen und jeglicher menschlicher Macht“, und zwar so, „dass im religiösen

Bereich niemand gezwungen wird, gegen sein Gewissen zu handeln“ (DH 4240). Damit ist nicht nur gemeint, dass (wie es auch zu Zeiten der früheren

Häretikerverfolgung durchgehend bekräftigt worden war) die Annahme des wahren Glaubens freiwillig sein muss, sondern auch das Verlassen des wahren

Glaubens. Um hier jeden Zweifel in der Interpretation auszuschließen, fügt das Konzil hinzu, die genannte Freiheit gründe nicht „in der subjektiven

Verfassung der Person“, sondern „in ihrer Natur selbst“, und: „Deshalb bleibt das Recht auf diese Freiheit auch denjenigen erhalten, die der Verpflichtung, die Wahrheit zu suchen und an ihr festzuhalten, nicht nachkommen“, Demzufolge erscheint jeder Versuch, den Abfall in Häresie oder Falschlehre mit Zwang zu verhindern, als naturrechtswidrig. Wie die Fortsetzung zeigt, haben nur friedfertige Gläubige ein wirklich uneingeschränktes Recht auf freie Religionsausübung. Denn am Ende heißt es: Die Ausübung dieser Freiheit dürfe „nicht behindert werden, solange nur die gerechte öffentliche Ordnung gewahrt wird.“ Dieser Satz schränkt wieder ein. Demnach dürfte man gegen die freie Religionsausübung einer extremistische religiöse Gruppe, welche ihre Religionsfreiheit missbraucht, um die gerechte öffentliche Ordnung zu stören, einschreiten. Das wird jeder Staat begrüßen und ist auch vernünftig; und hier wäre der Ansatzpunkt dafür, wie man in einer „Hermeneutik der Kontinuität“ die mittelalterliche Gesetzgebung vom prinzipiellen Ansatz her auch heute noch

Zu betonen ist, dass man auch in den genannten 600 Jahren katholischerseits durchgehend Zwangstaufe und Gewaltmission ablehnte, also für die Annahme des wahren Glaubens Freiwilligkeit verlangte (ad fidem nullus est cogendus). Anders beurteilte man in dieser Zeit den Abfall vom wahren Glauben, diesen meinte man mit Mitteln staatlicher Gewalt bestrafen, verhindern oder rückgängig machen zu dürfen.

Der Meinungsumschwung im 13. Jahrhundert wurde, wie wir sahen, durch die Konfrontation mit der radikalen Sekte der Katharer angestoßen; der Anstoß für den erneuten Meinungsumschwung im 19. Jahrhundert war anscheinend eine Neubesinnung auf die christlichen Wurzeln im Gefolge des Verlustes weltlicher Macht durch die Säkularisation.

1.6. Anhang: Die Folter

Ein spezieller Gesichtspunkt verdient noch besondere Beachtung: Zu den bedauerlichsten Entwicklungen im Zuge der Katharerbekämpfung muss gerechnet werden, dass 1252 Papst Innozenz IV. die aus dem altrömischen Recht stammende Folter (bzw. Tortur bzw. „peinliche Befragung“), welche durch christlichen Einfluss abgeschafft worden war, wieder als Mittel zur Wahrheitsfindung im kirchlichen Inquisitionsprozess zuließ, nachdem weltliche Gerichte sie bereits in den 1220er Jahren wieder eingeführt hatten. Die Folter ist uralt: Mit dem Übergang vom Wettkampf und Gottesurteil zum Gerichtsprozess im 8. bis 5. vorchristlichen Jahrhundert führten bereits die Griechen die Folter als Mittel der Wahrheitsfindung ein (wobei sie ihre Foltermethoden womöglich von den Persern und Ägyptern übernahmen), von den Griechen übernahmen sie die Römer. Während bei Griechen und Römern ursprünglich nur Sklaven und Fremde gefoltert werden durften, dehnte man bald die Folter in schweren Fällen (z.B. Hochverrat) auch auf freie Bürger aus.50 Noch zur Zeit von St. Augustinus († 430) hatte es im weltlichen Gerichtswesen des (bereits seit 313 christlich gewordenen) römischen Reiches immer noch die Folter als Mittel zur Wahrheitsfindung gegeben, deren grausamen Charakter als notwendiges Übel Augustin mit bewegenden Worten beklagte.51 In der spätantiken Rechtssammlung des altrömischen Rechts mit der Bezeichnung „die Digesten“, welche 533 der christliche Kaiser Justinian als geltendes Recht erneut in Kraft setzte, war die Folter noch immer vorhanden – jedoch kommentierte Justinian zu den Folterbestimmungen, Folter sei „eine gebrechliche, gefährliche und trügerische Sache“ (etenim res fragilis est et periculosa, et quae veritatem fallat). Eine formale Abschaffung war das zwar nicht, aber doch ein wirksamer Tadel von höchster Stelle. Im fränkischen Reich, beginnend mit Karl dem Großen, findet man keine Spur mehr von der Folter, und Papst St. Nikolaus I. lehnte sie 866 ausdrücklich ab, indem er dem neubekehrten Fürsten Boris von Bulgarien schrieb, ihre Anwendung sei „gegen göttliches und menschliches Gesetz“ (siehe Genaueres in Fußnote 71); die Behauptung, dass die Folter auch gegen „menschliches Gesetz“ sei, beweist, dass die Folter damals in dem damals von den Franken regierten römischen Reich nicht mehr gesetzlich vorgesehen war.

nachvollziehen kann: Gegen Häretiker, welche die gerechte öffentliche Ordnung gefährden (wie es in der Einschätzung der mittelalterlichen Theologen und Kirchenleiter etwa die Katharer taten) bleiben staatliche Gegenmaßnahmen auch strafrechtlicher Art legitim. Völlig illegitim sind sie allerdings für friedfertige Falschlehrer und Häretiker: eine Kategorie, deren Existenz die meisten Theologen des 13. bis 18. Jahrhunderts dem damaligen Zeitgeist folgend anscheinend nicht deutlich genug wahrgenommen haben. In ihren Augen war jeder Häretiker, der „hartnäckig“ bei seiner Meinung blieb, böswillig, umstürzlerisch und gefährlich für das zeitliche ebenso wie für das ewige Heil der Menschen, und war daher zum Schweigen zu bringen. Das erklärt das harte Vorgehen gegen die Häretiker durch die Inquisition.

  • Man behandelte in der hochmittelalterlichen Theologie den Glauben wie ein Gelübde oder ein feierlich gegebenes Versprechen: Ein solches muss freiwilliggegeben werden (sonst ist es nicht gültig), aber das Einhalten eines einmal gemachten Versprochenen ist eine Pflicht, auf deren Einhaltung man bestehen und deren Verletzung man unter Umständen bestrafen kann. Eine besonders schwere Schuld meinte man im Glaubensabfall auch deswegen sehen zu müssen, da man hier von einem Akt wider bessere Einsicht ausging; auch das Neue Testament sieht den Glaubensabfall in einem solchen Rahmen (vgl. Hebr 10,26–31). Dann lag aber auch die Parallele zum Abfall der Dämonen von Gott nahe, eine Parallele, die für Falschlehrer übrigens schon in 2 Petr 2,1–10 gezogen wird.

Hierzu wird man heute sagen müssen: Weder die mittelalterlichen Denker wie Thomas von Aquin, noch das Neue Testament scheinen, wenn sie vom Glaubensabfall in derart ernsten Worten reden, den heute weit verbreiteten Fall vor Augen zu haben, dass jemand seine Kirche verlässt, weil er aufrichtig davon überzeugt ist, das ihre Lehre oder Praxis falsch ist, und der als Wahrheitssucher sich z.B. einer anderen Kirche zuwendet. Sie haben vielmehr so etwas wie einen „treulosen Verräter“ vor Augen, der sich gegen seine bessere Einsicht aus niederen Motiven dazu entschließt, die klar erkannte Wahrheit und die von Gott ihm zugewandte Liebe zurückzuweisen und dagegen anzukämpfen. Zum Fall eines die Kirche verlassenden aufrichtigen Wahrheitssuchers aber müsste man aus thomistischer ebenso wie aus neutestamentlicher Sicht sagen, dass dieser Suchende den wahren Glauben noch gar nicht vollständig als wahr erfasst haben kann (auch wenn er eine Zeit lang am Leben der Kirche teilnahm und ihr „formal“ angehörte), und dass darum all jene harten Urteile über Häretiker und Apostaten („Abtrünnige“) auf ihn nicht zutreffen.

Zu bedenken ist auch, dass der Grundsatz, dass „zum Glauben niemand gezwungen werden darf“ ohne Einschränkung formuliert wurde und daher konsequenterweise auch auf denjenigen hätte angewendet werden müssen, der die Kirche wieder verlässt, wenn sein anfänglicher Glaube wieder in Zweifel oder Unglaube umschlägt. Denn das altehrwürdige und logische Argument, man könne den Glaube als inneren Akt gar nicht erzwingen, gilt auch für diesen Fall. Zwangsmaßnahmen gegen Häretiker und Apostaten setzen also (wenn sie nicht gegen jenen Grundsatz nicht verstoßen sollen) einen Typus des Glaubensabfalls voraus, der heute vermutlich selten sein dürfte: einen rein praktischen Abfall ohne Verlust des theoretischen Glaubens, also ein Handeln gegen innere Überzeugung. In der Tat: Wenn Thomas von Aquin schreibt: „die Häretiker sind zu zwingen, dass sie am Glauben festhalten“ (compellendi sunt ut fidem teneant; Summa Theologiae II-II, q. 10, a.9 ad 3), muss man doch sagen, dass man nur festhalten kann, was man noch besitzt. Es ist also vorausgesetzt, dass der zu zwingende Häretiker den rechten Glauben eigentlich noch gar nicht verloren hat. Nicht eine Rückkehr vom falschen zum wahren Glauben wollte man also erzwingen, sondern das Festhalten am wahren Glauben; und damit kann nur das praktische Festhalten gemeint sein, also das ihm gemäße äußere Handeln. Was aber den theoretischen Glauben angeht, so war auch den mittelalterlichen Theologen klar, das seine Bewahrung nicht erzwungen werden konnte und durfte. Man vergleiche hierzu die bemerkenswerte Feststellung von Papst Innozenz III aus dem Jahre 1201: „Es ist der christlichen Religion entgegengesetzt, dass einer gegen seinen beständigen Willen und trotz nachhaltigen Widerspruchs genötigt wird, das Christentum anzunehmen und zu bewahren“ (DH 781).

  • zur Folter bei den Griechen und Römern Edward Peters, Folter. Geschichte der peinlichen Befragung, Hamburg 1991, S. 33–63. Peters Darstellung scheint jedoch, was die spätere kirchliche Praxis angeht, mangelhaft zu sein, z.B. behauptet er im Gegensatz zu anderen Historikern, die Folter sei von kirchlichen Gerichten vom 9. bis 12. Jahrhundert „allgemein angewendet“ worden (S. 73) – dagegen spricht klar das Zeugnis von Papst Nikolaus I. (siehe Fußnote 71), das Peters hier gar nicht erwähnt. Auch seine Schilderung kirchlicher Verfahrens als den weltlichen unterlegen (S. 93–100) scheint wenig fundiert. Die Redeweise von Verfahren gegen Zauberei als crimen exceptum im 13. Jahrhundert (S. 94) ist problematisch, ebenso die Behauptung (ohne Quelle und genauere Angabe), dass „die spätere Gesetzgebung zu Hexerei und Magie“ bei der Folter das „Alter als befreienden Grund“ ausschloss (S. 94). 51 Vgl. Augustinus, De civitate Dei 19,6.

Nach der Wiederentdeckung der Digesten im 12. Jh. stießen mittelalterliche Juristen beim Studium des römischen Rechts wieder auf die darin enthaltenen Folterbestimmungen. Diese wurden dann seit den 1220er Jahren in weltlichen Prozessen wieder eingeführt, und seit 1252 leider auch in Prozessen, an denen kirchliche Inquisitoren beteiligt war. Für ihren Einsatz im Rahmen eines kirchlichen Prozesses gab es allerdings theoretisch strenge Auflagen, die offenbar vom christlichen Gewissen diktiert worden waren. Zusammenfassend waren diese Einschränkungen (die nicht alle von Anfang an dokumentiert sind, aber sich im Lauf der Zeit etablierten) in etwa folgende:

(1) Folter durfte nur in Verfahren zum Einsatz kommen, bei denen es um schwerwiegende Vergehen ging (z.B. nicht bei minderen Sittlichkeitsdelikten oder ketzerischem Gerede „aus Unwissenheit“).

  • Eine weitere Voraussetzung war, dass schwerwiegenden Verdachtsmomente vorlagen, die bereits der Gewissheit nahe kamen. Aufgrund von bloßen Behauptungen von Anklägern ohne hieb- und stichfeste Indizien für ihre Wahrheit durfte niemand gefoltert werden (erst recht kam das Foltern unschuldiger Zeugen zwecks Wahrheitsfindung nicht in Frage,was in der weltlichen römischen Gerichtspraxis um 400 zur Zeit Augustins noch durchaus üblich gewesen war ). Diese wesentliche Einschränkung übernahm auch die weltliche „peinliche Gerichtsordnung“ Karls V. von 1532 (die sog. Carolina), über welche der sozialdemokratische Rechtsgelehrte Gustav Radbruch 1930 in seiner Einleitung zu diesem

Werk bemerkenswerterweise urteilte, die Folter sei hier nur vorgesehen gewesen, wenn Verdachtstatsachen von „so großer Beweiskraft“ vorlagen, „dass wir heute ohne weiteres verurteilen würden.

  • Auch unter den vorgenannten beiden Voraussetzungen war Folter nur als letztes Mittel gedacht, d.h. ehe man die Folter anordnen durfte, musste man erst alle anderen Mittel der Wahrheitsfindung ausgeschöpft haben, die den Verdacht zur Gewissheit erheben oder zerstreuen konnten; insbesondere musste vor der Tortur dem Angeklagten Gelegenheit gegeben werden, sich zu verteidigen und eventuell Beweise für seine Unschuld vorzulegen. Nur wenn die üblichen Beweismittel für eine Entscheidung nicht hinreichten, war Folter zulässig. Aus diesem Grund wurde die Folter von den Inquisitoren eher selten (und von vielen überhaupt nicht) angewendet.
  • Gewisse Personen durften gar nicht gefoltert werden: Kinder, Invalide, schwangere Frauen und alte Menschen (beim Galilei-Prozess z.B. durfte der Angeklagte nicht gefoltert werden, weil er bereits über 60 Jahre alt war)
  • Die Anordnung der Folter wurde durch verschiedene juristische Hürden erschwert, z.B. konnte man Berufung bei höheren Instanzen einlegen (in Spanien etwa bei der Suprema, der obersten Inquisitionsbehörde), und auch gegen das von einem Inquisitionsgericht gefällte Endurteil waren übrigens Appellationen an eine höhere Instanz zulässig und führten zuweilen zur Revision oder Abmilderung des Urteils.
  • Kleriker durften die Folter nicht persönlich durchführen; dies übernahm ein Folterknecht, meist der Henker.

Die wichtigsten drei Einschränkungen aber waren die folgenden:

  • Wenn es trotz aller vorgenannten Hürden zur Folter kam, war bei der Anwendung darauf zu achten, dass (im Einklang mit der kirchlichen Verurteilung der Tötung und Verstümmelung eines Unschuldigen) durch die Folter keine bleibenden Schäden entstanden, keine Lebensgefahr entstand und kein Blut vergossen Das heute oft in Museen gezeigte Gruselkabinett von Folterinstrumenten (glühende Zange, Eisenstacheln, Streckbank, Daumenschraube, spanischer Stiefel, eiserne Jungfrau etc.) durfte daher im kirchlichen Prozess (anders als in den oft viel grausameren weltlichen Prozessen) nicht real eingesetzt werden. Waren solche Geräte vorhanden, benutzte man sie lediglich zum Zweck der sog. Territio („Schreckung“, Einschüchterung), die im bloßen Vorzeigen und manchmal auch Anlegen dieser Folterinstrumente bestand. Für den realen Einsatz musste sich die Inquisition dagegen mit Methoden begnügen, die man heute als „weiße Folter“ bezeichnet, wie z.B. Nahrungsentzug, Prügel, Straffung der Fesseln; in schweren Fällen wurde aber auch das sog. Strappado / die Corda (Aufhängen am Wippgalgen während der Befragung, mit oder ohne Gewichten) sowie das von der spanischen Inquisition erfundene Waterboarding (simuliertes Ertränken) eingesetzt (was alles schlimm genug ist, und anscheinend heute noch von machen Geheimdiensten angewendet wird).
  • Wichtig war auch die berühmte Einschränkung, dass nur eine einmalige Tortur erlaubt ist (mit zeitlicher Beschränkung,

z.B. auf einen Tag), d.h. eine Wiederholung war verboten. Abweichend hiervon war oft die Folterpraxis in weltlichen Gerichten, z.B. wurde in bayerischen staatlichen Prozessen Anfang des 16. Jh. die Folter bis zu zwanzig Mal (!) wiederholt.

  • Schließlich hatte ein unter Folter gemachtes Geständnis keine Rechtskraft, wenn es nicht hinterher freiwillig bestätigt und unterschrieben wurde, ohne dass man Furcht vor erneuter Folter zu haben brauchte, die ja nach Punkt (8) verboten war.

Allerdings wurden die oben genannten Auflagen und Vorsichtsmaßnahmen nicht immer und überall beachtet, z.B. umgingen Richter das Wiederholungsverbot, indem sie eine wiederholte Folterung einfach als „Fortsetzung“ einer einzigen Folter ausgaben; oder man legte neu auftauchende Indizien vor, die eine neue peinliche Befragung möglich machten, weil man es nun gleichsam mit einem neuen Fall zu tun hatte; manche werteten obendrein auch ein unter der Folter gemachtes Geständnis selbst schon als neues Indiz und rechtfertigten damit eine erneute Folter (siehe Fußnote 62). Zudem war natürlich nicht auszuschließen, dass ein Folterknecht die nur zum Vorzeigen gedachten Foltergeräte (mit oder ohne Billigung der Richter) illegalerweise real einsetzte. Bedenklich war schließlich die Bestimmung Ut Negotium Alexanders IV. (1256), die es den Inquisitoren erlaubte, sich gegenseitig die Beichte abzunehmen und die Absolution von der Exkommunikation zu erteilen, wenn sie sich bei ihrer Arbeit irgendwelcher Verstöße schuldig machten; dies konnte den Prozess beschleunigen, aber auch Missbräuche erleichtern, etwa die Vornahme der Folter durch die Inquisitoren selbst.

Wer nun im Inquisitionsprozess die Tortur überstand, ohne zu gestehen, war freizulassen. Das Überstehen der Tortur gelang bei der vergleichsweise milden Form der Tortur in Inquisitionsprozessen immerhin bei etwa einem Drittel der Fälle, und in Prozessen, wo alle Auflagen beachtet wurden, sollen der Hexenforscherin Jenny Gibbons zufolge 50 Prozent der Männer und

„fast alle Frauen“ die peinliche Befragung ohne Geständnis überstanden haben. Ebenso war bei konsequenter und strenger Auslegung des Widerholungsverbots (über die jedoch keine Einmütigkeit herrschte) jeder zu entlassen, wer unter Folter gestand und das Geständnis danach widerrief, es sei denn, er war durch ausgesagte Einzelheiten überführt worden. Drittens wurde auch der, welcher das Geständnis nach der Folter bestätigte (bzw. bestätigen musste, weil er durch Nennung von Einzelheiten überführt worden war), dann aber Reue bekundete, nicht hingerichtet. Man begnügte sich in diesem Fall mit der Verhängung einer Buße (wie z.B. eine Wallfahrt; in schweren Fällen wurden für reumütige Geständige auch lebenslängliche Haftstrafen verhängt, die aber in der Praxis meist mit der Entlassung des Inhaftierten nach ca. ein bis drei Jahren endeten). Nur der überführte hartnäckig-reulose Täter und der nach erfolgter Begnadigung rückfällige Täter (Wiederholungstäter) wurde dem „weltlichen Arm“, der Staatsgewalt, zur Hinrichtung übergeben. Mit der Auslieferung an den weltlichen Arm (somit mit der Hinrichtung) endeten je nach Region und Epoche in etwa ein bis fünf Prozent der Prozesse.

Die heutige negative Einschützung der Folter ist vollkommen berechtigt, und wir können froh sein, dass sie sich inzwischen anscheinend weithin durchgesetzt hat. Aber wenn man die vom Hochmittelalter bis in die frühen Neuzeit hinein vorherrschende gegenteilige Meinung als völlig pervers und dumm verurteilt, macht man es sich zu einfach. Der Rechtshistoriker Mathias Schmoeckel stellt in seiner Abhandlung über die Abschaffung der Folter in Europa65 gegenüber dem Pauschalurteil, die Folter sei „allein durch sämtliche negativen Eigenschaften des Menschen“ entstanden, mit Recht die Frage, ob man denn einfach „das über Jahrtausende praktizierte Rechtsinstitut der Folter so perhorreszieren“ dürfe. Ein vorsichtiger Einsatz der Tortur wurde schließlich jahrhundertelang auch von den intellektuell hochstehenden Gelehrten und Politikern als notwendig und angemessen angesehen. Wie war das möglich? Der Ausgangspunkt für diese Beurteilung scheint der löbliche Grundsatz gewesen zu sein, dass man eine Hinrichtung nur dann durchführen darf, wenn die Schuld des Angeklagten mit größtmöglicher Sicherheit nachgewiesen ist, am besten durch das Eingeständnis des Täters: „Niemand darf verurteilt werden ohne durchschaubare und offenbare Beweise oder eigenes Geständnis“, so can. 23 der Synode von Narbonne um 1244. Nur der Einsatz von Folter aber, so glaubte man, könne in manchen Fällen die verlangte sichere Aufklärung der Tatsachen gewährleisten. Natürlich wusste man, dass unter Folter tendenziell auch der Unschuldige gesteht. Aber wenn man eine „peinliche Befragung“ geschickt durchführt – indem man nicht nur ein bloßes Schuldeingeständnis fordert, sondern auch nach Einzelheiten des Tathergangs erfragt, die überprüfbar nur dem Schuldigen bekannt sein können – dann kann man damit einen Täter überführen, so dass er auch nach der Folter bei seinem Geständnis bleiben muss, während der Unschuldige seine Aussage hinterher zurücknehmen kann. Selbst wenn man gar keine Indizien unabhängig von der Befragung hatte, mit denen man „erfolterte“ Aussagen vergleichen konnte, so konnte man unter Umständen den wahren Tathergang ermitteln und Schuldige überführen, indem man die unter Folter gemachten Aussagen verschiedener mutmaßlich an einer Tat beteiligter Personen (oder auch verschiedener Zeugen) verglich; stieß man auf ein unwahrscheinlich hohes Maß an Übereinstimmung, war dies ein starkes Indiz für die Wahrheit. Aus solchen Überlegungen heraus verlangte man bei der Befragung Verdächtiger unter Folter meist die Nennung von Komplizen. Auf diese

Weise kann Foltereinsatz unter Umständen ein effizientes Mittel der Wahrheitsfindung sein, weshalb die Folter auch in der

Gegenwart von den Geheimdiensten noch immer eingesetzt wird: Wie der amerikanische Rechtshistoriker Edward Peters im

Jahre 1991 feststellte, lassen verlässliche Informationen den Schluss zu, dass heute offiziell oder inoffiziell „in einem von drei Ländern gefoltert wird“. Im Rahmen der Terrorismusbekämpfung geschah dies durch amerikanische Behörden bis 2009 sogar ganz legal; US-Präsident Busch rechtfertigte im Jahre 2008 die von ihm angeordneten harten Verhörsmethoden und bezeichnete namentlich das (von der spanischen Inquisition übernommene) Waterboarding als „eines der nützlichsten Werkzeuge im Kampf gegen den Terror“.

Um es aber nochmals zu wiederholen: Man kann wohlbegründet urteilen, dass die Folter unchristlich und unmenschlich ist, und in der Tat ist sie es. Falsch ist es aber, dass sie – wie oft behauptet wird – zur Wahrheitsfindung grundsätzlich gänzlich ungeeignet ist. Sie ist hierzu jedenfalls geeigneter als die sog. Gottesurteile (Orale), die in allen primitiven Kulturen zur Ermittlung von Schuld oder Unschuld zum Einsatz kamen und vom Frühmittelalter an bis zum 2. Laterankonzil (1215) auch im christlichen Europa häufig angewendet wurden. Der Rückgriff auf sog. Gottesurteile (z.B. Feuer- und Wasserprobe, Duelle etc, siehe Fußnote 78), bei denen der Zufall oder – wie man glaubte und hoffte – die Gottheit über Schuld oder Unschuld entscheidet, erklärt sich nicht (nur) durch primitiven Aberglauben, sondern resultiert vor allem daraus, dass man in einer Gesellschaft, in der selbst die meisten Fürsten Analphabeten sind, keine anderen Mittel hatte, um einen Schuldigen zu überführen, wenn dieser die Tat nicht gestehen wollte: wenn „Aussage gegen Aussage“ stand und beide Aussagen gleichermaßen mit einem Eid bekräftigt worden waren. Denn die Mittel, die heutige Ermittler zur Verfügung haben, um in solchen Fällen Schuldige – sogar ohne Folter – zuverlässig zu überführen (etwa der Vergleich protokollierter Zeugenaussagen, psychologisch geschickte Befragung der Verdächtigen, Spurensicherung vor Ort mit technischen Finessen wie neuerdings DNA-Analyse etc.) sind offensichtlich ohne ein hohes Niveau von Bildung und eine hochentwickelte Infrastruktur von Justiz und Polizei undenkbar. Als bald nach der vom Laterankonzil 1215 angestoßenen Abschaffung der Ordale (siehe Fußnote 78) die Folter als neues Mittel der Wahrheitsfindung eingeführt wurde, dürfte das sittlich ein Rückschritt gewesen sein; rein prozessrechtlich war es aber gegenüber dem vorherigen Ordalprozesswesen ein Fortschritt, den man durchaus „aufklärerisch“ nennen kann, insofern der Mensch nun die Verbrechensaufklärung nicht mehr zufälligen, als Gottesurteil gedeuteten Vorgängen überlassen, sondern selbst in die Hand nehmen wollte. Dass man dabei zunächst nicht auf Folter verzichten zu können glaubte, lag an einem immer noch defizienten Kulturniveau; man musste erst lernen, dass und wie man auch ohne Folter Schuldige zuverlässig überführen kann. So schränkte man die Folter zunächst nur mehr oder weniger ein, bis man um 1750 in Europa das Vertrauen gewonnen hatte, ganz ohne Folter auskommen zu können und die Folter in den Folgejahren überall abschaffte.

Dass der breite heutige Konsens in dieser Frage indessen leicht bröckeln kann, zeigt der viel diskutierten Fall des Frankfurter Polizeipräsidenten Wolfgang Daschner, der im Jahre 2002 dem damals festgenommenen Entführer des elfjährigen Jakob von Metzler mit Folter drohte, wenn er ihm nicht den immer noch unbekannten Aufenthaltsort des entführten Jungen nennen würde, von dem Daschner annahm, dass er im Versteck des Entführers noch am Leben war. Daschner erhielt durch diese Einschüchterungsversuche tatsächlich die verlangte Informationen, so dass der entführte Junge hätte gerettet werden können, wenn er zum damaligen Zeitpunkt nicht schon ermordet worden wäre (er konnte leider nur noch tot aufgefunden werden). Die Juristen waren sehr geteilter Meinung, wie der Fall einer solchen „Rettungsfolter“ zu beurteilen ist. Hier zeigt sich: Es gehört nicht viel dazu, gegen jegliche Folteranwendung zu sein, solange man sie für ein ungeeignetes Mittel der Wahrheitsfindung hält, das sich lediglich unaufgeklärte Sadisten des finsteren Mittelalters ausdenken konnten. Dagegen bedarf es eines hohen Maßes an moralischer Reflexion und Sensibilität, um einen Foltereinsatz auch dann noch kategorisch auszuschließen, wenn man sich dessen vollauf bewusst ist, dass ein solcher Einsatz unter Umständen tatsächlich zur Aufdeckung von Straftaten oder gar zur Lebensrettung beitragen könnte.

Ein Gedankengang, der die Folter im Rechtsdenken früherer Theologen theoretisch rechtfertigen konnte, war angesichts der erkannten Effizienz der Folter der, dass es besser sei, zum Herausfinden der Wahrheit einen möglicherweise Unschuldigen (ohne bleibende Schäden) gefoltert zu haben, als einen möglicherweise Unschuldigen hingerichtet zu haben. So konnte die Folter als ein probates Mittel erscheinen, um irreversible Justizirrtümer zu vermeiden. Man wird diesem Gedanken einen gewissen Grad an Plausibilität nicht absprechen können, aber der hier versteckt vorliegende ethische Ansatz der sog. „teleologischen

Ethik“ ist trotzdem verfehlt: der Ansatz nämlich, wonach ein hinreichend guter Zweck (z.B. die Wahrheitsfindung oder die Vermeidung der Hinrichtung eines Unschuldigen) unter Umständen den Einsatz schlechter Mittel (in unserem Fall die Folterung eines Unschuldigen) rechtfertigen kann. Die moraltheologische Tradition der Kirche hat die teleologische Ethik mit diesem ihren Grundsatz theoretisch immer verworfen, aber die Theologen haben nicht immer klar genug gesehen, dass Foltereinsatz wohl nur von diesem Grundsatz aus konsistent gerechtfertigt werden kann. Inzwischen ist in der katholischen Moraltheologie allgemein anerkannt, dass trotz der restriktiven Auflagen die Zulassung der Folter ein Fehler war, durch den die christlichen moraltheologischen Prinzipien (welche die Kirche theoretisch immer hochhielt) verdunkelt wurden.

Die Folter wurde nach ca. 550jähriger Praxis im Jahre 1816 von Pius VII., als dieser die spanische Inquisition wiederbelebte, in allen Inquisitionstribunalen verboten. Es ist bedauerlich, dass man in diesen 550 Jahren von der schon im Jahre 866 von Papst St. Nikolaus I. ausgesprochene klaren Verurteilung der Folter (sie sei „gegen göttliches und menschliches Gesetz“) abgewichen war: Denn dies war die authentische Tradition der Kirche, zu der sich die amtliche Lehrverkündigung heute wieder ganz klar bekennt (siehe Fußnote 75). Auch in jenen 550 Jahren hatte kein kirchenamtliches Dokument die Erlaubtheit der Folter als definitiv zu glaubendes Dogma ausgegeben, so dass Kritik daran prinzipiell innerhalb der Kirche möglich war und von einigen wenigen hellsichtigen Katholiken auch vorgenommen wurde (welche, wäre Legitimität der Folter ein Dogma gewesen, aus der Kirche hätten ausgeschlossen werden müssen). Dennoch haben sich die meisten damaligen Repräsentanten der Kirche in diesem Punkt geirrt und falsch verhalten, indem sie dem damaligen Zeitgeist folgten. Sehr ausgewogen urteilt P. Godman: „Außerhalb der Kirche wurde die Folter angewendet … und das Heilige Offizium tat dasselbe, nur in geringerem Ausmaß. Vielleicht finden wir Letzteres besonders erbärmlich, weil die Täter Geistliche waren, die eine Religion der Liebe verkündigten. Aber wir müssen uns klarmachen, wie sehr wir hier von ihnen erwarten, dass sie sich über die Kultur ihrer Zeit erheben – was von uns schließlich [auch] nur wenige fertigbringen, wenn es überhaupt jemand schafft.

Trotzdem war es überfällig, dass das Versagen der Christen in diesem Punkt einmal von höchster Stelle aus öffentlich zugegeben wurde, und so kann man es begrüßen, dass Papst Johannes Paul II in seinem Schuldbekenntnis im Jahr 2000 bekannte, dass „Menschen der Kirche im Namen des Glaubens und der Moral in ihrem notwendigen Einsatz zum Schutz der Wahrheit mitunter auf Methoden zurückgegriffen haben, die dem Evangelium nicht entsprechen.“ Und er fügte das Gebet hinzu: „Vater aller Menschen, durch deinen Sohn hast du uns gebeten, auch den Feind zu lieben … Doch oft haben die Christen das Evangelium verleugnet und der Logik der Gewalt nachgegeben … Vergib uns!“

Neuere kirchliche Verlautbarungen fordern eindeutig die Ächtung der Folter und erklären ihre ethische Unzulässigkeit.75

  • Schon Augustinus bemerkte im 4. Jh. in De civitate Dei 19,6, dass der weltliche Richter den Angeklagten „deshalb foltern lässt, damit er nicht unwissentlich einen Unschuldigen morde“.
  • Siehe Kap. 4. Auch Peter Godman (Die geheime Inquisition, München, 2. Aufl. 2002, S. 56 und 74) erklärt das Handeln der Inquisition mit diesem Prinzip; allerdings geschah das nicht bewusst.
  • Nikolaus I. hatte in seinem in Fußnote 8 erwähnten Schreiben an die Gesandten des neubekehrten Fürsten Boris von Bulgarien von 866 auf dessen Frage, wie er sein Land christlich regieren sollte, geantwortet: „Ihr sagt, dass bei Euch, wenn ein Dieb oder Räuber ergriffen wurde und er geleugnet hat, was ihm zur Last gelegt wurde, der Richter seinen Kopf mit Ruten schlage und seine Seiten mit anderen eisernen Stacheln steche, bis er die Wahrheit heraushole; dies lässt weder das göttliche noch das menschliche Gesetz in irgendeiner Weise zu, da ein Geständnis nicht ungewollt, sondern freiwillig sein muss und nicht gewaltsam herauszulocken, sondern willentlich vorzubringen ist. Wenn es schließlich geschieht, dass Ihr auch nach Anwendung jener Qualen überhaupt nichts von dem findet, was dem Gefolterten zum Vorwurf gemacht wird, errötet Ihr nicht wenigstens dann und erkennt wie gottlos Ihr richtet? Ebenso aber, wenn ein beschuldigter Mensch, der solches erlitten und es nicht ertragen kann, sagt, er habe begangen, was er nicht begangen hat: An wen, frage ich, fällt die Wucht solch großer Gottlosigkeit zurück, wenn nicht auf den, der diesen zwingt, solches lügnerisch zu gestehen?“ (Kap. 86, DH 648, Hervorhebung von mir). – Als Theo logen später die Folter zuließen, kannten sie vermutlich diesen päpstlichen Brief nicht mehr; und wenn doch, hätten sie natürlich sagen könnten, dass sie nicht direkt das befürworteten, was der Papst hier verurteilte, den Folter war nur zugelassen, wenn man erstens bleibende Schäden vermied (und daher natürlich auf Instrumente wie eiserne Stacheln verzichtete) und zweitens auf einer freiwilligen Wiederholung von den auf der Folter gemachten Geständnissen nach der nur einmalig gestatteten Tortur bestand. Trotzdem steht die spätere Folterzulassung in Spannung zu der klaren Absicht von Papst Nikolaus, die Folter in Bulgarien abzuschaffen.
  • Der erste berühmte Gegner der Folter, der ihre Abschaffung forderte, scheint der katholische Humanist Juan Luis Vives (1492–1540) gewesen zu sein, ihm schloss sich an z.B. der Jesuit Friedrich Spee (1591–1635) an, und der katholische Magistrat und Schriftsteller Augustin Nicolas schlug 1682 dem französischen König Ludwig XIV. in einer diesem gewidmeten Schrift vor, die Folter abzuschaffen, was der König aber ablehnte. Erst 1755 schaffte der Preußenkönig Friedrich der Große als erster Fürst Europas die Folter ab (nachdem er sie 1740 auf schwerste Delikte eingeschränkt hatte).
  • Die Geistlichen persönlich sollten eigentlich nicht foltern und haben es wohl nur selten getan, aber man kann sie „Täter“ in dem Sinn nennen, dass sie dieFolter anordneten.
  • Peter Godman, Die geheime Inquisition, München 2. Aufl. 2002, S. 75 (Hervorhebung von mir).
  • 1965 stellte das Vatikanische Konzil fest, dass „körperliche und seelische Folter“ die „Unantastbarkeit der menschlichen Person verletzt“, und eine

„Schande“ ist sowie „in höchstem Maße ein Widerspruch gegen die Ehre des Schöpfers“ (Gaudium et Spes 27,3). Johannes Paul II. erklärte 1982 in einer Ansprache an das Rote Kreuz zu Folterungen: „Der Jünger Christi lehnt spontan jedes Zurückgreifen auf solche Mittel ab, die durch nichts gerechtfertigt werden können“. Der Katechismus der Katholischen Kirche 1992 lehrt, dass Folterung, „um Geständnisse zu erpressen, Schuldige zu bestrafen, Opponenten Angst einzujagen oder Hass zu befriedigen“ der Achtung vor der Person und der „Menschenwürde“ widerspricht (Nr. 2297), und rechnet die Übernahme der Folter durch „Hirten der Kirche“ in früheren Zeiten zu den „bedauerlichen Vorkommnissen“ (Nr. 2298). „In neuerer Zeit“ aber, so fährt der Katechismus fort, „setzte sich die Einsicht durch, dass solche grausame Handlungen weder für die öffentliche Ordnung notwendig sind noch den legitimen Menschenrechten entsprechen, sondern im Gegenteil zu schlimmen Verirrungen führen. Man muss sich für ihre Abschaffung einsetzen.“ In der 1993 veröffentlichten Enzyklika Veritatis Splendor, in welcher Johannes Paul II. betonte, dass es „in sich schlechte“ Taten gibt, die unabhängig vom Kontext immer unethisch sind, führte er in

Nr. 80 als Beispiele unter anderem die Folter an. Schließlich erklärt das Kompendium der katholischen Soziallehre, hrsg. vom Päpstlichen Rat für

Gerechtigkeit und Friede (Freiburg, 2. Aufl. 2004, Nr. 404): „Die internationalen juristischen Vereinigungen weisen … mit Recht darauf hin, dass das

Bei all dem verdient festgehalten zu werden, dass Geistliche niemals selbst eine Hinrichtung durchführen oder anordnen durften (vgl. 4. Laterankonzil 1215, Kanon 18), und ebenso wenig durften sie foltern: Hier galt stets der altkirchliche Grundsatz „Ecclesia non sitit sanguinem“ (die Kirche dürstet nicht nach Blut). Folter und Tötung übernahmen daher Folterknechte und Henker, und auch Hinrichtungen führte ausschließlich der sog. „weltliche Arm“ (= der Staat) aus. Dabei pflegten die Inquisitionsgerichte die Überführten „an den weltlichen Arm“ auszuliefern, und zwar mit der offiziellen Bitte, Milde walten zu lassen, Leben und Glieder des Verurteilten zu schonen und sein Blut nicht zu vergießen. Auch wenn diese Bitte nur eine formale Phrase war (man erwartete vom Staat in der Tat die Hinrichtung der Ausgelieferten), so kam darin doch der von Christus herkommende und das Christentum lange Zeit bestimmende Geist des möglichst weitgehenden Gewaltverzichts rhetorisch noch zum Ausdruck. Das aber konnte nicht wirkungslos bleiben: Hier zeigte sich ja deutlich die Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis, was jeden denkenden Christen im Gewissen aufgerüttelt haben muss. Das Gewissen wacher Christen trug dazu bei, dass die Forderung nach einer christlicheren Praxis nie ganz verstummte, und schließlich zur Schaffung einer humaneren Prozessordnung ohne Folter und Todesstrafe in vielen (aber noch längst nicht allen!) Ländern der Welt führte.

2. Die Hexenverfolgung

Ein immer noch rätselhaftes Phänomen der anbrechenden Neuzeit war der sog. Hexenwahn, eine Zeit in der in Europa Hexen und Hexer verfolgte: Frauen und Männern, von denen man glaubte, dass sie durch einen Teufelspakt übernatürliche Macht erhalten hatten, welche sie zum Schaden der Menschen einsetzten. Die Hinrichtungswelle erstreckte sich über etwa 330 Jahre, von ca. 1430 bis 1760 mit nur vereinzelten Fällen vor- und nachher: Somit begann die Hexenverfolgungszeit nicht im frühen Mittelalter oder Hochmittelalter, sondern erst am Ende des Spätmittelalters, und sie erstreckte sich weit in die Neuzeit hinein. In Antike, Früh- und Hochmittelalter hatte sich die Kirche mehrfach gegen den Hexenglauben und die Verfolgung von

Folterverbot ein Grundsatz ist, von dem man unter keinen Umständen abweichen darf.“ Diese Aussage des Kompendiums bekräftigte Papst Benedikt XIV. 2007 in einer Ansprache an Gefängnisseelsorger.

  • Weitere Vorstellungen waren, das Hexen einer geheime Sekte angehören, deren Mitglieder sich an bestimmten Tagen (dem „Hexensabbat“) an geheimenOrten trafen, wohin die Mitglieder mit übernatürlichen Mitteln („Hexenflug“, z.B. mit einem Besen) gelangten und wo sie mit Teufeln in Menschengestalt Unzucht trieben („Teufelsbuhlschaft). Manche spekulieren, dass der Hexenflug eine Einbildung war, die durch eine halluzinogene Droge („Hexensalbe“) ausgelöst wurde.
  • Grob kann man sagen, dass es von ca. 1230 bis 1430 eine Übergangsphase gab, in der vereinzelt bereits Hexen und Hexenmeister verfolgt wurden, dassdann 1430 bis 1760 die eigentliche Zeit der systematischen Verfolgungen war (mit einer Anlaufphase von 1430 bis 1580, dem Höhepunkt von 1580 bis 1630, und einer Phase, in der die Prozesshäufigkeit stetig abnahm, von 1630 bis 1760); und dass sich an diese Zeit wieder eine Übergangsphase anschloss, in der es vereinzelt noch Prozesse in Europa gab, von 1760 bis ca. 1950. Die wichtigsten Marksteine der geschichtlichen Entwicklung sind die folgenden:
  • 1231: Schon im Gründungsjahr der päpstlichen Inquisition verfolgte in Deutschland der Inquisitor Konrad von Marburg von 1231 bis 1233 eine katharischeSekte („Luziferianer“), denen er Teufelsanbetung unterstellte (siehe Fußnote 37). Die Opfer dieser Verfolgung (einige hundert?) zählt man zu denen der gewöhnlichen Ketzerverfolgung, nicht zu den Opfern der Hexenverfolgung. Der Vorgang zeigt jedoch, wie die gewöhnliche Ketzerverfolgung schon damals leicht in eine Art Hexenverfolgung übergehen konnte: indem man den Ketzern Teufelsanbetung zutraute. Dies zeigt auch die Templerverfolgung (1307–1314), denn auch den Templern wurde Teufelsanbetung unterstellt. Hexenglaube und Übergriffe auf angebliche Hexen, allerdings ohne kirchliche Unterstützung, gab es auch vor 1230; z.B. war 415 die heidnische Philosophin Hypatia in Alexandrien der Hexerei verdächtigt und vom aufgehetzten Volk umgebraucht worden.
  • 1275: Als erste namentlich bekannte hingerichteten Hexe wird oft Angèle de la Barthe genannt, die 1275 in Toulouse verbrannt worden sein soll. Diese Geschichte gilt aber unter Historikern als frei erfundener Legende aus dem 15. Jahrhundert. Angeblich soll sich Angèle mit dem Teufel eingelassen und ein Ungeheuer geboren haben, halb Schlange, halb Wolf, das sich ausschließlich von Babies ernährte.
  • 1320: Papst Johannes XXII. setzt Zauberei der Häresie gleich, so dass die Inquisition nun für Hexenprozesse rechtmäßig zuständig ist.
  • 1224: In Irland kommt es zu einem der ersten offiziellen kirchlichen Hexenprozesse, die mit einer Hinrichtung enden. Er wurde von einem Bischof gegen Alice Kyteler geführte, die angeklagt wurde, ihren Mann durch Gift und Hexerei ermordet zu haben. Sie selbst entkam, aber ihre Magd und Komplizin Petronilla de Meath wurde als Hexe hingerichtet. Das war aber ein vereinzelter Fall, wie es in der Folge einige weitere gab.
  • um 1430: Es beginnt die eigentliche Zeit der Hexenverfolgungen, zuerst in der Schweiz und Frankreich; einer der ersten Aufsehen erregenden Prozesse ist derjenige, an dessen Ende 1431 Johanna, die hl. Jungfrau von Orleans (Jeanne d’Arc) in Frankreich als Hexe hingerichtet wurde (schon bald darauf wurde das Urteil als Justizirrtum anerkannt, und Johanna wurde 1920 sogar heiliggesprochen).
  • 1431–1449: Das (nur teilweise vom Papst anerkannte, am Ende selbst häretische) Konzil von Basel wird zu einem Treffpunkt, wo sich die sog. „Hexentheoretiker“ aus ganz Europa treffen und ihre Erfahrungen und Ideen austauschen.
  • 1484: Papst Innozenz VIII. erlässt die sog. „Hexenbulle“ Summis Desiderantes Affectibus, welche den Inquisitoren Kramer und Sprenger in Deutschland die Vollmacht erteilt, gegen Personen einzuschreiten, die Schadenszauber betreiben. Die Bulle enthält aber keine dogmatische Aussage darüber, ob solche Zauberei tatsächlich wirksam ist, sagt also nicht, dass es wirkliche Hexen gibt, und fordert für die angeblichen Hexen und Hexer auch nicht die Todesstrafe.
  • 1487: Der fanatische Hexenverfolger Heinrich Kramer mit dem Beinamen „Institoris“ verfasst den „Hexenhammer“, eine Privatarbeit über Hexen undHexenprozesse, den später viele Gerichte (aber nicht die Inquisition!) als Handbuch für die Verfolgung von Hexen verwendeten.
  • 1517: Die Reformation beginnt, und bald darauf beteiligen sich auch die Lutheraner und Reformierten eifrig an der Hexenverfolgung.
  • 1580 bis 1630: Diese fünfzig Jahre stellen den Höhepunkt der Verfolgung dar. An stärksten wütete sie im Jahrfünft 1626–1630.
  • 1631: Es erscheint die Cautio Criminalis des Jesuitenpaters Friedrich Spee, in der auf Unzulänglichkeiten der Prozesse hingewiesen wird, was das Ende der Prozesse einläutet.
  • 1647 verbietet Fürstbischof Schönborn von Mainz als einer der ersten Fürsten Europas in seinem Herrschaftsgebiet die Hexenprozesse.
  • 1756 fand in Landshut die vermutlich letzte Hexenhinrichtung in Deutschland statt. Von nun an finden nur noch sporadisch Prozesse und Hinrichtungen statt.
  • 1775 fand der letzte Prozess im Deutschen Reich statt, bei dem das Todesurteil gegen die geständige Hexe aber nicht mehr vollstreckt wurde.
  • 1782 wurde in Glarus / Schweiz von einem protestantischen Stadtrat eine Frau namens Anna Göldi als Hexe (allerdings nur unter der Bezeichnung „Giftmörderin“) verurteilt und hingerichtet. Manchmal gilt Anna Göldi als die letzte in einem offiziellen Prozess verurteilte Hexe Europas, zumindest war es der letzte gut bezeugte Hexenprozess. Es gab aber vereinzelt weitere Tötungen: Für 1793 wird die Hinrichtung einer Hexe in der Gegend um Posen an einem nicht näher bekannten Ort erwähnt; für 1799 wird eine Hinrichtung in Żaszków / Ukraine angegeben; 1811 wurde Barbara Zdunk, die sich magischer Fähigkeiten rühmte, in Rößel (Polen) verbrannt (aber es ist zweifelhaft, ob als Hexe). 1836 soll eine Hexe namens Krystyna Ceynowa von den Fischern der Halbinsel Hela (Polen) ertränkt worden sein (ohne legalen Prozess, durch eine Wasserprobe überführt; siehe Fußnote 78) usw.
  • 1944 fanden in England die letzten beiden Hexenprozesse Europas statt. Dabei wurde ein damals noch gültiges Anti-Hexereigesetz angewendet (der witch craft act von 1735, worin nicht reale Hexerei, sondern die Behauptung, Hexenkräfte zu besitzen, unter Strafe gestellt wird). Die Wahrsagerin Helen Duncan

Hexen und Hexern gestellt; beides hielt man für heidnisch, hatte in der Tat heidnische Wurzeln und wurde in der Tat vor und außerhalb des Christentums praktiziert.78 Bischof St. Augustinus († 430) hielt Hexerei/Zauberei für eine Illusion, er glaubt nicht an echter Schadenszauber. Auch die erste irische Synode unter St. Patrick Mitte des 5. Jh. (wohl zwischen 447 und 459) bestimmte in Kanon 16: „Ein Christ, der glaubt, dass es in der Welt so etwas wie einen Vampir, d.h. eine Hexe gibt, sei ausgeschlossen.“ Es heißt in can. 16 noch weiter: „Wer eine lebende Seele in dieser Sache beschuldigt“ (also eine Person beschuldigt, ein Vampir bzw. eine Hexe zu sein), „kann nicht in die Kirche aufgenommen werden“, ehe er dieses „Verbrechen“ (also diese Beschuldigung) „mit eigener Stimme“ (d.h. öffentlich bekennend) „zurücknimmt“.79 Ebenso erklärte 643 der Edictus Rothari, das Gesetzbuch der christianisierten Langobarden, dass „ein Christ nicht glauben darf, dass es Hexen gibt“. Und während bei den vorchristlichen Germanen die Verbrennung von Schadenszauberern üblich war, lehrte das von Karl dem Großen bestätigte kirchliche Konzil von Paderborn im Jahre 785: „Wer vom Teufel verblendet nach Weise der Heiden glaubt, es sei jemand eine Hexe und fresse Menschen, und diese Person deshalb verbrennt oder ihr Fleisch durch andere essen lässt, der soll mit dem Tode bestraft werden.“ Karl der Große verbot dementsprechend auch in seinen Gesetzbüchern (Capitulatio de partibus Saxoniae, 782) ausdrücklich den Glauben „nach Art der Heiden, dass ein Mann oder eine Frau eine Hexe sei“. Der Canon Episcopi aus dem Jahr 906, der 1140 in das Kirchenrecht Eingang fand, erklärte zudem nächtliche Flüge von Frauen als Einbildungen und Wahnvorstellungen. Papst Gregor VII. warnte im Jahre 1080 den König Harald von Dänemark in einem Brief vor der Verfolgung von Frauen, denen man die Schuld an „Unwettern, Stürmen und manchen Krankheiten“ gibt und die von den Heiden „mit Unmenschlichkeit nach einem barbarischen Brauch abgeurteilt werden“. Papst Alexander IV. erklärte schließlich noch im Jahre 1258, als die Inquisition bereits gegen die Katharer eingesetzt wurde: „Die Inquisitoren … dürfen sich nicht in Untersuchungen von Zukunftsdeutungen oder Hexerei einmischen, sofern ihnen nicht bekannt ist, dass sie mit offensichtlicher Häresie verbunden sind“.

Sie durften dies damals noch nicht, obgleich Theologen des 13. Jh., auch St. Thomas von Aquin (1225–1274), im Gegensatz zu St. Augustinus an die reale Möglichkeit von Magie mit Hilfe von Teufelsbündnissen zu glauben begannen. Eine neue Haltung ist auch 1320 dokumentiert, als Papst Johannes XXII. Zauberei/Hexerei der Häresie gleichsetzte und sich somit die Inquisition nun doch damit befassen konnte. Eine systematische Verfolgung begann damals aber immer noch nicht. Erst seit ca. 1430 kam es langsam häufiger zu Prozessen, und 1484 erschien die sog. „Hexenbulle“ von Papst Innozenz VIII., welcher dem Druck des (möglicherweise unter Wahnvorstellungen leidenden) dominikanischen „Hexentheoretikers“ und Inquisitors Heinrich Kramer,

aus Schottland, die auf übernatürlichem Wegen militärische Geheiminformationen erfahren und in einer Séance preisgegeben haben soll, wurde nach diesem Gesetz zu einer Haftstrafe verurteilt, und das Medium Jane Rebecca Yorke aus London zu einer Geldstrafe. Noch 1950 wurden Medien durch ds Gesetz be droht, erst 1951 setzte Winston Churchill es außer Kraft; nur in Nordirland blieb es bis heute gültig, ohne nochmals angewendet zu werden. Ebenso bleibt es in abgewandelter Form bis heute in Israel in Kraft (wo es von den Briten, die bis 1948 das Hl. Land verwaltet hatten, eingeführt worden war).

78 „Hexen“ im Sinne von Schadenszauberinnen und Schadenszauberern, die glaubten, ihre Macht durch Kontakt mit heidnischen Göttern (die später christlicherseits als böse Geister, Dämonen und Teufel bezeichnet wurden) erhalten zu haben, waren im vorchristlichen Heidentum weit verbreitet. Gegen Hexerei (Schadenszauber) gab es gewöhnlich die Todesstrafe: So schon bei den Babyloniern (Codex Hamurabi, ca. 18 Jh. v. Chr.), im Alten Testament (Ex 22,17) und im heidnischen römischen Reich (Tafel 8 des Zwölftafelgesetzes, 450 v. Chr.). Zur Ermittlung der Schuld für das Hexereidelikt (aber auch für andere Delikte) waren in Zweifelsfällen sog. Ordale („Gottesurteile“) üblich. Das älteste bekannte Ordal ist die sog. (Kalt-)Wasserprobe (auch Hexenbad genannt), die schon im summerischen Kodex von Ur-Nammu (ca. 2100 v. Chr.) erwähnt wird. Die verdächtige Person wurde gefesselt und an einem Seil ins Wasser gelassen: ging sie nicht unter, sagte man, dass das Wasser sie verschmähte und sah sie als schuldig an; ging sie aber unter, was sie unschuldig (und wurde sofort wieder aus de Wasser gezogen). Hier bedurfte es oft eines Tricks, um die Person schwimmen zu lassen, so dass sie als schuldig erschien. Bei der Feuerprobe wurde der Verdächtige dem Feuer oder großer Hitze ausgesetzt (z.B. musste er ein glühendes Eisen tragen, über glühende Pflugscharen laufen oder die Hand ins Feuer strecken); er wurde als unschuldig angesehen, wenn er sich dabei nicht verletzte oder die Wunde wenigstens innerhalb kurzer Zeit (etwa: innerhalb von drei Tagen) heilte. Ähnlich war es bei der Heißwasserprobe, bei der ein Ring oder Stein aus einem Behälter mit kochend heißem Wasser geholt werden musste. Als Ordale bei Streitigkeiten zwischen Personen kann man auch Duelle betrachten (der Schuldige stirbt); auch im Alten Testament wird ein Ordal angeordnet (das Trinken von mit Staub vom Tempelfußboden verunreinigtem Wasser zur Überführung einer Ehebrecherin in Num 5,11–29, der das Getränk im Fall ihrer Schuld schaden soll – Spezialfall eines sog. Giftordals). Speziell für die Hexerei erdachte man sich weitere Proben: Bei der Wiegenprobe wurde die verdächtigte Person gewogen. War sie leichter als ihr geschätztes Normalgewicht, war sie schuldig (Hexen hatten ihre Seele verloren und waren somit leichter). Bei der Nadelprobe für Hexerei wurde der Körper auf Muttermale hin untersucht, die schmerzunempfindlich waren (diese galten als „Hexenmale“ und Kennzeichen für Hexen); bei der Tränenprobe forderte man die verdächtige Person auf, zu weinen (konnte sie es nicht, war sie schuldig: denn Hexen konnten angeblich nicht weinen). Im Frühmittelalter waren Ordale auch im Christentum angewendet worden, verbunden mit der Bitte an Gott, die Wahrheit zu offenbaren – gebilligt wurden sie z.B. von den Regionalsynoden von Mainz (847), Seligenstadt (1023) und Reims (1119) – bis das 4. Laterankonzil 1215 sich in Kanon 18 gegen Gottesurteile wendete, indem es konkret die Teilnahme der Geistlichen an Heißwasserprobe, Kaltwasserprobe und dem Ordal des glühenden Eisens untersagte und an die schon bestehenden Duellverbote erinnerte (zum kulturellen Hintergrund, der die anfängliche Billigung der Ordale und ihre spätere Abschaffung verständlich macht, siehe oben S. 15). Übrigens waren bereits im Jahre 887/8 Ordale durch Papst Stephan V. in einem anscheinend wenig beachteten Brief an den Erzbischof Ludbert von Mainz (DH 670) verworfen worden. In diesem bemerkenswerten Papstbrief hieß es: „Denn dass mit Hilfe der Prüfung des glühenden Eisens oder des siedenden Wassers von irgend jemand ein Geständnis herausgefoltert wird, billigen die heiligen Kanones nicht; und was durch die Lehre der heiligen Väter nicht festgelegt wurde, soll man sich nicht durch eine abergläubische Erfindung herausnehmen. Durch freiwilliges Bekenntnis oder den Nachweis von Zeugen bekannt gewordene Vergehen wurden nämlich … unserer Leitung zur Aburteilung anvertraut; Verborgenes aber und Unbekanntes ist dem Urteil dessen zu überlassen, ‚der allein die Herzen der Menschenkinder kennt’“. Der Hexenhammer von 1487 (Teil 3, Frage 17) diskutierte erneut ausführlich die Feuerprobe und lehnte sie am Ende ab, da Dämonen die Ergebnisse verfälschen könnten, doch erkannte er das Nichtweinenkönnen als Anzeichen der Hexerei an (Frage 15). Wenn nun Hesemann (Dun1kelmänner, Augsburg 2. Aufl. 2008, S. 180) pauschal von den „von Kramer empfohlenen ‚Hexenproben’“ redet, ist das also zumindest ungenau. Auch der Trierer Weihbischof Peter Binsfeld, ein leidenschaftlicher Hexentheoretiker, lehnte in seinem Hexentraktat (1589) die Wasserprobe als Versuchung Gottes ab; er glaubte, dass sie eine Erfindung des Pöbels und „vom Teufel geschmiedet“ worden sei. Richtig ist, dass trotz des kirchlichen Ordal-Verbots die Ordale von manchen Gerichten auch später noch angewendet wurden, auch in weltlichen oder von Protestanten betriebenen Prozessen. So wurde die Wasserprobe anscheinend sogar als Hauptbeweismittel in den berühmten Osnabrücker Hexenprozessen 1636 und 1639 eingesetzt, die von dem protestantischen Bürgermeister Wilhelm Peltzer betrieben wurden (über 40 Frauen wurden angeklagt und fast alle wurden für schuldig befunden und hingerichtet). Nicht nur bei den Heiden, auch im vorchristlichen Judentum und im Alten Testament findet man Spuren einer Hexenverfolgung und Gesetzgebung gegen Hexerei/Zauberei. So wird im Jerusalemer Talmud (Sanhedrin 6,6; vgl. Talmud Bavli, Mischna Sanhedrin 45b) berichtet, dass der Vorsitzende des jüdischen Hohen Rates, Schimon ben Schetach (um 120–40 v. Chr.) achtzig Hexen in einer Höhle bei Askalon kreuzigen bzw. aufhängen ließ. Für das Alte Testament vgl. in ersten Linie das Gesetz Ex 20,17: „Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen“, das Zaubereiverbot Lev 19,26 und die Geschichte von der Hexe von Endor (1 Sam 28,3–15, besonders Verse 4 und 9, wo wir erfahren, dass Samuel die „Totenbeschwörer und Wahrsager aus dem Land entfernt hatte“). Zur Zauberei gibt es auch neutestamentlichen Stellen (siehe Fußnote 82).  Die Beschlüsse der Synode sind aus einem um 875 geschriebenen Manuskript bekannt.

der sich auf Lateinisch „Institoris“ nannte, nachgab: Papst Innozenz VIII. wies in diesem Dokument auf das Auftreten von Schadenszauber in Deutschland hin und gab den beiden Inquisitoren Heinrich Kramer („Institoris“) und Jakob Sprenger die

Vollmacht zur Zurechtweisung, Inhaftierung und Bestrafung verdächtiger Personen in Deutschland. Allerdings enthält diese Bulle weder eine verbindliche dogmatische Feststellung darüber, dass es echte Hexerei gibt, noch wurde darin die Todesstrafe für Hexerei gefordert. Kramer gab dann 1487 den „Hexenhammer“ (Malleus Malleficarum) heraus, ein Buch, in dem er detaillierte Angaben über Hexerei und Vorschläge für die Verfolgung und Bestrafung der Hexen durch den Feuertod machte, die in der Folgezeit von manchen (katholischen, protestantischen und auch rein weltlichen) Gerichten befolgt wurden; dieses frauenfeindliche und eine rücksichtslose Verfolgung propagierende Werk war aber niemals ein offizielles Dokument der Kirche, sondern eine Privatarbeit von Kramer, in welcher dieser allerdings den Eindruck zu erwecken suchte, es sei mit Unterstützung des Papstes, des Kaisers und der theologischen Fakultät Köln herausgegeben, und es sei außerdem von dem hochangesehenen Dominikaner Jakob Sprenger mitverfasst worden, der aber damit nichts zu tun hatte, wie man erst heute weiß. Als Kramer 1485/86 in Innsbruck (damals Bistum Brixen) eine Verfolgung im großen Still anzetteln wollte, verwies ihn Bischof Georg Golser aus dem Bistum und erklärte dazu in einem Brief an einen Freund, Kramer sei „in seinem Alter ganz kindisch geworden“, er scheine „verrückt“ zu sein und wolle „in Frauensachen handeln“, sprich die 70 Frauen umbringen, die Kramer bereits gefangen gesetzt hatte, die der Bischof aber alsdann frei lies. Anderswo hatte Kramer leider mehr „Erfolg“ und konnte sich 1491 rühmen, 200 Hexen „gerichtet“ zu haben. Das negative Bild, was man lange Zeit von der hexenverfolgenden Kirche hatte, scheint unter anderem dadurch zustande gekommen zu sein, dass man den Außenseiter Heinrich Kramer, dessen Gesinnung aus dem Hexenhammer bekannt war, als charakteristischen Inquisitor und Geistlichen der damaligen Zeit angesehen hat. Die Opferzahl der Hexenverfolgungen hatte man früher durch haltlose Spekulation auf bis zu 9 bis 10 Millionen oder gar 13 Millionen geschätzt. Nach dem heutigen Konsens der Forschung liegt die Gesamtzahl zwischen ca. 30.000 und maximal ca.

60.000, wobei der wahrscheinlichste Wert ca. 40.000 sein dürfte (vgl. hierzu den im Literaturverzeichnis genannten ausgezeichneten Artikel des Historikers Wolfgang Behringer). Etwa 25.000 davon wurden in Deutschland hingerichtet, wo weit mehr Hexenprozesse stattfanden als in jedem anderen Land. Dass fast alle Opfer Frauen (und besonders viele von ihnen von ihnen Hebammen und Heilerinnen) waren, ist ein weiteres Vorurteil. Richtig ist, dass der Anteil der Frauen bei ca. 75 bis 80 Prozent lag; immerhin waren also 20 bis 25 Prozent Männer, darunter übrigens ein überdurchschnittlich hoher Anteil von Klerikern; in manchen Gebieten (etwa Estland, Finnland und Island) aber waren die Männer sogar in der Mehrheit (Island: 90 Prozent). Unter den weiblichen Opfern hatten die Hebammen und Heilerinnen keinen höheren Anteil als andere Frauen. Ein weiteres früher verbreitetes Fehlurteil war schließlich, dass es in erster Linie die Kirchen waren, und unter ihnen besonders die katholische mit ihrer Inquisition, welche die Verfolgungen forderten und voranbrachten. Dagegen ist erstens zu sagen, dass in protestantischen Gebieten mindestens ebenso viele (eher noch etwas mehr) Hexen hingerichtet wurden wie in katholischen. Das lag letztlich darin, dass die Reformatoren (namentlich auch Luther und Calvin) eifrige Befürworter der Hexenverfolgung waren, während die katholische Inquisition in der Regel viel vorsichtiger war. In rein katholischen Gebieten wie Irland, Spanien und Italien (namentlich im Kirchenstaat) waren nur sehr wenige Opfer zu beklagen; die allermeisten Prozesse und Hinrichtungen fanden in gemischt-konfessionellen Gebieten statt (vor allem in Deutschland, der Schweiz und Ostfrankreich) 83 und auch im rein protestantischen Amerika gab es einige Verfolgungen (die berühmteste 1692/93 in Salem/Massachusetts). Zweitens wurde die Mehrheit der Prozesse ganz ohne kirchliche Mitwirkung allein von den weltlichen Gerichten durchgeführt, oft genug sogar gegen den Protest kirchlicher Stellen. Wie Rodney Stark festgestellt, erfolgten die meisten Todesurteile in Gebieten, in denen weder die kirchliche noch die staatliche Zentralgewalt großen Einfluss hatte;85 die allermeisten Hinrichtungen geschahen auf Betreiben des Volkes und unabhängig agierender lokaler weltlicher Behörden. Bemerkenswert ist noch, dass unter den Befürwortern der Verfolgung neben katholischen und evangelische Christen auch Vertreter der Frühaufklärung waren, welche jede Offenbarungsreligion verwarfen. Ein berühmtes Beispiel hierfür ist der agnostische Staatsphilosoph Thomas Hobbes († 1679), welcher in seinem Hauptwerk Leviathan (Teil 1, Kap. 2) erklärte, „dass die Hexen zu Recht bestraft werden“. Auch wenn es für ihn wahre Hexerei nicht gab, wollte er den Versuch des Schadenszaubers bestraft wissen; offenbar erhoffte er sich davon, dass die Strafe bzw. Strafandrohung den Aberglauben zurückdrängen und somit geradezu zur Aufklärung beitragen würde.86 Ein lehrreicher Operzahlen-Vergleich zur Einordnung der Zahl von 40.000 Hexen-Hinrichtungen sind die kurz nach dem Ende der Hexenverfolgung hingerichteten 40.000 Opfer der französischen Revolution im sog. Jahr der revolutionären „Schreckensherrschaft“ von Juni 1793 bis Juli 1794. Man kann demnach sagen: Im Rahmen der Hexenverfolgung sind in ca. 330 Jahren in ganz Europa wahrscheinlich in etwa ebenso viele Menschen (40.000) hingerichtet worden, wie kurz darauf in der französischen Revolution in einem einzigen Jahr (nämlich allein in Frankreich zu Tode gebracht wurden, und zwar im Namen der Aufklärung und der sich vom Christentum lossagenden Vernunft.

Zu betonen ist, dass die katholische Inquisition nur für einen minimalen Bruchteil der 40.000 Opfer verantwortlich ist. Zunächst gab es ja mehr Prozesse im protestantischen als im katholischen Raum, für den demnach unter 20.000 Opfer verbleiben, und da für die Mehrzahl der Hinrichtungen weltliche Behörden verantwortlich waren, die ohne und teilweise gegen den Einspruch die Inquisition arbeiteten, ist der Anteil derer, für welche die Inquisition die Verantwortung zu übernehmen hat, noch weiter zu reduzieren. Fakt scheint zu sein, dass die Inquisition nur in ca. 1000 Fällen an den Prozessen beteiligt war, die mit der Hinrichtung endeten.88 Allerdings gab es neben regulären Inquisitionsprozessen auch Prozesse katholischer Fürstbischöfe ohne Inquisitionsbeteiligung, die man zum katholischen „Schuldkonto“ natürlich noch hinzurechnen muss. Wichtiger als die ganz genaue Ermittlung der Opferzahlen ist die Frage nach den Ursachen des sog. Hexenwahns. Darüber ist viel spekuliert worden. Förderten skrupellose Machthaber in Kirche und Staat den Hexenglauben und die Verfolgung, um das verängstigte Volk leichter unterdrücken zu können oder um es im Kampf gegen die Gefahr zu einigen oder auch einfach, um sich den Besitz der Opfer anzueignen (der ja konfisziert wurde)? War alles ein kaltblütig ersonnener Plan der Herrschenden zur Vernichtung des Verhütungswissen der Hebammen und Heilerinnen („weisen Frauen“), um die Bevölkerung nicht schrumpfen zu lassen? Führte die angebliche Frauenfeindlichkeit des zölibatären katholischen Klerus zu den Verfolgungen? Diese alten Thesen haben ihre Plausibilität weitgehend verloren, seit man weiß, dass weder die katholische Kirche noch die staatlichen

Zentralbehörden, sondern eher lokale weltliche Herrscher die Hauptagitatoren der Verfolgung waren, und dass Frauen sowie Heilerinnen nicht die ausschließlichen Opfer waren. Überhaupt scheinen alle Erklärungsversuche zu kurz zu greifen, die hinter den Vorgängen eine rational geplante Aktion zu sehen, von wem auch immer, und zu welchem Zweck auch immer. Wir haben es anscheinend mit einem von niemandem gesteuerten Wahn zu tun, der als Begleiterscheidung einer allgemeinen Unter-

die geständige Frau hingerichtet wurde, doch die vielen Männer und Frauen, die von ihr teils schwer belastet wurden, blieben unbehelligt; Clemens VII. (1523–1534) ließ kurzerhand die Protokolle der Verhöre verbrennen.“ (Hesemann, S. 185) Im Fall einer Hexenjagd in Bitonto, Italien, ordnete Papst Clemens VIII. (1592–1605) eine Untersuchung durch die römische Inquisition an. Alle Beschuldigten wurden nach Rom gebracht, wo der Papst persönlich die

Untersuchungen beaufsichtigte. Sie endete damit, dass man die Frauen frei ließ; der Bischof dagegen, der ihre Folgerung angeordnet hatte, wurde aus seinem

Amt entfernt, und gegen ihre Mitbürgerinnen, die sie angezeigt hatten, wurde ein Verfahren wegen Meineids, Aberglaube und übler Nachrede eröffnet. Gregor XV legte 1623 fest, dass die Auslieferung einer Hexe an den weltlichen Arm (und damit ihre Hinrichtung) nur legitim sei, wenn der oder die Beschuldigte erwiesenermaßen „eine oder mehrere Personen durch Zauberkünste derart beschädigt hat, dass dadurch der Tod eingetreten ist“. Diese Entscheidung sorgte dafür, „dass fortan im Einflussbereich der Römischen Inquisition keine einzige Hexe mehr verurteilt wurde, da es für jeden Todesfall nach Konsultation der Ärzte eine medizinische Erklärung gab“ (Hesemann, S. 187). Etwa zeitgleich wurde um 1620 eine Instruktion der römischen Inquisition verfasst, welche die später (1631) von Friedrich Spee erhobenen Forderungen zur „Vorsicht bei Hexenprozessen“ (cautio criminalis) bereits weitgehend erfüllte. Z.B. forderte Spee, man solle man den vielen Beschuldigungen („Besagungen“), welche Angeklagte gegen andere Personen erhoben, nicht mehr nachgehen. Genau das verfügte die römische Instruktion: Wenn Frauen „die Teilnahme an den Hexentänzen bekennen und Teilnehmer an solchen Hexentänzen benennen, dann soll keineswegs gegen solche Teilnehmer prozessiert werden.“ Als der päpstliche Nuntius 1654 erfuhr, dass die weltliche Obrigkeit in der Schweiz fünfzehn Jungen und Mädchen im Alter zwischen 8 und 12 Jahren in Graubünden als angebliche Hexen zum Tode verurteilen wollte, schritt Papst Innozenz X. ein, indem er die Kinder durch seinen Nuntius nach Mailand in Sicherheit bringen lies, wo zunächst der Inquisitor für sie sorgen sollte. Papst Alexander VII., Innozenz’ Nachfolger, sorgte dafür, dass sie bei „rechtschaffene Männer und ehrbare Frauen“ in Mailand untergebracht wurden, wo sie ihren Lebensunterhalt verdienen konnten. In einem ähnlichen Fall, als 1711 vier Mädchen im Alter zwischen 10 und 14 Jahren in Savognin bei Chur als Hexen vor dem weltlichen Gericht standen, versuchte der Ortspfarrer, sie zu retten und kontaktierte den Inquisitor in Como, der sofort bereit war, sie aufzunehmen. Doch die eidgenössischen Beamten weigerten sich, sie zu überstellen. Die älteren Mädchen wurden hingerichtet; die beiden jüngeren von ihren eigenen Eltern, die dem Hexenwahn verfallen waren, vergiftet.

  • Stark, S. 251–255.
  • Dieses Ziel verfolgte auch das letzte Anti-Hexereigesetz Großbritanniens, der sog. witchcraft act 1735; siehe Fußnote 77.
  • Nach Archivunterlagen wurden in dieser Zeit 16.594 Todesurteile durch die Guillotine vollstreckt; dabei sind die Opfer, die ohne Prozess getötet wurdenoder in Gefangenschaft starben, nicht mitgerechnet – so wird die Gesamtzahl von einigen auf um die 40.000 geschätzt, von anderen auf nur ca. 25.000. 88 Wie oben festgestellt, liegt die Gesamtzahl aller von der Inquisition zur Hinrichtung ausgelieferter Personen wahrscheinlich bei ca. 6000; davon dürften etwa 1000 Personen französische Katharer und knapp 1000 Hexen und Hexer gewesen sein; die übrigen etwa 4000 Personen verteilen sich dann auf Katharer außerhalb Frankreiches und auf Mitglieder diverser anderer Sekten (siehe S. 8). – Zur Zahl der ca. 1000 Hexen-Hinrichtungen: Rainer Decker kommt in der Studie „Die Päpste und die Hexen“ (2003) auf S. 157 zu dem Ergebnis, dass „deutlich unter 1000 Menschen“ unter Mitwirkung der päpstlichen und bischöflichen mittelalterlichen Inquisition wegen Hexerei hingerichtet wurden (davon allein 200 durch den berüchtigten Heinrich Kramer, genannt Institoris). Decker fährt fort: „Wiederum erheblich niedriger ist der Wert für die neuzeitliche, d.h. die 1542 gegründete römische Inquisition. Massenverfolgungen hat sie ebenso wenig durchgeführt wie ihre spanischen und portugiesischen Schwestern. Die Zahl der Hinrichtungen liegt bei unter 100.“ Die spanische neuzeitliche Inquisition ist für 58 Opfer verantwortlich; in Portugal wurden insgesamt 7 Hexen hingerichtet, davon nur eine einzige unter Beteiligung der dortigen Inquisition (vgl. Stark, S. 261). Zählt man die von Decker genannten „deutlich unter 1000“ mittelalterlichen und die „unter 100“ neuzeitlichen Opfer zusammen, und ergänzt noch die 58 spanischen und das eine portugiesische Opfer, kommt man offenbar auf eine Zahl von ca. 1000 Hexen-Hinrichtungen. Wenn bei diesen Prozessen tatsächlich die strengen Maßgaben des kirchlichen Inquisitionsprozesses eingehalten wurden (was nicht immer der Fall war und zumindest bei den 200 von Kramer gerichteten Frauen sehr fraglich ist), so ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Verurteilten in dem Sinne schuldig waren, dass sie in der Tat versucht haben, Schadenszauber zu verüben. Doch besteht die einhellige Überzeugung der Experten, dass der Anteil der in diesem Sinne „Schuldigen“ an der Gesamtopferzahl sehr gering war: Bei den allermeisten der ca. 40.000 Opfer Hingerichteten handelte es sich um völlig unschuldige Menschen.

gangsstimmung auftrat, die durch verschiedene Katastrophen im Spätmittelalter und der frühen Neuzeit hervorgerufen wurde: Man denke an die großen europäische Pest 1347–1353, der vermutlich 25 Millionen Menschen zum Opfer gefallen waren (fast ein Drittel der Bevölkerung Europas!) und an die von da an bis 1771 regelmäßig ständig wiederkehrenden lokalen Pestepidemien; aber auch an den Zerfall der Einheit Europas durch die Glaubensspaltung 1517 bis hin zum Dreißigjährigen Krieg (1618–1648), der von Hunger, Pest und der sog. „kleinen Eiszeit“ begleitet wurde. In diesen Schreckenszeiten scheinen Hexenfurcht, psychische Krankheiten (die damals nicht als solche erkannt wurden) und zugleich die Zuflucht zu magischen Praktiken stark zugenommen haben, deren Aufdeckung wiederum die Hexenfurcht als begründet erscheinen ließ.

Schon vor den kirchenkritischen Aufklärern (unter denen es, wie wir sahen, sogar Befürworter der Verfolgung gab), waren es besonnene Geistliche wie die Jesuiten Adam Tanner (1572–1632) und Friedrich Spee (1591–1635), welche durch ihre Kritik an den Prozessen das Ende der Hexenverfolgungen einläuteten. Dass Tanner und Spee nicht an der Existenz von Hexen zweifelten, macht ihre Kritik an den Prozessen vom sittlichen Standpunkt aus nur umso anerkennenswerter. Man wird C.S. Lewis beipflichten müssen, der in Pardon ich bin Christ (Basel 1977) sagt: „Wenn wir heute keine Hexen mehr verbrennen, dann doch einfach deshalb, weil wir nicht mehr an Hexen glauben … Es mag ein großer Fortschritt sein, nicht mehr an Hexen zu glauben. Ein sittlicher Fortschritt – wenn man sie nicht hinrichtet, weil man nicht mehr an sie glaubt – ist es nicht“ (S. 27). Wo nämlich Hexenglaube auch heute noch verbreitet ist (wie mancherorts in Afrika, Südostasien und Lateinamerika in einem meist nicht-christlichen Kontext) gibt es auch heute noch Hexenverfolgungen, denen von 1960 bis heute anscheinend bereits ebenso viele Menschen zum Opfer gefallen sind als während der gesamten europäischen Verfolgungsperiode.

3. Kreuzzüge und andere Kriege

3.1. Überblick über die Kreuzzüge

Idee und Verwirklichung: Die von Päpsten ausgerufenen klassischen Kreuzzüge waren als Verteidigungskriege gegen die islamischen Eroberer zur Verteidigung der Christen in der Levante (d.h. in den Ländern um das Mittelmeer östlich von Italien) und zum Schutz der Jerusalem-Pilger gedacht und unterscheiden sich daher grundsätzlich in ihren Intentionen von den Kriegen der muslimischen Kalifen91 zur Glaubensausbreitung; nach dem Urteil des Orientalisten Bernard Lewis waren die (klassischen) Kreuzzüge: „eine … sehr begrenzte und schließlich erfolglose Antwort auf den Dschihad.“92 Vom Konzept her ist aber eine militärische Intervention zur Verteidigung gegen Angreifer weder moraltheologisch noch biblisch anstößig93 und widerspricht auch nicht dem heute akzeptierten Völkerrecht. Eine unzulässige Vermengung von Religion und Politik wäre es dennoch gewesen, wenn Päpste diese Kriege unmittelbar geleitet oder wenn sie die einzelnen Gläubigen im strikten Sinne verpflichtet hätten, sich an den Kreuzzügen zu beteiligen. Aber dies war nicht der Fall: Die Kreuzzugsaufrufe der Päpste hatten nicht den Charakter einer Verpflichtung, sondern den einer dringenden Bitte an die Fürsten und einzelnen Christen, sich freiwillig dafür zu entscheiden (bzw. durch ein feierliches Versprechen sich selbst zu verpflichten), „das Kreuz zu nehmen“, d.h. in den Anliegen der Ostchristen und des hl. Landes militärische Hilfe zu leisten. Dabei leitete Papst Urban II., der erstmals zum Kreuzzug aufrief, nur die bei ihm selbst zuvor eingegangene Bitte des um Hilfe rufenden byzantinischen Kaisers weiter. Obwohl sie also vom Konzept her demnach nicht zu beanstanden sind, waren die Kreuzzüge dennoch in der praktischen Ausführung vielfach beklagenswert: Zu Ausscheitungen der Kreuzritter kamen Pogrome94 fanatisierter Laien gegen die Juden und schwärmerische Bewegungen wie der Kinderkreuzzug, gegen welche die zur Vernunft mahnende Stimme von Päpsten und Theologen wenig ausrichten konnten. Schließlich sind die fatalen Umstände zu beklagen, welche den vierten Kreuzzug vom Weg ins Heilige Land abhielten und mit der Eroberung Konstantinopels enden ließen.

Geistliche Dimension: Geistlich wurde die Teilnahme am Kreuzzüge als frommes Werk und Bußübung verstanden, als „bewaffnete Pilgerfahrt“, als deren geistlichen Lohn die Kirche (wie auch zuvor schon bei gewöhnlichen Pilgerfahrten) einen sog. Ablass (d.h. einen Nachlass von Sündenstrafen für bereits bereute und gebeichtete Sünden) in Aussicht stellte, und zwar einen „vollkommenen“ Ablass, so dass sterbende Kreuzfahrer, die ihre Sünden bereut und gebeichtet hatten, die Aussicht auf sofortigen Eintritt in den Himmel hatten. Auch auf islamischer Seite waren die Kämpfer überzeugt, dass der Tod sie direkt ins Paradies führen würde. Manche christlichen Kreuzzugsteilnehmer verpflichteten sich selbst durch Gelübde zur Teilnahme an einem Kreuzzug mit bestimmtem Ziel oder auf bestimmte Zeit, und ließen sich zum äußeren Zeichen dafür ein Kreuz auf die

90 Im engsten Sinn versteht man unter den Kreuzzügen die mit dem Ziel der Zurückdrängung des islamischen Einflusses in der Levante vom Papst unterstützten Feldzüge christlicher Heere zwischen 1096 und 1291; das waren die „klassischen“ Kreuzzüge.

Im weiteren Sinn versteht man darunter auch weitere päpstlich unterstützte kriegerische Auseinandersetzungen seit 1096, die entweder direkt als „Kreuzzüge“ deklariert oder mit denselben Ablässen wie diese ausgestattet wurden. Einige von ihnen waren gegen Muslime in und außerhalb der Levante gerichtet, etwa Maurenkreuzzug 1147–1149 und andere zur Reconquista (d.h. zur Rückeroberung Spaniens und Portugals aus islamischer Hand) gehörenden Kreuzzüge bis

1492 gegen die muslimischen Mauren auf der iberischen Halbinsel und andere (in diesem Kapitel noch zu besprechende) Kriegszüge gegen den islamischen Vormarsch in Europa bis 1717. Dazu kommen zweitens Kreuzzüge gegen heidnische Völker am Rande Europas, beginnend mit dem Wendenkreuzzug 1147

(siehe hierzu Kap. 3.5). Drittens gab es Kreuzzüge gegen militante oder als gefährlich eingestufte christliche Häretiker (Irrlehrer), beginnend mit dem

Albigenserkreuzzug 1209–1229 gegen die Katharersekte in Frankreich (siehe Fußnote 132); dazu gehören auch der auf falschen Häresievorwürfen beruhende Stedinger Kreuzzug 1233/4, die Hussitenkreuzzüge 1420–1434 und schließlich der erfolglose sog. Armada-Kreuzzug 1588 der Spanischen Armada-Flotte gegen die katholikenverfolgende Königin Elisabeth I. von England (Tochter Heinrichs VIII.), welches das letzte offiziell und ausdrücklich von einem Papst (Sixtus V.) als „Kreuzzug“ ausgerufene Unternehmen war. Zum Problem der angeblichen Kreuzzügen gegen orthodoxe Christen siehe Kap. 3.3, Fußnote 110 und den Exkurs in Kap. 3.5. Viertens gab es noch die sog. „politische“ Kreuzzüge gegen innerkatholische bewaffnete Papstgegner (die zuvor exkommuniziert wurden) und manchmal als Kreuzzüge gegen sog. Schismatiker (den regierenden Papst nicht anerkennende, aber keine Irrlehre vertretende Christen) gelten. Das erste Beispiel scheint der von Innozenz III. 1198 gepredigte Kreuzzug gegen Markward von Annweiler zu sein, der den Thron Siziliens beanspruchte und plündernd durch Italien zog. Weitere Beispiele sind der von Papst Martin IV. initiierte Kreuzzug gegen Aragon 1284/85 (und der von ihm 1282 geplante Kreuzzug gegen Konstantinopel, zu dem es nicht kam, siehe Fußnote 146), und der Kreuzzug gegen Venedig 1309, zu dem Papst Clemens V. aufrief; auch gegen Ferrara (1321), Mantua (1324) und die römische Besatzung Ludwigs des Bayern (1328) sowie zur Restauration des Kirchenstaates (1350–1360) wurden Kreuzzüge ausgerufen. Der sel. Papst Urban V. rief zudem 1363 zu einem Kreuzzug gegen Bernabò Visconti und seinen Verwandten in ganz Italien auf, die der Papst als „Räuber kirchlichen Besitzes“ ansah, schloss mit diesen aber 1364 wieder Frieden. Gregor IX. soll 1239 und Innozenz IV. abermals um 1246 sogar einen Kreuzzug gegen den abgesetzten und exkommunizierten Kaiser Friedrich II ausgerufen haben, der aber nicht zur Ausführung kam; Urban IV. rief 1265 mit Erfolg zum Kreuzzug gegen Friedrichs Sohn Manfred von Sizilien auf, den die Franzosen 1266 besiegten. Urban VI. bewegte die Engländer zu einem Kreuzzug gegen die Anhänger des Gegenpapst Clemens VII. in Flandern, welchen 1382 Bischof Henry Despenser von Norwich durchführte (auch Kreuzzug Heinrichs von Norwich heißt).

Im noch weiteren Sinn wird der Begriff „Kreuzzug“ auch für alle möglichen nicht von Päpsten ausdrücklich unterstützten Kämpfe verwendet, in die gleichwohl Christen verwickelt sind, sei es mit oder ohne Unterstützung durch untergeordnete kirchliche Autoritäten (wie z.B. Bischöfe); so wurde etwa der Kampf General Francos 1936–1939 gegen die kirchenfeindliche Linke im spanischen Bürgerkrieg (auch von spanischen Bischöfen) als Kreuzzug bezeichnet; im Zweiten Weltkrieg sprachen bekanntlich Heerführer von einem „Kreuzzug“ gegen den Bolschewismus/Kommunismus und erst jüngst rief der amerikanische Präsident George W. Bush nach den Anschlägen vom 11. September 2001 zum „Kreuzzug“ gegen den Terror auf.

  • Die Anhänger der vom Propheten Muhammad oder Mohammed (ca. 570 – 632) gegründeten Religion des Islam (arab: Unterwerfung) heißen Muslime. Die Begriffe islamisch, muslimisch und mohammedanisch (letzterer ist verhaltet) meinen also alle dasselbe, nämlich zu dieser Religion gehörig. Zum Kalifen als Oberhaupt dieser Religion siehe Fußnote 105.
  • Lewis, Bernard, Die Wut der arabischen Welt, Frankfurt & New York, 2003, S. 71. – „Dschihad“ bedeutet „Anstrengung“ (für Gott); es gibt nachmuslimischer Anschauung einen nicht-militärischen Dschihad (einen Kampf um Glaubensausbreitung mit friedlichen Mitteln), aber auch den im frühen Islam im Vordergrund stehenden militärischen Dschihad, den „heiligen Krieg“ zur Glaubensausbreitung. Dass demgegenüber Kreuzzüge als Verteidigungskriege angesehen wurden, zeigen die beiden Zitate aus dem mittelalterlichen Kirchenrecht und einem Kommentator (siehe unten S. 32).
  • hierzu Kapitel 4.
  • Der Begriff „Pogrom“ stammt aus dem Russischen und bedeutet „Krawall“; man verwendet ihn für Ausschreitungen gegen gesellschaftlich geächteteGruppen. Erstmals kam er um 1880 auf und wurde im Zusammenhang von Ausschreitungen gegen russische Juden verwendet.

Kleidung nähen. Im Zuge einer neuen Frömmigkeit wurden neue von St. Bernhard von Clairvaux († 1153) geförderte Orden errichtet, sog. geistlichen Ritterorden, die Gebet, Caritas und gerechten Kampf (also die Ideale des Mönchtums und des Adels) vereinigen sollten. Die wichtigsten dieser Orden waren die Johanniter (Malteser),95 Templer96 und der Deutsche Orden.97

Innerchristliche Kritik: Nicht alle katholischen Christen teilten damals die Begeisterung. Nicht nur gegen die Ausschreitungen, sondern auch gegen die Kreuzzugsidee überhaupt gab es eine beträchtliche , über die frei diskutiert werden konnte. Dem Kreuzzugsaufruf „Gott will es“ (Deus vult) widersprachen bedeutende Theologen und Kirchenrechtler und stellten ihm das Urteil „Gott will es nicht“ (Deus non vult) entgegen.

Diese päpstlich zugelassene Kritik zeigt, dass die Kreuzzugs-Aufrufe der Päpste nicht den Charakter eines „Befehls, in der Kampf zu ziehen“ hatten, dem man Gehorsam zu leisten hatte, sondern lediglich dringliche Bitten waren. Es fällt auf, dass es auf islamischer Seite kein Äquivalent zum christlichen „Deus non vult“ gibt; hier war man allgemein überzeugt, für Allah zu streiten; die Kalifen waren zugleich politische Führer der muslimischen Weltgemeinschaft und ordneten als solche manchmal Expansionsfeldzüge an, die sie teilweise auch persönlich anführten.

Die Grunddaten der Kreuzzugsgeschichte im engeren Sinn sind folgende:

63 v. Chr.:   Jerusalem wird römisch

313 n. Chr.: Jerusalem wird christlich (Konstantin verkündigt Religionsfreiheit)

395 n. Chr.: Jerusalem wird ostchristlich-byzantinisch (Reichsteilung)

637 n. Chr.: Jerusalem wird durch die Truppen des zweiten Kalifen Omar belagert, ergibt sich, und gerät unter islamische Herrschaft.

711 n. Chr.: 7000 Berber unter Tarik ibn Ziyad dringen nach Spanien (arab. al-Andalus) ein und erobern das Gebiet für den 10. Kalifen al-Walid.

732 n. Chr.: Islamische Umayyaden dringen von Spanien nach Frankreich vor, werden aber von Karl Martell in der Schlacht von Poitiers gestoppt.

In Spanien endete die Herrschaft der islamische Mauren 1492 (als Kolumbus Amerika entdeckte) nach der Schlacht von Granada.

1000:    Unter dem Fatimiden-Kalif al-Hakim ändert sich die relativ tolerante Haltung islamischer Machthaber gegenüber den Christen (siehe unten).

1009:       Zerstörung der Jerusalemer Grabeskirche durch den schiitischen Kalifen al-Hakim;

1010: Die Nachricht davon trifft in Italien ein; als Reaktion ruft der damalige Papst Sergius IV. erfolglos zu einem Kriegszug ins Hl. Land auf. 1071:            Schlacht von Manzikert, danach Eroberung Anatoliens, Syriens und Antiochiens durch die türkischen Seldschuken unter Sultan Alp Arslan.

1074:     erfolgloser Aufruf von Papst St. Gregor VII „an alle jenseits der Alpen“, den Ostchristen militärisch zu Hilfe zu kommen.

1087:    Der Sel. Papst Victor III. sendet ein Heer unter der St. Petersfahne ins muslimisch besetzte Nordafrika (Mahdiya; vgl. Fußnote 111).

1095:     Der byzantinischer Kaiser Alexios I. Komnenos bittet den Sel. Papst Urban II. um Hilfe; dieser ruft in Clairmont zum Kreuzzug auf.

1096–1272: Es finden 7 große Kreuzzüge statt (siehe unten), in denen die Kreuzritter das Hl. Land zuerst erobern, am Ende aber wieder verlieren.

1291:   Mit dem Fall von Akkon (Acre) ist der Verlust des Hl. Landes vollständig (abgesehen von der bis 1302 gehaltenen Inselfestung Aruad).

  • Der Johanniterorden ist der älteste dieser Orden. Schon vor dem ersten Kreuzzug hatten Kaufleute aus Amalfi (zwischen 1048 und 1071) in Jerusalem ein „Hospital zum heiligen Johannes“ für arme und kranke Pilger errichtet, das eine Laienbruderschaft leitete. Nachdem die Kreuzfahrer 1099 Jerusalem erreichten, schlossen sich Ritter diesem Hospital an und wandelten die Bruderschaft in einen geistlichen Ritterorden um. Siehe Weiteres in Fußnoten 108 und 116. Ein seit 1382 relativ selbständiger deutscher Zweig des Ordens wurde seit 1538 mit dem Übertritt von Kurfürst Joachim II. von Brandenburg evangelisch und existiert noch heute als (evangelischer) „Johanniterorden“. Der katholisch gebliebene Teil des Ordens existiert ebenfalls noch und heißt „Malteserorden“.
  • Der in Jerusalem um 1118/9 gegründeten Templerorden (so genannt, weil König Balduin I. von Jerusalem dem Orden einen Teil seines Palastes auf dem

Jerusalemer Tempelberg überließ) verpflichtete sein Mitglieder außer zu den klassischen Gelübden zum „Schutz der Pilger“. Der Orden wurde 1312 auf dem

Konzil von Vienne aufgelöst, da man den Mitgliedern Ketzerei, Götzendienst und Sodomie vorwarf; dies ging vermutlich auf Intrigen König Philipps IV. des Schönen von Frankreich zurück, der die zu groß gewordene Macht des Ordens brechen und die Reichtümer in den zahlreichen Ordensburgen konfiszieren wollte (die Ländereien gingen an andere Orden, besonders den Johanniterorden, aber vom sonstigen Besitz konnte Philipp sich einiges einverleiben).

Eine päpstlich anerkannte Nachfolgeorganisation war der 1319 gegründete portugiesische Christusorden, der aber immer „weltlicher“ wurde (1496 wurden die

Christusritter vom Zölibat dispensiert, 1505 auch vom Armutsgelübde, 1550 wurde die Leitung der portugiesischen Krone übertragen und 1789 wurde der Orden säkularisiert); als Verdienstorden besteht er bis heute. Seit 1905 wird ein „Christusorden“ auch als höchste päpstliche Auszeichnung verliehen. 1705 restaurierte der Herzog von Orleans den eigentlichen Templerorden als einen Laien-Riterorden in Verbindung zum portugiesischen Christusorden. Der erneuerte Orden florierte besonders seit 1804, wurde 1805 durch Kaiser Napoleon unterstützt, nahm 1841 eine ökumenische Ausrichtung an (Öffnung für nichtkatholische Christen) und ist bis heute ein internationaler christlich-ökumenischer Laien-Ritterorden, der sich sozialen Aufgaben widmet; seit 1853 trägt er den Namen Ordo Supremus Militaris Templi Hierosolymita (OSMTH). Eine päpstliche Anerkennung als „der“ Templerorden besitzt er jedoch nicht (Gregor XVI. versagte 1845 eine solche Anerkennung wegen des ökumenischen Charakters), und neben ihm gibt es noch viele andere sog. Neotempler-Organisationen ganz unterschiedlicher Ausrichtung (christlich, gnostisch, freimaurerisch, nationalistisch, okkultistisch etc.).

  • Der Deutsche Orden (auch Deutschritterorden oder Deutschherrenorden genannt) geht auf ein von deutschen (Bremer und Lübecker) Kaufleuten bei der Belagerung von Akkon während des 3. Kreuzzug gestiftetes Feldhospital zurück. Die Spitalgemeinschaft wurde 1198 in einen geistlichen Ritterorden umgewandelt. Er spielte später eine Hauptrolle bei der Christianisierung und Eroberung der Preußen und anderer heidnischer Völker im Nordosten Europas (siehe Kap. 3.5) und hatte von 1230 bis 1561 sogar das Privileg, einen relativ souveränen Staat bilden zu dürfen (ähnlich wie heutige die orthodoxe Mönchsrepublik auf dem Athos); Kerngebiet dieses Deutschordensstaates waren Preußen und Livland („Marienland“, heute Lettland und Estland) nordöstlich von Preußen. Obgleich 1525 der das höchste Ordensamt bekleidende „Hochmeister“ Albrecht von Brandenburg zum evangelischen Glauben übertrag und sein Amt niederlegte, überlebte der Orden die Reformation, den Verlust der Staatssouveränität und die Enteignungen der Säkularisation sowie seine Auflösung während der Zeit des Nationalsozialismus und existiert noch heute als rein geistlicher Orden.
  • Die Echtheit des 1682 entdeckten Rundschreibens mit dem päpstlichen Aufruf ist aber umstritten (gegen die Echtheit z.B. Harttung, Riant, Schwerin und Gieysztor; dafür z.B. Lair, Erdmann und Schaller). Gegner der Echtheit wie z.B. Gieysztor nehmen als Entstehungsort das Kloster Moissac, als Entstehungszeit etwa das Jahr 1096, in dem der 1. Kreuzzug begann; Fälschungsmotiv wäre die Unterstützung des Kreuzzugs. – In dem an alle Gläubigen gerichteten Schreiben berichtet der Papst vom Eintreffen der Nachricht von der Zerstörung der Grabeskirche in Jerusalem und erklärt seine Bereitschaft, an der Spitze der

Römer, Italiener, Tuszier und aller Christen gegen die Sarazenen zu ziehen und die Grabeskirche wieder aufzubauen, sowie von Flottenrüstungen der Italiener,

Venezianer und Genuesen, wodurch 1000 Schiffe zur Überfahrt nach Syrien zur Verfügung stehen werden. Nach Carl Erdmann, der die Echtheit des

Schreibens verteidigt, soll das Unternehmen daran gescheitert sein, dass der Hafen Pisa, von wo aus der Zug ins Hl. Land unter persönlicher Führung des Papstes beginnen sollte, 1011 von einer muslimischen Flotte zerstört wurde. 1012 starb Sergius IV bereits (manche mutmaßen, er sei ermordet worden), der wegen seines Einsatzes für die Armen Roms und gegen eine Hungersnot in der Stadt vom Benediktinerorden teilweise als Heiliger verehrt wurde. Unter seinem Nachfolger Benedikt VIII. kam ein Kreuzzug ins ferne Palästina nicht mehr in Betracht; er hatte alle Hände voll zu tun, um den Kampf gegen muslimische Invasoren („Sarazenen“) vor Ort zu organisieren: nämlich in Italien und Sizilien (siehe zu diesen Invasoren auch Fußnote 112), wo es ihn gelang, die Sarazenen zu vertreiben.

  • Bemerkenswert ist, dass der Papst plante (wie möglicherweise vor ihm schon Sergius VI – siehe Fußnote 98), an der Spitze des Heeres persönlich am Feldzug teilzunehmen – was kein späterer Papst gewagt hat.

Übersicht über die wichtigsten Daten der sieben klassischen Kreuzzüge:

Zeit zentrale Personen Anzahl der

Kreuzfahrer

Verlauf und Ergebnis
1. Kreuzzug 1096–1099 Sultan Kilij Arslan byzantinischer Kaiser Alexios I. Sel. Papst Urban II.

Gottfried v. Bouillon

Balduin v. Boulogne (Balduin I. v. Jer.)

ca. 40.000 Anlass: Bedrückung der Christen im hl. Land durch die Fatimiden und Bedrohung des byzantinischen Reiches durch die Seldschuken.

Voller Erfolg: 1099 Eroberung Jerusalems und des hl. Landes.

Errichtung von vier Kreuzfahrerstaaten in der Levante („Outremer“).

2. Kreuzzug 1147–1149 Emir Zengi und sein Sohn Nur ad-Din Sel. Papst Eugen III.

St. Bernhard v. Clairvaux (Organisator) deutscher König Konrad III. französischer König Ludwig VII.

ca. 35.000 Anlass: Verlust des Kreuzfahrerstaates Edessa 1144 an Emir Zengi Fehlschlag auf der ganzen Linie (keine Rückeroberung Edessas).
3. Kreuzzug 1189–1192 Sultan Saladin (Ayyubiden-Gründer)

Kaiser Friedrich I. Barbarossa

Richard Löwenherz von England

Philipp II. von Frankreich

ca. 110.000 Anlass: 1187 erobert Sultan Saladin Jerusalem und Akkon

Rückeroberung Jerusalems misslingt; nur Akkon wird zurückerobert.

Barbarossa ertrinkt 1290 beim Baden im Fluss Saleph in Südanatolien.

4. Kreuzzug 1202–1204 Sultan al-Adil (Bruder Saladins) Papst Innozenz III.

byzantinische Kaiser Alexios III., IV., V. Markgraf Bonifaz von Montferrat

Balduin v. Flandern (Balduin I. v. Konst.)

Doge Enrico Dandolo von Venedig

ca. 20.000 (Zunächst nicht beabsichtige) Eroberung Konstantinopels 1204. Errichtung eines lateinischen Kaiserreiches daselbst.

Nachspiel: Das lateinische Kaiserreich endet 1261.

5. Kreuzzug 1217–1229 Sultan al-Kamil (Ayyubiden-Dynastie) Papst Innozenz III. & Laterankonzil IV. Papst Honorius III. St. Franz von Assisi Kaiser Friedrich II. ca. 32.000 Einnahme und wieder Verlust von Damiette in Ägypten.

Friedrich erreicht friedliche Koexistenz von Christen und Muslimen & Zugang zu den Heiligtümern; Jerusalem 1229–1244 wieder christlich.

6. Kreuzzug 1248–1254 Sultan as-Salih (Ayyubiden-Dynastie) Papst Innozenz IV. & Konzil von Lyon I.

St. Ludwig IX. von Frankreich

ca. 15.000 Anlass: Verlust & Verwüstung Jerusalems 1244 unter Sultan as-Salih. St. Ludwig erobert Damiette, gerät aber in Gefangenschaft und muss freigekauft werden und die Stadt zurückgeben.
7. Kreuzzug 1270–1272 Sultan Baibars (Mamluken-Dynastie) Kalif al-Mustansir von Tunesien Papst Clemens IV.

St. Ludwig IX. von Frankreich

Prinz Edward von England

ca. 60.000 Anlass: Sultan Baibars greift die letzten Kreuzfahrerfestungen an, dabei geht 1268 das Fürstentum Antiochien verloren.

St. Ludwig stirbt auf dem Kreuzzug am 25.08.1270 an der Pest.

Nachspiel: 1291 fällt die letzte große Kreuzfahrerfestung in Akkon.

Nach einer anderen (im englisch- und französischsprachigem Raum üblichen) Zählung gab es neun Kreuzzüge: Das hier als „5. Kreuzzug“ bezeichnete Unternehmen wird aufgeteilt in den „fünften Kreuzzug“ (1217–1221), auch „Kreuzzug von Damiette“ genannte (weil auf ihm Damiette in Ägypten eingenommen wurde und dann wieder verloren ging) und den „6. Kreuzzug“ (1228/29). Der 6. Kreuzzug nach obiger Tabelle ist dann der „siebte Kreuzzug“, und der 7. Kreuzzug nach obiger Tabelle wird unterteilt in den „achten Kreuzzug“ (1270), den Ludwig IX. bis zu seinem Tod führte, und den „neunten Kreuzzug“ (12711272), der von Prinz Edward von England im Anschluss an Ludwigs Tod geführt wurde.

Zu ergänzen sind noch weitere nicht-nummerierte Kreuzzüge:

  • der „Kreuzzug von 1101“, an dem viele von denen teilnahmen, die beim 1. Kreuzzug umgekehrt waren; die Stadt Ankara in Kleinasien wurde der Hand der Seldschuken entrissen und dem byzantinischen Kaiser Alexios I. zurückgegeben; abgesehen davon erlitt man eine Niederlage gegen Seldschuken;
  • der Norwegische Kreuzzug von König Sigurd I. (1107–1110), der mit ca. 5000 Kriegern aus Norwegen in Hl. Land reiste, muslimisch besetzte Städte in Spanien angriff und dem christlichen Jerusalemer König Balduin I. bei der Eroberung von Sidon half (über diesen Kreuzzug hat man gesagt, er habe gewisse Ähnlichkeiten mit den früheren Wikinger-Vorstößen);
  • der Balearen-Kreuzzug (1113–1115), bei dem mit 450 Schiffen die Balearen-Inseln (Majorca) aus der Hand der muslimischen Besatzung befreit wurden; nach dem Abzug der Kreuzfahrer wurden sie aber durch spanische Muslime zurückerobert;
  • der Kreuzzug Heinrichs VI. von 1197/98, auch Deutscher Kreuzzug genannt (nicht zu verwechseln mit dem im Kap. 30 behandelten „Deutschen Kreuzzug“ im Vorfeld des ersten Kreuzzugs 1096), bei dem 60.000 deutsche Kämpfer unter Heinrich VI. in Hl. Land aufbrachen, Heinrich jedoch noch vor Reiseantritt starb; dennoch wurden einige Städte und Ländereien im Hl. Land erobert, aber nicht 1187 verlorene Jerusalem; mit dem Sultan, der die Eroberungen bestätigte, wurde dann ein fünfjähriger Waffenstillstand ausgehandelt;
  • der Kreuzzug der Barone (1239–1241) – so genannt, weil nur Adlige, nicht aber Monarchen teilnahmen – mit 4000 Kämpfern, der militärisch ein Misserfolg war; aber die Barone erreichtem auf diplomatischem Wege, dass die christlichen Gebiete im Hl. Land ausgedehnt werden konnten.

Zu diesen gut organisierten Kreuzzügen kommen schließlich noch unorganisierte, inoffizielle, und von der Kirche nicht unterstützte oder sogar bekämpfte Kreuzzüge. Die wichtigsten sind der Volkskreuzzug (und „Deutsche Kreuzzug“) von 1096 als Teil des ersten Kreuzzugs, der Kinderkreuzzug 1212, und die Hirtenkreuzzüge 1250/1 und 1320.

Unter den Ursachen, die später zu den Kreuzzügen führten, spielt eine verschärfte Intoleranz führender moslemischer Kreise gegenüber den Christen eine Rolle, die um das Jahr 1000 mit der Herrschaft des Kalifen al-Hakim einsetzte:

Zeittafel der Hakim’schen Verfolgung Andersdenkender (al-Hakim, sechster Kalif der Fatimiden-Dynastie in Kairo, 996–1021)

1001: Hakim beginnt, Verhaftungen, Exekutionen und Kirchenzerstörungen in Jerusalem anzuordnen.
1003: Er lässt eine Kirche zerstören und die Rashid-Moschee an ihrer Stelle errichten.
1004: Er zwingt Christen und Juden, schwarze Gürtel und Turbane zu tragen.
1005: al-Hakim, selbst ein schiitischer Moslem, lässt an den Moscheen Inschriften anbringen, welche die (nur von sunnitischen Muslimen anerkannten) ersten Kalifen und Begleiter Mohammeds verfluchten.
1007: Zu dieser Zeit scheint al-Hakim seine Unterstützer ermutigt zu haben, ihn als „sichtbaren Gott“ anzubeten.

Die Glaubensgemeinschaft der Drusen tut dies bis heute und ist benannt nach einem dieser Unterstützer: Ismail al-Darazi.

Er lässt die Stadt al-Fustat (heute ein Stadtteil Kairos) verbrennen, nachdem er hört, dass die dortigen Leute sagen, er sei vom Islam abgefallen, weil er sich selbst als göttlich ausgegeben habe. Angeblich soll sich al-Hakim amüsiert haben, als er die Stadt brennen sah. Er hebt den Befehl auf, die Flüche auf die Moscheen zu schreiben, verbietet aber eine Gemüsesorte, weil er glaubte, dass drei sunnitische Moslems der Anfangszeit (Kalif Abu Bakr, Mohammeds Lieblingsfrau Aischa, und Kalif Mu’awiya) sie mochten. Er erlässt Gesetze gegen Wein, Bordelle, singende Sklavinnen, Musikinstrumente, Sänger und Musiker.

Er verbietet Frauen, die Häuser zu verlassen.

Er verbietet Schuhmachern, Schuhe für Frauen zu machen (sie sollten ja ohnehin das Haus nicht verlassen) Er verbietet Fisch ohne Schuppen und das Schachspiel.

Er ordnet an, alle Hunde zu töten.

Er lässt das ganze Judenviertel in Kairo verbrennen.

Er verbietet die Palmsonntagsprozession in Jerusalem.

1008: Er konfisziert den Besitz der Kirche und Klöster Ägyptens.
1009: Er zwingt Christen und Juden, Kreuze und Gürtel zu tragen.

Er zerstört zwei Kirchen in Kairo und eine in Damaskus und lässt die zugehörigen Friedhöfe entweihen. Er foltert christliche Beamte.

1009/1010: Er zerstört die Grabeskirche in Jerusalem mit dem Hl. Grab Jesu.

Er verbietet die Feier des Epiphaniefestes in Kairo und zerstört christliche Klöster.

1010: Er verbietet Christen, Wein bei der Eucharistiefeier zu verwenden.
1011–1012: Al-Hakim geht in einen Fleischergeschäft, greift sich ein Fleischmesser und tötet damit einen Gesellen.
1011–1012: Er verbietet das Ausstellen von Kreuzen.
1012–1013: Er verbietet Christen, auf einem Pferd zu reiten. Er zerstört Kirchen und Konvente, verschont nur das Kloster auf dem Sinai.
1012–1013: Er zwingt die Untertanen, sich vor ihm zu verneigen und ihn „Herr“ zu nennen.
1013: Als er hört, dass Christen, die zum Schein zum Islam konvertiert waren, noch immer in ihren Häusern die Eucharistie feierten, erlaubt er es. Er lässt ein Kloster und viele Kirchen wiedererrichten und erlaubt, dass zum Islam konvertierte Christen zum Christentum zurückkehren. Er verbietet einige muslimische Gebete.

Er verbietet den Frauen, bei der Beerdigung zu weinen.

1021: al-Hakim besteigt nachts einen Hügel und verschwindet spurlos. Die Drusen glauben, dass er einst wiederkommt.

Die Expansion des Islam ins byzantinische Reich und ins Hl. Land: Jerusalem und das Hl. Land stand in der Zeit vor dem ersten Kreuzzug im Kreuzfeuer zweier sich bekämpfenden muslimischer Dynastien, die verschiedenen islamischen Konfessionen angehörten (dem schiitischen und sunnitischen Islam) und sich so hassten, dass sich die einen später sogar mit den Kreuzfahrern gegen die anderen verbündeten:

(1) die streng religiösen schiitischen Fatimiden (mit der Hauptstadt Kairo in Ägypten), deren Herrscher ihre Abstammung auf Fatima, der Tochter des Propheten Mohammed zurückführten und sich „Kalifen“ nannten, weil sie den sunnitischen Kalifen von Bagdad nicht anerkannten und als ihren Todfeind bekämpften, und

(1) die militärisch gefürchteten sunnitischen Seldschuken, benannt nach dem um 1000 zum Islam übergetretenen DynastieGründer Seldschuk (die Vorfahren der späteren Osmanen, benannt nach dem um 1300 lebenden Dynastie-Gründer

Osman), die ein aus Zentralasien nach Anatolien eingewandertes Turkvolk („Türken“) waren und als Schutzmacht für

den inzwischen machtlosen Kalifen von Bagdad auftraten; die Herrscher der Seldschuken bekamen als Gegenleistung vom Kalifen den Titel „Sultan“ (= Herrscher) zugesprochen. Die Seldschuken (und später ihre Nachkommen, die Osmanen) waren es, die das byzantinische Reich und seine Hauptstadt Konstantinopel in Schrecken versetzten.

Jerusalem war 979 von den Fatimiden durch eine blutige Schlacht dem verhassten Kalifen von Bagdad entrissen worden und war bis 1073 in der Hand der Fatimiden, bis Jerusalem nach einer erneuten blutigen Schlacht 1073 von den Seldschuken erobert wurde; 1098, ein Jahr bevor die Kreuzfahrer erstmals nach Jerusalem kamen, konnte die Stadt allerdings wieder von den Fatimiden zurückerobert werden, so dass es die fatimidische Besatzungsmacht war, gegen die 1099 das Kreuzfahrerheer antrat. Sowohl die Fatimiden als auch die Seldschuken waren gegenüber Nichtmuslimen wesentlich intoleranter als die zuvor in Jerusalem herrschende islamische Dynastie: jene der Abbasiden mit einem sunnitischen Kalifen an der Spitze, die zeitweise recht tolerant gewesen waren; z.B. hatten die Abbasiden unter dem legendären Kalifen Harun-al-Raschid (786-809) exzellente Kontakte zum christlichen Kaiser Karl den Großen, dem der Kalif sogar das Amt eines „Schirmherrn“ Jerusalems und der heiligen Stätten in Palästina übertrug. Selbst die vor den Abbasiden herrschenden Umayyaden (661-750) waren zumindest im Heiligen Land toleranter gewesen, obgleich diese andernorts den Islam mit Waffengewalt immer weiter ausgebreitet hatten und dabei bis nach Spanien und kurzzeitig nach Frankreich vorgedrungen waren.1171 wurde das Fatimidenreich durch Saladin gestürzt, der die Dynastie der sunnitischen Ayyubiden gründete (benannt nach Ayyub, dem Vater

Saladins), mit denen es die späteren Kreuzfahrer bis 1250 zu tun hatten; dann kamen in Ägypten und Palästina die Mamluken

(wörtlich „die Beherrschten“, ursprünglich islamische Kriegssklaven der Abbasiden, meist türkischer oder kaukasischer Herkunft) an die Macht; diese waren die Gegner der letzten Heilig-Land-Kreuzfahrer. Alle islamischen Mächte wurden im Mittelalter auch „Sarazenen“ genannt (was ursprünglich die Bezeichnung eines nordarabischen Stammes gewesen war).

Aus dem Kreuzzugsaufruf von Papst Urban II. 1095 auf dem großen Platz von Clermont-Ferrand am 27.11.1095:107

„Volk der Franken … ! … Von Jerusalem und Konstantinopel sind sehr schlimme Nachrichten eingetroffen. Das Volk des Perserreiches [gemeint sind die türkischen Seldschuken, die Persien erobert hatten und von dort erobernd nach Westen weiterzogen], ein verworfenes und völlig gottentfremdetes Volk, ist in die Länder jener Christen eingefallen, hat sie durch Schwert, Raub und Brand verwüstet, die Einwohner grausam getötet oder in die Sklaverei weggeführt, die Kirchen Gottes teils zerstört, teils für den eigenen Kult missbraucht. …

Denen, die sie mit dem schmählichen Tode bestrafen, zerstechen sie den Nabel, binden sie an Pfähle und peitschen sie, bis die Eingeweide heraushängen. Und was soll ich von der abscheulichen Schändung der Frauen sagen? …

Sie haben das griechische Reich bereits verstümmelt und so viel davon abgerissen, dass man diesen Teil nicht in zwei Monaten durchreisen kann … Wer soll dies rächen? Wer ihnen all das wieder entreißen? Eure Aufgabe ist das. … Besonders aber soll euch bewegen das heilige Grab unseres Herrn und Erlösers … Tapfere Krieger! …. Jerusalem ist der Mittelpunkt der Erde, das zweite Paradies. Der Erlöser hat diese Stadt durch seine Ankunft, seinen Wandel, sein Leiden, seinen Tod und sein Begräbnis

zwei Reiche der Gök-Türken („blaue Türken“, „Himmelstürken“; „Osttürken“) mit dem Zentrum in der Mongolei und einem weiten Herrschaftsgebiet zwischen dem Kaspischen Meer und der Mandschurei (der nordöstlichen chinesischen Provinz, die an den Pazifischen Ozean grenzt), deren Amtssprache Alttürkisch war. Als Alphabet wurden die Orchon-Runen benutzt (benannt nach einer Fundstelle am Orchon-Fluss in der Mongolei). Das westliche Hauptgebiet nannte man „Turkestan“ (vom Kaspischen Meer bis zur Wüste Gobi). Nach der Zerschlagung des Gök-Türkenreichs lies sich der türkische Stamm der Oghusen (alttürk.: die Verwandten, die Stammgruppe) ca. 750 in Transoxanien nieder, dem „Land jenseits des Flusses Oxus“, der heute Amudarja heißt, an der Nordgrenze Afghanistans entspricht und an ein Stück an ihr entlang fließt, bevor er sich nach Norden wendet (früher ergoss sich dieser in den Aralsee, heute endet er in einem Binnendelta und vertrocknet kurz vor dem See). Transoxanien (für die Iraner Teil des mythischen Landes Turan) umfasst den Aralsee und Teile des heutigen Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, Kirgisistan und Kasachstan. Von dort aus wanderte ein Oghusen-Stamm, aus dem die späteren Türkei-Türken hervorgingen, um 1000 über den Iran und den Irak in Richtung Anatolien (den asiatischen Teil der Türkei) aus. Nach Seldschuk, dem Führer dieses Stammes, der sich zum sunnitischen Islam bekehrte, nennt man sie die Seldschuken. Die Schlacht bei Manzikert 1071, in welcher das Heer des Seldschuken-Sultan Alp Arslan die Streitmacht des byzantinischen Kaisers Romanos IV. Diogenes besiegte, eröffnete den Seldschuken den Weg nach Anatolien.

geheiligt, verherrlicht und für sich erkauft. Diese königliche Stadt inmitten der Welt wird jetzt von Feinden beherrscht, ist zur Sklavin der Gottlosen geworden. Sie ruft und schreit um Befreiung; und besonders von euch verlangt sie Hilfe.“

Am Schluss der Rede ertönte tausendstimmig der Ruf: „Deus lo volt“ – Gott will es.

Der Papst gab ein Zeichen, dass er noch etwas sagen wollte, und als Stille einkehrte, fuhr er fort:

„Gott will es, Gott will es. Diese Worte sollen fortan euer Schlachtruf sein.“

Nach dem Ende des 7. Kreuzzugs 1272 und dem Fall der letzten Kreuzfahrerstadt Akkon (auch St. Jean d’Acre genannt) im Jahre 1291 hatten die Kreuzfahrer das Hl. Land verloren. Somit markiert 1291 das Ende der klassischen Kreuzfahrerzeit.

Es gibt jedoch eine längere Nachgeschichte der Kreuzzüge bis in die Neuzeit (1798) hinein, denn es gab Versuche, erneut im Hl. Land Fuß zu fassen oder später wenigstens den weiteren Vormarsch der osmanischen Türken zu stoppen:

  • Relativ erfolgreich war noch der Kreuzzug gegen Smyrna (1343–1351), in dem es gelang, die Stadt Smyrna in Kleinasien einzunehmen, die bis 1402 in christlicher Hand blieb.
  • Beim Alexandrien-Kreuzzug 1365, der vom Sel. Papst Urban V. unterstützt wurde, konnte Alexandria in Ägypten erobert, aber nur einige Tage gehalten werden.
  • Beim Kreuzzug Amadaeus VI. von Savoyen 1366/7, einem kleinen Unternehmen mit 15 Schiffen und 1700 Mann, konnte das 1354 von den Osmanen in Besitz genommene Gallipoli (im europäischen Teil der Türkei) erobert werden; 1377 kam es aber wieder in osmanische Hand.
  • Der 1390 unternommene Barbaresken-Kreuzzug oder Kreuzzug gegen Mahdiya in Tunesien, der sowohl von Papst Bonifaz VIII. in Rom als auch vom Gegenpapst Clemens VII in Avignon als Kreuzzug deklariert worden war, endete nur mit einem vorläufigen Waffenstillstand.
  • Manche halten den Kreuzzug von Nikopolis (1396, dreihundert Jahre nach dem Beginn des 1. Kreuzzugs) für den allerletzten, bei dem sich ein mit päpstlichem Segen (von Papst Bonifaz IX. in Rom und auch vom damaligen Gegenpapst Benedikt XIII. in Avignon!) vorrückendes großes Kreuzfahrerheer (ca. 12.000 Mann) unter Johann Ohnefurcht den osmanischen Türken (ca. 15.000 Mann) bei der Stadt Nikopolis (an der Donau in Nordbulgarien, wohin die Osmanen bereits vorgedrungen waren) entgegenstellte. Doch endete das Unternehmen mit einer verheerenden Niederlage des christlichen Heeres.
  • Eine Niederlage erlitten die Christen auch 1444 beim Kreuzzug von Varna, der abermals in Bulgarien ausgefochten wurde, dieses Mal bei Varna am Schwarzen Meer. Auch dieser Kreuzzug wird manchmal als „allerletzter“ der klassischen Kreuzzüge betrachtet. Aber zu Unrecht: Die Kreuzzüge von Nikopolis und Varna gehörten nicht mehr zu den klassischen Kreuzzügen, bei denen es um die Befreiung des Hl. Landes ging. Denn hier wie in den noch folgenden Kreuzzügen ging es um das Aufhalten der islamischen Invasion nach Europa, einem Anliegen, dem auch bereits vor der Kreuzzugszeit bereits die von Karl Martell 732 gewonnene Schlacht bei Poitiers in Frankreich gegen die islamischen Umayyaden gedient hatte.
  • Erst nach der Einnahme Konstantinopels durch die Osmanen unter Sultan Mehmed II. (1453) wendete sich das Kriegsglück wieder zugunsten der Christen: Ein christliches Heer konnte den Vormarsch der Osmanen 1456 bei Belgrad stoppen (sog. Kreuzzug von 1456).
  • Nachdem die Osmanen 1480 Otranto im Südosten Italiens erobert hatten, gelang es den Christen 1481 im Kreuzzug von

Otranto die Stadt zurückzuerobern und die Osmanen aus Italien zu vertreiben; dadurch wurde ein drohender Vormarsch der Osmanen in Richtung Rom verhindert, den diese sich nach der Einnahme Konstantinopels erhofften.

  • 1492 gelang es in der Schlacht von Granada auch, die iberische Halbinsel (Spanien und Portugal) vollständig zurückzuerobern (erfolgreiches Ende der seit 718 betriebenen Rückeroberung der iberischen Halbinsel, der sog. Reconquista).
  • Auch die nach der osmanischen Eroberung Zyperns von Papst St. Pius V. organisierte Seeschlacht von Lepanto (1571),
  • Vor allem die Schlacht auf dem Kahlen Berge bei Wien 1683 verlief für die Christen erfolgreich erfolgreich; im Anschluss daran gelang es von 1685 bis 1699 der sog. „Heiligen Liga“, in deren Reihen auch Protestanten mitkämpften, angespornt durch den kreuzzugsbegeisterten Sel. Papst Innozenz XI, viele Gebiete zurückzugewinnen (Ungarn, Transsilvanien, Serbien, zeitweise auch den griechische Peloponnes]), die lange Zeit dem osmanischen Reich angehört hatten. Schließlich besiegelte der österreichische Heerführer Prinz Eugen, geldlich und ideell unterstützt von Papst Clemens XI., diese Siege, indem er die erneut gegen Karlowitz anrückenden Osmanen 1716 bei Peterwardein schlug und 1717 aus Belgrad vertrieb; mit dem anschließenden Friedensschluss 1718 war die osmanischen Expansion beendet.

Das Jahr 1717/8 markiert somit das (letztlich doch noch erfolgreiche) Ende der von Päpsten unterstützten Kreuzzüge gegen den islamischen Vormarsch, obgleich die militärischen Aktionen nach dem Armada-Kreuzzug von 1588 (siehe Fußnote 90) nicht mehr offiziell als „Kreuzzüge“ ausgerufen worden waren. Das endgültige Ende der Kreuzzugsepoche erfolgte erst 1798, als die letzte für den Papst kämpfende Einheit von Kreuzrittern, die Flotte des Johanniter-Malteserordens, durch Napoleon aufgelöst wurde.

Die Opferzahlen und Grausamkeit der klassischen Kreuzzüge ist stark übertrieben worden: Manche reden von 20 Millionen Getöteten im Verlauf der gesamten ca. 200 Jahre der klassischen Kreuzzüge. Bei einer vorsichtigen Schätzung kommt man dagegen auf ca. 200.000 – 500.000 Opfer auf beiden Seiten, wobei die meisten Opfer unter den Kreuzfahrern selbst zu finden waren. Aber auch die Opfer auf nichtchristlicher Seite sind nicht in erster Linie der Kirche anzulasten, da die weltlichen

In Erinnerung an die Schlacht von Lepanto 1571 ordnete Papst Pius V. zum Jahrestag des Sieges 1572 ein Dankfest mit dem Titel „Unsere Frau vom Sieg“ an, weil er den Sieg auf die Fürsprache Marias und das marianische Rosenkranzgebet zurückführte, das unter anderem die Rosenkranzbruderschaften in Rom verrichtet hatten. Pius’ Nachfolger Gregor XIII. machte 1573 aus diesem Gedenktag ein jährlich am 1. Sonntag im Oktober zu feierndes Rosenkranzfest, das alle Kirchen mit einem Rosenkranzalter feiern durften. Dieses Fest wurde erst 1716 von Clemens XI. auf die ganze Kirche ausgedehnt, nachdem Prinz Eugen in der Schlacht von Peterwardein (seit 1945 Stadtteil von Novi Sad in Serbien) gegen die Osmanen einen weiteren Sieg errang, und zwar am 5. August 1716. Auch dieser Sieg wurde mit Maria assoziiert, weil der 5. August ist ein alter Mariengedenktag war: das Fest Maria Schnee, der Gedenktag an die Einweihung der Basilika St. Maria Maggiore anno 432 in Rom (der Name „Schnee“ erklärt sich durch die Legende, das an der Stelle, wo eins die Kirche gebaut werden sollte, am 4. August 358 wunderbarerweise Schnee gelegen haben soll). Auch Eugens Sieg bei Belgrad ein Jahr später, in der Nacht vom 15. auf den 16. August 1717, war merkwürdigerweise mit einem Marienfest verknüpft: dem Fest Maria Himmelfahrt am 15. August. 1913 verlegte Papst St. Pius X. das Rosenkranzfest, das bis dahin am ersten Sonntag im Oktober gefeiert worden war, auf den 7. Oktober (den Siegestag von Lepanto). Ausgehend vom Rosenkranzfest im Oktober wurde der ganze Monat Oktober in der katholischen Frömmigkeit zum „Rosenkranzmonat“, in dem dieses Gebet besonders gepflegt werden soll. Zum Oktober als Marienmonat, der mit dem Schutz der Christenheit vor islamischer Invasion assoziiert wird, passt auch, dass die Ostchristen spätestens seit dem 10.–12. Jh. am 1. Oktober das „Schutzfest der Gottesmutter“ begehen, das auf eine Erscheinung des Asketen und „Gottesnarren“ Andreas († 936) in der Blachernenkirche in Konstantinopel zurückgeht: Andreas sah während der Vigil in der Kirche Maria, wie sie vor einem drohenden Angriff auf Konstantinopel (ob durch heidnische Barbaren oder Muslime ist unklar) ihr Maphorion (ihren in der Blachernenkirche als Reliquie verehrten Schleier) über das Volk ausbreitete. Die Griechen haben dieses Fest seit 1952 vom 1. Oktober auf ihren Nationalfeiertag, den 28. Oktober verlegt.

Herrscher die konkrete Durchführung übernahmen; vor allem aber ist es unfair, die Kirche für die Gewalttaten und Pogrome fanatisierter Gruppen verantwortlich zu machen, wenn diese gegen den ausdrücklichen Willen der Kirchenleitung und trotz ihres Bemühens, dagegen einzuschreiten, begangen wurden (siehe Abschnitt 3.2). Die christlichen Heiligen aber haben, sofern sie sich überhaupt beteiligen – wie der heiliggesprochene König Ludwig IX. – stets auf einer möglichst gewaltfreien Durchführung bestanden; denkwürdig ist auch der (wenn auch erfolglose) Versuch des hl. Franziskus, im Jahre 1219 auf dem fünften Kreuzzug, den Sultan der Ayyubiden, Malik-al-Kamil, auf gewaltlose Weise durch ein persönliches Gespräch in Damiette (Ägypten) zu bekehren. Auch darf man sich die Zeit der Kreuzzüge nicht als permanenten Kriegszustand vorstellen. Vielmehr war der Normalzustand „der Waffenstillstand, der fast immer auf beiden Seiten durch stillschweigendes Einvernehmen verlängert wurde. Zwischen den fränkischen Baronen und den benachbarten arabischen Emiren wurden von Schloss zu Schloss Beziehungen von hoher Ritterlichkeit unterhalten, von denen sowohl westliche Chronisten als auch die arabischen

Annalisten manches Zeugnis hinterlassen haben“, so der Religionswissenschaftler Carsten Colpe. So ist auch die These, Christen hätten Muslime getötet, wo immer sie auf diese trafen, unzutreffend. In Wirklichkeit führte der lange Kontakt der Kreuzfahrer mit den Muslimen nicht selten sogar zu einen wachsendes Verständnis für die positiven Seiten beider Religionen.

So glaubte der im eroberten Palästina geborene christliche Bischof Wilhelm von Tyros (ca. 1130–1186), Muslime seien keine

Götzenverehrer, sondern dem Heil nahe Gottesfürchtige und Gerechte; der von ihnen verehrte Allah sei eins mit dem Gott des Alten und Neuen Testaments; auch islamische Fürsten führen seiner Meinung nach gerechte Kriege, gegebenenfalls auch gegen Christen. Ebenso erklärte der englische Theologe und Jurist Radulf Niger († um 1200), Christen und Sarazenen seien gleicher Natur, sie könnten nur mit dem Schwert des Wortes zum Glauben geführt werden, nicht mit Gewalt: „Ich weiß nicht, mit welchem Recht man die Waffen ergreifen kann, die Sarazenen zu töten“. In dem um 1165 entstandenen Kirchenrechtskommentar, der Summa Parisiensis, heißt es, dass unterworfene Sarazenen oder Juden „nicht getötet oder zur Taufe gezwungen werden dürfen.

Bewertung: Die Kreuzzüge werden aus christlicher Sicht heute unterschiedlich bewertet. Als negative Folgen beklagt man neben den Todesopfern und Kriegsgräueln den Verrat am Gewaltlosigkeitsideal des Christentums und eine Verhärtung der Fronten zwischen Christentum und Islam sowie zwischen West- und Ostchristen. Man benennt aber auch positive Folgen: Die

Bewahrung der christlichen Identität Europas; die Überwindung von Schranken zwischen den verschiedenen christlichen

Staaten, die hier zur Zusammenarbeit gezwungen waren; der kulturelle Austausch des europäischen Westens mit dem

Ostchristentum, aber auch mit der islamisch-arabischen Welt durch die intensive Kontaktaufnahme der Kreuzfahrer mit den Völkern und Kulturen des Nahen Ostens; schließlich eine Vertiefung des christlichen Glaubens durch Integration ritterlicher Tugenden und Ideale. Im Folgenden sollen nun die wichtigsten kritischen Punkte der Kreuzzüge beleuchtet werden.

christlichen Heere zu sein scheint. Nun ist es eine Tatsache, dass bei den meisten Kämpfen die Kreuzfahrer unterlagen, denn eigentlich hatten sie nur auf dem ersten Kreuzzug nennenswerte Erfolge. Folglich dürfte die Zahl der Opfer auf islamischer Seite wesentlich geringer als 100.000 gewesen sein; wir kommen also, wenn wir die Opfer beider Kriegsparteien zusammenrechnen, auf eine Gesamtzahl gefallener Kämpfer zwischen 100.000 und 200.000, die wohl um einige 10.000 geringer ist als 100.000. Zu den Opfern muss man aber auch die Opfer in der Zivilbevölkerung hinzuzählen. Da bei der damaligen Kriegsführung im Gegensatz zu heute nur Mann gegen Mann kämpfte, traten relativ wenige Todesfälle als Nebenwirkung der Kämpfe auf (etwa bei Bränden); fast alle Opfer in der Zivilbevölkerung gehen daher auf Raubzüge und bewusste Massaker zurück, für die man vermutlich insgesamt einige 10.000 ansetzen kann. Rechnet man diese Opfer unter der Zivilbevölkerung zu den gefallenen Kämpfern hinzu, muss man also diese „einige 10.000“ zu den „200.000 minus einige 10.000“ hinzuaddieren und kommt auf diese Weise auf etwa 200.000 Kreuzzugsopfer insgesamt. Wenn man allerdings allein für das berühmte Massaker bei der Einnahme Jerusalems 1099, wie oft geschehen, 70.000 oder gar 100.000 Opfer zählt, könnte die Gesamtopferzahl wesentlich über 200.000 hinausgehen. Aber die Zahl der beim Jerusalemer Massaker Getöteten ist (wie unten gezeigt wird) auf „nur“ ca. 3000 zu reduzieren. Die Gesamtzahl der jüdischen Pogromopfer in Europa und anderer bekannter Massakeropfer auf christlicher oder islamischer Seite (außer Jerusalem z.B. noch Antiochien, Caesarea, Edessa, Akkon und Damiette) macht sicher mehr als 10.000, aber kaum mehr als 100.000 aus. – Sollte indessen France recht haben, dass für die Todesquote der Kreuzfahrer 75 Prozent anzusetzen sind, würden die gleichen Überlegungen wie oben ergeben, dass ca. 225.000 Kämpfer auf christlicher Seite starben. Rechnet man dann auch noch bei den Massaker-Opfern großzügig, könnte man auf 500.000 Opfer kommen, was mir die höchste sinnvolle Obergrenze zu sein scheint. Will man sich nicht genauer festlegen, kann man also sagen, dass es „einige Hunderttausend“ (nicht aber „Millionen und Abermillionen“) Opfer gegeben hat. – Die 200.000 bis 500.000 Opfer der Kreuzzüge in 200 Jahren sind keine Bagatelle, aber sie sind dennoch vergleichsweise gering, wenn man zum Beispiel die 325.000 durch Waffengwalt umgekommenen Opfer des dreißigjährigen Krieges oder die ca. 600.000 Opfer in den lediglich vier Jahren des amerikanischen Bürgerkrieges oder gar die 10 Millionen Opfer in den 4 Jahren des ersten Weltkriegs daneben stellt.

  • Carsten Colpe, Problem Islam, Weinheim, 2. Auflage 1994, S. 17–18, zit. nach Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt, Münster 2008, S. 419.
  • Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt, Münster 2008, S. 404–405 und 430–431.
  • Radolphus Niger, De re militari et triplici via peregrinationis Ierosolimitanae 3,90; vgl. Angenendt, S. 404 und 430.
  • Summa Parisiensis D 45, cap. 1, hg. von McLaughlin, Terence, Toronto 1952, S. 40. Dass man niemanden zum Glauben zwingen dürfe, stand schon im 1140 kompilierten Kirchenrecht selbst (siehe Fußnote 138).
  • hierzu den Althistoriker Egon Flaig; „Wäre Konstantinopel schon 1100 gefallen, dann hätte die enorme militärische Kraft der türkischen HeereMitteleuropa vierhundert Jahre früher heimgesucht, dann wäre die vielfältige europäische Kultur wahrscheinlich nicht entstanden: keine freien städtischen Verfassungen, keine Verfassungsdebatten, keine Kathedralen, keine Renaissance, kein Aufschwung der Wissenschaften; denn im islamischen Raum entschwand das freie – griechische! – Denken in eben jeder Epoche. Jacob Burckhardts Urteil – ‚Ein Glück, dass Europa sich im Ganzen des Islam erwehrte’ – heißt eben auch, dass wir den Kreuzzügen ähnlich viel verdanken wie den griechischen Abwehrkämpfen gegen die Perser“ (Egon Flaig, Der Islam will die Welteroberung, in: FAZ 216 vom 16.09.2006, S. 37).

3.2. Kritische Aspekte des ersten Kreuzzugs

Der sog. Volkskreuzzug (auch: Armenkreuzzug oder Kreuzzug Peters des Einsiedlers) und die Judenpogrome. Schon im April 1096, einige Monate vor dem Abzug des aus professionellen Rittern bestehenden Kreuzfahrerheeres im August (des sog. Fürstenkreuzzugs), zog der charismatische Einsiedler Peter von Amiens an die Spitze einer unorganisierten Volksschar von ca.

20.000 (anfangs anscheinend sogar 40.000) Menschen, darunter Bettler und verarmte Bauern sowie offenbar viele auf

Vergebung hoffende Kriminelle (wie der Chronist Albert von Aachen vermerkt: „Unkeusche, Ehebrecher, Mörder, Diebe, Meineidige; die ganze Christenheit, ja selbst das weibliche Geschlecht ….“) durch das Rheinland und wollte sie ins Hl. Land führen, was ihm, wie Peter behauptete, Christus selbst aufgetragen hatte. Es verbreitete sich sogar die Kunde, Peter selbst habe Urban II. den Vorschlag zum Kreuzzug unterbreitet. Die Schar erpresste die Juden, um Geld für die Reise zu bekommen.

Peter bekam das Geld; er fand aber schnell Nachahmer, welche die Juden ebenfalls erpressten, und so mussten die Juden mehrfach zahlen. Darüber hinaus soll es vor allem in Speyer, Worms und Mainz zu Hunderten von jüdischen Todesopfern gekommen sein, allerdings nicht durch die von Peter von Amiens geführte Gruppe, sondern von den fanatisierten Haufen von Nachahmern. Manche zählen die mordenden Horden zum Volkskreuzzug hinzu, andere reden von einem eigenen, aus dem Volkskreuzzug ausgegliederten Unternehmen, dem sog. Deutschen Kreuzzug, weil seine Teilnehmer vornehmlich in Deutschland gegen die Juden kämpften und Europa nie verließen.

Der größte Haufen dieser Fanatiker, bestehend aus 10.000 Leuten, wurde von Graf Emicho von Flonheim (auch: von Leiningen) angeführt, welcher behauptete, Christus habe ihm in einer Erscheinung die Kaiserkrone aufgesetzt und versichert, er würde ihm bei der Judenmission helfen; ein Engel habe ihm ein Kreuz auf die Brust gezeichnet und zum Anführer im Kampf gegen den Antichristen erkoren (den er offenbar mit dem Judenvolk gleichsetzte). Zwei ähnliche, kleinere Gruppen wurden von zwei Priestern namens Volkmar aus Sachsen und Gottschalk geführt. Volkmars Mob verfolgte die Juden in Magdeburg und Prag, Gottschalk und Graf Emicho im Rheinland; alle drei Gruppen wurden in Ungarn gestoppt. Die Bischöfe des Rheinlandes wandten sich gegen die Ausschreitungen und versuchten, die Juden zu beschützen, auch Kaiser Heinrich IV ordnete den Schutz der Juden an, aber gegen den Fanatismus war nicht viel ausrichten. Bei späteren Kreuzzügen wurden die Juden durch päpstliches, bischöfliches und kaiserliches Bemühen von vornherein so geschützt, so dass sich die beklagenswerten Szenen am Vorfeld des ersten Kreuzzugs nicht wiederholten, obgleich es vereinzelt weitere Übergriffe gab; größere Ausschreitungen gegen die Juden gab es noch bei den beiden sog. Hirtenkreuzzügen (siehe Abschnitt 3.4), die von der Kirche nicht getragen, sondern bekämpft wurden.

Die Schar des Volkskreuzzugs des Peter von Amiens gelangte indessen im August 1096 plündernd bis Konstantinopel, wo Kaiser Alexios sie sofort den Bosporus überqueren lies, um die Barbaren loszuwerden. Unweit der Stadt bei Nizäa trafen sie auf die Seldschuken unter Sultan Kilij Arslan, der das Volkskreuzzugs-Heer erwartungsgemäß vernichtend schlug. Die meisten Teilnehmer des Volkskreuzzuges wurden getötet, einige nahmen, um ihr Leben zu schonen, den Islam an und wurden Sklaven, und nur wenige (ca. 3000) blieben übrig, die sich dem professionellen Kreuzfahrerheer anschlossen und mit ihnen ins Hl. Land zogen, darunter Peter von Amiens, der von da an aber keine Führerrolle mehr übernahm.

Das Massaker von Jerusalem. Als die Kreuzfahrer Jerusalem erreichten (vermutlich von den ursprünglich 5000 nur noch ca. 1300 berittene Ritter nebst ca. 10.000 Fußsoldaten sollen es gewesen sein; andere sprechen insgesamt von 5000 Kämpfern), nahmen sie am 15. Juli 1099 die Stadt ein und sollen dort ein großes Blutbad angerichtet haben. In Berichten ist davon die Rede, dass die Ritter sämtliche Nichtchristen, Muslime und Juden, einschließlich aller Frauen und Kindern abschlachteten, so dass sie „knöcheltief im Blut wateten“ (einer Quelle zufolge ging das Blut in der Tempelhalle sogar bis zu den Knien und dem Zaumzeug der Pferde), über Leichen laufen mussten, und am Ende haushohe Berge von Leichen in Pyramidenform vor der Stadtmauer aufschütten ließen. Bei all dem sangen die Ritter voller Freude Lieder und beteten Gott an. Diese seltsamen Berichte, die ursprünglich von christlicher Seite kamen und verblüffenderweise das Blutvergießen geradezu bejubeln, sind nach dem Urteil vieler heutiger Historiker eine in „apokalyptischer Blutsprache“ verfasste Heldendichtung in Anlehnung an Bibelstellen wie Offb 14,20, ähnlich dem Rolandslied (das in derselben Zeit entstand). Dann dürfen aber diese Berichte nicht wörtlich genommen werden. In Wirklichkeit können weder alle Muslime noch alle Juden umgebracht worden sein; wurden sie doch (denselben Quellen zufolge!) schon tags darauf zur Leichenbeseitigung herangezogen. Außerdem gelang einigen die Flucht und viele wurden später für Lösegeld freigegeben. Es gibt auch kein jüdisches Opfer-Gedenken für das Massaker von

Jerusalem (anders als für die Opfer der Judenpogrome im Vorfeld des Kreuzzugs, für die ein liturgisches Gedenken unter dem Namen Gezerot Tatnu eingerichtet wurde), so dass die Anzahl der jüdischen Todesoper, falls es solche gab, vermutlich sehr gering war. Zwar erwähnen um 1160 die syrischen muslimischen Autoren al-Azimi und Ibn al-Qalanisi, es sei eine Synagoge verbrannt, was durchaus glaubhaft ist. Ibn al-Qalanisis Aussage allerdings, dass Juden in diese Synagoge geflüchtet waren und darin umkamen, als die Kreuzfahrer das Gebäude angezündeten, wird heute vielfach mit Skepsis betrachtet. Denn in dem 1975 entdeckten Brief eines entkommenen Juden, der vermutlich das älteste Dokument über die Geschehnisse sein dürfte, werden gar keine jüdischen Todesopfer erwähnt; statt dessen erfahren wir, dass die Juden von Askalon Geld sammelten, um so viele Juden wie möglich aus Jerusalem freizukaufen (siehe Fußnote 129). Man darf auch nicht vergessen, dass der Kreuzzug von einer Idee her gegen die islamische Besatzer, nicht gegen die von diesen beherrschte jüdische Minderheit gerichtet war. Die von späteren muslimischen Quellen genannten Opferzahlen (70.000 bei Ibn al-Jawzi bzw. Ibn-al-Athir und Ibn-Muyassar aus dem 12/13. Jh. und sogar 100.000 bei Ibn Taghri-Birdi aus dem 15. Jh.) sind, wie heutige Forscher glauben, weit übertrieben. Spätere lateinische Quellen sprechen von 10.000 bis 65.000 Toten, was immer noch zu hoch ist, da Jerusalem damals maximal 30.000 Einwohner hatte. Der Wahrheit am nächsten scheint eine zeitgenössische muslimische Quelle (Ibn-al-Arabi) zu kommen, die 3000 Opfer nennt; nach dem jüdischen Forscher Benjamin Kedar, der die bislang ausführlichste Untersuchung über die Opferzahl vorgelegt hat, ist dies die plausibelste Opferzahl. Sie ist schlimm genug, umfasst sie doch anscheinend

Hauptquelle sind die Gesta Francorum, die sich als Bericht eines anonymen Augenzeugen geben; doch die neuere Forschung hat gezeigt, dass es sich wahrscheinlich nicht um einen Augenzeugenbereicht handelt, sondern um eine Art Epos im Stile des Rolandliedes. Hier ist vom knöcheltiefern Blutwaten die Rede (Gesta Francorum 38,4) und in 39,1 heißt es abschließend: „Ein solches Abschlachten der Heiden ist niemandem jemals zu Gehör oder Gesicht gekommen, es wurden aus ihnen [d.h. ihren Leichen] Scheiterhaufen angerichtet, die Pyramiden glichen, und niemand kennt ihre Zahl als Gott allein“ (Tales occisiones de paganorum gente nullus unquam audivit nec vidit, quoniam pyrae erant ordinatae ex eis sicut metae. et nemo scit numerum eorum nisi solus Deus). Nach den Gesta Francorum hatte es zuvor auch schon in Antiochien ein ähnliches Blutbad gegeben. Eine weitere wichtige Quelle ist Wilhelm von Tyros

(ca. 1130–1186), der allerdings kein Zeitzeuge mehr war, sondern Nachfahre der Eroberer, geboren in Palästina, Kanzler des Königtums Jerusalem und Erzbischof von Tyros in Palästina. Wilhelm überliefert in seinem Chronicon 8,19–20 den oft zitierten Bericht: Beim Einbruch in die Hl. Stadt „liefen der Herzog und seine Begleitung mit gezogenem Schwert, mit beschützendem Helm und vorgehaltendem Schild wie ein Trupp in die Viertel und auf die Plätze, und wen immer sie auffinden konnten, den streckten sie mit der Schärfe des Schwertes nieder, ohne Rücksicht auf Alter und Stand. So groß war das Blutbad der überall Niedergemetzelten und der Haufen der abgeschlagenen Köpfe, dass kaum noch ein Weg frei und ein Durchgange möglich war als über die Leichen der Toten. Auf verschiedenen Wegen drangen sie vor, unsere Fürsten und ihr Gefolge, richteten ein unzähliges Blutbad an und gelangten bis zur Stadtmitte, dürstend nach dem Blut der Ungläubigen und entschlossen zu ihrer Niedermetzelung … Als sie hörten, dass das Volk im Tempel Zuflucht genommen hatte, marschierten sie allesamt dorthin, drangen mit Mann und Pferd ein, köpften dort schonungslos, wen sie antrafen, und erfüllten alles mit Blut.“ Näher an den Geschehnissen und wohl eine der Quellen des Wilhelm von Tyros ist Fulcher von Chartres, der am Kreuzzug (aber nicht an der Erstürmung Jerusalems) persönlich teilnahm. Er schreibt, dass im Tempel „fast zehntausend“ geköpft wurden, und fügt hinzu: „Wäret ihr dort gewesen, wären eure Füße bis zu den Knöcheln rot gefärbt gewesen vom Blut der Erschlagenen. Was soll ich noch sagen? Dass man keinen von ihnen am Leben ließ, weder Frauen noch Kinder verschonte.“ (Historia Hierosolymitana 1,27) Eine vierte westliche Quelle ist Raymond d’Aguiliers’ Historia Francorum qui ceperint Jerusalem, der sich als Augenzeuge ausgibt, dessen Berichte im Stil eines von Wunderberichten durchtränkten Mythos jedoch von den Historikern stark angezweifelt werden, und der im rühmenden Ton davon spricht, dass man im Tempel und in der Halle Salomons im Blut watete, das bis zu den Knien und den Zügeln der Pferde reichte. Diese Aussage wird von Ekkehard von Aura in seinen Hierosolymita wiederholt, der aber auch kein Augenzeuge war, da er erst 1101 ins Hl. Land kam.  Vgl. Wilhelm von Tryros, Chronikon 8,21: „Als endlich … in der Stadt die Ordnung hergestellt war, legten sie die Waffen nieder, wuschen sich die Hände, zogen reine Kleider an und gingen dann demütigen und zerknirschten Herzens, unter Seufzen und Weinen, mit bloßen Füßen an den ehrwürdigen Orten umher, welche der Erlöser durch seine Gegenwart heiligen und verherrlichen mochte, und küssten dieselben in größter Andacht. Bei der Kirche zum Leiden und der Auferstehung des Herrn kamen ihnen sodann das gläubige Volk der Stadt und der Klerus, die beide seit so vielen Jahren ein unverschuldetes Joch getragen hatten, voll Dankes gegen ihren Erlöser, der ihnen wieder die Freiheit geschenkt hatte, mit Kreuzen und den Bildern der Heiligen entgegen und geleiteten sie unter Lobliedern und geistlichen Gesängen nach der vorgenannten Kirche. Es war ein gar lieblicher Anblick, der das Herz mit frommer Lust erfüllte, das Volk in brünstiger Andacht die heiligen Orte betreten zu sehen, zu sehen, mit welchem Jubel und mit welcher geistlichen Freude sie die Stätte küssten, wo der Herr gelitten hatte. Überall Tränen, überall Seufzer, aber nicht von Angst und Betrübnis ausgepresst, sondern aus glühender Andacht, aus der höchsten Freudigkeit des inneren Menschen … Sowohl in der Kirche als in der ganzen Stadt erhob sich vom Volk, das dem Herrn seinen Dank darbrachte, ein solches Getöse, dass es sich bis zu den Sternen zu erheben schien, dass man mit Recht davon sagen konnte: ‚Man singt mit Freuden vom Sieg in den Hütten der Gerechten.’“

ganze 10 Prozent der Stadtbevölkerung und kommt der Anzahl der Opfer in der Pariser Bartholomäusnacht gleich, ebenso wie der Zahl der beim Anschlag des 11. September 2001 in New York Gestorbenen. Andererseits fallen 3000 Tote bei der Erstürmung einer gut bewachten Stadt militärgeschichtlich nicht aus dem Rahmen des immer wieder Vorkommenden hinaus. Zeitnah kann man z.B. auf die Tötung von mindestens 5000 Christen bei der Einnahme Edessas durch Imad ad-Din Zengi im Jahre 1144 hinweisen, was bekanntlich den zweiten Kreuzzug auslöste.133 So ist das Urteil des Militärhistorikers John France nachvollziehbar, dass die Gewalt „nicht weit über das hinausging, was damals allgemeine Praxis war“.134 Gleichwohl sind tödliche Ausschreitungen gegen die Zivilbevölkerung, gleichgültig wie viele oder wenige Menschen davon betroffen sind, in keiner Weise zu rechtfertigen. Wenn auch nur ein Bruchteil des Geschilderten wahr ist, dürfte das wohl nur so zu erklären sein, dass die Kreuzfahrer (die in der vorhergehenden Belagerung der Stadt 10 Tage gehungert hatten und in der Sommerhitze fast verdurstet waren, da sie im Umlang von Jerusalem keine Nahrungsmittel und fast keine fließenden Brunnen mehr fanden), bei der Erstürmung der Stadt im Siegestaumel die Beherrschung verloren hatten.

So bleibt Kritik angebracht und wurde in der Folge gerade auch von christlicher Seite geübt. Die Kreuzzüge konnten, wie diese Ausschreitungen (und mehr noch ihre schamlosen Glorifizierungen in den christlichen Quellen) zeigen, leicht dazu führen, dass man das vernünftig durchdachte Konzept des „gerechten Verteidigungskrieges“, in dem Gewalt auf das unvermeidliche Maß zu reduzieren ist, fallen ließ und durch das gefährliche Konzept des von Gott angeordneten „heiligen Vernichtungskrieges“ nach dem Vorbild der alttestamentlichen Eroberungszüge ersetzte – das Konzept jener alttestamentlichen Kriege, in denn man glaubte, auf Geheiß Gottes zur direkten Tötung aller Heiden berechtigt oder sogar verpflichtet zu sein.

Das Jerusalemer Massaker dürfte aber im Folgenden dazu beigetragen haben, dass Kanonisten (wie Gratian) und Theologen

(wie Thomas von Aquin) klarer die „Lehre vom gerechten Krieg“ entwickelten; es wurde klar gestellt, dass es weder um Eroberung von Gebieten noch um Missionierung/Bekehrung der Ungläubigen und erst recht nicht um Ausrottung der Ungläubigen gehen dürfe. Die Beispiele göttlicher Kriegführung aus dem Alten Testament, so erkannte man, dürfen für die neutestamentliche Christenheit nicht maßgebend sein; auch Kriege im Heiligen Land dürften nur der Verteidigung dienen.  Vgl. das 1140 von Gratian komplizierte Kirchenrecht, wo es in der Dekretale Dispar nimirum heißt: Gegen die Sarazenen „wird zurecht gekämpft, weil sie die Christen verfolgen und aus ihren Städten und eigenen Wohnsitzen vertreiben“ wohingegen – wie ein Kommentator erklärte – „wenn die Sarazenen die Christen nicht verfolgen, wir sie nicht angreifen können“.

die Katharer von den Katholiken unterscheiden könne, den Befehl gegeben: „Erschlagt alle, Gott wird die Seinen erkennen“, Es wurden dann „fast 20.000“ Personen getötet, wie Arnaud selbst dem Papst berichtete; manche sprechen gar von 60.000 oder 100.000. Viele waren zuvor in zwei Kirchen geflüchtet: 7000 Menschen in die Kirche St. Magdalena und weitere 8000 in eine andere Kirch, aber beide Gruppen fanden den Tod. Soweit die populäre Geschichte. Wie allerdings der Historiker Laurence Marvin (The Occitan War, A military and political history of the Albigensian War, 1209–1218, Cambridge University Press 2008, S. 44–45) klargestellt hat, sind diese Angaben unhaltbar. 7000 Menschen passen beim besten Willen nicht in die genannte Kirche, die heute noch vorhanden ist. Die Stadt hatte Marvin zufolge bloß 10.000 bis maximal 14.500 Einwohner; nach dem französische Historiker Jacques Berlioz (Tuez-les tous, Dieu reconnaîtra les siens, Loubatières, 1996, S. 58) waren es 9.000 bis 12.000. Der oft zitierten grausame Befehl Arnauds, einfach unterschiedslos alle zu töten, ist nicht von einem unmittelbaren Teilnehmer des Kreuzzugs überliefert und sachlich falsch. Arnaud hatte gar keinen Befehl zum Angriff gegeben; denn, wie er selbst an Papst Innozenz III. schrieb (PL 216, Sp. 139C), hatten „Söldner und andere Gemeine und unbewaffnete Personen“ (ribaldi et alii viles et inermis personae), die sich dem Kreuzfahrerheer angeschlossen hatten, sich selbständig gemacht und die Untat spontan „innerhalb von zwei oder drei Stunden“ vollbracht, als die Heeresführung noch mit den Freiherren verhandelte, wie die Katholiken der Stadt befreit werden könnten. Nach Marvin und anderen kritischen Historikern hat die Mehrheit der Stadtbevölkerung das Massaker überlebt, denn sehr schnell fand die Stadt unter den Kapetingern zu ihrer alten Prosperität zurück. Der ganze Albigenserkreuzzug, der oft als ganz besonders brutal und blutig ausgemalt worden ist, verbleibt nach Marvin militärgeschichtlich diesbezüglich ganz im Rahmen des für damalige Kriege Üblichen. Die in populären Darstellungen erwähnte Zahl von insgesamt einer Million Toten ist völlig unhaltbar – sie entspricht der gesamten damaligen Bevölkerung Südfrankreichs. Die Massaker belaufen sich auf Hunderte, aber nicht Tausende. Eine konkrete Opferzahl des Massakers von Bézisers nennt Marvin nicht; Berlioz spricht explizit von „einigen Hundert“. Die übertriebenen Zahlen und grausamen Berichte aus der Feder christlicher Chronisten aber – z.B. auch die Angabe Arnauds, dass „fast 20.000“ getötet wurden – scheinen mit dem Hintergedanken verbreitet worden zu sein, den Albigensern Schrecken einzujagen (insbesondere wies Arnaud in seinem Brief an Innozenz III. triumphierend auf den großen Schrecken hin, den die Ereignisse in Béziers überall verbreitet hatten). Dazu kommt, dass damalige Augenzeugen anscheinend generell Schwierigkeiten im zahlenmäßigen Erfassen großer Menschenmengen hatten.

  • Das schlimmste an Christen verübte Massaker in der Kreuzzugszeit scheint dasjenige zu sein, dass beider Einnahme Antiochiens 1268 durch Truppen vonSultan Baibars verübt wurde. Joseph François Michaud bemerkte in seiner 1820–1822 geschriebenen Histoire des croisades (Band 5, Paris 6. Auflage 1841, S. 26), dass nach dem Urteil der meisten Historiker 17.000 Christen getötet und 100.000 in die Gefangenschaft geführt worden („La pluspart des historiens s’accordent à dire que dix-sept mille chrétiens furent égorgés, cent mille traînés en servitude“). Von den Neueren sagt Jonathan Phillips (Heiliger Krieg, eine neue Geschichte der Kreuzzüge, München 2009, S. 437 etwas vorsichtiger: „Die Eroberung der Stadt ging mit einem abscheulichen Massaker einher, mit bis zu siebzehntausend Toten und Zehntausenden Gefangenen.“
  • Victory in the East. A Military history of the First Crusade. Cambridge 1994, S. 355.
  • hierzu das Kapitel „Gewalt und Tötung in der kirchlichen Moraltheologie“ in meiner Ausarbeitung „Kirche und Gewalt“.
  • Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt, Münster 2008, S. 430.
  • Decretum Gratiani, pars II, C. 23, q. 8, c. 11, Dispar Nimirum (vgl. auch Angenendt, Arnold, Toleranz und Gewalt, Münster 2008, S. 422).
  • So z.B. der Kommentator Johannes Teutonicus um 1215 in seiner Glossa Ordinaria, fol. 285va (vgl. Kuttner, Stephan, Repertorium der Kanonistik. 1140–1234, Città del Vaticano 1937, S. 93–99; außerdem Brand-Pierach, Sandra, Ungläubige im Kirchenrecht, Konstanz 2004). Vgl. auch das Zitat auf S. 29 aus der Summa Parisiensis, wonach nicht-aufständische Sarazenen oder Juden „nicht getötet oder zur Taufe gezwungen werden dürfen.“ Noch allgemeiner ist Satz im Decretum Gratiani (pars II, c. 23, q. 5, c. 33): „ad fidem nullus est cogendus“ (zum Glauben darf niemand gezwungen werden).

3.3. Der vierte Kreuzzug

Ein besonders Aufsehen erregender und das Miteinander von Ost- und Westkirche nachhaltig belastender Kreuzzug war der vierte Kreuzzug, der mit der Einnahme von Konstantinopel durch westliche Kreuzfahrer endete. Dazu kam es wie folgt: Der von seinem Onkel Alexios III. Angelos gestürzte byzantinische Prinz Alexios IV. Angelos, Sohn des ebenfalls von Alexios III. gestürzten, geblendeten und eingekerkerten Kaisers Isaak II. Angelos (welcher der Schwiegervater des deutschen Königs Philipp von Schwaben war) reiste 1202 aus Konstantinopel ins Winterlager der Kreuzfahrer in Dalmatien (bei Zara = Zadar im heutigen Kroatien), die zu einem neuen Kreuzzug mit dem Ziel der Rückeroberung des Heiligen Landes aufbrechen wollten. Alexios IV. unterbreitete dem Heer den Vorschlag, erst gegen Byzanz zu ziehen, um seinen Vater Isaak und ihn selbst wieder in die königlichen Rechte einzusetzen. Dafür versprach er,

  1. den Rittern die Summe von 200.000 Silbermark auszuzahlen (die diese den venezianischen Geldgebern schuldeten),
  2. die Versorgung des Kreuzfahrerheeres für ein Jahr zu übernehmen und eine byzantinische Armee von 10.000 Mann aufzustellen, welche die Kreuzfahrer bei der Rückeroberung Jerusalems unterstützen sollten, sowie 500 Ritter für den ständigen Verbleib im Hl. Land,
  3. sich für Aussöhnung der griechischen Kirche mit dem Papst einzusetzen.

Die Kreuzfahrer und besonders die venezianischen Geldgeber des Kreuzzugs (vor allem der Doge Enrico Dandolo) erklärten sich damit einverstanden, ebenso der Anführer des Zuges, Markgraf Bonifaz von Montferrat, der mit den byzantinischen Kaiserhaus verschwägert war (er war Vetter von Philipp von Schwaben, des Schwiegervaters von Kaiser Isaak II.). Papst Innozenz III. indessen hatte den Kreuzfahrern in einem Brief ausdrücklich den Krieg gegen Christen verboten und die venezianischen Kreuzfahrer, insbesondere den Dogen exkommuniziert und drohte damit, die Exkommunikation auf das ganze Heer auszudehnen; sein Brief wurde jedoch abgefangen. So zog man also gegen den Willen des Papstes nach Konstantinopel, und nach einer schnellen Einnahme der Stadt am 17. Juli 1203 durch die Kreuzfahrer (bei der ein Feuer ausbrach) wurde der rechtmäßige Kaiser Isaak II. aus dem Gefängnis befreit und kam zusammen mit seinem Sohn Alexios VI. in Konstantinopel tatsächlich wieder an die Macht; Alexios III. konnte fliehen. Doch hatte nun Alexios IV. Schwierigkeiten, seine den Kreuzfahrern gegebenen Versprechungen, vor allem die versprochene Geldzahlung, einzulösen (er brachte nur die Hälfte des Geldes auf); zum allem Unglück wurden die beiden Herrscher Isaak II und Alexios IV. auf Betreiben von General Alexios V. Murtzuphlos, dem Schwiegersohn von Alexios’ III., am 25. Januar 1204 abgesetzt. Alexios IV. wurde drei Tage später, am 28. Januar, ermordet (erwürgt) und auch Isaak II. verschwand kurz danach unter ungeklärten Umständen (wahrscheinlich wurde er auf Befehl Alexios V. vergiftet). Nachdem ein gewisser Nikolaos Kanabos einige Tage regiert hatte, bestieg am 5. Februar der Kaisermörder Alexios V. Murtzuphlos selbst den Thron. Dieser dachte nun verständlicherweise nicht daran, die Versprechungen seines Vorgängers an die Kreuzfahrer einzulösen und befahl diesen, Stadt und Reich sofort zu verlassen. Erst daraufhin kam es am 12. April 1204 zu einer zweiten Eroberung der Stadt durch die Kreuzfahrer, die dieses Mal viel gewaltsamer ablief als das erste Mal und mit einer dreitätigen Plünderung der Stadt endete, da die Kreuzfahrer auf der Einhaltung der Versprechungen bestanden und sich das versprochene Geld selbst holen wollten (obwohl der Papst, als er von dem Vorhaben hörte, die Eroberung in einem Brief verboten hatte, der abermals abgefangen wurde). Dabei wurden viele Kunstschätze gestohlen und durch Einschmelzen zerstört; man lies sich nicht davon abschrecken, dass diese wertvollen Gegenstände vor allem in den Kirchen und Klöstern zu finden waren und profanierte durch den Raub die sakralen Räume. Zudem kam es zu ungeplanten vandalistischen Ausschreitungen, Morden und Vergewaltigungen, wie sie immer wieder von Heeren verübt werden, die im Siegestaumel außer Kontrolle geraten. Die Zahl der Opfer, welche diese Ausschreitungen und zuvor die Einnahme der Stadt (bei der wie beim ersten Mal ein Feuer ausbrach) forderte, wird vom Historiker Will Durant auf 2000 geschätzt. Alexios V. konnte fliehen, und am Ende wurde ein lateinisches Kaiserreich mit Graf Balduin von Flandern als erstem Kaiser („Balduin I.“) eingerichtet, das bis 1261 Bestand hatte. Außerdem setzten die Kreuzfahrer 1204 in Konstantinopel den Venezianer Thomas Morosini als neuen lateinischen Patriarchen ein (ohne jede päpstliche Genehmigung). Dem Papst wurde dann aber die Aktion als erfolgreiches Ende der Kirchenspaltung dargestellt, und obgleich Innozenz zunächst lebhaft gegen die „Gräuel der Verwüstung“ protestierte, welche Kreuzfahrer an christlicher Stätte verübt hätten, erkannte er schließlich ein Jahr später, 1205, den neuen Patriarchen an. Festzuhalten bleibt allerdings, dass die römische Kirche die Eroberung Konstantinopels ursprünglich nicht beabsichtigt hatte, und dass diese Eroberung gegen den ausdrücklichen Willen des Papstes erfolgt war. Die letzte Ursache für das Debakel scheint der innerbyzantinische Konflikt zwischen den Kaisern Alexios III., Alexios IV. und Alexios V. gewesen zu sein, in welchen die Kreuzritter durch eine unglückliche Verkettung von Umständen hineingezogen worden waren.

Auch bei zwei anderen Zusammenstößen von Kreuzfahrern mit orthodoxen Christen, einmal in Russland (siehe Abschnitt 3.5) und an anderes Mal in Bulgarien (siehe Fußnote 110), scheint es unangebracht zu sein, von einem „päpstlichen Kreuzzug gegen die Orthodoxie“ zu reden.

Nachwort: Das Massaker der Byzantiner an den Lateinern. Kaum bekannt ist, dass es 1182, also 22 Jahre vor der gewaltsamen Einnahme Konstantinopels durch die lateinischen Kreuzfahrer, auch umgekehrt ein furchtbares sog. Massaker der Byzantiner an den Lateinern gegeben hat, das die Griechen „Sphage ton Latinon“ (die Abschlachtung der Lateiner) nennen.

Um 1182 lebten in Konstantinopel ca. 60.000 bis 80.000 lateinische Christen, die hauptsächlich aus Venedig, Pisa, Genua und Amalfi stammten. Das war ein gewaltiger Anteil bei einer Stadt mit ca. 400.000 Einwohnern. Die Lateiner hatten eigene Stadtviertel beim Goldenen Horn im Norden Konstantinopels; viele von ihnen waren Händler und einige auch von den Kaisern privilegierte Aristokraten und Großgrundbesitzer. Als 1180 Kaiser Manuel I. starb, regierte von 1180 bis 1182 die Kaiserwitwe Maria von Antiochien, selbst Lateinerin, welche die lateinischen Mitbürger weiter begünstigte, was die Missgunst der griechischen Untertanen gegen die Lateiner verstärkte. Als daher 1182 Andronikos I. Komnenos die Herrschaft in der Stadt übernahm, entlud sich der Volkszorn gegen die lateinischen Mitbürger, und Andronikos schritt nicht dagegen ein. Einige der 60.000 Lateiner konnte fliehen, wer aber nicht fliehen konnte (wie z.B. Kinder in den Hospitälern) wurde ermordet, bis als Letztes nur noch 4000 Lateiner übrig blieben, die dann als Sklaven an die Türken verkauft wurden. Häuser und Kirchen der Lateiner wurden konfisziert. Es könnte hier mehr als zehntausend Todesopfer gegeben haben. Zu den Ermordeten gehörte auch Kardinal Johannes, der päpstliche Legat. Er wurde geköpft; anschließend soll sein Schädel am Schwanz eines Hundes durch die Stadt geschleift worden sein. Am Ende wurde die lateinische Kaiserwitwe, die auf Befehl des neuen Kaisers zuerst eingekerkert worden war, ebenfalls exekutiert.

Neben dem Kreuzzug von 1204 gehört auch dieses Massaker von 1182 zu den traurigen Ereignissen, die den Hass zwischen Lateinern und Griechen vertieft haben.148

  • Jedoch war der Kreuzzugsaufruf von Papst Martin IV. (Simon de Brion, 1281–1285) gegen Konstantinopel eine anscheinend tatsächlich unverantwortliche, eine eines geistlichen Oberhaupts unwürdige Fehlentscheidung. Nachdem es in Folge des vierten Kreuzzugs 1204–1261 in Konstantinopel zu einer Herrschaft fränkischer Kaiser gekommen war, hatte 1261 der griechischen Kaiser Michael VIII. Palaiologios Konstantinopel zurückerobert und somit das byzantinischen Kaisertum wiederhergestellt. Dieser Kaiser setzte sich alsdann wie kein anderer für eine Wiederherstellung der vollen Kircheneinheit zwischen Rom und Byzanz durch Anerkennung des geistlichen päpstlichen Führungsanspruchs ein, und so wurde 1274 auf dem Zweiten Konzil von Lyon tatsächlich die

Einheit feierlich wiederhergestellt, indem sich der Kaiser dem Papst unterstellte und in seinem Reich auch  mehrere Bischöfe – deren berühmtester der neue Patriarch Johannes Bekkos war – für die Einheit mit der Römischen Kirche gewann. Dafür hatte der Kaiser außer seiner persönlichen Überzeugung auch politische Gründe: Er glaubte, dass der Papst verhindern könnte und auch verhindern würde, dass sein von ihm als treuen Katholiken geführte Reich von den westlichen katholischen Fürsten angegriffen würde. Während der Papst auf dem Lyoner Konzil (der selige Gregor X.) ihm tatsächlich zugetan war, waren aber dessen Nachfolger merklich kühler zu ihm eingestellt; und der schwache französische Papst Martin IV, der offenbar eine Marionette in der Hand des Karl von Anjou war (sein Landsmann, der französischen König von Sizilien und Neapel, der Bruder des französischen Königs St. Ludwig IX.), ging schließlich so weit, Kaiser Michael – ohne erkennbaren Grund – am 18. November 1281 als „Unterstützer von Spaltung und Irrlehre“ zu exkommunizieren; der Kaiser aber blieb selbst dann noch der katholischen Kirche treu und starb ein Jahr später, am 11. Dezember 1282, ohne kirchliches Begräbnis. Diesen ungerechten und verhängnisvollen Schritt aber hatte Papst Martin IV. auf Wunsch und Betreiben seines Günstlings Karl von Anjou getan (der damals als mächtigster Herrscher des Abendlandes galt und den manche den „ungekrönten Kaiser“ jeder Zeit nennen), um ihm den Weg dafür freizumachen, in einem für das Frühjahr des kommenden Jahres geplanten „Kreuzzug“ Konstantinopel wiederum zu erobern zu dürfen (was der Papst offenbar unterstützte); Karl wollte sein Reich dadurch erweitern und ein großes Mittelmeer-Reich errichten. Karls hochtrabende Pläne, der sich mit den Venezianern verbündet hatte und im April 1283 Konstantinopel angreifen wollte, wurden jedoch plötzlich vereitelt, als am 30./31. März seine sizilianische Untertanen einen Aufstand machten (sog.

Sizilianische Vesper) und Peter III. von Aragon zur Hilfe riefen, welcher am 4. September 382 der neue König Peter I. von Sizilien wurde. Dass Papst Martin IV. den neuen König von Sizilien 1283 ebenfalls exkommunizierte und 1284/5 zur Begünstigung Karls und der Franzosen sogar zum Kreuzzug gegen das nun durch Sizilien erweiterte spanische Königreich Aragon aufrief, änderte daran nichts mehr, da der von König Philipp III. von Frankreich angeführte Kreuzzug mit einer vollkommenen Niederlage der Franzosen endete. – Papst Martin soll erstaunlicherweise persönlich fromm und wohlwollend gewesen sein; wie konnte er dann aber zwei Kreuzzüge gegen christliche Herrscher und Reiche befürworten, die für uns klar ersichtlich ungerecht waren? Vermutlich hat Karl von Anjou im Interesse einer Machtpolitik den Papst (und womöglich sogar sich selbst!) durch falsch bewertete Informationen über Kaiser Michael und König Peter getäuscht: Peter konnte ja oberfächlich gesehen als ungerechter „Usurpator“ erscheinen, Michael aber in verzerrter Optik als „Begünstiger“ von Spaltung und Irrlehre, ganz einfach aufgrund der Tatsache, dass es im byzantinischen Reich (trotz aller Bemühungen des Kaisers) weiterhin eine starke Fraktion von Unionsfeinden gab. Da Martin nur auf Karl hörte, hatte dieser leichtes Spiel; es scheint nur einen Fall zu geben, wo der Papst sich Karl entgegenstellte: Als dieser mit Peter von Aragon ausgemacht hatte, am 1. Juni 1283 in Bordeaux die Streitigkeiten um Sizilien durch ein Duell aus der Welt zu räumen, bei dem auf jeder Seite 100 Ritter kämpfen sollten, untersagte Martin dies mit Berufung auf das Kirchenrecht, nach dem Gottesurteile verboten seien. Die ansonsten bedauernswerten Entscheidungen dieses Papstes besiegelten jedenfalls das Ende der Kirchenunion von Lyon, welche auf einem Orthodoxen Konzil in Byzanz 1285 offiziell aufgekündigt wurde. Im selben Jahr 1285 waren kurz vor diesem Konzil Papst Martin und Karl von Anjou gestorben, und Ende desselben Jahres starb auch Peter von Aragon. In Dantes göttlicher Komödie muss Karl von Anjou vor den Toren des Fegfeuers, in dem Dante selbstverständlich auch Martin IV. sitzen lässt, mit seinem Rivalen Peter von Aragon einstimmig Lieder singen.

  • http://en.wikipedia.org/wiki/Massacre_of_the_Latins (03.05.2013); Warren Caroll, A history of Christendom 3, Front Royal (Virginia), 1993, S. 131, 157.
  • Einen ähnlichen Vorfall wie 1182 hatte es 1171 gegeben, als auf Befehl oder zumindest mit stillschweigendem Einverständnis der Regierung Tausende von Venezianern im byzantinischen Reich getötet, verwundet oder eingesperrt wurden; siehe bei Carroll (Fußnote 136) S. 150. Sodann hatte 1187 der byzantinische Kaiser Isaak II. Angelos dem Sarazenenfürst Saladin gratuliert, als dieser Jerusalem den Kreuzrittern entrissen hatte, und als Friedrich Barbarossa in Jahr darauf Isaak um Erlaubnis bat, sein Reich zu durchqueren und das Heiligen Land zu erreichen, versuchte Isaak mit Saladin zu paktieren, um das deutsche Heer zu vernichten (sog. „byzantinischer Verrat“, vgl. Carroll, S. 130–133). Zur Umsetzung dieses Plans versuchte er 1189 Friedrich aufzuhalten, was aufgrund der Übermacht der Kreuzfahrerheeres aber nicht gelang. – Unmittelbar vor der Eroberung Konstantinopels durch die Kreuzfahrer fing der Mob im August 1203 abermals an, den in der Stadt mittlerweile wieder ansässigen Lateinern zu schikanieren, ihre Häuser zu verbrennen und Massaker zu verüben; viele lateinischen Bürger begaben sich daraufhin ins Lager der ca. 20.000 fränkischen und venezianischen Kreuzfahrer und erhöhten so die Stärke des Heeres um ca. 15.000 zusätzliche potentielle Kämpfer. Einige von ihnen zündeten ebenfalls noch im August 1203 in der Stadt ein Feuer an und verursachten einen gewaltigen Brand, der zusammen mit den Bränden bei den beiden Eroberungen der Stadt durch die Kreuzfahrer einen beträchtlichen Teil der Stadt verheerte.

3.4. Der Kinderkreuzzug und die Hirtenkreuzzüge

Ein sehr problematisches Phänomen waren die nicht-offiziellen, „charismatischen“ Kreuzzüge: neben dem schon besprochenen Volkskreuzzug waren dies allem der sog. Kinderkreuzzug und die beiden Hirtenkreuzzüge.

Der Kinderkreuzzug von 1212: Zwischen Ostern und dem Weißen Sonntag des Jahres 1212 sammelten sich im Rheinland und in Niederlothringen Scharen von „pueri“ (Jugendliche und junge Erwachsene, der Ausdruck Kinder-Kreuzzug ist eigentlich eine Fehlübersetzung, wenn man damit unmündige Kinder meint, obwohl auch solche Kinder dabei waren) um sich auf den Weg nach Jerusalem zu begeben. Den vom Mythos überlagerten Berichten zufolge, in denen sich Legende und historische Wahrheit schwer trennen lassen, sollen es ca. 20.000 gewesen sein. Anführer war ein gewisser Nikolaus aus Köln. Dieser behauptete, ihm sei ein Engel erschienen, der ihn aufgefordert habe, das heilige Grab von den Sarazenen zu befreien. Gott werde den Zug unterstützen und das Meer teilen, so dass sie wie die Israeliten trockenen Fußes in das Heilige Land gelangen würden. Nikolaus trug ein Kreuzzeichen in der Form eines Tau als Zeichen seiner Auserwählung. Dieser Kreuzzug, so die Annalen von Marbach, war einer, zu dem niemand „aufgefordert oder durch Predigt aufgerufen“ worden war („nullo hortante nec predicante“), der also ganz aus eigener Initiative der „pueri“ zustande kam. Die fanatisierten bäuerlichen pueri ließen sich weder von Eltern und Verwandten noch von vielen besorgten Geistlichen aufhalten, die dies verzweifelt versucht hatten. Von Köln zog die Gruppe dem Rhein entlang bis Speyer und von da durch das Elsass. Bereits vor der Überquerung der Alpen starben viele an Hunger und Durst. Am 25. August kam die Gruppe schließlich in Genua an, nach dem Stadtchronisten von Genua waren es 7.000 Personen beiderlei Geschlechts („pueros et puellas“). Einige verließen die Stadt schon am nächsten Tag, enttäuscht darüber, dass das Wunder der Meeresteilung ausgeblieben war. Nun teilte sich der Zug. Einige marschierten weiter in Richtung Rom, darunter Nikolaus von Köln selbst. Dieser erreichte Rom auch und wurde von Papst Innozenz wieder nach Hause geschickt. Eine größere Gruppe soll versucht haben, in Pisa und Brindisi Schiffe nach Palästina zu besteigen. Die wenigen, denen dies gelang, sollen schließlich als Sklaven an die Sarazenen verkauft worden sein. Keiner der Kreuzzugsteilnehmer scheint das Heilige Land je erreicht zu haben. Einige blieben in Italien, wo sie sich als Knechte und Mägde verdingen mussten. Alle Quellen sind sich einig, dass von den Tausenden, welche die Alpen überquert hatten, nur wenige den Weg zurück fanden. Auf dem Heimweg wurden sie verspottet: Der Marbacher Annalist vermerkt, dass diejenigen, die auf der Hinfahrt singend in Scharen gegen Süden gezogen seien, nun kleinlaut, barfüssig, hungrig und von allen verlacht nach Hause kamen. Nikolaus’ weiteres Schicksal liegt im Dunkeln, vermutlich kam er auf der Rückreise in den Alpen um. Zu Hause soll sein Vater gefangen genommen und auf Betreiben von verärgerten Familien, die ihre Kinder verloren hatten, gehängt worden sein.

Es gab neben dem deutschen auch einen französischen Teil der Kinder-Kreuzzugsbewegung, vielleicht ca. 30.000 Personen, die von einem zwölfjährigen Hirtenknaben Stephan aus Cloyes bei Vendômes angeführt wurden. Der Zug ging im Juni 1212 nach Marseille, von dort ging die Reise mit sieben Schiffen weiter, von denen zwei bei Sardinien im Meer versanken; die Insassen der übrigen Schiffe gerieten in Ägypten in muslimische Gefangenschaft.

Der Kinderkreuzzug war von der Kirchenleitung (Papst und Bischöfen) in keiner Weise unterstützt worden, konnte von ihr aber auch nicht verhindert werden. Es war eine gegen den Willen des Klerus spontan entstandene, schwärmerischcharismatische „Bewegung von unten“. Das gilt auch für die beiden „Hirtenkreuzzüge“:

Der Hirtenkreuzzug von 1251. Im Jahre 1251 formierte sich in Frankreich ein Trupp von angeblich 60.000, nach anderen nur

30.000 Hirten/Bauern, die von einem charismatischen ungarischen Mönch als „Meister von Ungarn“ geführt wurden (sein Name ist unbekannt). Der „Meister“ gab vor, auf Geheiß der Jungfrau Maria dem während des 6. Kreuzzuges vorübergehend in ägyptische Gefangenschaft geratenen französischen König Ludwig IX. zu Hilfe kommen zu wollen. Der große Teil des Trupps zog aber nur in Frankreich umher, und begann, sich mit französischen Bischöfen anzulegen, Klöster und Juden anzugreifen. Die damals in der Abwesenheit König Ludwigs amtierende Königin, Ludwigs Mutter Blanca, befahl, die Horden zusammenzutreiben zu exkommunizieren, was auch geschah. Der „Meister“ wurde bei einem Gefecht getötet. Dieser „Kreuzzug“ war wie der Kinderkreuzzug von 1212 kein offizieller Kreuzzug der Kirche, sondern eher eine Protestbewegung gegen Kirche, Adel und Juden in Frankreich, unter dem Vorwand, diese drei Gruppen wären für Ludwigs Misserfolg zuständig.

Der Hirtenkreuzzug von 1320. Ein namentlich nicht bekannter Hirtenknabe in der Normandie verkündigte 1320, er habe vom Hl. Geist den Auftrag bekommen, die Mauren von der iberischen Halbinsel zu vertreiben. Mit einer Schar von Hirtenvolk (bis zu ca. 40.000) zog er los. Der französische Könige Philip V. lehnte jede Teilnahme an dem Unternehmen ab, ebenso erteilte Papst Johannes XXII. den Auftrag, den Zug aufzuhalten. Die selbsternannten Kreuzzügler griffen Burgen, königliche Beamte, Priester und Juden an. Fünfhundert Juden sollen in einem in Brand gesetzten Turm in Verdun sur-Garonne umgekommen sein, 115 starben in Toulouse. Als die mordenden Horden ohne Erlaubnis König Jakobs II. von Aragon in Spanien eindrangen, schwor der König, seine Untertanen vor den Horden zu schützen, und gab besonders Anweisungen zum Schutz der gefährdeten Juden. Trotzdem gelang es den Hirten, auf der Festung Montclus über dreihundert Juden zu ermorden. Daraufhin gelang es König Jakobs Sohn Alfonso, die „Kreuzfahrer“ zu stoppen und die für das Massaker Verantwortlichen hinzurichten.

3.5. Heidenkreuzzüge

Überblick: Die sog. Heidenkreuzzüge gegen die Heiden im Norden und Osten Europas während und nach der Zeit der klassischen Kreuzzüge waren, soweit sie kirchlich unterstützt wurden, keine direkten Missionskriege, sondern sollten hauptsächlich der Verteidigung gegen heidnische Übergriffe und dem Schutz der bedrohten Missionare und der von diesen bereits missionierten Heiden dienen. Sog. direkte Missionskriege, also Kriege mit dem Ziel, die Heiden vor die Wahl „Tod oder Taufe“ zu stellen, hat es zwar ebenfalls gegeben (etwa die Sachsenkriege Karls des Großen), jedoch nicht mit kirchlicher Billigung von höchster Stelle.

Als erster Heidenkreuzzug gilt der sog. Wendenkreuzzug 1147 gegen die heidnischen Wenden im Gebiet des heutigen Mecklenburg-Vorpommern, der als Erweiterung des zweiten Kreuzzugs gesehen wird und zu dem der sel. Papst Eugen III. und der berühmte Zisterziensermönch St. Bernhard von Clairveaux aufriefen. Die Idee zu diesem Kreuzzug war entstanden, als die sächsischen Fürsten ihre Teilnahme am 2. Kreuzzug ins Hl. Land verweigerten unter Hinweis auf die Existenz feindlicher heidnischer Völker in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft (vor allem der Wenden östlich der Elbe) und der Notwendigkeit der Abwehrbereitschaft gegen diese. So wurde ihnen der Kampf mit den Wenden als Ersatzleistung für die Heilig-Land-Verteidigung anerkannt. Nach dem Wendenkreuzzug kam es zu den sog. Nördlichen Kreuzzügen, die teils mit, teils ohne ausdrücklichen päpstlichen Aufruf unter anderem von den Schweden, Dänen und vom Deutschherrenorden unternommen wurden, um die heidnischen Finnen, Balten und Preußen zu christianisieren; dabei kam es auch zu feindlichen Kontakten mit der russisch-orthodoxen Christenheit in den nordwestrussischen Republiken Pskov und Nowgorod. Schließlich sind die Tatarenkreuzzüge zur Abwehr der nach Europa eindringenden Mongolen zu nennen.

Konzept: Auch diese „Heidenkreuzzüge“ wurden als Verteidigungskriege aufgefasst und bezweckten nicht Zwangsbekehrung oder Vernichtung der Heiden („Tod oder Taufe“), obgleich sie in dieser Weise missverstanden wurden. Insbesondere hat man St. Bernhards Äußerungen oft in dieser Weise gedeutet, der in seinem Aufruf zum Kreuzzug gegen die Wenden 1147 erklärt hatte: „aut ritus ipse aut natio deleatur“ (entweder der Kult oder die Nation werde beseitigt). Doch würde ein Aufruf zu „Tod oder Taufe“ sowohl dem damaligen Kirchenrecht widersprechen als auch den anderswo geäußerten, das Menschenleben auch der Heiden achtenden Überzeugungen St. Bernhards (eines äußerst sensiblen Theologen und Mystikers, der schon 1174 heiliggesprochen wurde), und ein solcher Aufruf würde sich auch nicht mit dem offiziellen Aufruf Papst Eugens III. Divina Dispensatione zum Wendenkreuzzug decken, in dem von der Vernichtung der Heiden und Zwangsbekehrung keine Rede ist. Bernhard scheint daher, wie etliche Experten heute sagen, mit dem „natio deleatur“ nicht an die Vernichtung der zur Nation gehörenden Individuen gedacht zu haben, sondern an die Beseitigung der Nation im kollektiven Sinne, d.h. konkret: die Zerschlagung der den heidnischen Kult tragenden Organisations- und Herrschaftsstrukturen. Dies würde dem Konzept des sog. „indirekten Missionskrieges“ entsprechen, das mittelalterliche Strategen seit den Zeiten Papst Gregors I. († 604) ersonnen hatten, der zuerst die Zerstörung heidnischer Heiligtümer gefordert, dann lieber ihre Umwandlung in christliche empfohlen hatte. Während beim direkten Missionskrieg die gewaltsame Bekehrung angestrebt wird, im Extremfall nach dem Motto „Taufe oder Tod“ (das berühmteste Beispiel hierfür war der Sachsenkrieg Karls des Großen, den bereits seine eigenen Theologen kritisiert hatten), werden in einem sog. „indirekten Missionskrieg“ direkt nur die heidnischen Kulte unterbunden oder die das Volk in Furcht und Abhängigkeit haltenden Symbole dieses Kultes angegriffen (vgl. die Fällung der Donareiche durch den Hl. Bonifatius bei der Bekehrung der Germanen). Dadurch soll die Hinwendung der Heiden zum Christentum ermöglicht bzw. erleichtert werden; die erhoffte Bekehrung selbst allerdings ist dann freiwillig zu leisten und darf nicht erzwungen werden wie im direkten Missionskrieg.

Die Hauptziele der in heidnischen Grenzgebieten Europas durchgeführten „Kreuzzüge“ waren offenbar

  1. Die Verteidigung der Grenzen gegen heidnische Überfälle und die Rückeroberung der von den Heiden eingenommenen Gebiete. Konkret konnte man z.B. im Fall der Wenden sagen, dass deren Gebiet im 10. Jh. christlich gewesen war; außerdem hatte der Heide Niklot unmittelbar vor dem Kreuzzug im Juni 1147 Wagrien im Nordosten Holsteins besetzt. Beim Tatarenkreuzzug zur Abwehr des Ansturms der „goldenen Horde“ stand dieser Verteidigungsaspekt ganz im Vordergrund.
  2. Die Befreiung gefangener Christen aus der Hand der Heiden, die teilweise heidnischen Göttern geopfert worden sein sollen; im Wendenkreuzzug wurden beispielsweise dänische Gefangene befreit.
  3. Die Abschaffung heidnischer Kulte, besonders der Menschenopfer.
  4. Die Missionierung im heidnischen Gebiet mit bewaffnetem Schutz der Prediger vor Übergriffen militanter Heiden (frühere

Missionsversuche hatten nicht selten mit dem Tod der Missionare geendet). Dies entspricht dem von Papst Innozenz IV († 1254) formulierten Grundsatz, wonach jede auf Naturrecht beruhende Herrschaft, auch die heidnische, anzuerkennen sei und nicht einfach angegriffen werden dürfe, schon gar nicht durch gewaltsame Taufe; wohl aber müssten heidnische Länder Missionare zulassen, die notfalls mit Gewalt zu schützen seien.

  1. Der Schutz der inmitten des Heidenlandes aufgrund der Mission bereits christianisierten Gebiete sowie der vereinzelt dort lebenden Christen sowie der von diesen errichteten Klöster und Ortschaften.

Zur Erreichung dieser Ziele rechtfertigte man nötigenfalls auch die Entmachtung bekehrungsunwilliger und missionsbehindernder heidnischer Herrscher und die Unterwerfung ihrer Gebiete unter christliche Herrschaft, was allerdings in gewisser Spannung zu dem von Innozenz IV formulierten Grundsatz (siehe oben, Punkt 4) stand.

Wendenkreuzzug: Der unter Albrecht dem Bären, Heinrich dem Löwen und anderen Sachsen, Dänen und Polen unternommene Wendenkreuzzug von 1147 erwies sich nur als mäßiger Erfolg: Man vertrieb die nach Wagrien eingedrungenen Heiden wieder, eroberte die 983 von den Heiden genommene Stadt Havelberg zurück, zerstörte einen heidnischen Tempel in Malchow und bekehrte einige wenige Wenden zum Christentum. Die Insel Rügen nahm nach dem dänischen Rügenfeldzug 1168 oder 1169 den christlichen Glauben an, der eine Art Fortsetzung des Wendenkreuzzugs war.

Nördliche Kreuzzüge: Dauerhaft erfolgreich waren die sog. nördliche Kreuzzüge, insofern sie letztlich zu einer stabilen Christianisierung führten. Zu nennen sind zuerst die drei Schwedischen Kreuzzüge, bei dem die Schweden nach Finnland und (beim dritten Kreuzzug) nach Karelien (dem Gebiet zwischen Finnland und der nordwestrussischen Republik Nowgorod) vordrangen. Der erste, sehr legendäre Schwedenkreuzzug, wurde vom Schwedischen Märtyrerkönig St. Erich († 1160) und Bischof St. Henrik von Uppsala, dem „Apostel Finnlands“ um 1150 (vielleicht 1142) geführt: Finnland soll durch dieses Unternehmen zum Christentum bekehrt worden sein und der in Finnland gebliebene Henrik starb um 1150 als Märtyrer; er wurde später von den Finnen hoch geehrt. Der zweite Schwedenkreuzzug fand ein Jahrhundert später 1249/50 statt und diente zur Errichtung von Burgen in Finnland, der dritte 1293 führte die Schweden nach Karelien; Westkarelien geriet in Schwedische Hand. Keiner dieser „Kreuzzüge“ ist jedoch offiziell vom Papst ausgerufen worden. Historiker betrachten sie als Teile der weltlichen Schwedisch-Nowgorodischen Kriege, bei denen um Einflussgebiete in Finnland / Karelien gestritten wurde. Sodann gehören zu den nördlichen Kreuzzügen die sog. Baltenkreuzzüge, zu denen man Feldzüge im Bereich des Baltischen

Meeres (vor Livland, Preußen und Litauen) zählt. Ziel des Livland-Kreuzzugs war die Verteidigung des Christentums und die Ermöglichung der Missionsarbeit in Livlands (ein das heutige Lettland und Estland umfassendes Gebiet). Dort gab es bereits seit dem 9. Jh. Christen, seit 1188 auch ein päpstlich anerkanntes Bistum mit Bischofssitz Üxküll südöstlich von Riga; erster Bischof war St. Meinrad († 1196). Papst Coelestin III. unterstützte seit 1193 die Mission in Livland, und soll Chronisten zufolge danach in mehreren Briefen (1193–1198; über Datierung und Inhalt wird debattiert) auch die bewaffnete Verteidigung der bedrängten Christen im Bistum gebilligt und den Verteidigern den Kreuzzugsablass gewährt haben. Auch Coelestins Nachfolger Innozenz III. unterstützte dieses Unternehmen. Die militärischen Auseinandersetzung mit den Livländer liefen von 1198–1212. Der zweite designierte Bischof, Berthold von Hannover, wurde nach seiner Ankunft in Livland 1198 im Kampf getötet. Der dritte Bischof, Albert von Bexhövede, zog 1199 mit 1500 Kreuzrittern in sein Bistum ein und verlegte dessen Sitz 1201 von Üxküll nach Riga; er gründete dann 1202 den Schwertbrüderorden, der ganz Livland christianisierte, das bereits 1206 als bekehrt deklariert wurde, das eroberte Gebiet wurde 1207 „Terra Mariana“, Marienland genannt. Die letzte Schlacht gegen die Livländer fand 1212 statt. Allerdings gab es von 1208 bis 1227 noch weitere Kämpfe mit den heidnischen Esten. Ähnliche Entwicklungen wie in Livland führten auch in Preußen zum Kreuzung (Preußenkreuzzug). Nachdem die durch friedliche Missionsversuche (um 1200) bekehrten Christen von den noch heidnischen Preußen angegriffen wurden, kamen Kreuzritter zum Schutz der Christen auch hier zu Einsatz. Aber der von Honorius III. ausgerufene Kreuzzug 1222/3 hatten kaum Erfolg, die heidnischen Preußen griffen weiter Christen an und verwüsteten das angrenzende Kulmerland (das spätere Kernland des Deutschen Ordens) und Masovien. Erst als seit ca. 1230 auch hier ein geistlicher Ritterorden die Aufgabe übernahm (der 1198 gegründete Deutsche Orden, Ordensmotto: „Helfen, Wehren, Heilen“), gelang es nach 50 Jahren bis 1284, während denen nach der Chronik des Ordensstaats gefangene Ordensritter von den heidnischen Preußen „wie Kastanien“ vor den Schreinen ihrer Götter geröstet worden sein sollen, die Preußen zu bekehren. Das Gebiet wurden dem Orden selbst unterstellt, dem sowohl vom Kaiser (in der Goldenen Bulle von Rimini 1224) als auch vom Papst (in der Goldenen Bulle von Rieti 1234) gestattet worden war, einen relativ selbständigen Ordensstaat zu gründen, der von 1230 bis 1561 bestand.

1245 war den Mitgliedern des Ordens von Innozenz IV. gewährt worden, Kreuzzüge ohne öffentliche Ausrufung durchzuführen; man spricht daher von einem „permanenten Kreuzzug“, den der Orden gegen Preußen führen durfte. Bis 1378 gelang dem Orden nach hundertjährigen kriegerischen Auseinandersetzungen die Bekehrung Litauens.

Kreuzzüge gegen das orthodoxe Nowgorod? Die Schweden griffen unter Birger Jarl 1240 die nordwestrussische Republik

Nowgorod an, und wurde in der Schlacht an der Newa bei Petersburg vom Nowgoroder Heerführer St. Alexander Newski (einem Heiligen der orthodoxen Kirche) zurückgeschlagen (sein Beiname Newski geht auf die Schlacht bei Newa zurück). Kurz danach war auch ein Heer des Deutschen Ordens zusammen mit dänischen und estländischen Rittern unter Führung des estländischen Fürstbischofs Hermann von Dorpat über die Ostgrenze Marienlands nach Nordwestrussland eingedrungen und hatte Pskow erobert, von wo aus Streifzüge bis in die Nähe Nowgorods unternommen wurden. Dieses Heer wurde ebenfalls von Alexander Newski in der Schlacht am gefrorenen Peipussee („Schlacht auf dem Eise“) 1242 wieder aus Russland verdrängt. Diese Kämpfe, deren wirtschaftliches Motiv vermutlich die Eroberung von Handelswegen war, werden manchmal als Kreuzzüge bezeichnet, die von Katholiken gegen die russische Orthodoxe geführt worden seien (dabei wurde von der antideutschen Propaganda, z.B. im Newski-Film Sergej Eisensteins, der deutsche Orden als Vorläufer das deutschen Nationalsozialismus diffamiert); die Angriffe, so wird zudem behauptet, habe Papst Gregors IX. befohlen. Das ist jedoch nicht belegbar. 1233 and 1237 hatte Gregor IX. lediglich dazu aufgerufen, die Christenheit Finnlands gegen seine Nachbarn zu verteidigen. Die Ordensritter sollen ihren Einfall damit gerechtfertigt haben, dass die Nowgoroder die Heidenmission in ihrem Gebiet vernachlässigten (statt dessen zahlten sie den heidnischen Tataro-Mongolen, die zwischen 1237 und 1239 einen ersten Kriegszug in die nördliche Ruß veranstaltet hatten, sogar Steuern, um vom Tatarensturm verschont zu bleiben); was die Schweden ärgerte, soll zusätzlich die von Nowgorod organisierte Mission zur orthodoxen Konversion der katholischen Karelianer gewesen sein. Beide Truppen dürften sich auch der Gefahr des Tatarensturms bewusst gewesen sein, gegen welche die Ordensritter 1241 in der Verteidigungsschlacht von Liegnitz hatten verlustreich kämpfen müssen. Zur Not könnte man diese Motive mit dem Aufruf Gregors zur Verteidigung Finnlands in Verbindung bringen, aber Gregor hat keinen Angriff auf orthodoxe Christen angeordnet. Fünf Jahre nach der Schlacht am Peipussee bot Gregors Nachfolger Innozenz IV. dem orthodoxen Alexander 1247 ein Bündnis für den gemeinsamen Kampf gegen die Tataro-Mongolen an, was dieser aber ablehnte. Weitere Scharmützel an der Grenze zwischen dem Deutschen Orden und Russland waren rein politischer Natur.

Kreuzzüge gegen die Tataren/Mongolen: Die Tataro-Mongolen der „Goldenen Horde“ (ein Turkvolk, das anfangs die tengristisch-schamanische Religion hatte, um 1340 aber mehrheitlich zum Islam übergegangen war), war 1237 nach Russland und 1241 nach Mitteleuropa vorgedrungen. Man fürchtete die Invasoren als brutale Kämpfer, nannte sie „Tartaren“ (von griech. Tartaros = die Hölle) und sprach vom „Tartarensturm“. Kontingente des Deutschen Ordens unterstützten schon 1241 die vom Angriff der mongolischen Heere unter Batu Khan betroffenen mitteleuropäischen Herrschaftsgebiete. In der verlorenen Schlacht bei Liegnitz wurde das gesamte zur Verteidigung Schlesiens eingesetzte Aufgebot des Ordens aufgerieben. 1245 wurde die Abwehr der Mongolen beim 1. Konzil von Lyon diskutiert; Papst Innozenz IV. versuchte zugleich, Missionare zum Khan, dem „Tartarenfürsten“ zu senden, die aber kaum Erfolg hatten. 1249 erlaubte Innozenz IV. Palästina-Kreuzfahrern, ihr Gelübde auf den Kampf gegen die Mongolen bzw. Tataren zu übertragen. 1399 kam es noch einmal zu einem „Kreuzzug gegen die Tataren“, zu dem der Litauer Fürst Vytautas mit dem Segen von Papst Bonifaz IX. aufrief – kurz nachdem die Litauer selbst durch einen hundertjährigen „Kreuzzug“ des Deutschen Ordens bekehrt worden waren (Vytautas selbst war 1383 konvertiert). Die Kampagne endete mit der Schlacht am Worska-Fluss am 5. August 1399 unweit von Kiew mit großen

Verlusten für das christliche Heer. Danach zerfiel die Macht der Goldenen Horde jedoch rapide, bis kurz nach 1500 der letzte Khan, Shaykh Ahmad, in Litauen hingerichtet wurde.

3.6. Die Konquista

Überblick: Christlich nicht zu rechtfertigende Beutezüge, die Tod und Sklaverei über viele Ureinwohner Amerikas brachten, fanden im großen Stil nach 1492 während der sog. Konquista statt, der europäischen Eroberung Süd- und Mittelamerikas. Doch waren diese Beutezüge keine kirchlich angeordneten Unternehmen wie die Kreuzzüge, und die Versklavung von Indianern erfolgte gegen oftmals geäußerte päpstliche Weisungen (zu nennen wäre hier z.B. die berühmte Bulle Sublimis Deus Pauls III. von 1537). Die Konquistadoren waren in der Regel geldgierige Abenteurer und keine guten Christen; aber trotzdem ist es falsch, ihnen zu unterstellen, sie hätten einen „Genozid“ an den Indianern verübt und ca. 60 Millionen Indianer getötet. Tatsache ist nämlich, dass für den gewaltigen Rückgang der indianischen Bevölkerung vorwiegend Krankheiten schuld sind, welche die Europäer unwissentlich eingeschleppt hatten, für welche die Indianer keine Abwehrkräfte hatten.

Im Anschluss an die 1492 abgeschlossene Reconquista (die christliche Wiedereroberung der iberischen Halbinsel durch Vertreibung der islamischen Mauren) begann die sog. Konquista: die Eroberung von Gebieten im 1492 von Kolumbus entdeckten Amerika (genauer: Mittel- und Südamerika) durch Spanier und Portugiesen; sie zog sich bis ca. 1700 hin.

Charakter dieser Beutezüge: Diese Eroberungen wurden jedoch von den Päpsten nicht als „Kreuzzüge“ ausgegeben, und sie wurden auch nicht durch offizielle Truppen Spaniens oder Portugals betrieben, sondern von Privatleuten, die man Konquistadoren (Eroberer) nannte; ihre Feldzüge waren, wie der Historiker Felix Hinz feststellt, „private Beutezüge, zu denen niemand gezwungen wurde.“ Allerdings wurden die Unternehmungen von den spanischen Autoritäten in folgender Weise gefördert: Jeder, der wollte und genügend Geld für ein solches Unternehmen hatte, konnte in Spanien offiziell Konquistador werden. Er musste hierzu einen Vertrag mit einer eigens dafür eingerichteten Behörde (der Casa de Contratación) aushandeln, in welchem ihm ein bestimmtes Gebiet in der Neuen Welt zugewiesen wurde. Dafür musste er sich verpflichten, dass er das Land Spanien unterwerfen und den fünften Teil aller Erträge seiner künftigen Kolonie als Steuer an die Krone abzuführen sollte. Dann konnte es losgehen, wobei die Planung und Durchführung ganz in der Hand des Konquistadoren lag.

Um dem Ganzen einen religiösen Anstrich zu geben, verpflichtete man den künftigen Konquistadoren auch darauf, die indianische Bevölkerung zum christlichen Glauben zu bekehren; hierzu folgten den Konquistadoren die Missionare. Außerdem gab man den Konquistadoren das sog. Requerimiento (dt. „Aufforderung“) mit auf die Reise, einen Text, der 1513 im Auftrag Ferdinands II. von Aragon verfasste worden war, und den die Konquistadoren öffentlich vor den Indios verlesen sollten. Darin wurde die Indianer aufgefordert, sich der spanischen Krone als Stellvertreterin des Papstes zu unterwerfen, wobei für den Fall der Ablehnung offen mit Krieg, gewaltsamer Versklavung, Konfiszierung des Eigentums etc. gedroht wurde. Dieser Text wurde wegen seiner Frivolität von vielen Missionaren scharf kritisiert; der indianerfreundliche Missionar Bartholomé de Las Casas z.B. (dessen Seligsprechungsprozess 2002 eingeleitet wurde) erklärte, er wüsste nicht, ob er darüber lachen oder weinen solle. 1542 wurde der Gebrauch dieses ruchlosen Textes von der spanischen Krone abgeschafft. Manche Konquistadoren sollen das Requerimiento in spanischer oder lateinischer Sprache den Eingeborenen vorgelesen haben, ohne ihn übersetzen zu lassen; andere verlasen ihn vor dem Angriff auf indianischer Dörfer auch in Abwesenheit der Bewohner; wieder andere rezitierten ihn schon bei der ihrer Anreise auf ihrem Schiff, sobald das indianische Land in Sichtweite kam und gingen dann sofort nach dem Anlegen zum Eroberungsfeldzug über. Es verwundert nicht, dass sich nur ein ganz bestimmter Menschenschlag für den

„Beruf“ des Konquistadoren interessierte: es waren größtenteils Abenteuer, die ohne religiöse Skrupel brutal gegen die Indianer vorgingen und sich durch humanitäre und fromme Anweisungen von Papst und Kaiser im fernen Europa (siehe unten) nicht davon abhalten ließen, sich billige Arbeitskräfte (Sklaven), Gold und andere Bodenschätze räuberisch anzueignen, sei es für sich selbst oder für ihre genauso skrupellosen Auftraggeber und Financiers in Europa. Dabei setzten sie ihre den Indianern überlegene Waffentechnik ein und konnten so trotz Überzahl der Indianer die meisten Kämpfe für sich entscheiden. Damit ist nicht gesagt, dass es unter den Konquistadoren keine einigermaßen aufrichtige und fromme Männer von Format gab; z.B. hatte sich Hernán Cortés, der Eroberer Mexikos, unter den indigenen Völkern großen Respekt erworben, obwohl ihm wohl zu recht einige Grausamkeiten vorzuwerfen sind. Auch ist es ungerecht, den Spaniern größere Brutalität zu unterstellen als den übrigen Europäern (wie es die sog. Leyenda Negra, die Schwarze Legende, tut); im Vergleich zu den englischen, französischen und holländischen Eroberern Nordamerikas haben die spanischen Autoritäten nämlich anscheinend sogar eine weitaus differenzierte Diskussion über Menschen- und Völkerrechte geführt und (wenn auch größtenteils erfolglos) versucht, auf dem Weg der Gesetzgebung ungerechte Gewalt zu verhindern.

Zudem hatten nicht nur die meist rohen Konquistadoren, sondern auch gebildetere Menschen (und namentlich auch die sog. Aufklärer) große Defizite bei der Beurteilung der Indianer und ihrer Rechte. Mit der Entdeckung Amerikas erhoben sich Spekulationen über die Frage, ob die Eingeborenen dieser Länder überhaupt wahre Menschen seien oder nicht. Man spekulierte, dass Gott diesen Völkern so lange das Christentum und das Evangelium vorenthalten habe, weil es sich nicht um menschliche Wesen mit Seelen handelte. Selbst noch im Zeitalter der Aufklärung, stand das volle Menschsein fremder Rassen in gebildeten Kreisen noch in Frage, sogar Immanuel Kant schrieb noch 1775 in seiner Abhandlung „Über die verschiedenen Rassen“, die Indianer seien „eine noch nicht völlig eingeartete hunnische Rasse“.

Missbilligung von höchster Stelle: Wie standen nun die höchsten christlichen Autoritäten – Papst und Kaiser – zu diesem Denken und Handeln? Sie waren entsetzt, als sie davon erfuhren, und versuchten, dem inhumanen Taten jenseits des Ozeans entgegenzuwirken. Die in dieser Absicht abgefasste Bulle Sublimis Deus von Papst Pauls III. vom 2. Juni 1537 gilt als erster Versuch, Menschenrechte in der indianischen Welt durchzusetzen. Paul III. (bekannt auch als der Reformpapst, der 1545 das Tridentinische Konzil einberufen hat) erklärte hier ausdrücklich, dass die Indianer „wirkliche Menschen“ seien und wies die gegenteilige Behauptung als teuflisch zurück. Er beklagte daher, dass sie „wie Tiere zum Sklavendienst“ eingespannt worden seien, und bestimmte, „dass die Indianer und alle andern Völker, die künftig mit den Christen bekannt werden, auch wenn sie den Glauben noch nicht angenommen haben, ihrer Freiheit und ihres Besitzes nicht beraubt werden dürfen; vielmehr sollen sie ungehindert und erlaubter Weise das Recht auf Besitz und Freiheit ausüben und sich dessen erfreuen können. Auch ist es nicht erlaubt, sie in den Sklavenstand zu versetzen. Alles, was diesen Bestimmungen zuwiderläuft, sei null und nichtig.“ Im letzten Satz der Bulle erklärte er, dass die Indianer und andere „durch die Verkündigung des Wortes Gottes und das Beispiel eines guten Lebens“ zum Glauben „eingeladen“ werden sollen, womit er die Praxis gewaltsamer Zwangsmissionierungen klar zurückwies.

Angesichts dieser Richtlinien der höchsten kirchlichen Autorität kann man in einer seriösen Geschichtsdarstellung nicht schreiben (wie es oft geschieht), dass die Indianer „im Auftrag der Kirche“ versklavt, beraubt und getötet wurden; wann immer so etwas geschah, geschah es gegen die ausdrückliche und klare Anweisung der Kirche, derartige Untaten zu unterlassen. Die Prinzipien der Bulle, die nach dem Befreiungstheologen Gustavo Gutiérrez die „bedeutendste päpstliche Äußerung“ zugunsten der Indianer war und von Hans-Jürgen Prien als „Magna Charta des Völkerrechts“ bezeichnet wurde, wurden jedoch oft von Siedlern und Konquistadoren ignoriert. Schon drei Tage vor Sublimis Deus (am 29. Mai 1537) gab Paul III. das an Cardinal Juan de Tavera von Toledo gerichtete Begleitschreiben Pastorale Officium heraus, in dem er jedem, der die neue Doktrin nicht anerkennt, mit der automatischen Exkommunikation droht. Unter politischem Druck seitens des Königs von Kastilien und Aragon nahm er in dem Schreiben Non indecens videtur vom 19. Juni 1538 diese Drohung (nicht aber die Bulle Sublimis Deus) wieder zurück. Ähnlich schwankend war auch Kaiser Karl V., der schon am 02.08.1530 ein Gesetz gegen Sklaverei erlassen, am 20.02.1534 aber wieder widerrufen hatte, und der sich am Ende dann doch dazu durchrang, sich die Prinzipien der Bulle zu eigen zu machen: er erklärte 1542 die Indianer zu „freien Untertanen“. Trotzdem hatte auch das nur geringe praktische Auswirkungen. In den Kolonien der Neuen Welt hatten weder Papst noch Kaiser großen Einfluss. Am konsequentesten versuchten die Ordensleute, teilweise unter Gefahren für Leib und Leben, die päpstlichen Weisungen praktisch umzusetzen. Ein Vorläufer der Bulle Sublimis Deus war bereits die Bulle Sicut Dudum von Papst Eugen IV. vom 13. Januar 1435 gewesen, in welcher der Papst die Versklavung der Schwarzen auf der kanarischen Insel Lanzarote durch Sklavenhändler mit scharfen Worten verurteilte und ihre Freilassung bei Strafe der Exkommunikation forderte. Die Lehre von Sublimis Deus wurde von späteren Päpsten wiederholt, z.B. von Urban VIII. in der Bulle Commissum Nobis vom 22. April 1639, welche bei Strafe der Exkommunikation verbot, „Indianer zu versklaven, zu kaufen, zu verkaufen, … von ihren Frauen zu trennen, ihrer Sachen und Güter zu berauben, an andere Orte umzusiedeln“. Auch Urbans Erklärung wurde weitgehend ignoriert, die Könige Spaniens und Portugals stellten sich generell der Publikation päpstlicher Dekrete in den Weg. Auch auf die Bischöfe, die von diesen Königen ernannt wurden, konnte sich der Papst nicht verlassen. Seine einzige verlässliche Stütze waren die Ordensleute: So wurde die päpstliche Bulle von den Jesuiten in Rio de Janeiro öffentlich verlesen, allerdings mit dem Resultat, dass Randalierer das örtliche Jesuitenkolleg angriffen und viele Priester verletzten. In Santos trampelte der Mob den Vizegeneral der Jesuiten nieder, als er versuchte, die Bulle zu veröffentlichen, und die Jesuiten wurden schließlich aus São Paulo ausgewiesen, als ihr Einsatz für die Bulle bekannt wurde.

Missverständliche päpstliche Dokumente. Es gibt allerdings auch zwei Schreiben von Päpsten, die oft so verstanden wurden, als würden sie eine gewaltsame

Heidenmission befürworten. Das erste ist das Schreiben Dum Diversas von Papst Nikolaus V. vom 18. Juni 1452 (noch vor der Entdeckung der neuen Welt).

Es war an den König Alfons V. von Portugal gerichtet; darin ermächtigt der Papst den König, im Rahmen seiner geplanten Feldzügen gegen Sarazenen und

Heiden in Nordwestafrika (die der Papst als gerechte Verteidigung gegen Angreifer sah, welche „das Christentum auslöschen“ wollen) in die Länder der das

Christentum bedrohenden Angreifer einzudringen, sie zu erobern, und ihre „personas“, d.h. die führenden Persönlichkeiten dieser Länder, „in permanente Dienstbarkeit/Sklaverei“ (in perpetuam servitutem) zu versetzen. Damit könnte die Dienstbarkeit/Sklaverei aufgrund des Rechtstitels der Unterwerfung im gerechten Krieg gemeints ein, und zwar im Sinne der mittelalterlich-feudalen Untertänigkeit. Eine andere Möglichkeit wäre, dass der Papst eine Untertänigkeit ganz besonderer Art meint, nämlich eine Untertänigkeit von der Art, wie sie damals die Juden im christlichen Europa hatten (und wie sie auch für dort friedlich lebende Muslime gefordert wurde). Auch der Status der Juden und dieser Muslime wurde nämlich als „perpetua servitus“ (permanente Dienstbarkeit) bezeichnet, obgleich die Juden einen von Päpsten und Kaiser geschützten Rechtsstatus hatten, so dass man nicht von Sklaven im eigentlichen Sinn reden kann. Dum Diversas war jedenfalls eine verzweifelte Reaktion auf die damalige akute Bedrohung der Christenheit durch die islamische Expansion – ein Jahr später, 1453, sollte der Sultan Konstantinopel erobern. Noch bedenklicher als Dum Diversas ist die auf den 4. Mai 1493 vordatierte (tatsächlichim Juni 1493, acht Monate nach der Entdeckung Amerikas, erlassene) Bulle Inter Caetera von Papst Alexander VI. In dieser Bulle „schenkt“, „gewährt“ und „überträgt“ (domanus, concedimus, assignamus) Alexander VI. dem spanischen Königspaar Ferdinand und Isabella und ihren Nachfolgern alle Länder hundert Meilen westlich der Kapverdischen Inseln, abgesehen von Gebieten, die sich bereits im Besitz anderer Christen befinden; die berüchtigte Bulle gilt zugleich als Grundlage für die Kolonialpolitik und als erste Festschreibung des internationalen Rechts. Der Sinn dieser Bulle war es jedoch nicht, den Königen eine

Vollmacht auszustellen, diese Länder zu erobern und gegen den Willen der Eingeborenen zu unterwerfen; vielmehr ging es dem Papst darum, die

Zuständigkeiten für die Missionierung der neuentdeckten Völker festzulegen. Dies wird ganz klar, wenn man die Modifikation der Bulle durch den vom

Alexander vermittelten Vertrag von Tordesillas vom 07.06.1494 zwischen Portugal und Spanien betrachtet sowie die Bulle Ineffabilis et Summi Patris Alexanders VI. vom 1. Juni 1497 an König Emmanuel von Portugal, in der er den Portugiesen ähnliche „Rechte“ wie den Spaniern zusprach. Aus dieser Bulle geht hervor, dass der Papst dem König die Herrschaft über neuentdeckte Gebiete unter der Bedingung zugesteht, wenn es vielleicht geschehen sollte, dass ihn die dortige Bevölkerung freiwillig anerkennen will („si forsan contingeret aliquas Civitates, castra, terras et loca … te in eorum Dominium cognoscere velle“). Da hier die Freiheit der Einheimischen zugestanden zu sein scheint, sich einem europäischen König zu unterstellen oder auch nicht (auf die Möglichkeit der Ablehnung wird außer durch das Wort „velle“, wollen, auch durch die Formulierung „si forsan“, wenn vielleicht, deutlich angespielt), kann man seine Bullen sogar als Zeugnisse gegen die Berechtigung rassistischer Sklaverei verstehen: In diesem Sinne haben z.B. Joel Panzer, Francisco Javier Hernaez und (in der damaligen Zeit!) der gegen die Sklaverei von Indianern kämpfende Dominikaner Bartholomé de Las Casas den Text verstanden.[107] Doch wurde Inter Caetera von den spanischen Autoritäten (z.B. in dem schändlichen Requieremento der Konquistadoren; siehe Fußnote 163) als religiöse Rechtfertigung von Imperialismus, Kolonialismus und Versklavung missbraucht. Letztlich kann man auch bei wohlwollender Beurteilung nicht umhin, Inter Caetera und Dum Diversas als Dokumente eines ethisch fragwürdigen politischen Zeitgeistes zu bezeichnen, die aus christlicher Sicht missverständlich und unsensibel formuliert sind. Es handelt sich eindeutig nicht um Dokumente, die ein Christ verteidigen müsste; bei päpstlichen Äußerungen jener Zeit muss man vielmehr scharf zwischen verbindlicher christlicher Lehre und fehlbarer Politik unterscheiden.

Haltung der Missionare: Bei den christlichen Missionaren, die den Konquistadoren folgten, begegnet uns weit mehr Verständnis für die Indianer und die päpstlichen Forderungen nach Einhaltung der Menschenrechte als bei den Konquistadoren. Missionare wie Bartholomé de las Casas und Antonio de Montesino waren es ja auch, welche über die Verbrechen der Konquistadoren aufklärten. Die Jesuiten halfen den Indianern sogar, gegenüber den Konquistadoren ihre Unabhängigkeit zu bewahren und errichteten von 1609 bis 1767 im Gebiet von Paraguay und den angrenzenden Territorien den sog. „Jesuitenstaat“, in dem die Indianer in selbständigen wirtschaftlich florierenden Territorien, sog. „Reduktionen“, ihre althergebrachte Lebensweise pflegen konnten, wobei ihnen die Jesuiten „Hilfe zur Selbsthilfe“ anboten, bis die Jesuiten 1767 von den Spaniern vertrieben wurden. Wenn auch viele Missionare einen begrenzten Einsatz von Gewalt befürworteten, dann meist nur im Sinne der oben bei den Heidenkreuzzügen besprochenen fünf Ziele, vor allem aber lag ihnen die Überwindung der heidnischen Kulte am Herzen: Kulte, die vielen wahrhaft schrecklich und menschenverachtend vorkamen in einem Ausmaß, das man in Europa bislang nicht kannte:

Die in Zentralmexiko lebenden AZTEKEN opferten ihrem Sonnengott Huitzilopochtli (im Volksmund auch Vizlipuzli genannt) auf der Pyramide ihrer Hauptstadt Tenochtitlan (= heute New Mexico) Menschen, indem die Priester den Menschen das blutende Herz herausschnitten und es der Sonne entgegenstreckten; sie führten auch die sog. „Blumenkriege“ gegen angrenzende Indianerstämme, um Gefangene zu machen, die sie opfern konnten (diese zu opfernden Gefangenen nannten sie „Blumen“ für ihre Götter). Sie waren außerdem Kannibalen, die ihre geopferten Feinde verspeisten. Die Schätzungen über die

Anzahl der Menschenopfer-Darbringungen bei den Azteken reichen von 500 bis 50.000 Menschenopfern jährlich; in jedem

Fall meinte man, dem Sonnengott alltäglich Opfer darbringen zu müssen, damit die Sonne wieder aufgeht. Der Konquistador Hernán Cortés, der das Aztekenreich besiegte und den Blumenkriegen und aztekischen Menschenopfern ein Ende setzte, wurde von vielen Indianern (auch Azteken) als Befreier verehrt. Bei den in Südmexiko, Guatemala und Honduras lebenden MAYAS gab es (wie auch bei den AZTEKEN) die sog. Ballspiel-Opfer: In den Städten gab es Ballspielplätze, bei denen zum Teil mit Bällen aus Menschenschädeln gespielt wurde, die mit Gummi überzogen waren. Die Verlierer-Mannschaft (nach neueren Forschern wohl manchmal auch die Sieger-Mannschaft) wurde den Göttern geopfert. Die Menschenopfer der Mayas, die früher manchmal bestritten wurden, lassen sich auch im grausamen Popol Vuh, der heiligen Schrift der Mayas, nachweisen. Auch die im südamerikanischen Peru ansässigen INKAS opferten regelmäßig: sie führten die dazu Erwählten (beispielsweise ausgewählte Kinder), nachdem diese in der Hauptstadt Cuzco längere Zeit gut ernährt worden waren, auf einem rituellen wochenlangen Marsch über 1000 km in die Berge der Anden und brachten sie dort um.

Die heutige aufgeklärte Menschheit würde ganz sicher versuchen, einem solchen Treiben, wenn es heute noch irgendwo öffentlich praktiziert werde würde, Einhalt zu gebieten.

Zum Völkermord-Vorwurf: Oft wird darauf hingewiesen, dass infolge des christlichen Auftretens in Amerika Abermillionen Indianer umkamen. Man schätzt die Zahl der Ureinwohner Nord- und Südamerikas vor Kolumbus auf etwa 70 Millionen; hundert Jahre nach der Kolumbus aber war die indianische Bevölkerung auf unter 10 Millionen gesunken (d.h. auf etwa 10 Prozent)! Wie ist dieser drastische Rückgang der Bevölkerung zu erklären? Dass – wie es in manchen Foren und auch Büchern heißt – hier ein Genozid stattfand, der den Holocaust in den Schatten stellt, indem 60 Millionen Menschen im Namen der christlichen Religion von den Konquistadoren oder gar im Auftrag des Papstes umgebracht wurden, ist barer Unsinn. Denn die meisten Indianer fielen, wie unter Historikern allgemein anerkannt ist, Krankheiten und Seuchen zum Opfer, welche die Europäer unwissentlich eingeschleppt hatten. Z.B. soll ein einziger Spanier die Pocken nach Mexiko gebracht haben, die sich daraufhin bis Peru ausbreiteten und bereits sieben Jahre, bevor die Spanier dorthin kamen, die Hälfte der dortigen indigenen Bevölkerung umgebracht hatten.

Das schwache indianische Immunsystem zeigte sich schon bei den ersten Begegnungen der Indianer mit den neuzeitlichen Europäern unter Kolumbus. Kolumbus kam am 12. Oktober 1492 mit seinen drei Schiffen (der Santa Maria, der Nina und der Pinta) und 87 Mann Besatzung zunächst auf einer keinen Bahama-Insel an, die er San Salvador nannte; dann segelte er weiter nach Kuba schließlich zur größeren Insel Hispaniola. Als er dort Weihnachten 1492 (genau in der Nacht vom 24. auf den  25. Dezember) anlegen wollte, erlitt sein Hauptschiff, die Santa Maria, Schiffbruch: Sie lief auf Grund war danach irreparabel seeuntüchtig. Kolumbus lies daraufhin das Schiff zu Kleinholz zerhacken und baute mit dem Schiffsholz eine Siedlung, die er La Navidad nannte (spanisch: die Geburt; gemeint war Christi Geburt bzw. Weihnachten). Dort lies er  die 39 Schiffsleute der Santa Maria zurück und fuhr mit der Nina und Pinta zurück nach Spanien. Ein Jahr später, im November 1493, kam er mit einer starken Flotte von 17 Schiffen und 1500 Mann Besatzung wieder nach La Navidad. Dort fand er aber alle zurückgelassenen Siedler tot auf: Die einheimischen Arawak-Indianer hatten sie getötet. Kolumbus unternahm daraufhin Strafexpeditionen auf der Insel und nahm 550 Indianer gefangen, die er dem König von Spanien als Sklaven mitbringen wollte, als Ersatz für das nicht gefundene erhoffte Gold. Unterwegs aber starb die Hälfte von ihnen noch auf dem Schiff vermutlich an Krankheiten (die restlichen gesund angekommenen Indianer ließ Königin Isabella, die gar keine Sklaven haben wollte, wieder frei und sorgte dafür, dass sie in ihre Heimat zurückkamen).

Merkwürdig ist, dass der Effekt nicht auch umgekehrt eintrat: Kein Spanier brachte aus Amerika Krankheiten mit, welche die Bevölkerung Europas dezimierten. Eine mögliche Erklärung hierfür wäre, dass Europa, Asien und Afrika eine größere zusammenhängende Landmasse mit größerer Biodiversität sind als Amerika, so dass die hier lebenden Menschen immer schon gegen mehr Krankheitserreger zu kämpfen hatten und darum immunologisch stärker geschützt waren als die in Amerika lebenden.

Neben den Krankheiten als Hauptursache des Indianersterbens gab es noch weitere Ursachen. Wie der Historiker Felix Hinz gezeigt hat, gab es in dieser Zeit der Seuchen vor allem auch mörderische Kriege der Indios untereinander, welche durch die Konquistadoren lediglich geschickt ausgenutzt zu werden brauchten. Eine dritte Ursache freilich war auch die Gewalt, welche Indianer von den Weißen erdulden mussten. Wie viele Indianer aber in den Kriegen und Kämpfen mit den Weißen oder durch grausame Behandlung durch die Konquistadoren an starben, haben die Geschichtsforscher bislang nicht zuverlässig ermitteln können; aber auch bei vorsichtiger Bewertung der Quellen wird man von Hunderttausenden von Opfern sprechen müssen.

3.7. Konfessionskriege

Der berühmteste der sog. Konfessionskriege war der Dreißigjährige Krieg zwischen katholischen und protestantischen

Machthabern in Europa; in diesem Zusammenhang nennt man auch den Nordirlandkonflikt zwischen Katholiken und Protestanten, die Konflikte zwischen katholische Kroaten und orthodoxen Serben, und weitere Kämpfe zwischen Katholiken und Orthodoxen (etwa den in Abschnitt 3.5 behandelten Kreuzzug gegen Nowgorod oder den in Fußnote 110 beschriebenen gegen Bulgarien). Diese Kriege und Gefechte waren jedoch allesamt keine Kriege, die direkt zwischen verschiedenen christlichen Kirchen ausgefochten wurden, sondern eher Kriege zwischen den zugehörigen politischen Mächten, die allerdings von den Kirchen zum Teil gutgeheißen wurden. Beim Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) spricht man oft von 9 Millionen Toten, da die Bevölkerung in den dreißig Jahren von 17 auf 8 Millionen Menschen gesunken sei. Neuere Autoren ziehen dies in Zweifel. Manche sprechen von nur 5 Millionen Toten, und es gibt sogar die These, die Bevölkerung sei während der Zeit gleichgeblieben oder von 16 auf 16,5 Millionen sogar etwas angestiegen. Der Vergleich der Historiker-Äußerungen in dieser Frage zeigt: Man tappt im Dunkeln. Jedenfalls müssen bei den angeblich 9 Millionen Opfern diejenigen mitgezählt werden, die aufgrund von Hunger, Seuchen und aufgrund der harten Winter der sog. „kleinen Eiszeit“ umgekommen waren. Zählt man nur die durch Waffengewalt umgekommenen, so schätzt man, dass es ca. 325.000 waren. Diese wiederum kann man nicht auf das Konto der Religion allein schlagen, da der Krieg bekanntlich ein internationales politisches Mächteringen war, in dem die Religion zuletzt nur noch als Vorwand diente.

3.8. Waffensegen in den Weltkriegen?

Die Kirchen gerieten auch bezüglich der Kriege der neueren Zeit, vor allem der beiden Weltkriege 1914–1918 und 1939–1945 in die Kritik, weil auf jeder Seite Geistliche für den Sieg beteten und angeblich „Waffen gesegnet“ wurden. Hier muss man differenzieren zwischen nicht-autorisiertem Handeln einzelner Geistlicher und offizieller Haltung der Kirchen. Waffensegen und Gebete für den Sieg erfolgten in der Regel nicht von der Kirchenleitung, so haben die Päpste während der Weltkriege (Benedikt XV. und Pius XII.) strikte Neutralität bewahrt und für den Frieden gebetet. Auch auf nationaler Ebene dominierten Gebete für den Frieden gegenüber solchen für den Sieg (die es allerdings auch gar).

Zum sog. Waffensegen aber ist zu sagen: Wenn Geistliche die Truppen in Krieg begleiten und dabei die Soldaten in Gottesdiensten auf freiem Feld vor gefährlichen Einsätzen segnen, oder sterbenden Soldaten geistlich beistehen, ist dies kein Waffensondern ein Soldatensegen. Das ist etwas ganz anderes als ein Waffensegen und hat mit Verherrlichung oder Gutheißung des Krieges nichts zu tun; unter Feldgeistlichen gab es auch solche, die Sinn und Berechtigung des Krieges in Frage stellten, die ihn als humanitäre Katastrophe betrachteten, aber an der Front den leidenden Soldaten geistlich beistehen wollten. Oft haben sie auch der Zivilbevölkerung – auch derjenigen auf der „feindlichen“ Seite – geistlich beigestanden. Was aber die Segnung von Waffen begrifft, so wäre (vorausgesetzt, es gibt einen ethisch legitimen Gebrauch von Waffen, etwa zur Verteidigung – siehe hierzu Kap. 4) eine solche Segnung nicht von vornherein etwas Böses. Denn jeder Gegenstand, für den es einen guten Gebrach gibt, kann prinzipiell gesegnet werden, wobei der Segen als eine Bitte an Gott verstanden werden kann, dass der Gegenstand in rechter Weise gebraucht werde. Trotzdem wirkt angesichts der vielen und schrecklichen durch Waffen verübten Übel ihre Segnung anstößig. – Man muss hinsichtlich des Waffensegens zwischen den Konfessionen differenzieren:

Die orthodoxe Kirche sieht nach einer Stellungnahme des Moskauer Patriarchats von 2008 kein Problem darin, Waffen zu segnen, und zwar auch heute noch, was allerdings in der Orthodoxie nicht unumstritten ist.

Für die evangelische Kirche erklärte Pfarrer Niemöller 1945, dass diese „in den vergangenen Jahrhunderten oft Kriege guthieß und die Waffen gesegnet hat. Heute kommt für die evangelische Christenheit kein Waffensegen mehr in Frage, schon deshalb, weil sie weitgehend überhaupt alle Segnungen von Sachen (sog. Realbenediktionen) ablehnt und nur Personen segnet; als Ausnahme kann man hier allenfalls die Segnung von Speisen beim Tischgebet betrachten. Dennoch hatte man zeitweise auch andere Ausnahmen gemacht, und zwar auch bei den Waffen. So bestätigt Christian Eyselein in seiner Dissertation über öffentliche Segenshandlungen, „dass die evangelische Kirche durch die Segnung militärischer Geräte … zu einer Sakralisierung des Krieges beigetragen hat. Hatte sich die evangelische Kirche noch im 18. Jh. einer Schwertsegnung … widersetzt, führt ein religiös-politisch-völkischer Schub in Preußen nach dem Zusammenbruch von 1806/7 zu einer Kehrtwendung. … Bis in den zweiten Weltkrieg hinein bleibt die Vorstellung von einer Segnung der Waffen virulent, obgleich sie explizit wohl kaum praktiziert wurde.“ Letzteres ist aber fraglich, da, wie Eyselein hinzufügt, eine noch im Jahre 1939 vom Landeskirchenrat in Bayern herausgegebene „Handreichung für Feldgeistliche“ die Bitte um „Gottes Segen für die deutschen Waffen“ enthielt.

Was schließlich die katholische Kirche begrifft, so gab es im Mittelalter seit dem 10. Jh. den Schwertsegen bei der Königsweihe und beim Ritterschlag, bei dem ein gesegnetes Schwert zur Verteidigung der Witwen und Waisen, des Besitzers, der hl. Kirche und des christlichen Glaubens überreicht wurde. Gesegnet wurden auch die Rüstung und weitere Waffen wie der zur

Verteidigung einsetzbare Stab (fustis) eines Pilgers. Noch das Pontifikale Romanum von 1596 (mit Texten für bischöfliche

Segenshandlungen) enthielt einen Schwert- und Waffensegen, während aus dem für die ganze Kirche vorgesehenen Rituale Romanum von 1614 der alte Schwert- und Waffensegen entfernt worden war. Das heißt allerdings nicht, dass es nach 1614 keinen Waffensegen mehr gab. Zum einen konnten Bischöfe und Päpste weiterhin das Pontifikale von 1596 zur Schwertsegnung benutzen; so zeichnete Papst Clemens XI. den gegen das Türkenheer bei Peterwardein siegreichen Prinzen Eugen im Jahre 1716 dadurch aus, dass er ihm einen gesegneten Degen und Hut zusandte. Zum anderen hatten nach 1614 manche Bistümer eigene Ritualbücher, die das Rituale Romanum ergänzten, und von denen einige weiterhin Waffensegnungen enthielten. So sollen im Dreißigjährigen Krieg (1618–1648) manche als Feldgeistliche wirkenden Kapuziner Waffen und Munition gesegnet haben, und noch das 1739 herausgegebene Baseler Rituale gestattete es, die alten Texte der bischöflichen

Segnung von Schwert und Fahne auch „für die Segnung von Gewehren und Kanonen zu verwenden“, während „für die Segnung von Schießpulver, Kugeln usw. eigene Gebetstexte vorgesehen waren.“ Ein Hinweis auf einen katholischen Waffensegen stammt noch aus dem Jahr 1900, aus dem eine Fürbitte für die damals nach China entsandten deutschen Reichstruppen überliefert ist: „Segne auch, o Herr, die Waffen unserer Truppen, welche im fernen Osten … kämpfen, und verleihe ihnen siegreichen Erfolg, damit sie nach Wiederherstellung des Friedens mit Ruhm gekrönt in das Vaterland zurückkehren.“Nach 1900 jedoch, insbesondere in den beiden Weltkriegen, scheint es keinen katholischen Waffensegen mehr gegeben zu haben, denn die im 20. Jahrhundert verfassten katholischen liturgischen Bücher enthielten keinen Waffensegen; insbesondere enthält das heute gültige deutsche Benediktionale von 1978 keinen solchen, ebenso wenig wie der 1984 für die Gesamtkirche herausgegebene Rituale-Faszikel De Benedictionibus, der als Vorlage für künftige volkssprachliche Ausgaben gedacht ist.

4. Gewalt und Tötung in der kirchlichen Moraltheologie

4.1. Allgemeine Prinzipien

Allgemein ist anerkannt, dass Gewalt und Tod Übel sind, also etwas, dessen Verursachung man normalerweise vermeiden sollte. Nun hat aber jede menschliche Handlung fast immer mehrere Folgen, und zwar meist mehrere unmittelbar eintretende Folgen sowie zusätzlich noch etliche Spätfolgen, und einige dieser Folgen sind in der Regel immer gewisse Übel. Damit stellt sich daher die Frage, ob und gegebenenfalls wann man eine Handlung, die Übel hervorbringt, trotzdem vollziehen darf. Hier gibt es drei grundsätzliche Standpunkte.

  1. Nach dem ersten, radikal-pazifistischen Standpunkt, darf man unter keinen Umständen Handlungen setzen, die voraussichtlich Übel hervorbringen können. Aber dann könnte man fast gar nichts mehr tun, man müsste auch viel Gutes unterlassen, um auf keinen Fall ein Übel hervorzubringen.
  2. Das entgegengesetzte Extrem ist der Standpunkt der sog. teleologischen oder konsequentialistischen Ethik. Demnach hat man vor einer Handlung immer alle voraussichtlichen Folgen zu betrachten und in einer Güterabwägung abzuschätzen, ob insgesamt gesehen mehr Gutes oder mehr Übles aus der Handlung hervorgehen wird; überwiegen die guten Folgen, so ist die Handlung insgesamt als gut zu beurteilen. Da hier die unmittelbar eintretenden Nahfolgen (die sog. Mittel) ebenso wie die ferneren Folgen (die sog. Zwecke) in die Rechnung einbezogen werden, entspricht diesem Ansatz das Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“, d.h. die Anwendung eines jeden Mittels, und mag es an sich noch so übel sein, ist gerechtfertigt, wenn man dafür am Ende (als Spätfolge) einen entsprechend guten Zweck anstrebt, der das Übel aufwiegt. Ein Schulbeispiel hierfür ist die 1945 getroffene Entscheidung von Präsident Truman, über Hieroschima und Nagasaki Atombomben abzuwerfen (was unmittelbar über hunderttausend Menschenleben kostete), damit der Krieg schneller beendet wird (und dadurch Millionen Menschen ihr Leben behalten). Die katholische und klassisch-christliche Moraltheologie lehnt diesen Ethik-Ansatz ab, mit Berufung auf Paulus, der in Röm 3,8 das Prinzip „lasst uns Böses tun, damit Gutes entsteht“ als Unterstellung seiner Gegner entrüstet von sich weist.
  3. Der klassische christliche und kirchliche Standpunkt ist ein mittlere Position zwischen den beiden vorgenannten Standpunkten. Hier wird das Prinzip „der Zweck heiligt die Mittel“ durch das „Prinzip der Handlung mit Doppelwirkung“ ersetzt. Demnach darf eine üble Folge einer Handlung höchstens dann unter Umständen zugelassen werden, wenn die üble Folge nur „indirekt“ bewirkt wird, d.h. nur als unerwünschte Nebenwirkung einer Handlung mit guter Hauptwirkung in Kauf genommen und zugelassen wird. Der Hauptunterschied zwischen dem teleologischen Ansatz (Übles als Mittel ergreifen) und dem deontologischen Ansatz (das Übel nur als Nebenwirkung zulassen) lässt sich am besten durch folgende Beispiele verdeutlichen (im Fall A ist die schlechte Wirkung Mittel zum guten Zweck, in Fall B ist sie Nebenwirkung einer guten Hauptwirkung):

A: Bombardierung der Zivilbevölkerung, um einen Krieg zu beenden.

B: Bombardierung einer militärischen Anlage, wodurch auch in der Nähe befindliche Zivilisten zu Tod kommen.

A: Tötung eines potentiellen Angreifers aus dem Hinterhalt, um einem Angriff zuvorzukommen.

B: Tötung des unmittelbar zum lebensbedrohlichen Angriff ansetzenden Angreifers (= indirekte Tötung in Notwehr).

A: Tötung des Kindes im Mutterleib, bevor Lebensgefahr für die Mutter besteht, um diese Gefahr auszuschalten. B: Rettung einer Schwangeren mit Todesfolge für das Kind (= indirekte Abtreibung).

A: Ein Arzt tötet einen Patienten, um ihn von Schmerzen zu befreien (= aktive Sterbehilfe / direkte Euthanasie). B: Er verabreicht das erforderliche Schmerzmittel, was der Patient nicht überlebt (= indirekte Euthanasie).

Genauer besagt das „Prinzip der Handlung mit Doppelwirkung“: Eine schlechte Wirkung des eigenen Handelns darf man nur im Rahmen einer sog. Handlung mit Doppelwirkung (Handlung mit einer guten und einer schlechten Wirkung, die gleichunmittelbar aus der Handlung hervorgehen) zugelassen werden, wobei für die ethische Rechtfertigung einer solchen Handlung die folgenden vier Bedingungen erfüllt sein müssen:

  1. Die Handlung an sich (abgesehen von ihren beiden noch hinzukommenden Wirkungen) ist gut oder neutral.
  2. Beide Wirkungen sind voneinander untrennbar, d.h. ohne die schlechte Nebenwirkung ist die gute Hauptwirkung unerreichbar.
  3. Die gute Wirkung muss die schlechte (nach ehrlicher Einschätzung des Handelnden) aufwiegen (hier wird also abgewogen wie bei der teleologischen Ethik, aber es werden nur die Nahfolgen, die unmittelbaren Wirkungen, mit einbezogen).
  4. Nur die gute Wirkung ist gewollt, die schlechte ist weder als Ziel noch als Mittel gewollt und gutgeheißen, sondern nur als Nebenwirkung zugelassen bzw. in Kauf genommen. Man spricht dann von einer nur indirekt herbeigeführten Wirkung.

Die katholische und klassisch-christliche Ethik ist im Gegensatz zur teleologisch-konsequentialistischen Ethik eine sog. deontologische Ethik (Pflicht-Ethik), die davon ausgeht, dass es gewisse Handlungen gibt, die man unter allen Umständen, also ausnahmslos, meiden muss; dazu gehört der Mord, mit dem allerdings nicht jegliches Töten, sondern eine genau bestimmte Tötungshandlung gemeint ist. Dazu das folgende.

4.2.Das Tötungsverbot

Eine exakte Formulierung des Tötungsverbotes (vgl. in der Bibel Ex 20,13; Dt 5,17; Mt 19,18: „Du sollst nicht morden“; Ex 23,7: „Den Schuldlosen … sollst du nicht töten“), die ausnahmslos gültig ist, lautet nämlich in der klassischen christlichen Ethik: Man darf niemals einen unschuldigen Menschen direkt töten. Das „direkte Töten eines unschuldigen Menschen“ nennt man „Morden“. Mit dieser Definition gilt demnach ausnahmslos: Man darf nicht morden. Das Verbot bezieht sich insbesondere auch auf 1. die direkte Abtreibung, 2. die direkte Euthanasie, 3. die direkte Selbsttötung (aber auch für einen „Schuldigen“ ist die Selbsttötung verboten, es sei denn, der Staat verhängt die Selbsttötung als Strafe). Die wichtigsten Gründe für das Verbot sind zwei: Erstens hat der Mensch als Abbild Gottes (Gen 1,26) eine unantastbare Würde, die der Mörder missachtet. Zweitens ist nur Gott ist Herr über Leben und Tod des Menschen (vgl. Dt 32,39; 1 Sam 2,6; Weis 16,13). Wie in der Formulierung „niemals einen unschuldigen Menschen direkt töten“ die Worte „Mensch“, „unschuldig“ und „direkt“ andeuten, gibt es jedoch erlaubte Handlungen, die den Tod verursachen, aber nicht als Mord zu werten sind:

Erstens darf man Tiere (und Pflanzen) um guter Zwecke willen töten (auch zur Nahrungsversorgung, vgl. Gen 9,2–3; verboten ist dagegen die sog. Tierquälerei, definiert als Tötung oder Quälerei von Tieren ohne hinreichend guten Zweck, d.h. aus niederen Beweggründen (z.B. Schadenfreude oder Zeitvertreib) oder zugunsten unbedeutender menschlicher Interessen (z.B. Sportangeln, Pelztierzüchtung, Tierversuche für die Kosmetikforschung). Vgl. Spr 12,10: „Der Gerechte sorgt für das Leben seines Viehs; das Erbarmen der Bösen ist grausam“.

Zweitens darf ein sog. schuldiger Menschen unter Umständen zum Tode verurteilt und hingerichtet werden, und zwar im

Rahmen einer rechtmäßig verhängten Todesstrafe. Vgl. zu dieser Strafe im Alten Testament z.B. Gen 9,6, Ex 21,12–17, Lev 20, Lev 24,16–17 und Num 35,30–31; außerdem im Neuen Testament Röm 13,4 und 1 Petr 2,14 sowie – weniger eindeutig – Mt 26,52, Lk 23,41, Joh 19,10–11, Apg 25,11 und Röm 1,32. Drei Bedingungen sind für die Erlaubtheit der Vollstreckung der

Todesstrafe zu beachten: (1) Die ‚Schuld’ des Menschen muss so schwerwiegend sein, dass er den Tod wirklich „verdient“ hat (d.h. er muss durch einen Mord oder ähnlich schwerwiegende Verbrechen seine Verachtung der unantastbare Menschenwürde gezeigt und diese Würde dadurch von sich geworfen haben). (2) Die Vollmacht zur Vollstreckung der Todesstrafe ist nur dem Staat zugestanden (nach Röm 13,1–7 und 1 Petr 2,13–17 hat der Staat das „Schwert“ aus Gottes Hand, um die Guten zu schützen und die Bösen zu bestrafen), Privatpersonen dürfen die Todesstrafe ohne Gerichtsurteil nicht vollstrecken (vgl. Mt 26,52): das wäre verbotene ‚Lynchjustiz’. (3) Auch der Staat darf die Todesstrafe nur einführen und anwenden, wenn es das einzige Mittel zur Aufrechterhaltung der Ordnung ist. Da dies in modernen Staaten – anders als in unterentwickelten Staaten der Vergangenheit (altes Israel, mittelalterliche Kleinstaaten) – nicht mehr oder kaum noch der Fall ist, setzt sich die Kirche heute für die Abschaffung der Todesstrafe ein (vor allem die Päpste Johanns Paul II. und Benedikt XVI.).

Drittens darf man unter Umständen einen Menschen (auch einen unschuldigen) indirekt töten, d.h. seinen Tod als unerwünschte, aber unvermeidliche Nebenwirkung im Rahmen einer erlaubten „Handlung mit Doppelwirkung“ zulassen, unter Beachtung der oben genannten vier Kriterien. Die Tötung wird hier überhaupt nicht angestrebt, weder als Ziel noch als Mittel; angestrebt wird vielmehr eine gute Tat, die durch eine unglückliche Verkettung der Umstände den an sich unerwünschten Tod zur Folge hat. Vgl. hierzu in der Bibel Ex 22,1–2, wo die Notwehrtötung gegen einen nächtlichen Einbrecher als erlaubt bezeichnet wird. Die wichtigsten Beispiele für eine solche indirekte Tötung sind (1) Notwehr: Tötung eines Angreifers in einem Lebensrettungsakt, und zwar entweder durch den Angegriffenen selbst (Notwehr im eigentlichen Sinn) oder auch durch einen Dritten, der helfend eingreift (Notwehrbeihilfe). (2) indirekte Abtreibung (ärztlicher Eingriff zur Lebensrettung der Mutter mit

Todesfolge für das Kind). (3) indirekte Euthanasie (Schmerzstillung mit Todesfolge für den Schwerkranken) und (4) einige Handlungen im „gerechten“ Krieg (siehe Abschnitt 4.3), die nicht direkt – weder als Ziel noch als Mittel – auf den Tod Unschuldiger abzielen, aber dennoch ihren Tod verursachen können (z.B. Bombardierung einer militärischen Anlage).

Diejenigen Fälle aber, in denen im Alten Testament sogar die direkte Tötung unschuldiger Menschen von Gott befohlen wird (wie Gen 22,2: Isaaks Opfer, oder 1 Sam 15,3: Befehl zum Genozid an den Amalekitern) werden von der klassischen Moraltheologie als nicht verallgemeinerungsfähige ausnahmsweise Ermächtigungen durch Gott gedeutet, können aber auch als göttliche Impulse interpretiert werden, die ursprünglich einen spirituellen Sinn hatten, so dass diese Taten nicht wirklich in Gottes Auftrag durchgeführt werden konnten. Im Fall von Isaaks Opfer wird das Missverständnis von Gott selbst in Gen 22,12 korrigiert. Dafür, dass ein Befehl zur Tötung Unschuldiger niemals die wahre Intention Gottes sein kann, sprechen sowohl altals auch neutestamentliche Schriftstellen (z. B. Spr 6,16–17: Gott hasst „Hände, die unschuldiges Blut vergießen“; vgl. Ex 23,7, Dt 19,10 und 1 Joh 3,15). Nur Gott hat als Herr über Leben und Tod das Vorrecht, auch dem Leben Unschuldiger ein Ende zu setzen (aus seiner Perspektive ist es keine Vernichtung, sondern eine Art „Versetzung“ des Menschen in einen neuen Zustand: für Gott sind nach Lk 20,38 auch die Toten „alle lebendig“), aber dieses Recht scheint er niemals auf Menschen zu übertragen (vgl. Dt 32,39: „Kein Gott ist außer mir: ich töte und mache lebendig“; vgl. auch 1 Sam 2,6 und Weish 16,13).

4.3. Die sog. Lehre vom „gerechten Krieg“

Ein Krieg ist nie als Ganzer etwas „Gerechtes“: Es ist immer nur höchstens eine Kriegspartei im Recht und mindestens eine im Unrecht. Dass es aber gerechte Kriegshandlungen geben kann, ergibt sich bereits aus den obigen Ausnahmen 2 und 3 zum Tötungsverbot, und auf diese beiden Ausnahmen lassen sich auch schon sämtliche als erlaubt angesehene Tötungshandlungen im Krieg zurückführen, so dass der gerechten Kriegseinsatz nicht – wie es manche Ethiker tun – als eine weitere Ausnahme zum Tötungsverbot angesehen werden sollte. Die wichtigsten erlaubten Tötungshandlungen in Krieg sind die folgenden:

  1. direkte Tötung von Personen, die rechtmäßig exekutiert werden dürften (vgl. hierzu das Attentat auf Adolf Hitler durch General Stauffenberg); ansonsten nur indirekte Tötung, zum Beispiel

(2a) Tötung angreifender Soldaten in Notwehr, entweder durch die angegriffenen Soldaten selbst (Notwehr im eigentlichen Sinn) oder durch Dritte, z.B. durch deckende Scharfschützen oder durch zu Hilfe eilende Einheiten (Notwehrbeihilfe),

(2b) Tötung als unvermeidliche Nebenwirkung von Angriffen, die sich direkt nur auf militärische Anlagen oder „schuldige“ Personen richten, die rechtmäßig exekutiert werden dürften,

(2c) Tötung von Menschen, die sich bei notwendigen Truppenbewegungen (Flucht oder Vormarsch, um angegriffene Soldaten oder Zivilisten rechtzeitig zu erreichen und zu schützen) in den Weg stellen / in die Fluchtlinie geraten.

Unerlaubte Handlungen sind unter anderem die folgenden im Krieg oft zur Demoralisierung des Gegners begangenen Tötungshandlungen: (a) Angriff auf die Zivilbevölkerung, (b) Exekution von Kriegsgefangenen oder Geißeln, und (c) Tötung von nicht angreifenden Soldaten aus dem Hinterhalt. Diese Taten sind als Mord zu beurteilen und zu unterlassen.

Zu beachten sind darüber hinaus die einsichtigen klassischen vier Bedingungen, welche (vor allem katholische) Ethiker für den „gerechten Krieg“ aufgestellt haben:

  1. Gerechtes Mandat: Der Krieg muss von der rechtmäßigen Autorität (Staat, Staatengemeinschaft oder quasi-staatlich organisierte Widerstandsbewegung gegen einen Tyrannen oder Unrechtsstaat) angeordnet werden – Krieg ist nicht Sache von Privatleuten (somit ist der Guerillakrieg verboten).
  2. Gerechter Grund: Kriegsgrund muss eine versuchte oder erfolgte Völkerrechtsverletzung sein. Entsprechend muss das Ziel
    1. die Verhinderung der versuchten Rechtsverletzung (z.B. Verteidigung gegen ein angreifendes Heer) sein oder
    2. die Wiedergutmachung der erfolgten Rechtsverletzung (z.B. Rückeroberung eines widerrechtlich besetzten Landes).
  3. Angemessenheit des Mittels: Der Krieg muss zur Erreichung des Zieles (a) notwendig und (b) geeignet sein und (c) in einer ehrlichen Schadenabwägung als das kleinere Übel erscheinen:
    1. Notwendigkeit: alle friedlichen Mittel müssen ausgeschöpft sein; der Krieg ist „ultima ratio“ (letztes Mittel).
    2. Eignung: Es muss die „sichere Aussicht auf einen schnellen Erfolg“ des Einsatzes bestehen.
    3. Schadensabwägung: Die Rechtsverletzung ist schlimmer sein als der mögliche Schaden durch den Krieg.
  4. Gerechte Durchführung: (a) die Absicht der Kriegführenden und (b) die konkreten Handlungen müssen einwandfrei sein:
    1. Die Absicht muss allen die Beseitigung der Rechtsverletzung sein, nicht Eigennutz, Feindeshass oder Kriegslust.
    2. Im Kriegsverlauf ist jede direkte Tötung Unschuldiger zu unterlassen (vgl. die obige Aufzählung erlaubter und unerlaubter Handlungen).

Diese Prinzipien dienen zur Begrenzung (nicht zur Ausweitung oder „Heiligsprechung“) von Kriegen. Im Idealfall sollten Kriege ganz vermieden werden; in jedem Fall ist ungerechten Befehlen der Gehorsam zu verweigern. Das Zweite Vatikanische Konzil hat außerdem von der Politik gefordert, die Wehrdienstverweigerung aus Gewissensgründen zu legitimieren (Gaudium et Spes 79), und die Kirche setzt sich in der heutigen Zeit verstärkt für die Ächtung des Krieges ein, besonders des offensiven Krieges (des sog. Angriffskrieges), dessen Ächtung schon Papst Pius XII. forderte. Schon in früheren Zeiten hatte die Kirche sich immer wieder für die Begrenzung von Gewalt in verschiedenen Formen eingesetzt.

Zur neutestamentlich-biblischen Begründung: Für die Möglichkeit gerechter Kriegseinsätze kann sich auf Lk 3,14 berufen: Nach Lk 3,14 kommen die Soldaten zu Johannes dem Täufer und erhalten die Weisung, durch Handgreiflichkeiten und Worte zu erpressen und sich mit ihrem Sold zu begnügen; wenn sie demnach als Soldaten ihren Sold erhalten dürfen, muss auch ihr Beruf auf christliche Weise ausgeübt werden können. Dies wird durch zwei weitere Texte bestätigt: das Lob des Glaubens des

Hauptmanns von Kapharnaum durch Jesus (Mt 8,9–10), und die Aufnahme des Hauptmanns Cornelius in die Kirche, die Petrus vornahm, ohne dass er von Cornelius verlangte, seinen Beruf aufzugeben (Apg 10). Demnach muss der Beruf des Soldaten für einen Christen statthaft sein und folglich auch der moderate Einsatz von Gewalt zur Verteidigung des Rechtes.

Darauf weist auch Röm 13,1–7 hin, wo es heißt, der Staat habe das Schwert aus Gottes Hand (Röm 13,4), was aufgrund der Anweisung Jesu, „dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist“ (Mt 22,21) auch von Christen respektiert werden muss.

Radikale Friedensethiker (Pazifisten) lehnen jede Anwendung von Gewalt, insbesondere jede Tötungshandlung (auch in Notwehr und im sog. gerechten Krieg) unter allen Umständen ab. Die kirchliche Ethik dagegen lässt dagegen Gewalt unter Umständen als eine vernünftig begrenzte Gegengewalt gegen Rechtsverletzungen zu.

Die Pazifisten argumentieren häufig: Würden sich alle Menschen nach unserer Lehre richten, wäre die Welt in Ordnung und wir hätten Frieden. Aber: Genau dasselbe wäre auch dann der Fall, wenn sich alle Menschen nach der kirchlichen Ethik richten würden (dann würde niemand das Recht verletzen und Gegengewalt wäre unnötig). Diesbezüglich sind also Pazifismus und kirchliche Ethik gleichwertig.

Die kirchliche Ethik hat aber gegenüber der radikal-pazifistischen Ethik den Vorteil, dass auch dann, wenn sich nicht alle nach ihren Maßstäben richten, sondern nur die für die Ethik aufgeschlossenen Menschen, eine relativ friedliche und gerechte Ordnung aufrechterhalten werden kann. Wären dagegen alle ethisch ansprechbaren Menschen radikale Pazifisten, ist zu befürchten, dass skrupellose Verbrecher ungehindert die Macht übernehmen. Fazit: Die Bekehrung aller ethisch ansprechbaren Menschen zum radikalen Pazifismus hätte voraussichtlich katastrophale Folgen (es sei denn, man könnte wirklich ausnahmslos alle Menschen dazu bekehren, aber das ist unrealistisch); die kirchliche Ethik scheint darum die bessere Alternative zu sein.

Literaturhinweise

Wissenschaftlich:

  • Als wissenschaftliches deutsches Standardwerk zum Thema gilt das Buch des renommierten katholischen Kirchenhistorikers Arnold Angenendt mit dem Titel Gewalt und Toleranz. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert (Münster, 2008, 800 Seiten). Angenendt ist grundsätzlich kirchenkritisch, weist jedoch nach, dass die Kirche trotz aller Mängel insgesamt zu den positiven Kräften der Geschichte gezählt werden muss, welche im Lauf der Zeit Gewaltpotentiale abgebaut und zur Mehrung von Vernunft und Liebe in der Welt entscheidend beigetragen hat.
  • Von evangelischer Seite ist zu empfehlen das Buch des Kirchenhistorikers Lutz von Padberg, In Gottes Namen? (Gießen/Basel, 2010) sowie das Standardwerk des Religionssoziologen Rodney Stark, For the Glory of God. How Monotheism led to Reformations, Science, WitchHunts and the end of slavery (Princeton 2003).
  • Zum Thema Inquisition ist zu empfehlen die kurze und präzise Darstellung von Gern Schwerhoff, Die Inquisition. Ketzerverfolgung in Mittelalter und Neuzeit, München 2004.
  • Zum Thema Hexenverfolgung vergleiche man die wissenschaftlich hervorragenden Schriften des renommiertesten deutschen Hexenforschers Wolfgang Behringer (vor allem den Artikel Neun Millionen Hexen, Entstehung, Tradition und Kritik eines populären Mythos, in:

Geschichte in Wissenschaft und Unterricht 49(1998), S. 664–685, auch online auf historicum.net) und das exzellente Buch von Rainer

Decker, Die Päpste und die Hexen, Darmstadt 2003. Empfehlens- und bemerkenswert sind auch der Artikel der Historikerin Rita Voltmer Vom getrübten Blick auf die frühneuzeitlichen Hexenverfolgungen, in: Magister Botanicus Magische Blätter 8, 2006, S. 61–72 der bemerkenswerterweise sogar auf der Fowid-Seite der agnostisch-atheistischen Giordano-Bruno-Stiftung erschienen ist) und der informative Artikel der (anscheinend neo-paganen) Hexenforscherin Jenny Gibbons über die Revolution in der Hexenforschung seit den 1970er

Jahren: Recent Developments in the Study of The Great European Witch Hunt, in: The Pomegranate: The International Journal of Pagan Studies 5 (August 1998).

Populärwissenschaftlich und dennoch sehr informativ sind die folgenden beiden Bücher:

  • Michael Hesemann, Die Dunkelmänner. Mythen, Lügen und Legenden um die Kirchengeschichte, Augsburg 2. Auflage 2008, das Buch verarbeitet eine Fülle wertvoller Informationen.
  • Zander, Hans Conrad, Kurzgefasste Verteidigung der Heiligen Inquisition, Gütersloh 2007 (eine unterhaltsam geschriebene, zugleich aber auch historisch fundierte satirische „Narrenrede“ des Großinquisitors). Als katholisch-apologetische Schrift zum Thema ist noch zu empfehlen:
  • Ulrich Filler, Deine Kirche ist ja wohl das Letzte!, Kisslegg, 9. Auflage 2009 (die fehlerhaften Zahlen zur Hexenverfolgung in früheren Auflagen dieses Buches wurden in der neunten Auflage korrigiert).

[1] Eine rätselhafte Gegenstimme ist hier die von Otto Rahn, der ohne Beleg behauptet hat, schon „in den ersten vier Jahrhunderten“ seien „mehr Christen von Christen- als von Heidenhand zu Märtyrern gemacht“ worden (Rahn, Kreuzzug gegen den Gral, 1933, Neuauflage Dresden 2006, S. 78). Rahn schrieb dies, obgleich er wusste und sogar im selben Werk in einer Fußnote wörtlich mitteilte, dass das Verfahren gegen Priscillian (385 n. Chr.) „das erste Beispiel von Todesstrafe war, die über Ketzerei verhängt wurde“ ( S. 212, Fußnote 68).

[2] Vgl. Mt 18,15–17 und Tit 3,10–11, vor allem aber Gal 1,8–9, wo Paulus erklärt: wer das Evangelium verfälscht, sei „verflucht“ (oder: „gebannt“), d.h. von der Gemeinschaft separiert. Mit dem hier von Paulus für Fluch/Bann gebrauchten griechische Wort „anathema“ bezeichnete man später den Kirchenbann oder Kirchenausschuss. Im Neuen Testament wird nicht die Tötung verlangt, wohl aber verweigerte man gefährlichen Irrlehrern/Abtrünnigen/Häretikern gegenüber Gruß und Gastfreundschaft (2 Joh 1,10–11), mied das Zusammenleben und die Zusammenarbeit mit ihnen (2 Kor 6,14) und gebrauchte ihnen gegenüber oft eine harte Sprache (vgl. 2 Kor 10,2; Phil 3,18–19; 1 Tim 1,19–20; 2 Tim 2,14–18; Hebr 10,26–31; 2 Petr 2,1–22; 1 Joh 2,18–19; 2 Joh; 3 Joh; Jud; Offb 2,6; Offb 2,9; Offb 2,20–24). Gegen die Tötung von Häretikern und generell gegen zu harte Gewaltmaßnahmen zur Säuberung der Kirche von den „Bösen“ aber kann man aus dem Neuen Testament Jesu „Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen“ (Mt 13,24–30, mit der von Jesus selbst gegebenen Deutung Mt 13,36– 43) anführen: Der Weizen symbolisiert die Guten, das zwischen dem Weizen wachsende Unkraut steht für die Bösen. Auf die Frage der Knechte, ob das Unkraut zusammengelesen (ausgerissen) werden soll, aber ergeht die Antwort des Herrn: „Nein, sonst reißt ihr beim Zusammenlesen des Unkrauts auch den Weizen mit aus; lasst beides miteinander wachsen bis zur Ernte“ (Mt 13,29–30). Mit diesem Gleichnis wollte Jesus offenbar eindringlich vor dem Versuch warnen, die Bösen radikal auszumerzen, da solche Säuberungsversuche erfahrungsgemäß auch viele Unschuldige treffen. Die Trennung zwischen Gut und Böse ist also Gott zu überlassen, der diese Trennung „zur Zeit der Ernte“, d.h. beim Weltgericht am Ende der Geschichte vornehmen wird. Der Kirchenvater St. Johannes Chrysostomus († 407) deutete das Gleichnis explizit so, dass man Häretiker nicht töten dürfe (Matthäus-Homilie 46, PG 58, 477).

[3] Lk 14,15–24: Als die ursprünglich eingeladenen vornehmen Gäste nicht kommen wollen, gibt der Hausherr seinen Knechten dem Befehl, statt dessen die

„Armen und Krüppel und Blinden und Lahmen“ einzuladen, und als sein Haus auch dann noch nicht voll war, gab er den Befehl: „Geht hinaus an die Landstraßen und Zäune und „nötigt (die Leute), hineinzukommen (lat. compelle intrare), damit mein Haus voll werde“. Im ursprünglichen Kontext betrachtet, dürfte das Gleichnis bedeuten, dass der Hausvater (Gott) sein Heil (das Mahl) den ursprünglich nicht Geladenen (d.h. den Nichtjuden) eindringlich anbietet; Augustins Deutung weicht stark davon ab und ist somit in hohem Maße allegorisch. Eine andere Bibelstelle, die im Hochmittelalter (etwa von St. Bernhard) auf Maßnahmen gegen die Häretiker gedeutet wurde, war im Alten Testament das Hohelied 2,15: „Fangt uns die Füchse, die kleinen Füchse! Sie verwüsten die Weinberge, unsre blühenden Weinberge.“ Die zu fangenden Füchse deutete man als Häretiker, welche die Kirche (den Weinberg Gottes) verwüsten.

[4] Die Agonistiker waren militante Unterstützer der Donatistensekte, mit der Augustinus stritt; sie verstanden sich als heilige Soldaten Christi, ihre Gegner aber nannten sie Circumcellionen (= Herumtreiber; Augustinus: qui circum cellas vagantur, sie treiben sich um die Hütten herum). Sie überfielen Katholiken und zwangen sie zur Wiedertaufe, blendeten Geistliche mit weißem Kalk und schändeten katholische Kirchen und Altäre. Als Waffen benutzten sie anfangs keine Schwerter (dies habe Jesus verboten), wohl aber Knüppel, mit denen sie ihre Opfer verletzten und sterbend liegen ließen, ohne sie zu töten. Später benutzen sie aber auch Schwerter. Ein weiteres Merkmal war ihre fanatisch-wilde Märtyrerverehrung: Sie tanzten nicht nur auf den Gräbern der Märtyrer, sondern wünschten, selbst getötet zu werden; manche reizten bewaffnete römische Legionäre oder bezahlten sie sogar, um sich von ihnen töten zu lassen, andere stürzten sich selbst von den Felsklippen und Stadtmauern oder sprangen ins Wasser oder Feuer, und werteten einen solchen Selbstmord als Martyrium. Ihr Protest richtete sich gegen die etablierte katholische Kirche, zugleich aber auch gegen soziale Missstände. In der marxistischen Geschichtsschreibung wurden sie zuweilen als sozialrevolutionäre christliche Gruppe positiv bewertet, aber es liegt näher, sie mit religiösen Terroristen und Selbstmordattentätern zu vergleichen.

[5] Augustinus sprach erstmals um 405 den späteren kirchenrechtlichen Grundsatz aus, niemand dürfe gegen seinen Willen zum Glaube gezwungen werden

[6] In seinem Schreiben Ad consulta vestra an die Gesandtschaft des zum Christentum übergetretenen Fürsten Boris von Bulgarien (866) schrieb Papst Nikolaus: Denen, „die sich weigern, das Gut des Christentums anzunehmen“ dürfe, „damit sie glauben, keineswegs Gewalt angetan werden. … Gott gebietet nämlich, dass freiwilliger Gehorsam, und nur von Freiwilligen geleistet werde: Denn hätte er Gewalt anwenden wollen, hätte seiner Allmachtl keiner widerstehen können.“ (Kap. 41, DH 647). Im diesen bemerkenswerten Schreiben wandte sich der Papst auch gegen den Einsatz der Folter im Strafprozess (siehe Fußnote 71).

[7] Decretum Gratiani, pars II, c. 23, q. 5, c. 33, zurückgehend auf St. Augustinus (siehe Fußnote 7). Auch Papst Innozenz III., der als der mächtigste Papst des

Mittelalters gilt, erklärte im Jahr 1201: „Es ist der christlichen Religion entgegengesetzt, dass einer gegen seinen beständigen Willen und trotz nachhaltigen Widerspruchs genötigt wird, das Christentum anzunehmen und zu bewahren“ (DH 781). Vgl. im heutigen Kirchenrecht (CIC 1983 can. 748 § 2: „Niemand hat jemals das Recht, Menschen zur Annahme des katholischen Glaubens gegen ihr Gewissen durch Zwang zu bewegen.“

[8] Thomas von Aquin, Summa Theologiae II-II, q.10, a.8. Ebenso lehrte auch Papst Innozenz III., der als der mächtigste Papst des Mittelalters gilt, im Jahr 1201: „Es ist der christlichen Religion entgegengesetzt, dass einer gegen seinen beständigen Willen und trotz nachhaltigen Widerspruchs genötigt wird, das Christentum anzunehmen und zu bewahren.“ (Innozenz III., Brief an Erzbischof Ymbertus von Arles, DH 780).

[9] Vgl. Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2008, S. 250. Als Beleg könnte man die in der damaligen

Zeit (um 443) verfasste Kirchengeschiche des Sozomenos anführen, der in 7,12 (PG 67,1145–1146) über Kaiser Theodosius heißt „Und er setzte durch seine Gesetze schwere Strafen fest, führte diese aber keineswegs aus, denn er wünschte nicht zu strafen, sondern nur seine Untertanen in Schrecken zu versetzen, damit sie in göttlichen Dingen wie er selbst denken mögen, und er pries diejenigen, die sich aus eigenem Entschluss bekehrten.“

[10] Vgl. Angenendt, Toleranz und Gewalt. Das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2008, S. 232. Bei Walter Brandmüller (Licht und Schatten, Augsburg 2007, S. 84) und Hesemann (Die Dunkelmänner, Augsburg, 2. Auflage 2008, S. 157) heißt es, dass zu Anfang des 5. Jahrhunderts „gegen Donatisten und Manichäer“ die Todesstrafe „verhängt“ wurde. Zu betonen ist, dass sie aber anscheinend nie „vollstreckt“ wurde.

(11) Dieser Kaiser war Magnus Maximus, ein Usurpator gegen den rechtmäßigen Kaiser Gratian, der 383 ermordet wurde. Theodosius musste Magnus Maximus 384 vorläufig als Westkaiser anerkennen, der seine Residenz in Trier nahm; besiegte ihn aber 388 aber in zwei Schlachten und ließt ihn dann hinrichten. 14 In seinem Kampf gegen die Donatisten wies er in seiner Schrift De schismate Donatistarum Kap. 3 darauf hin, dass einst Moses und Pinchas im Namen Gottes mit dem Schwert gegen die Verehrer des goldenen Kalbes eingeschritten waren.

[12] Hilarius schreibt 365 in seiner Schrift Contra Auxentium (Kap. 4): „Jetzt empfehlen leider irdische Hilfsmittel den göttlichen Glauben … Die Kirche schreckt mit Verbannung und Kerker, … sie vertreibt die Priester, sie, die durch vertriebene Priester fortgepflanzt worden ist.“

[13] Im Judentum rechtfertigte man Gewalt gegen Andersdenkende durch das Alte Testament: „Wer den Namen des Herrn schmäht, wird mit dem Tod bestraft; die ganze Gemeinde soll ihn steinigen“ (Lev 24,16). Tatsächlich wurde dieses Gesetz angewendet, nicht nur im Alten Bund (vgl. Lev 24,23), sondern auch zur Zeit Jesu angewendet: Vgl. das Todesurteil des hohen Rates gegen Jesus (Mt 26,25–26; Joh 19,7), die Exekutionsbefehle gegen seine Anhänger (Apg 26,10), die Steinigung des Stephanus (Apg 7,59) und die Steinigung des Paulus, die dieser jedoch überlebte (Apg 14,5; 14,19; 2 Kor 11,25); nachbiblisch auch die Tötung des ersten Bischofs von Jerusalem, Jakobus im Jahre 62 (bezeugt von Hegesipp in Eusebius’ Kirchengeschichte 2,23,4–19).

[14] Siehe Fußnote 4. Außerdem lehrte Chrysostomus, dass man die Falschlehre verurteilen, den Falschlehrer aber verschonen muss: „De häretischen Lehren … müssen wir verwerfen, … den Menschen aber müssen wir alle Schonung zukommen lassen und für ihr Heil beten“ (De non anathematizandis 4; PG 48,952).

[15] Zu Jan Hus und Hieronymus von Prag siehe Fußnote 36.

[16] Zu Tyndale, dessen Hinrichtung 1536 nicht allein katholischen Autoritäten angelastet werden kann, da seine Verfolgung maßgeblich durch die damals bereits von Rom getrennte Kirche von England unter Heinrich VIII. vorangetrieben wurde, siehe S. 8.

[17] Angenendt, S. 239.

[18] So Thomas A. Fudge, The trial of Jan Hus. Medieval Heresy and Crime Procedure, Oxford 2013, S. 107.

[19] Adriaan Bredero, Christenheit und Christentum im Mittelalter, Stuttgart 1998, S.162.

[20] Petrus Cantor, Verbum abbreviatum Kap. 78 (PL 205, 231).

[21] Schon die Synode von Tours 1163 hatte gegen die Katharer Güterkonfiskation und Inhaftierung gefordert; hier wurden erstmals die „Albigenser“ erwähnt.

[22] Verboten war ihnen auch Käse, Milch und Eier (alle Produkte von Lebewesen, die durch Zeugung ins Dasein kamen), nicht aber Fische (weil sie glaubten, dass diese aus Wasser und nicht durch Zeugung entstünden). In der Regel aßen sie nur Früchte.

[23] Man muss beim consolamentum und der endura genauer zwei Formen unterscheiden. Die erste Form der endura war ein strenges Fasten, nach welchem man das consolamentum empfing, wodurch man dann in den Stand des vollkommenen Katharers (des Perfectus / der Perfecta) aufgenommen wurde, um die Katharerkirche zu leiten. Die zweite und radikale Form des consolamentum war das sog. Krankenconsolamentum, das den Credentes angeboten wurde, die ein langes, anstrengendes Leben als Perfectus/Perfecta meiden wollten; diese empfingen dieses Sakrament erst am Ende ihres Lebens (z.B. als Kranke oder Sterbende) und hielten nach dem Empfang eine radikale endura ein, die im völligen Nahrungsverzicht bestand. Schwierig wurde dies, wenn sie nach Empfang des Krankenconsolamentum wieder gesund wurden. Außer dem Verhungern wählten die Katharer dann manchmal auch andere Arten des Freitodes. So sagt der Katharer-Experte Otto Rahn: „sie nahmen Gift, sie hungerten sich zu Tode, sie öffneten sich die Pulsadern, stürzten sich in einen Schlucht oder legten sich im

Winter nach einem heißen Bad auf kalte Steinfliesen, um eine Lungenentzündung zu bekommen.“ (Rahn, Kreuzzug gegen den Gral, 1933, Neuausgabe Dresden 2006, S. 96). Demnach kann man bei den Katharern von einem Kult des Todes sprechen, was die Katharer mit den Circumcellionen des 4. Jahrhunderts verbindet (siehe Fußnote 6).

[24] Auch satanistische Riten wurden ihnen nachgesagt, Katharer leiteten manche von catus = Katze ab, weil die Katharer angeblich schwarze Katzen in einem satanistischen Ritual auf das Hinterteil küssten. Doch dürften dies unwahre Unterstellungen sein. Möglich ist aber, dass manche Katharer wie die alten sog. luciferianischen Gnostiker „Lucifer“ (den die Christen als den Teufel ansahen) als Engel des Lichtes verehrten; nach Otto Rahn (Lucifers Hofgesind, 2. Auflage 2006, S. 11) ist verbürgt, dass Ketzer des 12. Jh. sich an dem Gruß erkannt haben: „Lucifer, dem Unrecht geschah, grüßt dich“. Nach katharischer Lehre, wie Rahn sie verstand, soll jedenfalls auch der aus dem Himmel verbannte Teufel einst wieder in den Himmel zurückfinden.

[25] Neben den schon genannten mit dem Christentum unvereinbaren Lehren kam noch, dass sie das Alte Testament verwarfen und Christus als einen Botenengel des höchsten Gottes ansahen, der nicht wirklich Mensch wurde, sondern mit einem ätherischen Scheinleib auf Erden wandelte. Er war nur Lehrer, kein Erlöser, wirkte keine Wunder und starb nicht am Kreuz und war als himmlisches Wesen nicht leidensfähig. Außerdem glaubten sie an Seelenwanderung als Strafe für die gefallenen Seelen; wie die Hindus und Buddhisten wollten sie dem Kreislauf der Seelenwanderung entrinnen. Vorläufer der Reformatoren waren eher die sog. Waldenser (die man oft mit den Katharern verwechselte).

[26] Schon 1199 hatte Innozenz III. in der Dekretale Vergentis in Senium die Häresie mit Majestätsbeleidigung verglichen, ohne daraus die strafrechtliche Konsequenz einer Todesstrafe abzuleiten; erst „Friedrich II. hat in den Konstitutionen von Melfi (1231) Häresie und Majestätsverbrechen gegen den Kaiser rechtlich gleichgestellt“ (Brandmüller, Walter, Licht und Schatten, Kirchengeschichte zwischen Glaube, Fakten und Legenden, Augsburg 2007, S. 93). Mit Berufung auf das Falschmünzerei-Argument verteidigte Thomas v. Aquin die Legitimität der Todesstrafe für Häretiker in der Summa Theologiae II-II, q.11, a.3.

[27] Vgl. Thomas von Aquin, Summa Theologiae II-II, q.11, a.3.

[28] Papst Leo X. führte 1520 in seiner gegen Martin Luther gerichteten Bulle Exsurge Domine (DH 1483) als einen der 41 von Luther stammenden „Irrtümer“ an: „Häretiker zu verbrennen ist gegen den Willen des Hl. Geistes“ (Satz 33 = Luthers Erläuterung zu seiner These 80; vgl. WA 1,624,36–38 und 165,4–5). Mithin trat Papst Leo für die Rechtmäßigkeit der Häretikerverbrennung ein bzw. dafür, dass diese dem Willen des Hl. Geistes nicht entgegengesetzt ist. Wenn man an ein nicht von Menschen zur Strafe verhängtes Brennen, sondern entweder an ein symbolisch-geistiges und/oder an ein postmortal eintretendes Höllenfeuer denkt, ließe sich der Satz Leos eventuell mit Schriftstellen wie Joh 15,6 oder Offb 10,15 stützen. Aber dem Zusammenhang nach dürfte Leo die damals übliche diesseitig-reale Feuerstrafe für Häretiker gemeint haben; diese abzulehnen, war auch schon Jan Hus vorgeworfen worden (siehe Fußnote 36). Allerdings hat er Luthers diesbezügliche ablehnende Meinung nicht direkt als „häretisch“ bezeichnet, also kein Dogma aufgestellt, dass den Katholiken für alle Zeiten verpflichtet hätte, die Häretikerverbrennung als rechtsmäßig zu beurteilen. Die Zensur des Papstes zu den Sätzen Luthers lautet vielmehr am Ende: „Die vorgenannten … Irrtümer … verwerfen Wir … als …. je nachdem häretisch oder anstößig oder falsch oder fromme Ohren verletzend oder einfache Gemüter verführend und der katholischen Wahrheit widerstrebend.“ Das heißt: die Liste der Lutherschen 41 Sätze enthält neben (möglicherweise) Häretischem auch z.B. bloß für die (damaligen) „frommen Ohren“ Verletzendes, und es wird hier nicht spezifiziert, welche der monierten Sätze nun die häretischen und welche nur die sind, welche nur damalige fromme Ohren verletzen. Diese genauere Spezifikation überließ Leo späteren Theologen, Päpsten und Konzilien zu Klärung, und diese haben in der Tat im Laufe der Zeit geklärt, welche Thesen Luthers die für den Katholischen Glauben dogmatisch problematischen sind – seine These zur Ketzerverbrennung aber jedoch war nicht dabei. Für heutige „fromme Ohren“ ist umgekehrt die Position von Papst Leo anstößig (die offenbar auch schon zuvor von Papst Martin V. und den Konzilsvätern auf dem Konstanzer Konzil geteilt, aber nicht als Dogma verkündigt worden war, siehe hierzu Fußnote 36), und gemäß heutiger Lehre der Katholische Kirche hatte Luther mit Satz 33 recht. Doch ist Luther selbst (und sind die Reformatoren) diesem Satz nicht treu geblieben. Luther befürwortete später das Verbrennen von Hexen (siehe Fußnote 82), das Anzünden der Synagogen und Häuser der Juden (in seiner Schrift Von den Juden und ihren Lügen, 1543), und die Tötung der aufständischen christlichen Bauern (z.B. in seiner Schrift Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Bauern, 1525). Ferner erklärte Luther seiner Predigt über Psalm 82 (1530), die Obrigkeit haben die Pflicht, gegen Häretiker („Ketzer“) vorzugehen, deren Lehre gegen einen „öffentlichen Artikel des Glaubens“ verstößt, „der klärlich in der Schrift gegründet und in aller Welt geglaubt ist von der ganzen Christenheit“ (Luther meint natürlich: geglaubt von der ganzen Christenheit, abgesehen eben von jenen Ketzern). Diese Ketzer (Luther nennt als Beispiel „Wiedertäufer“) seien „Lästerer“, und die Obrigkeit sei verpflichtet, „die öffentlichen Lästerer zu strafen“. Dann fährt er fort: „Moses in seinem Gesetz gebietet auch, solche Lästerer, ja alle falschen Lehrer zu steinigen. Also soll man hier auch nicht viel Disputierens machen, sondern unverhört und unverantwortet verdammen solch öffentliche Lästerung“. Damit gab er den protestantischen Landesherren die Erlaubnis, ja sogar den Auftrag zur Ketzertötung, und so ist es kein Wunder, dass sich Lutheraner ebenso eifrig wie Reformierte und Katholiken z.B. an der Tötung von Täufern beteiligten. Auch die Reformatoren Zwingli und Calvin befürworteten die Ketzertötung durch die Obrigkeit. Zwingli trug z.B. das vom Züricher Stadtrat verhängte Todesurteil gegen den Täufer Felix Mantz mit, der 1527 in der Limnat ertränkt wurde. Außerdem gab Zwingli der Stadt Zürich den Rat, im Zweiten Kappelerkrieg gewaltsam gegen die katholischen Urkantone der inneren Schweiz vorzugehen, um die Refomation, wo sie sich nicht mit Überzeugung verbreiten ließ, mit Feuer und Schwert zu verbreiten; 1531 fand Zwingli in diesem Krieg den Tod. Sein Denkmal in Zürich zeigt ihn mit Bibel und Schwert in der Hand. Calvin forderte (und verteidigte hinterher) die Hinrichtung des anti-trinitarischen Theologen Michael Servetus, der 1553 auf dem Genfer Marktplatz verbrannt wurde; dies wurde auch von Zwinglis Nachfolger, Heinrich Bullinger, befürwortet. Der reformierte Heidelberger Katechismus von 1563 erklärte ausdrücklich: „Darum hat er (Gott) auch befohlen, sie (die Lästerer) mit dem Tod zu bestrafen.“

[29] Zwei besondere