Germanenherz

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Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt, verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit, seine Kultur und sich selbst. Wir sind und werden gezwungen, unseren eigenen speziellen Charakter und unseren Lebensstil zu verbergen und zu Verachten, um nicht als Nazi oder Antisemit verspottet und ausgegrenzt zu werden. Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheiten ihres Geistes und ihre Sprache nimmt. Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die jüdische Fremdherrschaft zu verewigen.

Wir Deutschen haben uns für unsere Vergangenheit und unsere Ahnen nicht zu schämen, ganz im Gegenteil, wir müssen sie unbedingt neu entdecken. Es ist unsere Pflicht uns mit der Germanistik auseinanderzusetzen. Wir Deutschen haben eine wahre Kultur. Wir Deutschen gehören zu dem Ursprung einer westlich zivilisierten und autarken Welt ohne das wir eine kulturelle Identität künstlich erzeugen müssen indem wir andere Kulturen vernichten! Wir sind mehr als das was uns seit Dekaden eingeredet wird, wir haben eine Geschichte die es wert ist sich zu entwickeln, denn unsere Vorfahren haben ihr Leben gegeben damit wir heute in Freiheit leben sollten.
In  Wahrheit baute  die germanische Weltanschauung auf die Gleichstellung von Menschen und dem Respekt gegenüber der Natur.  Gewalt, Naturzerstörung, egoistischer Intellekt waren verpönt, der Sinn für das Gemeinwohl (Natur inkl. Mensch) war vordergründig. Nichts wurde getan, ohne die Ahnen und die beseelte Natur zu fragen. Das alte Wissen war allen zugänglich und wurde nicht von elitären Herrenmenschen für ihre eigenen Zwecke missbraucht und der Masse vorenthalten worden!

Das alles ist ein wesentlicher Teil der deutschen Historie, welche jedoch immer mehr in das Vergessen gedrängt wird. Wir sind inmitten eines kulturellen Bewusstseins der Selbstaufgabe und des ewigen Schuldkult, ohne sich auf das zu besinnen was wir sind und andere Völker als selbstverständlich erachten. Den Deutschen hat man die Geschichte abtrainiert. Bei den einen reicht das Gedächtnis nur bis zur letzten Fußball-WM, bei den anderen nur auf 1933.1945. Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern will, wird dazu genötigt, sie im weniger Positiven bzw. die negativen Eigenschaften zu wiederholen.

Wer sich aber mit den alten germanischen Mythen auseinandersetzt, wird schnell merken, dass uns die Judeachristen unsere fundamentalen Lebensgrundlagen und Lebensweisheiten gestohlen haben!. Die drei großen patriarchalen Religionen (Christentum, Islam, Judaismus) sind für rasendes Massenmorden, rücksichtslose Industrialisierung, Sklavenarbeit, Ungerechtigkeit, Plünderung der natürlichen Ressourcen verantwortlich! Sie haben uns den Zugang zu unseren Seelen geklaut, uns von ihren (Schulen, Banken, Medien) abhängig gemacht!
***Es ist an der Zeit, dass Odin zurückkommt***
.odin geist
Allvaters Anrufung
Der Du einst im Waldesrauschen
Deinem Volke Dich genaht,
Dass sein Herz in brunst’gem Lauschen
Sich entzündete zur Tat,

Der Du standest an Deutschlands Seite
Immerdar und allerorts,
Kraftverleiher warst im Streite,
Spender tiefen Weisheitsworts,

Wir, von Deinem Blut geboren,
Gott der Deutschen, nahen Dir,
Wir, in fremdem Volk verloren,
Dich, Allvater, rufen wir.

Hast es manches Mal gesehen,
Jenes Schauspiel voller Gram:
Sahst aus Deutschland Deutsche gehen,
Deren keiner wiederkam,

Die in Angst vor fremden Spöttern
Sich des Vaterlands geschämt,
Opfer brachten fremden Göttern,
Sich mit fremdem Putz verbrämt;

Hör’ uns rufen, hör’ uns schwören:
Wir sind treu, und wir sind Dein,
Unser Land soll uns gehören,
Uns’res Landes woll’n wir sein!

Sieh’, der Fremdling will’s verhindern,
Altes Recht, er schreibt es neu —
Vater, bleibe Deinen Kindern,
Gott der Deutschen, bleib’ uns treu!

Schüttle Deine heil’gen Locken,
Necke die allmächt’ge Hand,
Dass der Eindringling erschrocken
Weiche aus dem deutschen Land;

Dass er zagen lerne, zittern
Vor urew’ger Majestät,
Wenn in heil’gen Ungewittern
Deutsche Gottheit aufersteht;

Dass das Herz uns mutig werde,
Stark in neuer Zuversicht:
Vatergott und Vatererde
Raubt uns Macht der Menschen nicht!


Viking_Toto_Germanenherz
Vom Hohen Norden wird er kommen mit seinen Streitwagen, und seine Macht wird unbezwingbar sein. Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein, ihnen wird er das Licht geben, und sie werden der Welt leuchten, Und die Stunde des Lichtes wird heimkehren über die Erdenwelt.
Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist. Man sei sich der Gegenkräfte gewahr und schließe nicht die Augen vor ihnen. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen. Zum Leben gehört auch der Mut zum Konflikt. Hindernisse sind dazu da, furchtlos, aber umsichtig überwunden zu werden. Man vertraue seinem Willen und seinem innerem Impuls. Man diene mit diesen Kräften der Schöpfung. Man tue, was zu tun ist. WENN DIE ZEIT REIF IST
toto_haas_lichtbringer*** Die Zeit ist nun reif ***
*** Mein Volk Erwache ***
Nur der Wache (Sehende) erkennt schnell die Lüge! Was keiner wagt, das sollt ihr wagen. Was keiner sagt, das sagt heraus. Was keiner denkt, das wagt zu denken. Was keiner anfängt, das führt aus. Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen, wenn keiner nein sagt, sagt doch nein. Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben. Wenn alle mittun, steht allein. Wo alle loben, habt Bedenken, Wo alle spotten, spottet nicht. Wo alle geizen, wagt zu schenken. Wo alles dunkel ist, macht Licht. 

Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld

Christianisierung »Wie viel die Fabel von Christus Uns und den Unsern genützt hat, ist bekannt.«

Papst Leo X. 11) S. 142.

»Die Kirche ist die höchste aller denkbaren Korruptionen.« Der Philosoph Friedrich Nietzsche 11) S. 363.

»Wir brennen wahrhaftig vor Geldgier, und indem wir gegen das Geld wettern,füllen wir unsere Krüge mit Gold, und nichts ist uns genug«.
Bischof Hieronymus 11) S. 76.
Basis BLUTGELD
Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld -auf dieser Basis bauen alle auf, die der Kirche Geld geben.
Wie ist die Kirche zu ihrem immensen Reichtum gekommen? Die Wahrheit darüber findet man in vielen dicken Büchern verborgen. Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Fakten gesammelt und übersichtlich zusammengestellt.
Gold
Der Vatikan hortet den zweitgrößten Goldschatz auf Erden

In der italienischen Zeitschrift Oggi wurde der Goldschatz des Vatikans aufgrund »außerordentlicher Informationen« hinter demjenigen der USA als der zweitgrößte der Welt beziffert: 7000 Milliarden Lire = 3.500.000.000 Euro. Im Vergleich dagegen beträgt der Wert des Goldschatzes des Staates Italien »nur« 400 Milliarden Lire. Dies war 1952. 1). Wie groß mag der Goldschatz des Vatikans heute sein? Rechnen wir die Wert-Steigerung dazu, so wäre der Wert des Goldes heute 63 % höher. Bei Verkauf könnte der Goldschatz des Vatikans, je nach Zeitpunkt eines eventuellen Abstoßes, bis 650 % Gewinn gebracht haben. Da fragt man sich: Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Gold-Besitz gekommen?

Aktien
Der Vatikan pokert mit enormen Finanzreserven an der Wallstreet

»Die auswärtigen Finanzreserven des Vatikans sind vornehmlich an der Wallstreet konzentriert. Insgesamt dürfte sich der Gesamtbesitz der Kirchenzentrale an Aktien und anderen Kapitalbeteiligungen bereits im Jahr 1958 auf etwa 50 Milliarden DM belaufen haben.« 4) S. 153. Diese Zahl dürfte inzwischen vermutlich auf weit über Hundert Milliarden Euro angewachsen sein.
Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Aktien-Besitz gekommen?

Konzerne
Der Vatikan ist »größter religiöser Wirtschaftskonzern«

»Der Vatikan ist heute der größte religiöse Wirtschaftskonzern der Welt und fest engagiert in zahllosen Unternehmen in den Bereichen Immobilien, Plastik, Elektronik, Stahl, Zement, Textilien, Chemie, Nahrungsmittel und Bauwirtschaft.« 3) S. 244.
Die dem Vatikan gehörende Firma Italgas hat Tochter-Gesellschaften in 36 italienischen Städten. Der Vatikan mischt mit bei Teer, Eisen, Destillaten, Trinkwasser, Gasherden, Industrieöfen usw. Von den etwa 180 italienischen Kreditinstituten verfügt mindestens ein Drittel über vatikanisches Geld. 3) S. 244.
Der Vatikan besitzt viele einflussreichste römische Banken und ist in Europa, in Nord- und in Südamerika an einer überwältigenden Fülle mächtiger Industrieunternehmen beteiligt, einige gehören sogar weitgehend dem Vatikan, wie z.B. Alitalia oder Fiat. 2) S. 53.
Wie ist der Vatikan zu diesem immensen Besitz gekommen?

Ländereien
Die Kirche – der größte Grundbesitzer der westlichen Welt

Einige Beispiele:
-Deutschland: Mit 8,25 Milliarden qm größter privater Grundbesitzer 34) S.208 (entspricht gut der Hälfte des Bundeslandes Schleswig-Holstein 34) S.208 oder der Größe von Bremen, Hamburg, Berlin und München zusammen).
-Italien: über 500.000 ha Ackerland.
-Spanien: ca. 20 % aller Felder.
-Portugal: ca. 20 % aller FelderArgentinien: ca. 20 % aller Felder.
-England: ca. 100.000 ha.
-USA: über 1.100.000 ha Ackerland; Weiden und Wälder sind nicht mitgerechnet. 26) S. 429.
Wie ist die Kirche zu diesem immensen Land-Besitz gekommen?

Städte / Immobilien
Der Vatikan ist »größter Immobilienbesitzer«

Man kann in Bezug auf die immensen Besitztümer des Vatikans nicht mehr nur von Immobilien sprechen, sondern eher von Städten oder Stadtteilen. Rom z. B. ist bereits zu 1/4 in den Händen des Vatikans, recherchierte Paolo Ojetti in der Zeitschrift L’ Europeo am 7.1.1977. Sein Artikel war wie ein Telefonbuch zu lesen. Seitenweise listete er Tausende von Palästen auf, die z. T. den 325 katholischen Nonnen- und 87 Mönchsorden gehören. 5) Der Journalist Ojetti recherchierte auch in der italienischen Stadt Verona. Er druckte einen Stadtplan ab, auf dem ungefähr die Hälfte der Häuser schwarz markiert waren = Eigentum der katholischen Kirche. Er wies darauf hin, dass die Besitzverhältnisse in anderen Städten ähnlich sein dürften. 5) Das war dem Vatikan zuviel. Sie nannten den Artikel verwirrend, unverantwortlich, skandalös, antiklerikal, unkulturell und dumm. Der Direktor der Zeitschrift wurde sofort gefeuert. Es dauerte 21 Jahre, bis es wieder ein mutiger Journalist wagte, das Thema anzupacken. Max Parisi recherchierte für die Zeitung La Padania nochmals die Eigentumsverhältnisse in Rom und kam in seinem Artikel vom 21.6.1998 zum Schluss, dass jetzt bereits schon fast 1/3 aller Häuser Roms im Besitze des Vatikans sind 6). Diese Immobilien von »unermesslichem Wert« befinden sich nach seiner Recherche in den besten Lagen: »Das ganze Gebiet vom Campo dei Fiori bis zum Tiber gegenüber der Engelsburg, vorbei an der Piazza Navona und den umliegenden Straßen ist praktisch vollständig im Besitz des Vatikans. Es handelt sich um etwas weniger als die Hälfte des historischen Zentrums.« Allein in dieser Zone sind es über 2500 Paläste. Diese ganzen Immobilien tauchen auf dem Katasteramt gar nicht auf, weil sie als »ausländisches Territorium« gelten. 6) Der Autor Guarino33) nennt Beispiele, wie Leute zwangsgeräumt und auf die Straße gestellt wurden, obwohl die Vatikanbank scheinheilig anderes versprochen hatte. Parisi fragt am Ende: »Was haben Glauben und 160.000 Milliarden Immobilienbesitz miteinander zu schaffen? Was hat Jesus mit … den teuersten Terrassenwohnungen Roms zu tun?« 6) Jetzt versteht man die alten Prophezeiungen, nach denen den Römern eines Tages der Kragen platzt und die Prälaten ihre Kutten in den Tiber werfen müssen, um nicht erkannt zu werden …
Doch wie ist der Vatikan zu diesem immensen Besitz gekommen?

Blutgeld durch Sklaverei
Der Menschenhandel und die Sklaverei vergrößerten den Reichtum der Kirche,von dem sie heute noch lebt.

Die Kirche unterstützte von Anfang an die Sklaverei und verschärfte sie in vielerlei Hinsicht. 7) S. 520.524. Papst Nikolaus V. legitimierte den Sklavenhandel in seiner Bulle Divino amore communiti (Aus göttlicher Liebe zur Gemeinschaft) am 18. Juni 1452. Deshalb war der Sklavenhandel legal und verursachte bei den Beteiligten keinerlei Skrupel. 10) S. 101. Der Papst hielt sich selber Sklaven. Papst Gregor I. hielt Hunderte Sklaven auf seinen Gütern und stimmte Gesetzen zu, die den Sklaven verboten, freie Christen zu heiraten. Ein Sklave wurde wie ein Stück Vieh betrachtet. Die Kirche behandelte Sklaven wie »Kirchengut« und dieses galt als unveräußerlich. Die Kirche schätzte den Wert von Kirchengütern manchmal nicht nach Geld, sondern nach Sklaven ein. 7) S. 523. Wurde trotzdem ein Sklave freigelassen, musste er mit seinem Vermögen die Kirche entschädigen. 7) (4. Synode von Toledo). Die Kirche verbot Sklaven, Testamente zu machen. Beim Tode eines Sklaven fielen seine Ersparnisse der Kirche zu.Laut dem »heiligen«. Thomas von Aquin waren Sklaven »zweckdienlich«. 7) S. 229. Die Kirche tat alles, um die Sklaverei zu erhalten, und nichts, um sie zu beseitigen. 7) S. 520. Ein Bischof durfte einen Sklaven nur entlassen, wenn er zwei Sklaven dafür als Ersatz anbot. 7) S. 523. Uneheliche Kinder von Klerikern wurden zu lebenslangen Kirchensklaven gemacht. Dies galt auch für Findelkinder. (3. Synode von Toledo)Der »heilige« Martin von Tours (heute in vielen Kirchen abgebildet, wie er seinen Mantel teilt) z. B. hielt sich 20.000 Sklaven. 7) S. 524. Auch die Klöster hatten Sklaven, sowohl zum Dienst im Kloster wie zur Bedienung der Mönche. Tausende gefangener Slawen und Sarazenen wurden als Sklaven an Klöster verteilt. 7) S. 528. Die Sklaverei dauerte auf Kirchenländereien und päpstlichen Gütern bis ins 11. Jahrhundert. »Schätzt man doch, dass zeitweise auf einen gefangenen Sklaven, der die afrikanische Küste noch lebend erreichte, zehn trafen, die schon beim Landtransport umgekommen waren, worauf von weiteren zehn etwa neun auf dem Seeweg verreckten.« 10) »Der Protestantismus ging von Anfang an in den gleichen Bahnen, nachdem Luther Leibeigenschaft und Sklaverei theologisch gerechtfertigt hatte. Bis weit ins 19. Jahrhundert trieben evangelische Staaten unter der theologischen Billigung der Missionare Sklavenhandel und gingen auf Sklavenjagd.« 8) S. 22 und 4) S. 150. Das erste englische Sklavenschiff hieß »Jesus«. 9) S. 179. Jesus predigte die Nächstenliebe. Mit dem Tun der Kirche ist diese nicht zu vereinbaren. Für den, der jetzt sagt, so sei halt die Zeit gewesen, hier ein Satz aus dem Koran: »Wünscht einer deiner Sklaven eine Freilassungsurkunde, so stelle sie ihm aus, wenn du ihn als gut kennst, und gib ihm einen Teil deines Reichtums, den Gott dir verliehen.« 7) S. 513. Es hätte also auch im «Christentum« anders sein können.

Sklavenhandel mit Indianern

Anfangs stand der Bischof Rodriguez de Fosca selbst als Auftraggeber hinter dem Sklavenverkauf der Indianer in Sevilla. 10) S. 101. Kolumbus schickte ihm verschiedene Male eine größere Anzahl von Indianern auf den Sklavenmarkt nach Spanien. Allein im Februar 1495 waren es vier Schiffe mit je 500 Indianern im Alter von 12-35 Jahren. 10) S. 101. Der geschäftstüchtige Kolumbus war wohl vertraut mit der Moraltheologie seiner Kirche, nach der »die Versklavung von Nichtchristen mit der Begründung gerechtfertigt sei, dass Heiden ohnehin zu ewiger Verdammnis verurteilt seien.« 10) S. 102.

Am 18. 6.1452 legitimierte Papst Nikolaus V. den Sklavenhandel durch eine Bulle, indem er den portugiesischen König ermächtigte,» … die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen«.

Da sich der jetzige Papst so wunderbar hervortut mit einem »Mea culpa« der besonderen Art, in dem er nämlich die ganze Schuld der blutigen Untaten nicht der Kirche und seinen Päpsten, sondern den »Söhnen und Töchtern« der Kirche in die Schuhe schieben will, hier der Original-Text – der Millionen Indianern einen grausamen Tod brachte – auf Lateinisch, sozusagen als Gedächtnisauffrischung für den Papst: »… invandendi, conquirendi, expugnandi et subjudandi illorumque personas in perpetuum servitutem redigendi …« 10) S. 101.

Belegplan eines Schiffes bei einem Sklaventransport.Jahrhunderte lang förderte die Kirche die Sklaverei und hielt sich eigene Sklaven.
Superreich durch Leibeigene
Auch die Leibeigenen vergrößerten damals den Reichtum der Kirche, von dem sie heute noch lebt

Bereits ab dem 4. Jahrhundert bildete sich unter der Domäne der Kirche eine andere Art der Sklavenhaltung: die Leibeigenen. 2) S. 538. Die Leibeigenen waren de facto den Sklaven gleichgestellt. Sie durften ihr Land nicht verlassen und waren den Großgrundbesitzern, z. B. einem Kloster, hilflos ausgeliefert. Sie wurden mit Abgaben von Wucherzinsen erpresst und schikaniert. So entstand ein in hohem Grade korrupter und tyrannischer Zwangsstaat. Das Elend der Leibeigenen war unermesslich. Manche Eltern waren gezwungen, ihre Kinder in die Sklaverei oder die Prostitution zu verkaufen. 2) S. 538. Aufstände wurden blutig unterdrückt. Die Kirche stand auf der Seite der Ausbeuter und predigte Demut und Gehorsam. 2) S. 544. Die Kirche war (und ist) größte Grundbesitzerin Europas. Das Kloster Fulda z. B. besaß 15.000 Landsitze. Das Kloster St. Gallen verfügte über 2.000 Leibeigene. 14) S. 240.

Superreich durch Segen & Titel
Auch der Verkauf von Segensbriefen, Titeln, Audienzen usw.vergrößert heute noch den Reichtum der Kirche

Preisliste des Vatikans (1990):
-DM 5.000,- für einen vom Papst persönlich unterzeichneten Segen mit Urkunde.
-DM 30.000,- für eine Privataudienz mit dem Papst, inkl. Video.
-DM 50.000,- Spende für einen Ehrendoktortitel.
-DM 120.000,- Spende für einen Orden (Ordensstern zum Großkreuz des St.-Gregor-Ordens).
-DM 300.000,- für einen Barontitel.
-DM 2.500.000,- für eine Erhebung in den Fürstenstand.
-DM 50.000,- für die Nebenkosten einer solchen Prozedur, etwa anlässlich der Ostermesse.
-Ab ca. 100.000,- Euro (im Durchschnitt ca. 250.000,-) kosten auch Heiligenprozesse.
Nur wohlhabende Familien oder Ordensgemeinschaften können sich einen derart teuren Prozess leisten. 4) S. 299. Allein durch die 464 Heiligsprechungen (mehr als in den 400 Jahren davor) von Johannes Paul II. dürften ca. 116.000.000,- Euro in die Kassen des Vatikans gerollt sein. 36) S. 165.

Superreich durch Ablasshandel
Mehr als 1 Milliarde Gulden sollen durch Ablasshandel nach Rom geflossen sein.Dies ist Teil des Kirchenvermögens – heute noch

Papst Sixtus IV. entschied 1467, dass die Wirkung kirchlicher Ablässe auch für die armen Seelen im Fegfeuer gelte. 11) S. 144. Deshalb nahmen die Klöster Geld für Gebetsdienste, damit die Verstorbenen angeblich weniger lang im Fegfeuer schmoren müssen.Der Papst entschied auch, dass, wer nicht in der Lage sei, eine Romreise für den vollständigen Ablass anzutreten, einen ebenso vollständigen Ablass erlangt, wenn er lediglich 1/3 der Reisekosten an die päpstlichen Vertreter zahlt. Tausende taten dies. 15) S. 347. Papst Leo X. meinte, dass Arme dieses Segens nur schwer teilhaftig werden, denn sie haben kein Geld und müssten deshalb des Trostes entbehren. 2) S. 538. Ablässe werden auch heute, im 21. Jahrhundert (!), angeboten. Während des »Jubeljahres 2000« wurden beim Durchschreiten diverser Tore Ablässe gewährt. »Nach Recherchen Corvins sollen durch den Ablasshandel im Lauf der 600 Jahre seines Bestehens etwa 1 Milliarde Gulden nach Rom geflossen sein.« 15) S. 348.

Ablass für Mord und Totschlag
Besonders abscheulich wird der Ablasshandel, wenn es der Kirche nicht nur um finanzielle Bereicherung geht, sondern Menschen zu Mord und Totschlag verführt werden,um angeblich schneller in den Himmel zu kommen …

So versprach Martin Luther jedem Soldaten, der beim Krieg gegen aufständische Bauern einen Bauern ermordete, und selbst ums Leben kam, einen Platz im Himmel. (Man vergleiche Verheißungen an islamische Selbstmordattentäter) 31). Papst Innozenz III. versprach jedem, der sich am Kreuzzug gegen die Albigenser beteiligte, zwei Jahre Ablass. So sammelte sich ein Heer von bis 200.000 Mann, um das Städtchen Béziers anzugreifen. Ohne Rücksicht auf Alter, Geschlecht und Religion wurden nahezu 20.000 Menschen niedergemetzelt. Selbst die Frauen und Kinder, die sich in die Kirche geflüchtet hatten, verschonten sie nicht. Anschließend wurde die Stadt niedergebrannt. 16). Um genügend Krieger für die Kreuzzüge zu bekommen, lockte die Kirche mit rigorosen Ablässen. Für einen angeblichen Platz im Himmel wurden Zigtausende Menschen ermordet. Da fragt man sich, welcher Teufel als »Gott« möchte wohl Wesen mit einer derart blutigen »Eintrittskarte« um sich haben?

Blutgold durch Raubmord
Unzählige Menschen wurden bei der Eroberung Amerikas umgebracht -vor allem des Goldes wegen. Dieses Gold ist heute noch Teil der römisch-katholischen Kirche

Mit dem ersten Gold aus der Süd-Amerika-Beute ließ Papst Alexander VI. die Decke von Santa Maria Maggiore in Rom verzieren und mit dem Symbol seiner Familie versehen. 10) S. 115. Ein nennenswerter Anteil des Blutgoldes und -silbers floss in kirchliche Schatzkammern, transformiert in stolze Kleinodien christlich-abendländischer Gold- und Silberschmiedekunst. 10) S. 115. Signifikantes Beispiel ist eine fast drei Meter hohe Monstranz, die Kardinal Cisneros aus dem Gold, »das Kolumbus auf seinen Reisen fand«, fertigen ließ und der Kathedrale von Toledo stiftete. 10) S. 114.

Um das letzte Gold heraus zu pressen, wurden die Indianer grausam gefoltert.

Festgelegt war der Hergang, nach dem die Missionierung der Heiden zum Katholizismus zu bewerkstelligen war. »Die Indianer, denen solche Gnade und Gunst widerfährt, sollten ihrerseits ihre Unterwürfigkeit und ihren guten Willen beweisen, indem sie eine große Menge Gold, Edelsteine, Silber und andere Dinge, die sie besitzen, Seiner Hoheit, dem König und dem Gouverneur freiwillig ausliefern, andernfalls könnten Gott, unser Herr und Ihre Hoheiten sehr ungnädig werden.« 10) S. 108. »Das junge Mädchen wurde ohne weiteres den Armen seiner Familie entrissen, um die Leidenschaft des brutalen Siegers zu befriedigen. Aber die Hauptleidenschaft des Spaniers war die Liebe zum Gold. Dafür schreckte er vor keiner Anstrengung zurück … und Menschenleben waren in den Augen der Eroberer der unbedeutendste Artikel.« 10) S. 109.

Aus dem Blutgold ließ der Kardinal eine fast drei Meter hohe Monstranz, für die Aufbewahrung der Hostie in der Kathedrale von Toledo schaffen.

»Im Jahr 1500 lebten in den heutigen Grenzen Mexikos 25 Millionen Indianer, hundert Jahre später nur noch eine Million.« 10)Über die Einschmelzung peruanischer Goldschätze ist überliefert: »Dann dauert es einen vollen Monat, das wertvolle Geschirr einzuschmelzen, obwohl Goldschmiede des Landes Tag und Nacht daran arbeiten müssen.« Der Chronist beziffert den Goldwert nur dieser einen Aktion auf 1.326.539 Goldpesos. Dies entspricht heute etwa 450.000.000 Euro. 10) S. 111.
Aus dem Blutgold ließ der Kardinal eine fast drei Meter hohe Monstranz, für die Aufbewahrung der Hostie in der Kathedrale von Toledo schaffen. »Wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indianer denkt.« 12) S. 66.

»Wen überfällt nicht ein Schaudern, wenn er den mit 20 Tonnen Blattgold vergoldeten Altar der Kathedrale von Sevilla bestaunt und dabei an das in den Minen vergossene Blut der Indianer denkt.« 12) S. 66 An eine Wiedergutmachung und ein Zurückgeben der Beute denkt die Kirche nicht.

An eine Wiedergutmachung und ein Zurückgeben der Beute denkt die Kirche nicht. Einer der Haushofmeister ließ eine Menge Indianer hängen, lebendig verbrennen, den Hunden vorwerfen, ihnen die Köpfe, Hände und Füße abhauen oder die Zunge herausreißen. 10) S. 112. »Selbst der vornehmste Bischof des Reichs sendete seine Diener in der Absicht mit, seinen Teil von der gemachten Beute in Empfang nehmen zu lassen.« 10) S. 113. Der Katholizismus hat auch in Südamerika die Sklaverei grundsätzlich anerkannt. Laie wie Priester praktizierten sie; Klerus und Klöster, oft selber Großgrundbesitzer, handelten mit Sklaven.10) S. 113. Ein spanischer Katholik verfüttert Indianerkinder,die der Mönch vorher noch schnell taufte, an seine Hunde …10) S. 128. Jesuiten und Franziskaner förderten Ehen zwischen Indianern und Schwarzen, um deren Nachkommenschaft als Leibeigene zu erklären. 10) S. 116.

Ein spanischer Katholik verfüttert Indianerkinder, die der Mönch vorher noch schnell taufte, an seine Hunde …10) S. 128

Während die einfache Bevölkerung, Generation um Generation, in Dreck und Elend verkam, wurde der Klerus nahezu allmächtig und immens reich, wie auch die übrigen Sklavenhalter und Herren, die zur Finanzierung von »Gotteshäusern« eingefangene Indios versteigerten … 10) S. 117. Wie der Chronist Bartolomé de Las Casas berichtet, wurden Millionen Indianer des Goldes wegen grausamst abgeschlachtet. Der Gouverneur von Yucatan tauschte Hunderte junger Mädchen, die er entführt hatte, gegen Wein, Öl oder eine Speckseite. 10) S. 117. “Sie hängen zur Ehre und Verherrlichung Jesu und der zwölf Apostel in einzelnen Gruppenje dreizehn Indianer auf, so dass die Füße das Scheiterholz gerade berühren.Mit dem Wegbrennen des Holzes zieht der Strang langsam zu.” »Die christliche Kirche war noch versessener als die weltlichen Herrscher auf die Ausbeutung des neuen Landes.« 10) S. 120».

“Sie hängen zur Ehre und Verherrlichung Jesu und der zwölf Apostel in einzelnen Gruppenje dreizehn Indianer auf, so dass die Füße das Scheiterholz gerade berühren. Mit dem Wegbrennen des Holzes zieht der Strang langsam zu.”

1495 erließ Papst Alexander VI. die Bulle Intercaetra: »… dass man barbarische Völker unterwirft und dem echten Glauben zuführt.« 10) S. 120. »Der Papst überwachte … die Ausgabe von Jagdscheinen, die Europäern für Raub und Plünderung ausgestellt wurden.« 10) S. 121. Ein Inkafürst sagte: »Was den Papst betrifft, von dem ihr sprecht, so muss er wahnsinnig sein, wenn er daran denkt, Länder zu verschenken, die ihm nicht gehören …« Darauf rief ein Mönch: »Greift augenblicklich an! Ich gebe euch die Absolution.« 10) S. 124.125. Der Chronist Bartolomé: »Ich sagte bereits, dass die Spanier blutgierige wilde Hunde halten, die darauf abgerichtet sind, die Indianer zu erwürgen und in Stücke zu zerreißen … Zur Verpflegung dieser Hunde führen sie auf ihren Märschen eine Menge Indianer bei sich, die in Ket­ten gehen und wie eine Horde Schweine einhergetrieben werden. Man schlachtet dieselben, und bietet Menschenfleisch öffentlich feil. Dann sagt einer zum andern: Borge mir doch ein Viertel von diesem Schurken (Bellacos).

Der Kazike Hatuay (Bild) wollte nicht getauft werden, um nicht Gefahr zu laufen, mit so grausamen Menschen zusammen im (katholischen) Himmel sein zu müssen.

Ich werde nächster Tage auch einen schlachten; dann gebe ich dir’s wieder.« 10) S. 127. Einschüchterung und Terror wurden zur Grundlage erster Begegnungen mit den Eingeborenen. So wurde in jedem Dorf zunächst ein großes Blutbad (Matanza) angerichtet, damit sie beim Hören des Namens »Christi« zitterten wie vor wahrhaftigen Teufeln. Die Wege der Conquista waren deshalb von Leichen aufgehängter und gepfählter Indianer gesäumt, die Schrecken und Panik verbreiten sollten. 10) S. 124. Der Kazike Hatuay wollte nicht getauft werden, um nicht Gefahr zu laufen,mit so grausamen Menschen zusammen im (katholischen) Himmel sein zu müssen. »Die Missionare dachten natürlich gar nicht daran, die Conquista in Frage zu stellen … Das blutige Geschäft war die Voraussetzung für ihre Mission. Verschwindende Ausnahmen ausgenommen, forderten die Missionare Gewalt.« 10) S. 125. »Da nahm er (ein Gouverneur) ein Knäblein, welches er seiner Mutter entriss, hieb ihm mit seinem Dolche von Armen und Beinen ein Stück nach dem anderen herunter und gab jedem Hunde sein Teil davon. Als sie nun diese Stücke aufgefressen hatten, warf er das Körperchen auf die Erde, damit sie es zusammen verzehrten.« 10) S. 128.

Die Katholiken hackten und schnitten den Indianern Nase und Hände ab und fütterten damit ihre Hunde. Es war der »größte Völkermord aller Zeiten«.

Die Katholiken hackten und schnitten den Indianern Nase und Hände ab und fütterten damit ihre Hunde. Es war der »größte Völkermord aller Zeiten«. Die Tempel der Indios wurden schnell durch Kirchen ersetzt. Allein in Mexiko 12.000. Sie zeugen von der Fähigkeit der Missionare, die Indianer ohne Lohn für sie arbeiten zu lassen. An all dieser Kirchenpracht kleben noch heute Tränen, Schweiß und Blut der Indios. 10) S. 130.131. Aus einer indianischen Chronik: »Die Menschen waren von Weisheit erfüllt. Sie kannten keine Sünde … Sie waren voll von Frömmigkeit. Es gab keine Erkrankung der Knochen, kein Fieber, keine Syphilis, kein Brust- und kein Bauchleiden, keine Magersucht. Die Körper waren rank und schlank. All das änderte sich, als die weißen Männer kamen.« 10) S. 135. Von der gesamten indianischen Bevölkerung, die zur Zeit des Kolumbus den Erdteil bewohnte, fielen 90 % dem Völkermord zum Opfer. »In besagten 12 Jahren und innerhalb der erwähnten 400 Meilen … ermordeten die Spanier vier Millionen Menschen, die sie entweder mit Schwert oder Lanze niederstießen oder lebendig verbrannten, gleichviel, ob Mann oder Weib, jung oder alt.« 10) S. 107.108. Und heute? Viel von diesem Blutgold klebt noch an so mancher Kirchendecke und am Kirchenaltar, und aus Blutgold ist vielleicht noch manche Monstranz, so manch´ »Allerheiligstes« gegossen. Auch das Blutgold hat die Kirche zu dem gemacht, was sie heute ist: unermesslich reich. Und bis heute ist das Gold nicht zurückgegeben worden!

Blutgeld durch Inquisition und Hexenbrennen
Eine der schändlichsten Arten des Vatikans, Blutgeld und Reichtum zu scheffeln, war der Raubmord an Andersgläubigen

Die Inquisition war eine Raub- und Lynchjustiz im Namen des »rechten« Glaubens. Kirchenfürsten haben immer wieder Blutgelder eingestrichen – so exzessiv, dass ein geflügeltes Wort sagte, das schnellste und leichteste Mittel, reich zu werden, sei das Hexenbrennen. 4) S. 7. Grundlage für die Folterung und Ermordung Zigtausender von Frauen in Europa war 1487 die Billigung des Hexenhammers durch den Papst. 24) S. 193. Das wahre Gesicht der Inquisition zeigen die Anordnungen von Papst Innozenz III. Er gebot, «das Eigentum der Ketzer zu konfiszieren, zu enteignen und Ketzerkinder zu enterben». 24) S. 193.

Das Vermögen der Ermordeten wurde eingezogen. Heute würde man sagen: Raubmord.

Damit das Blutgeld schneller floss und um »belastende Geständnisse« zu bekommen, wurden die Opfer brutalst gefoltert. Aus dem Blutgeld konnte z. B. Papst Johannes XXII. im Jahre 1317 sechs neue Bistümer kaufen. 24) S. 193. Bereits im Jahre 380 bedrohte man Andersgläubige (Ketzer) mit Ausweisung, Verbannung und Konfiskation ihres Vermögens. 24) S. 193. Man sprach den Andersgläubigen das Recht ab, sich Christen zu nennen, Testamente zu machen oder zu erben, und hatte die Todesstrafe für alle “Abtrünnigen” bereit. 26) S. 475. Papst Alexander III. befahl auf dem Konzil von Tours 1163 den Fürsten, Andersgläubige einzukerkern und ihr Eigentum zu konfiszieren. 27) S. 562. Sobald ein der Ketzerei Verdächtigter vorgeladen und verhaftet worden war, wurde sein Vermögen beschlagnahmt – bevor es überhaupt zu einem Prozess kam. Auch daran kann man das Wesen der Inquisition erkennen. 27) S. 565.

Der Papst hat die Inquisition befohlen und gezielte Foltermethoden gebilligt (Hexenhammer).

Das Vermögen der Ermordeten wurde eingezogen. Heute würde man sagen: Raubmord. Wurde jemand von der Inquisitionsbehörde beschuldigt und abgeholt, so kamen sofort die Beamten ins Haus und sein Besitz wurde inventarisiert. Seine Familie wurde – egal wie der Prozess später ausging – vor die Tür gesetzt und musste eventuell Hungers sterben. Es war sehr gefährlich, diesen Ausgesetzten zu helfen, da man dadurch selber in die Mühlen der Inquisition kommen konnte. 27) S. 565. Die Kirche bekam in Deutschland jeweils 1/3 des geraubten Geldes, Landes oder der Häuser etc. der Ermordeten. In anderen Fällen die Hälfte. Oft erhielt ein Drittel die Ortsbehörde, ein Drittel die Inquisitionsbehörde (damit sie am Laufen blieb) und ein Drittel der Bischof.Im Vatikanstaat fiel das gesamte geraubte Gut der ermordeten Andersgläubigen (Ketzer) an den Vatikan.Ab dem 14. Jahrhundert sackte der Vatikan auch in den anderen italienischen Gebieten 100 % des geraubten Gutes ein. 27) S. 574. Oft genug stritten Kirche und Staat um das Raubgut, bisweilen jahrzehntelang.Hätten nicht alle Beteiligten an der Inquisition, also am Raubmord an Andersgläubigen, gut verdient, wäre die Inquisition bald im Sande verlaufen. Denn viele Menschen, auch Fürsten, fühlten in ihrem Inneren, dass hier der Papst etwas Teuflisches angeordnet hatte. 27) S. 597.

Der katholische Mönch kann zufrieden sein. Gerade wurden die letzten Katharer verbrannt. Die Besitztümer wurden eingezogen.

Der Papst hat die Inquisition befohlen und gezielte Foltermethoden gebilligt (Hexenhammer).
Natürlich wurden vor allem reiche Andersgläubige (Ketzer) bevorzugt und ermordet. In Spanien reiche »Conversos«, also bekehrte Juden. Manchmal konnten sie sich für astronomische Summen für einige Zeit freikaufen. Als die reichen »Conversos« »ausgestorben« waren, weil man über Jahrhunderte Jagd auf sie gemacht hatte, war der Niedergang des kirchlich inszenierten Raubmordes nicht mehr aufzuhalten. 28) S. 158. Besonders pervers: Auch Verstorbene konnten nachträglich der Ketzerei beschuldigt werden. Dadurch konnte das Vermögen des Verstorbenen im Nachhinein bei den Erben eingezogen werden. So konnte man jeden unliebsamen Menschen ruinieren: über den Umweg seiner verstorbenen Eltern. Eine Verjährung kannte die katholische Kirche erst nach 100 Jahren.So stürzte man ganze Familien in unbeschreibliches Elend, indem man ihnen alles raubte. Eine Verjährung bei Lebenden gab es nicht. So konnte eine kritische Aussage eines Jünglings denselben noch als Greis auf den Scheiterhaufen bringen – je nachdem, wie reich er war …Der katholische Mönch kann zufrieden sein. Gerade wurden die letzten Katharer verbrannt. Die Besitztümer wurden eingezogen. Besonders pervers und grausam: Jeden Handgriff bei den brutalen Foltern und auch das Essen der Folterknechte mussten das Opfer oder seine Angehörigen bezahlen. Es gab eine Preisliste für alle Foltern.
Hier ein Beispiel aus Darmstadt:
-Einen Lebenden zu vierteilen 15 kr.
-Den Scheiterhaufen aufrichten, Die Asche des Verbrannten in fließendes Wasser werfen 30 kr.
-Eine Hexe lebend verbrennen 14 kr.
-Eine Person mit dem Schwert töten 10 kr.
-Einen Menschen henken 18 kr.
-Einen Körper ziehen 5 kr.
-Ohren und Nase abschneiden 5 kr.
-In den Bock spannen 8 kr.
-Ein Streich mit der Spitzrute 1 kr.
-Für Schnüre zum Bockspannen Aufziehen und die Gewichte anhängen, die Beinschrauben anlegen 30 kr.
-Des Ortes verweisen 1 kr.

Der vor allem in Europa und Amerika verbreitete Katholizismus vertritt eine sehr abstruse Glaubensrichtung. Die Massenmörder, die Hunderte Frauen, Männer, Greise und Kinder in einen grausamen Tod geschickt haben, bekommen Denkmäler über Denkmäler und man benennt Brunnen und Straßen nach ihnen. Aber für die Opfer findet man nicht einmal eine Gedenk-Tafel. Im Denken dürfte sich da noch nicht allzu viel geändert haben.

Das durch Raubmord vorwiegend Frauen gestohlene Geld und Gut kam direkt oder auf Umwegen der Kirche zugute. Mittel aus Hexen-Raubmord wurden verwendet z. B. beim neuen Schlossbau der Mainzer Erzbischöfe oder für die Kirchen in Goßmannsdorf und Gerbrunn. 13) S. 136. Auch Schloss Johannisburg in Aschaffenburg wurde durch Blutgeld erbaut.
Nicht vergessen: Dieses durch Raubmord erbeutete Blutgeld ist auch heute noch Teil des – durch Zins und Zinseszins zu Milliarden angewachsenen – Vermögens der Kirchen.

Der vor allem in Europa und Amerika verbreitete Katholizismus vertritt eine sehr abstruse Glaubensrichtung. Die Massenmörder, die Hunderte Frauen, Männer, Greise und Kinder in einen grausamen Tod geschickt haben, bekommen Denkmäler über Denkmäler (Bild: Zwei Würzburger Hexenbrenner: Julius Echter und Johann Gottfried von Aschhausen mit Denkmälern im Würzburger Dom) und man benennt Brunnen und Straßen nach ihnen. Aber für die Opfer findet man nicht einmal eine Gedenk-Tafel. Im Denken dürfte sich da noch nicht allzu viel geändert haben.

Superreich durch Fälschungen
Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren,fälschten Mönche und andere Kirchenleute Urkunden

Um den kirchlichen Grundbesitz zu vermehren, fälschten Mönche und andere Kirchenleute nicht selten Urkunden.Wollte ein Bischof oder ein Abt seinen Grundbesitz vergrößern, ließ er oft eine Fälschung erstellen, die dann im Archiv »gefunden« wurde und bewies, dass dieser oder jener Fürst aus früherer Zeit den betreffenden Landstrich bereits dem Kloster vermacht hatte. Was wollten die einfachen Bauern dagegen tun, die oft des Schreibens und Lesens unkundig waren? Es gab Mönche, die das Fälscherhandwerk gelernt hatten und die das Land von Kloster zu Kloster durchzogen, um ihr Handwerk auszuüben.Auf dem Sterbelager bekannte z. B. der Mönch Gueron, dass er ganz Frankreich durchzogen habe, um für Klöster und Kirchen falsche Dokumente zu erstellen. 16) S. 83. In Süddeutschland übernahm das Benediktinerkloster Reichenau am Bodensee diese kriminelle Arbeit. 17) S. 23.

Ein großer Teil der mittelalterlichen Urkunden ist gefälscht.

Ein großer Teil der mittelalterlichen Urkunden ist gefälscht.Den absoluten Gipfel der Kriminalität maßte sich Papst Stephan II. (+ 757) an, indem er behauptete, Konstantin habe ihm das ganze Abendland geschenkt. Nicht wenige, die diese »Konstantinische Schenkung« für eine Fälschung hielten, mussten ihre Aussage mit dem Tode bezahlen, so z. B. Johannes Dränsdorf in Heidelberg noch im Jahre 1425 und der Waldenser-Führer Friedrich Reiser in Straßburg 1458. 11) S. 51. Der Konstantinischen Schenkung wurde folgendes Märchen zugrunde gelegt: Der Christenverfolger Konstantin war demnach durch Papst Silvester I. vom Aussatz geheilt, bekehrt und getauft worden und hatte zum Dank dem Papst nicht nur den Lateran, sondern alle Provinzen Italiens und der westlichen Lande zum Geschenk gemacht. Nachdem bereits im 12. Jahrhundert die Anhänger Arnolds von Brescia den Betrug erkannt hatten, deckte ihn endgültig 1440 der päpstliche Sekretär und Humanist Laurentius Valla in einer Schrift auf. Die römisch-katholische Geschichtsschreibung, so Deschner, gab die Fälschung erst seit dem 19. Jahrhundert zu. 10) S. 106. Noch immer sind die Kirchen der größte private Grundbesitzer in Deutschland wie auch in vielen anderen Staaten. Wie viel dieses Grundbesitzes ist mit dem Geld ehrlicher Arbeit gekauft und bezahlt worden? Und wie viel ist gestohlen, ergaunert und geraubt worden?

Superreich durch Erbschleicherei
Ein Hauptfaktor für das Anwachsen des kirchlichen Grundbesitzes seit der Antike, besonders aber im Mittelalter, waren Erbschaften

Bereits im 4. Jahrhundert war die Erbschleicherei durch den damaligen Papst Damasus so schlimm, dass der Kaiser eingreifen musste. 7) S. 496. Um nicht in den Verdacht der Ketzerei zu gelangen, hinterließ jeder Grundbesitzer oder Pächter bei seinem Tode einen Teil der Kirche. Denn auch ein Toter konnte noch der Ketzerei angeklagt werden, um den Nachkommen das ganze Erbe zu rauben. Zudem bekam ein der Ketzerei Verdächtigter unter Umständen keinen Begräbnisplatz in geweihter Erde. Unter diesem moralischen Druck wuchsen die Ländereien der Kirche an. 14) S. 454. Papst Alexander III. verfügte bereits 1170, dass kein Testament gültig sei, das nicht in Gegenwart eines Priesters gemacht worden war. 14) S. 454. Jeder weltliche Notar, der ein Testament aufstellte, ohne diese Vorschrift des Papstes zu beachten, wurde mit dem Kirchenbann bestraft. 14) S. 454. Die Kirche beanspruchte für sich das alleinige Recht, ein Testament gerichtlich zu bestätigen. 14) S. 454. Testamentarische Erbschaften an die Kirche galten laut Kirche als verlässliches Hilfsmittel, um die Leidenszeit im Fegefeuer zu verkürzen. So machte die Angst vor ewigen Höllenstrafen nicht nur krank, sondern sie brachte der Kirche einen schönen Batzen Geld ein. Bis heute.14) S. 454. Die christliche Ethik der Wiedergutmachung wurde so ausgelegt, dass wuchernden Kaufleuten gesagt wurde, die einzige Möglichkeit, das Heil zu erlangen, sei die vollständige Rückzahlung ihres Gewinns. Die Rückzahlung folgte in der Regel jedoch nicht an die Geschädigten. Stattdessen wurden in vielen Fällen kirchliche Stiftungen ins Leben gerufen. 7) S. 504. Unverhohlen predigte der Kirchenvater Salvian im 5. Jahrhundert: »Wer sein Vermögen seinen Kindern hinterlässt, statt der Kirche, handelt gegen den Willen Gottes und gegen seinen Vorteil. Während er für die irdische Wohlfahrt seiner Kinder Sorge trägt, betrügt er sich um seine eigene Wohlfahrt im Himmel.« 7) S. 504. Der »heilige« Basilius formulierte es so: »Vorsorge für die Kinder ist nur ein Vorwand der Habsüchtigen.« 7) S. 505. Erbschleicherei durch Priester ist bis in die heutigen Tage bekannt. Vor allem ältere Menschen sind davon betroffen. Alleinstehende ältere Menschen in Altenheimen sind dem Trost der Priester besonders zugänglich …1993 wurde ein Fall eines Professors bekannt, der seinem Neffen laut seinem Testament 1,5 Millionen Mark vermachte. Das Testament wurde jedoch vom Priesterseminar Zaitskofen angefochten. Die katholischen Priester argumentierten, der Professor sei nicht bei Trost gewesen, als er das Testament zu Ungunsten der Kirche änderte. Dem konnte das Gericht nicht folgen. Die Gerichtskosten von 100.000 DM für den dreieinhalbjährigen Prozess muss das katholische Priesterseminar bezahlen. Hannoversche Allgemeine Zeitung, 30.09.2002.

Superreich durch den Zehnt
Eine große Rolle bei den Einnahmen der Kirche spielte auch der Zehnt

Im Mittelalter waren alle Grundbesitzer verpflichtet, ein Zehntel ihrer Gesamterzeugung oder ihres Einkommens an die Ortskirche abzuführen. 14) S. 454. Wer den Zehnten nicht oder unrichtig zahlte, riskierte Verdammnis und Exkommunikation durch die Priester. 14) S. 454. So zogen die Geistlichen »bewaffnet und unnachsichtig Schulden ein«, während sie scheinheilig gegen Wucher und Zinsen predigten. 15) S. 498. Der heilig gesprochene Papst Pius V. (1566-1572) gab seinen Eintreibern die Anweisung:»Ein gemeiner Mann, der seine Geldstrafe nicht bezahlen kann, soll beim ersten Mal mit auf den Rücken gefesselten Händen einen Tag lang vor der Kirchentür stehen. Beim zweiten Mal durch die Straße gegeißelt werden. Beim dritten Mal wird man ihm die Zunge durchbohren und ihn auf die Galeeren schicken.« 11) S. 18. Verweigerung des Zehnten führte bei den Stedinger Bauern zu Massenmord und Plünderung durch die Kirche mit ihren verbündeten Rittern. Die Bauern weigerten sich, dem Erzbischof von Bremen den Zehnt zu zahlen. Gegen sie wurde im Jahre 1229 das furchtbare Instrument der Inquisition in Gang gesetzt.Papst Gregor IX. ließ seine Dominikaner den Kreuzzug gegen die Stedinger Bauern predigen. 18) S. 90. Im Winter 1229/30 rückte Erzbischof Gebhard II. von Bremen zusammen mit seinem Bruder und anderen Adeligen und ihren Rittern ins Feld gegen die Bauern. 18) S. 90. Zunächst gewannen die Bauern, aber fünf Jahre später, am 27. März 1234, wurden sie von einem Heer im Dienste der Kirche massakriert. 18) S. 91.

Superreich durch Simonie
Der Ämterverkauf (Simonie) brachte dem Papst viel Geld und Besitztümer ein

Jesus kannte keine Ämter. Er stand auf gegen die Theologie und gegen das damalige Priester- und Pfarrertum. Deshalb setzte er auch keine Amtsinhaber ein. Die katholische Kirche machte das das ein wenig anders …Papst Innozenz III. schuf gleich nach seinem Amtsantritt 52 neue Sekretariatsstellen, die er für 79.000,- Goldgulden verkaufte. 15) S. 342. Päpste erklärten oft die verkauften Ämter ihrer Vorgänger als vakant, um sie neu verkaufen zu können. 15) S. 342. Papst Leo X. hatte 39 neue Kardinalsämter geschaffen und strich dafür 511.000,- Dukaten ein. Der Preis für einen Kardinalshut lag damals bei 10.000,- bis 30.000,- Golddukaten pro Exemplar. Selbst das Amt des Papstes war käuflich und ging an den Meistbietenden. Als 1492 Papst Innozenz VIII. starb, galt Kardinal della Rovere als der große Favorit. Er verfügte über 1.000.000 Golddukaten von der Republik Genua und weitere 200.000 vom König von Frankreich, um seinem Anspruch den nötigen Nachdruck zu verleihen. 19) S.191. Sein Konkurrent Rodrigo Borgia war unter vier Päpsten Vizekanzler des Heiligen Stuhls. «Die von ihm gebotenen Bestechungsgelder waren atemberaubend. Er verschenkte reiche Abteien, luxuriöse Villen und ganze Städte, um sich die Stimme eines Kardinals zu sichern.« 19) S.191. «Während des fünftägigen Konklaves im August 1492 operierte er mit Versprechungen auf profitable Beförderungen und unverhohlenen Bestechungen, um die Wahl für sich zu entscheiden. Manche Kardinäle wollten Paläste, andere Burgen, Land oder Geld.Kardinal Orsini verkaufte seine Stimme für die Burgen Monticelli und Sariani. Kardinal Ascanio Sforza wollte vier Maultierladungen Silber – und das lukrative Kanzleramt der Kirche, um seine Zustimmung zu garantieren. Kardinal Colonna bekam die reiche Abtei St. Benedikt mitsamt allen dazugehörigen Domänen und Patronatsrechte für sich und seine Familie auf ewige Zeiten. Der Kardinal von St. Angelo wollte das Bistum Porto, die dortige Burg und einen Keller voll Wein.Kardinal Savelli erhielt die Civita Castellana.Rodrigo fehlte immer noch eine Stimme zum Sieg. Die ausschlaggebende Stimme gehörte einem venezianischen Mönch. Er wollte lediglich 5.000 Kronen und eine Nacht mit Rodrigos Tochter, der reizenden zwölfjährigen Lucrezia. Das Geschäft wurde besiegelt, und mit den Stimmen von zweiundzwanzig Kardinälen in der Tasche wurde Rodrigo Borgia zu Papst Alexander VI. gekürt.« 19) S. 191-192.

Superreich durch Mord
Päpste schreckten auch vor Mord nicht zurück, wenn es um ihre finanziellen oder machtpolitischen Vorteile ging. Glaubt man einigen Priestern, die mit einem Buch anonym an die Öffentlichkeit gingen, so geschehen heute noch mysteriöse Todesfälle im Vatikan

Der Historiker Thomas Tomasi schrieb dazu: »Es wäre nicht möglich, all die Morde, die Vergewaltigungen und die Fälle von Blutschande aufzuzählen, die jeden Tag am Hof des Papstes begangen wurden. Das Leben eines Menschen ist nicht lang genug, um sich die Namen aller ermordeten, vergifteten oder bei lebendigem Leibe in den Tiber geworfenen Opfer zu merken.« 19) S. 214. Mord war ein hübscher Nebenverdienst für Papst Alexander VI. Der permanenten Bedrohung seines Bruders überdrüssig, der sich im Vatikan als Flüchtling aufhielt, schickte der osmanische Sultan Bajasid II. Papst Alexander VI. 40.000 Golddukaten, für die er Dschem ermorden solle. Doch so billig war die Hilfe des Papstes nicht zu haben. Er wartete ab. Weitere 200.000 Dukaten legte der Sultan nach. Dann ließ Papst Alexander VI. Dschem vergiften. 19) S. 195.196. Der Ämterverkauf war eine gute Einnahmequelle. Um jedoch die Einnahmen nicht versiegen zu lassen, «sorgte Papst Alexander dafür, dass die Kardinäle bald vergiftet wurden, die er zuvor ernannt hatte. So konnte er nicht nur ihren Kardinalshut erneut verkaufen, sondern auch alle ihre Besitztümer einstreichen, die auf die Kirche übergingen – soll heißen auf Papst Alexander«. 19) S. 195. In seinem Bestseller Die Heilige Mafia des Papstes erwähnt Robert Hutchison eine Reihe mysteriöser Todesfälle, die alle in geschäftlichem oder persönlichem Zusammenhang mit dem Vatikan oder einer ihr nahe stehenden Gruppe stehen sollen: Er bezieht seine Behauptungen auf folgende Todesfälle:
1975: Der französische Senator Prinz Jean de Broglie
1977: Charles Bouchard, Geschäftsführer der Genfer Leclerc-Bank
1978: Pater Giuliano Ferrari
1978: Der orthodoxe Patriarch Nikodim
1978: Papst Johannes Paul I.
1978: Wenig später Kardinalstaatssekretär Villot
1979: Kardinal Vagnozzi, Chef der vatikanischen Präfektur für Wirtschaftsangelegenheiten
1981: Francesco Cosentino, P2-Loge
1982: Der Mailänder Bankier Roberto Calvi
1982: Der Antiquar Sergio Vaccari
1982: Der Autor Giorgio Di Nunzio
1982: Kardinal Benelli aus Florenz
1985: Der ehemalige spanische Außenminister Gregorio López-Bravo
1985: Bankier Ricardo Tejero
1986: Der Reeder José Maria Aristrain
1986: Der Mafioso Michele Sindona
1986: Ein missglückter Mordanschlag auf den spanischen Unternehmer Ruiz-Mateos
1986: Der spanische Verfassungsrichter Manuel García-Pelayo
1994: Der salvadorianische Erzbischof Rivera Damas
1998: Der Leiter der Filiale der Vatikanbank in Neapel, Aldo Palumbo

Der Geistliche Giuliano Ferrari wurde in einem leeren Abteil des Schnellzuges Genf-Paris tot aufgefunden. Er starb angeblich an »schwerem Herzinfarkt«. Bereits 1969 hatte man versucht, ihn mit Hilfe von Glykosid Digitalis langsam zu vergiften. Diese Droge verursacht Herzversagen. Ferrari nannte die römische Kirche »das größte und schmutzigste Geschäftsunternehmen der Welt«. Deschner spekuliert, ob er nicht Opfer des Vatikanismus wurde. Nach Ansicht Ferraris waren die lateinamerikanischen Priester Camillo Torres und Oscar Romero Opfer des Vatikans. Ferrari sagte kurz vor seinem Tod: »Das jüngste Verbrechen des Vatikans war die Ermordung meines Freundes, des Erzbischofs Oscar Romero in San Salvador.« 2) S. 178. Am Morgen des 18. Juni 1982 wurde der Mailänder Bankier Roberto Calvi unter der »Brücke der Barmherzigen Brüder« in London erhängt aufgefunden, seine Füße hingen in die Themse. Er war Mitwisser und Beteiligter eines großen Finanzskandals, der vom Vatikan ausgelöst wurde. Seiner Tochter sagte er kurz vor seinem Tode: »Die Priester werden mein Ende sein.« 3) S. 276. Seine Frau, Clara Calvi, sagte in einem Interview: »Es waren mit Sicherheit die Priester des Vatikans. Das hatte uns Roberto schon vorher gesagt. Jemanden umzubringen ist für sie keine Sünde, so sagten sie es ihm. Sie würden ja nur eine Seele aus dem Körper befreien.« 22). Mehr dazu bei: theologe.de

Dem früheren Finanzberater des Vatikans, Leopold Ledl, sagte Calvi Tage vor seinem Tode auf seiner Flucht nach London: »Marcinkus will meinen Kopf.« (Gemeint war Kardinal Marcinkus.) 21) S. 276. Am Montag, dem 4. Mai 1998 wurden im Vatikan drei Menschen ermordet. Die offizielle Fassung: Der Schweizergardist Cédric Tornay habe den Oberstleutnant Estermann und seine Ehefrau Gladys Meza Romero erschossen, um sich darauf selbst zu richten. Eine Gruppe von Angehörigen des Vatikans, Geistliche und Laien, die anonym bleiben wollen, sehen das anders. Sie schrieben in Italien ein Buch zu diesem Thema mit dem Titel: »Blutlügen im Vatikan«. In Deutschland erschien das Buch mit dem Titel: Ihr habt getötet. 23). In ihrem Buch legen sie ihre Überlegungen dar, wie es zu den Morden gekommen sein könnte, wer Nutznießer war, und sie zählen die vielen Unstimmigkeiten auf bis zum gefälschten Abschiedsbrief des angeblichen Mörders. Die Mutter Cédrics behauptet, es gäbe jemanden im Vatikan, der die Wahrheit aufklären könnte, doch dieser jemand sei plötzlich spurlos verschwunden. Sie hat Angst, denn Abgeordnete aus dem Vatikan sind bis zu ihr in die Schweiz gereist, um sie unter Druck zu setzen und zum Schweigen aufzufordern. 23) S.110. Nach Angaben dieser anonymen Mitarbeitergruppe des Vatikans, die sich »Jünger der Wahrheit« nennt, soll im Vatikan ein »blutiger Erbfolgekrieg« toben zwischen dem sich rivalisierenden Ableger der berüchtigten Freimaurerloge P2« und einer erzkonservativen international agierenden Gruppe. 23) S.117. Die »Jünger der Wahrheit« aus dem Vatikan schreiben, dass in einem zähen Ringen sich Clans der Freimaurer und dieser internationalen Gruppe »die gigantische (politische, ökonomische und logistische) Machtfülle des Vatikans untereinander aufteilen, wobei der Papst nur als klerikales Aushängeschild dient.« 23) S.117. Zum Tode von Johannes Paul I. (Albino Luciani) sagen sie, er wollte mit dubiosen Finanzgeschäften, übertriebenem Prunk und Korruption innerhalb der Amtskirche aufräumen. »Doch sein Pontifikat war auffallend kurz (33 Tage), die Todesumstände mysteriös, und Albino Lucianis Leiche wurde so schnell einbalsamiert, dass eine Obduktion nicht mehr möglich war …« 23).

Superreich durch Nebeneinnahmen
Die Päpste fanden immer wieder Wege, ihr Vermögen und das der Kirche zu vergrößern

Papst Alexander VI. ließ Mörder einfach laufen – gegen eine kleine Gebühr selbstverständlich. Er bemerkte: »Der Herr will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er zahlt und lebt.« Bei durchschnittlich ca. 14 Ermordeten pro Tag in Rom damals ein einträgliches Geschäft. 19) S. 195. Der gleiche Papst erlaubt einem Adeligen, mit seiner Schwester Blutschande zu begehen – gegen eine Gebühr von 24.000 Goldstücken. 19) S. 195. Peter Mendoza, Kardinal von Valencia, erkaufte sich beim Papst die Genehmigung, seinen Liebesknaben »leiblichen Sohn« nennen zu dürfen. 19) S. 195. Nigel Cawthorne schreibt in seiner Skandalchronik des Vatikans über Papst Bonifatius IX.: Er «war ein Mörder, der durch Ämterverkauf (Simonie) die leeren päpstlichen Kassen füllte. Außerdem betrieb er Ablasshandel und erhob Gebühren für die Kanonisierung Heiliger oder die Ausstellung von Echtheitsurkunden für ´neu entdeckte` Reliquien, wie zum Beispiel die Vorhaut Christi.« 19) S. 195. Auch an den Kreuzzügen verdienten die Klöster gut, denn sie nahmen die Ländereien der Kreuzfahrer als Pfand, die beim Tode derselben an sie fielen …14) S. 455.

Superreich durch Prostitution
Es gab Päpste und Bischöfe, die sich durch Prostitution bereichertenund dafür eigene Bordelle betrieben

Um einen Krieg gegen die Türken zu finanzieren, baute Papst Sixtus IV. (1471-1484) in Rom ein vornehmes Bordell für beide Geschlechter. Seine Kurtisanen sollen ihm jede Woche einen »Julio« aus Gold bezahlt haben, was jährliche Einnahmen von 26.000 Dukaten ergaben. 19) S. 172. Zu Zeiten des Papstes Klemens VI. (1342-1352) waren die Prostituierten so zahlreich, dass Papst Klemens ihnen eine Steuer auferlegte. Der Historiker Joseph McCabe stöberte gar eine Urkunde auf, aus der hervorgeht, dass päpstliche Beamte »ein schönes, neues, ansehnliches Bordell« von der Witwe eines Arztes kauften. Die Urkunde verzeichnet fromm, der Ankauf sei »im Namen Unseres Herrn Jesus Christus« erfolgt. 19) S.137. In Deutschland hatte sich eine neue Form der Tempelprostitution entwickelt. Im Straßburger Münster trieben sich Prostituierte herum. Was man dazu wissen sollte: Der Bischof von Straßburg leitete ein Bordell. 19) S. 118. Der Dekan des Würzburger Doms soll den gesetzlichen Anspruch besessen haben, jedes Jahr aus jedem Dorf der Diözese ein Pferd, eine Mahlzeit und ein junges Mädchen zu erhalten. 19) S. 118. Eine direktere Form der Tempelprostitution wurde im dreizehnten Jahrhundert in Rom wiedereingeführt. Alle ortsansässigen Huren wurden zusammengetrieben und in der unterirdischen Kapelle der Kirche Santa Maria an die Arbeit geschickt, umgeben von einigen der heiligsten Gegenstände der Christenheit.Papst Julius II. verfügte am 2. Juli 1510 in einer päpstlichen Bulle die Einrichtung eines Bordells, in dem junge Frauen ihrem Gewerbe nachgehen durften. Die nachfolgenden Päpste Leo X. und Klemens VII. duldeten dieses Etablissement ebenfalls unter der Bedingung, dass ein Viertel der gesamten Habe der dort arbeitenden Frauen nach ihrem Tod in den Besitz der Nonnen von Sainte-Marie-Madeleine übergeht. 19) S. 236. »Vielweiberei, Sodomie und Inzest waren noch die harmlosen Laster von Päpsten …« 19) U4.

»Vielweiberei, Sodomie und Inzest waren noch die harmlosen Laster von Päpsten …« 19) U4
Superreich durch Subventionen des Staates
In Deutschland liegt die Kirche mit dem Staat in einem Bett, obwohl es das Grundgesetz anders vorschreibt. Die Folgen: Der Staat nimmt dem Bürger das Geld – der reichen Kirche wird es vorne und hinten rein gesteckt! Über 14 Milliarden jedes Jahr!

Entweder sind die Politiker derart umnachtet, dass sie es nicht merken, oder sie sind der Kirche hörig und haben Angst. Man hat das Gefühl, die Kirchen haben die Politiker längst in die Tasche gesteckt und können fordern, was sie wollen – die Politiker zahlen es buckelnd, dankbar und freiwillig nach dem Motto: »Halt du sie dumm – ich halt sie arm …«. Seit Jahr und Tag benützt die Kirche den Staat und somit das Volk als »Melkkuh«. Sie lässt sich vom Staat vieles zahlen:
-Gehälter von Bischöfen, Kardinälen, Erzbischöfen und Weihbischöfen.
-Gehälter von Kanonikern und Oberkirchenräten.
-Gehälter von Domvikaren und Mesnern.
-Gehälter von bischöflichen Sekretären.
-Gehälter von Militärbischöfen und -pfarrern.
-Reparatur und Erhalt zahlreicher Kirchen und kirchlicher Gebäude.
-Ausbildung der Priester und Theologen.
-Konfessionellen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen.
-Abermillionen für Forderungen aus der Zeit vor Napoleon (!), die meist von den verarmten Kommunen bezahlt werden müssen. (Kein schlechter Witz).
-Sogar der Weihrauch, der Messwein und die Messgewänder u. v. m. werden bei der Militärseelsorge vom Staat bezahlt.
-Vom Volksgeld finanzieren sie auch die meisten Kosten ihrer Einrichtungen (ca. 90 %, ca. 50 Milliarden Euro jährlich). Sie greifen wenig in die eigene Tasche (trotz 500 Milliarden Euro Vermögen). Dennoch haben sie dort das Sagen:
-Wer einen Geschiedenen heiratet, dem droht in einer katholischen Einrichtung die Kündigung etc.
Der Clou:
-Auch Moslems, Atheisten und aus der Kirche Ausgetretene müssen Gehälter von katholischen Bischöfen zahlen, da das Geld aus dem allgemeinen Steuertopf genommen wird (also nicht von den Kirchensteuern, wie manch einer glaubt).
-Baut eine örtliche Kirchengemeinde einen neuen Kindergarten, so bezahlt sie z.B. nur 1/3 der Kosten, 2/3 zahlt der Staat. Die Kirche wird jedoch alleiniger Eigentümer. (Oft wird das Grundstück gar geschenkt.).

So wächst der Grund- und Immobilienbesitz der Kirche kontinuierlich. Dies alles und noch vieles mehr ist »das Geheimnis des Staates und der Kirche.«

Zusammenstellung der milliardenschweren Subventionen des deutschen Staates an die Kirchen:


Verzicht auf Einnahmen
-Steuerliche Absetzbarkeit der Kirchensteuer für Kirchenmitglieder (lt. 22. Subventionsbericht der Bundesregierung vom 2010) 2,79 Mrd. Euro.
-Befreiung von allen Steuern 1,50 Mrd. Euro


Verzicht auf Einnahmen insgesamt ca. 4,29 Mrd. Euro.

Direkte Subventionen (unvollständig).
-Konfessioneller Religionsunterricht an staatlichen Schulen 3,50 Mrd. Euro.
-Ausbildung der Theologen an staatlichen oder kirchlichen Hochschulen 0,65 Mrd. Euro.
-Ersparnis der Kirche durch staatlichen Einzug der Kirchensteuer 1,01 Mrd. Euro.
-Denkmalpflege (nur Anteil von Bund und Ländern) 0,24 Mrd. Euro.
-Seelsorge und Mission bei Militär, Polizei, in Gefängnissen und Anstalten 0,08 Mrd. Euro.
-Zahlungen der Bundesländer aufgrund von Verträgen und Konkordaten, z. B. „Dotationen“ 0,83 Mrd. Euro.
-Zahlungen der 15.000 Kommunen in Deutschland (geschätzt) 4,00 Mrd. Euro.
-Ausgaben öffentlicher Rundfunkanstalten für kirchliche Sendungen 0,02 Mrd. Euro.
-Zuschüsse an kirchliche Hilfs- und Missionswerke u. a. 0,19 Mrd. Euro.
-Zuschüsse für kirchliche Kultur 0,02 Mrd. Euro
-Sonstiges, z.B. Orden, Medien, Kirchentage 0,09 Mrd. Euro.
-Weitere Subventionen unbekannt!


Direkte Subventionen ca. 10,82 Mrd. Euro.

Quellen: C. Frerk, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Alibri-Verlag, Aschaffenburg 2002 und G. Rampp, Bund für Geistesfreiheit, Augsburg (http://www.bfg-augsburg.de) sowie eigene Recherchen.


Staatliche Subventionen an die Kirchen insgesamt ca. 15,1 Mrd. Euro.

In der Summe von ca. 15,1 Milliarden Euro ist die weit gehende Staatsfinanzierung der kirchlichen Sozialeinrichtungen noch gar nicht enthalten:
Für Caritas und innere Mission gibt es noch einmal ca. 50 Milliarden Euro extra Subventionen vom Staat. Die Kirchen selbst verwenden für öffentlich-soziale Zwecke nur ca. 8 % der ca. neun Milliarden Euro Kirchensteuer jährlich. Sie greifen nicht gern in die eigene Tasche, solange die Melkkuh, der Staat, sich melken lässt. So werden die blutigen Kirchenfundamente mit immer neuen Geldströmen aus der Staatskasse übergossen.

Wann wachen die Politiker auf? Wozu braucht das Land Eminenzen? Wann endlich wird der Staat frei und die Kirchen und ihre Anhänger zahlen ihre »Hochwürdigsten Herren« und ihren Kult selber?
Weitere Infos: stop-kirchensubventionen.de

Quellen:
1) Zeitung Oggi Nr. 42/1952
2) Deschner Karlheinz, Opus Diaboli, Reinbek 1987
3) Lo Bello Nino, Vatikan im Zwielicht, Düsseldorf 1983
4) Herrmann Horst, Die Kirche und unser Geld, Hamburg 1990
5) Ojetti Paolo in L’ Europeo Nr. 1/1977
6) Parisi Max in La Padania 21.6.1998
7) Deschner Karlheinz, Kriminalgeschichte des Christentums, Bd. 3, Reinbek 1990
8) 9) Weber Hartwig, Die Opfer des Kolumbus, 500 Jahre Gewalt und Hoffnung, Reinbek 1982
10) Von Othegraven Friedhelm, Litanei des Weißen Mannes, Struckum 1986
11) Herrmann Horst, Kirchenfürsten, Hamburg 1992
12) Rosner Enrique, Missionare und Musketen, 500 Jahre lateinamerikanische Passion, Frankfurt am Main 1992
13) Döbler Hannsferdinand, Hexenwahn, München 1977
14) Durant Will, Kulturgeschichte der Menschheit, Band 6, München 1978
15) Neuer Pfaffenspiegel, Sünden der Kirche. Das Geschäft mit dem Glauben, Pawlak-Verlag, Herrsching 1990
16) Seifert Petra, Geheime Schriften mittelalterlicher Sekten. Aus den Akten der Inquisition, Augsburg 1997
16a) Schmitz Emil-Heinz, Die Kirche und das liebe Geld, Münster 1998
17) Kammeier Wilhelm, Die Fälschung der deutschen Geschichte, Wobbenbüll 1979
18) Rill Bernd, Die Inquisition und ihre Ketzer, Puchheim 1982
19) Cawthorne Nigel, Das Sexleben der Päpste – Die Skandalchronik des Vatikans, Köln 1999
20) Hutchison Robert, Die Heilige Mafia des Papstes, München 1998
21) Ledl Leopold, Im Auftrag des Vatikans, Wien 1989
22) Im Namen des Papstes – Mysteriöse Verbrechen: Die Spur führt in den Vatikan (ARD, 8.12.1991)
23) Discepoli di Verità, Ihr habt getötet – Der Machtkampf der Logen im Vatikan, Berlin 2003
24) Rahn O., Kreuzzug gegen den Gral, Engerda 1995
25) Folter-Museum Rüdesheim
26) Deschner Karlheinz, Und abermals krähte der Hahn, Reinbek 1972
27) Lea Henry Charles, Geschichte der Inquisition, Bd. 1, Aalen 1980
28) Kamen Henry, Die Spanische Inquisition, München 1965
30) Von Werdenberg Gottfried, Vision 2004
31) Siehe auch neo-lutheraner.de & theologe.de
32) Deschner/Herrmann, Der Antikatechismus, Hamburg 1991
33) Guarino Mario, Mercanti del Vaticano, Kaos Editione, Milano 1998
34) Frerk Carsten, Finanzen und Vermögen der Kirchen, Aschaffenburg 2002
35) Mynarek Hubertus, Die neue Inquisition, Sektenjagd in Deutschland, Marktheidenfeld 1999, http://www.das-weisse-pferd.com/99_11/neue_inquisition.html
36) GEO-EPOCHE Nr. 10/03, Die Macht der Päpste
Siehe auch die Serie „Kirche und Geld“ in der Zeitschrift „Das Weisse Pferd“sowie die Seite: Warum zahlt der deutsche Staat immer noch so viele Milliarden Euro an die Kirche? Quelle:http://die-rote-pille.blogspot.de/

Ergänzend :Jeder Christ ein Sklave der Juden
Ergänzend: Wer sind die Kräfte hinter westlicher Entchristlichung?
Ergänzend: Christentum Freimaurer und Pyramiden
Ergänzend: Juden- und Christentum
Ergänzend: Armageddon

Die Christianisierung

Germanenherz Die Christianisierung

Die Einführung des Christentums bei den Germanen gewinnt in der Erörterung der Gegenwart eine immer noch steigende Bedeutung. Eine Zeit, deren Lebensgefühl weitgehend durch die Übernahme fremden Zivilisationsgutes bestimmt wird, muß sich notgedrungen mit einer Erscheinung auseinandersetzen, die, aus der Fremde kommend, eine starke Umwälzung auf wichtigen Lebensgebieten hervorgerufen und den Willen zur Erhaltung der Eigenart geschwächt hat. Ursachen, Verlauf und Wirkung der Christianisierung werden denn auch von sehr verschiedenen Standpunkten aus beurteilt und sehr verschieden dargestellt, wobei sich in manchen Fällen eine gewisse Schematisierung, in anderen Fällen wieder Verallgemeinerungen feststellen lassen, die von wirklichen oder vermeintlichen Einzelerscheinungen bei verschiedenen germanischen Völkern Schlüsse auf den gesamten Vorgang der Christianisierung zu ziehen trachten1 .

 

Ein solches Verfahren ist um so bedenklicher, als wir es nicht nur mit einem räumlich sehr weit ausgedehnten Geschehen zu tun haben, sondern auch mit einer viele Jahrhunderte währenden Dauer und darüber hinaus mit sehr verschiedenen inneren Voraussetzungen. Zur Zeit der Annahme des Christentums leben manche germanische Völkerstämme wie die Sachsen und Friesen, die Dänen, Norweger und Schweden in seit langer Zeit von ihnen besiedelten Wohnsitzen und haben ihre angestammten Lebensformen in mehr oder minder hohem Maße beibehalten, während andere, wie vor allem die Ostgermanen, aber auch die Franken, in immer erneuten Wanderungen ihre alte Heimat weit hinter sich gelassen haben, und viele von ihnen haben den ursprünglich strenge eingehaltenen Grundsatz der volksmäßigen Geschlossenheit und der damit verbundenen Abwehr fremder Mischungen aufgegeben oder waren doch im Begriffe, das zu tun.

Die Einführung des Christentums beginnt im 3. und 4. Jahrhundert bei den gotischen Stämmen an der Donau und auf der Krim, ohne daß wir in der Lage wären, diese Vorgänge von ihrer ersten Wurzel an genau zu verfolgen. Das ist um so bedauerlicher, als nach unverdächtigen Zeugnissen die ersten Träger der Mission zum Teil Kleriker waren, die aus Kleinasien stammten und als Kriegsgefangene ihre Heimat hatten verlassen müssen. Eine solche Wirkungsmöglichkeit fremdstämmiger Unfreier ist mit den Grundsätzen des germanischen Staats- und Gesellschaftslebens unvereinbar. Eine schwere Erschütterung dieser Grundsätze ist auch daraus zu erschließen, daß Wulfila, der als geistiger Führer die Hinwendung zum Arianismus bewirkte und als Bibelübersetzer hervorragende Bedeutung hatte, mindestens von einem Elternteile her, wenn nicht überhaupt, ebenfalls kleinasiatischer Herkunft war; die Abstammung seiner Vorfahren aus Sadagolthina bei Parnassos zeigt auf jeden Fall, daß der Aufstieg eines Mannes von zum mindesten nicht rein gotischer, vielleicht aber überhaupt fremder Herkunft zu hoher Bedeutung durchaus möglich war2.

Abgesehen von den aus diesen Verhältnissen zu erschließenden Erschütterungen der angestammten Lebensordnung, die nicht ohne Wirkung auf die weltanschauliche Haltung geblieben sein können, sehen wir überdies, daß die Bekehrung auch ihre politische Seite hatte. In die Streitigkeiten zwischen Athanarich und Fritigern mischte sich der Arianer Valens, und seine Hilfe führte zum Siege des Fritigern. „Dieses Ereignis ward der Anlaß, daß viele von den Barbaren Christen wurden, denn Fritigern nahm zum Dank für die ihm gewährte Hilfe den Glauben des Kaisers an und veranlaßte seine Leute dasselbe zu tun“, sagt Sokrates 3, und fügt hinzu, daß Athanarich sich scharf gegen die auch auf seinen Bereich ausgedehnte Mission wendete, deren politische Hintergründe unverkennbar sind: auf der einen Seite die Anlehnung an Ostrom, verbunden mit der Annahme des Christentums, die von der Führung, nicht vom Volke ausging, auf der anderen Seite die Ablehnung dieser Politik, die sich folgerecht auch gegen die Einführung des Christentums wendete „in der Überzeugung, daß der Glaube der Väter verfälscht würde“, wie Sokrates ausdrücklich bekundet.

Athanarichs Kampf gegen das Christentum hatte keinen dauernden Erfolg, und nicht nur die Westgoten nahmen das Christentum an, sondern von ihnen ging auch der Anstoß zum Glaubenswechsel vieler anderer Völker aus, die alle, ihrem Beispiele folgend, das Christentum nicht in der orthodoxen, sondern in der arianischen Form annahmen. Ostgoten, Wandalen, Gepiden, Rugier und Heruler wurden Arianer, und bald wurde der Kreis der ostgermanischen Völker überschritten. Während die Übernahme des Arianismus durch die Langobarden vielleicht durch die Rugier vermittelt wurde und auf jeden Fall im Einvernehmen mit dem Königsgeschlechte vor sich ging, das mit christlichen Herrschern verschwägert war 4, ging die Bekehrung der spanischen Sueven von den Westgoten aus und begann auch hier mit dem Übertritte des Herrscherhauses. Im Jahre 465 tritt das mit dem westgotischen arianischen Königshause verschwägerte suevische Fürstenhaus, das vorher orthodox gewesen war, zum Arianismus über, und diesem Übertritte folgt der des Volkes, wobei der Galater Ajax, der vorher bei den Westgoten Galliens tätig gewesen war, unter tatkräftiger Unterstützung durch den König die Bekehrung durchführte 5.

Die Übernahme des arianischen Christentums beginnt also, soweit wir sie verfolgen können, bei den Fürstenhäusern, nicht aber bei den breiten Schichten des Volkes. Die politische Bedeutung dieser Tatsache wird noch durch den religiösen Gegensatz erhöht, der sich dadurch zur unterworfenen römischen Bevölkerung ergab und die bestehenden Gegensätze wesentlich erhöhte, bekämpften doch die beiden Formen des Christentums einander auf das schärfste. Die Regierung des großen Theoderich in Italien wird durch diesen Kampf ganz wesentlich beeinflußt, und so ist es verständlich, daß Theoderich sich bemühte, den Frankenkönig Chlodwig ebenfalls zur Annahme des Arianismus zu bewegen. Chlodwig aber hatte andere Pläne, und sein Entschluß zur Annahme des orthodoxen Christentums stand aus mehreren Gründen fest. Seine Politik diente nicht der Aufrechterhaltung der Schranken zwischen Germanen und Romanen, sondern deren Beseitigung, und überdies hatte er entscheidende Auseinandersetzungen mit seinen Nachbarn, vor allem mit den arianischen Westgoten vor, bei denen ihm der Gegensatz zwischen Katholiken und Arianern wichtige Hilfe leisten konnte. Er hatte die Katholikin Chrodechild, eine Nichte des Burgunderkönigs Gundobad, geheiratet, ließ zu, daß seine Söhne getauft wurden, und bemühte sich um die Gunst des Klerus. Der siegreiche Ausgang des Kampfes gegen die Alemannen gab den Anlaß, auch persönlich das katholische Christentum anzunehmen 6, und darin folgten ihm zahlreiche Franken aus edlem Geschlechte.

chlodwig Chlodwigs Haltung läßt deutlich erkennen, daß er sich ausschließlich von politischen Rücksichten leiten ließ, wenngleich die geistliche Geschichtschreibung sich bemüht, Beweggründe und Tatsachen im Sinne der kirchlichen Auffassung zu verschieben, und besonders in der Alemannenschlacht ein Wunder geschehen läßt, das den bis dahin das Christentum angeblich scharf ablehnenden Chlodwig plötzlich diesem geneigt gemacht habe. Die Folgen des Übertrittes bestehen darin, daß die für die zukünftige politische Entwicklung entscheidende Macht nicht arianisch, sondern katholisch wird, denn wenn auch Chlodwig, soweit wir darüber unterrichtet sind, keine Gewaltmaßnahmell zur Annahme des Christentums durchführte, so war nun doch ein wertvoller Stützpunkt für die Ausbreitung des katholischen Christentums gewonnen. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür war die schon berührte Ausgleichspolitik zwischen Germanen und Romanen, durch die die Schranken zwischen den beiden Völkern immer mehr beseitigt wurden, was schließlich zur Romanisierung des Westfrankentums führte.

Auch bei den Baiern und Alemannen, in Thüringen und im Elsaß kommt es zur Annahme des katholischen Christentums, wobei die Herrschergeschlechter den Anfang machen. Der Vorgang der Christianisierung wurde zum Teil dadurch gefördert, daß er sich auf ehemaligem römischem Reichsboden abspielte und durch alte Organisationsreste aus früherer Zeit unterstützt wurde. Der eigentlichen Bekehrungstätigkeit durch die Mission, die bezeichnender Weise gar nicht von Rom ausgeht, sondern ohne Zusammenhang mit dem Papste von Iren betrieben wird, kommt zunächst nur eine ganz untergeordnete Bedeutung zu. Daß auch sie mit Widerständen zu kämpfen hat, zeigt die Hinrichtung Kilians bei Würzburg im 8.Jahrhundert; im übrigen konnte die irische Mission nicht verhindern, daß der katholische Glaube dem Verfalle preisgegeben war und durch Aufnahme verschiedener Elemente zu einer Mischreligion wurde.

In dieser Lage setzte eine neue Bewegung ein, die für die zukünftige Entwicklung höchste Bedeutung hatte und weder aus dem Lande selbst noch unmittelbar aus Rom kam, sondern ihren Ausgang von England nahm.

Auch in England hatte das bei der vorgermanischen Bevölkerung aus der Zeit der römischen Herrschaft noch andauernde Christentum seine ersten Stützpunkte am Königshofe gefunden. Wie bei den Sueven und bei den Franken beginnt die Christianisierung damit, daß der König eine Katholikin zur Gattin nimmt. Ethelbrecht von Kent heiratete Bertha, die Tochter des Königs Charibert von Paris, die einen Priester in ihre neue Heimat mitbrachte und dort einen katholischen Gottesdienst einrichtete. So wurde Kent der erste Stützpunkt für die von Gregor ausgehende und durch Augustin betriebene Mission, die 596 einsetzte. Die Entwicklung ging verhältnismäßig schnell vonstatten, 601 wird Ethelbrecht katholisch, und wenn es auch nach seinem Tode zu schweren Rückschlägen kam, so gingen die so geschaffenen Ansatzpunkte dennoch niemals mehr verloren. Zunächst griff das Christentum nach Northumbrien über. Wieder steht am Beginne eine Heirat. König Edwin heiratete 625 Ethelbrechts Tochter Ethelberga, und schon 627 trat er zum Christentum über. Dieser Vorgang und seine Darstellung durch die Geschichtsschreibung sind aus verschiedenen Gründen lehrreich. Ähnlich wie Konstantin angeblich durch den siegreichen Ausgang einer Schlacht zum Christentum geführt worden war und Chlodwig infolge eines in der Alemannenschlacht abgelegten Gelübtes die Taufe genommen haben soll, soll auch Edwin seinen Übertritt vom Ausgange des Kampfes gegen die Westsachsen abhängig gemacht haben. Da auch sonst der Sieg des christlichen Heeres über seine nichtchristlichen Feinde als göttliche Fügung hingestellt wird 7, liegt hier offenkundig eine feste Tradition der legendären Geschichtsschreibung vor, deren Wurzeln ebenso außerhalb der Wirklichkeit wie des germanischen Bereiches liegen. Im übrigen soll der Beschluß zur Annahme des Christentums in einer Versammlung gefaßt worden sein, von der Beda berichtet, daß ihr außer dem Missionar Augustinus auch ein Oberpriester namens Coifi beigewohnt habe, der gegen das für den Priester geltende Roß- und Waffenverbot hoch zu Roß auf das bisher von ihm verwaltete Heiligtum einen Speer abgeschleudert habe als Zeichen seiner freudig bekundeten Bereitwilligkeit, Tempel und Altäre zu zerstören 8. Nun ist weder eine hierarchisch gegliederte Priesterschaft noch ein Roß- und Waffenverbot germanisch, der Name Coifi ebenfalls nicht, und am wenigsten die Gesinnung, die aus der gesamten Schilderung des Geschehens spricht; in Bedas Bericht hat also eine ganze Reihe von nichtgermanischen Zügen Aufnahme gefunden, und entspricht er wenigstens in seinen Grundzügen den Tatsachen, dann ist er ein Beleg dafür, daß die Kultur bereits stark von nichtgermanischen Zügen durchsetzt war, was sich vor allem in der Gesamthaltung des Königs und seiner Umgebung ausdrückte.

Freilich ist auch mit Edwins Übertritt die Sache des Christentums nicht gewonnen, Keadwalla von Wales und besonders Penda von Mercien erwiesen sich als gefährliche Feinde, und auch nach dem Siege Oswalds über Keadwalla – Oswald soll übrigens vor der Schlacht gegen diesen ein hölzernes Kreuz aufgerichtet haben, auch sein Sieg über seinen nichtchristlichen Feind wird demnach als im Zeichen des Kreuzes errungen hingestellt – bedrohen schwere Kämpfe die Vertreter des Christentums und damit dieses selbst mit dem Untergange: 642 bedeutet Pendas Sieg über Oswald den Zusammenbruch der Kirche im Norden. Als endlich diese Gefahr nach schweren Wechselfällen gebannt ist, muß noch der Anspruch Roms gegen das schottisch-irische Christentum durchgesetzt werden. 673 ist dieser Kampf zugunsten Roms entschieden, was für den weiteren Verlauf der Bekehrung von entscheidender Bedeutung war.

Vom Ausgange des 7. Jahrhunderts an sind nämlich Angelsachsen Träger einer auf dem Festlande entfalteten Missionstätigkeit, die zum Unterschiede von den früheren Versuchen im Einvernehmen mit dem Frankenherrscher Pippin und mit dem Papste arbeitet. Als Wilibrord von 690 an unter fränkischem Schutze versuchte, die Friesen zu bekehren, zeigte sich allerdings, daß seine Erfolge nicht weiter reichten als die fränkische Macht; der Friesenkönig Redbad lehnte das Christentum scharf ab, und die im Sinne der allgemeinen christlichen Übung durchgeführte Schändung des Heiligtums auf Fositesland kostete Wilibrord fast das Leben 9.

Als Gehilfe Wilibrords hatte Wynfrith seineTätigkeit begonnen. 719 holte er Weisungen aus Rom ein, und 722 begann er, zum Bischofe geweiht und mit dem Namen Bonifaz begabt, selbständig zu missionieren. Er suchte zunächst Gebiete auf, wo ihm zum Unterschiede von Friesland staatlicher Schutz sicher war. Er begann in Hessen und Thüringen und richtete 738 in Bayern die kirchliche Organisation auf, und zwar auf Einladung des Herzogs Odilo, so daß also auch über dieser Tätigkeit der staatliche Schutz waltete. Die römische Kirche hat ihm vor allem die mit zäher Folgerichtigkeit erreichte Durchführung ihrer Grundsätze zu danken, die dem Christentum in Deutschland neue Grundlagen gab. Als er sich jedoch wieder nach Friesland wagte, wo er nach den Worten seines Biographen fanatisch den heimischen Glauben bekämpfte und „die Götzenbilder zerschmetterte“ – eine Übung, von der uns die Erzählung von der Fällung der Eiche zu Geismar einen gewissen Begriff vermittelt – wurde er 754 erschlagen10. Die Friesen setzten auch den erneuten Missionsbestrebungen Willehads und Liudgers entschiedenen Widerstand entgegen, und beide mußten fliehen. Erst nach der Einverleibung Frieslands in das Frankenreich konnte Liudger 786 zurückkehren und infolge der nunmehr grundsätzlich geänderten Voraussetzungen die Annahme des Christentums erreichen.

Bekannt ist der harte Kampf, in dem sich die Sachsen sowohl der politischen Unterwerfung als auch der Einführung des Christentums widersetzten. Karls durch zweiundreißig Jahre, von 772 bis 804, andauernder Krieg, der durch den stets erneuten Widerstand der Sachsen immer wieder aufflammte, endete schließlich mit der Durchsetzung seiner Ziele, wobei die Annahme des Christentums durchaus äußerlich blieb. Die scharfen Bestimmungen des Sachsengesetzes zeigen ebenso wie die kirchlichen Verbote, daß nur äußerer Druck, nicht aber innere Überzeugung zu Annahme und Beibehaltung des Christentums geführt hatte.

So wenig wie Friesen und Sachsen waren die skandinavischen Völker dem Christentum zugänglich. Die ersten, von Deutschland ausgehenden Missionsversuche blieben ergebnislos, und Wilibrord, der um 700 nach Dänemark reiste, blieb der Erfolg ebenso versagt wie den späteren, von Ludwig dem Frommen unterstützten Missionsversuchen, die 831 endeten. An dieser grundsätzlichen Lage änderten auch spätere, bald wieder verloren gegangene kleine Erfolge nichts, bis endlich der Sieg Heinrichs I. über Gnupa von Schleswig von 934 einen völligen Umschwung herheiführte. Gunpa mußte sich taufen lassen, überdies aber dulden, daß zwei Jahre später der Hamburg-Bremer Erzbischof Unni seine Missionstätigkeit begann. Unni beschränkte seine Tätigkeit nicht auf Schleswig, sondern begab sich auch nach Jütland, wo er Harald Blauzahn, der damals noch nicht König war, innerlich für das Christentum gewonnen haben soll. Als Harald später zur Herrschaft kam, setzte er sich für den neuen Glauben ein, so daß der Stein von Jaellinge verkündet, er habe die Dänen zu Christen gemacht. Aber auch hier zeigte sich bald, daß der neue Glaube nicht im Herzen des Volkes lebte, sondern als politische Angelegenheit den Schwankungen der Politik unterlag. Als sich Svend Gabelbart gegen seinen Vater Harald wendete, geriet das Christentum in große Schwierigkeiten, weil Svend sich dieser Religion nicht angeschlossen hatte. Adam von Bremen spricht von „Störungen“ des Christentums und sagt ausdrücklich: „Plötzlich also machten die Dänen eine Verschwörung, sagten dem Christentum ab, setzten Svend zum König ein und sagten Harald Krieg an“ (II, 27). So kamen für das Christentum von 986 an schwere Zeiten, und wenn sich auch Svend Gabelbart in seinen letzten Jahren selbst dem Christentum zuwendete, so traten grundlegende Änderungen doch erst unter seinem Sohne Knud ein, der England erobert batte und an der Spitze der englischen Kirche stand. Nach englischem Vorbilde reformierte er auch die dänische Kirche und setzte in Dänemark zum begreiflichen Mißfallen des Hamburger Erzbischofes Unwan aus England stammende Bischöfe ein. Hamburg errang dann später doch noch das Übergewicht, bis zu Beginn des 12. Jahrhunderts in Lund ein Erzbistum für den gesamten Norden begründet wurde und die kirchliche Organisation beendet werden konnte.

Stand die Christianisierung Dänemarks von ihren Anfängen an in engem Zusammenhange mit der Reichspolitik und dem Hamburg-Bremer Missionszentrum, so trat bei der Bekehrung Norwegens die Bedeutung Englands in den Vordergrund. Im Laufe der Wikingerzüge war es zu zahlreichen Berührungen der Norweger mit diesem Lande gekommen, die nach England, Schottland, Irland und den Inselgruppen führenden Wikingerzüge hatten besonders im 10. Jahrhundert zahlreiche Mischheiraten zwischen norwegischen und irischen Geschlechtern zur Folge, und der in England am Hofe Aethelstans erzogene Hakon, Harald Haarschöns Sohn, der dort als Kind die Taufe empfangen hatte und 933 die Herrschaft in Norwegen übernahm, versuchte nach einer Reihe von Jahren, in denen er sich im Lande den nötigen Anhang gesichert hatte, dem Christentum zum Sieg zu verhelfen. Dieses Unternehmen scheiterte am entschlossenen Widerstande der Bauern, die ihm mit Absetzung drohten, und das einmal gescheiterte Unternehmen wurde nie mehr wiederholt, ja es scheint, daß die Haltung des Volkes ihren Eindruck auf Hakon nicht verfehlt hat. Er hatte in seinem Gefolge Anhänger der heimischen Weltanschauung wie den Skalden Eyvind, und als er nach der siegreichen Schlacht von Fitje seinen Wunden erlag, gestattete er ausdrücklich, man möge ihn nach der althergebrachten Sitte beerdigen, wie er sich überhaupt seinen letzten Worten nach der Tatsache bewußt war, daß er kein christliches Leben im Sinne der Kirche geführt hatte. Diese Haltung ist die Grundlage für Eyvinds vielbesprochenes Preislied auf den toten König, nach dem dieser als siegreicher Held zu Odin nach Walhall eingeht.

Hakons Nachfolger, die Söhne Erichs und der Gunnhild, waren schon früh in England getauft worden. Als ihr Vater Erich Norwegen hatte verlassen müssen, bot ihm Aethelstan die Herrschaft über Northumberland an unter der Bedingung, daß er sich mit Weib und Kind, aber auch mit dem gesamten Heere, das ihm aus der Heimat gefolgt war, taufen lasse, und diese Bedingung nahm Erich an – auch das ein Beispiel für die ausschließlich politischen Beweggründe des Glaubenswechsels. Als die Gunnhildsöhne die Herrschaft in Norwegen antraten, vermochten sie nicht, das Christentum auszubreiten und mußten sich damit begnügen, Heiligtümer zu vernichten und Festesfeiern des Volkes zu stören; der einzige Erfolg dieser Handlungsweise war, daß sie sich große Feindschaft zuzogen.

Die Lage änderte sich erst, als Olaf Tryggvason 995 König in Norwegen wurde. Er selbst war auf den Scillyinseln Christ geworden, und Snorri erzählt, deutlich legendäre Züge einfügend, ein Wahrsager habe Olaf seine künftige Rolle als Bekehrer vorausgesagt. Wie ernst es Olaf damit war, zeigt sein seinen engsten Vertrauten kundgetaner Entschluß, das Christentum überall in Norwegen durchzusetzen oder zu sterben. Wirklich beginnt er unverzüglich sein Werk. Mit großem Machtaufgebot zieht er von Landschaft zu Landschaft und zwingt die Bauern, die ihm infolge dieses Vorgehens im entscheidenden Augenblick stets weit unterlegen sind, durch scharfe Drohungen zur Annahme des Christentums. Diese Vorgänge sind ein deutliches Beispiel dafür, daß die Taufe ausschließlich durch die rücksichtslos eingesetzte staatliche Macht erzwungen wird.

So wie in Norwegen wurde das Christentum auch auf den Faröern und den Orkaden, auf den Shetlandinseln und auf den Hebriden durchgesetzt, und auch die Annahme des Christentums auf Island durch den Alldingsbeschluß des Jahres 1000 ist das Werk Olaf Tryggvasons.

Auf Island bestand von vornherein eine andere Lage als im Mutterlande. Als die Landnahme von Norwegen her begann, ausgelöst durch das Vorgehen Harald Haarschöns, verscheuchte der nunmehr einsetzende Zustrom von Menschen die bisherigen Bewohner, die dort vor allem die Einsamkeit gesucht hatten, nämlich irische Anachoreten. Immerhin scheint ein gewisses irisches Element auf Island zurückgeblieben zu sein, wenngleich sich nicht mit Sicherheit feststellen läßt, woher die irischen Einsprenglinge in Menschentum und Kultur des Landes stammen. Die Landnahmemänner kamen überdies nicht nur aus Norwegen, sondern zum Teile auch aus England, und zwar als Christen, wie die berühmte Unn, die sich besondere Achtung erworben hat. Dieses völlig auf sich gestellte Christentum starb nach und nach nahezu aus, auch die Nachkommen der Unn gaben es auf, und so blieb wenig mehr als die Erinnerung daran übrig. Diese an sich bedeutungslosen Reste gewannen an Gewicht, als die Mission nach Island gebracht wurde. Hinter diesen Bekehrungsversuchen stand Olaf Tryggvason, der das ganze Gewicht seiner Persönlichkeit dafür einsetzte, junge Isländer von guter Herkunft, die im Sinne der ständig gepflegten Sitte Norwegen besuchten, für die neue Religion zu gewinnen 11, aber auch Missionare auf die Insel sandte, wo sie zwar Erfolge erzielen konnten, aber keine Änderung der Gesamthaltung zu bewirken vermochten, so daß sie ihr eigentliches Ziel, die Verchristlichung des Staates, nicht erreichten. Ihr Verhalten erregte argen Anstoß, und ein Priester namens Dankbrand mußte wegen Totschlägen sogar geächtet werden. Als Olaf Tryggvason die Fruchtlosigkeit seiner Bemühungen erkannte, ließ er die jungen Isländer, deren er in Norwegen habhaft werden konnte, festnehmen und drohte, sie töten zu lassen. Da legten sich zwei christliche Isländer ins Mittel: sie versprachen, eine Änderung im Verhalten der Isländer herbeizuführen, und als sie auf Island angekommen waren und die gesamte Frage auf dem Allding zur Sprache brachten, erkannte man die Unhaltbarkeit der eigenen Lage. Der Gesetzessprecher, dem man die Entscheidung überlassen hatte und dessen Überlegungen durch Bestechung im christlichen Sinne beeinflußt worden waren, entschied für die Annahme des Christentums.

Innere, weltanschauliche Gründe lagen demnach der Annahme des Christentums weder in Island noch im Mutterlande zugrunde, und gerade das Beispiel der Insel zeigt, daß das Christentum einzelner für die Haltung der Gesamtheit belanglos blieb. Daß Norwegen nur äußerlich christlich war – so mancher Norweger hatte das Christentum auch weiterhin abgelehnt, und selbst grausamste Folterung, die wiederholt berichtet wird, vermochte den Übertritt nicht herbeizuführen – , zeigt sich auch daran, daß nach Olaf Tryggvasons Tode Olaf der Heilige wieder mit den schärfsten Mitteln vorgehen mußte, um das Christentum in seinem Lande zu sichern.

Bekehrungsversuche in Schweden, die in der ersten Hälfte des neunten Jahrhunderts einsetzten und teils von Deutschland, teils von Dänemark aus gemacht wurden, versagten zunächst. Olaf Trvggvason veranlaßte, daß sich Rögnvald von Gautland taufen ließ, und auch Olaf Schoßkönig trat zum Christentum über. Vom Missionszentrum in Hamburg aus wurde in den Jahren 1043 – 1071 die Bekehrung Gautlands betrieben, aber die schwedischen Kernlande blieben vom Christentum frei, selbst in Gautland gerät der neue Glaube ins Wanken, wenn einmal der christliche König an Macht einbüßt, und noch im 12. Jahrhundert unternimmt Sigurd Jorsalafar einen Kriegszug nach Schweden mit der Begründung, das Volk dort müsse christlich gemacht werden, weil es samt seinen Königen, von denen ausdrücklich Blot-Sveinn und Eirikr in arsaeli genannt werden, vom Christentum nichts wissen wolle.

Dieser gedrängte Überblick läßt zunächst mit Sicherheit erkennen, daß an keiner Stelle und zu keiner Zeit das Christentum als Volksbewegung den Staat erobert hat, sondern daß es überall im Einvernehmen mit der staatlichen Macht zur Herrschaft kam, wofern es nicht dem gesamten Staate von außen her aufgezwungen wurde. Die Schwierigkeiten für die Durchsetzung des Christentums waren allerdings sehr verschieden. Es haben sich Fälle gezeigt, in denen der Taufe des Königs und seiner Familie die einer großen Zahl von Volksangehörigen folgte. Darunter gibt es allerdings Erscheinungen besonderer Art, wie etwa die Taufe des Erich Blutaxt und seines Heeres, dessen wurzellos gewordene Angehörige weltanschaulich ziemlien gleichgültig gewesen sein mögen, so daß es ihnen nur darum ging, Nutznießer der durch die Taufe zu gewinnenden Machtstellung des Königs zu werden.

Sehen wir von solchen durch besondere Umstände gekennzeichneten Sondererscheinungen ab, so läßt sich schon aus der Beobachtung der äußeren Vorgänge bei der Bekehrung ein Urteil über die für sie gewöhnlich angeführten Gründe gewinnen. Man hat als solche – und das ist die folgenschwerste Behauptung, weil sie die Annahme des Christentums als eine innere Notwendigkeit hinstellt – inneren Verfall der germanischen Weltanschauung als tiefsten Grund angegeben. An Bedeutung kommt dieser Begründung die Erklärung nahe, das Christentum habe infolge seiner höheren Art seine Überlegenheit bewährt und den Sieg errungen. Man hat auch behauptet, es wäre den Germanen nicht so sehr darauf angekommen, Christen zu werden, denn es wäre nur darum gegangen, ob man den einheimischen „Göttern“ oder Christus sein Vertrauen schenken solle; und da nun bei verschiedenen Gelegenheiten Christus seine höhere Kraft bewährt, die „Heidengötter“ aber sich ohnmächtig gezeigt hätten, so sei man von selbst zum Glauben an Christus gekommen. Daneben wird auch auf die Rolle und Bedeutung des Königtums verwiesen. Den Königen sei das Volk selbstverständlich beim Glaubenswechsel nachgefolgt, und die Bedeutung der Gewaltanwendung wird dabei gewöhnlich sehr gering angeschlagen.

Mit den tatsächlichen Vorgängen sind allerdings alle diese Erklärungen und Begründungen unvereinbar. Träfe die Behauptung vom inneren Verfall der germanischen Weltanschauung im Sinne eines eigengesetzlichen Vorganges zu, dann müßte diese Erscheinung überall in der germanischen Welt sichtbar geworden sein. Davon ist aber keine Rede. Die Tatsachen sagen im Gegensatze zu derartigen Behauptungen vielmehr aus, daß überall dort, wo ein Volk in seinen alten Lebensordnungen verharrt, das Christentum freiwillig nicht angenommen wird, daß es dort lange und erbittert um die Herrschaft ringen muß, und daß gerade das die Fälle der Gewaltanwendung sind. Es ist ein völlig schiefes Verfahren, ohne Rücksicht auf Voraussetzungen solcher Art einfach abzuzählen, in wievielen Fällen Gewalt angewendet werden mußte, und wo eine solche Gewaltanwendung nicht überliefert ist, um dann aus dem Verhältnisse der Zahlen seine Schlüsse über die Bereitwilligkeit des Gesamtgermanentums zur Annahme des Christentums zu ziehen. Wäre der Verfall der germanischen Weltanschauung in ihr selbst begründet gewesen, hätte sie den Keim des Unterganges in sich selbst getragen, so hätte das unterschiedslos überall geschehen müssen. Das ist aber, wie die geschichtlichen Abläufe unwiderlegbar zeigen, keineswegs der Fall gewesen.

Dasselbe gilt für die Behauptung von der aus höherer Artung sich ergebenden inneren Überlegenheit des Christentums. Sie würde eine gesonderte Untersuchung erfordern, die in diesem Rahmen nicht möglich ist. Auch eine solche Überlegenheit hätte sich aber überall in der germanischen Welt durchsetzen müssen. Die der beweiskräftigen Begründung ohnedies entbehrende Behauptung, die überdies mit den volkhaften Bindungen der Weltanschauung nicht rechnet und die einzelnen Religionen losgelöst von ihren Beziehungen zum Volkstum, aus dem sie erwachsen sind, absolut setzt, wird also durch die fast durchwegs feststellbare Tatsache widerlegt, daß das Christentum nicht aus inneren, sondern aus äußeren Gründen der verschiedensten Art angenommen wurde.

Die Behauptung schließlich, man habe sich Christus zugewendet, weil er seine höhere Kraft bewiesen habe, und man habe sich nun in Verfolgung einer alten germanischen Auffassung zu ihm bekannt, weil es bei den Germanen ohnehin üblich gewesen sei, sich dem Gotte anzuvertrauen, der die größere Macht gezeigt habe, ist ebenso schief. Auch ihr steht schon entgegen, daß eine solche gemeingermanische Auffassung allgemeine Wirkung gehabt haben müßte, was nicht der Fall ist. Wenn unsere Quellen wiederholt davon berichten, der Sieg in der Schlacht sei als Machtbeweis Christi und als Ohnmachtszeichen der alten Götter aufgefaßt worden, so steht der Glaubwürdigkeit dieser Angaben entgegen, daß sie ausschließlich von christlicher Seite und ausschließlich in solchen Fällen gemacht werden, wenn auf der einen Seite Christen – oder ein Heerführer, der Christi Hilfe angerufen hat – auf der anderen Nichtchristen stehen, während innergermanische Zeugnisse über solche Machtproben völlig fehlen. Wir haben es hier mit zwei Gruppen von Berichten zu tun. In der einen gilt der christliche Heerführer als der Streiter Gottes – eine Auffassung, die im Ludwigsliede voll zur Geltung kommt. Auf der einen Seite steht der von Jugend auf unter Gottes besonderem Schutze stehende König, den dieser selbst dadurch auf seine Fähigkeiten prüft, daß er „heidine man/ober sêo lîdan“ läßt, und den er dann auffordert: „Hilph mînan liutin!“ Der christliche König ist hier ganz der Gottesstreiter gegen die Ungläubigen im Sinne des Alten Testaments, und die völlig ungermanischen Hintergründe solcher Auffassungen liegen klar zutage. Nach der anderen Gruppe von Berichten siegt der Nichtchrist darum über den ebenfalls nichtchristlichen Gegner, weil er in höchster Not die Hilfe des Christengottes angerufen hat, der nun der schon zugunsten des Gegners entschiedenen Schlacht plötzlich eine andere Wendung gibt, seine Macht also durch ein Wunder bewährt.

olaf_tryggvason Das Schulbeispiel für diese Art von „historischer“ Berichterstattung ist Gregors Erzählung von der Alemannenschlacht Chlodwigs, der ebenso wie Edwin den Sieg über seine Feinde als Voraussetzung für die Annahme des Christentums erklärt hat. Auch Oswald, selbst schon Christ, siegt über seine nichtchristlichen Feinde im Zeichen des Kreuzes, und wenn Gregor Chlodwig einen „neuen Konstantin“ nennt, womit er auf Konstantins Sieg unter dem Kreuze anspielt – auch in diesem Falle standen Nichtchristen gegen Nichtchristen – , so liegt die Vermutung nahe, daß hier ein bestimmtes Schema immer wieder angewendet wurde. Daß im übrigen keine Rede davon sein kann, daß die Germanen den Sieg der Christen als Zeichen der höherer Macht des Christengottes aufgefaßt und darum in der Überzeugung, ihre eigenen Götter seien machtlos, sich diesem zugewendet hätten, ist aus dem Beispiele der Sachsenbekehrung ohne weiteres herauszulesen. Wiederholte Siege der christlichen Franken über die Sachsen von größter Bedeutung haben nicht vermocht, daß diese freiwillig das Christentum anzunehmen bereit waren; erst die durch den Sieg errungene Macht gibt die Möglichkeit, die Bekehrung mit Gewalt durchzuführen, deren es wahrhaftig nicht bedurft hätte, wenn den Germanen wirklich der Glaube an einen Machtkampf der Götter eigen gewesen wäre.

Die christliche Berichterstattung über die plötzliche Wendung des Schlachtenglückes nach Anrufung des Christengottes steht indes deutlich im Zeichen des Wunderglaubens, und sie ist damit nur ein Sonderfall in dem größeren Rahmen des Strebens, den Übergang zum Christentum als die Folge eines göttlichen Wunders darzustellen. Auch hier liegt ein an den vierschiedensten Punkten verwendetes, mit verschiedenen Inhalten gefülltes Schema vor. Die Eiche zu Geismar fällt, offenbar durch göttliches Wunder, nach wenigen Streichen und zerfällt in vier gleiche Teile; aus dem von Kolbein im Auftrage König Olafs des Heiligen zerschlagenen Thorsbilde kommt, der teuflischen Herkunft des Bildes gemäß, das aus Mäusen und Schlangen bestehende Getier des Teufels hervor 12; beim Kampfe gegen das vom Teufel besessene Freybild verhilft die Anrufung Gottes und das Gelöbnis, sich taufen zu lassen, Gunnar Helming zum Siege, und Bischof Poppo trägt mit dem Erfolge das glühende Eisen, daß diesem Machtbeweise des Christengottes die Bekehrung des Dänenkönigs Harald folgt (Adam v. Bremen, Scol. 20). Ein Wunder ist es offensichtlich auch, daß in der Schlacht bei Löwen 100000 Heiden fallen, während die Christen kaum Verluste haben (Adam v. Bremen I, 47, siehe Fußnote 7 ), und wie im Kampfe der Heere hilft das Gelöbnis, Christ zu werden, auch beim Einzelkampfe. Havard und Thorbjörn kämpfen auf Leben und Tod miteinander auf einer Schäre draußen im Meere. Thorbjörn hat einen mächtigen Felsblock emporgerissen und will damit den Kopf seines Feindes zerschmettern. Da tut Havard das Gelübde, wenn er jetzt über Thorbjörn siege, so wolle er das Christentum annehmen. Er dringt gegen seinen Gegner vor, und als dieser ihn mit dem Steine treffen will, rutscht er auf dem glatten Felsen aus, fällt hintenüber, und der eigene Stein trifft ihn so, daß er bewußtlos wird (Thule VIII, 163 f.). Ein Wunder ist es offensichtlich auch, daß der erste der Bauern, der beim Ding zu Stavanger Olaf Tryggvason widersprechen will, von Husten und Atemnot befallen wird, der zweite unverständlich zu stottern beginnt, und der dritte so heiser und rauh spricht, daß man nicht weiß, was er sagt (Olafs Saga Tryggv. c. 55).

Diese Beispiele sind verschiedenen Quellen entnommen und zeigen, daß es allgemeine Übung der christlichen Geschichtsschreibung und Literatur ist, die Bekehrung zum Christentum als Ausfluß eines göttlichen Wunders hinzustellen. Diese Tendenz verdient bei der Beurteilung der Glaubwürdigkeit unserer Quellen eine weit größere als die ihr gemeinhin geschenkte Beachtung. Denn in Wahrheit geht alles das, was man als Ausfluß eines angeblichen Glaubens an die höhere Macht des Christengottes und an die Ohnmacht der Heidengötter anführt, nicht auf germanische Haltung, sondern auf tendenziöse christliche Berichterstattung zurück.

Die Rolle des Königtums bei der Bekehrung ist nicht mit wenigen Worten darzustellen. Gewiß kann nicht davon gesprochen werden, dem Könige sei sein Volk beim Übertritte einfach nachgefolgt. Die oben gegebene Darstellung des Verlaufes der Bekehrung zeigt zur Genüge, welchen Wahrheitskern derartige allgemeine Behauptungen haben. Auch hier gilt der schon oben ausgesprochene Satz, daß die Bekehrung dort nicht ohne Gewalt durchgesetzt werden kann, wo noch die alte Lebensordnung aufrecht ist. Dort nützt die Bekehrung des Königshauses gar nichts, wie das Beispiel Hakons des Guten, der Gunnhildsöhne, Olaf Tryggvasons und Olafs des Heiligen ebenso wie das der Schwedenkönige zeigt. Auch dort, wo es einem christlichen Könige gelungen ist, dem Christentum eine gewisse Geltung zu verschaffen, steht und fällt dieses mit der Person des Königs. Auch dafür wurden oben, besonders aus der Bekehrungsgeschichte Englands und Schwedens, eine ganze Reihe von Beispielen beigebracht, und für Dänemark und seinen Herrschaftsbereich gilt dasselbe. Deutsche und nordische Quellen berichten das übereinstimmend über das Schicksal des Christentums im Zuge der Auseinandersetzung Harald Blauzahns mit Svend Gabelbart, und dem oben schon ausgehobenen Zeugnisse Adams sei hier auch Snorris Bericht über diese Vorgänge zur Seite gestellt. Snorri sagt wahrheitsgemäß, daß Harald die Annahme des Christentums nur durch Gewaltanwendung und harte Strafen erreicht hatte, und das war ihm auch in seinem norwegischen Herrschaftsbereiche gelungen. In Vik hatten seine Bekehrungsversuche genau so lange Erfolg, als seine Herrschaft währte. Nach seinem Tode aber war es mit dem Christentum in Vik sofort zu Ende (Olafs Saga Tryggvasonar c. 53). Auch nach dem Tode Olaf Tryggvasons erleidet das Christentum arge Rückschläge, so daß Olaf der Heilige schwere Mühe hat, dessen ins Wanken geratene Herrschaft wieder aufzurichten. In England, Norwegen und Schweden ergibt sich so das gleiche Bild der unmittelbaren Bindung des Christentums an das Königtum. Daß es sich dabei aber um keine freiwillige Nachfolge, sondern um das Ergebnis eines wohl mit verschiedenen Mitteln ausgeübten Druckes, und auf gar keinen Fall um eine Bekehrung aus innerer Überzeugung handelte, folgt ohne weiteres daraus, daß offenbar nur die für das Christentum eingesetzte Königsmacht es aufrechterhalten kann, und daß es zusammenbricht, sobald dieser Einsatz sein Ende findet.

Es kann also auch nicht davon gesproden werden, daß das Beispiel des Königtums den Übertritt zum Christentum ganz allgemein herbeigeführt habe.

Der Tatsache, daß überall dort dem Christentum entschiedener Widerstand geleistet wird, wo die alte germanische Lebensordnung aufrecht besteht, steht die zweite gegenüber, daß das überall dort nicht im selben Maße geschieht, wo eine mehr oder minder starke Erschütterung und Änderung dieser Grundlagen erkennbar ist. Das Schulbeispiel für derartigeVerhältnisse sind die Franken, aber es wurde schon darauf verwiesen, daß auch für die Goten mit einer weitgehenden Umgestaltung wichtiger Grundsätze und Lebensgrundlagen zu rechnen ist. In diesen Fällen ging zwar die Bekehrung ebenfalls nicht vom Volke, sondern wie auch sonst überall von der staatlichen Führung aus, aber nun ist im Gegensatze zu sonstigen Verhältnissen von einem Widerstande des Volkes nichts zu spüren. Das sind Tatsachen, die uns auf die wahren Gründe für Annahme und Beibehaltung des Christentums führen. Allerdings sind gerade die Völker, die solcherart ihre angeborene Wesensgrundlage verlassen hatten, früher oder später der Vernichtung anheim gefallen, zum mindesten aber, wie die Westfranken, dem Verluste des eigenen und dem Übergange in ein anders bestimmtes Volkstum.

Aus diesen Tatsachen ergibt sich, daß es sich beim Glaubenswechsel um ganz wesentlich mehr als nur darum gehandelt hat, ob man diesem oder jenem Gotte sein Vertrauen schenken wolle, eine ebenfalls im Zusammenlange mit der Bekehrung aufgestellte Behauptung, die einer Überprufung nicht standhält. Nicht umsonst wird das Christentum als „neue Sitte“ bezeichnet, und wir werden in der Tat der gesamten Erscheinung in ihrer Bedeutung nur dann gerecht, wenn wir das Gebiet der Religion zusammen mit Rechts- und Gesellschaftsordnung und der gesamten Ethik als Ausfluß einer einheitlichen weltanschaulichen Haltung erkennen. Dasselbe gilt aber für das Christentum, das sich keineswegs damit begnügt, nur einen einzigen Bezirk des menschlichen Lebens zu beanspruchen, sondern die unumschränkte Herrschaft über alle Bereiche fordert. So stehen nicht zwei Einzelerscheinungen einander gegenüber, sondern zwei Lebensordnungen auf weltanschaulicher Grundlage. Es ist aber bezeichnend, daß überall dort, wo eine Erschütterung der germanischen Haltung erkennbar ist, der Beginn niemals auf religiösem oder ethischem, sondern stets auf rechtlichem und gesellschaftlichem Gebiet liegt, wo vor allem die auf fremde Vorbilder zurückgehende Änderung in Wesen und Stellung des Königtums und dessen damit zusammenhängender Machthunger von größter Tragweite sind.

Die auf diese Weise begonnene Auflockerung wurde durch das Christentum entscheidend dadurch gefördert, daß es, einmal angenommen, in der Lage war, seine Auffassung auch auf bisher unberührten Gebieten an der Stelle der althergebrachten durchzusetzen. Diese Vorgänge beschränkten sich aber nicht auf die germanischen Völker, die dem neuen Glauben mehr oder minder freiwillig bei sich Eingang gewährt hatten. Sie setzten vielmehr auch dort ein, wo das Christentum nur mit Gewalt oder doch wenigstens durch den ständigen Druck der in ihrer Bedeutung stark gestiegenen königlichen Macht sich hatte durchsetzen können. Zum Unterschiede von jenen Fällen der bereits vorchristlichen Auflockerung des germanischen Lebensgefühles geht hier diese Auflockerung vom Christentum selbst aus, und das ist zu beachten, wenn man von der Wirkung, von den Folgen der Bekehrung spricht. Denn die Vertreter der Kirche beschränken sich keineswegs auf die „Dämonisierung“ der einheimischen Gestalten, wie sie aus der amtlichen kirchlichen Stellungnahme ebenso wie aus dem gesamten kirchlich beeinflußten Schrifttum spricht. Der germanistischen Auffassung von Sippe und Gefolgschaft und von den daraus sich ergebenden Bindungen, vom Verhältnisse des Einzelnen zur Gemeinschaft von Stamm und Volk setzt das Christentum eine völlig andere Wertung, eine von Grund auf andere Rangordnung entgegen durch die dem Germanentum durchaus fremde Hinordnung des gesamten Lebens auf eine göttliche Spitze und deren irdische Vertretung, die nun an die einst von der Gemeinschaft des Volkes innegehabte Stelle tritt, und durch eine anders geartete Ethik, was alles in den orientalischen Wurzeln des neuen Glaubens begründet ist. Überall werden die an erster Stelle stehenden Beziehungen zum mindesten zweitrangig, ob nun zwischen den Gefolgen und seinem Führer die vom Papste beanspruchte Binde- und Lösegewalt tritt, durch die nun von dritter Seite her das bisher unmittelbare Treueverhältnis begründet oder aufgelöst wird, oder ob vor die sippenmäßigen Bindungen das Wort tritt „Du sollst Vater und Mutter verlassen und mir nachfolgen“. Das germanische Erbrecht, auf das engste verbunden mit der Stellung der Sippe und ihrer Wertung, verfällt unter kirchlichem Einflusse der Auflösung, und der germanischen Auffassung vom Zwecke der Ehe zur Zeugung des „echten Erben“ tritt der kirchliche Anspruch auf Askese unter allen Umständen, selbst in der Ehe, entgegen; Gregor von Tours preist es als Zeugnis höchster sittlicher Vollkommenheit, daß zwei Eheleute ein langes Leben miteinander verbringen, ohne die eheliche Gemeinschaft einzugehen, und er läßt den Ehemann sich rühmen, daß er die Gattin Gott, von dem er sie empfangen, bei ihrem Tode als Jungfrau zurückgebe.

Fügen wir diesen wenigen Andeutungen noch hinzu, daß auch die gesamte Geisteskultur durch die anders geartete weltanschauliche Grundlage des Christentums entscheidend beeinflußt worden ist, daß nunmehr der Tote zum armen Sünder wird, daß die Geburt unter das Zeichen der Erbsünde gestellt wird, und daß das alles nun auch die volkstümliche Überlieferung, vor allem die Volkssage, aber selbst die späteren Gestaltungen der Heldensage weitgehend beeinflußt 13, so ist damit noch auf eine weitere Wirkung der Annahme des Christentums wenigstens verwiesen.

Nur wer sich klarmacht, welchen Verlauf die Annahme des Christentums bei den germanischen Völkern genommen hat, welche Ursachen sich für sie erkennen lassen, und welche Wirkungen von ihr ausgehen, ist im Besitze wichtigster Grudlagen, die zwar noch nicht für sich allein ausreichen, eine Entscheidung über die heute auf dem religiösen Gebiete uns gestellten Fragen zu ermöglichen, ohne die aber ganz gewiß eine solche Entscheidung nicht gefällt werden kann. Das müßte ein Ansporn dazu sein, die Bekehrungsgeschichte der Germanen auf neue Grundlagen zu stellen, für die eine neue Wertung der Quellen, die sich aus der Eigenart und aus den geistig-seelischen Voraussetzungen ihrer Urheber ergibt, und ebenso eine neue Wertung der so festgestellten Tatsachen unumgängliche Voraussetzungen sind. Schon jetzt aber steht fest, daß an keiner Stelle eine Volksbewegung ohne Hilfe der staatlichen Macht oder gar gegen sie das Christentum zum Siege geführt hat, und daß an keiner Stelle eine innere Notwendigkeit den Glaubenswechsel hervorgerufen hat. Es ist weiter wesentlich auch für unsere eigene Entscheidung, daß die vorchristliche, aus den Kräften des eigenen Blutes stammende Weltanschauung an keiner Stelle an sich selbst zugrunde gegangen ist, weil sie aus sich heraus nicht mehr lebensfähig gewesen wäre. Auch darüber müssen wir uns klar sein, wenn wir entscheiden wollen, ob und in welchem Maße eine Anknüpfung an die eigene Überlieferung möglich und wünschenswert ist.

 Anmerkungen:

   1. Hierzu sei auf meine Aufsätze „Die Einführung des Christentums bei den Germanen und das germanische Königtum“, Sigrune/Nordische Stimmen, Jg. 10/12, März 1943, S. 2 ff. und „Waren die Germanen christianisierungsreif?“, Zs. „Deutsche Volkskunde“, 1943, 4. Vierteljahrsheft, verwiesen.
   2. Die Quellenstelle bei Philostorgios, die hier in Übersetzung (nach R. Plate, Geschichte der gotischen Literatur S. 36) mitgeteilt sei, lautet: „Unter der Herrschaft des Valerian und Gallien fiel eine große Schar der jenseits des Ister wohnenden Skythen in das Gebiet der Römer ein, durchzog einen großen Teil Europas, kam übersetzend selbst nach Asien, Galatien und Kappadokien, machte viele Gefangene, worunter sich auch einige Kleriker befanden, und kehrte mit großer Beute heim. Das gefangene gläubige Volk bekehrte nicht wenige aus dem Heidentum durch ihren Umgang mit den Barbaren. Zu dieser Gefangenschaft gehörten auch die Vorfahren des Urphiras, Kappadokier von Geschlecht, aus der Nähe der Stadt Parnassos, aus einer Ortschaft genannt Sadagolthina.“ Diese Stelle spricht ganz allgemein von den Vorfahren des Wulfila, ohne Beschränkung auf die Abstammung von Vater- und Mutterseite.
   3. Kirchengeschichte IV, 33. Übersetzung nach Capelle, Das alte Germanien, S. 351.
   4. L. Schmidt, Geschichte der deutschen Stämme bis zum Ausgang der Völkerwanderung, Die Ostgermanen, S. 621
   5. L. Schmidt, ebenda, Die Westgermanen I, S. 217 f.
   6. Zur Kritik der Darstellung des Vorganges durch Gregor v. Tours siehe meinen unter I angeführten Aufsatz über die Christianisierungsreife der Germanen
   7. Adam v Bremen I, 47: „Der Krieg wurde durch himmlische Fügung entschieden. Denn während 100000 Heiden erschlagen wurden, ergab sich, daß kaum einer von den Christen gefallen war.“ Geschichtsschr. d. deutschen Vorzeit, Bd. 44, S. 46.
   8. Beda II, 13. Ausgeboben bei Clemen, Fontes religionis historiae Germanicae, S. 41.
   9. Der Bericht darüber in Alcvins vita Wilibrordi ist abgedruckt bei Clemen, Fontes historiae religionis Germanicae, S. 47. Übersetzung: Geschichtschreiber der deutschen Vorzeit. Bd. 14, S. 149 (c. 10-21)
  10. Der Bericht über das Vorgehen in Friesland sei in der Übersetzung von Bühler, Das Frankenreich, S. 422, hier wiedergegeben: „Er (Bonifaz) zog also durch ganz Friesland, verdrängte den heidnischen Kult, schafte die irrtumsvollen heidnischen Gebräuche ab, predigte eindringlich und erbaute nach Zerschmetterung der Götzenbilder mit großem Eifer Kirchen.“
  11. Ein Schulbeispiel für diese Methoden ist die Bekehrungsgeschichte Kjartans nach der Laxdaelasaga. Die Saga stellt den Vorgang so dar, daß Kjartan lediglich aus ideellen Beweggründen, vor allem unter dem Eindrucke von Olafs Persönlichkeit, das Christentum angenommen habe und aus denselben Gründen ein treuer Gefolgsmann König Olafs geworden sei, den er früher bis zum Tode gehaßt hätte. Aber gelegentlich wird deutlich, daß es auch sehr reale Gründe für die Annahme des Christentums gegehen hat, die dem Helden durchaus bewußt waren. Im Kap. 41 der Laxdaela schmiedet Kjartan nach seiner Taufe Sommerpläne und erwägt eine Fahrt nach England. Er begründet das damit, daß für christliche Handelsleute dort vorzügliche Geschäftsmöglichkeiten bestünden. Auf jeden Fall ist Kjartan bereit, sich die Vorteile seines Übertrittes zunutze zu machen.
  12. Olafs saga helga c. 113.
  13. Auf die Bekehrungsfolgen verweist Bernhard Kummer in seinem Buche „Midgards Untergang“. Die Wirkungen auf die Volksüberlieferung sind für bestimmte Einzelgebiete besprochen in meinen ,.Grundlagen des Hexenwahnes“ (Leipzig 1936) und in meinen Aufsätzen „Das wütende Heer und der wilde Jäger“ (Bausteine zur Geschichte, Völkerkunde und Mythenkunde, Bd. VII, 1937) und „Wandlungen der Heldensage; Dietrich von Bern in der Hölle“ (1942, S. 9 ff.).

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ergänzend: DER JESUS VON NAZARETH  und hier Die christliche Lehre kam aus dem Norden. und hier VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN .und hier Die vorchristlichen Ursprünge des Christentums .und hier Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld und hier Die Christianisierung und hier Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums und hier Die Christianisierung Nordgermaniens und hier Die Deutschen – ein auserwähltes Volk  und hier  Die Religion der Germanen

Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums

Ortung der Götter

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Rabbi Jesus bar Abbas („Sohn des Herrn“)

Das Jesus-Bild der Evangelien

Da weder ein persönliches schriftliches Zeugnis von Jesus – sein hebräischer Name lautet Joshua bar Joseph (Jahwe hilft, Sohn des Joseph) – vorliegt, noch Ohren- oder Zeitzeugen sein Leben, Wirken und Sterben glaubhaft bekunden können, die vier >Standard-Evangelien< von den Juden Matthäus, Lukas, Markus und Johannes (?) zusammengestellt wurden und es sich selbst bei den ältesten Texten um Abschriften von Kopien handelt, also das Zustandekommen der Berichterstattung über den >Messias< mit dem Namen Jesus weitestgehend im Dunkeln liegt, ist die historische Tatsache von hoher Bedeutung, daß mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach unserer Zeitrechnung durch den späteren Kaiser Titus der erste Religionskrieg der uns bekannten Menschheitsgeschichte zu Ende ging. Erst danach, etwa 40 Jahre nach der Kreuzigung des Rabbi Jesus, entstand eine sich in vielen Aussagen widersprechende Berichterstattung, die einer sauberen einheitlichen Interpretation im Wege steht. Bei dem Versuch, die menschlich-irdische Existenz des Rabbi Joshua bar Joseph, genannt Jesus, in Anlehnung an die vier Evangelien nachzuzeichnen, kann es sich prinzipiell nicht um die Wiedergabe von historisch-objektiv nachweisbaren Ereignissen handeln, sondern nur – wie die kirchenchristlichen Theologen sagen – um ein jeweilig subjektives Glaubensbekenntnis der Evangelisten.

Zunächst bestimmt die vom Propheten Jesaja (vgl. 7,14) vor mehr als 500 Jahren angekündigte Geburt des >Messias< die Berichterstattung. Der >Messias<, ein typisch hebräischer Begriff, der nicht wörtlich übersetzt, sondern nur sinngemäß umschrieben werden kann, muß laut biblischen Zeugnissen aus dem Hause Davids und Aarons stammen. Die Einmaligkeit des >Messias< kommt auch dadurch zum Ausdruck, daß er als >Gesalbter< (griech. christos: gesalbt) ein weltlicher König und der religiöse Befreier Israels in einer Person sein muß. Dieser Prophezeiung hat Jesus bekanntlich nicht entsprochen, was selbstverständlich nicht erst mit seiner Kreuzigung bestätigt wurde; abgesehen davon, daß Jesus sich selbst niemals unmißverständlich als >Messias< im Sinn der hebräischen Bibel bezeichnet hat. Mit hoher Wahrscheinlichkeit haben die Evangelisten auch deshalb alles erdenklich Mögliche an Verheimlichung und Verfälschung getan, den Rabbi Joshua als den von ihnen erwarteten >Messias< in seiner einmaligen Göttlichkeit gegenüber allen anderen Menschen abzugrenzen und zugleich hervorzuheben. Erst die moderne Religionswissenschaft in Verbindung mit der Archäologie, der Sprach- und der Geschichtsforschung ermöglichten die Aufdeckung unzähliger absichtlicher Verfälschungen einschließlich unbewußter, übersetzungsbedingter Irrtümer in den uns überlieferten Texten, insbesondere in den Evangelien. Einige besonders prägnante Beispiele mögen dieses bezeugen: So verlegt der Evangelist Lukas die Geburt des Joshua bar Joseph (Jesus) nach Bethlehem, einem Ort in der Provinz Judäa, weil nach dem Selbstverständnis der Jerusalemer Priesterschaft in den Provinzen Samaria und Galiläa keine Juden lebten, aber der >Messias< laut Jesaja „im jüdischen Land“ geboren sein muß. Weiter ist in den Evangelien – desgleichen in der Apostelgeschichte (2,22) – die Formulierung >Jesus von Nazareth< zu lesen, obwohl es den Ort Nazareth um jene Jahrhundertwende noch gar nicht gegeben hat und er erst 250 Jahre später geschichtlich nachgewiesen werden kann. Andererseits sprechen die Evangelisten aber auch von Jesus, dem Nazarenen. >Nazarener< dürfte die sinngerechte Übersetzung sein, denn im griechischen Urtext steht nazoraion (z. B. Matth. 2,23) – ein >Nazoräer< oder ein >Nazarener<.

Mit der Behauptung von der widernatürlichen >Jungfrauengeburt< muten Matthäus und Lukas – und später offiziell auch die katholische Kirche – der Welt ein unglaubwürdiges Dogma (griech.: unwiderlegbarer Glaubenssatz) zu. Diesem Glaubenssatz liegt folgender Sachverhalt zugrunde: Der Evangelist Matthäus (vgl. 1,23) beruft sich eindeutig auf die Ankündigung des Propheten Jesaja, wenn es bei ihm heißt: >Siehe, eine Jungfrau ist schwanger und wird einen Sohn gebären.< In der griechischen Fassung des Jesaja-Textes, in der Septuaginta, steht an dieser Stelle das Wort >parthenos< für Jungfrau, und niemand hat es offenbar versucht (oder gewagt?), das hebräisch aufgezeichnete Original hinsichtlich der angeblichen Jungfrauengeburt zu Rate zu ziehen. Die Jungfrauengeburt ist nämlich keine originale Formulierung des Matthäus, sondern er zitiert lediglich Jesaja 7,14, allerdings nach der griechischen Übersetzung aus dem 3. vorchristlichen Jahrhundert.

Im hebräischen Urtext heißt es bei Jesaja keineswegs >Jungfrau< (hebr.: betula), sondern Junge Frau< (hebr.: alma). Es sind also im Gegensatz zum Deutschen zwei im Klang völlig verschiedene Wörter, so daß die Möglichkeit einer Wortverwechslung ausscheidet. Die vermeintliche Jungfrauengeburt zog naturgemäß weitere Verfälschungen nach sich. So erregt es kein Erstaunen, wenn über die Familienangehörigen von Jesus nur spärliche und z. T. irreführende Mitteilungen überliefert werden. Daß Jesus (>Halb<-)Geschwister hatte, wird in den Evangelien zugestanden, aber schon die Herkunft seiner Eltern wird verschwiegen. So war sein Vater Joseph ein Rabbiner, seine Mutter Maria die Tochter eines Rabbiners und Maria Magdalena nach dem Philippus-Evangelium seine >Lebensgefährtin<. Aus dieser ehelichen Gemeinschaft gingen selbstverständlich mehrere Kinder hervor; und erst der Religionsphilosoph Schalom Ben-Chorin macht darauf aufmerksam, daß es vor 2000 Jahren für eine unverheiratete Jüdin ausgeschlossen war, >monatelang einem Wanderprediger nachzulaufen<.

Die durch die Bibel überlieferten Evangelien wurden im Laufe von nahezu zwei Jahrtausenden derart oft gezielten Veränderungen unterworfen, daß vor allem wegen der vielen widersprüchlichen Worte des >Jesus als Christus< häufig eine eindeutige Unterscheidung zwischen jüdisch-jahwistischem und unjüdisch-christologischem Gedankengut mit Schwierigkeiten verbunden, ja, mitunter sogar unmöglich ist. Es drängt sich folglich der berechtigte Verdacht auf, daß sowohl die Evangelisten als auch die im Entstehen begriffene >Christensekte< und spätere alleinseligmachende römisch-katholische Kirche< während der 300 Jahre dauernden äußeren und inneren – nicht nur theologisch begründeten – Auseinandersetzungen mittels Textfälschungen von Anfang an dafür sorgten, daß die ideelle bzw. religiös-ideologische Bindung an das Mosaische Gesetz nicht verlorenging.

Die folgende Gegenüberstellung von ausgewählten widersprüchlichen Zitaten aus den Evangelien soll diesen Verdacht erhärten:

Beispiele als Ausdruck typisch mosaisch-jahwistischen Denkens: >Ich bin nicht gekommen, um das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen.< (Matth. 5,17) > Gehet nicht auf der Heiden Straße, sondern zu den verlorenen Schafen Israels.< (Matth. 10,5) >Doch jene meine Feinde, die nicht wollen, daß ich über sie herrschen sollte, bringt her und macht sie vor mir nieder. < (Lukas 19,27) >Meint ihr, daß ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage, nein, sondern Zwietracht.< (Lukas 12,51), Beispiele als Ausdruck typisch unjüdisch-christologischen Denkens: >Ihr habt gehört, daß gesagt ist: Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen. Ich aber sage euch: Liebet Eure Feinde.< (Matth. 5,43/44) >Ich bin der Weg, das Leben und die Wahrheit; niemand kommt zum Vater denn durch mich.< (Joh. 14,6) >Da aber die Pharisäer hörten, daß er den Sadduzäern das Maul gestopft hatte, versammelten sie sich.< (Matth. 22,13) >Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr das Himmelreich zuschließt vor den Menschen.< (Matth. 22,13) >Jesus sagte zu den Juden: Ihr stammt aus dem Teufel als Vater, und wollt nach den Gelüsten eures Vaters tun. Dieser war ein Menschenmörder von Anbeginn; er steht nicht in der Wahrheit, weil in ihm nicht Wahrheit ist.< (Joh. 8,43/44) >Niemand redete offen von ihm (Jesus Christus) aus Furcht vor den Juden.< (Joh. 7,13)

Der neutestamentliche Paulus

Paulus gilt in der Christenheit seit nahezu 2000 Jahren als Kronzeuge dafür, daß Jesus für alle Menschen der >Christus< sei. Jeder, der sich einige Kenntnis erworben hat über das Zustandekommen des christlichen Glaubens und über die institutionalisierte Hüterin des Glaubens, die >alleinseligmachende römischkatholische Kirche<, weiß, daß der durch ein persönliches, irrationales Erlebnis in ein rationales System gebrachte christliche Glaube nicht jesuanischer, sondern paulinischer Herkunft ist. Aus eben diesem Grund ist die Frage berechtigt, was wir denn eigentlich über die Person mit dem Namen Paulus (lat.: der Kleine) und sein religiöses Schrifttum in Form von dreizehn Briefen wissen. Eine erste, spontan gegebene Antwort könnte lauten: Es handelt sich um einen Juden, der hebräisch Schaul (der Erhabene) und römisch Saulus hieß. Er war einer der schärfsten Verfolger der ersten Gemeinde von >Juden-Christen<, soll in der Nähe von Damaskus durch Jesus persönlich >bekehrt< worden sein, unternahm mehrere Missionsreisen durch das Mittelmeergebiet von insgesamt ungefähr 8.000 km Länge und wurde als Gefangener nach Rom gebracht, wo er vermutlich um das Jahr 60 unserer Zeitrechnung starb.

Diese ersten Informationen erhalten wir nicht aus zeitgenössischen Zeugnissen, sondern aus der Apostelgeschichte des Lukas, die schätzungsweise erst rund zwanzig Jahre nach dem Tod von Paulus verfaßt worden ist. Für jemand, der in Glaubensfragen an möglichst historisch gesicherten Fakten interessiert ist, bedeutet dieser Sachverhalt gewiß eine Enttäuschung. Kann ein Bericht, der obendrein mit einer ausführlichen Beschreibung der leiblichen Himmelfahrt des Rabbi Jesus beginnt, überhaupt den Anspruch erfüllen, eine historisch echte Quelle zu sein? Jede Kritik an einem schriftlichen Dokument muß bei der Urheberschaft beginnen. Das bedeutet im Hinblick auf die Apostelgeschichte: Sie ist weder von Paulus selbst verfaßt, noch vom ihm diktiert, noch von einem Zeitzeugen aufgeschrieben worden, auch nicht teilweise von einem Begleiter des Paulus auf seinen Missionsreisen. Infolgedessen drängen sich zwangsläufig arge Bedenken an der Glaubwürdigkeit der Berichterstattung des Lukas auf. Einige schwerwiegende Zweifel seien genannt: die Bekehrung bei Damaskus, die außergewöhnlichen Geschehnisse, die damals als Wunder bezeichnet wurden: Krankeilheilungen, die Befreiung aus dem Gefängnis durch Engel, die Rettung in der römischen Arena vor der Zerfleischung durch Löwen, das Überleben nach mehrtägiger Schiffbrüchigkeit und anderes mehr. Die Glaubwürdigkeit der Apostelgeschichte als Ganzes wird auch dadurch geschmälert, weil keiner der erwähnten Namen in irgendeiner neutestamentlichen Schrift auftaucht. (Gleiches gilt für die Namen in den paulinischen Briefen!) Auch für das bedeutsamste Geschehen der Apostelgeschichte, die persönliche Ansprache durch Jesus, auf der Paulus seine Christologie aufbaute und der nicht nur die römisch-katholische Kirche Heiligkeit zuspricht, existiert kein Zeuge. Unmittelbar hierzu gehört auch der Zweifel an der Echtheit des Auftrags, die Heiden zu lehren und zu bekehren, der nur eine persönliche Erfindung des Paulus sein kann, da sich Jesus mit diesem Auftrag selbst widersprochen hätte. Es bleibt allein die weltgeschichtlich höchst bedeutsame Tatsache bestehen, daß sich Saulus/Paulus durch eine persönliche Entscheidung vom grausamen Verfolger >jesuanischer Juden-Christen< zum fanatischen Verfechter und Missionar seiner eigenen Christologie umfunktionierte.

Aus der Apostelgeschichte erfahren wir weiter, daß Paulus nach seiner Genesung sogleich nach Jerusalem reiste, um aus Glaubensgründen den Oberhäuptern der dortigen >Gemeinde der Juden-Christen, Petrus und Jakobus, zu begegnen, und es sofort zu heftigen Streitereien kam, die später zum völligen Zerwürfnis führten. Der Grund war das neue Messiasverständnis des Paulus. Er interessierte sich nämlich überhaupt nicht für die (religiöse) Lehre und das Wirken des Rabbi Jesus, sondern einzig und allein für die Kreuzigung und den auferstandenen Jesus als >Messias<.

Die sich über rund zehn Jahre hinziehenden Auseinandersetzungen endeten auf dem >Apostelkonzil< im Jahre 48 mit der Spaltung in >Judenchristen< und >Heidenchristen<. Seitdem predigten Jakobus, ein leiblicher Bruder des Jesus, Petrus und andere den Juden in Palästina weiter den >jesuanischen Messias< und Saulus/Paulus den Juden und Nicht-Juden seinen eigenen >Christus< in der übrigen damals bekannten Welt. Die Anhänger des >paulinischen Christus< nannte man griechisch nunmehr >christianoi<, und so heißen sie noch heute. Im Brief an das kriegerische Bergvolk der Galater lesen wir, daß sich Saulus/Paulus nach dem Empfang seiner >Offenbarung< nicht sogleich nach Jerusalem, sondern für drei Jahre (!) nach Arabien begeben haben soll. Welche Information ist denn nun geschichtlich wahr: die von eigener Hand geschriebene oder von Lukas ungefähr 40 Jahre später an die damalige Weltöffentlichkeit weitergegebene? Welchen Glaubwürdigkeitsgrad, so müssen wir weiter fragen, besitzen die aufgeschriebenen Worte und Taten des ersten christlichen Missionars und >Theologen<, wenn dieser behauptet, er habe seine Ausbildung zum Pharisäer in Jerusalem durch einen der berühmtesten Schriftgelehrten (Gamaliel) erhalten, aber in der gesamten antik-jüdischen Literatur nirgendwo von einem abtrünnigen >Gamaliel-Schüler< die Rede ist?

Ein anderer Zweifel richtet sich gegen die Behauptung in der Apostelgeschichte, Paulus sei autorisiert gewesen, >Judenchristen< zu verhaften. Hierzu sagt der jüdische Religionsphilosoph Pinchas Lapide, Paulus habe kein Recht besessen, die Verfolgung der >Judenchristen< vorzunehmen, zumal Damaskus zu der Zeit nicht der Gerichtsbarkeit der jüdischen Zentralverwaltung, dem sog. Synhedrion, unterlag. Und schließlich ist zu fragen: Warum verschweigt der Schreiber der Apostelgeschichte sämtliche Paulus-Briefe? Kannte er sie nicht? Hat er sie aus einem bestimmten Grund nicht erwähnt? Oder gab es die dreizehn Briefe überhaupt noch gar nicht, stammen sie also von einem anderen Verfasser, der sie erst viel später schrieb?

Anstatt weitere negative Kritik an einzelnen Textstellen der Apostelgeschichte zu üben, sei der evangelische Theologe Hermann Detering zitiert: „Die Apostelgeschichte, gleicht, wie man seit langem in Theologenkreisen weiß, in vieler Beziehung eher einem phantastischen wunderbaren Roman als einer geschichtlichen Darstellung, auch wenn sich ihr Verfasser in dem Vorwort den Anschein des Historikers gibt und den Gepflogenheiten antiker Historiker in seiner Darstellung folgt. Bei der Darstellung von Person und Werk des Apostels gehen Irdisches und Himmlisches, Geschichtliches und Legendäres darin wunderbar und ununterscheidbar durcheinander.“

Vergleicht man die Apostelgeschichte mit den paulinischen Briefen, so ist unübersehbar, daß in der Wortwahl, der Begrifflichkeit, dem Stil, der Ausdrucksweise und den theologischen Aussagen ganz erhebliche Abweichungen bestehen. Vor allem aufgrund der zahlreichen Widersprüche inhaltlicher Art entsteht der Eindruck, als handele es sich um zwei verschiedene Paulusse. Der an Objektivität interessierte Leser der Briefe jedenfalls nimmt mit Verwunderung zur Kenntnis, wie sich der Autor mitunter einer überheblichen Selbstdarstellung bedient, die ebenso wenig ins Bild paßt, wie er sich phantastischer Taten rühmt, seine Lebensweise ohne die übliche christliche Demut< zur Nachahmung empfiehlt, einzelne Christen-Gemeinden in übelster Weise beschimpft, theologisch stark voneinander abweichende Thesen aufstellt und sogar behauptet, er sei in der römischen Arena der Zerfleischung durch Löwen entkommen. Darüber hinaus fragt sich nicht nur der zweifelnde Christ, wie es denn um die Echtheit des berühmten Römerbriefes steht, wenn sein Verfasser kurz vor seinem Romaufenthalt einen der längsten Briefe der gesamten antiken Literatur schreibt, obwohl er bald Gelegenheit haben wird, in Rom der >Christengemeinde< persönlich zu begegnen, und er diesen Brief sogar mit einem Rückblick auf die Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 schreibt, nachdem er selbst doch bereits seit zehn Jahren tot ist! Auch sei gefragt: Wie paßt in diesen zeitlichen Rahmen die Verbannung der Juden und >Christen< aus Rom im Jahre 49 durch den Kaiser Claudius?

Schließlich sei die Frage gestellt: Warum schweigt die frühchristliche Literatur länger als ein Jahrhundert nicht nur über den paulinischen Anspruch auf göttliche Autorität, sondern auch über seine gesamte apostolische Tätigkeit? Selbst bei berühmten antiken Autoren wie Plutarch (gest. 120), Pausanias (gest. um 190), Aulus Gellius (gest. um 170) und Lukian (gest. 180) findet sich kein Wort über den >Völkerapostel Saulus/Paulus<. Des Rätsels Lösung lautet: Sämtliche dreizehn Briefe sind Fälschungen und erst in der Mitte des 2. nachchristlichen Jahrhunderts formuliert worden. Das ist nunmehr eine nachgewiesene geschichtliche Wahrheit. Dem schon genannten Theologen Hermann Detering kommt das Verdienst zu, mit seiner Schrift Der gefälschte Paulus eine nicht zu widerlegende Dokumentation erarbeitet zu haben. Mit überzeugender Logik und wissenschaftlicher Genauigkeit weist er nach, daß derselbe Marcion, den die >römisch-katholische Christengemeinde< im Jahre 144 exkommunizierte und der danach eine eigene Kirche gründete, die bis ins 6. nachchristliche Jahrhundert vor allem im östlichen Mittelmeerraum Bestand hatte, mit (an) Sicherheit (grenzender Wahrscheinlichkeit) der Verfasser der angeblich von Saulus/Paulus geschriebenen Briefe ist. Die Entlarvung der Paulus-Briefe als Fälschung hat insofern eine weitere Bedeutung, weil mit ihr das allerletzte >Heilige Dokument der 27 neutestamentlichen Einzelschriften den Anspruch auf direkte oder indirekte apostolische Verfasserschaft verliert. Handelt es sich doch um dieselbe apostolische Verfasserschaft, die ursprünglich die Voraussetzung für die Aufnahme in den Schriftenkanon des NT bildete.

Ein Christentum ohne eigene Identität

Wegen der zahlreichen unaufhebbaren Widersprüche zwischen dem Neuen Testament bzw. der >christlichen Bibel< und der hebräischen Bibel besteht eine unüberbrückbare Kluft, deren formale Überwindung ebenso wenig durch ideologisch-dialektisches Argumentieren beseitigt werden kann wie die inhaltliche Unvereinbarkeit von >Jahwe< und >seinem eingeborenen Sohn< Joshua bar Joseph, genannt >Jesus der Christus<: hier der grausame jüdische >Gott Jahwe<, dort die unjüdische >Christusinkarnation<! Zwar war Erlösung der zentrale jüdische Begriff der damaligen Zeit, aber kein rechtgläubiger Jude dachte im Entferntesten an die unjüdische Erkenntnis, >Jahwe< würde für ihn seinen einzigen Sohn als Verbrecher ans Kreuz schlagen lassen. Auch die Behauptung, das AT sei eine Art Vorstufe des Christentums, ist schlichtweg falsch. Denn >was christlich ist, kann man aus dem AT nicht ersehen<, sagt z.B. auch der anerkannte Erforscher des frühen Christentums A. von Harnack. Darüber hinaus besteht eine zweite unüberbrückbare Kluft, nämlich die zwischen dem Jesus des Evangeliums und dem Christus, den die Kirche verkündet. Diese religiös-spirituelle Kluft beschreibt Johannes Lehmann wie folgt: „Wenn Kirche und Theologie wirklich den historischen Jesus meinten, dann müßten sie mehr von Gott und weniger von Rabbi J. reden. Statt dessen >verkünden< sie einen verdunkelten und verzerrten, durch Geschichte und Tradition entstandenen >Christus<, in dem sich Rabbi J., wenn überhaupt, nur mit Erstaunen oder mit Entsetzen wiedererkennen würde. Sie sprechen vom Erlöser und vom Auferstandenen; sie nennen ihn Sohn Gottes, der unsere Sünden trägt; den Vermittler, Versöhner und Herrn; sie bekennen noch heute im Glaubensbekenntnis, er sei von einer Junofrau geboren und in den Himmel aufgefahren, sitzend zur Rechten Gottes – und nicht bei einem einzigen Wort würde Rabbi J. sich wiedererkennen und sagen: Ja, das bin ich.“

Die Vermutung, die Evangelisten hätten den Rabbi Joshua von Geburt an zu einer übernatürlichen Person in der paradoxen Doppelfunktion als >Jüdischen Messias< und als >unjüdischen, griechischen Christos< hochstilisiert, erfährt eine moderne Bestätigung, wenn in der >Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift< aus dem Jahre 1980 das berühmte Wort: >Dieses ist das Blut des Neuen Bundes<, (Matth. 26,28) verkürzt wiedergegeben wird mit >Dieses ist das Blut des Bundes<. Die Übersetzungskommission, die sich aus Theologen und Sprachwissenschaftlern unter der geistlichen Supervision von Bischöfen (griech.: Aufseher) beider Kirchen bzw. Konfessionen zusammensetzte, berief sich bei ihrer Übertragung – dieser Textstelle – des >Neuen Testaments< offensichtlich auf die hebräische Bibel (2. Buch Moses, 24,8), wo es heißt: „Da nahm Moses“ (nach einem Brandopfer) „das Blut und besprengte das Volk damit und sprach: Seht, das ist das Blut des Bundes, den der Herr mit euch macht über allen diesen Worten.“

Zweifellos sprach Jesus mit seinen >12 Jüngern< hebräisch bzw. aramäisch und nicht griechisch, die Ursprache der Evangelien. Wie so häufig steht manvor einem unlösbaren Problem. Bei den drei Evangelisten Matthäus, Lukas und Markus ist nämlich gemäß der >Interlinearen Übersetzung< wörtlich übereinstimmend die Rede von >aima mou tes diathexes<, das heißt auf deutsch >mein Blut< – bzw. >Blut mein< – >des Bundes<. Die Wiedergabe der vielleicht wichtigsten jesuanischen Aussage ohne >mein< kann nur eine gezielte Verfälschung sein und läßt aus diesem Grund keine andere Interpretation zu als die, daß Jesus als Christus [!] anläßlich der Stiftung des >Abendmahles< im nachhinein ein Gedanke unterstellt wird, den er nicht gedacht und auch nicht ausgesprochen hat, sondern den der Religionsstifter Moses vor (damals) ca. 1200 Jahren in Worte gekleidet haben soll. Die Kirche selbst ist es also, die ihren >Christus< zu einer Art Erfüllungsgehilfen des Moses degradiert und ihn damit verrät. Deutlicher kann die auch heute noch offenbar gewollte (religiöse) Bindung des >Neuen Testamente an das >Mosaische Gesetz< wohl kaum zum Ausdruck gebracht werden. Oder mißtrauen etwa alle für die Übersetzung verantwortlichen Bischöfe der Berichterstattung der drei synoptischen Evangelien?

Vom religiösen Glauben zur politischen Macht

Der durchaus lange Zeitraum von 300 Jahren, das heißt von der Kreuzigung des Rabbi Jesus bis zum Konzil in Nicäa des Jahres 325, der für die Konstruktion eines dogmatischen Glaubensbekenntnisses benötigt wurde, spricht nicht nur allein für die heftigen theologischen Auseinandersetzungen, ja: Streitereien, innerhalb der >Christensekte<; und die geistigen Kämpfe hätten ganz gewiß noch länger angedauert, wenn nicht der Kaiser Konstantin der Verfälschung des >Urchristentums< – bildlich gesprochen – die Krone aufgesetzt hätte, um auf diese Weise die >Christensekte< in den Rang einer Staatsreligion zu erheben.

Wie konnte es zu dieser weltgeschichtlich einmaligen Verbindung, ja: Kopplung, von Staat und >Religion< kommen, so daß die Geschichtswissenschaftler, und nicht nur diese, über Jahrhunderte gezwungen waren, von einem Staatschristentum statt von einem christlichen Staat bzw., nach der Auflösung des römischen Weltreichs, jeweils von christlich geprägten Staaten zu sprechen? Die historisch verbürgte und daher glaubwürdige Antwort auf diese Frage lautet: Die Bevölkerung des damaligen römischen Weltreichs betrug um 300 nach unserer Zeitrechnung schätzungsweise 50 Millionen Menschen, von denen höchstens 15 Millionen, also knapp 30%, >Christen< waren. Diese >Christen< waren über den gesamten Mittelmeerraum und somit über viele Länder verstreut. Sie bildeten zwar eine Minderheit ohne Führung und Einfluß und wurden wegen ihrer Rituale teilweise vom Staat bekämpft, bildeten aber andererseits – modern politisch gesprochen – ein großes Wählerpotential. Der Kaiser Konstantin war ein grausamer Staatsmann und ein ebenso rücksichtsloser Eroberer, der sich sein Weltreich in vielen Kriegszügen erkämpft hatte. Er mußte daher versuchen, dieses Riesenreich zwischen Schottland und >Kleinasien< möglichst von inneren Kämpfen freizuhalten, wenn es nicht verhältnismäßig schnell wieder zerbrechen sollte. Zudem war es unnötig, über ein Viertel der Bevölkerung zum Gegner oder gar zum Feind zu haben und diese Menschen lediglich deshalb zu verfolgen, weil sie die göttlichen Staatssymbole nicht anerkennen wollten. Es ist ein Brief des Kaisers an einen gewissen Anullinus erhalten, in dem Konstantin bekennt, was ihn zu der Tolerierung der >Christensekte< veranlaßt hat. Unter anderem heißt es in diesem Brief, „die Mißachtung des christlichen Gottesdienstes habe dem Staat große Gefahr, seine Wiederaufnahme und Pflege hingegen Glück und Segen gebracht.“ Es war demnach der staatsmännische Wille, der Konstantin der Kirche zuführte, nicht die Frömmigkeit des Herzens, so muß die Nachwelt urteilen.

Die im Laufe von drei Jahrhunderten nach und nach sich als Kirche hierarchisch organisierende >Christensekte< stellte inzwischen eine so große Macht dar, daß sie fähig war, unter Umständen des Kaisertum zu stürzen. Darum galt es für Konstantin, sich mit dieser Macht zu verbinden. Aus seiner Sicht konnte das politische Ziel nur die Verstaatlichung des Christentums und nicht die Verchristlichung des Staates sein. Wie war es möglich, daß diejenigen, die eben noch das religiös begründete Martyrium auf sich nahmen, um der Vergottung des Staates im römischen Sinn zu widerstehen, sich nun plötzlich einem Kaiser unterwarfen, den seine Lobredner noch immer mit göttlichen Attributen überschütteten und der sich, während er noch Tempel baute, dreist als Stellvertreter Christi< feiern ließ, so müssen wir mit Johannes Lehmann fragen.

Als der Kaiser Konstantin im Jahre 324 nach kriegerischen Handlungen auch das oströmische Reich beherrschte, war er sofort bemüht, einen folgenschweren Streit in der ägyptischen Stadt Alexandria zu schlichten. Es ging dort um das höchst wichtige Problem, ob das >Christentum< an dem von Moses eingeführten Monotheismus des Judentums, aus dem ja auch Jesus hervorgegangen war, festhalten wollte, oder ob eine >Drei-Götter-Lehre< eingeführt werden sollte; genauer gefragt: War der jüdische Wanderprediger Jesus, der vor 300 Jahren zum >Christus< erklärt wurde, selbst ein Gott oder nicht? Nach den vorhandenen >christlichen< Quellentexten, die von gewissen >Kirchenvätern< willkürlich zu einem Kanon zusammengestellt worden waren, ist er es nicht. Saulus/Paulus und die vier Evangelisten nannten ihn den >Sohn Gottes<. Diese Bezeichnung bedeutete jedoch zu jener Zeit nichts anderes, als daß ein Mensch ein besonderes Verhältnis zu >Gott< hatte. Jesus selbst jedenfalls bezeichnete sich niemals als Gott. Es wäre ohnehin die schlimmste Lästerung gewesen, denn für die Juden gab und gibt es nur den einen Gott mit den verschiedenen Namen Jahwe, Jehova, Adonai und El Shaddai u.a., den der sterbende Jesus am Kreuz vertraulich mit >Abba< (Papa) angesprochen haben soll. Selbst dann, wenn wir eins der angeblichen letzten Worte des sterbenden Jesus für wahr halten, wie sie von den biblischen Evangelisten, ohne selbst Ohrenzeugen gewesen zu sein, nach bestem Wissen und Gewissen (?) überliefert werden, läßt sich aus ihnen keine Gottessohnschaft im Sinne einer Wesensgleichheit herleiten. Als Nachweis hierfür mögen die entsprechenden Zitate dienen:

Johannes-Evangelium 19,30: „Da nun Jesus den Essig genommen hatte, sprach er: Es ist vollbracht! Und neigte sein Haupt und verschied!“ Lukas-Evangelium 23,46: „Und Jesus rief laut und sprach: ‚Vater, ich befehle meinen Geist in Deine Hände’. Und als er das gesagt hatte, verschied er.“ Matthäus-Evangelium 27,46 und Markus-Evangelium 15,34: „Um die neunte Stunde rief Jesus laut und sprach: ‚Mein Gott, mein Gott, warum hast Du mich verlassen?’“

Der Gedanke der Trinität, das heißt die >göttliche Dreieinigkeit Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist<, ist nicht jüdisch-christlichen Ursprungs, sondern wir finden ihn geschichtlich nachweisbar schon Jahrhunderte früher. Beispielsweise kennen die indischen >Religionen< einen >Dreieinigen Gott<, die Griechen das Prinzip der heiligen Dreizahl unter ihren Göttern; Martial, ein römischer Dichter um 38-102 nach unserer Zeitrechnung, nannte den Hermes Trismegistos – den dreimal großen Hermes – denjenigen, der >allein ganz und dreimal einer< war; der Dionysoskult kannte die Dreiheit von Zagreus, Phanes und Dionysos, und im damaligen Italien wurden Jupiter, Juno und Minerva als Einheit gesehen, und so weiter. Origenes, der bedeutendste christliche Theologe der ersten drei Jahrhunderte, hatte noch gelehrt, daß Jesus Christus nicht mächtiger sei als der Vater, sondern geringer an Macht: „Wir lehren dies, indem wir seinen eigenen Worten glauben, wo er sagt: ‚Der Vater, der mich gesandt hat, ist größer als ich.’“ (Job. 14,28)

In Nicäa kam es im Jahre 325 zu der größten Versammlung, die das >Christentum< bzw. die >Christensekte< bis zu diesem Zeitpunkt gekannt hatte. Über 300 Bischöfe waren von den rund 1000 aus dem Riesenreich auf Einladung des Kaisers zusammengekommen. Eusebius von Cäsarea (um 265-339) verfaßte nicht nur die erste Kirchengeschichte dieses >Christentums< und eine Biographie des Kaisers Konstantin, sondern auch ein (Verlaufs-)Protokoll des Konzils. (Heute spricht man in Kirchenkreisen von Bischofskonferenzen und Synoden.) Aus dem Protokoll erfahren wir unter anderem, daß der Kaiser im byzantinischen Pomp erschien, und daß die bezahlten (!) Lobredner seinen Auftritt mit den Worten überliefern: „Wie ein Engel Gottes strahlte er in der feurigen Glut des Purpurs und dem Glanz von Gold und kostbaren Steinen. Alle seine Begleiter überragte er an Größe, Schönheit und Würde (…) Er schritt bis zur vordersten Reihe der Plätze, wo mitten in der Versammlung ein Goldsessel für ihn bereitgestellt war (…) Konstantin hielt eine Rede und mahnte zu Frieden und Eintracht.“Seine Methode, Frieden zu stiften, war einfach. Beschwerde- und Streitschriften ließ er ungeöffnet verbrennen, damit keinem Menschen der Streit der Priester bekannt wurde. Auch sonst griff der Kaiser ständig in die Verhandlungen ein, obwohl er gar nicht den Vorsitz führte. Der Hauptstreit ging um einen einzigen Buchstaben, um ein >i<. Der schon erwähnte Eusebius von Cäsarea hatte gerade dem Konzil das Taufbekenntnis seiner Gemeinde vorgelesen, in dem unter anderem Christus als der >Erstgeborene< und >Einziggeborene< bezeichnet wird, der vor aller Zeit vom Vater >gezeugt< worden sei. „Man bekannte einen >Herrn Jesus Christus<, das Wort Gottes, Gott aus Gott, Licht aus Licht, Leben aus Leben, den einzig geborenen Sohn, den Erstgeborenen der ganzen Schöpfung, vom Vater gezeugt, vor allen Äonen geboren …“ Auf diese Formulierungen hatten sich die anwesenden Bischöfe geeinigt. Da griff plötzlich der Kaiser ein und verlangte zur Überraschung der Konzilteilnehmer eine völlig neue Definition. Er hatte dafür ein griechisches Wort, das auf dem Konzil noch nicht gefallen war: >homousios< (wesenseins). Es bedeutet hier, daß Rabbi Jesus als >Christus< wesenseins mit Gott sei, also selbst ein Gott. Aber genau das bestritten die Anhänger des Presbyters (griech. urchristlicher Gemeindeältester) Arius aus Alexandria. Für Arius war der Rabbi Jesus nur das vornehmste aller Geschöpfe, >homoiusios<, das heißt als Geschöpf nur gottähnlich. Von einem >i< hing es also ab, ob das >Christentum< in der Gestalt der künftigen >alleinseligmachenden römisch-katholischen Kirche< an den Aussagen des Apostels Saulus/Paulus und der vier (Standard-)Evangelisten Matthäus, Lukas, Markus und Johannes über das Menschsein des jüdischen >Messias< festhalten wollte, oder ob >man< den Prozeß der Verfälschung durch eine Art Schiedsspruch, einen Menschen zu einem Gott zu erklären, auf die Spitze treiben wollte; anders gesagt: Von diesem >i< hing es ab, ob sich die künftige >alleinseligmachende römisch-katholische Kirche< von dem einen Gott (Jahwe), an den offenbar auch der Rabbi Jesus geglaubt hatte, d.h. also vom Judentum trennen würde oder nicht. Das Konzil von Nicäa entschied so, wie es der Kaiser Konstantin verlangte: Es machte 300 Jahre nach der Kreuzigung des Rabbi Jesus aus einem Wanderprediger einen Gott, der >homousios<, wesensgleich, mit Gott war. Am 19. Juni 325, vier Wochen nach Beginn des Konzils, mußten alle anwesenden Bischöfe auf Anordnung des Kaisers Konstantin unterschreiben. Ergänzend dazu ist bei Johannes Lehmann zu lesen, daß der Kaiser Konstantin nach dem Konzil an die Gemeinde in Alexandria einen Brief schrieb, in dem es unter anderem heißt: „Die Übereinstimmung der 300 Bischöfe ist nichts anderes als das Urteil Gottes“; aber es war eben ein vom Kaiser manipuliertes >Urteil Gottes<: Von den 1000 Bischöfen seines Reiches hatte er überhaupt nur 300 eingeladen; vermutlich diejenigen, die am wenigsten Widerstand leisten würden. Es >ergab< sich, daß sie fast alle aus dem eben eroberten Ostreich stammten und Orientalen waren. Aus ganz Westeuropa waren nur sieben Bischöfe gekommen. Der amtierende Papst mit Namen Sylvester war gar nicht selbst in Nicäa erschienen, sondern hatte aus Rom lediglich zwei Vertreter geschickt. Nach dieser Pseudoabstimmung war der Weg endgültig frei für eine scheinbar unanfechtbare Formulierung des Glaubensbekenntnisses, in dem interessanterweise die Jungfrauengeburt< nicht erwähnt wird, was wohl in späteren Zusätzen ebenso korrigiert wurde wie der fehlende Hinweis auf die Kreuzigung unter Pontius Pilatus, die man dem Kaiser zuliebe oder auf sein Drängen hin weggelassen hatte, denn sonst wäre die Schuld am Tod Jesu eindeutig zu Lasten eben jener Römer gegangen, deren Kaiser Konstantin war.

Die Schafe verfolgen die Wölfe

„Die Tatsache, daß die Christen im römischen Reich teilweise verfolgt wurden, darf nicht zu der Annahme verleiten, die >Alte Welt< sei gegenüber jeglicher Religionsausübung intolerant gewesen“, schreibt der Schweizer Theologe Robert Kehl. Das Gegenteil war nämlich der Fall. Sowohl die Griechen als auch die Römer waren sehr viel toleranter als die Christen. Das lag vor allem an der Verehrungspraxis ihrer eigenen Götter, einem Polytheismus (griech. poly: mehr; theos: Gott). Der tiefere Hintergrund dieser toleranten Haltung der Römer – wie immer, wenn sie denn bei einem Volk üblich ist – gegenüber jeder Religion bildete die Tradition des Althergebrachten. So waren die Römer beispielsweise ursprünglich der Ansicht, der römische Bürger dürfe nur seine eigenen, das heißt die Götter Roms verehren, was andererseits natürlicherweise einschloß, daß andere >Staaten< und >Städte< andere Götter hatten. Denn jeder Mensch sollte die Götter seiner Heimat verehren, weil das Gemeinwesen nur dann stark und gesegnet sein könne. Dieser Glaube stand natürlich in krassem Widerspruch zum Judentum und somit auch zur >Christensekte<. Ein weiterer Vorbehalt der Römer gegenüber der >Christensekte< bestand in der Furcht, die Götter des Vaterlandes könnten sich rächen, wenn ihnen nicht in Form des traditionellen Kultes die schuldige Ehre zuteil würde. Außerdem befürchteten die Römer, dem Staat könnten aus neuen religiösen Kulten gewisse Gefahren erwachsen; denn die Verachtung der römischen Götter bedeutete in der damaligen Zeit zugleich die Verachtung des Staates. Es sei in diesem Zusammenhang daran erinnert, daß der sich über 200 Jahre hinziehende römisch-jüdische Krieg erst mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 durch Titus endete, und die >Christensekte<, zunächst nur aus Juden bestehend, sich nach und nach immer mehr unter den NichtJuden verbreitete. Weil die Juden außer ihrem eigenen Gott >Jahwe< alle anderen Götter für bloße Chimären (Ungeheuer der griechischen Sage) oder böse Dämonen hielten, wurde der römische Staat in seinem Lebensnerv getroffen und reagierte dementsprechend: Es begann der erste Religionskrieg der Weltgeschichte.

In der antiken Welt hatten die vielen Religionen in ausgesprochener Harmonie zusammengelebt, und erst das >Christentum<, eine (vermeintliche) Religion der Nächsten- und Feindesliebe [!], hat diese Harmonie zerstört und statt dessen den religiösen Unfrieden gebracht, der in der Antike so gut wie unbekannt war. Mitentscheidend für den jahrhundertelangen religiösen Frieden war die Tatsache gewesen, daß die innerhalb des römischen Weltreichs praktizierten Religionen und Kulte keine Dogmen, also keine verbindlichen, unwiderruflichen Lehren, kannten. Der zerstörende Charakter der >Christensekte< sowohl gegen den römischen Staat als solchen, als auch gegen die griechisch-römische Kultur insgesamt bestand in ihrem Absolutheitsanspruch, und das nicht nur in Glaubensfragen. Trotzdem ließen die römischen Kaiser die >Christen< immerhin 250 Jahre lang gewähren, und manche Kaiser hatten sie sogar geschützt. Bei dem schon zitierten R. Kehl lesen wir im Zusammenhang mit der von den Christen so beklagten, angeblich grausamen Verfolgung: „Zu dem historischen Begriff gehört nämlich, daß es sich bei dem bezüglichen Vorgehen entweder um eine Bestrafung der Christen für ihr Christsein oder für die Praktizierung und Propagierung ihrer religiösen Grundsätze, oder eine Maßnahme zur Niederschlagung oder wenigstens zur Eindämmung des Christentums handelte. Weder das eine noch das andere traf hier zu. „ Es ist weiter anzumerken, daß es mit zur Verfälschung der Geschichte des >frühen Christentums< (gemeint ist die Zeit bis zum nicäischen Konzil) gehört, die heidnisch-römischen Kaiser wären mehr oder weniger von Haß erfüllte Scheusale gewesen. In Wirklichkeit war ein großer Teil der Kaiser den Christen gegenüber freundlich gesinnt. Die meisten von ihnen waren sogar eher ihre Beschützer als ihre Verfolger. Mit der Erhebung der Glaubensinhalte der >Christensekte< zur römischen Staatsreligion war ein erster heimlicher Machtanspruch verwirklicht worden, denn das soeben formulierte Glaubensbekenntnis erhielt noch einen Zusatz im Sinn einer Strafandrohung. Dieser Zusatz lautete: „Die aber, welche sagen: ‚Es gab eine Zeit, da er nicht war’, und: ‚Bevor er erzeugt wurde, war er nicht’, und: ‚Aus Nichtseiendem wurde er geschaffen’, und die behaupten, entweder aus einer anderen Wesenheit oder geschaffen oder wandelbar oder veränderlich sei der Sohn Gottes – die verdammt die Katholische Kirche.“ Die Entscheidung, die Lehre von der Dreieinigkeit mit in das Glaubensbekenntnis aufzunehmen, kam ja nicht von ungefähr, sondern war eine Folge theologischen Denkens im Sinn einer absichtlichen, nicht unmittelbar überprüfbaren Konstruktion und ist vor allem, nicht aus den sog. >neutestamentlichen< Schriften ableitbar. Mit Nachdruck muß deshalb betont werden, daß mit der Dogmatisierung des Rabbi Jesus zum >Christus einmaliger Göttlichkeit< die Theologie begann, sich zu verselbständigen. In der Sprache unserer Zeit ausgedrückt heißt das >Ideologisierung eines religiösen Glaubens<. Die Theologen behaupten zwar auch heute noch, sie orientierten sich ausschließlich an der Bibel, aber sie gehen mit unverrückbaren Vorurteilen an ihre Quellen heran und lesen das heraus, was sie hinein zu lesen wünschen. In Bezug auf die Trinitäts-Formel >Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist< sagt der US-amerikanische Theologe Hugh J. Schonfield, sie „ist eine Verballhornisierung der paulinischen Glaubenslehre“; während es Goethe in dichterischer Form taktvoller ausdrückt: ‚Jesus fühlte rein und dachte nur den einen Gott im Stillen; der ihn selbst zum Gotte machte, kränkte seinen heiligen Willen.“

Schon 16 Jahre nach dem nicäischen Konzil begann die schrecklichste und Jahrhunderte währende Zeit der Heiden- und Ketzerverfolgungen, als Kaiser Konstantin II. mit dem Beinamen >Nostra Mansuetudo< (lat.: Unsere Sanftmut) ein Edikt erließ, das der Väterreligion vollkommen den Garaus machen sollte. Die soeben staatlich anerkannte Religionsfreiheit für die >Christen< schlug um in den Vorsatz, jegliche Konkurrenz auszurotten. Diesem Edikt des Jahres 341 folgte am 27.3.380 ein Gesetz, das die beiden amtierenden Kaiser Gratianus (Weström. Reich) und Theodosius (Ostreich) erließen und das mindestens die gleiche folgenschwere Bedeutung haben sollte wie das Gesetz, das den christlichen Glauben zur Staatsreligion erklärte: „Wir wollen, daß alle Völker, welche die Leitung unserer Gnade lenkt, in der Religion leben, die der göttliche Apostel Petrus, wie die von ihm gewiesene Religion bis jetzt beweist, den Römern überliefert hat. Wir gebieten, daß diejenigen, welche diesem Gesetz folgen, den Namen >Katholische Christen< beanspruchen dürfen, die anderen aber, die wir für unsinnig und verrückt halten, den Schimpf ketzerischen Dogmas trafen, daß ihre Versammlungsorte nicht den Namen von >Kirchen< führen und daß sie zunächst durch die göttliche Strafe, dann aber auch durch die Rache unseres Eintretens, das uns durch den Willen des Himmels übertragen ist, getroffen werden.

Ein weiterer Höhepunkt der Verfolgungen wurde im 6. Jahrhundert erreicht, als der christliche Kaiser sämtliche Heiden für besitz- und rechtlos erklärte, damit sie „aller Habe beraubt dem Elend ausgeliefert sind“. Was danach folgte, ist zur Genüge bekannt: die grausame Ausbreitung des christlichen Glaubens in Mittel- und Nordeuropa, von der Kirche Missionierung genannt, und eine damit verbundene Umwertung aller Werte im Sinn einer Relativierung sämtlicher menschlicher Bewußtseinsinhalte, das heißt, entweder wurden diese für unwichtig erklärt oder aber mindestens in Sinn und Bedeutung umgepolt – Leben und Sterben gehören dem >Herrn<; es gibt nur ein auf >Christus< bezogenes Denken und Handeln; eine Höherentwicklung der individuellen Seele gibt es ebenso wenig wie ein schöpferisches Universum. Die Lebensbejahung wird ins Gegenteil, in die Lebensverneinung verkehrt. Jeder Versuch des Menschen, als ein auf Gemeinschaft angewiesenes Lebewesen sein Leben dennoch eigenständig zu deuten und zu gestalten, wird als sträflich betrachtet, ins >Jenseits< verlagert und ist ausschließlich von der Gnade des >Herrn< abhängig. Gewissen, Freiheit, Liebe, Verantwortung, Treue und Ehre sowie Würde der Lebensgemeinschaften Ehe, Familie und Volk verlieren ihre bisherige existentielle Bedeutung, ja: sind seit dem >Opfertod Christi< null und nichtig. Künste sind nur insoweit zugelassen, als sie der Verherrlichung Gottes (Jahwe) dienen. Naturwissenschaften und Philosophie sind außerhalb kirchenchristlichen Denkens unzulässig. Überhaupt ist alles Denken verboten, sofern es nicht im >christlichen Geist< geschieht: Und was >christlich< ist, bestimmt die Kirche. Folglich ist dem französischen Soziologen Albert Bayet vorbehaltlos zuzustimmen, wenn er urteilt: „Was im Grunde mit der Kirche des 4. Jahrhunderts siegte, das ist weder die Vorstellung eines gerechten und guten Gottes noch der Erlösungsgedanke, denn alle diese Vorstellungen fanden sich auch in anderen Religionen; es ist die Intoleranz, die die Rechte des Geistes den Rechten des Schwertes unterwirft. Diese beiden Prinzipien belasten auch noch unsere Zeit aufs schwerste.“

Das Wesen dieses Christentums charakterisierte schon 200 Jahre früher Friedrich der Grosse, auch der >Alte Fritz< genannt, ohne die Kenntnis der Ergebnisse der Bibelforschung des 19. und 20. Jahrhunderts, in seinem Testament, das er für seinen königlichen Nachfolger niederschrieb, mit den folgenden Worten: „Das Christentum, ein altes metaphysisches Märchen, voller Wunder, Widersprüche und Widersinn, aus der glühenden Einbildungskraft des Orients entsprungen, hat sich über Europa verbreitet. Schwärmer haben es ins Volk getragen, Ehrgeizige sich zum Schein davon überzeugen lassen, Einfältige es geglaubt, und so hat dieser Glaube das Antlitz der Welt verändert.

Die Legende vom christlichen Abendland

hexenhammer_wasserprobe Mit nur wenigen anderen Begriffen ist seit Jahrhunderten so oft und so gern Politik gemacht worden, wie mit dem des „christlichen Abendlandes“. Dabei gab (und gibt es noch) vielfältige Variationen des Themas: Da ist die Rede von der „christlich-abendländischen Kultur“, die es zu verteidigen gelte, vom „christlichen Erbe unseres Kontinents“ und schliesslich von der „christlichen Zivilisation“, deren weltweite Ausbreitung auch Indern, Indianern, Papuas und Buschmännern, Chinesen und Eskimos Glück und Segen bringen solle. Die Folgen dieser christlich-abendländischen Propaganda sind allgemein bekannt: Blutige Kriege wurden von ihr angeheizt, in denen christliche Priester beider Konfessionen die Waffen für den Kampf gegen sogenannte „Ungläubige“ segneten.

Ganze Völker überall in der Welt wurden unterworfen und zwangsweise zum Kreuz bekehrt, ihre jahrtausendealten eigenen Kulturen und Religionen brutal unterdrückt. Und in Europa selbst loderten jahrhundertelang die Scheiterhaufen der Hexen-, Ketzer- und Bücherverbrennungen, und wurden zahllose Menschen um Haus, Hof und Heimat gebracht, um der seltsamen Konstruktion einer christlich-abendländischen Kultur zur Durchsetzung zu verhelfen.

Europa, das „Abendland“, wurde als „christlich“ definiert und getreu dem Satz, das nicht sein kann, was nicht sein darf, musste alles beseitigt werden, was der Gleichsetzung von Abendland und Christentum widersprach.

Und es widersprach so vieles!

Heute, in einer Zeit, in der die Macht der Institution Kirche angeschlagen, und unser Wissen um die geschichtliche Wirklichkeit gewachsen ist, stellt sich das „christliche Abendland“ zunehmend mehr als eine Fiktion, ein propagandistisches Konstrukt, eine Legende mit schlimmen Folgen dar, nach deren Entstehung und Konsequenzen wir uns zu fragen haben. Die Wurzeln der christlichen Religion liegen in Vorderasien, die Bibel, als zentrale Quelle der christlichen Lehre, ist in weiten Teilen die Überlieferungssammlung einer alten vorderasiatischen Volksreligion, des Judentums. Entstanden als jüdische Sekte unter den besonderen Bedingungen der römischen Herrschaft in Palästina, ist das Christentum in seinem Kern und in seiner ursprünglichen Form durch diese ethnischen, räumlichen und zeitlichen Entstehungsbedingungen geprägt. Religion und Kultur sind stets abhängig von den spezifischen Denkstrukturen und Mentalitäten des Volkes, dem sie entspringen, wobei diese wiederum von Vererbung, Überlieferung, konkreter geschichtlicher Erfahrung und geographisch-klimatischen Bedingungen geprägt werden. Mit der Geringschätzung der Natur, der Abwertung der Frau und dem Glauben an jenseitige Erlösung entsprach die christliche Lehre in wesentlichen Punkten den traditionellen Volksreligionen des vorderasiatischen Raumes und der dort bis heute vorherrschenden Mentalität. Ihre im Gegensatz zu anderen Glaubensrichtungen innerhalb des Judentums betont sozialutopische und egalitäre Tendenz, die in der Lehre von der völligen Gleichheit aller Menschen vor dem Richterstuhl des über und jenseits der Welt stehenden Gottes gipfelte, liess die christliche Religion vor allem bei den Unterschichten des römischen Imperiums, bei den auf Erlösung harrenden Sklaven, neue Anhänger gewinnen.

Selbstverständlich stand das Christentum mit seiner von den vorderasiatischen Ursprüngen geprägten Lehre im scharfen Widerspruch zu den Volks- und Stammesreligionen der Römer, Griechen, Kelten, Slaven, Balten und Germanen, d.h. der Völker indoeuropäischer Wurzel, die sich – bei aller Unterschiedlichkeit im einzelnen – gerade durch ein tiefes Gefühl der Eingebundenheit in die Natur, die hohe Achtung der Frau in ihrer natürlichen Rolle, den Gedanken der Selbsterlösung durch die Tat und den Glauben an eine der Natur und der Welt innewohnende, also nicht ausserhalb von ihr stehende, Göttlichkeit auszeichnete. Von diesen Ausgangsbedingungen waren die christliche Religion und die europäischen Volksreligionen von Anfang an einander diametral entgegengesetzt, und das Denken der europäischen Menschen war dem Christentum völlig fern. [newpage] Erst im vierten Jahrhundert, unter dem römischen Kaiser Konstantin dem „Grossen“, gelang es der christlichen Lehre, zur beherrschenden Religion im Imperium Romanum zu werden. Mit ausschlaggebend hierfür war die Tatsache, dass die alte römische Volksreligion in dem hunderte von Völkern und Stämmen umfassenden Reich, keine Integrationskraft mehr besass, und ihre Träger, die eigentlichen Römer, selbst unter führenden Schichten des Reiches nur noch eine Minderheit darstellten. Mit seinem universalen, ethnische Besonderheiten nicht nur ignorierenden, sondern bewusst nivellierenden Anspruch, bot sich das Christentum als neue, integrationsfähige Staatsreligion an. In der Folgezeit begann dann die Missionierung Mittel-, Nord- und Osteuropas, die eine genauere Betrachtung verdient. Die Christianisierung lief fast überall nach gleichem Schema ab: Ein Fürst oder König trat zum christlichen Glauben über, wobei in zahlreichen Fällen hierfür politische und machtstrategische Überlegungen und keinesfalls eine „innere Bekehrung“ ausschlaggebend waren. Vor allem bei den Germanen war es dann das alte Prinzip der „Gefolgschaftstreue“, durch das auch seine Männer und ihre Familien in den Schoss der Kirche geführt wurden.

Als erster germanischer Stamm nahmen 416 n.Ztw. die linksrheinischen Burgunder das Christentum an, 430 folgten die rechtsrheinischen Burgunder, 488 die Sweben und 498 die Franken unter König Chlodwig I. Im 6. Jahrhundert wurden dann die Goten christlich. Die formale Taufe bedeutete dabei zunächst noch wenig, und viele der alten heidnischen Sitten und Bräuche lebten fast unverändert weiter fort. Als Bonifatius 723 die Donareiche fällte, geschah das in Hessen, einem Land, das bereits vorher formal dem Christentum zugefallen war, ohne dass dies an der Lebensweise seiner germanischen Bewohner zunächst viel geändert hätte – Kreuz und Irminsul standen eine ganze Zeitlang nebeneinander. Am Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts erfolgte die Christianisierung der Sachsen zwischen Ems und Elbe, Eider und Harz, wobei die Hinrichtung von über 4000 sächsischen Kriegern und Edlen in Verden an der Aller im Jahre 782 ein deutlicher Hinweis darauf ist, mit welcher Härte die Widerstände dieses germanischen Stammes gegen seine Unterwerfung und Bekehrung gebrochen werden mussten. Erst im 11. Jahrhundert setzte dann die Christianisierung der Nordgermanen und der britannischen Angelsachsen ein. In Norwegen war es Olaf der Heilige, der von 1016 bis 1028 regierte, der den neuen Glauben mit Gewalt und gegen scharfe Widerstände einführte. In Schweden zogen sich die Kämpfe zwischen den christlichen Gauten und den weiterhin heidnischen Svear Uplands sogar noch bis 1125, also bis ins 12. Jahrhundert, hin. Spät erfolgte auch die Christianisierung Osteuropas.

hexe_flugblatt Erst 966 trat der polnische Herrscher Mieszko I. zum Christentum über, wofür auch nicht die innere Überzeugung, sondern die machtpolitisch motivierte Heirat mit der böhmischen Prinzessin Dubrawka ausschlaggebend war. Aus dem 11. Jahrhundert wird aus Schlesien und Böhmen selbst von heidnischen Aufständen berichtet – wohlgemerkt: in einem Kernland Europas und mitten im vielzitierten „christlichen Mittelalter“. Ungarn wurde erst Anfang des 11. Jahrhunderts christlich, und im russischen Grossfürstentum Kiew entschloss man sich zwar 987 zur Annahme der christlichen Religion durch das Herrscherhaus, doch mussten die Untertanen noch massenhaft und recht unsanft zur Zwangstaufe in den Don getrieben werden. Auch hier waren wieder machtpolitische Gegebenheiten bestimmend gewesen, die sich die Kirche geschickt zunutze gemacht hatte: Die Heirat des Kiewer Grossfürsten WIadimir I. mit der byzantinischen Prinzessin Anna. Nach wie vor dem Christentum verschlossen blieb dagegen Litauen, und noch bis ins 15. Jahrhundert hinein zog sich der Abwehrkampf der Litauer zur Verteidigung ihrer Volksreligion hin – d.h., bis in die Zeit kurz vor Kolumbus‘ Amerikafahrt hielt ein ganzes europäisches Volk am heidnischen Glauben fest und wurde von der Christianisierung noch nicht erfasst. Aus dieser kurzen historischen Übersicht wird bereits deutlich: Die Christianisierung Nord-, Mittel- und Osteuropas war ein Prozess, der rund 1000 Jahre in Anspruch nahm, ehe alle Gebiete des Kontinents auch nur formal, d.h. durch Übertritt des jeweiligen Herrschers zur Kirche und die Proklamation des Christentums als Staatsreligion, für den neuen, fremden Glauben gewonnen war. Bis ins späte Mittelalter und bis ca. 80 Jahre vor der Reformation hielten sich in Europa Territorien mit heidnischer Bevölkerung, Territorien, in denen das Christentum nur gegen starke Widerstände Fuss fassen konnte. Der Abschluss der ersten, formalen Christianisierung liegt also noch keine 600 Jahre zurück, davor aber liegt eine vieltausendjährige Epoche europäischer Kultur, die von allem anderen als der christlichen Lehre bestimmt war. Allein von dieser zeitlichen Dimension her ist die Gleichsetzung von europäischer Kultur und Christentum ein Unfug, der sich sehr schnell als reine Zweckpropaganda entlarvt.

Die formale Christianisierung eines Gebietes war überdies noch keinesfalls gleichbedeutend mit der tatsächlichen Annahme des christlichen Glaubens durch die jeweiligen Bewohner. Gerade über dieses Missverhältnis zwischen „offizieller“ Annahme des Christentums und tatsächlichem, kulturellem und religiösem Verhalten liefert eine neue Unterdisziplin der Geschichtswissenschaft, die historische Volkskulturforschung, in den letzten Jahren eine Fülle hochinteressanter Details, die das Gespinst des „Christlichen Abendlandes“ mehr und mehr als Legende erscheinen lassen. Bemerkenswert ist, dass diese neue Fachrichtung, die auch volkskundliche, religionswissenschaftliche und soziologische Aspekte in ihre Untersuchungen mit einbezieht, vor allem in England und Frankreich einen starken Aufschwung hat, in Deutschland aber teilweise noch starken Widerständen ausgesetzt ist. Hierzulande scheint es auch mehr als 40 Jahre nach Kriegsende nur unter Schwierigkeiten möglich zu sein, in historischen und volkskundlichen Fachkreisen auf heidnisch-naturreligiöse Kontinuitäten in der Volkskultur hinzuweisen. Allzu schnell kommt dann der Verweis auf ähnliche Bemühungen in der Zeit vor 1945, was einem wissenschaftlichen Verdammungsurteil gleicht. So lässt sich nach wie vor mit dem schlichten Satz „das haben die Nazis auch gemacht“ jeder ernsthaften wissenschaftlichen Diskussion aus dem Wege gehen.

Der britische Wissenschaftler Peter Burke gibt in seinem Buch „Helden, Schurken, Narren, europäische Volkskultur der frühen Neuzeit“ eine gute Übersicht darüber, wie wenig bzw. wie oberflächlich die Christianisierung auch noch nach dem Ende des Mittelalters in Europa Fuss gefasst hatte. So schreibt er: „Weder in Irland noch in Wales, Schottland oder der Bretagne war zu jener Zeit die keltische Mythologie oder der keltische Baumkult ausgestorben. In Teilen Skandinaviens war die nordische Mythologie erhalten geblieben. In den skandinavischen Alpen und in Lappland wurde noch im achtzehnten Jahrhundert der nordische Gott Thor verehrt, und der Donnerstag als Feiertag betrachtet. Nordische Mythen blieben in Skandinavien als Volksballaden erhalten. Am lebendigsten erhielten sich vorchristliche Kultformen in Litauen und in Russland. 1547 sollen die Litauer immer noch ihre alten Götter Perkuna, Laukosargas und Zemepatis verehrt haben. 1549 berichtete der kaiserliche Gesandte Herberstein, dass in der Gegend von Perm in Russland in den Wäldern immer noch Götzendiener zu finden seien, und dass der alte Donnergott Perun noch angebetet werde“. (S. 63 f.) Und noch zu der Zeit, als christliche Missionare bereits Mittel- und Südamerika, Indien und die afrikanische Westküste überfluteten, sahen sie sich in ihrem europäischen Hinterland mit Problemen konfrontiert, die denen in den neuen Kolonien durchaus entsprachen.

hexenverfolgung1 Burke schreibt dazu: „So predigten Jesuiten am Ende des 16. Jahrhunderts in Huelva, westlich von Sevilla und stellten fest, dass die Einwohner eher Indianern glichen, als Spaniern“. 1628 erklärte Sir Benjamin Rudyard im Unterhaus, es gebe Teile von Nordengland und Wales, „die schwach im Christentum seien, wo Gott kaum mehr bekannt sei, als unter den Indianern“. (S. 222) Ein französischer Kollege Burkes, Robert Muchembled, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. In einer grossangelegten Studie, die 1982 auch auf Deutsch unter dem Titel „Kultur des Volks – Kultur der Eliten“ erschien, befasste er sich mit der Volkskultur Nordfrankreichs zwischen dem 5. und dem 18. Jahrhundert und ihren Veränderungen. Er konstatierte dabei vor allem bei der Landbevölkerung eine Weltsicht, die sich wesentlich von der heutigen, aber auch von der damaligen kirchlichen, unterschied. So wurde die Zeit nicht als linear, sondern als zyklisch, geprägt vom Rhythmus der natürlichen Abläufe, empfunden, ein Zeitbegriff, der im krassen Widerspruch zum linearen, eschatologischen Denken des Christentums stand.

Dem zyklischen Zeitempfinden entsprachen bestimmte Festzyklen, die sich zwar oberflächlich am Kirchenkalender orientierten, von denen Muchembled aber sagt, dass sie „nicht oder nicht rein christlichen Ursprungs“ gewesen seien (S. 53). Sie hätten vielmehr „noch deutlich ambivalenten, dass heisst sowohl christlichen als auch heidnischen Charakter“ gehabt (S. 53). Mit dieser Tatsache verweist Muchembled auf die ja auch in Deutschland ersichtliche Tatsache, dass die Kirche nicht umhin konnte, die Feste der alten Volksreligion, etwa die Wintersonnenwende, aufzugreifen und allmählich in ihrem Sinne umzudeuten, um überhaupt einen Zugang zu der christlichem Denken fremd gegenüberstehenden Bevölkerung zu finden. Weiterhin verweist Muchembled auf die am Ende des Mittelalters noch völlig andere Stellung der Frauen: Sie waren es, „die einen zählebigen heidnischen Glauben von Generation zu Generation weitergaben“ (S. 63) und als Hüterinnen religiösen und volksmedizinischen Wissens grösste Achtung im Volk genossen. Erst im 16. und 17. Jahrhundert kam es dann zu einer Art zweiten oder „inneren Christianisierung, zur Ausmerzung der noch stark vorhandenen heidnischen Glaubenselemente und zur radikalen Durchsetzung der kirchlichen Normen. Ketzerprozesse, Hexenverfolgungen und eine strenge Reglementierung des Alltagslebens wie auch der Festkultur sind kennzeichnend für diese zweite Christianisierungsphase. Aus all dem wird ersichtlich, dass auch nach der, sowieso erst recht spät vollständig erfolgten, formalen Christianisierung Europas weite Teile der Bevölkerung in den einzelnen Ländern der christlichen Lehre gleichgültig bis schroff ablehnend gegenüber standen, und vor allem die Kultur der Landbewohner – und dies war die Masse der Bevölkerung – noch überwiegend von älteren, heidnischen bzw. volksreligiösen Traditionen und Denkvorstellungen geprägt war. Auch in dieser Hinsicht greift also das Schema vom „christlichen Abendland“ nicht.

Eine genaue wissenschaftliche Betrachtung der kulturellen Erscheinungsformen offenbart bis ins 17. und 18. Jahrhundert hinein in weiten Teilen Europas die Existenz und meist gar die Dominanz eines nichtchristlichen Glaubens, der sich auf die Gedankenwelt der vorchristlichen Volksreligionen gründete, wenngleich diese auch in ihrer ursprünglichen Form zerbrochen waren.

Wie aber sah es mit den Gebildeten in den Städten, mit Gelehrten, Schriftstellern, Künstlern und Forschern aus, mit den Personen also, an die man oft denkt, wenn von „abendländischer Kultur“ gesprochen wird? Gewiss sind uns aus dem frühen Mittelalter im wesentlichen Zeugnisse christlicher, ja, klösterlicher Kultur überliefert, so dass der Eindruck entstehen könnte, es seien Priester und Mönche gewesen, die den heidnischen „Barbaren“ überhaupt erst die Kultur brachten. Doch dieses, von der Kirche und der etablierten Geschichtsforschung gezeichnete Bild ist trügerisch: Auch die heidnischen Völker Alteuropas hatten eine Kultur auf hoher Stufe entwickelt, was z.B. jedem deutlich wird, der einmal die Erzeugnisse keltischer Goldschmiedekunst aus der mehr als zwei Jahrtausende zurückliegenden La-Tene- Zeit oder Produkte nordeuropäischer Metall-Kunsthandwerker aus dem ersten nachchristlichen Jahrtausend gesehen hat. Auch war die vorchristliche Kultur Europas durchaus nicht schriftlos und nur durch die systematische Zerstörung der heidnischen Schriftdenkmäler im Zuge der Christianisierung wurde dieser Überlieferungsstrang abgeschnitten. Verwiesen sei schliesslich auch auf die hochstehenden Kulturen der heidnischen Antike im Mittelmeerraum, die nach der Einführung des Christentums im römischen Reich keinesfalls eine neue Blüte erlebten, sondern vielmehr untergingen.

Seit dem Mittelalter zieht sich dann von Meister Eckehart über Kopernikus, Galilei und Giordano Bruno bis hin zu Goethe eine lange Reihe von Denkern durch die europäische Geistesgeschichte, die teils als offene Ketzer gegen die Lehren der Kirche wirkten und damit die Unabhängigkeit des Denkens gegen die klerikalen Fesseln verteidigten. Somit kann gerade die europäische Geistesgeschichte keinesfalls als Beweis für die Gleichsetzung des Abendlandes mit dem Christentum herhalten. Sie war, trotz aller unbestreitbaren und keinesfalls immer glücklichen christlichen Einflüsse vielmehr seit dem Mittelalter ein Schauplatz des Kampfes um geistige Freiheit gegen kirchliche Bevormundung. [newpage] Fassen wir das Gesagte zusammen, so ergibt sich: Die christliche Lehre fasste in Europa nur ganz allmählich, gegen heftige Widerstände und über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren hinweg, Fuss. Weite Teile Europas blieben bis ins Mittelalter, bestimmte Länder sogar noch Iänger, den alten Volksreligionen treu. In den formal christianisierten Ländern hielt sich noch bis weit in die Neuzeit bei weiten Teilen der jeweiligen Bevölkerung nichtchristliches Denken mit entsprechenden Konsequenzen für Glauben, Alltag und Festkultur. Und bereits seit dem Mittelalter begann sich unter den Gebildeten Widerstand gegen die Doktrinen der Kirche zu regen. Die Suche nach einer neuen, freien Religiosität begann. Über Europa hatte sich zwar nach und nach eine Schicht christlichen Denkens gelegt, doch unter der Oberfläche und vor allem in seinem Kern war dieser Kontinent stets anderen Traditionen verpflichtet. Das „christliche Abendland“ erweist sich somit als Legende, die zeitweilig für Propagandazwecke taugte, dabei nicht die wirkliche Geistigkeit der europäischen Völker beschreiben kann.

kopernikus Abschliessend stellt sich die Frage nach dem Heute und nach den Aufgaben, die Freireligiöse, Freigläubige, Unitarier und verwandte Gruppen haben. Die Macht der Kirchen ist heute in Deutschland nicht mehr die, die noch vor nicht ganz 100 Jahren bestand, sie ist sogar weit geringer, als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Insbesondere seit 1967/68 hat ein tiefgreifender Verhaltenswandel in der Bundesrepublik eingesetzt, zu dem eine starke Abwendung weiter Teile der Bevölkerung vom Christentum gehörte. Die statistisch anhand von Massenaustritten aus den Kirchen feststellbare Abwendung wird dabei noch übertroffen durch die innere Abwendung vom Christentum auch bei denjenigen, die aus Bequemlichkeit oder aus familiären bzw. beruflichen Rücksichten noch in den Kirchen verbleiben. Zustände wie noch vor wenigen Jahrzehnten, als die Bevölkerung vieler Dörfer und Städte noch zu fast 100 Prozent der gleichen Konfession angehörte und die Macht der Kirchengemeinde in der politischen Gemeinde entsprechend gross war, finden sich heute nur noch vereinzelt. Konfessionelle Durchmischung und Kirchenaustritte haben die Dominanz einer jeweils einzelnen Kirche fast überall gebrochen.

Hinzu kommt, dass die Kirchen, dabei insbesondere die evangelische, sich mehr und mehr säkularisieren und weltlichen Fragen, vor allem auf politischem und sozialem Gebiet, zuwenden. Dies geht mit einem rapiden Verfall der inneren, geistigen Substanz einher. Angesichts dieser Tendenzen könnte man bereits von einer „Entchristlichung“ der westdeutschen Gesellschaft sprechen, so dass das Christentum im Nachhinein als Episode in der Geschichte der Deutschen erscheint. Eine solche Betrachtung wäre jedoch zu optimistisch und zu voreilig. Mittlerweile nämlich ist das Christentum, ist christliches Denken, in der Form säkularer Heilsideologien wieder in die Köpfe zurückgekehrt. Beispiele dafür gibt es vor allem im politischen Leben genug. Der Wahn absoluter Wehrlosigkeit in weiten Teilen der Friedensbewegung, die heute überall anzutreffende Gleichheits- und Gleichmacherei- Ideologie, die moralisierende statt realistische Betrachtung zahlreicher politischen Fragen, die von überzogener Bussfertigkeit geprägte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, eine universalistische Weltsicht, die die Unterschiede der Völker und Kulturen leugnet – all dies sind Haltungen, die im Kern auf die Buss-, Demuts-, Schuld- und Erlösungsideologie des Christentums zurückgehen und von ihr weiterhin inspiriert werden. So sehr auch die formale Macht der Kirchen schwindet, so sehr ist ein Denken aus christlichen Ursprüngen – und damit letztlich ein natur- und realitätsfernes Denken – in weiten Kreisen von Politik und Gesellschaft verbreitet. Genau hier hat meines Erachtens eine zeitgemässe Arbeit freier Glaubensgemeinschaften anzusetzen. Die Zielvorgaben von einst, wie der Kampf um Geistesfreiheit gegen klerikale Bevormundung, die Freiheit der religiösen Sitten, Bräuche und Handlungen, der Kampf um freien Religionsunterricht, um das Recht auf Feuerbestattung – all dies tritt heute in seiner Bedeutung zurück, da es in mehr als hundertjährigem Ringen bereits weitgehend erreicht werden konnte.

Die neue Aufgabe, die sich allen freien Glaubensgemeinschaften stellt, ist die inhaltliche Gestaltung der erkämpften Freiräume und die Sinngebung für all diejenigen, die zwar die Kirchen verlassen, aber ihr religiöses Bedürfnis deshalb nicht verloren haben. Diese Aufgabe lässt sich nur in der Auseinandersetzung mit den christlichen Inhalten, dem christlichen Denken, bewältigen, ganz gleich, ob es in seiner traditionellen oder in seiner neuen, säkularisierten Form einherkommt. Nicht mehr die äussere, kirchliche Form des Christentums hat also im Vordergrund unserer Kritik zu stehen, sondern das, was an christlichem Denken auch die Köpfe zahlreicher Menschen beherrscht, die sich subjektiv durchaus als Nichtchristen verstehen. Voraussetzung hierzu aber ist, dass wir uns selbst über unser Welt- und Menschenbild und über unser Religionsverständnis klar werden und Suchenden klare Antworten auf brennende Fragen geben können. Das Bild der freien Religion muss wieder schärfer konturiert und für Aussenstehende eindeutiger fassbar werden. Es darf sich nicht in der Unverbindlichkeit eines verschwommenen Allerwelthumanismus verlieren. Schaffen die freien Glaubensgemeinschaften diese Umorientierung und neue Aufgabenbestimmung nicht, dann werden sie bald schon ihre Existenzberechtigung verloren haben. Dem gilt es entgegenzuwirken.

Ökologische Religion?

Germanenherz Die Christianisierung

„Mein Reich ist nicht von dieser Welt“. Wozu dann um Baumsterben sich kümmern, wozu für reine Luft, entgiftete Böden, reines Wasser sich einsetzen ? Ums Jenseits geht es ihm doch !

Es ist noch gar nicht so lange her, dass in christlichen Zeitungen darauf hingewiesen wurde, dass der technische Fortschritt nur durch das Christentum ermöglicht worden sei: Es habe die Natur entzaubert, Pflanzen und Mineralien zu Sachen gemacht, und damit die Voraussetzung für die Technik geschaffen. Heute sind die Stimmen verstummt. Angesichts der Umweltkrisen möchte man hieran auch nicht mehr erinnert werden. Statt dessen wird versucht, Jesus als ökologiebewusst darzustellen: Das Ur- Christentum sei eine ökologische Religion.

Dies Bemühen ist beispielsweise festzustellen in dem Buch von Hubertus Mynarek: „Ökologische Religion – ein neues Verständnis der Natur“ (Goldmann-Verlag 1986). Der Verfasser war ursprünglich katholischer Priester und Religionsprofessor, bis er 1972 aus der katholischen Kirche austrat. Mit Christus hat er aber nicht gebrochen. Seine Feindesliebe, sein Gleichheitsprinzip, sein Kampf gegen den Reichtum sei eine gute Voraussetzung für eine ökologische Religion. Nun, dass Jesus keinerlei Interesse für Umweltschutz entwickelt hat, ist schon aus seinem Wort zu ersehen: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“.Wozu dann um Baumsterben sich kümmern, wozu für reine Luft, entgiftete Böden, reines Wasser sich einsetzen ? Ums Jenseits geht es ihm doch !Dass Jesus im übrigen durchaus ungebrochen in der Tradition des alten Testamentes mit seinem Satz „Macht Euch die Erde untertan“ steht, ist aus einigen Stellen des neuen Testamentes zu entnehmen. So treibt er Dämonen beispielsweise aus und versetzt sie in eine Schweineherde, die er anschliessend ins Meer treibt, wo sie ertrinkt (Lukas 8, 26 – 39; Markus 5, 1 – 20; Matthäus 8, 28 – 34). Frage: Sollte es einem Gott nicht möglich sein, Dämonen auszutreiben, ohne dazu eine Schweineherde ertrinken zu lassen ? Typisch auch die Verfluchung des Feigenbaumes. Jesus hatte Hunger, ging zu einem Feigenbaum in der Hoffnung, dort Früchte zu finden, obwohl – wie es ausdrücklich heisst – es nicht die Zeit war, wo Feigenbäume Früchte zu tragen pflegten. Als er dann keine Früchte fand, verfluchte er den Feigenbaum, er solle künftighin nie mehr Frucht tragen; dieser verdorrte daraufhin auch (Markus 11, 12- 21; Matthäus 21, 18 – 22).

Franz von Assisi, der von den Christen als Schutzpatron der Tierschutzvereine und seit einigen Jahren auch des Umweltschutzes hochgelobt wird, verfluchte ausweislich seiner Lebensgeschichte eine Sau, die im Klostergarten untergebracht worden war und einem dort ebenfalls gehaltenen Lamme die Kehle durchgebissen hatte. Daraufhin sei das Tier verkümmert und gestorben. Augustus jammert darüber, dass die Menschen die Bergeshöhen betrachten und sich darüber selbst vergessen; sie sollen sich mithin nicht der Natur widmen, sondern ihrer Seele.

Hieraus ist schon ersichtlich, dass das Christentum als Grundlage für eine Natur-Religion nicht dienen kann. Eine vergleichbar negative Auffassung zur belebten und unbelebten Natur haben Islam und Judentum. Zu erinnern wäre an den „Sündenbock“, der von den Juden mit Sünden beladen wird, und sodann in die Wüste gejagt wird, damit er dort verdurste, oder an das tierquälerische Schächten von Tieren. Bäume und Tiere sind lediglich Sachen bei diesen beiden Religionen. Auch dem Buddhismus geht es im wesentlichen um die Erlösung von den Wiedergeburten und dem Eingehen ins Nichts, dem Nirwana. Eintreten für eine gesunde Umwelt hätte dort keine religiöse Grundbedeutung.

Im Hinduismus, den ebenfalls einige hier bei uns als vorbildlich sehen, werden manche Bäume und Tiere als heilig angesehen, andere nicht. Es gibt darin aber auch die Idee der Allgöttlichkeit. Daraus folgt, dass alles Gott ist, das Schlechte und Böse ebenso wie das Gute: nicht nur das saubere Wasser, die Luft und die Blumen sind Gott, sondern auch die Ölpest und das Waldsterben, mithin alles was geschieht – selbst die schlimmsten Verbrechen an Mensch und Natur sind „richtig“, weil göttlich.

Vergleichbare Schwierigkeiten ergeben sich beim Pantheismus mancher Romantiker hier bei uns, die alles als gottdurchseelt angesehen haben.

Soweit Hubertus Mynarek erklärt: „Ökologische Religion ist nur der Natur zugewandt und nichts anderem“, ist dies eine Einseitigkeit. Eine Religion muss sich ebenso mit den Menschen und ihren Beziehungen zueinander befassen, nicht nur mit dem Verhältnis des Menschen zur Natur. Besser ist schon die Forderung von Baldur Springmann, „Religio“ als Rückbindung an den Kosmos zu sehen, in Beziehung zu allen anderen lebenden Wesen und Lebenserscheinungen. Wie Ökologie oder Naturbewusstsein mit bestehenden Religionen (Christentum, Antroposophie, Islam, Buddhismus, Hinduismus u.a.) in Verbindung gebracht werden, und auch kritische Anmerkungen zu diesen Versuchen, ist dem von Holger Schleip herausgegebenen Sammelband: „Zurück zur Natur – Religion?“ (Verlag Hermann Bauer, 1986) zu entnehmen. Bei kritischer Durcharbeit zeigt sich, dass alle Versuche, aus fremden Religionen Lösungen für die Frage einer Bindung an die Natur zu finden, fehl gehen müssen, weil dort ganz andere Voraussetzungen vorliegen. Was in diesem Band fehlt, ist eine Ausarbeitung zum germanischen Heidentum, das eine Natur-Religion (aber nicht nur das) war. Unsere Vorfahren gingen – so wie wir jetzt auch – von natürlichen Grundtatsachen aus. Sie waren überzeugt von der Bipolarität alles Lebens (Freude und Leid, Licht und Schatten, Tod und Leben, Tag und Nacht, Wärme und Kälte u.a.). Sie sahen den Menschen in Abhängigkeit von der Natur und ihrem Kreislauf. Dieses Denken in Kreisläufen war wesentlich anders als das christliche Denken, das von einem Jahr O (der angeblichen Geburt Christi) gradlinig bis zum jüngsten Gericht eine Entwicklungslinie ziehen will. Das heidnische Denken lebte demgegenüber in dem Wechsel der Jahreszeiten und sah sich in Abhängigkeit von diesen.

Der heidnische Mensch nahm ferner sein Wesen als gegeben an; es ging ihm nicht darum, sich zu überwinden, das „irdische Jammertal“ zu fliehen, den eigenen Leib zu geisseln oder was dergleichen seelische Verirrungen sonst noch sind. Aus letzterem folgte eine Pflege des Leibes (Reinlichkeit, Körperertüchtigung, Wettkämpfe), aus ersterem ein religiöser Kult, von dem wir Reste noch heute im Brauchtum des Jahreslaufes finden. Dass einstmals die Sommersonnwendfeiern kultische Bedeutung hatten, ist daraus zu ersehen, dass heute diese Feuer als „Johannisfeuer“ von der Kirche umbenannt worden sind. Ebenso gab es Feuer zur Wintersonnenwende sowie an den Vollmonden nach den Tag- und Nachtgleichen im Frühjahr und Herbst, also zu Ostern und dem Herbstopferfest. Die germanische Religion stellte eine Verschmelzung der rein auf den Sonnenlauf ausgerichteten Religion der eingewanderten indogermanischen Schnurkeramiker einerseits, und der mutmasslich mutterrechtlich und deswegen wohl stärker auf den Mond orientierten Religion der Grosssteingrableute andererseits dar. Deswegen hatten die Germanen zwei der insgesamt vier Hauptfeste direkt an Sommer- bzw. Wintersonnenwende, zwei andere an den Vollmonden nach Tag- und Nachtgleiche. Wenn das überlieferte Brauchtum von Verfälschungen der letzten Jahrhunderte gereinigt wird, ferner wieder zu den alten Tagen mit dem alten Sinngehalt durchgeführt wird, macht dies unsere Einbindung in die Natur deutlich.

„Warum in die Ferne schweifen …“. Wenn bei dem sich nunmehr abzeichnenden religiösen Neubesinnen versucht wird, statt des Christentums andere Religionen des Ostens oder indianische Religionen hier als vorbildlich einzuführen, so kann auch dies nur in die Irre weisen. Wenn es in anderen Religionen manche Züge gibt, die wir gutheissen und uneingeschränkt bejahen können, so wird es doch immer – ganz einfach weil sie von andersrassigen Menschen geschaffen wurden – Abweichungen zu unseren Auffassungen geben, die nur mit Gewalt oder Verbiegungen mit unseren Gedanken in Einklang gebracht werden könnten. Deswegen wäre denjenigen, die nach Natur- Religion oder ökologischer Religion suchen, gedient, wenn sie den Ratschlag eines Indianers beherzigen würden, der auf die Frage, was wir hier machen sollten, sagte: „Nach den eigenen Wurzeln suchen“. Dies machen wir, und dementsprechend ist unsere Küre 6 des Artbekenntnisses gestaltet. Unsere Einbindung in Natur und Kosmos ist damit deutlich gemacht. Wie die anderen Küren zeigen, ist diese Einbindung in die Natur aber nur ein Teil unseres religiösen Selbstverständnisses. Eine Religionsgemeinschaft muss umfassend Antwort auf wichtige Lebensfragen geben. Wir sind deshalb davon überzeugt, dass die Artgemeinschaft denjenigen nordischen Menschen, die sich religiös neu binden wollen, eine bessere Heimat sein kann als jede andere Religionsgemeinschaft.

Die christliche Lehre kam aus dem Norden

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So daß, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.“

Goethe.

Ja, wir behaupten und können es erweisen: Die christliche Kirche oder besser die christliche Lehre, nahm nicht ihren Ausgangspunkt von Palästina, sondern ist eine Urschöpfung der untergegangenen atlantischen Kultur. Sie gelangte über die Reste jenes Weltteils Atlantis zuerst nach Irland und Schottland, dann nach Osten weiter, und gleichzeitig nach Westen zum amerikanischen Festlande. Die alte ägyptische Kultur einerseits und die alten amerikanischen Kulturen der Inkas, der Mayas und der Azteken andererseits sind die Eckpfeiler, die noch heute vom einstigen atlantischen Weltkulturbaue übrigblieben.

Die Alten wußten darum noch, wie wäre es sonst verständlich, daß wir in Mexiko bei seiner Entdeckung das ganze christliche Brauchtum vorfinden, wie es in der katholischen Kirche sich erhalten hat und in Tibet heute noch, Dinge, von denen man nicht gerne spricht, weil sie die Grundlagen des Lügengebäudes einer nahe-östlichen Herkunft des Christentums von noch nicht 2000 Jahren zu untergraben drohen.

Christentum und sein Mythos sind so alt als Menschen göttlichen Odems leben und denken können, viele hunderttausend Jahre reichen nicht, denn so alt ist die Gottes-Sohnschaft der Menschheit. Ur-arisch-atlantische Gotteserkenntnis und ihr heutiges Wurzelwerk haben sich am längsten lebendig erhalten im Norden Europas, wo die Pflanzstätten der Atlantis bis in unsere Zeitrechnung blühten auf Iona und der Insel Man. Von dort aus sind dann auch merkwürdigerweise die angeblich ersten „christlichen“ Missionare gekommen und wurde die erste christliche Kirche gegründet, die Culdeerkirche. Erst später im 7. und 8. Jahrhundert hat die römische Kirche das Segenswerk jener wahren Christen dem Geiste, der Haltung und der Lehre nach vernichten können. Die untergegangene Kirche des Nordens nahm das Geheimnis ihres Ursprungs mit in das Grab, das ihr die römische Machtkirche frühe bereitete, aber auch die abendländische Verzerrung der Christuslehre erlebt heute an sich die Wahrheit, daß sie wohl den Leib töten kann, aber nicht den Geist. Dieser heilige Wahrheitsgeist steht heute als ihr Herr und Meister auf und wird sie mit ihrem Wortdenken überwinden.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, Und nicht in dir, ging deine Seele dennoch hier verloren. Zum Kreuz auf Golgatha schaust du vergeblich hin, Hast du es nicht errichtet in deinem eignen Sinn.“
Angelus Silesius.

Aus dem „Welsch-„, dem Wälser-Lande führen drei Wege nach Norden, Osten und Süden, die durch die großartigen Steinsetzungen der Megalithgräber gekennzeichnet ist. Der erste zieht sich nach der Nord- und Ostseeküste entlang, springt nach Schweden und Norwegen über, geht dann an der Wolga entlang, um den Südostweg nach Indien zu suchen. Der zweite Weg zieht sich an der Küste Frankreichs südlich, von einem Hauptknotenpunkt in der Bretagne ab über Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Kleinasien, immer nahe der Küste. Der dritte Weg geht bis nach Spanien mit dem ersten gemeinsam, um dann nach Afrika überzusetzen und an seiner Nordküste entlangzuführen mit offenbar demselben Ziele zum fernen Osten.

Das war der Weg der Kultur von Westen nach Osten, der der arischen Wanderung folgte. Das Wort ex oriente lux hat insofern eine Berechtigung, als es sich um ein teilweises Zurückströmen einer Kulturwelle handelte in den folgenden Jahrtausenden, jedoch nicht anders als heute Vieles aus Amerika zu uns zurückfindet, was von uns dorthin getragen wurde. Olaf Kritzinger hat in einer geistreichen Arbeit über die Runen in Heft 17/18 der „Sonne“ eine Fülle von Anregungen gegeben. Er erwähnt darin auch die Insel Jona und ihre Bedeutung als Ausgangspunkt der atlantisch-arischen Erkenntnisse nach dem Untergang der letzten Reste der Atlantis, der Insel Poseidonis, wie sie Plato nennt. Jona ist das Mutterland der Jaones, des Joanes, der Jonier, die auch als Jawones auftauchen. Junier, Juno, Dione, Dion, Zion, Jon sind Ableitungen aus diesem Worte, das die Gehenden, mundartlich die,,Jehenden“ bedeutet. Die „Gehenden“ (gehen, jehen, to go) sind aber die irdischen Söhne der himmlischen Schrittmacher. Von diesen Göttersöhnen, die selbst zuweilen die Bezeichnung Sterne tragen, ruhen in Jonas Erde zweiundzwanzig Könige begraben.

Diese Sage aus der alten keltischen Dichtung ist so zu verstehen, daß das Wissen von 22 Königen, nämlich den 22 Ar-kana, was Sonnen-Kahne, Sonnen-Könige heißt, begraben liegt. Die 22 großen Arkanas sind die 22 Blätter aber des ägyptischen Tarots, jenes Kartenspiels, das in seinen insgesamt 72 Karten die Grundgedanken der Welt verhaftet birgt. Durch die Zigeuner ist es uns, in der Hand von Unwürdigen, überliefert, die immerhin damit außerordentliche Kenntnisse in Wahrsagen und anderer Zauberei verbinden konnten. Unsere 18teilige Runenreihe ist eigentlich als das Ur-Tarot anzusehen und es bleibt die Frage offen, ob die 18 oder die 22 die ursprüngliche Zahl ist. Auch das altgriechische Alphabet hat 22 Buchstaben und schließt mit dem Tau T, wie das Tarot mit dem Galgen T schließt, dem Ende, dem Tau, dem Tet, dem Tod, dem Tot, dem Ganzen!

So schließt auch Tyr-Christus , die zwölfte Rune den Tyr-Tier-Kreis des Lebens. Dieses Alphabet übernahmen auch die Semiten und in der Folge alle Völker der Erde. In der nordischen Heimat selbst versank das Wissen von den 22 Königen, den „Ar-kana“ von Jona, nur die Sage von 22 begrabenen Königen deutet noch auf den Ursprung dieser zweiundzwanziger Reihe aus diesem Fleckchen heiliger Erde. Aber die Kunde von der Druida, der Troja, der Torta, der Tortla, wie die Priesterschule hieß, blieb lebendig weit draußen in der Welt, so vor allem besonders rein in den Eleusischen Mysterien. Dortla, dorda, turtur ist die Turtel-Taube als das Sinnbild des Heiligen Geistes, der hier allgegenwärtig war.

Das sich im Worte Turtel die drehende balzende Bewegung des Täuberich ausdrückt, ist anzunehmen. So erklärt es sich, wenn der „Heilige Geist“ als der Dritte, das Schicksal-Wendende, der Drehende, der Drittelnde, der „Trittelnde“, der „Reinen Jungfrau“ Maria die Empfängnis des Gottessohnes ver-kündet, ver-kindet, was die Rune Kun, Keim, Kind ganz klar andeutet. Unter dem Sinnbild der Taube wurde der Schüler in das Tabernakel seines eigenen Astralkörpers, seiner Aura gestellt, um sich an ihr und den kosmischen Heilsströmen erfühlen zu lernen, die in ihn herniedergehen, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den von einem Jona-Hanes-Priester eingeweihten jungen Jesus herniederfährt. Columba = Taube zielt auf den selben Ursinn. Columban heißt nicht nur zufällig einer der ersten Missionare in Deutschland aus dem Heiligtum der Insel Jona. Col, cul deutet auf die zeugerische Weisheit der Rune Kun und das Öl, das Öl der Weisheit, der Einweihung, des Gesalbten, wovon auch die alten Cult-Orte ihre Namen haben wie Cöln, Kulm. Ulm (ohne K, aber dafür vermutlich ursprünglich mit dem H), Kölle-da, Culle dei, das von dem Iren Kilian „gegründete“. Nun wissen wir auch, warum im dritten „Buch der Könige“ erzählt wird, daß der mythische König Salomo, der Salman, der mit dem geschichtlichen Vater des David gerne verwechselt wird, „weiser gewesen sei als die Söhne des Machol und der Dordla.“ Diese Weisheit aber errang sich „Salomon“, wie es heißt, durch die Betrachtung des Sechssternes, des sogenannten Magen Davids, der aber, wie wir wissen, die umschriebene Hagall-Rune darstellt. Durch sie wurde er zum „Weisesten der Menschen“, erlangte Kenntnis höherer Welten und die magische Macht, die Magier-, Meisterschaft über ihre Bewohner.

Wie aber kam „Salomon“, das heißt der arische Salmann, in den Besitz des Sechssternes ? „Er hatte ihn aus einem Adlerhorste bekommen.“ Der Adlerhorst deutet auf den Aarhorst, auf den Arierhorst, den Sonnenhorst im Norden, der sicher auch eine Pflanzstätte in Palästina hatte, im Hermon-, Harmann-, Armann-Gebirge, wo noch im Mittelalter blonde Leute wohnten, mit denen die Kreuzfahrer sich auf „deutsch“ verständigen konnten. Mythos und Geschichte liegen hier in Schichten übereinander, die schwerlich mehr getrennt werden können, aber es bedarf nur dieser Hinweise, um zu erkennen, wie doch alles Geschehen der Erde auf den Arierhorst im Geiste zurückgeht.

Eine große nordische christliche Kirche verband schon im 4. Jahrhundert — bestand und „herrschte“ nicht wie die römische Kirche — weite Gebiete von dem Nordrand der Alpen bis nach Irland, Island und Grönland, von den Pyrenäen bis ins Thüringerland und darüber hinaus. Die Tatsache klärt manche Geheimnisse auf. Das Wotansopfer am Kreuze der Weltesche durch seinen Sohn Zui, Tiu, Tys, den „Ichthys“, den Ich-tys, den Ich-Zeus des Nordens, das Asenopfer des Äsus der Gallier, der Kelten, die wir als einen Zweig der Germanen einfach mit dem „Worte Helden ansprechen. Dieser Asus aus Gallien, also aus „Galiläa“, starb am Kreuze lange bevor man diesen Mythos zu fälschenden Zwecken nach Palästina verlegte, zu einem Volke der Juden, das mit seinem „geborgten“ Namen ganz zu Unrecht auf den Guten-, den Goten-Ursprung Anpruch erhebt. In jedem Falle, im Falle der Juden oder der Guten, handelt es sich um ein geistiges Volk, um ein heiliges Volk, um die Gemeinschaft jener Heiligen, die keiner Satzung, keiner Kirche bedürfen, um das „auserwählte“ Volk der reinsten und höchsten und heiligsten Seelenkräfte, dessen König selbstverständlich der „Jesus Christus“, der Arier, die Aar-heit, die Wahr-heit ist.

Die Priesterschaft der germanischen, das heißt auch der keltischen Bewohner Mitteleuropas und des Nordwestens, denn hier lebte an seiner Wiege das arische Urvolk nach dem Untergang der Atlantis, waren die Druiden, die Trojaiden, die Treuen, die die Treue, die Dreie, die große Drei, das Trauen, das Vertrauen in das Göttliche lehrten, das Geschehen vom Entstehen über das Sein zum Vergehen, das wir in allen Dreiheiligkeiten kennen lernten. Troja nennt auch Tacitus die Seelen-Grundverfassung des Germanen. In den englischen Worten Trust, Truth mit der Bedeutung von Wahrheit, Glauben und Vertrauen, lebt noch der Name der arisch-keltischen Priesterschaft fort, der Truiden, der Treuen, der Troien, die das Droit, das Recht der Trois, der „Hochheiligen Drei“ lehrten, die Drei-, Dreh-, Droh- und Trug-Gewalt, aber auch der Trug-Gehalt des himmlischen Tyr-Tri-Tro- und Thor-Kreises.
Otfried von Weißenburg gebraucht in seinem Evangelienbuch aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts noch das Wort TRUHTIN für den Namen des Herrn, den. „treuen“, was heißen soll, den „Dreien“-„Drei-Einigen“ Gott. Es versteht sich von selbst, daß dann der germanische Priester auch der Thrutin hieß nach seinem Herrn, wie im Norden der Gode, der Priester, nach dem Gotte.

„Treue“ ist der Urname aller arischen, germanischen und damit deutschen Religion, für welches Fremdwort wir ja im Deutschen keine eigentliche Übersetzung hatten, nicht haben und auch nicht haben werden, weil wir keine brauchen. Rückverbundenheit — religio — bedeutet das Wort. Wer wäre rückverbundener als der wahre, klare Sonnenmensch? Wir werden die Treue, die Troja, die Dreie wieder in uns erwecken, die Erkenntnis des ewigen Wirkens des Gottgesetzes, das das Krist-All beherrscht in Vater, Sohn und Heiliger Geist, das heißt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie jene Drei nur Eins in einer Einheit sind, so sind diese Zeitvorstellungen auch nur eine Einheit, eine Ewigkeit, eine Gesetzlichkeit: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in sich schließend. „Es gibt keine vergangene Vergangenheit und keine zukünftige Zukunft, sondern nur eine gegenwärtige Vergangenheit und eine gegenwärtige Zukunft“, lehrt der Kirchenvater Augustin in seinen Bekenntnissen.

Wir wissen von den Druiden, den Tyr- oder Dry-Söhnen, daß sie eine Sonnenreligion lehrten, und keine irdische Religion kann etwas anderes sein oder lehren als eine Sonnenweisheit. Darauf laufen alle religiösen Symbole, Mythen, Glaubensartikel, Bekenntnisformeln hinaus. Wir werden noch zeigen, wie die Sonne der Ur-Inhalt auch der Christus-Religion ist. Wir sehen alle die Sonne und fühlen Licht und Wärme, die von ihr ausstrahlen. Aber das ist nicht alles. Die Sonne sendet auch Kräfte, die jenseits von dem sind, was die Physik erforschen kann, die von ultravioletten Strahlen spricht. Von der inneren Sonne, dem inneren Gestirn, deren Abbild und Sinnbild die äußere Sonne und das äußere Gestirn ist, wie auch der Leib nicht der Mensch allein ist, strömt uns hernieder Liebe und Weisheit. Wem es gelänge, die übersinnlichen Kräfte, Ströme der Sonne mit seinem Bewußtsein zu erfassen, der würde ein Weiser und Führer dieser Erde werden.
Die Druiden waren es, sie erkannten das Übersinnliche der Sonne, das wirkt, wenn das Sinnliche der Sonne abgezogen wird. Sie erkannten in der Sonne, in der inneren Sonne, den Sohn Gottes im Geiste. In ihrem Weistum hatte sich der uralte Sonnen-Sohnes-mythos des Krist-All-Sohnes erhalten aus atlantischer Zeit und hatte sich vererbt auf die Eingeweihten der ganzen Welt, die im Zeitalter der arischen Völkerwelle die Erde befruchteten.

Es genügt darauf hinzuweisen, daß wenn die Druiden nach Überlieferung der römischen Kirche, wie sie sagt, auf Grund ihrer großen inneren Schaukraft, die angeblichen Ereignisse in Palästina zur Zeit von Christi Geburt, unabhängig von jeder äußeren Benachrichtigung, in Schauungen miterlebt hätten, um die Tatsache zu erklären, daß sie dieses Mysterium schon vor seiner angeblichen Ereignung in Palästina kannten und lehrten. Die ersten römischen Missionare sollen denn auch in der Bretagne, einem der Hauptsitze des Druidentums, was durch die riesigen Steinsetzungen der Cromlechs und der „Aligements“ bezeugt wird, schon Christen vorgefunden haben. Ja, sie haben mit Sicherheit überall im Norden Christen vorgefunden, weil der Krist-All-Gedanke des Gottes am Weltkreuze eben älter ist als der gänzlich mißverstandene, weil zeitlich und örtlich festgelegte, neutestamentljche Galgentod. Im Odhin-Äsus- und Chrischna-Opfer hatte dies Mysterium schon eine viele tausend Jahre ältere Prägung gefunden.

DER JESUS VON NAZARETH

Germanenherz Die Christianisierung

Die Geschichtlichkeit eines „Jesus von Nazareth“ läßt sich nicht erweisen und selbst die theologische Forschung gesteht dies mehr oder weniger unumwunden zu. Sie zieht sich auf den schwankenden Standpunkt einer „Kulterzählung“ zurück, ohne indes irgendwie und irgend etwas an der Offenbarungseigenschaft der Evangelien aufgeben zu wollen. Die Geschichtlichkeit aber des palästinischen Christus verliert alle
Wahrscheinlichkeit schon durch den Umstand, daß das Volk der Juden, in das er hineingeboren worden sein soll, ebensowenig als Volk bestand, jedenfalls niemals in dem Sinne der fragwürdigen Überlieferung des alten Testamentes. Es ist schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden, daß die Juden, wie heute, auch schon damals kein Volk bildeten, das mit seinen Wurzeln in einem Heimatboden haftete, sondern von jeher nur aufgepfropft erschien auf anderen, sozusagen echten Völkerschaften. So rastete es auch eine Zeitlang in Palästina mit einer herrschend gewordenen Schicht von Priestern. Wir behaupten, daß der Name der Juden von dem Namen der Goten, der Guten, abgeleitet werden muß: Gute- Gote, in der Vernichtung des Begriffes: Jote-Jude!

Selbstverständlich muß in einem „ausgewählten“ Volke der „Guten“, der Goten, auch der Heiland, der Menschenführer erstehen, was die klare mythische Gestalt eines Christus von selbst fordert. Nur daß ein solches Geschehnis niemals zu irgendeiner behaupteten Zeit in Palästina bei den „Juden“ erfolgte, sondern, wenn überhaupt, vor undenklichen Zeiten bei jenem Volke Gottes, nämlich der Goten im Norden, von denen die geschichtlichen Goten die Nachkommen sind, die uns auch die älteste Übersetzung des Alten und des Neuen Testamentes, heute in Bruchstücken, hinterließen.

Wie diese Dinge eigentlich liegen, ist noch längst nicht geklärt, aber es müßte schon bedenklich stimmen, daß Herodot, der größte bekannte Geschichtschreiber des Altertums, um 460 vor unserer Zeitrechnung, von einem Volke der Juden oder ihrem Staate nichts zu berichten weiß. Hätte dieses Volk die Bedeutung gehabt, die uns seine vielfach übertriebene und gefälschte Geschichte vortäuscht, so wäre Herodot nicht mit Stillschweigen darüberhinweg gegangen. Die Juden spielten eine ähnliche Rolle in Handel und Verkehr des Altertums wie heute noch. Wir hören jetzt wieder von den Versuchen der Juden, sich in Palästina ein völkischjüdisches Staatsgebilde zu schaffen. Es würde nur aufzurichten sein mit fremder Hilfe und auf dem Rücken einer eingeborenen Bevölkerung, heute wie damals, als die eingeborenen nichtjüdischen, zum Teil arischen Stämme noch Galiläer, Samariter, Edomiter, Syrier, Phönizier und Philister hießen.

Es ist darum nicht verwunderlich, wenn Herodot alle alten bodenverwachsenen Völker aufzählt; Griechen, Perser, Phöniker, Meder, Phrygier, Ägypter, Germanen, Araber, Äthiopier, Inder, Babylonier, Assyrer, Skythen, Sarmaten, Massageten und von ihrer Kultur und ihrer Geschichte spricht, aber mit keinem Worte ein Volk oder einen Staat der Juden angibt. Kommt er auf Palästina zu sprechen, erwähnt er nur, daß es damals von Syriern bewohnt sei. Wenn von den Juden in alten Berichten gesprochen wird, außer in dem eigenen geschichtlich ganz anders zu wertenden Alten Testament, so nur in einer lebhaften Abwehr, die ihren Grund hat in der alle seßhaften Völker befremdenden Tatsache, daß die Juden als einziges unter den Völkern nicht für sich auf eigenem Boden wohnen noch je gewohnt haben. Der echte Nomade scheidet hier als Vergleich völlig aus, denn er lebt ebenso gesetzmäßig und „seßhaft“ auf einem bestimmt umgrenzten
Landstrich wie die anderen bodenständigen Völker, nur mit dem Unterschied, daß er nach altgewohnten wirtschaftlichen und klimatischen Notwendigkeiten auf ihm herumzieht, um seine Herden zu ernähren, niemals aber planlos und willkürlich, während die Juden damals und heute, in keinem Boden jemals verwurzelt, mit der Verlegung des wirtschaftlichen Schwergewichts von Land zu Land wandern. Die Geschichtlichkeit der Gestalt des Jesus läßt sich sicherlich am allerwenigsten aus der Geschichte der Juden belegen.

Arier und Jude sind Gegensätze. Wir treten, um diese Wahrheit auszusprechen, gar nicht erst auf den staubigen Kampfplatz politischer Leidenschaften oder wirtschaftlicher Gegensätze. Wir sprechen eine Tatsache aus, die allen Ehrlichen aus beiden Lagern ganz selbstverständlich erscheint. Das Christentum ist, so wie die Verhältnisse heute liegen, eine ganz ausschließliche Eigenschaft arischer oder mehr oder weniger arisch beeinflußter Völker geworden. Jedenfalls erhält sich das Christentum als Religion und Bekenntnis auf einer höheren Betrachtungsebene nur in den germanischen Ländern. Es muß etwas im Urgrunde des Christentums liegen, und sei dies selbst erst nach seiner Berührung mit den Germanen hineingedacht, was ihnen verwandt ist, während das Judentum sich über fast zwei Jahrtausende hinweg dem Christentum und seinem angeblichen Begründer feindlich erweist. Es ist darum schwer faßlich, wie sich eine Meinung bilden konnte, daß Christus ein Jude gewesen sei. Alles innere Wissen, alles Ge-Wissen spricht gegen eine solche Annahme, so daß es wenig auf sich hat, wenn man einige Stellen des Neuen Testamentes im bezweifelten Sinne erklären möchte, andere Stellen wiederum zeigen den Jesus von Nazareth als den ausgesprochenen Gegensatz des Juden und jüdischer Geistesverfassung. Diese Widersprüche liegen eben in der Schwäche aller schriftlichen Überlieferung und warnen vor einer allzu wörtlichen Anlehnung an jeden veränderlichen Text.

Es kann nur von völlig Christus-Gleichen, wenn wir das Gebild, das Inund Sinnbild dieses Christus-Inneren uns zu eigen machen, verstanden und begriffen werden, daß dieser Christus niemals Jude gewesen sein kann, sofern wir seine Gestalt für eine Wirklichkeit zu nehmen bereit sind. Wären die Juden von gestern und heute dieser Überzeugung selbst, daß dieser Christus einer ihresgleichen war, so hätten sie gewiß den Irrtum seiner Tötung mit Freuden schon längst wettgemacht durch den Übergang zu seiner Lehre. Wenn sie trotzdem den Jesus von Nazareth für sich in Anspruch nehmen, tun sie es aus rassepolitischer Klugheit, weil nichts so sehr ihre geistige und wirtschaftliche Herrschaft über ihre christlichen Wirtsvölker befestigt als die vermeintliche Zugehörigkeit dieses „Christus“ zum Volke der Juden. Darum wurde diesem Volke schon vieles verziehen, was Strafe, Zurückweisung oder Vergeltung gefordert hätte. Unter sich aber sprechen sie nach dem Beispiel ihrer zahllosen Schriften nur in den abfälligsten Worten über ihn und schimpfen ihn den „Gehenkten“ und den Sohn einer Hure.

Ich erwähne diese Umstände hier nicht in solcher Ausführlichkeit, um Haß und Mißverständnis auf beiden Seiten weiter zu schüren, sondern um Einsicht und Verständnis für eine ungeheuer wichtige Frage zu schaffen, die keinen Unfrieden mehr stiften wird, von dem Augenblicke an, in dem sie einigermaßen geklärt erscheint und mit Wahrhaftigkeitsmut behandelt wird.

Nur ein gänzlich verdunkeltes Christentum kann noch einen volksjüdischen Christus verteidigen. Wenn die Menschen ernsthaft nachdenken wollten, so müßten sie sich sagen, daß sie hier gar nicht mit irdischen Maßstäben messen dürfen. Nach den Glaubenslehrsätzen der Kirche ist der Christus vom heiligen Geist empfangen und von einer Jungfrau Maria geboren. Eine Abstammung aus dem Judentum wird also gar nicht vorausgesetzt, wenigstens nicht von Vaterseite her. Da Maria schließlich als „Gottesmutter“ auftritt, so ist ihre Herkunft aus dem volksjüdischen Stamme nicht einwandfrei. Hätte es überhaupt einen Sinn, wenn die Juden einen Juden gekreuzigt hätten? Das tun die Juden nie! Das liegt nicht in ihrem Wesen, das sicher eine beachtens- und nachahmungswerte Eigenschaft aufweist, den völkisch-rassischen Zusammenhang. Wenn sie den „Heiland der Welt“ töteten, dann töteten sie damit nichts in sich oder von sich selbst, sondern im Gegenteil den Geist, der sie stets verneinte. Christus war kein Jude, sondern als ein „Sohn Gottes“ sicher sein Ebenbild, das wir heute füglich im arischen Menschen sehen und das so von jeher bei andern Völkern auch gesehen wurde. Es ist undenkbar, sich einen griechischen Apollo als Juden, als Neger, als Angehörigen irgendeiner Mischrasse zu denken, einschließlich der Griechen von heute, die auch nicht einen Mann oder eine Frau mehr aufweisen von jener Rasse, die das Vorbild zu einem Zeus, einem Herakles, einer Venus von Milo oder einer Athene gab. Es ist ganz ersprießlich, solchen Gedankengängen nachzugehen, weil sie unsere geistige Vorstellungskraft beschwingen und mehr zur Beseitigung von falschen Annahmen beitragen als lange „gelehrte“ Abhandlungen.

Selbst der Heilige muß blond sein, griechisch xanthos, um ein Sanctus werden zu können und zu bleiben. Also blond und heilig (heil-ig ist, wer ein heiles Ich hat), entspringen derselben arischen Wortwurzel. Tausende von erleuchteten Künstlern des Mittelalters, dem man noch keine rassekundlichen Kenntnisse zutraut, haben den Christus als den Gottmenschen, den arischen Sonnenmenschen geschaut, geschildert, gezeichnet und gemalt und in Holz, Ton, Erz und Stein gebildet. Tausende begnadeter Künstler haben Maria als die stolze, schöne Mutter irgendeines arischen holden blonden Gotteskindes gemalt und nachgebildet. Nie wäre es einem solchen Meister beigekommen, den „Herrn“, den Sohn Gottes, den Welterlöser als einen Juden, die Himmelskönigin als eine Jüdin darzustellen.

In der Bibliothek des Vatikans befindet sich ein Brief eines gewissen Publius Lentulus, des angeblichen Vorgängers des Pontius Pilatus. Dieser römische Prokonsul in Palästina schreibt in dem Briefe, der zur Zeit des Tiberius an den Senat von Rom gerichtet sein soll: „Es erschien und lebt in diesen Tagen unter uns ein Mann von merkwürdiger Tugend, den einige, die ihn begleiten, einen Sohn Gottes nennen. Er heilt die Kranken und läßt die Toten wieder auferstehen. Er ist wohlgebildet von Gestalt und zieht die Blicke auf sich. Sein Antlitz flößt Liebe und zugleich Furcht ein. Seine Haare sind lang und blond, glatt bis an die Ohren und von den Ohren bis zu den Schultern leicht gelockt. Ein Scheitel teilt sie auf der Mitte des Hauptes und jede Hälfte fällt seitwärts nach dem Brauche von Nazareth. Die Wangen sind leicht gerötet, die Nase ist wohlgeformt. Er trägt einen Vollbart von derselben Farbe wie das Haar, aber etwas heller und in der Mitte geteilt. Sein Blick strahlt Weisheit und Reinheit aus. Die Augen sind blau, von Strahlen verschiedenen Lichtes durchleuchtet. Dieser Mann, der gewöhnlich in der Unterhaltung liebenswürdig ist, wird schrecklich, wenn er gezwungen wird, zu tadeln. Aber auch in diesem Falle geht von ihm ein Gefühl klarer Sicherheit aus.

Niemand hat ihn je lachen sehen, dagegen oft weinen. Sein Wuchs ist normal, die Haltung gerade, seine Hände und Arme sind von solcher Schönheit, daß ihr Anblick Freude bereitet. Der Ton seiner Stimme ist ernst. Er spricht wenig. Er ist bescheiden. Er ist schön, wenn ein Mann schön sein kann. Man nennt ihn Jesus, Sohn der Maria.“ Die Stellen, die von vornherein den Stempel der Fälschung tragen, sind durch Bogen-Schrift gekennzeichnet. Ob die Urkunde überhaupt echt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Gestalt und das Aussehen eines rein arischen Menschen ist mit großem Geschick geschildert. Daß der Gottmensch das göttliche Lachen nicht kennte, wäre, nach diesem Bilde, sein größter Fehler. Hier verließ den Schreiber das reine Gefühl. Im Vatikan befinden sich noch unersetzliche und unbekannte Urkunden, so daß das Vorhandensein einer ähnlichen, wie dieser Brief, an sich durchaus wahrscheinlich ist. Nehmen wir die Urkunde als echt an, so sehen wir klar, daß jener Eingeweihte, jener „Christos“ der alten Mysterien in Palästina ein Sproß der arischen Restbevölkerung war, der sich vergeblich bemühte, den arischen Geist im Mischvolke zu beleben und darum von den herrschenden Juden getötet werden konnte. Mit dem Christos, dem HARISTOS, dem kosmischen „Gottessohne“ hat er nichts weiter zu tun, als daß er ihn wohl auffaßte und lehrte, wie wir es auch tun. Das menschliche Bild des „Heilandes“ ist jedenfalls ganz das, wie es die mittelalterlichen Maler wie auf Übereinkunft dargestellt haben, und neuere Bilder, die nach dieser Beschreibung entworfen wurden, beweisen zur Genüge, daß im allgemeinen Bewußtsein der „Jesus Christus“ als ein Mensch reinster arischheldischer Rassenerscheinung und nicht als ein mehr oder weniger deutlicher Jude weiterlebt. Die ersten dunkeläugigen und schwarzhaarigen Darstellungen des Christus als eines mittelländischsemitisierenden Proletariers stammen von Malern aus der Renaissance, die bewußt den göttlichen Weg der Kunst verließen und schließlich die Auflösung jeder sakralen Haltung in der Malerei der Moderne vorbereiteten.

Die Bedeutung des Lentulus-Berichtes und der nach ihm, meist ohne seine Kenntnis ganz entsprechend gefertigten Bilder liegt in der Betonung eines Rassebildes, daß die äußerste Hochzüchtung des arischen Gottmenschen in seiner vergeistigten Gestalt darstellt. Dieser Christus ist das Urbild der kommenden sechsten Rasse, die dem Göttlichen, dem GottÄhnlichen um einen Schritt nähertritt. Solche Beziehungen bezeugen mehr als irgendwelche anderen geschichtlichen Nachweise das Christentum, das ja nur ein Ableger der alten arischen Mysterienlehre ist, als eine ausgesprochene Rassenreligion, also Rata-Ra-dix-Wurzel-Religion, die jede Religion sein muß, wenn sie dem Ziele der Vergöttlichung, der Vergötterung, der Vergottung der Menschheit dienen will. Erst in unserer Zeit haben von ihrem Gotte gänzlich Verlassene es gewagt, Christus als Niederrassigen darzustellen, im Vertrauen darauf, bei Gleichgesinnten Beifall zu finden. Mögen sie es tun! Sie zeigen sich als Hörige des Anti-Christes! Nicht der „Höchste“ hängt am Kreuze dann, vom „Niedersten“ gekreuzigt, sondern der Schlechteste, der Schlechtweggekommenste, der sein Schicksal anklagt, weil er noch nicht weiß, daß alles Schlechtweggekommensein eigene Schuld ist, eigene Last aus früheren Verkörperungen. Weil aber ein jeder Geist nur dem Geiste gleicht, den er begreift, so will er seinen Gott nach seinem Bilde, und darüber ist füglich nicht zu rechten und nicht zu richten. Ein Künstler bildet in allen seinen Werken schließlich nur sich selbst, stellt sein Selbst aus sich heraus. Es bleibt denn nur die Frage offen, ob wir im Antlitz eines arischen „Jesus“ ein Spiegelbild, einen Abglanz Gottes erkennen wollen oder in den Gesichtszügen eines Buschmannes.

Es liegt uns wahrlich wenig daran, einen Beweis zu führen, daß geographisch, geschichtlich und rassenwissenschaftlich gesehen, Christus als ein angeblicher Galiläer kein Jude gewesen sein kann, weil jahrhundertelang Galiläa von Juden vollkommen entblößt war. Uns kommt es auf den inneren Wahrheitgehalt an, auf die Untrüglichkeit eines geistigen Erkennens aus göttlichem Urgrunde, daß das Heil, die Geburt des Heilandes nicht aus dem kommen kann, was die Welt als das „Jüdische“, die Edda als das „Jotische“ im Gegensatz zum „Gotischen“ bezeichnen, sondern aus dem reinen Gegensatz zu eben diesem Jüdischen und Jotischen. Und allein aus diesem Grunde muß jeder Heiland „unter“ irgendwelchen „Juden“ geboren werden, selbst ein Nicht-Jude, denn hier nur kann er seinen Verräter finden, seinen Judas Ischariot, seinen Henker, hier muß er seinen Tod leiden, der ihm von Seinesgleichen niemals geworden wäre. Allen „Juden“ war noch im letzten Augenblick die Wahl gegeben zwischen ihm, dem Nicht-Juden und Barnabas, dem Volksgenossen, aber alle „Juden“ aller Zeiten forderten von jeher die Freigabe eines Barnabas, weil er ein Verworfener, ein Mörder ist. Das heißt eine Symbolsprache, wie sie deutlicher und überzeugender nicht reden könnte.

Wer in der feinen, wohlverstandenen Lehre und in dem reinen, wohlbestandenen „Leben“ des „Christus“ Jüdisches sieht, findet auch sonst aus den Finsternissen seines Menschenunglücks nie wieder heraus, er vermehrt noch alles Unheil auf Erden durch sein Nichtwissen, sein Falschraten. So viele Menschen haben kein Unterscheidungsvermögen, ihre Zunge ist wie ein Reibeisen, sie schmeckt und kostet nichts, ihre Seele ist ein lederner Sack, die nie noch zu einem Höhenfluge sich erhob. Es wäre nun ebenso falsch, den „Christus“ einen Arier zu nennen, denn der Christus ist das „Wort“, der „Logos“, kein Mensch oder Gott zu irgendeiner irdischen Zeit an irgendeinem irdischen Ort. Wir lassen die Möglichkeit eines Eingeweihten offen, der zur angegebenen Zeit in Palästina öffentlich aufgetreten ist. Der hätte mit dem Krist-all isationsgedanken des Welt-Kristes, des Welt-Gerüstes nicht mehr und nicht weniger zu tun als wir alle, die wir eines guten Willens sind. „Christen“ nannten sich im alten Griechenland alle in die Mysterien Eingeführten, die einen höheren Grad in den Geheimbünden bekleideten, und der griechische Ausdruck wurde übernommen und übertragen schließlich auf alle, die der offenbarten Geheimlehre, aus deren gewaltigen Trümmern das frühe Christentum seine Bausteine holte, anhingen.

Darum schrieb noch um 70 n. Chr. der Jude Philo von den „Christen“, sie seien noch nicht Christen, d. h. in die innersten Mysterien Eingeweihte, sondern erst Chresten, d. h. noch Außenstehende. Der Unterschied liegt in der Bedeutung der beiden Vokale I und E, die das Innere beziehungsweise das Äußere schon in ihrem Klangwerte andeuten.

ergänzend: Die christliche Lehre kam aus dem Norden. und hier VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN .und hier Die vorchristlichen Ursprünge des Christentums .und hier Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld und hier Die Christianisierung und hier Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums und hier Die Christianisierung Nordgermaniens und hier Die Deutschen – ein auserwähltes Volk

VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN

Germanenherz Die Christianisierung

Die Artznei macht Kranke,

Die Mathematik Traurige

Und die Theology Sündhafte Leut.

Luther.

Keine Religion ist höher als die Wahrheit. Die Bibel ist eine ganz ungewöhnliche Fälschung, das muß jeder wissen, bevor er sie zur Unterlage eines fanatischen Glaubens macht. Jeder muß, wenn er das noch nicht weiß, sich mit der Geschichte dieses Buches beschäftigen. Bin Mensch, der alles glauben wollte, wörtlich, was in der Schöpfungsgeschichte erzählt wird, der hätte von dem wahren Weltbild keine Ahnung. Diese Stellen wollen sehr sorgsam gelesen sein. Dazu braucht man viele Jahre eigener Forschung oder man muß die Forschungen anderer wenigstens kennen, um ein Urteil zu haben.

Das wäre ein kläglicher „Gott“, der erst seit 1900 Jahren der Welt sich offenbart hätte. Gott hat sich in allen großen Männern offenbart, schon seit die Erde steht. Du kannst Gott nur durch dich selber erfassen und begreifen und nicht durch ein Buch, auch nicht das wertvollste. Was die Bibel sagt, haben die Veden der Inder und die Edda schon viel früher und zum Teil viel besser gesagt oder viel besser erhalten. Das kann nicht jeder nachprüfen, aber wer die Wahrheit hört, der wird sie begreifen, wenn sein Herz und sein Verstand noch nicht durch Gebot und Verbot getrübt und betrübt worden sind. Wer „Christi“ Art ist, wer Gottes ist, der braucht alle diese Krücken nicht. Ich glaube mich näher Gott und näher dem Geiste „Christi“, weil ich nicht kleingläubig genug bin, alle diese Sinnbilder wörtlich und wirklich zu nehmen. Wer noch nicht dazu vorgedrungen ist, daß Gott Geist ist und der Inhalt dieser ganzen Welt im Guten und im Bösen, der steht noch weit ab in der Erkenntnis, der steht noch im täuschenden Wortglauben, der alles für bare Münze nimmt. Es gibt keinen persönlichen Gott mit Anfang und Ende, Größe oder Kleine, sondern Gott ist in dir oder mir, so groß oder klein, so persönlich oder unpersönlich als ich es fassen kann. Was ich von Christi Göttlichkeit oder Gottähnlichkeit halte? Schon Hunderte seiner Art lebten und leben, in denen Gott ausschließlich wohnt und wohnte, Ihn „Gott“ zu nennen, ist Gotteslästerung derer, die den Buchstaben für den Geist nehmen.

Zum „Kreuzestod Christi“ sage ich, daß, wenn er am Holze starb, er starb wie jeder von uns, um die Wanderung zu neuen Verkörperungen zu gehen wie wir, wie auch Goethe wußte, daß er schon „tausende“ Male gelebt hätte. Es könnte wohl sein, daß der „Christus“ ein Vollendeter war, der in Gott einging, der am Ende seiner Gestaltungen war.

Zur Auferstehung Christi und zur Himmelfahrt sage ich, daß wir nach diesem Tode zu einem anderen Leben alle „auferstehen“, daß wir zu den „Himmeln“ fahren, das heißt, daß wir wieder Geist werden, und so kehren wir auch eines Tages wieder, wie dann „Christus“ auch wiederkehrt als der Starke von Oben, von dem die Edda spricht, der allen Streit endgültig schlichtet — in uns und jeden Tag!

Der Heilige Geist wird nicht nur zu Pfingsten ausgegossen, sondern zu allen Stunden auf die, die dafür bereit sind, die Gott im Geiste schauen, niemals aber auf die, so den toten Buchstaben heiligen, denn sie sind der Un-Geist.

Von der Sünde halte ich gar nichts. Der wahre Mensch, der „Gottesmensch“ in uns ist gut, nur des Sinnenmenschen Bosheit ist groß auf Erden, und alles Dichten und Trachten seines Herzens war böse immerdar. — Der „Gottessohn“ hat keine Erbsünde; diese „erben“ nur jene, die nicht zur Erkenntnis Gottes kommen, weil ihnen das Gottesbewußtsein in dem Maße ihrer Unterwerfung unter die tierischen Triebe fehlt.

Das Jüngste Gericht aber hat statt in jedem Augenblicke, indem du in dein Inneres schaust und dein Gewissen fragst. Die ganze Blindheit und Torheit der Menschen zeigt ihre tierische Angst vor diesem Gericht, das sie weit fort von sich hinweg in Raum und Zeit legen, statt in ihr Inneres, in ihre eigene Seele.

Ein falsches Christentum, vom „Juden“ aus dem Osten geliefert und falsch überliefert, benahm dem Arier alle eingeborene Vorsicht. So sieht er heute nicht mehr, wie ihn eine häßliche Dreifaltigkeit von Bibel, Babel, Pöbel, betrügt.

Wie glückhaft unabhängig und gesund empfanden doch unsere Alten, auch noch mancher bis in unsere Tage! Als Gylfi die Asen besuchte, sah er sich um in Walhall und „Vieles von dem, was er sah, deuchte ihm unglaublich“. Er besaß noch die Vornehmheit, vorsichtig zu sein. Der Deutsche von heute ist leichtgläubig und darum unvornehm, ohne Halt, Haltung und Gesinnung. Gylfi sprach:

Nach Türen und Toren tue dich um, hab‘ Obacht, ehe du eintrittst; Längst auf der Lauer, wer weiß es, schon liegt dein Feind wohl im Flure des Hauses.

Und sie hatten doch wahrlich ein vertrautes Verhältnis, unsere Alten, zu ihren Göttern! Das macht der Umstand — und es ist ein Geheimnis und erklärt alles — sie waren ihre Götter selber! Und wie sagt doch Ekkehard ? Und wie Goethe und wie der cherubinische Wandersmann ? Etwa so: „Wenn Gott nicht in mir wäre, wo könnte er wohl sonst sein ?“ Und kann ein wahres,, Gotteskind“ anders fühlen ? Hat es nicht seines Vaters Blut und Geist ? Es ist eine ärmliche Zeit, in der wir leben, die tief unter allem Fetischismus und schrecklichem Götzendienst steht, die eine amtliche Gottheit hat, die gleichermaßen über Gottes-, Zeug-, Zucht-, Armen-, Freuden-, Miet-, Wasch- und Spritzenhäusern eine unfaßliche Aufsicht ausübt.

Die gemeine Seele der Gegenwart, die ganze körperliche, seelische und geistige Untermenschenrasse gedeiht vorzüglich unter dem Schutz einer christlichen Seelenhandelsmoral. Sie gestattet ihr, mit einer hohlen Humanitätsgebärde, bedenkenlos den gemeinsten Trieben zu folgen. Der bessere spärliche Rest unserer Gesellschaft, der es verschmäht, seine Handlungen mit dem abgetragenen Mäntelchen solcher Grundsätze zu bedecken, hat unter dem Druck dieser herrschenden Un-Moral einen schweren Stand, und es gelingt nur den allerwenigsten, den Überstarken, ohne Vor- und Rücksicht folgerecht zu sein, und ihre Taten auf eine klare Weltanschauungs-Grundlage zu stellen.

Wir haben all unserer Seele Suchen und Finden, all unseren sittlichen eingeborenen arischen Anstand und Edelsinn in ein angebliches „Christentum“ verlegt und glauben nun, unser Geistesadel sei aus ihm erwachsen — obwohl er viel älter ist.

Wir waren schon gute „Christen“, bevor die Kirche uns das Christentum bescherte. Im Gegenteil, die alten guten hochstehenden Völker des Abendlandes sind durch dieses „Christentum“ entsittlicht worden,

Der katholische Bischof Salvianus zu Marseille, ein Zeitgenosse der Vandalen, schreibt in seinem Buche De gubernatione Dei lib. VII. „Es gibt keine Tugend, in der wir Römer die Vandalen übertreffen. Wir verachten sie als Ketzer und doch übertreffen sie uns an Gottesfurcht. Gott führt die Vandalen über uns, um die unzüchtigsten Völker durch die sittenreinsten zu züchtigen. Wo Goten herrschen, ist niemand unzüchtig außer den Römern, wo aber Vandalen herrschen, sind selbst die Römer keusch geworden.“

Es kommt niemals auf das Bekenntnis an, sondern auf den Menschen.

Ein Urteil, das immer mit Verwunderung feststellt, wie viel sittsamer und frömmer die alten Völker ohne die Segnungen des Christentums waren, wiederholt sich in der Geschichte so oft, daß der Schluß erlaubt ist, diese Völker standen deshalb so hoch in ihrer Haltung und Gesinnung, weil sie noch nicht von christlicher Liebe heimgesucht worden waren.

Der nordische Chronist Adam von Bremen berichtet um das Jahr 1075 über die große Handelsstadt Jumne an der Odermündung staunenswerte Dinge. Er gibt auch ein Urteil über die große Tugendhaftigkeit ihrer Bewohner, die noch nicht zum Christentum bekehrt worden seien:

„Es ist in der Tat die größte von allen Städten, die Europa umschließt. In ihr wohnen Slaven und andere Nationen, Griechen und Barbaren. Auch den ankommenden Sachsen ist verstattet, mit den übrigen gleichberechtigt dort zu wohnen, freilich nur, wenn sie ihr Christentum nicht öffentlich zur Schau tragen, solange sie sich dort aufhalten. Denn alle sind sie noch im Irrwahn heidnischer Abgötterei befangen. Übrigens wird, was Sitte und Gastfreiheit anbelangt, kein Volk zu finden sein, das sich ehrenwerter und diensteifriger bewiese. Jene Stadt, die reich durch ihre Waren aller nordischen Völker ist, besitzt alle möglichen Bequemlichkeiten und Seltenheiten.“

Dieser kurze Bericht lehrt uns vielerlei, nämlich, daß der „Irrwahn heidnischer Abgötterei“ die Menschen offenbar gesitteter bewahrt als das Christentum, es demnach mit der „Abgötterei“ nicht so schlimm sein wird als der ver-kehrte be-kehrte Bremer meint. Man sieht, mit dem Christentum übernimmt der Bekehrte sofort Anmaßung und Überheblichkeit eines Besserseins und Besserwissens, ganz gleichgültig um das Ergebnis, wie fragwürdig sich das Christentum auf seine Bekenner ausgewirkt hat.

Dann zeigt uns der Bericht, daß es im Norden auch ohne christliche Kultur bedeutenden Verkehr, Reichtum, „Komfort“ und große Städte gab. Auch daß die Großstadt nicht notwendig zur Verlotterung der Menschen führen muß, wie wir an diesem Beispiele sehen, obwohl auch „Griechen und Barbaren“ darin, allerdings wohl in geringer Anzahl, wohnten oder verkehrten, hauptsächlich zum Handel mit Bernstein und mit Pelzen.

Erhebend ist es, von der Duldsamkeit dieser im „Irrwahn Lebenden“ zu hören. Solange die Christen nicht die Gefühle der „Heiden“ stören durch auffällige Betonung ihrer Gebräuche und ihres Glaubens, bleiben sie unbehelligt. Sie standen demnach höher als die Christen, die hier später mit Mord und Brand die Gegend von ihrem „Irrwahn“ befreiten, das Heiligtum Arkona auf Rügen zerstörten, die „Heiligen Bücher“ verbrannten, die „Götzenbilder“ zerbrachen und ihre eigenen dafür hinstellten. Erkenntnis-Dinge für alle Menschen als unabänderlich und gleich-gültig festsetzen zu wollen, ist immer noch und immer wieder ein Zeichen menschlicher Torheit gewesen. „Gleiches wird nur von Gleichem verstanden!“ Alle Bekehrung ist Irrtum, jeder Bekehrungswille Schwäche, jede gewaltsame Bekehrung Verruchtheit. Und sie wird noch heute versucht, wenn auch mit Mitteln „vergeistigter“ Grausamkeit. Du mußt, sagt der Unter-Mensch, Du kannst, sagt der Mane. Ganz gewiß führt nur das eigne Finden zu Gott.

Das Christentum hat die Dänen später nicht gehindert, diese reiche Stadt zu wiederholten Malen zu plündern und zu zerstören. Als der christliche König Harald Blauzahn von Dänemark seinem aufständigen Sohne in der Nähe der Stadt die Seeschlacht bei Helegnes lieferte, suchte er, tödlich verwundet, Zuflucht bei ihren Bewohnern. Darüber berichtet uns Adam von Bremen: „Von diesen wurde er wider Verhoffen, da sie Heiden waren, voll Menschenliebe aufgenommen.“

Das „wider Verhoffen“ des Chronisten ist nicht unbegründet, denn der Geringere beurteilt den Höheren nur nach sich selbst und zieht meist falsche Schlüsse daraus. Sicherlich hätte man einen heidnischen König auf christlichem Boden nicht gepflegt, sondern gefoltert, gemartert und verbrannt.

Das Christentum wird an dem Tage „Christentum“, in dem von uns Guten, Goten unterlegten Sinne, wenn es sich als eine der tausend möglichen Gestaltungen einer Weltansicht betrachtet und bedenkt, daß es noch keineswegs auf der Spitze dieser tausend Möglichkeiten steht. Erst diese Demut, die es so angelegentlich seinen Anhängern empfiehlt, wird es wieder des viel durch seine eigene Schuld verlästerten Namens würdig erweisen.

Ein wahres Christentum ist weder staatlich noch kirchlich und darum auch in den Völkern nie in wirkliche Übung getreten. Einzelne hochbegabte Gottesmänner haben wohl seine Lehre verstanden und begriffen. Wenige fromme, gute und tapfere Menschen auch heute noch leben eine „Nachfolge Christi“. Unter den Anhängern der verschiedenen Konfessionen können sie füglich nicht gefunden werden. Der Juda-Katholizismus und in seinem Gefolge der Juda-Protestantismus hat alles verschlungen, was an der Lehre wesentlich war, und zeigt nur noch die leere Schale.

Die Allein-Unseligen sind sie! Die arischen Götter und ihre Göttersöhne hatten keinen Anlaß zur Unduldsamkeit. Wer des Gottes voll ist, wer unsterblicher Gote ist, muß es dem sterblichen Menschen überlassen, an ihm hinaufzusehen. Nur die Religionen des Judentums, des Christentums und des Islam sind unduldsam, bekehrerisch, ketzerschnüfflerisch und ziehen alles Göttliche herab in ihre Vermenschlichung der höchsten Geheimnisse durch Zwangs-Glaubenssätze und Dogmen in ihre Allein-Unseligkeit-Machung.

Wenn Kirchenchristentum das echte wäre, und an diesem Irrtum kranken viele Kapläne und Pastoren, dann sähe die Welt heute um uns herum anders aus. Es war offenbar unfähig, die Welt zu bessern, denn Welt und Menschen werden trotz seiner Führung täglich übler. Tausend Jahre Zeit war den Kirchen gegeben, tausend Jahre waren mit Krieg und Blutvergießen erfüllt, ver ursacht durch Religionskriege im Namen Christi! Viele, viele Millionen „Hexen“ und „Ketzer“, die frömmsten und reinsten Christen ihrer Zeit hat die Kirche allein in Deutschland verbrennen lassen.

„Ein Theologus ist ein Tier sonder Vernunft“,

spricht der große Friedrich voll warnenden Spottes. Seit die Kirche nicht mehr brennen darf, unterdrückt sie die Gewissensfreiheit mit ändern Mitteln. Das Heil der Menschheit aber hängt nicht von den Theologen ab, sondern von der Reinheit unseres Strebens, unseres Geistes und Blutes. Wer im Glashause der Kirche sitzt, soll nicht mit Steinen nach anderen werfen.

Von dem „Manne auf der Straße“ gibt es viele, die mehr Religion im kleinen Finger haben als ein Domkapitel am ganzen Leibe. Politik verdirbt den Charakter und die Kirchen noch mehr. Unsere Absichten entspringen dem lautersten Willen nach Wahrheit und sind allein „christlich“ im Sinne der unverfälschten Lehren des Heliands, des „Heilandes“. Die Kirchen säen Wind und wollen Sturm ernten. Wir sind darüber hinausgeboren und -gewachsen. Unsere Gottes- und Welterkenntnis steht über den Kirchen, gefährlich unvollkommenen Werken von Menschenhand. Von Jahr zu Jahr aber leeren sich die Kirchen mehr. Die einen entlaufen ihnen, weil sie für ihr Gottsuchen kein Genüge finden. Die anderen, weil die Kirchen selbst den Ärmsten im Geiste keinen Halt mehr bieten können.

Es ist ganz gerecht, wenn Gott nicht in denen ist, die ihn außerhalb suchen. Das ganze Weltall, alles was ist, noch entsteht oder sein wird, ist Gott, der Wurm sowohl wie „Christus“. Wie seid ihr Christen oder Adventisten, oder wie ihr euch heißen und nennen mögt, doch so kleingläubig mit dem Kleben an einer „Welt“ von 2000 Jährlein Geschichte der Gotteserkenntnis euch zufrieden zu geben. Deshalb sind ja heute diese „Welt“ und ihre Menschen so erbärmlich, weil sie nicht den Mut zur Ewigkeit, noch viel weniger zu Ewigkeiten haben. Ein Buch, aus Ehrlichem und Unehrlichem bestehend, gesammelt durch die alten orientalischen Völker aus den Trümmern erhabener Weisheit göttlicher arischer Lichtbringer, ein Buch, entstellt und gefälscht von Esra und Nehemia, später nochmals zusammengeflickt, bunter Flitter einer schon „entgötterten“ Zeit, das nennt ihr das „Wort Gottes“ und wagt es, alle Dinge im Himmel und auf Erden damit zu erklären. Euch, die ihr dumm und stumm vor diesen Buchstaben stehet, ist diese Lüge Verhängnis geworden und nichts hat so viel Tod und Verbrechen über die Erde gebracht als die auf diesem Buche begründeten Religionen, von denen sich die eine die Religion der Rache und die andere die Religion der Liebe nennt.

Der Kenner, der sich völlig frei von diesem Buche gemacht hat, vermag mit dem Geiste der reinsten Wahrheit wohl in diesem Buche das Gute vom Gifte zu unterscheiden, in der Hand von Leichtgläubigen ist es eine Mordwaffe, die geistigen und leiblichen Tod den Menschen bringt, wie die Geschichte der letzten 1000 Jahre erwiesen hat. Die Menschheit ist auf dem Wege der völligen Vertierung, weil die Vertreter des Untermenschentums behaupten, in einem Buche, in einem kläglichen Menschenwerk die Wahrheit von je und für immer gefunden zu haben. Solch furchtbarer Irrtum muß den Menschen Irrsinn bringen, und in der Tat vernichten sie sich gegenseitig im Namen dieses Götzen.

Das Alte Testament ist eine Fälschung insofern, als es nicht die „Offenbarung Gottes“ für das heilige Volk, sondern eine vielstückige Sammlung von guten und schlechten, alten und neuen, falschen und echten Überlieferungen und Nachrichten ist, die einzeln herausgeschält an rechtem Ort rechte Wirkung tun können und zum Teil Urkunden enthalten von Zeiten, von deren Entfernung wir uns kaum eine Vorstellung machen können.

Das Alte Testament ist alles, nur kein geistiges Eigentum der „Juden“, wenn man unter den „Juden“ nicht die „Juden“, sondern jene Juten, Guten, Goten versteht, deren Stammsitze noch durch Jutland und Gotland auf den Norden hinweisen, wenn man von den Einschiebungen und den Umarbeitungen absieht, die die schriftgelehrten Entlehner schon lange vor „Christus“ vornah men, um dem Ganzen den Anschein einer einheitlichen „jüdischen“ Überlieferung zu geben.

Das Alte Testament ist ein Werk philosophischen, erkenntnisgebenden und erkenntniskritischen geschichtlichen Wertes und gehört in die Hände des Forschers, des echten geborenen Priesters und Königs, nicht in die Hände von Kirchendienern und Kirchengängern, von Gläubigen und Ungläubigen unserer Zeitrechnung. Mit Ausnahme von kümmerlichen Überbleibseln ganz einfacher selbstverständlicher Inhalte ist es ein Geheimbuch, ein Buch vorbedachter Kahla, Kabbala, d. h. Verhehlung des eigentlichen Inhalts unter deckenden Bildern und Worten, soweit nicht absichtliche und unabsichtliche Zerstörung zu beachten ist; das Niemandem zu lesen möglich ist mit Verständnis, ohne Mißverständnis, außer dem mit der Fähigkeit der Eingebung Begabten und dem in viele Zweige des Wissens, wie Sprache, Geschichte, Philosophie, Theosophie, Symbolik und Mythen Eingeweihten. Seit Jahrhunderten ist dieses Buch der Fluch und nicht der Segen der europäischen, sich christlich oder jüdisch nennenden Menschheit. Die Juden haben noch eher einen Begriff von seinem Wesen. Wenn sie auch nicht ganz unschuldig sich fühlen müssen an seiner Verfälschung, so wissen ihre Rabbiner wenigstens noch teilweise die Handhabung seiner Lesung, seiner Lösung. Aber die „Christen“ sind mit ihrem „Christentum“ an diesem Buche, am unverstandenen alten und am neuen Teile gescheitert, schiffbrüchig geworden, zugrunde gegangen. Denn eine Religion, die sich teilweise auf Fälschung, teilweise auf noch nicht bewußten, nicht begriffenen Inhalten aufbaut, muß ihre Anhänger entsittlichen, entwürdigen, entseelen, entleiben, entwurzeln entsetzen dem ureingeborenen Stande unmittelbarer Gotteserkenntnis und entsetzen jeder Sicherheit im Glauben, Wissen, Tun und Lassen. Der Europäer ist der verworfenste Sohn heute dieser Erde, trotz seiner überragenden Begabung und zweifellosen Führerberufung. Eine ungeheure Schuld wächst ihm heran, belädt das Schicksal Europas insgesamt und jedes einzelnen, denn das Übermaß seiner Gottverlassenheit steht im Widerstreit mit seiner göttlichen Geburt und göttlichen, gotischen Berufung.

Luthers Übersetzung hat ohne Absicht diesen falschen Anschein noch verstärkt, weil sie die verschiedenartigen guten und bösen Götter und Gottesbegriffe unter dem Gesamtnamen von „Gott, dem Herrn“ oder „Jehovah“ zusammenfaßte, wo es sich tatsächlich um ein gutes Dutzend verschiedener Götter- und Gottes-Begriffe verschiedener Zeiten und Völker handelte, zum vermeintlichen Besten, zuletzt doch nur zur Festigung der Lüge und der Verwirrnis. Denn durch Luther erst kam das Buch unter das Volk und die Unkenntnis über sein Wesen zerstörte in einem finsteren Bibelglauben weiter die Seelen der Menschen, insonderheit im Protestantismus, der das „Buch der Bücher“ über alles stellte, alles aus ihm erklären zu können glaubte und in einzelnen Sekten in einen bibelgläubigen Irrsinn verfiel. Eine der drei Gaukelmächte hat sich diese Erkrankung gesunden Menschenverstandes und Ertötung allen wahren Gotterlebens zunutze gemacht und in „Bibelforscher“-Gesellschaften bewußt das Zerstörungswerk fortgesetzt, das die pfäffischen Wortklauber aller Zeiten meist unbewußt und viel ungeschickter betrieben. „Prophezeiungen“ sind in der „Heiligen Schrift“ enthalten, aber sie führen nicht das neue „Juden“-Zeitalter herauf, sondern das „Juten“-, Guten-, Goten-, Gottesreich auf Erden durch die Herrschaft der Besten, nicht der Bestien! Hier hilft nur jenes einzige große Wort der Erkenntnis, das solchen Teufelsspuk mit einem Satz hinwegfegt: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Auch die Evangelien sind gefälscht, und es ist nicht Wahrhaftigkeit, zu behaupten, sie enthielten die reine Lehre eines Heilandes „Jesus Christus“. Wir besitzen insgesamt mehr als achthundert Evangelienhandschriften etwa aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Wenn man noch die Bruchstücke und Einzelüberlieferungen hinzurechnet, so kommen wir auf die hohe Zahl von mehr als 2000. Auch nicht zwei dieser Handschriften stimmen miteinander überein. Eine Klärung dieser wüst verworrenen Texte ist deshalb lediglich eine Sache der Erkenntnis und des Vertrauens. Kein Augenzeuge berichtet uns über das angebliche Leben und die Lehre des Heilandes in Palästina. Wenigstens dreihundert Jahre später erscheinen die ersten schriftlichen Nachrichten. In dreihundert Jahren kann, wenn wir überhaupt die Zeitbestimmung einer „Geburt“ anerkennen, vieles gutmeinend und fälschend hinzugesetzt oder fortgelassen worden sein, und wir müssen, wenn wir ehrlich sein wollen, sagen, die Evangelien sind Stückwerk und Menschenwerk, gemessen an der reinen Wahrheit und an der Größe der Idee des „Christus“. Und nur dies Eingeständnis vermag ehrlichem Streben die Kraft, den Mut und die Erleuchtung zu geben, den Text auf seine Ursprünge zu untersuchen, die wir nicht in Palästina suchen dürfen. Irgend ein „Paulus“ hat vollends die reine Botschaft des „Christus“ verkehrt und damit die Protestantische Kirche, die sich ganz auf seine Auslegung und Tätigkeit stützt, auf die schiefe Ebene gesetzt, auf der sie unrettbar abwärts gleitet. Jeder wird diese Dinge nur so weit begreifen, als er Gott nahe ist.

Zuletzt noch ein Wort zum offenbar besonders gefährdet erachteten Dogma eines „persönlichen“ Gottes, des „Lieben Gottes im Himmel“, eine unzulängliche Auffassung, die im Widerspruch steht mit dem folgenschweren Worte des Gesalbten: „ Gott ist Geist und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!“ Wenn aber Gott = Geist die Welt geschaffen hat (Das Gott sagten die Goten, deren Name von Gott kommt, die es darum besser wissen müssen als die „Menschen“, in einer unerhörten Klarheit offenbarter Erkenntnis), wenn also Gott = Geist die Welt geschaffen hat, so ist diese Welt ein Teil Gottes, und selbst das Nichts wäre ja Gott, aus dem er sie geschaffen hätte, weil doch außer Gott nichts ist, noch war, also wenn Gott = Geist ist, dann sind Geist und Stoff eins, die Welt die eine Ausgießung, eine Ausströmung Gottes ist, was wohl die alten Kirchenväter noch wußten, aber den Kaplänen von heute unbekannt ist. So wußte der Kirchenväter Tertullian noch den Ursprung der Urreligion aus der arischen Symbolik, als er schrieb: „Viele glauben mit Wahrscheinlichkeit, daß unser Gottesdienst Sonnengottesdienst sei.“ Und der Heilige Augustin bekannte noch um das Jahr 300: „Das, was jetzt christliche Religion genannt wird, bestand schon bei den Alten und fehlte nie von Anbeginn des menschlichen Geschlechtes, bis daß Christus ins Fleisch kam (das heißt in der Geheimsprache „bis er wiedergeboren wurde“). Seitdem erst fing man an, die wahre Religion, die schon von jeher bestand, die christliche zu nennen.“

Da haben wir aus dem Munde des bedeutendsten Kirchenvaters, auf dessen Lehren sich die drei christlichen Kirchen gründen, die Bestätigung unserer Behauptung, daß diese christlichen Kirchen von dieser hohen Erkenntnis abgewichen sind unter den tötenden Einströmungen fremder untermenschlicher Vorstellungen. Wir lehnen mit Recht ein in sein Gegenteil verkehrtes Christentum der Kirchen ab, wir fühlen uns berufen und verpflichtet, hier bessernd und heilend einzugreifen, von dem tiefen sittlichen Bewußtsein durchdrungen, die uns die Erkenntnis schenkt, daß „keine Religion und keine Kirche höher steht als die Wahrheit!“

Der Mensch erkennt Gott in dem Maße, als er selber göttlicher Art ist. Der Arier erkennt Gott als den Sinn der Welt, er ist ihm Notwendigkeit, höchstes Streben, gütiger Vater aller Geister und Menschen, Erfüller des Schicksals, umfassend das Hohe und Niedere, einschließend die Welt in sich, wirkend von sich in die Welt zurück. Weil der Arier Gott in sich erkennt in dem Maße als er selber göttlicher Gestaltung ist, sind ihm keine Grenzen des Glaubens gezogen. Er weiß mit unerschütterlicher Sicherheit von seiner Gottessohnschaft und lächelt bei dem Gedanken, den nur religiöser Irrwahn eingeben kann, Gott, „Christus“, wäre unter den „Juden“ Mensch geworden. Man hat hier falsch gehört, falsch verstanden und falsch überliefert. Ein Jesus-, ein Asus-Kind wird König unter den „Juten“, den Guten, den Goten alle Tage. Er trägt eine unsichtbare Krone und ein Schein geht von ihm aus; Krone und Schein aber sieht nur der, der in seine unsichtbaren Fußstapfen tritt. Allen ändern erscheint er wie ein Bettler, ein Landstreicher, ein Aufrührer, ein Gotteslästerer — Das vor allem! — und sie „kreuzigen“ ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit, wenn er ihnen dienen will. Die Kirchen aber von heute müssen Raum geben für das Guten-, Gotenreich, für das „Reich Gottes“ auf Erden, das nur verwirklicht werden kann durch das Reich seiner „Wunschsöhne“, der arischen Führerschaft.

So laßt doch die „Kirche“ versinken, Wie ein Schiff sinkt mit Mann und mit Maus, Was nicht Geist an ihr ist, muß ertrinken, Neu im Goten baut Gott sich ein Haus! Selten findet man eine zutreffende Vorstellung von der hohen Geistigkeit und der tiefen Gotteserkenntnis der sogenannten Ketzer nach der verfälschenden Berichterstattung der Kirche, die sie als gottlos und unklug hinzustellen sich stets bemüht hat. Das Gegenteil ist der Fall. Was aus den Geständnissen der zu qualvollem Tode Verurteilten uns erhalten ist, überhaupt aus den Lehren jener weitverbreiteten und niemals ganz unterdrückten Gruppen göttlich erleuchteter Wahrheitssucher, denen sie angehörten, läßt uns ehrfürchtig erstaunen vor solcher Weite des Weltbildes, und wir sehen, daß niemals das Überlieferungswissen von etwas Höherem, als es die herrschenden Dogmen zu lehren vermochten, bei uns ganz unterbrochen war. Es ergibt sich auch aus den Kundgebungen dieser wahren Märtyrer für ein wahres Christentum im Sinne arischer Anschauung, daß sie zugleich für Rein- und Hochzucht der Rasse sich einsetzten, weshalb sie auch um so unerbittlichere Gegner gefunden haben in einer Religion, die für die Aus-Zucht, die Nicht-Zucht eintritt, indem sie das Leben verleugnet. Irregeleitete, instinktarm gewordene Kaiser und Könige aber haben sich gerühmt, im Auftrage der Kirche ihre Länder von der „Pest“ dieser „Ketzer“ durch unzählige Morde befreit zu haben. Sie haben sich in ihrer Blindheit von den einzigen Helfern befreit, die sie vor den Ränken jener lebensfeindlichen Mächte behütet hätten, und mußten unterliegen, sobald sie schutzlos ihnen preisgegeben waren, so wie ihre natürlichen Bundesgenossen, die sie selber vorher preisgegeben hatten.

Versuchen wir einen kurzen Einblick zu nehmen. In einem zeitgenössischen geistlichen Bericht über die Sekte der Waldenser, einem Rest germanischer Gottesnähe aus burgundischem Blute auf dem Boden Frankreichs, lesen wir: „Es gibt noch andere Ketzer in unserem Lande, die sich von jenen ganz und gar unterscheiden, und durch deren Streit wir beide Richtungen entdeckt haben. Sie verdammen die Sakramente außer der Taufe.“

Das ist bezeichnend für die germanische Einstellung, denn die Taufe ist germanischer Gebrauch.

Weiterhin: „Alle Ehe nennen sie Hurerei außer der zwischen einem unberührten Manne und einer Jungfrau.“

Sie führten offenbar die Zuchtziele einzelner Ritterorden fort und waren sich also über die Wirkung des Rassengesetzes in der Imprägnation völlig klar. „Fasten und andere Bußübungen, die der Buße halber eingehalten werden, bezeichnen sie für Gerechte (Senk-rechte!) nicht für notwendig, aber auch für Sünder nicht, weil der Sünder sowieso an jedem Tage aufseufzt, weil seine Sünden auf ihn fallen.“ Die Erkenntnis des Karmagesetzes gab ihnen eine solche Höhe des Urteils und es ist verwunderlich und bezeichnend, daß die Kirche solche Stützen verbrannte, statt ihnen Bischofssitze zu übergeben. Dann wären wir heute eine Gemeinde der Heiligen und eine Spaltung der Bekenntnisse wäre nicht eingetreten.

„Den Pabst in Rom lehnen sie ab, gestehen aber doch nicht, einen anderen zu haben.“ Das scheint dem Berichterstatter unmöglich, weil er sich in die „Freiheit eines Christenmenschen“ germanischer Auffassung nicht hineindenken kann. Er fügt noch hinzu, daß sie in großer Zahl über alle Länder verbreitet seien und auch viele Geistliche und Mönche unter ihnen wären. — Wir sind über die wirklichen religiösen Zustände im Mittelalter immer noch schlecht unterrichtet. Jedenfalls war die eine Seite dieses Mittelalters gar nicht so finster.

Der Straßburger Bischof Johann v. Ochsenstein gibt in einem Briefe einige Sätze aus den Lehren der Ketzer am Oberrhein wieder, und wir verwundern uns, wie man solche Überzeugungen verfolgen konnte im Namen des Christentums: „Christus hat nicht für uns, sondern für sich selbst gelitten.“ Eine ungewöhnliche Höhe der Erkenntnis: Wir können uns nur selbst erlösen!

„Jeder Mensch könne an Verdienst Christus übertreffen.“ Sie haben es durch die Tat zu Millionen bewiesen, daß auch sie um ihr Wissen, nicht nur Glauben allein, sich opfern, kreuzigen ließen und haben noch schlimmere Greuel ihrer frommen Henker ausgehalten. „Nichts dürfe um des Lohnes willen getan werden, auch um der Seligkeitwillen nicht!“ „Sie glauben, die katholische Kirche sei eine törichte Sache.“ „Aller eheliche Beischlaf sei Sünde, mit Ausnahme dessen, bei dem eine gute Leibesfrucht erhofft wird.“ Es wurde also unter ihnen auf Rasse gezüchtet! So erweist sich diese „Ketzerei“ als die Nachfolge der alten Zuchtlehre in vollstem Licht, einer wirklich, recht verstandenen Sonnengeistreligion, welches die reine Lehre des Gottessohnes auch ist. – – „Es gebe weder Hölle noch Fegefeuer.“ Als in sich selber! hätte der Bischof noch hinzusetzen können, wenn er über die erhabene Lehre dieser Ketzer recht unterrichtet gewesen wäre.

„Die Menschen müßten den Eingebungen ihres Herzens mehr folgen als den Lehren der Evangelien.“ Ein sittlicher Grundsatz höchster Erkenntnis, denn der Mensch wird nicht durch Bücher und „Glauben“ heilig, sondern durch Erkenntnis und Tat. „Manche unter ihnen könnten bessere Bücher schreiben als alle Schriften der Kirche, wenn auch diese vernichtet wären.“ Ein Zugeständnis der Ketzer, daß sie ihre höhere Erkenntnis eigenen schriftlichen und mündlichen Überlieferungen verdanken. Es ist klar, daß hier das Wissen der alten Bauhütten und anderer Bünde und Orden mit durchsickert, die in der Stille die reine Lehre in die hohe heimliche Acht genommen hatten. Aus diesem Geiste sind die herrlichen Dome entstanden, die Musik, die Poesie, die Mystik des Mittelalters, nicht durch die Feigen oder Finstern, die den Geist des Lichtes auf alle erdenkliche Weise aus den Leibern der Besten töten und quälen wollten. „Die Welt ist von Ewigkeit!“ bekennt Hermann von Ryswyk noch vor seiner Verbrennung, und lehnte damit jedenfalls die Wörtlichkeit der Schöpfungsgeschichte des „törichten“ Moses ab.

Die Entstehung vieler Orden, vor allem der Ritterorden verdanken vielfach der Ketzerriecherei ihren Ursprung. Man fand sich im Rahmen dieser Gebilde sicherer unter dem Schütze hoher eingeweihter Kirchen- und Weltfürsten und konnte unter den Riten, Sinnmalen und Bräuchen der uralten Lehre ungestörter weiter dienen, sie in den eigenen Führerkreisen, in den Orden verbreiten; denn diese Orden nahmen nur Mitglieder auf, die ihre „ritterbürtige“, das heißt reine arische Abstammung nachweisen konnten. Unter dem Einfluß der Kirche neigte die öffentliche Meinung später immer mehr zur Überzeugung von der Schuld des Templerordens an seinem Untergang durch Entartung, wenn auch selbst tiefste Entartung die Grausamkeiten nicht entschuldigen würde, die an den Opfern von der Kirche geübt wurde. Aber die Welt kümmert sich wenig um Vergangenes, lernt nie daraus, und jedes folgende Geschlecht wird zur Schlachtbank geführt, ohne daß es je einem möglich würde, zu bedenken, wo die vorangegangenen geendet haben.

Die neueren Geschichtswerke stellen sich auf den entgegengesetzten Standpunkt. Da ist Döllingers, des bedeutenden Geschichtsschreibers und Theologen Ansicht wortvoll zu hören, die er in seiner letzten akademischen Rede vom 15. November 1889 niederlegte: „Auffallend ist es, daß wir in der neueren deutschen Literatur fast allgemein der Behauptung begegnen, die Templer seien schon seit geraumer Zeit eine ausgeartete, dem Geiste und dem Buchstaben ihrer Regel untreu gewordene, üppig lebende Verbindung gewesen und als solche in der öffentlichen Meinung damals sehr tief gestanden. Man pflegt dies vertrauensvoll dem Vorgänger nachzuschreiben. Sieht man aber genauer zu, so stößt man überall auf Zeichen und Zeugnisse des Gegenteils, selbst bei den Feinden und Zerstörern des Ordens. Vor dem 13. Oktober 1307, dem Tage, an welchem der große Schlag gegen den Orden geführt wurde (an diesem Tage wurden auf einen geheimen Befehl Philipps des Schönen alle Templer in Frankreich verhaftet) hat niemand sich im Sinne dieser angeblichen Korruption, dieses Verfalles der Gesellschaft ausgesprochen. Ich habe im Gegenteil gefunden, daß in der unmittelbar vorausgegangenen und in der gleichzeitigen Literatur noch bis in die ersten Jahre des 14. Jahrhunderts Schriftsteller, die sonst scharf urteilen über die damalige Ausartung der geistlichen Körperschaften, für den Templerorden Zeugnis ablegen entweder negativ, indem sie ihn bei Aufzählung verdorbe’ner Orden und Klöster übergehen, oder positiv, indem sie ihn den ändern Orden für ein Muster vorhalten.“

Die wirklich verlotterten Orden entsprachen offenbar den Anforderungen und Absichten des Papstes, den arisch eingestellten, hochrassigen Templerorden wollte er vernichten, in der vollen Absicht, die Verbindungen, die dieser Orden mit dem Weistum der Vergangenheit pflegte, abzuschneiden. Döllinger begründet das näher, indem er hinzusetzt: „Der Wunsch, ein bequemes oder gar üppiges Leben zu führen, konnte niemanden in den Orden locken. Vielmehr mußte die asketische Strenge desselben abschreckend wirken. Die Tafel war nüchtern und man hatte lange Fastenzeit zu beobachten. Das Bett des Templers bestand nur aus Strohsack und Decke. Hier will ich ein für allemal bemerken, daß nie und nirgends ein Templer ein Geständnis abgelegt, wenn er nicht durch Tortur oder durch die Furcht vor ihr dazu gezwungen war. Die Schilderungen, nicht nur der Templer selbst, sondern auch anderer Zeitgenossen, wie man dabei verfuhr, sind entsetzenerregend. In Paris allein sind 36 Templer unter der Tortur gestorben. Neuausgesonnene Kunstgriffe furchtbarer Qualen kamen zur Anwendung. Der englische Geschichtsschreiber Lea sagt hierzu: „Es ist beachtenswert, daß dort, wo die Inquisition freies Spiel hatte, wie in Frankreich und Italien, es nicht schwer hielt, die erforderlichen Zeugenaussagen zu erlangen. In Kastilien und Deutschland schlug die Sache fehl, in England war nichts zu machen, bis man die Inquisition tatsächlich und zeitweilig für diesen Zweck in Kraft setzte.“ Es erscheint dem Nachdenklichen nahezu unfaßlich, wie ein solches hohes Wissen hier und bei unseren unmittelbaren Vorfahren verlorengehen konnte. Auf dem natürlichen Wege des Vergessens sicherlich nicht. Man könnte sein Verschwinden erklären mit dem Hinweis, daß eben diese Weisheit nicht Allgemeingut war, sondern nur von wenigen Auserwählten jeder Generation als ein Geheimnis wohl behütet war, und mit den Eingeweihten allmählich verschwand, wenn diese in ihrem Bestand bedroht waren. Das setzte mit der allmählichen Herrschaft der christlichen Kirche ein in Verbindung mit politischen Mächten, die nicht mehr wußten, wo der Vorteil des Volkes lag, ja diesem aus Eigennutz entgegenarbeiteten. So wurde frühe schon durch Karl den Großen der Grund und Boden, der gemeinsames, unteilbares Eigentum der Sippe war, des Geblütes, der Familie, als Königsgut erklärt, also unter einem Vorwand geraubt, so daß in Zukunft die Könige, und in ihrem Gefolge bald auch die Herzöge die Kirche mit dem geraubten Gute beschenken konnten. So konnten die Schenkungen an Klöster, Kirchen und Bischöfe ins Ungemessene gehen. Das alte, edle Blut, das sich dagegen wehrte, wurde ausgerottet und der Widerstand schließlich gebrochen. Es war eine völlige Enteignung zugunsten des übermächtigen Königtums und der Kirche aus den Segnungen geworden, die angeblich der neue Glaube ins Land gebracht hatte. In ihrer sogenannten Blütezeit „besaß“ z. B. die Abtei auf der Insel Reichenau im Bodensee 125 Ortschaften, deren Bauern zur bösen „Heidenzeit“ noch Herren auf eigenem Boden waren. Vier Herzöge, 20 Pfalz- und Markgrafen, 51 Grafen und Herren waren ihr lehnspflichtig. War das die Aufgabe der Kirche, die Güter der neu „bekehrten“ Christenheit zu sammeln, daß ihrem Seelenheil kein Schaden daraus erwüchse ?

Die Kirche hat gründliche Räumung vorgenommen. Sie entzog den Besiegten den sittlichen und den wirtschaftlichen Rückhalt, sie machte sie ärmer im Geiste und in der Habe und hat dieses schlaue, unselige Verfahren bis heute beibehalten, wenn auch mit anderen Mitteln unter veränderten Umständen.

Man könnte sich immer wieder die Frage vorlegen, wie anders hätte sich wohl das Schicksal des Abendlandes gestaltet, wenn es die gerade Entwicklung seines eigenen Wesens hätte einhalten können, ohne die furchtbare Geistespest, die mit einem gefälschten Christentum über die germanischen Völker gekommen war. Wir können uns nur damit trösten, daß wir annehmen, der Gote im Germanen mußte sich für einige Jahrhunderte opfern, in die Hölle selbst begeben im Kampfe mit diesen teuflichen Mächten, damit sie endgültig überwunden, den nachkommenden Zeiten nicht mehr gefährlich werden können.

Man müßte aus dem ganzen Geschehen die Folgerung ziehen, daß die Beschränkung der höchsten und letzten Erkenntnisse auf nur wenige vom Übel ist, andererseits führt eine zuweitgehende Verbreitung von Kenntnissen, deren wir uns jetzt befleißigen im Dienste einer angeblich segensreichen Allgemeinbildung — darüber wollen wir uns klar sein — zu jener täuschenden Halbbildung und geistigen Verflachung, unter welchen der Geist heute versklavt ist und die täglich die verderblichsten Ergebnisse zeitigen.

Darüber besteht kein Zweifel, die Zeit zwischen der Herrschaft der Kirche unter dem Namen des Christentums vom Jahre 800 etwa bis zum Jahre 1500 war ein furchtbarer heimlicher und offener Kampf um die Geistes- und Gewissensfreiheit des germanischen Menschen. Seither ist der Kampf zu unseren Gunsten entschieden. Wir binden unsere Wunden und waschen uns den Ekel ab, den das Ringen Leib an Leib mit einem unreinen Gegner in uns erregte.