Weckruf der uralten Linde aus dem Westfalenland

Deutsch und frei, so woll´n wir leben

flaggge_deutsches reich Deutsch und frei, so woll´n wir leben, woll´n aus der Knechtschaft uns befrei´n, woll´n trotzig , mutig uns erheben und wieder Herr, statt Sklave sein!

Woll´n frei sein vom Besatzerjoch und von den Ketten der EU, wollen unter uns sein, in dem Land, das uns gehört und bleiben soll, für alle Zeiten Gott zum Dank, der einst auch uns als Volk erschuf!

Wir woll´n uns nicht diktieren lassen, wie wir hier leben und gestalten, den Alltag hier in uns´rem Lande doch restaurirern und erhalten, die deutsche Nationalkultur, die Ausdruck uns´res Volkes ist und in der Welt einst war berühmt, für das, was heute nicht mehr ist:

Für Dichtung, Denker und die Werte, die uns Besatzer einst gestohlen, für Wehrkraft, Stärke die zerronnen, die wir uns müssen wiederholen, um frei und aufrecht dann zu schreiten, den Gang der Deutschen, ungebrochen trotz Fremdherrschaft und Multikulti, an der wir alle fast zerbrochen.

Woll´n frei sein und in uns´rem Lande, einst wieder nurmehr unter uns nicht mit Millionen and´rer Völker, die völlig fremd war´n und noch sind und die hier nichts verloren haben, weil dies das Land der Deutschen ist !

Wir wollen freie Deutsche sein, ganz ohne Genderwahn und Gift, das man uns tut nicht nur ins Essen, nein auch die Luft ist schon verpestet, durch Chemtrails und den ganzen Mist, den Zion hat, gemäß des Planes, heut´ umgesetzt zum Teile schon, mit dem er alle will verskalven und der, der Feind von allen ist !

Ein freies, deutsches Vaterland, ein Reich das ohne Fremdherrschaft, erstehet neu in frischer Blüte, das ist´s was unser Herz uns sagt, was unser Geist uns stets gebietet, wonach wir streben, Tag und Nacht !

Die Väter aus den Gräbern sprechen, für Deutschland sich stets einzusetzen, im Glauben, kämpfen, beten, sprechen, auf das wir endlich werden frei, nach all den Jahr´n der Tyrannei, durch die Besatzer aus den Staaten, die uns die faulen Früchte brachten, von Anglizismen angefangen, den kranken Filmen, den mißrat´nen, voll Krankheit und vom Geist besessen, der selbst die Seelen hat zerfressen, uns hinweggeführt hat von den Wurzeln, die uns als Deutsche definieren und uns´re Herzen ganz vergiftet, von Rassenchaos, Mordgelüsten, der Geldgier und dem Negerkult, dem Ghettoslang und dem Geschmiere, das man als „Kunst“ uns hier verkauft, hin bis zum Schuldkult und den Lügen, mit denen man den Stolz uns raubt, uns quetschtet bis zum letzten Tropfen, an Geld aus und an Arbeitskraft, von diesem Terror uns befreien, das unbedingt alsbald zu schaffen, damit wir eine Zukunft haben, ist wichtig, wie der Sonne Macht!

Deutsches Volk, Kultur und Stärke, Vaterland und frei von Schuld, Herr im Haus und frei Von Zion, sei der neue, deutsche Kult, der auf den Fahnen sei geschrieben, mit denen wir zu Felde ziehen, nicht nur im Geiste und in Ehre, doch auch mit Zucht und Disziplin, so woll´n wir uns zum Sturm erheben, um wieder uns zurückzuholen, das eigne, große Vaterland, uns frei zu machen von den Ketten, neu zu errichten unser Reich, mit dem Vertrag, der sei zum Frieden, beenden dann die Nachkriegszeit, die wie ein Alptraum, ohne Ende, uns quälte, Tag für Tag bis dann, die Stunde kommt dann zu vergelten, was man uns jahr´lang angetan!

Hinfort dann mit der “BRD”, mit “Österreich”, dem ganzen Mist, das was wir einzig, künftig brauchen, ist Deutschland, das EIN REICHe ist !

So stehet auf ihr Brüder nun, und kämpfet tapfer Hand in Hand, es sei gespannt ein einig Band um alles große, deutsche Land!

Es soll das Reich nun fähig werden, als einz´ger Staat, hier amtszuhandeln, was zwischen uns und „Leben“ steht, soll bald in Asche, sich verwandeln!

Ein freies deutsches Vaterland mit einem einz´gen ,deutschen Volk, das sich vergrößert und vermehret, das ist es,was hier werden soll !

Ganz frei und ohne Fremdherrschaft, Gott gebe, daß es bald geschafft !

So spricht zu euch, die deutsche Linde, die wurzelt im Westfalenland und die euch flüstert, wie die Winde Glück auf, ihr Brüder, frisch zu Hand !

Die Stimme der Ahnen

 Lass´ niemals los, das Ahnenband

flaggge_deutsches reich Lass niemals los, das Ahnenband, gedenke deiner Väter Land!

Gedenke stets der Traditionen und halte hoch die deutschen Werte, die einst dein Volk hat groß gemacht, und die ihm brachten bald die Ehre, für die wir Deutschen sind bekannt und die ein Mensch assoziiert, wenn er mal hört vom deutschen Land und was er meint, was sich geziemt, wenn man als Mensch, ein Deutscher ist!

Sieh´ stets dich an der Spitze steh´n, der Ahnenreihe deines Volkes, und als der Nachfahr´ , all der Deutschen, die früher lebten in dem Land, das dir bekannt ist als die Heimat, das ewig bleibt, dein Vaterland!

Gedenk´ mit Stolz und auch mit Anmut, all der Krieger, die gefallen, für das Land in dem du lebst, damit auch du hast d´ran gefallen, selbst wenn sie auch nicht siegreich waren,
neig´ trotzdem dann dein Haupt in Ehren, denn schließlich taten sie´s aus Pflicht, zu kämpfen, sich zu wehren, das kampflos nicht verloren geht, was heilig war und immer ist, und was auch du die Heimat nennst, was stets dir doch das Liebste ist.

Denn Sieger ehren, daß kann jeder! Darin war noch nie die Kunst !

Doch edel ist ein Volk auf Erden, das unterlag und doch nicht bricht, die Treue zu den Männern dann, die kehrten nicht als Sieger heim, doch taten bis zum Schluss die Pflicht, auf daß das Land nicht niederbricht und nicht verlieret seine Ehre, zum Schutz sich setzten stets zur Wehre und auch in Not zerzagten nicht, so stritten sie ganz unverzagt, bis das am Ende war nur Leere und Sieger blieb der Bösewicht.

Wer also kämpte, so beherzt, ganz gleich wie´s ausging, schließlich dann, der hat verdient sich auch die Ehre, auf die du heute schauen kannst, mit Demut und mit großem Stolz, denn sei bewusst dir alle Zeit, solch Männer war´n aus and´rem Holz, als das was ´rumläuft, weit und breit, in unsrer düst´ren Gegenwart, in der uns fast nichts bleibt erspart, an Schande und an Kriechertum, ganz anders, war das Kriegertum!

Sie fichten brav, wie´s ward befohlen, und gaben nicht das Ringen auf, bis alles war fast aufgerieben und übrig blieb das blanke Grau´n.

So neige stets dein Haupt mit Dank , wenn du mal ziehst, ganz still vorbei, an einem Denkmal für die Helden, damit niemals verloren sei, das Angedenken an die Männer, die einst da stritten und die fielen, für Freiheit, Volk und Vaterland, auch wenn am Schluss sie auch nicht siegten:

Der Wille ist es, der da zählt, und das man tut stets seine Pflicht, ganz ohne dabei zu beachten, wie groß die Chance zum Siege ist !

Steh´ stolz, erhaben über dem, was Lumpen dir da sagen mögen und höre nicht, auf all die Lügen, wie ach so schlimm die Vorfahr´n waren, denn diese Hunde sind Verräter, die uns´re Ahnen da verachten und die da emsig sind bestrebt , das Andenken zunicht´ zu machen!

Doch gleichgültig, was sie auch mögen tun, für ewig lebt, der Toten Tatenuhm!

Hinfort mit solch Verräterbrut die spukt auf Deutschland und die Ahnen , solch Nestbeschmutzer, braucht kein Mensch, schon gar nicht in den finst´ren Tagen, die uns heut leider sind beschieden, drum halt stets hoch die Fahn´im Herzen, mit denen uns´re Männer siegten, mit der sie stritten und auch fielen, die ihnen war die teuerste, und liebste Fahne auf der Welt, das Hochgefühl, wenn man sie hisst, kann niemals kaufen man mit Geld!

Halt´ hoch die Farben: Schwarz, weiß, rot, und sei, wie die, die vor die waren, bewusst dir, daß du Deutscher bist und achte stets auf dein Betragen, mach´ deinem Volke, keine Schande, sei treu dem Reiche, bis zum Tod, ganz gleich, was dir da and´re sagen!

D´rum halte fest, das Ahnenband und spüre dann die große Kraft, die strömet durch das geistig´ Band, daß dich mit Volk und Land verband, seit dem Momet, da du gezeugt, und bleib getreu dem Vaterland und gib´s nie kampflos aus der Hand ,ich hoff´du hast den Ernst erkannt!

Deutsch denken, sprechen, fühlen, handeln, dies vorzuleben, so zu wandeln, den Anderen ein Vorbild geben, soll dann gereichen zu dem Segen, der dann bewirkt die neue Kraft
die unser ganzes Volk erfasst, und die das Rückrad werden lässt gerade, um wieder aufrecht dann zu schreiten, erhaben, stolz mit uns´rer Fahne, zu kämpfen dann für unser Recht !

Auf das, das Reich erstehet neu und schön und frei sich´s leben lässt!

Dies wünschen sicher auch die Ahnen!

Auch wenn sie tot sind,und nichts wissen, wer Ehre hat und Treu´ im Herzen, wird allezeit sie stets vermissen.
So schaut herab auf uns nicht nur,der Herr der gebe uns die Kraft, zu bleiben immer deutsch und treu, ganz völlig Wurscht, ob Tag, ob Nacht!

So rät dir, die Westaflenlinde, die lang´ schon steht in deutschem Land, sei deutsch und treu und nie vergiss:
Halt immer fest, das Ahnenband !
ahnenDIE STIMME
DER AHNEN
Eine Dichtung von Wulf Sörensen
Der Deutschen Erhebung gewidmet
Deutschland erwache !
_______________________________
NORDLAND-VERLAG G.m.b.H
BERLIN
1943

» Ungekürzte Ausgabe «
1986 wurde dieses Buch neu verlegt, aus dem Seite 33 entfernt wurde.
ISBN 3-926179-01-5

Da hängen sie nun an der Wand: einhundertundsechsundneunzig kleine Tafeln in eirunden Rahmen matten Goldes sind es geworden. Und es sind noch lange, lange nicht so viele, wie es hätten sein müssen. All die oberen Reihen zeigen nur ein weißes Blatt mit einem Namen und ein paar Zeilen darauf.

Aber in den unteren Reihen da wird es lebendiger. Um die Zeit herum, da der Dreißigjährige Krieg begann, hebt es an: feine Kleinmalereien, mit spitzem vorsichtigen Pinsel auf gelb gewordenes Elfenbein gemalt. Aber man merkt es: der zarte Marderpinsel wollte nur widerwillig den harten und eigenwilligen Zügen folgen, die zu malen ihm aufgetragen war Die weißen Halskrausen und die Rüschen, die Spitzen, die Puffärmel, und bei den „Herren“ die blütenzarten „Jabots“ in den Bildern um das beginnende achtzehnte Jahrhundert herum, das alles wirkt bei denen da wie eitler Narrenplunder.

„Herren?“

Nein, O nein, nicht eine „Dame“ und nicht ein „Herr“ sind unter ihnen zu finden, trotz Samt und Seide nicht. Frauen und Männer sind sie alle, und das ist weit, weit mehr, als heute „Herr“.

Denn die da an der Wand im Bilde weiterleben, waren Fr e i e !

So weit ist’s mit uns gekommen, daß wir die Ahnen im Zeichen oder im Abbild an die Wand bannen müssen, um ihnen m unserem träg gewordenen Andenken ein blasses Leben zu geben.

Ahnen?

Nicht einmal den Tag der Geburt und den Totentag ihrer Eltern wissen alle mehr; sie haben ihn ja aufgeschrieben. Es ist schon ein Wunder, wenn einer ein wenig vom Ahn weiß, oder gar vom Großahn.

Und an den Urgroßahn denken sie schon gar nicht mehr, als sei er nie gewesen.

Früher, ganz früher war das anders. Damals als das Wort noch nicht zur feilen Ware geworden war, als man mit dem Worte noch nicht lügen konnte, als das Wort noch lebendig war, damals brauchte es des Schreibens und Aufschreibens nicht;

Zu jener Zeit war der lebendige Blutstrom vom Sohn zum Vater, vom Vater zum Ahn und zum Großahn und Urgroßahn noch nicht verschüttet. Noch rauschte er nicht, wie heute, tief tief unter allem Fremdgut des Geistes und der Seele, daß ihm die meisten nicht einmal mehr in der stillsten Stunde zu lauschen vermögen. Einst war alle Vergangenheit im Herzen eines jeden einzelnen lebendig. Und aus dieser Vergangenheit wuchsen Gegenwart und Zukunft empor wie die starken Äste eines gesunden Baumes.

Aber als diese herrliche Gotteswelt verteufelt wurde, als man sie eitel und verächtlich machte, wurde die lebendige Vergangenheit zur Sage, und die Sage wurde zum Kindermärchen.

Und heute?

Heute lachen sie sogar über die Märchen unseres Volkes und kennen sie nicht einmal. Und doch sind die Märchen das einzige, was uns von dem „Es war einmal“ geblieben ist, das wie ein still mahnender Finger in die Jahrtausende der Vergangenheit unseres großen Volkes zurückweist.

Wir brauchen nicht, was einst gewesen, meint ihr?

Eitles Geschwätz!

In wessen Brust das „Es war einmal“ seines Geschlechtes nicht wach ist, der hat auch keine Zukunft, die ihm gehört.

Es müßte bald einmal einer kommen, der uns unsere Märchen wieder verstehen lehrt und der uns so zeigt, daß unser Kampf um die Freiheit der Erde, die uns geboren hat, auch schon der Kampf unserer Ahnen vor hundert und tausend Jahren gewesen ist.

Wißt ihr, wenn ihr von Schneewittchen lest und von der bösen eitlen Königin, die über die Berge kam, daß diese Berge jenes „ultra montes“, jenes „Jenseits der Berge“, der Alpen, jenes Rom bedeuten, das allem Nordischen Todfeind ist? Und denkt ihr nun an den Spruch dieser Königin:
„Spieglein, Spieglein an der Wand, sag‘ an:
wer ist die Schönste im ganzen Land?“

Und denkt ihr bei diesem Spruch zugleich an jenes Rom, das nicht rastet und ruht, bis alles Nordische, Helle und Frohe ausgerottet ist und nur Dunkles bleibt, dunkel wie jene Königin im Märchen, so daß sie die Erste im Lande ist, — weil alles Weiße tot ist?

Dieses von „ultra montes“ Kommende duldet nichts neben sich. Es kann nur sehen, was vor ihm in die Knie gebrochen ist und ihm die Füße küßt.

Als die Königin, als fahrende Krämerin aus fernem Lande verkleidet, zum ersten Male über die Alpen kam, bot sie ihm das verlockende Mieder — verlockend, weil es fremdartig war — und zog seine Nesteln so eng, daß Schneewittchen ohnmächtig niedersank: die Sendboten Roms schnürten den nordischen Geist in die alles Leben erstickenden Bande fremder Begriffe und Trugworte.

Aber der verderbliche Plan gelang nicht. Die Zwerge — des Volkes gute Geister — kamen und befreiten Schneewittchen: die Friesen zerschmetterten die römischen Sendlinge, die mit ihrer Elends- und Knechtslehre die Kraft des Volkes zu brechen trachteten. Bald tausend Jahre rangen die Deutschen Stämme gegen das Gift vom Sinai, das ihnen das saubere Blut verdarb.

Und als die eitle Königin nun wieder den Spiegel fragte, ward ihr dennoch die Antwort: aber Schneewittchen, über den sieben Bergen, bei den sieben Zwergen, ist noch viel tausendmal schöner als ihr!“

Und wieder kam die Königin, von ruhelosem Neid getrieben, über der Alpen schneeige Wand mit neuem Trug. Sie bot Schneewittchen einen herrlich glänzenden Kamm, — ein Ding so fremdartig, wie es nie zuvor ein anderes gesehen: der römische Kaisergedanke lockte den Deutschen Tatwillen von seinem eigentlichen Ziele ab. Und nun kamen mit den romfahrenden Deutschen Kaisern schwere Not und das römische Recht in das Land, das den nordischen Stolz in Ketten legte.

Doch immer noch war der Deutsche Geist nicht gebrochen, immer noch war die böse Königin nicht die Schönste In allen Landen. Und so kam sie zum dritten Male und reichte Schneewittchen den giftigen rotwangigen Apfel, von dem ihm ein Bissen im Halse stecken blieb, daß es wie tot niedersank.

Dieser Apfel, dieser völlige Ab-Fall von der eigenen Art war. es, der des Deutschen Wesens Verderben war.

„Wie tot“ sagt das Märchen, denn es weiß recht wohl um die ungeheure Kraft, die im Volke nur schlummert, und weiß: einst kommt die große Stunde, da sie mit riesenhafter Gewalt die Fesseln vom Sinai sprengt.

Ob sie jetzt kommt, diese langersehnte Stunde? —

Nicht nur Schneewittchen, nein, hundert und aber hundert uralte Deutsche Märchen erzählen mahnend in immer anderen Bildern von der Not, den Bedrängnissen und der tiefen Weisheit unserer Ahnen.

Und da Roms Geißel über das Land zuckte, alles wahrhaftig aus der eigenen Art Emporsprießende erbarmungslos vernichtend, flochten die weisen Ahnen in bunte Bilder, in geheimnisvolle Worte, was sie den Nachfahren zu sagen hatten.

Aber auch dieser Sagen, dieser Märchen und Bilder hat sich Rom bemächtigt, hat sie verfälscht und in einen ihm selber nützlichen Sinn umgedeutet.

So kam es, daß unser großes Volk die Stimme der Ahnen nicht mehr verstehen konnte, daß es all die vielen Jahrhunderte in der Irre ging, sich seinem eigenen Wesen mehr und immer mehr entfremdete und Roms und damit Judas Knecht wurde.

Nur wer lebendig flammend die eigene Seele in der breiten Brust trägt, ist ein Einziger, ist ein Herr.

Wer aber von seiner Art läßt, der ist Knecht.

Der Schlüssel zur Freiheit liegt in uns! Lauschen wir wieder auf der Ahnen Stimme und hüten wir vor fremder Hand, was aus der eigenen Seele wachsen will. Stärker als Heere ist der Mensch, der den Gewalten sein heiles Ich entgegenzustellen vermag.

Ich sehe nachdenklich auf die lange Reihe der Ahnen, deren letzte Glieder soweit zurückreichen, daß kaum mehr ein Name und eine Zahl auf einem weißen Blatt Papier zurückgeblieben sind. Und ihre Stimmen werden im Blute lebendig, denn mein Blut ist das ihre. Ich denke daran, wie die welschen Mönche zu den Ahnvätern unseres Volkes kamen, von denen selbst ihre Todfeinde, die Römer sagten: „Wo die Goten hinkamen, da herrschte Keuschheit, wo aber die Vandalen hinkamen, wurden selbst die verderbten Römer keusch! Und diesen Menschen wurden diese Gebote vom Sinai als Leitstern des Lebens angeboten!

Kann man verstehen, daß diese Menschen gelacht haben, als sie diese Gebote hörten, weil ihnen unbekannt war oder unfaßlich, was man von ihnen forderte nicht zu tun?

Kann man verstehen, daß sie in rasendem Zorn das Schwert erhoben, als man ihnen sagte, der Mensch sei böse von Jugend auf, — ihnen, deren Beste die Goten: die Guten waren?

Kann man verstehen, daß unsägliche Verachtung diese herrlichen Menschen bitter machte, als man ihnen reichen himmlischen Lohn verhieß, wenn sie Dinge nicht tun würden, die sie nach ihren heimatlichen Begriffen unter das Tier hinabgewürdigt hätten?

Ihnen brachte man diese Gebote, die jenen, die sie darboten, an Menschenwürde und Sitte unendlich überlegen waren. Die seit unzählbaren Geschlechterfolgen bereits sternenhoch hinausgewachsen waren über die sittliche Ebene, auf der sich die Gebote von Sinai bewegen, und die schon seit vielen Tausenden von Jahren vor der bei uns üblichen Zeitrechnung, Gesittung und Kunst auf langen Wanderfahrten befruchtend in die Welt trugen.

Wenn ich die kleinen Bilder betrachte und durch ihre festgefügten Gesichter hindurch die Züge der Ahnen sehe, von denen keine Kunde mehr in diese Zeit dringt, dann ist mir, als sei ich von einer hohen, hohen Leiter hinabgestiegen, — wo ich doch hätte hinaufsteigen müssen!

Was jene waren, gelingt uns Heutigen nur manchmal zu scheinen, wenn das Wünschen übergroß wird: zu sein, wie jene gewesen sind.

Diese Kerle standen mit Allvater auf dem Duzfuß und brauchten noch keinen Advokaten mit dünnem Heiligenschein, wenn sie mit ihm zu reden hatten. Und auch das Bitten kannten sie nicht, dazu waren sie zu stark und zu stolz, — und zu gesund.

Erbeten Gut ist Fremdgut!

Sie wollten nichts Geschenktes, weil sie selber genug hatten, und wo was fehlte, da holten sie sich’s.

Ihr Glaube war ein Satz so kurz wie ein Augenzwinkern und so klar und tief wie ein Forellenwasser:

„Tue Recht und scheue niemand!“

Das andere, was noch dazu gehört, taugte ihnen nicht einmal für die Zunge, und die war doch karg genug dazumal.

Dieses andere trugen sie in der Brust und es war wie eine weisende Kompaßnadel, die das Boot stets in die rechte Bahn zieht.

War das wohl ein besserer Glaube als jener, der in einem dicken Buch aufgeschrieben steht, damit man nicht vergesse, — und den man nicht einmal richtig verstehen kann, es sei denn, der Priester komme und lege aus, was da geschrieben steht? Und dann muß man noch glauben, daß diese krause Auslegung recht ist.

Damals wuchs der Glaube aus dem Blut und er war ein Wissen, — heute aber muß er gelehrt werden, denn er ist ein Fremdglaube, der in unserem Blute nicht Wurzeln schlagen kann. Er ist ein Für-wahr-halten, was keiner wissen kann und das die meisten still abtun, weil es wider die Natur und die Vernunft ist.

Sind wir besser geworden, seitdem? Sagt es selbst.

Ein groß wortlos Trauern ist in der meisten Brust, eine grenzenlose Heimatlosigkeit, denn der Ahnen Sitte wird als Traum ewig in unserem nordischen Blute leben.

Wir wollen wieder gut sein, gut von Jugend auf, wie die Ahnen waren.

Wir wollen nicht mehr demütig sein und klein und schwach und alles jenem überlassen, von dem gesagt wird, er habe die eigene Schöpfung zu einem Sündenpfuhl gemacht, — der das eigene Werk verachtet. Stolz wollen wir wieder werden und groß und stark, und alles selber tun!

Wie anders jene Gesichter an der Wand dort sind, als die Gesichter der Heutigen. Nur wenn man ganz genau zusieht, findet sich noch ein Schimmer jener Klarheit von einst in den Zügen der letzten Geschlechterfolgen.

Was in den Ahnen so lebendig war, daß es das Gesicht eigenwillig formte, hat sich uns in das Blut verkrochen und träumt.

Darum täuschen die Gesichter heute so oft.

Manch einer, dessen Haare und Augen in der Farbe nach dem Süden zeigen, hat den Großteil des Blutes von den nordischen Vätern.

Und manch einer, der aussieht, als hätten ihn zwei Jahrtausende vergessen, trägt seine hellen Haare und seine grauen oder blauen Augen als trügende Maske, und sein Blut hat nicht einmal mehr die Erinnerung an die Väter im Nordland. Der eine hat nur den Schein des Fremden angenommen und behielt sein nordisches Blut.

Der andere nahm das Blut des Fremden und behielt Bein nordisches Gesicht als Trugmaske.

Was ist besser?

Heute muß man in die Augen schauen, ob sie noch fest sind und leuchtend und kühn. Die Seele blickt durch die Augen, und die trügt nicht.

War manch ein Rebell und Ausreißer unter denen da. Manch einer, der denen den Bettel vor die Füße schmiß, die an ihm herumbiegen wollten. Konnten nicht krumm sein, diese Kerle, wollten lieber in der Fremde vor die Hunde gehen, als verbogen werden.

Ging aber keiner vor die Hunde.

Wer in die Fremde ging, folgte dem rastlosen Strom seines Blutes, das nicht Ruhe gab, bis es sich selbst gefunden: das Fremde ausgeschieden und in den Blutstrom der Väter eingeflossen war und so bewußter Teil der Ahnenreihe wurde, die den großen Kreis der Sippe schließt.

Aber wenn dann wieder einer heimkam — alle kamen sie wieder — dann war aus ihm ein Stiller und Fertiger geworden.

Man kann nicht sagen, was es ist, dieses Fertigsein.

Aber wenn die anderen durcheinander schwatzen und dieser eine sagt leise nur ein paar Worte, dann haben alle anderen diese Worte verstanden und werden still und lauschend.

Und dieser eine fragt nicht; er wird gefragt.

Das ist es.

Man sieht’s ihren Augen an: wie sie das Leben meisterten, so standen sie auch mit dem Tode auf dem Duzfuß

Er war ihnen vertrauter Weggenoß.

Bis herauf in unsere Tage haben sie diese Augen.

Da war einer, Ekke hieß er und fiel am Kemmel.

Der Stahlhelm auf seinem Kopf sieht aus, als gehöre er zu ihm, als sei er ein Stück seiner selbst.

Sein Mund ist wie ein Strich.

Aber in seinen zwanzigjährigen Augen blinkt ein leises Lachen.

Und mit diesem Lachen, das dem Munde fremd ist, und mit zwei Fingern an der Kante des Stahlhelms hat dieser Ekke den Tod gegrüßt, als er winkend vorüberschritt.

Ich kann mir diesen Ekke nicht vorstellen, wie er betend und flehend, in die Knie gebrochen vor Jammer, einen Gott über den Wolken um Gnade und Hilfe anfleht.

Aber so kann ich mir ihn vorstellen:

halbaufrecht emporgeworfen die Handgranate mit einem Jauchzen in das Maschinengewehrnest schleudernd. Und im Schwung noch von der Kugel getroffen und niedersinken mit dem letzten Gedanken:

… das Beste für Deutschland …!

Dieser Ekke nahm den bitteren Kelch mit stolzem Heldenlachen und trank ihn aus, in einem Zug, bis auf den Grund Und hat womöglich noch die Nagelprobe gemacht ohne eine Miene zu verziehen.

Er hat nicht gefleht, der Kelch möchte an ihm vorübergehen. Er griff von selbst nach ihm, denn er weiß:

Alles Notwendige ist gut!

Seite 33 (BRD zensiert)

Unter dem Bilde Ekkes steht sein Lebensspruch. Er hat ihn mit seiner festen klaren Hand selbst geschrieben: „Edel sei der Mensch, hilfreich und gut!“

Ist das nicht weit, weit mehr, als jene zehn Gebote, die der Jude Moses dem verkommenen farbigen Hebräergesindel in der Wüste geben mußte, um dieser Horde die Anfangsgründe des Menschseins verständlich zu machen?

Für dieses Hebräergeschmeiß waren diese Gebote recht, hatten es doch sogar die Ägypter zum Lande hinausgejagt; sogar als Sklaven waren die Hebräer, die das ganze Volk verpesteten, zu schlecht.

Die Hebräer — das auserwählte Volk unter den Völkern! So groß ist der Hohn dieses Wortes, daß man ihn für ernst nahm.

Gebote setzen ihre Übertretung voraus.

Schon an der Notwendigkeit dieser Gebote, die nichts fordern als das Allermindeste, um auf die Bezeichnung „Mensch“ Anspruch erheben zu können, erkennt man, welchem Auswurf mit menschenähnlichen Gesichtern sie gegeben wurden.

Eine Schmähung, unsühnbarer Schimpf des Hehrsten im Blute waren diese Gebote für den Menschen im Norden.

So wuchs aus der flammenden Empörung des nordischen Blutes ein Wittekind, der immer und immer wiederkehrte und die Seinen zum Kampf gegen die Lehren vom Sinai und von Nazareth führte. Denn tödliches Gift sind diese Lehren für unser Blut.

Wann er nicht mehr wiederkommt, dieser Wittekind, fragt ihr? Hört: im letzten Deutschen stirbt Wittekind! Solange noch ein einziger Deutscher lebt, ist Wittekind lebendig und ihr seid nicht sicher vor ihm!

Nicht zwanzig Millionen, nein, O nein! Siebenzig Millionen Deutscher sind zuviel auf dieser leuchtenden Erde für alles, was vom Sinai kommt. —

Auch die Letzten, die echt sind, werden noch wach werden, wenn die Schwerter an die Schilde dröhnen und die Heerhörner zum letzten großen Thing dieses unseligen Jahrtausends rufen. Und wer dann noch schläft, dessen Blut ist dumpf geworden und sauer.

Kein Schwerthieb für ihn!

Er werde achtlos zertreten von den Füßen der Heerhaufen, die auf allen Straßen dieser Deutschen Erde zum Thing eilen!

Eine uralte Sitte ist in diesem Geschlechte lebendig geblieben bis auf den heutigen Tag. Einmal schien diese weise, von den Urvätern überkommene Sitte zu verlöschen. Aber sie lebte wieder auf und die Stunde ist nicht mehr fern, in der ein ganzes Volk, mein großes schönes Volk, den Sinn dieser Sitte wieder erkennen und durch sie gesunden wird.

Die Ahnen dieses großen Geschlechtes gaben dem Kinde einen kraftvollen Namen, voller Frohsinn und Lebensmut.

Sie liehen ihm diesen Namen.

Und dieser Name war dem Kinde wie ein leuchtendes Ziel, weit vorausgeworfen seiner Lebensbahn.

Als der kostbarsten Güter eines trug das Kind diesen Namen in seiner Seele, denn er war Hoffnung und heilige Verpflichtung.

An diesem Namen erstarkte des Kindes Seele und wurde ein ganzes, leuchtendes ich.

Wenn aus dem Kinde ein Jüngling geworden war, traten die Ältesten der Sippe beim Fest der Namengebung zusammen und prüften, ob die nun entfaltete Wesenheit des jungen Menschen dem ihm einst gegebenen Namen noch entsprach.

Wurden Mensch und Name als ein Klang befunden, dann wurde dieser Name dem Jüngling für die Zeit seines Lebens gegeben. Sonst aber wählte sich der junge Mensch seinen eigentlichen Namen, Sinnbild seines Wesens, selbst.

So kam es, daß die Ahnen waren, was ihre Namen sagten. Und darum wog ihr Name so schwer, wie das runengemarkte Schwert, wie Wort und Handschlag, wie Nein und Ja

In der Zeit des Christentums hatten die Ahnen noch einen anderen Namen, wie es das neue landfremde Gesetz erzwang. Aber diesen Namen kannte keiner; er stand im Kirchenbuche geschrieben und war nur eine Bezeichnung, war eine Stückzahl. Die Obrigkeit mußte den lebendigen, den heidnischen Namen des Mannes neben den wesenlosen christlichen schreiben, um nicht Schemen in den Büchern aufzuzählen.

In diesen Zeiten aber entsprossen dem Geschlechte die aufrechtesten Männer und die stolzesten Frauen.

Ich trete näher an die Bilderreihen hin und lese die Namen. Die Ältesten sind:

Helge, Fromund, Meinrad, Markward, Ran, Waltan, Eigel, Asmus, Björn. Seltsame Namen sind dies, nicht? Es sind Namen, aus der großen Sprache unseres Volkes selbst geboren. Nichts Fremdes ist in ihnen, kein falscher Klang. Echt klingen sie im Mund wie gediegenes edles Metall. Nach salziger See schmecken diese Namen, nach schwerer fruchtbarer Erde, nach Luft und Sonne — und nach Heimat. Merkt ihr’s?

Wenige werden es merken, allzu wenige. Die eigene Sprache ist ihnen fremd geworden und hat ihnen nichts mehr zu sagen….

Und die letzten dieser Reihe begannen ihre Söhne so zu nennen:

Gottlieb, Christian, Fürchtegott, Leberecht, Christoph… und noch später:

Paulus, Johannes, Petrus, Christophorus, Korbinianus, Stephanus, Karolus….

Um diese Zeiten hatten die Ahnen keine anderen Namen mehr als diese.

Fühlt ihr, wie es in diesen Menschen zusammenbricht, wie sie heimatlos werden in der eigenen Haut, — wie steil es die Leiter abwärts geht?

Ein ganzes Schicksal liegt in der Wandlung dieser Namen beschlossen.

Nicht das Schicksal eines einzelnen, oder das einer Sippe.

Das Schicksal eines ganzen Volkes verkündet diese Wandlung.

Das Schicksal unseres Volkes! Aber wie seltsam:

Jenen, die von ihren Vätern Karolus genannt wurden und Paulus, schienen diese Namen auf einmal lästig geworden zu sein, fremd, unbequem, Hohn und Spott.

Und nun kommt das Geschlecht, das in den großen Krieg zog, und die Namen mit den kleinen eisernen Kreuzen hinter einer Jahreszahl, die bloß zwanzig oder noch weniger Jahre von dem Jahr der Geburt entfernt ist, lauten:

Jochen, Dieter, Asmus, Erwin, Walter, Roland, Georg….

So heißen wir.

Und wie heißen die Allerjüngsten, die ihre Namen noch in das dritte Jahrtausend nach der Zeit nordischen Selbstvergessens hineintragen können?

Gerhardt, Hartmut, Dietrich, Ingo, Dagwin, Günther, Hellmut, Gernot… Dagmar, Ingeborg, Helga….

Ob das der Große Krieg gemacht hat?

Es geht bergauf!

Die Namen sagen es.

Einige der Männer tragen geistlich Gewand.

Aber der Maler hat ihnen ein Zeichen mitgegeben. Und wer dies Zeichen zu lesen vermag, der weiß, wie viel oder wie wenig sich das starke Herz von dem Schatten des schwarzen Gewandes verdunkeln ließ.

Es sind alles nur Kopfbilder, doch bei dem einen zeigt der Maler auch die Hand. Eine starke, sehnige Hand, die ein Steuer im Sturme bändigt.

Das schwarze Buch in dieser Hand sieht wie eitel Spielwerk aus.

Eine solche Hand vermag den Feind nicht zu segnen, — sie zerschmettert ihn. Dem Frithjof Sören hat der Maler den Namen beigegeben.

Seltsamer Name für einen Priester. Frithjof ist der Friede-Raubende.

Sollte der Priester Sören jenen den Frieden des Lammes geraubt haben, denen er das gesunde Mark zerfraß?

Einen anderen zeigt der Maler mit windzerzaustem Grauhaar. Seine Nase ist gebogen, wie der Schnabel des Seeadlers. Der Blick seines Auges ist ohne Grenzen. Und Ran Sören soll diesen seinen Nacken in Reue und Buße und Demut gebeugt, soll die Welt verachtet und eines anderen Kraft mehr vertraut haben, als der eigenen….?

Ich weiß, warum es das Schicksal fügte, daß diese da den schwarzen Rock tragen mußten: —ohne sie wäre manch ein Heide weniger im Norden, ohne sie hätte manch einer mehr das eigene Gottesbild mit dem fremden vertauscht und wäre müde geworden an der eigenen Kraft und an der Welt, und manch einer mehr hätte sein Blut vergessen, wie es diese Lehre will und wäre zum Knecht geworden.

Das sind wahre Heilige, denn sie haben ihr heil-Ich bewahrt, trotz der Soutane.

Sie schlugen den Feind mit der eigenen Waffe.

Die Heiden nannte das Volk dies Geschlecht. Und einige waren so stolz auf dies Wort, daß sie es ihrem Namen beifügten, wie man ein Seltenes und Besonderes nimmt, sich damit zu schmücken.

Denn der Heide ist einer, der sich und seiner Art treu blieb, dessen Blut rein in den Adern fließt. Und dies reine Blut vermag die Welt nicht mit den Haßaugen von Sinai und nicht mit den weichen Knien von Nazareth zu erleben. Es trägt das Göttliche rein und klar und schön in seinem roten Strome durch die Erdenewigkeit des Geschlechtes.

Nie hat einer dieser Menschen Gott gesucht. Man sucht nicht, was lebendig in der Seele wohnt.

Nie hat einen dieser Menschen Zweifel um das Göttliche angefressen. Nur wer den Gott in sich verraten und einem fremden Gottesbild die Seele geopfert, kennt diesen Zweifel. Ewig ist der Zweifel, wo das ewig Fremde und darum ewig Unbekannte ist.

Ein ewiger Zweifler ist der Christ.

Kann der treu sein, der sich selbst untreu wurde?

Kann der groß sein, der sich in Sehnsucht nach dem Staube verzehrt?

Kann der stark sein, der die Schwachheit liebt?

Kann der stolz sein, der in Demut einherwandelt?

Kann der rein sein, der sich in Sünden geboren sieht?

Kann der glücklich sein in dieser Welt, der die Welt verachtet?

Und kann der Gott in der Seele tragen, der die göttliche Schöpfung verachten muß?

Welch seltsamer Gott ist dies, ihr Christen, der euch aufrecht erschaffen und der euch in die Knie brechen heißt, will eure Seele sich ihm nahen.

Wir kommen nicht zu unserem Gott, zu bitten, wir Heiden.

Gott ist zu groß — und wir sind zu stolz, zu bitten. Wir würden den Gott in unserer Seele schmähen.

Wir kommen nicht zu Gott, zu klagen, wir Heiden, — weil wir unsere Fehler nicht den Leuten zeigen — am wenigsten aber Gott.

Wir suchen unsere Fehler abzulegen und zu wachsen

Nicht die Klage ist unser Teil, sondern der Zorn, — am ersten aber der Zorn gegen uns selbst.

Und wir bereuen nicht, wir Heiden, weil wir nicht feig sein können. Der Mann steht zu seiner Tat.

Warum habt ihr ein Schimpfliches aus den „Heiden“ gemacht?

Ihr solltet eure Kleinheit nicht auf den Gassen feilhalten und eure befohlene Liebe nicht mit eurem Haß bedrängen und euer Verzeihenmüssen nicht mit eurer Rache!

Nur der Neid schimpft!

Wir schämen uns für euch, weil wir euren Neid sehen, — sind manche von euch doch Brüder unseres Blutes.

Einst war es Schimpf, ein Christ zu sein. Aber als ihr Masse wurdet, ihr Christen, machtet ihr die Tugend zum Schimpf — und ihr nanntet uns „Besondere“, nanntet uns „Heiden“.

Wir sind „Besondere“ geblieben, obgleich ihr schimpftet!

Nie werden wir Masse sein und nie Herde.

Wißt ihr, daß viele unter euch heute noch „Besondere“ sind?

Warum werft ihr die Bettlerlumpen nicht ab, die ihr euch über den Königsmantel des Menschen gezogen habt?

Schämt ihr euch, „Besondere“ zu sein? Fürchtet ihr „Heiden“ genannt zu werden?

Wenn die Christen Gott in den Wolken ganz vergraben haben werden, mögen sie zu uns kommen, — wir werden ihnen Gott wieder zeigen, — wir Heiden. — Denkt nicht, wir rechneten ab, ihr Christen! Wir wägen still — aber wir wägen nicht mit falschen Gewichten. Wir betrügen den Gott in uns nicht, weil wir uns nicht selbst betrügen. Wie wir richtig gewogen haben, so hätten wir auch richtig gerechnet, vermöchten wir mit Gott um die Seele zu markten: seht, wir bereuen nicht, weil wir nichts zu bereuen haben, — nichts fehlt an unserer Mark Wert.

Eine ganze Mark haben wir erhalten. Eine ganze Mark behielten wir.

Und nun wäget ihr?

Und wenn ihr gewogen habt, geschätzt und gerechnet, dann fragt euren Neid, wieviel ihr verlort.

Wer nichts verloren hat von seinem Wert, der ist ohne Neid und ohne Haß für uns Heiden.

Der kleine Mensch haßt, was über ihm ist, der große bewundert es, der kleine Mensch bemitleidet, was unter ihm ist, der große verachtet es, — wenn es seiner Verachtung wert ist, — oder hilft.

Dort in der Wiege liegt mein kleiner Sohn und greift jauchzend nach den Bildern der Ahnen an der Wand.

Diese kleine lachende Lebendigkeit ist der nächste Schritt meines Geschlechtes in die Zukunft.

Ich war der letzte Schritt.

Und hinter mir sehe ich den Weg meines Geschlechtes in fernen Jahrtausenden verdämmern, — denn auch was ich nicht weiß, ist Wirklichkeit. Meines Geschlechtes Weg durch die Zeiten kenne ich nicht, aber ich weiß, daß ich lebe, und weiß, daß ich nur Glied einer Kette bin, die ohne Fehl sein muß, so lange mein Volk lebt, — sonst wäre ich nicht.

In Pergament gebunden wandert seit langem ein Buch durch das Geschlecht. Ich schlage es auf und schreibe eine vergilbte Seite für meinen Jungen:

„Du bist nicht heute und bist nicht morgen. Du bist tausend Jahre vor Dir und bist tausend Jahre nach Dir.

Tausend Jahre vor Dir haben ihr Blut gehütet, daß Du so wurdest, wie Du bist.

Hüte Du Dein Blut, daß die Geschlechterfolgen der tausend Jahre nach Dir, Dir Dank wissen.“

Das ist der Sinn des Lebens, daß Gott wach wird im Blute.

Aber nur im reinen Blute ist Gott.

Von wem habe ich gesprochen?

Von meinen Ahnen?

Sinnbild ist nur das Eigene für das Volk, in dem ich lebendig bin.

Zu wem habe ich gesprochen?

Zu meinem Sohn?

Mein Sohn ist nur Teil meines Volkes.

Weisheit aus tausend Geschlechtern schlummert in dir.

Wecke sie und du hast den Schlüssel gefunden, der dir das Tor deiner tiefsten Sehnsucht öffnet.

Nur wer sich selbst achtet, ist wert. Mensch zu sein

Mensch ist nur, wer Vergangenheit und Zukunft lebendig in sich selbst trägt, — denn nur der steht über der Stunde Gegenwart.

Wer Herr des Gegenwärtigen ist, der allein ist glücklich.

Nur im Glücklichen ist Gott Das sagt die Stimme der Ahnen

Wer den Deutschen erstarken lassen will.

Kurt Eggers Wer den Deutschen erstarken lassen will, muß ihn in Not und Entbehrungen zwingen. Das ist das Geheimnis deutschen Wesens: die deutsche Seele ist noch nie in Kriegen, oft aber in feigen Friedenszeiten gefährdet gewesen. In satten Zeiten ist der Deutsche arglos und fröhlich wie ein Kind. In solchen Zeiten haben es seine Feinde leicht, ihn mit Theorien und seltsamen Lehren zu bändigen. Dann können sie es wagen, ihn auszunützen und ihn zu erniedrigenden Sklavenarbeiten zu zwingen. Die deutsche Gutgläubigkeit, die biedermännische Vertrauensseligkeit sind die schwächsten Stellen in der Festung des deutschen Wesens. Man hat den Deutschen gelehrt, der Haß sei verwerflich. Und der Deutsche hat diese Lehre geglaubt! Erst spät hat er erkennen müssen, daß der echte Haß so edel ist wie die echte Liebe.
Quelle: KURT EGGERS – Von der Heimat und ihren Frauen, Verlag Sigrune, Erfurt

Wilhelm Richard Wagner

Wilhelm Richard Wagner  22. Mai 1813 - 13. Februar 1883
Wilhelm Richard Wagner 22. Mai 1813 – 13. Februar 1883

Wilhelm Richard Wagner 22. Mai 1813 in Leipzig – 13. Februar 1883 in Venedig im Palazzo Vendramin-Calergi) war ein deutscher Komponist, Dramatiker, Schriftsteller, Theaterregisseur und Dirigent. Der Künstler Wagner beeinflußte die Ausdrucksfähigkeit romantischer Musik und die theoretischen und praktischen Grundlagen der Oper, indem er die Handlungen als Gesamtkunstwerk gestaltete und dazu Text, Musik und Regieanweisungen schrieb. Als erster Komponist gründete er Festspiele in dem von ihm geplanten Bayreuther Festspielhaus. Seine Werke behandelten vorrangig Stoffe aus der germanischen Mythologie.

Leben

Kindheit und Jugendzeit

200px-Daslebenrichardw01glas_0004 Richard Wagner wurde als neuntes Kind des Polizeiaktuarius Carl Friedrich Wagner (1770–1813) und der Bäckerstochter Johanna Rosine Wagner, geb. Pätz (1774–1848), geboren und am 16. August auf den Namen Wilhelm Richard Wagner in der Thomaskirche zu Leipzig getauft. Sechs Monate nach seiner Geburt, am 23. November 1813 starb der Vater an Typhus. Im August 1814 heiratete Wagners Mutter den jüdischen Schauspieler Ludwig Geyer (1780–1821) und die Familie zog nach Dresden. Am 16. Februar 1815 wurde Richards Halbschwester Cäcilie geboren. Seine älteren Geschwister hießen Albert, Gustav, Rosalie, Julius, Luise, Klara, Theresia und Ottilie. Im Jahr 1817 wurde Richard – noch unter dem Namen seines Stiefvaters Richard Geyer – eingeschult. Zwei Jahre später erkrankte der Stiefvater und starb am 30. September 1821 in Dresden. Richard kam daraufhin bei mehreren Verwandten „in Pflege”. So kam er im Oktober 1821 zum Bruder seines Stiefvaters Karl nach Eisleben, wo auch schon sein Bruder Julius aufgenommen worden war. Ab dem 2. Dezember 1822 besuchte er die Kreuzschule in Dresden. 1826 übersiedelte die Familie nach Prag, weil Richards Schwester Rosalie dort ein Engagement erhielt. Richard blieb weiter in Dresden und war bei der Familie Dr. Böhme untergebracht. Ab Weihnachten 1827 war er wieder mit seiner zurückgekehrten Familie in Leipzig. Hier besuchte er von 1828 bis 1830, jetzt wieder unter seinem richtigen Namen Richard Wagner, die Nikolaischule sowie die Thomasschule zu Leipzig. Er fand in dieser Zeit ein Vorbild in seinem Onkel Adolph Wagner, einem Philologen, der sich als Übersetzer der Werke Sophokles´ einen Namen gemacht hatte und mit Goethe korrespondierte. Richard las in dessen umfangreicher Bibliothek Shakespeare und die Romantiker, z. B. E.T.A. Hoffmann und schrieb schon als Schüler sein erstes Drama: die Tragödie Leubald, ein großes Trauerspiel in fünf Akten.

Musikalische Entwicklung und erste Kompositionen

Er verfaßte bald erste Sonaten, ein Streichquartett sowie den unvollendet gebliebenen Opernversuch Die Hochzeit und studierte ab 1831 an der Universität Leipzig Musik und nahm Kompositionsunterricht beim Thomaskantor Christian Theodor Weinlig, dem er auch sein erstes Werk (Klaviersonate in B-Dur) widmete. Davon und auch von dem Erfolg der ersten Aufführung seiner Konzertouvertüre in d-Moll im Jahr 1832 in Leipzig angespornt, komponierte Wagner weitere Konzertstücke, u.a. die C-dur-Sinfonie, die noch im selben Jahr im Prager Konservatorium uraufgeführt wurde.

Angeregt von E.T.A. Hoffmann und einem Stoff aus „Ritterzeit und Ritterwesen” hatte er den Plan zu seiner ersten Oper unter dem Titel Die Hochzeit verfaßt. Er dichtete den Text und begann mit der Komposition der ersten Nummern. Von der Partitur blieben nur Teile erhalten (WWV 31).

1833 begann er mit der Komposition der Oper Die Feen, nachdem er seine erste Anstellung als Chordirektor des Würzburger Theaters erhalten hatte. In Heinrich Laubes Zeitung für die elegante Welt erschien bald darauf sein Aufsatz „Die Deutsche Oper”. Wagners erste selbstständige musikalische Einstudierung war nach seiner Aussage die Musik zu Johann Nestroys Posse Lumpazivagabundus (1833) von Adolf Müller senior.

Reifejahre

1835 arbeitete Wagner an der Oper Das Liebesverbot und leitete die zweite Magdeburger Spielzeit. Am 29. März 1836 fand die Uraufführung der Oper Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo in Magdeburg statt. Über Berlin reiste Wagner nach Königsberg. Am 24. November heiratete er Minna Planer, die dort als Schauspielerin engagiert war. Am 1. April 1837 wurde er Musikdirektor in Königsberg. Der Theaterbetrieb brach allerdings kurz darauf wegen Bankrotts der Direktion zusammen. Im Juni 1837 gelang es ihm, eine Kapellmeisterstelle in Riga zu erlangen. Im Juli verließ ihn seine Frau Minna mit einem Kaufmann namens Dietrich, sie kehrte im Oktober aber reumütig wieder zu ihm nach Riga zurück. Hier entstand der Text und der Beginn der Partitur seiner ersten Erfolgsoper: Rienzi.[1] Wagner lernte hier auch Wilhelm Hauffs Märchen vom „Gespensterschiff” mit dem Holländer-Stoff kennen. Mit dem Theaterdirektor Karl von Holtei plante er ein Singspiel unter dem Titel Die glückliche Bärenfamilie, sperrte sich aber bald gegen den Theaterbetrieb. Es war eine Zeit, in der die Geschichte der Wanderbühnen zu Ende ging, die zunehmend durch Stadttheater mit festem Personal ersetzt wurden.

Bereits 1839 verlor Wagner seine Stellung in Riga wieder und fuhr gemeinsam mit seiner Frau auf dem kleinen Segelschiff Thetis nach London. Die stürmisch verlaufende, mehrfach in norwegischen Häfen unterbrochene und schließlich über vier Wochen dauernde Seefahrt, bei der das Schiff beinahe kenterte, brachte Inspirationen für den Fliegenden Holländer. Nach kurzem Aufenthalt in London reisten sie über Boulogne-sur-Mer weiter nach Paris.

Wagner verbrachte die Jahre 1840 und 1841 in Paris und vollendete dort Rienzi (1840) und schrieb und komponierte den Fliegenden Holländer (1841). Darüber hinaus verfaßte er Artikel für diverse Journale und erledigte musikalische Lohnarbeiten.

Dresdner Jahre

200px-Daslebenrichardw02glas_0004Im April 1842 verließ er Paris und siedelte sich in Dresden an. Zu den wichtigsten Bekanntschaften gehörte die mit der Sängerin Wilhelmine Schröder-Devrient. Den Juni verbrachte er in Teplitz-Schönau, wo er schon 1834 und 1836 gewesen war. Auf der Burg Schreckenstein entstand der erste Tannhäuser-Entwurf. Die Uraufführung des Rienzi fand am 20. Oktober in Dresden statt.

1843 wurde Wagner zum Königlich-Sächsischen Kapellmeister an der Dresdner Hofoper ernannt und konnte dort auch am 2. Januar seine Oper Der fliegende Holländer zur Uraufführung bringen. Wenig später übernahm er auch zusätzlich die Leitung der Dresdner Liedertafel, in deren Auftrag er das Chorwerk Das Liebesmahl der Apostel komponierte. Die Uraufführung fand am 6. Juli 1843 in der Frauenkirche statt.

1844 arbeitete Wagner weiter an der Oper Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg. Im Juli 1845 hielt sich Wagner in Marienbad auf. Er entwarf dort in einer ersten Inhaltsskizze die Handlung zu den Meistersingern und beschäftigte sich intensiv mit den deutschen Sagen, vor allem dem Nibelungen- und dem Grals-Mythos. Er begann mit der Konzeption seiner Oper Lohengrin. In Dresden leitete er am 19. Oktober die Uraufführung seines Tannhäuser. 1846 dirigierte Wagner Beethovens 9. Symphonie und begann im Sommer, während eines Urlaubes in Graupa nahe Dresden, mit der Komposition des Lohengrin. Am 9. Januar 1848 verstarb Wagners Mutter in Leipzig. Im Frühjahr 1848 besuchte Franz Liszt Wagner erstmals in Dresden, wenig später kam es zu einem Gegenbesuch bei Liszt in Weimar, womit eine lange Freundschaft begann.

Zürcher Jahre

Nach dem Dresdner Maiaufstand 1849 mußte er Sachsen verlassen und ging in die Schweiz nach Zürich. Dort entstanden in den Folgejahren die Zürcher Kunstschriften, unter anderen Die Kunst und die Revolution, Das Kunstwerk der Zukunft und seine große musiktheoretische Schrift Oper und Drama.

In einem regen Briefaustausch mit seinen Freunden Franz Liszt, August Röckel und Theodor Uhlig entwickelte und erklärte er seine zukünftigen künstlerischen Ambitionen und entwarf die Oper Wieland der Schmied. Am 28. August 1850 wurde in Abwesenheit Wagners durch Franz Liszt in Weimar Lohengrin uraufgeführt.

Im Mai 1853 gab Wagner Konzerte mit Ausschnitten aus eigenen Werken in Zürich. Wagner reiste im September erneut nach Italien, wo ihm die Ur-Idee zum Beginn des Ring des Nibelungen kam und konzipierte das Rheingold-Vorspiel. Er begann mit der Rheingold-Komposition, die er innerhalb von drei Monaten bis Januar 1854 abschloß.

1854 las Richard Wagner Schopenhauers Hauptwerk „Die Welt als Wille und Vorstellung“. Im gleichen Jahr begann er mit der Konzeption von Tristan und Isolde. 1855 gab Wagner mehrere Konzerte in London. 1856 richtete er ein Gnadengesuch an den sächsischen König. Zwischenzeitlich lebte er auf dem „Grünen Hügel” neben der Villa Wesendonck in Zürich, arbeitete an der Oper Siegfried und später an Tristan und Isolde und vertonte – als musikalische Studien zum Tristan – fünf Gedichte von Mathilde Wesendonck (Wesendonck-Lieder). Nach der Trennung von seiner Frau reiste er nach Venedig, wo er den zweiten Akt des Tristan komponierte.

Wanderjahre

Im Frühjahr 1859 verließ er nach einem kurzen Aufenthalt Venedig und begab sich nach Luzern, wo er im Hotel Schweizer Hof den Tristan vollendete. Danach ging er wieder nach Paris. 1861 verließ er Paris und hielt sich in Karlsruhe, Venedig und Wien auf, kehrte dann einige Wochen wieder nach Paris zurück, um im Auftrag des Musikverlegers Franz Schott aus Mainz mit seiner neuen Arbeit Die Meistersinger von Nürnberg zu beginnen. Anfang 1862 siedelte er nach Wiesbaden-Biebrich, um die Musik zu den „Meistersingern” zu komponieren.

1862 erließ der König von Sachsen eine Amnestie, worauf er erstmals wieder ein Konzert in Leipzig aufführte. Danach blieb er in Wien und wohnte einige Monate in Penzing (Wien), um die geplante Uraufführung seines Tristan zu begleiten, zu der es aber wegen zahlreicher Schwierigkeiten nicht kam. Im Wiener Musikverein gab er im Beisein der Kaiserin Elisabeth einige Konzerte, erstmals mit Ausschnitten aus seinem Ring. 1863 gab Wagner Konzerte in Sankt Petersburg, Moskau, Budapest, Prag und Karlsruhe, die künstlerisch erfolgreich waren.

Am 4. Mai 1864 wurde er von König Ludwig II. in München empfangen, der wenige Wochen zuvor im Alter von 18 Jahren die Regentschaft vom verstorbenen Vater Maximilian übernommen hatte. Wagner war nicht nur der Lieblingskomponist des Königs, sondern wurde auch dessen Freund und Berater. Der König blieb bis zum Tode Wagners dessen Mäzen. Der König stellte ihm ein Haus in München, in der Brienner Straße, als Wohnsitz zur Verfügung. Am 10. April 1865 wurde Isolde, das erste gemeinsame Kind von Cosima von Bülow und Richard Wagner in München geboren. Am 10. Juni fand die Uraufführung von Tristan und Isolde in München statt. Am 17. Juli begann Wagner seine Autobiographie Mein Leben zu diktieren und zog in ein Landhaus bei Genf, begann sich dort einzurichten und die Komposition des ersten Akts der Meistersinger fortzusetzen.

„[…]Hinter dem Enthusiasmus des französischen Volkes, als es 1793 in das Heerlager, an die Grenzen sich anwerben ließ, stand am häuslichen Herde der Schrecken, das Schafott, das Elend. Der Franzose ist blutdurstig: er blieb, nachdem er das Vaterland gerettet, de gaieté de cœur, Soldat, machte sich einen Soldatenkaiser, und prahlte in der Welt herum. Das war anno 1813 anders: Da liefen die 14jährigen Knaben und die 60jährigen Männer auch in die Heerlager! Das war eine innige, heilige Sache: dazu wurden fast fromm klingende Lieder gesungen. das war eine Hoffnung! Ein Deutschland sollte werden. Was das sein sollte, das zeigte sich, als gesiegt und verraten worden war. Da kam die Burschenschaft dran. Da ward der Tugendbund gestiftet. Alles so phantastisch, daß kein Mensch es begreifen konnte. Aber ich hab’s begriffen. Jetzt begreift mich kein Mensch: ich bin der deutscheste Mensch, ich bin der deutsche Geist. Fragt den unvergleichlichen Zauber meiner Werke, haltet sie mit allem Übrigen zusammen: Ihr könnt für jetzt nichts anderes sagen, als – es ist deutsch. Aber was ist dieses Deutsche? Es muß doch etwas wunderbares sein, denn es ist menschlich schöner als alles Übrige? – O Himmel! sollte dieses ‚deutsche‘ einen Boden haben! sollte ich mein Volk finden können! Welch herrliches Volk müßte das werden? Nur diesem Volke könnte ich aber angehören.“ — Richard Wagner, Das Braune Buch, Tagebucheintrag vom 11. September 1865

Aufenthalt in Tribschen

200px-Daslebenrichardw06glas_0004Ende März 1866 mietete Wagner das bei Luzern gelegene Landhaus Tribschen und zog am 15. April dort ein. Die unterbrochene Kompositionsarbeit an den Meistersingern wurde wieder aufgenommen.

Am 22. Mai erhielt er Besuch von König Ludwig. Wenige Monate später zog Cosima mit ihren beiden Bülow-Kindern (Daniela und Blandine) und der Wagner-Tochter Isolde bei ihm ein. Eva (Eva Maria), Cosimas und Wagners zweites Kind, wurde dort am 17. Februar 1867 geboren. Die Uraufführung der Meistersinger fand am 21. Juni 1868 in München statt. Am 8. November begegnete Wagner in Leipzig Nietzsche das erste Mal. Ab dem 16. November lebte Cosima dauerhaft bei Wagner. Sie begann am 1. Januar 1869 ihr Tagebuch zu schreiben. Friedrich Nietzsche, seit kurzem Professor in Basel, war regelmäßig in Tribschen zu Gast. Am 6. Juni 1869 wurde Siegfried Wagner, Cosimas und Richards drittes Kind, in Tribschen geboren. Am 22. September fand auf Veranlassung König Ludwigs in München die Uraufführung des Rheingold statt. Auch die Uraufführung der Walküre erfolgte als teilaufführung am 26. Juni 1870 in München.

Am 18. Juli 1870 wurde die Ehe Cosimas und Hans von Bülows geschieden, am 25. August wurden Cosima und Richard Wagner in der protestantischen Kirche von Luzern getraut. Am 25. Dezember 1870 fand die Uraufführung des Siegfried-Idylls auf der Treppe in Wagners Haus in Tribschen statt. 1871 wählte Wagner Bayreuth als Festspielort und kündigte erstmals Festspiele an. Im April reiste Wagner mit Cosima über Bayreuth nach Berlin, wo sie von Bismarck empfangen wurden. Zur Finanzierung der Festspiele wurden ab 1872 Patronatsscheine verkauft und die ersten Wagnervereine gegründet; eine wesentliche Rolle spielte hier Marie Gräfin Schleinitz, die Wagner 1863 kennengelernt hatte. Im Frühjahr übersiedelte Wagner mit seiner Familie von Tribschen nach Bayreuth und konnte dort am 22. Mai den Grundstein für sein Festspielhaus legen.

Die Bayreuther Jahre

200px-Wagners_Festspielhaus_Bayreuth Im Bayreuther Festspielhaus ließ Wagner ein „unsichtbares Orchester” anlegen, indem der Orchestergraben mit einer Abdeckung zum Publikum hin abgeschirmt wurde, so daß die Konzentration der Zuschauer einzig auf die dramatische Handlung und die akustische Wahrnehmung der Musik gerichtet werden konnte. Wie sich zeigte, war durch diese Einrichtung aber auch eine besondere Klangqualität erreicht worden. Die einzigartige Akustik des Hauses beruht auch darauf, daß der Raum ein Holzbau ist und der Zuschauerraum keine Logen an den Seiten hat. Die Sitze sind ungepolstert, so daß weniger Schall geschluckt wird. Die Idee zu dieser Anlage des Festspielhauses geht zurück auf das Theater in Riga, wo Wagner in einer Art Scheune dirigierte, die durch eine Bretterwand unterteilt war, von deren Akustik er jedoch begeistert war.

Im darauffolgenden Jahr war Wagner viel auf Konzertreisen unterwegs. Bruckner und Nietzsche waren zu Besuch in Bayreuth. Am 2. August 1873 war das Richtfest des Festspielhauses. Am 28. April 1874 bezogen Cosima und Richard Wagner das Haus Wahnfried. Die Partitur des Ring des Nibelungen wurde am 21. November 1874 beendet und König Ludwig gewidmet. In Anwesenheit Kaiser Wilhelms I. begannen am 13. August 1876 die ersten Bayreuther Festspiele mit der vollständigen Aufführungen des Ring des Nibelungen. Im September reiste Wagner nach Italien. In den Jahren 1877 bis 1879 arbeitete Wagner in seinem Haus Wahnfried am Parsifal. Während eines London-Aufenthalts wurde er durch Königin Victoria von England empfangen. Am 31. Dezember 1879 verreiste Wagner erneut nach Italien und hielt sich im Folgejahr überwiegend in Neapel, Ravello, Siena und Venedig auf. Dort entstanden auch seine Regenerationsschriften (Religion und Kunst), die in den von Hans von Wolzogen herausgegebenen „Bayreuther Blättern” veröffentlicht wurden.

Im November 1881 reiste Wagner wegen des günstigeren Klimas mit seiner Familie nach Sizilien und vollendete am 13. Januar 1882 in Palermo den Parsifal, der im selben Jahr bei den zweiten Bayreuther Festspielen am 26. Juli uraufgeführt wurde. Zuvor gab es in München eine Privataufführung des Parsifal-Vorspieles für König Ludwig.

Tod in Venedig

200px-Richard_Wagners_Grab Am 16. September 1882 reiste Wagner mit seiner Familie abermals nach Venedig, wo er auch mehrere Wochen mit Franz Liszt zusammen war. Am 25. Dezember gaben sie letztmalig ein gemeinsames Konzert im Teatro La Fenice.

Am 13. Februar 1883 hielt er sich in dem von ihm und seiner Familie bewohnten Seitenflügel des Palazzo Vendramin auf. Um die Mittagszeit wartete die Familie bei Tisch auf Wagner, der trotz Herzkrämpfen in seinem Arbeitszimmer an einem Aufsatz Über das Weibliche im Menschlichen schrieb. Das Hausmädchen fand ihn zusammengesunken an seinem Schreibtisch über den Worten „Gleichwohl geht der Prozeß der Emanzipation des Weibes nur unter ekstatischen Zuckungen vor sich. Liebe – Tragik”. Er sagte noch: „Meine Frau und der Doktor”, bevor er in Bewußtlosigkeit fiel und gegen 15.30 Uhr verstarb.

Der Bildhauer Augusto Benvenuti nahm am 14. Februar die Totenmaske ab, am 16. Februar wurde Wagners Leichnam, begleitet von seiner Familie und einigen Freunden, in zwei Sonderwagen, die dem Zug aus Venedig angehängt waren, über München nach Bayreuth überführt. Nach Ankunft am 18. Februar in Bayreuth wurde der Sarg unter den Klängen des Trauermarsches aus Götterdämmerung vom Bahnhof zur Villa Wahnfried geleitet und in der vorbereiteten Gruft im Garten beigesetzt.

Wirkung von Werk und Persönlichkeit

Wagner-Denkmal in Berlin
Wagner-Denkmal in Berlin

Intention Wagners

Wagner wollte die aus seiner Sicht dekadenten Theater reformieren und mit Hilfe der Kunst zu einer besseren Volks-Erziehung beitragen und somit die Welt verbessern. Bereits in jungen Jahren war er von der Idee beherrscht, Musik und Drama zu verknüpfen (Das Kunstwerk der Zukunft, Oper und Drama) und in Anlehnung an die Tradition der griechischen Tragödien eine neue Kunstrichtung zu begründen. In seinen Schriften hat er immer wieder beschrieben, wie erst mit Hilfe von Musik dramatische Handlungen zu „Botschaften” werden können und die Musik (das weiblich „gebärende Element”) der Dichtung (der männlich „zeugende Samen”) zusätzliche Ausdruckskraft verleiht.

Die Wissenschaft hat uns den Organismus der Sprache aufgedeckt; aber was sie uns zeigte, war ein abgestorbener Organismus, den nur die höchste Dichternot wieder zu beleben vermag, und zwar dadurch, daß sie die Wunden, die das anatomische Seziermesser schnitt, dem Leibe der Sprache wieder schließt, und ihm den Atem einhaucht, der ihn zur Selbstbewegung beseele. Dieser Atem aber ist: – die Musik!

Musik

Wagners Werk gilt als der Höhepunkt der romantischen Musik und beeinflußte viele Zeitgenossen und spätere Komponisten. Während in der Epoche der Klassik bis zum Tode Beethovens die Melodik der vorrangige Bereich der Erfindungskraft war und als persönliche Sprache der Komponisten betrachtet wurde, tritt mit Wagner und Liszt die Harmonik in den Vordergrund. Mit dem „Tristan“, dessen erster Akt 1857 komponiert wurde, führte Wagner sie weit über den Stand, auf dem Brahms noch 1892 in seinen späten Klavierstücken op. 117 bis 119 verblieb.[2] Wagners Einfluß auf die Musikgeschichte erhellt schon daraus, daß über hundert Jahre nach der Komposition des Werkes die komplexen harmonischen Verläufe des „Tristan-Akkords” analysiert und unterschiedlich interpretiert wurden und von der Krise der modernen Harmonielehre die Rede war.[3]

Vorherrschend bei Wagner ist die sogenannte „unendliche Melodie”. Das Orchester beginnt am Anfang eines Aktes zu spielen und hört am Ende des Aktes auf. Gesprochen wird nicht. Es gibt keine Arien mehr, sondern – gesungene – Erzählungen bzw. Monologe, Dialoge usw. Sie stehen aber nicht isoliert neben- bzw. nacheinander, sondern werden untereinander durch die Orchestermusik verwoben. Dabei verwendet Wagner der Leitmotivtechnik, d. h. einer bestimmten Person, einem Gegenstand oder einem Gefühl wird ein bestimmtes musikalisches Motiv zugeordnet, das immer dann zu hören ist, wenn die Person, der Gegenstand oder das Gefühl auftauchen. Wagner wollte „Gedachtes” und „Gefühltes” musikalisch ausdrücken und bewirkte mit einer solchen „absichtsvollen Musik” eine bis dahin nicht gekannte psychologische Wirkung beim Zuhörer. Mit der Leitmotivtechnik im „Ring des Nibelungen” und bei „Tristan und Isolde” ist ihm dies besonders eindrucksvoll gelungen.

Wagner als Dirigent

Wagner dirigierte auswendig und unterstrich die Emotionalität der Musik durch Mimik und Gestik. Von großer Wirkung war die Aufführung der 9. Symphonie von Beethoven, die er am Palmsonntag 1846 in Dresden dirigierte. Wie in Dresden waren es auch später in Zürich oder London Wagners Interpretationen Beethovenscher Symphonien, die ihn als Experten auswiesen.

Wagner als Persönlichkeit

Wagner gewann viele Freunde, die sich für ihn und seine Kunst einsetzten, z.B. Franz Liszt, Otto von Wesendonck, Julie Ritter u. a. Er konnte charmant sein und beanspruchte für sich und seine Kunst die Unterstützung der Gesellschaft. Erst durch König Ludwig II. konnte dieser Anspruch erfüllt werden, wobei für Wagner seine Festspielidee immer im Vordergrund stand.

Seine Autobiographie diktierte Wagner seiner Frau Cosima und schenkte den ersten Privatdruck König Ludwig II. Erst im Jahre 1911 wurde die Autobiographie veröffentlicht.

Rezeption

Friedrich Nietzsche

Zunächst hatte Nietzsche Wagner in seiner frühen Schrift „Die Geburt der Tragödie aus dem Geiste der Musik“ noch als Erneuerer deutscher Kultur gefeiert und ihm in seinen Unzeitgemäßen Betrachtungen einen eigenen Essay Richard Wagner in Bayreuth gewidmet. Nachdem er sich in Menschliches, Allzumenschliches (1878–1880) von seinem früheren Abgott schrittweise gelöst hatte, publizierte er später etliche kritische, ja hämische Schriften, in denen er Wagner, vor allem nach dessen Parsifal, zudem der Dekadenz, des undeutschen Wesens und der Sinnbenebelung bezichtigte und über das geistige Niveau der sog. Wagnerianer in Bayreuth spottete.

Nietzsches Kritik am Parsifal bezog sich dann auch auf frühere Werke und den Ring, den er in den „Unzeitgemäßen Betrachtungen“ noch gefeiert hatte. Als ehemaliger „Schüler” Schopenhauers (Schopenhauer als Erzieher), der sich später gegen den Pessimismus seines Lehrers stellte, kritisierte Nietzsche dessen Einfluß auf Wagner. Habe Wagner als revolutionärer Denker zunächst in Verträgen, Gesetzen, Institutionen das Übel der Welt erblickt – das Vertragsmotiv im Ring –, änderte sich später sein Weltbild, und das christliche Motiv der Erlösung trat in den Mittelpunkt. Viele Figuren Wagners sollten fortan erlöst werden. Wagners „Schiff” sei nach der „Götterdämmerung der alten Moral” lange Zeit „lustig auf dieser Bahn” (des Optimismus) gelaufen, bis es auf das „Riff” der Schopenhauerschen Philosophie gefahren sei.[4] Er habe dann den Ring ins Schopenhauersche übersetzt: Alles auf der Welt laufe schief, und alles gehe zugrunde. So sei nur das Nichts, die Auslöschung, die „Götterdämmerung” die Erlösung – und dieses Nichts werde von Wagner nun unaufhörlich gefeiert. In den anderen kurzen Spätschriften wie „Nietzsche contra Wagner“ und Teilen von „Ecce homo“ wiederholte er seine Angriffe:

Denn der Parsifal ist ein Werk der Tücke, der Rachsucht, der heimlichen Giftmischerei gegen die Voraussetzungen des Lebens, ein schlechtes Werk. – Die Predigt der Keuschheit bleibt eine Aufreizung zur Widernatur: Ich verachte jedermann, der den Parsifal nicht als Attentat auf die Sinnlichkeit empfindet.[5]

Franz Liszt

Das Verhältnis Liszt-Wagner war nicht immer ohne Brüche. Nach Wagners Tod schrieb Liszt an Olga von Meyendorff:

Die Zeitungen sind voll von Notizen über den Tod des großen Dichterkomponisten (…), des unübertrefflichen Gestalters eines Ideals, das vor ihm in der Gesamt-Kunst, Dichtung, Musik und Theaterdarstellung, nicht verwirklicht wurde (…) Wagner nur als eine berühmte oder ausgezeichnete Persönlichkeit anzusehen scheint mir eine, wenn auch noch so wenig, törichte Täuschung zu sein. Die Verästelungen seines Geistes kommen aus tiefsten Wurzeln hervor. In Ihm überwiegt das Übermenschliche.

Adolf Hitler

Adolf Hitler war ein großer Liebhaber der Opern Wagners. Während seiner Wiener Zeit ging Hitler regelmäßig in die Oper und beschäftigte sich intensiv mit Wagner. Als Vorbild eigener Lebensvisionen war Wagner für ihn ein Seelenverwandter. Hitler lernte im Jahre 1923 Cosima Wagner und Winifred Wagner in Bayreuth kennen und nahm später auch Einfluß auf die Festspiele hinsichtlich des Programms und der Regie, z. B. bei Parsifal.

Angebliche jüdische Abstammung

Wolfgang Eggert behauptet, daß Wagner Halbjude gewesen sein soll, er schreibt: „Doch der Schöpfer des Nordischen Mythos lag selbst im Hebräertum verankert. Dem Philosophen Nietzsche hatte er einst auf einem Spaziergang offenbart, daß er nicht der angenommene, sondern der leibliche Sohn seines ‚Stiefvaters‘, des jüdischen Schauspielers Ludwig Geyer war.“ – Die Worte „Ich bin der Sohn von Ludwig Geyer“ eröffneten angeblich laut Friedrich Nietzsche das Manuskript von „Mein Leben“, die privat gedruckte Autobiographie von Wagner, von der nur 15 Abzüge gemacht wurden. Es sind alle von ihnen verschwunden außer dem einen in der Burell-Sammlung.[6] In der erschienen Autobiographie von Richard Wagner findet sich ein solcher Satz nicht. Statt dessen schreibt er dort zutreffend jedoch an mehren Stellen von seinem Stiefvater Geyer.

Werke

Bühnenbilder in Wagner-Opern, Oben: BRD-Regime, Unten: Deutschland
Bühnenbilder in Wagner-Opern,
Oben: BRD-Regime, Unten: Deutschland

Musikdramatische Werke

  • Die Feen WWV 34 (1834, UA: 29. Juni 1888 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Das Liebesverbot oder Die Novize von Palermo WWV 38 (1834–1836, UA: 29. März 1836 Stadttheater Magdeburg)
  • Rienzi, der Letzte der Tribunen WWV 49 (1837–1840, UA: 20. Oktober 1842 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden)

Nur die folgenden zehn Werke wählte Wagner für Aufführungen im Festspielhaus auf dem Grünen Hügel in Bayreuth aus:

  • Der Fliegende Holländer WWV 63 (1840–1841, UA: 2. Januar 1843 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1852 (Zürich) und 1864 (München))
  • Tannhäuser und der Sängerkrieg auf Wartburg WWV 70 (1842–1845, UA: 19. Oktober 1845 Königlich Sächsisches Hoftheater Dresden. Überarbeitet 1847, 1860 (Erstdruck der Partitur, sog. „Dresdener Fassung”), 1861 (Paris, in frz. Sprache), 1875 (Wien, sog. „Pariser Fassung”))
  • Lohengrin WWV 75 (1845–1848, UA: 28. August 1850, Großherzogliches Hoftheater Weimar.)
  • Der Ring des Nibelungen (betont: Nibelungen) WWV 86, mit vier Teilen:
    • Vorabend: Das Rheingold (1851–1854, UA: 22. September 1869 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Erster Tag: Die Walküre (betont: Walküre) (1851–1856, UA: 26. Juni 1870 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
    • Zweiter Tag: Siegfried (1851–1871, UA: 16. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
    • Dritter Tag: Götterdämmerung (1848–1874, UA: 17. August 1876 Festspielhaus Bayreuth)
  • Tristan und Isolde WWV 90 (1856–1859, UA: 10. Juni 1865 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Die Meistersinger von Nürnberg WWV 96 (1845–1867, UA: 21. Juni 1868 Königliches Hof- und Nationaltheater München)
  • Parsifal WWV 111 (1865–1882, UA: 26. Juli 1882 Festspielhaus Bayreuth) – „Bühnenweihfestspiel”

Sonstige Musikwerke

  • Symphonie C-Dur
  • Symphonie E-Dur (unvollendet, es existieren nur 2 Sätze)
  • Das Liebesmahl der Apostel ein biblische Szene, für Männerstimmen und großes Orchester (1843)
  • Fantasie für Klavier in fis-Moll (1831)
  • 3 Klaviersonaten
    • Klaviersonate in B-Dur (1831)
    • Klaviersonate in A-Dur (1832)
    • Klaviersonate in As-Dur (1853)
  • Züricher Vielliebchen-Walzer für Klavier in Es-Dur (1854)
  • Wesendonck-Lieder
  • Siegfried-Idyll für kleines Orchester (1870)
  • König Enzio-Ouvertüre (1832)
  • Columbus-Ouvertüre (1835)
  • Polonia, C-Dur (1836)
  • Rule Britannica, D-Dur (1837)
  • Eine Faust-Ouvertüre, d-Moll (1844)
  • Huldigungsmarsch für Ludwig II. von Bayern, Es-Dur (1864)
  • Kaisermarsch, B-Dur (1871)
  • Großer Festmarsch, G-Dur (1876)
  • Ankunft bei den schwarzen Schwänen – Albumblatt in As-Dur für Klavier in As-Dur (1861)

Insgesamt sind nach dem Wagner-Werkverzeichnis (WWV) einschließlich aller Gelegenheitskompositionen und Widmungsblätter, jedoch ohne die Schriften Wagners, 113 Werke verzeichnet.

  • Richard Wagner’s Werke (Gesamtausgabe 1903, 11 Bände in einem, 4078 Seiten) (PDF-Datei)

Medienbeiträge

Musik  Herunterlanden zip entpacken und entspannt genießen !

Wagner, R. – Bayreuth 1936, Chor und Orchester Fesspielhauses Bayreuth, Dirigent: Heinz Tietjen.

Wagner, R. – Das Liebesverbot (The Ban on Love) 1836 – ORF-Chor und Großes Wiener Rundfunkorchester, Dirigent: Robert Heger 1963.

Wagner, R. – Der Fliegende Holländer (The Flying Dutchman) 1843, Chor und Orchester der Bayrischen Staatsoper, Dirigent: Clemens Krauss 1944.

Wagner, R. – Der Ring des Nibelungen (The Ring of the Nibelung) 1854-1874, La Scala Milan, Conductor: Wilhelm Furtwängler 1950.

Wagner, R. – Die Feen (The Fairies) 1833 – Chor des Bayerischen Rundfunks, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Dirigent: Wolfgang Sawallisch 1983.

Wagner, R. – Die Meistersinger von Nürnberg (The Mastersingers of Nuremberg) 1867, Chor und Orchester der Bühnenfestspiele Bayreuth, Musikalische Leitung: Herrmann Abendroth, Chöre: Gerhard Steeger 1943.

Wagner, R. – Die Meistersinger von Nürnberg, Staatskapelle Berlin, Dirigent: Herbert von Karajan 1939.

Wagner, R. – Götterdämmerung, Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Dirigent: Elmendorff 1942.

Wagner, R. – Great Performances, Wiener Philharmoniker, Conductor: Hans Knappertsbusch.

Wagner, R. – Kantaten (Cantatas), Bamberger Symphoniker, Dirigent: Karl Anton Rickenbacher, Chor der Bamberger Symphoniker, Einstudierung: Rolf Beck.

Wagner, R. – Lohengrin 1850, Chor und Orchester der Berliner Staatsoper, Dirigent: Robert Heger 1942.

Wagner, R. – Märsche (Marches), London Symphony Orchestra, Conductor: Marek Janowski.

Wagner, R. – Orchestral Music, Berliner Philharmoniker, Conductor: Herbert Von Karajan 1974.

Wagner, R. – Orchesterwerke (Orchestral works), London Symphony Orchestra / Academy Of St Martin-In-The-Fields, Conductor: Wolfgang Sawallisch / Sir Neville Marriner.

Wagner, R. – Parsifal 1882, Chor und Orchester der Bayreuther Festspiele, Dirigent: Hans Knappertsbusch 1951.

Wagner, R. – Rienzi, der Letzte der Tribunen (Rienzi, the Last of the Tribunes) 1842 – Sinfonieorchester des Hessischen Rundfunks, Dirigent: Winfried Zillig 1950.

Wagner, R. – Sämtliche Klavierwerke (Complete Piano Works), Stephan Möller klavier (piano).

Wagner, R. – Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg (Tannhäuser and the Singers’ Contest at Wartburg) 1845, Chor und Orchester der Bayerischen Staatsoper, Dirigent: Robert Heger 1951.

Wagner, R. – Tristan und Isolde 1859, Chorus of the Royal Opera House, Dirigent: Wilhelm Furtwängler 1952.

Wilhelm Furtwängler dirigiert das Vorspiel zu den „Meistersingern von Nürnberg“, 1942:

Die „Wesendonck-Lieder“, gesungen von Tiana Lemnitz, 1944:

Schriften

Wagner hat neben den Inhaltsentwürfen, Textfassungen und Analysen seiner Musikdramen zahlreiche musiktheoretische, philosophische, politische und belletristische Schriften verfaßt und sie mit seinen Musikdramen ab 1871 in seiner Sammlung Sämtliche Schriften und Dichtungen herausgegeben, die 14 Bände – einschließlich der Autobiographie Mein Leben 16 Bände – umfaßt. Wagner war schriftstellerisch produktiver als die meisten anderen Komponisten. Zudem hat er tausende Briefe geschrieben.

Als seine wichtigsten Schriften gelten:

  • Eine Pilgerfahrt zu Beethoven (1840) (PDF-Datei)
  • Zu Beethovens Neunter Symphonie (1846)
  • Der Nibelungen-Mythos als Entwurf zu einem Drama (1848)
  • Die Wibelungen. Weltgeschichte aus der Sage (1849) (PDF-Datei)
  • Der Mensch und die bestehende Gesellschaft (1849)
  • Die Kunst und die Revolution (1849) (PDF-Datei)
  • Das Kunstwerk der Zukunft (1850) (PDF-Datei)
  • Kunst und Klima (1850)
  • Das Judentum in der Musik (1850) (PDF-Datei, HTML-Version)
  • Oper und Drama (1851) – ein Essay über die Theorie der Oper (PDF-Datei)
  • Eine Mitteilung an meine Freunde (1851) Vorstufe zu Wagners Autobiographie
  • Über Staat und Religion (1864) Eine theoretische Abhandlung für König Ludwig II.
  • Deutsche Kunst und Deutsche Politik (1868) (PDF-Datei)
  • Über das Dirigieren (1869) (PDF-Datei)
  • Beethoven (1870) (PDF-Datei)
  • Das Bühnenfestspielhaus zu Bayreuth (1873)
  • Was ist deutsch? (1878) und: Wollen wir hoffen? (1879)
  • Religion und Kunst (1880) plus Nachtrag: Was nützt diese Erkenntnis?
  • Das Bühnenweihfestspiel in Bayreuth (1882)

Wagners Autobiographie Mein Leben, die zu seinen Lebzeiten nur im Privatdruck in etwa 25 Exemplaren für enge Freunde erschien, gilt als kulturhistorisches Dokument des 19. Jahrhunderts, ebenso wie die Tagebuchaufzeichnungen Cosima Wagners, die sie von 1869 bis zum Tod ihres Gatten führte. Darin ist viel Privates, „Nebensächliches” mitgeteilt, aber auch zahlreiche Aussprüche und Gespräche Wagners bis hin zu seinen Träumen.

Zitate

  • „Der Jude ist der plastische Dämon des Verfalls der Menschheit.“
  • „Wir dürfen nur wissen, was wir nicht wollen, so erreichen wir aus unwillkürlicher Naturnotwendigkeit ganz sicher das, was wir wollen, das uns eben erst ganz deutlich und bewußt wird, wenn wir es erreicht haben: den Zustand, in dem wir das , was wir nicht wollen, beseitigt haben, ist eben dasjenige, in welchem wir ankommen wollten, so handelt das Volk, und deshalb handelt es einzig richtig.“
  • „Der Pöbel! – der Führer ist’s, der sie zu Rittern macht. Nimm ihm den Führer, und er wird, was er war.“
  • „Wie könnte die Macht der Presse bestehen, wenn wir sie einfach ignorierten? Und wie wenig Anstrengung hätte uns das zu kosten!“

Literatur

  • Imre Ormay (Hg.): Sie irrten sich, Herr Kritiker. Gemeinschaftsausgabe der Verlage Corvina (Budapest) und VEB Deutscher Verlag für Musik (Leipzig), 4. Auflage 1969 [damals noch keine ISBN], S. 71-91
  • Bernd Weikl / Peter Bendixen: Freispruch für Richard Wagner? Eine historische Rekonstruktion. Universitäts-Verlag, Leipzig 2012, ISBN 978-3-86583-669-4
  • Karl Richter: „Richard Wagner – Visionen, Werk, Weltanschauung, Deutung“, Arun-Verlag, Vilsbiburg 1993, ISBN 978-3927940055 [668 S.]
  • Rüdiger Jacobs: „Richard Wagner – Konservativer Revolutionär und Anarch“, Stocker-Verlag 2013, ISBN 978-3902732170
  • Houston Stewart Chamberlain: Das Drama Richard Wagners (1892, 153 S., Scan).pdf
  • Houston Stewart Chamberlain: „Richard Wagner“ (1919) (PDF-Datei)
  • Richard Bürkner: „Richard Wagner. Sein Leben und seine Werke“ (1906) (PDF-Datei)
  • Gustav Ernest: „Richard Wagner, sein Leben und Schaffen“ (1915) (PDF-Datei)
  • Gerhard Rosenkrone Schjelderup: „Richard Wagner und seine Werke. Ein Volksbuch“, 1913 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Julius Kapp: „Richard Wagner, eine Biographie“ (1910) (PDF-Datei)
  • Carl Friedrich Glasenapp:
  • Karl Theodor Reuschel (Hg.): Wagners dramatische Werke, 1914 (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3)
  • Über Richard Wagners ethisches Wirken von Magnus Schwantje (1919)
  • Wagner-Lexikon (PDF-Datei)
  • Karl Ludwig Schemann: Meine Erinnerungen an Richard Wagner (1902) (PDF-Datei)

Verweise


Fußnoten

  1. Die Oper Rienzi bezeichnete später Adolf Hitler als Wagners bedeutendste Oper.
  2. Diether de la Motte, Harmonielehre, Richard Wagner, Bärenreiter, Kassel 1985, S212.
  3. Martin Vogel, Der Tristan-Akkord und die Krise der modernen Harmonielehre, Düsseldorf 1962
  4. Friedrich Nietzsche, Der Fall Wagner, Abschnitt 4
  5. Nietzsche contra Wagner, Wagner als Apostel der Keuschheit, 3
  6. Wilhelm Lange-Eichbaum: Genie, Irrsinn und Ruhm, München/Basel 1967/1979, Seite 550

Carl Theodor Körner

Theodor_Körner Carl Theodor Körner 23. September 1791 in Dresden – 26. August 1813 bei Gadebusch in Mecklenburg) war ein deutscher Dichter und Dramatiker. Der Ausspruch „Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los“, den Joseph Goebbels in seiner Sportpalastrede verwendete, ist angelehnt an die Eingangszeile des Gedichts von Theodor Körner „Männer und Buben“, in dem es heißt „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“.

Theodor Körner verlobte sich 1812 mit der talentierten Schauspielerin Antonie Adamberger, Tochter des bereits verstorbenen, von Mozart sehr geschätzten Hofsängers Josef Adamberger.

Leben

1808 bezog Theodor Körner die Hochschule zu Freiberg an der Mulde, um Bergbau zu studieren. 1810 gab er unter dem Titel „Knospen“ eine Sammlung von Gedichten heraus. Er brach daraufhin sein Studium ab und ging 1811 nach Wien. Dort schrieb er zwei kleine Lustspiele, „Die Braut“ und „der grüne Domino“, die am Burgtheater aufgeführt wurden. Daraufhin folgten weitere kleinere Theaterstücke und ein Trauerspiel namens „Zriny“. In diesem feierte Körner den ungarischen Nationalhelden Zriny und prangerte zugleich die Napoleonische Fremdherrschaft über Deutschland an. Daraufhin wurde Körner als kaiserlicher Hoftheaterdichter angestellt.

Nachdem Friedrich Wilhelm III. den Aufruf „An mein Volk“ verfaßt und damit die Befreiungskriege eingeleitet hatte, schrieb Theodor Körner einen Brief an seine Eltern und verfaßte einen eigenen Aufruf. Nach seinem Eintreffen in Breslau schloß er sich dem Freikorps Lützow an und lernte dort auch Friedrich Ludwig Jahn und Friedrich Friesen kennen. In der Dorfkirche zu Rogau sang die 1.500 Mann zählende Freischar Körners „Einsegnungslied“. Körner erhielt den Auftrag, die Deutschen zum Aufstand gegen die Fremdherrschaft aufzufordern. Schon bald wurde er Adjutant Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützows. Im Gefecht bei Kitzen südwestlich von Leipzig wurde Körner schwer verwundet und schrieb in Todesahnung seine Verse „Abschied vom Leben“. Ein kleines Mädchen fand den Verwundeten und Körner erholte sich nach einem Aufenthalt in Karlsbad wieder und kehrte zu seine Kameraden zurück.

In Mecklenburg bei Gadebusch wurde Theodor Körner während eines Gefechts von französischen Okkupanten im Alter von nur 22 Jahren durch eine Kugel aus dem Hinterhalt ermordet.

Mit den Worten „Wird wohl nicht viel zu bedeuten haben“ versuchte er seine Kameraden noch zu beruhigen. Das nahe Ende spürend waren seine letzten Worte:

„Lebt wohl“

Bei Wöbbelin, nördlich von Ludwigslust, wurde er begraben.

Ein ganzes Volk betrauerte in ihm einen seiner tapfersten Söhne, der mit seinen Kampf- und Freiheitsliedern, wie auch durch sein eigenes, aufopferndes Beispiel, immer wieder zum Kampf für Deutschlands Freiheit aufgerufen hatte.

210px-Körners_Grab Das Grab ist mit einem Denkmal geschmückt, das einen Opferaltar darstellt, auf dem Leier und Schwert – so lautet der Titel von Körners vaterländischen Gedichten – von einem Eichenkranz umwunden sind. Es enthält die Inschrift: Hier wurde Carl Theodor Körner von seinen Waffenbrüdern mit Achtung und Liebe zur Erde bestattet.

Literatur

Gedichtbände

  • Die Monatssteine (1810)
  • Harras, der kühne Springer (Ballade, 1810)
  • Knospen (Gedichtsammlung 1810)
  • Zwölf freie deutsche Gedichte (1813)
  • Leyer und Schwerdt (Gedichtsammlung, 1814 – posth.) (PDF-Datei)

Dramen

  • Der Kampf mit dem Drachen. (Singspiel, 1811)
  • Das Fischermädchen. (Opernlibretto, 1811)
  • Die Braut. (Komödie, 1811)
  • Der grüne Domino. (Komödie, 1811)
  • Der Nachtwächter. (Komödie, 1812)
  • Der Vetter aus Bremen. (Komödie, 1812)
  • Toni. (Drama, 1812)
  • Die Sühne. (Drama, 1812)
  • Rosamunde. (Drama, 1812)
  • Zriny. (Drama, 1812)
  • Der vierjährige Posten (Libretto, 1812)
  • Die Gouvernante. (Komödie, 1813)
  • Joseph Heyderich oder deutsche Treue (Trauerspiel, 1813)
  • Brinn. (Trauerspiel, 1896)

Erzählungen

  • Hans Heilings Felsen. (1811)
  • Die Harfe. (1811)

An mein Volk

An mein Volk ist ein Gedicht von Theodor Körner.
Frisch auf, mein Volk! die Flammenzeichen rauchen,
Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht,
Du sollst den Stahl in Feindesherzen tauchen,
Frisch auf, mein Volk, die Flammenzeichen rauchen,
Die Saat ist reif, ihr Schnitter, zaudert nicht!
Das höchste Heil, das letzte liegt im Schwerdte;
Drück dir den Speer ins treue Herz hinein.
Der Freiheit eine Gasse! wasch die Erde
Das deutsche Land mit deinem Blute rein.

Es ist kein Krieg, von dem die Kronen wissen
Es ist ein Kreuzzug, s’ist ein heilger Krieg
Recht, Sitte, Tugend, Glauben und Gewissen
Hat der Tyrann aus deutscher Brust gerissen
Errette sie mit deiner Freiheit Sieg.
Das Winseln deiner Greise ruft: erwache
Der Hütte Schutt verflucht die fremde Brut
Die Schande deiner Töchter schreit um Rache
Der Meuchelmord der Söhne schreit nach Blut.

Zerbrich die Pflugschar, laß den Meisel fallen,
Die Leyer still, den Webstuhl ruhig stehn
Verlasse deine Höfe, deine Hallen
Vor dessen Antlitz deine Fahnen wallen
Er will sein Volk in Waffenrüstung sehn
Denn einen großen Altar sollst du bauen
In seiner Freiheit ewgem Morgenroth
Mit deinem Schwerdt sollst du die Steine hauen
Des Tempels Grund sei seiner Helden Tod.

Was weint ihr Mädchen, warum klagt ihr Weiber
Für die der Herr die Schwerdter nicht gestählt
Wenn wir entzückt die jugendlichen Leiber
Hinwerfen in die Speere eurer Räuber
Daß euch des Kampfes kühne Wollust fehlt.
Könnt ihr doch froh zu Gottes Altar treten
Für Wunden gab er ja die zarte Sorgsamkeit
Gab euch in euren herzlichen Gebeten
Den schönen reinen Sieg der Frömmigkeit.

Drum betet daß die alte Kraft erwache,
Daß wir dastehn das alte Volk des Siegs.
Die Märtyrer der heil’gen deutschen Sache
O ruft sie an als Genien der Rache
Daß sie uns schützen in dem Sturm des Kriegs.
Luise schwebe seegnend um den Gatten
Geist unsers Ferdinands, voran dem Zug
Und all ihr deutschen freien Heldenschatten
Mit uns, mit uns und unsrer Fahnen Flug!

Der Himmel hilft, die Hölle muß uns weichen
Drauf, wackres Volk, drauf, ruft die Freiheit, drauf
Hoch schlägt dein Herz, hoch wachsen deine Eichen
Was kümmern dich die Hügel deiner Leichen
Hoch pflanze da die Freiheitsfahne auf.
Doch stehst du dann, mein Volk, bekränzt vom
Glücke In deiner Vorzeit heilgem Siegerglanz,
Vergiß die treuen Todten nicht, und schmücke
Auch unsre Urne mit dem Eichenkranz.

Männer und Buben

Männer und Buben ist ein 1813 während der Befreiungskriege verfaßtes Gedicht von Theodor Körner aus dessen Sammlung „Leyer und Schwert“. Es wurde später vertont nach der fränkischen Weise „Brüder, uns ist alles gleich“.

“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”
“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

Das Volk steht auf, der Sturm bricht los.
Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?
Pfui über dich Buben hinter dem Ofen,
Unter den Schranzen und unter den Zofen!
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir die Schauer der Regennacht
Unter Sturmespfeifen wachend vollbracht,
Kannst du freilich auf üppigen Pfühlen
Wollüstig träumend die Glieder fühlen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn uns der Trompeten rauher Klang
Wie Donner Gottes zum Herzen drang,
Magst du im Theater die Nase wetzen
Und dich an Trillern und Läufen ergötzen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Glut des Tags versengend drückt,
Und uns kaum ein Tropfen Wasser erquickt,
Kannst du Champagner springen lassen,
Kannst du bei brechenden Tafeln prassen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir vorm Drange der würgenden Schlacht
Zum Abschied ans ferne Liebchen gedacht,
Magst du zu deinen Mätressen laufen
Und dir mit Golde die Lust erkaufen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Kugel pfeift, wenn die Lanze saust,
Wenn der Tod uns in tausend Gestalten umbraust,
Kannst du am Spieltisch dein Septleva brechen
Und mit der Spadille die Könige stechen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Und schlägt unser Stündlein im Schlachtenrot,
Willkommen dann, sel’ger Soldatentod!
Du verkriechst dich in seidene Decken,
Winselnd vor der Vernichtung Schrecken.
Stirbst als ein ehrlos erbärmlicher Wicht.
Ein deutsches Mädel beweint dich nicht,
Ein deutsches Lied besingt dich nicht,
Und deutsche Becher klingen dir nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben

Hoffmann_von_Fallersleben_Gemaelde_1819 August Heinrich Hoffmann, bekannt als Hoffmann von Fallersleben 2. April 1798 in Fallersleben (heute Stadtteil von Wolfsburg) – 19. Januar 1874 in Corvey) war ein deutscher Burschenschafter, Dichter, Lyriker, Hochschullehrer für Germanistik und Patriot. 1841 schrieb er die spätere deutsche Nationalhymne, das „Lied der Deutschen”. Zur Unterscheidung von anderen Trägern des häufigen Familiennamens Hoffmann nahm er als Zusatz den Herkunftsnamen von Fallersleben an.

Leben

Hoffmann von Fallersleben wurde als der Sohn des Kaufmanns, Gastwirts und Bürgermeisters von Fallersleben, Heinrich Wilhelm Hoffmann, und dessen Ehefrau Dorothea Balthasar geboren. Seine Kindheit fiel in die Zeit der Unterdrückung Deutschlands durch Napoleon. 1812 besuchte er nach der Fallerslebener Bürgerschule (Volksschule) die höhere Bürgerschule (Gymnasium Julianum) in Helmstedt. Zwei Jahre später wechselte er an das Martino-Katharineum nach Braunschweig. Im Mai 1815 debutierte er mit vier Gedichten.

Ab April 1816, mit 18 Jahren, begann Hoffmann in Göttingen (nach eigenem Bekunden „mit wenig Geld und Lust”) ein Studium der Theologie und wurde im selben Jahr Mitglied der „Alten Göttinger Burschenschaft“. Eigentlich interessierte er sich mehr für die Geschichte des klassischen Altertums, sein Vorbild hierbei war Winckelmann. Als er 1818 die Bekanntschaft der Brüder Grimm machte, fragte ihn Jacob Grimm, ob ihm sein Vaterland nicht näher liege als die Antike. Daraufhin wechselte er zum Studium der deutschen Sprache und Literatur (Germanistik und deutsche Philologie).

1818 konnte ihn sein Vater mit seinen Beziehungen und Geld vor dem Militärdienst bewahren. Noch im selben Jahr folgte Hoffmann seinem Lehrer Friedrich Gottlieb Welcker an die Universität Bonn. Dort wurden Jacob Grimm und Ernst Moritz Arndt seine Dozenten. 1819 wurde er Mitglied der „Alten Bonner Burschenschaft“.

Am 8. Mai 1821 fand Hoffmann Bruchstücke des mittelalterlichen epischen Gedichts „Otfried“. Kurz darauf veröffentlichte er einen Aufsatz über diesen Fund mit dem Titel „Bruchstücke vom Otfried …“. Im selben Jahr erschien seine Gedichtsammlung „Lieder und Romanzen“, bei der er sich erstmals des Namens Hoffmann von Fallersleben bediente. Mit dem Zusatz seines Heimatortes wollte er lediglich Namensgleichheit vermeiden und war nicht darauf aus, einen Adelstitel vorzutäuschen.

Berufsleben

Im Dezember 1821 verließ er Bonn und ging nach Berlin, um mit Hilfe seines Bruders Bibliothekar zu werden. Dieser brachte ihn mit dem Freiherrn Gregor von Meusebach zusammen, dessen Privatbibliothek in ganz Preußen bekannt war. Dort im Kreis des Freiherrn Meusebach schloß Hoffmann Freundschaft mit Friedrich Karl von Savigny, Georg Friedrich Hegel, Adelbert von Chamisso, Ludwig Uhland und anderen.

1823 wurde Hoffmann zum Kustos der Bibliothek der Universität Breslau berufen. Dort wurde er 1830 in der Nachfolge von Johann Gustav Gottlieb Büsching zum außerordentlichen Professor für deutsche Sprache und Literatur berufen, 1835 erfolgte die Ernennung zum ordentlichen Professor.

1840 und 1841 erschien seine Gedichtsammlung „Die unpolitischen Lieder“ (Teil 1 mit 140, Teil 2 mit 150 Gedichten). Die damals hohe Auflage von 12.000 Exemplaren stieß auf große Nachfrage. Während eines seiner Aufenthalte auf der damals englisch besetzten Insel Helgoland verfaßte er am 26. August 1841 das Lied der Deutschen. Keine vier Wochen später wurde es durch ein Flugblatt in allen deutschen Gauen bekannt und am 5. Oktober desselben Jahres erstmalig in Hamburg anläßlich eines Fackelzuges, der dem Professor und Rechtsgelehrten Karl Theodor Welcker dargebracht wurde, gesungen. Unter den Sängern war auch der Dichter.

Hoffmann von Fallersleben schrieb in seinen Erinnerungen über die Entstehung des Deutschland-Liedes:

„Am 23. August kehrten die meisten Hannoveraner heim. Das Wetter war schön, schöner noch die Erinnerungen an diese lieben Leute aus dem Lande Hadeln in ihrem schlichten treuherzigen Wesen, die mir so herzliche Teilnahme bewiesen hatten. Den ersten Augenblick schien mir Helgoland wie ausgestorben, ich fühlte mich sehr verwaist. Und doch tat mir bald die Einsamkeit recht wohl: ich freute mich, daß ich nach den unruhigen Tagen wieder einmal auch mir gehören durfte. Wenn ich dann so einsam wandelte auf der Klippe, nichts als Meer und Himmel um mich sah, da ward mir so eigen zumute, ich mußte dichten und wenn ich es auch nicht gewollt hätte. So entstand am 26. August das Lied: ‚Deutschland, Deutschland über alles!‘ “

Wendepunkt

Für Hoffmann begann nun ein Wanderleben. Er zog durch die deutschen Gaue, sammelte vergessene Volkslieder und studierte Sitten und Gebräuche des deutschen Menschen. An etlichen Stationen seines Wanderlebens wurden im 20. Jahrhundert Schrifttafeln an den Gebäuden angebracht, zum Beispiel in Wolfsburg-Vorsfelde oder in Alt-Wolfsburg mit der Aufschrift:

„Hoffmann von Fallersleben fand in diesem Pfarrhause vor dem Revolutionsjahr 1848 und danach Schutz auf der Flucht vor den staatlichen Verfolgern bei seinem Freund und politischen Weggefährten David Lochte, Pastor von St. Marien 1826–1862“

Längerfristigen Unterschlupf erhielt er auf einem mecklenburgischen Rittergut, dessen Besitzer ihn gegenüber den Behörden als Kuhhirten deklarierte. In der Abgeschiedenheit des Landlebens entstanden seine schönsten Kinderlieder. Im Revolutionsjahr 1848 bekam er dank eines Amnestiegesetzes ein Wartegeld auf preußischem Boden ausgezahlt, aber nicht seine Professur zurück.

Den Komponisten Franz Liszt lernte der Dichter 1854 in Weimar kennen, wo er im Auftrag des Großherzogs Carl Alexander eine literaturwissenschaftliche Zeitschrift, die „Weimarischen Blätter“, herausgab. 1855 zog die Familie nach Corvey um. Dort bekam Hoffmann fünf Jahre später durch Vermittlung von Liszt 1860 eine Anstellung als Schloßbibliothekar bei Herzog Viktor I. von Ratibor. Von seiner alten Wanderlust getrieben, ging er hin und wieder noch auf Reisen. In der Nacht zum 20. Januar 1874 erlag der Dichter einem Schlaganfall.

Nationale und politische Bedeutung

Signierte Fotografie
Signierte Fotografie

Hoffmann von Fallersleben, der neben seinen schönen Volks- und Kinderliedern viele Vaterlandslieder schrieb, die er Landknechtslieder nannte, war, wie selten ein Dichter, ganz im deutschen Volk verwurzelt. Zur Zeit der Entstehung des Deutschlandliedes konnte der Dichter dessen spätere große Wirkung noch nicht erahnen. Mit diesem Lied zogen die deutschen Kämpfer 1870 nach Frankreich, im Ersten Weltkrieg

wurde es überall gesungen und im Dritten Reich begleitete es die glänzende und spektakulärste Zeit Deutschlands. Selbst in der antideutschen BRD trauten sich die Herrschenden nicht, es abzuschaffen, verfemten aber immerhin zwei der drei Strophen, um auch hier den nationalen Gedanken, und damit die Selbstbehauptungskraft des deutschen Volkes, zu zerstören.

August Heinrich Hoffmann von Fallersleben dagegen war Kämpfer und Sänger zugleich. Sein ganzes Arbeiten galt einem großen, einigen und starken Deutschtum.

Seine Werke machten Hoffmann von Fallersleben auf einen Schlag berühmt, kosteten ihn aber auch die berufliche Karriere. Die Erfüllung seines größten politischen Wunsches, ein, wenn auch unter Ausschluß Österreichs und Luxemburgs, vereintes und freies Deutschland, erfuhr Hoffmann noch zu Lebzeiten, als 1871 das Deutsche Reich unter Bismarck gegründet wurde.

Neben seiner vaterländischen und politischen Lyrik schuf der Dichter 550 Kinderlieder, von denen er 80 vertonte. Genannt seien hier nur einige: „Ein Männlein steht im Walde“, „Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald“, „Nachtigall, Nachtigall wie sangst du so schön!“, „Alle Vögel sind schon da“, „Wer hat die schönsten Schäfchen, die hat der gold’ne Mond!“.
Des weiteren schrieb er bekannte Volkslieder, wie z. B. „Winter ade!“

Eines seiner bekanntesten politischen Lieder, neben dem Lied der Deutschen,“Die deutsche Nationalhymne “ ist das Lied „Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker“.

Und sie bewegt sich doch!
Daß die Sonne stehet
und die Erde gehet,
weiß jetzt jedermann.
Auch vor wenig Jahren
hats der Papst erfahren
daß die Erde geht, geht, geht
und die Sonne steht.
Galilei mußte,
weil ers nur so wußte,
widerrufen dies.
Vor dem heilgen Vater
bat ers ab, dann trat er
auf und rief: „Sie geht, geht, geht
und die Sonne steht!“
Und mit unserm Streiten
geht es wie vor Zeiten
ebenso noch jetzt.
Gilt auch für Verbrechen,
was wir heute sprechen,
dennoch ist es wahr, wahr, wahr
heut und immerdar!

Hoffmann war, wie viele große Deutsche, ein überzeugter Gegner des Judentums. Wesentlich war ihm hierbei das Motiv des deutschen Volkstums, das er gegen den jüdischen Globalismus setzte:
„Des deutschen Kaisers Kammerknechte
sind jetzt Europas Kammerherrn.
Am Himmel aller Erdenmächte,
o Israel, wie glänzt dein Stern.“

Zitate

  • „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ — Hoffmann von Fallersleben, Politische Gedichte 1843
  • „…und läßt uns nur den Haß übrig, den Haß gegen dies verworfene Franzosengeschlecht, diese Scheusale der Menschheit, diese tollen Hunde, diese grande nation de l’infamie et de la bassese. Gott gebe und Er gibt es, daß wir aus diesem schweren Kampfe glorreich hervorgehen und der Menschheit den großen Dienst erweisen, daß mein, unser aller Deutschland über alles zur Wahrheit wird.“ — Brief an Adolf Strümpell, 27. August 1870

Werke (Auswahl)

Gedichte / Liedtexte

  • Alle Vögel sind schon da
  • Bei einer Pfeif Tabak
  • Ein Männlein steht im Walde
  • Die Trommel ruft, nun muß ich fort
  • Flandern über alles
  • Laßt uns gehen mit frischem Mute
  • Lied der Deutschen
  • Morgen kommt der Weihnachtsmann
  • Nicht Mord, nicht Bann, nicht Kerker
  • Winter ade

Siehe auch

Ernst Moritz Arndt

ernst_moritz_arndt_1769-1860Ernst Moritz Arndt 26. Dezember 1769 in Groß Schoritz, Insel Rügen – 29. Januar 1860 in Bonn war ein deutscher Patriot, Burschenschafter, Dichter, Sprachschützer und Revolutionär und Abgeordneter der Frankfurter Nationalversammlung. Arndt wandte sich hauptsächlich gegen die französische Besatzung Deutschlands durch Napoleon. Er war Professor in Greifswald und mußte wegen seiner antifranzösischen Propaganda jedoch vorübergehend flüchten. Nach den Karlsbader Beschlüssen wurde er von der Bundesregierung als „Demagoge“ erneut verfolgt und erst 1840 rehabilitiert.

Arndt gilt als bedeutender Literat im Vorfeld der deutschen Einigung. Sein Lied „Was ist des Deutschen Vaterland?“ war lange Zeit die inoffizielle Hymne der Einigungsbewegung. Arndt war Abgeordneter und Alterspräsident der Deutschen Nationalversammlung 1848/49 in der Frankfurter Paulskirche.

Die Nationalsozialisten betrachteten Arndt als einen ihrer Vorkämpfer. Aber auch die DDR-Sozialisten sahen Arndt als Vorkämpfer gegen Feudalismus und Vordenker einer deutsch-russischen Freundschaft.

Über Deutsche und Juden

Die Deutschen, so schreibt Arndt, sind nicht »verbastardet, keine Mischlinge geworden«, sondern auf ihrer »Urerde« über Jahrtausende hinweg rassisch »rein« geblieben. Aktuell drohe dem »germanischen Wesen« freilich größte Gefahr – durch die Franzosen und die Juden. »Verflucht aber sei die Humanität und der Kosmopolitismus, womit ihr prahlet! Jener allweltliche Judensinn, den ihr uns preist als den höchsten Gipfel menschlicher Bildung« – mit diesen Worten bringt Arndt 1814 den Feind auf einen Begriff.

250px-Ernst_Moritz_Arndt_(jung) Der wirtschaftlich erfolgreiche Vater ließ seinen Sohn nach dem Unterricht durch Hauslehrer von Februar 1787 bis 1789 das Gymnasium im Stralsunder Katharinenkloster besuchen. Ab 1788 besuchte Arndt die Prima bei Rektor Christian Heinrich Groskurd.

Ab Mai 1791 studierte er zunächst an der Universität Greifswald (die seit 1933 seinen Namen trägt) und später in Jena, neben evangelischer Theologie, Geschichte, Erd- und Völkerkunde auch Sprachen und Naturwissenschaften.

Im April 1800 habilitierte sich Arndt in Greifswald in Geschichte und Philologie mit einer Schrift, in der er sich gegen Jean-Jacques Rousseaus Ideen wandte. Am 22. April 1800 bat er die Universität Greifswald um die Lehrerlaubnis für Geschichte und Philologie, die ihm am 5. Mai 1800 vom Generalgouverneur und Universitätskanzler Hans Henrik von Essen erteilt wurde. 1801 wurde er Privatdozent an der Universität und erhielt, nach einem Aufenthalt (1803/1804) in Schweden, am 11. April 1806 eine außerordentliche Professur an der philosophischen Fakultät in Greifswald.

1805 arbeitete Arndt für die schwedische Regierung eine Verordnung über die Errichtung einer Landwehr in Schwedisch-Pommern aus, die am 30. April 1806 in Kraft trat. Ab dem Sommer 1806 war Arndt dann des öfteren für die Regierung tätig, was seinen Aufenthalt in Stralsund bedingte. Durch seine Schriften als „Franzosenhasser“ bekannt, musste er nach der Schlacht bei Jena und Auerstedt vor den Truppen Napoleons nach Schweden flüchten und traf am 26. Dezember 1806 in Stockholm ein, wo er den zweiten Teil seines Werkes „Geist der Zeit“ schrieb, der 1809 in London erschien und Wege aus der „fremdherrschaftlichen Bevormundung Deutschlands“ zu zeigen suchte. Arndt arbeitete in Schweden an der Übersetzung des schwedischen Gesetzbuches zur Einführung in Schwedisch-Pommern.

Theodor Körner mit Max von Schenkendorf, Ernst Moritz Arndt, Heinrich Theodor von Schön, Karl Freiherr vom Stein, August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt
Theodor Körner mit Max von Schenkendorf, Ernst Moritz Arndt, Heinrich Theodor von Schön, Karl Freiherr vom Stein, August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt

Er war ein großer Bewunderer des Kampfes Ferdinand von Schills und betrachtete ihn als Helden. Der Sturz Königs Gustav IV. Adolf von Schweden bewog ihn 1809, sein Asyl zu verlassen und illegal nach Deutschland zurückzukehren. In Berlin wurde er bei dem Verleger Georg Andreas Reimer in einen Kreis von Patrioten eingeführt, zu denen auch sein einstiger Schüler Friedrich Ludwig Jahn, Hermann von Boyen, August Neidhardt von Gneisenau und der Theologe Friedrich Schleiermacher gehörten.

1812 begab er sich über Prag nach Sankt Petersburg, auf eine Einladung des Freiherrn vom Stein, der in ihm einen Gefährten zur Unterstützung des deutschen Nationalbewusstseins gegen die v. a. französische Fremdherrschaft fand. Arndt wurde dessen Privatsekretär. So publizierte Arndt in dieser Zeit den Großteil seiner patriotischen Lieder und Gedichte, Gegenschriften und Widerlegungen französischer Veröffentlichungen und Berichte. Nach Napoleons Niederlage in Russland kehrte er 1813 nach Schwedisch-Pommern zurück.

250px-Ernst_Moritz_Arndt_0440Er fuhr fort, die nationale Einheitsbewegung im deutschen Volk durch seine Schriften zu unterstützen. Einige waren:

  • „Über Entstehung und Bestimmung der deutschen Legion“
  • „Grundlinien einer deutschen Kriegsordnung“
  • „Der Rhein, Deutschlands Strom, aber nicht Deutschlands Grenze“ (Forderung nach einer Ablösung des deutschsprachigen Rheinlands von Frankreich)

Alle seine Schriften kennzeichnen Arndt als entschiedenen Gegner Frankreichs und des damals vorherrschenden französischen Geistes.

1818 wurde Arndt Professor für Geschichte an der neu gegründeten Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Seine akademische Wirksamkeit war von kurzer Dauer. 1819 wurden Arndts Papiere im Rahmen der sogenannten Demagogenverfolgungen (Karlsbader Beschlüsse) wegen des vierten Bandes des „Geistes der Zeit“ und wegen Privatäußerungen im September beschlagnahmt, er selbst wurde am 10. November 1820 von seinem Lehramt suspendiert und im Februar 1821 ein Verfahren wegen „demagogischer Umtriebe“ gegen ihn eröffnet. Er wurde jedoch nicht für schuldig erklärt, beim Weiterbezug seines Gehaltes wurde ihm jedoch die Erlaubnis, an der Universität Vorlesungen zu halten, allerdings nicht wieder erteilt. 1826 musste Arndt sein Professorenamt niederlegen. Erst mit Order vom 2. Juli 1840 wurde er durch Friedrich Wilhelm IV. rehabilitiert. 1841 wurde er Rektor der Bonner Universität. Dort lehrte er bis zu seiner Emeritierung 1854.

Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung

Am 18. Mai 1848 zog Arndt als Abgeordneter für Solingen in die Frankfurter Nationalversammlung ein. Er war Mitglied der Kaiserdeputation und Alterspräsident. Am 20. Mai 1849 trat er mit der Gagern’schen Partei aus der Versammlung aus und zog sich wieder in sein akademisches Lebens zurück.

Wegen einer angeblich General Carl Philipp von Wrede und das bayerische Militär beleidigenden Stelle in einer seiner Schriften wurde Arndt vor das Schwurgericht in Zweibrücken geladen, wo er nicht erschien und in Abwesenheit zu einer Gefängnisstrafe verurteilt wurde.

Sein nationales und nationalistisches Streben fand in Schriften wie „Germanien und Europa“ (1803) mit stark antifranzösischem Akzent seinen Ausdruck. Arndt forderte wie viele seiner Zeitgenossen die Bildung eines an den Sprachgrenzen orientierten deutschen Staates zur Überwindung des „deutschen Flickenteppichs“ aus sich gegenseitig bekriegenden Kleinfürstentümern.

Zur Zeit des BRD-Regimes: Beschmiert mit antideutscher Hetze: „Warum werden Schulen nach Nazis benannt?“ Mit „nach ‚Nazis‘ benannten Schulen“ ist hier vermutlich das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn  gemeint, dessen Name bislang (noch) nicht dem allgemeinen Bildersturm zum Opfer gefallen ist.
Zur Zeit des BRD-Regimes:
Beschmiert mit antideutscher Hetze: „Warum werden Schulen nach Nazis benannt?“ Mit „nach ‚Nazis‘ benannten Schulen“ ist hier vermutlich das Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium in Bonn  gemeint, dessen Name bislang (noch) nicht dem allgemeinen Bildersturm zum Opfer gefallen ist.

Arndt in der BRD nach 1990

Linksextremistische Studenten der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald unterlagen langjährigen Versuchen, Arndt als Namenspatron abzuerkennen. Letztlich sprach sich die Mehrheit der Studenten dennoch für die Beibehaltung des Namens aus. Auch der Senat der Universität kam im Jahre 2010 zu dieser Entscheidung.

Zitate

  • „Wir werden jeder Gefahr gewachsen und jeder Hinterlist überlegen sein, wenn ihr die Lehre als eine unsterbliche Lehre predigt, daß ein Volk, das frei sein will, nicht unterjocht werden kann.“
  • „Jemand, der wünscht, daß für das Volk und durch das Volk geherrscht werde, heißt Demokrat; jemand, der wünscht, daß durch den Pöbel und mit dem Pöbel geherrscht werde, heißt Ochlokrat. Ein solcher ist redlichen Herzen nicht nur Rattenpulver, sondern sie möchten auch, daß ihm Rattenpulver gegeben würde, damit die Gesellschaft des Ungeziefers los werde, das nur blutige und greuelvolle Taten erzeugen kann.“ (über künftige ständische Verfassungen in Deutschland).
  • „Unsere Kultur war nichtig geworden, weil wir unsere Sprache verachtet hatten; diese Sprache war nichtig geworden, weil wir aufgehört hatten, ein Volk zu sein. Das ist ein Zirkel, der sich nirgends öffnet, sosehr sind Sprache und Kultur mit dem Volk innerlich eins.“
  • „Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.“
Von Bernhard Afinger geschaffenes Ernst Moritz Arndt-Standbild in Bonn zur deutschen Zeit
Von Bernhard Afinger geschaffenes Ernst Moritz Arndt-Standbild in Bonn zur deutschen Zeit

Auszeichnungen und Ehrungen

  • Eintrag auf dem Dichterstein in Offenhausen

Werke

  • Versuch einer Geschichte der Leibeigenschaft in Pommern und Rügen, 1803
  • Reisen durch einen Theil Teutschlands, Ungarns, Italiens und Frankreichs in den Jahren 1798 und 1799, 1804, (als PDF-Datei)
  • Fragmente über Menschenbildung I, 1804
  • Fragmente über Menschenbildung II, 1805
  • Ernst Moritz Arndt’s Reise durch Schweden im Jahre 1804, Berlin 1806, (als PDF-Datei)
  • Fragmente über Menschenbildung III, 1809
  • Briefe an Freunde, Altona 1810, (als PDF-Datei)
  • Einleitung zu historischen Karakterschilderungen (1810), (als PDF-Datei)
  • Kurzer Katechismus für teutsche Soldaten nebst einem Anhang von Liedern, 1812
  • Der Rhein, Teutschlands Strom, nicht aber Teutschlands Grenze, 1813 (PDF-Datei)
  • Über Volkshass und über den Gebrauch einer fremden Sprache (1813), (als PDF-Datei)
  • Die Glocke der Stunde in drei Zügen, 1813
  • Ansichten und Aussichten der Teutschen Geschichte, Leipzig 1814
  • Der Wächter, (1817), (als PDF-Datei)
  • Gedichte, 1818, (als PDF-Datei)
  • Mährchen und Jugenderinnerungen. Erster Theil, 1818
  • Erinnerungen aus Schweden. Eine Weihnachtsgabe, Berlin 1818
  • Vom Wort und vom Kirchenliede, nebst geistlichen Liedern, 1819, (als PDF Datei)
  • Über Sitte, Mode und Kleidertracht: Ein Wort aus der Zeit (1824), (als PDF-Datei)
  • Schwedische Geschichten unter Gustav dem dritten: Vorzüglich aber unter Gustav dem vierten Adolf, Leipzig 1839, (als PDF-Datei)
  • Erinnerungen aus dem äußeren Leben, 1840, (als PDF-Datei)
  • Gedichte, Ausgabe 1840, (als PDF Datei)
  • Versuch in vergleichenden Völkergeschichten, 1842
  • Mährchen und Jugenderinnerungen. Erster Theil. Zweite Ausgabe, 1842, (als PDF-Datei)
  • Mährchen und Jugenderinnerungen. Zweiter Theil, 1843
  • Versuch in vergleichender Voelkergeschichte, Leipzig 1844
  • Notgedrungener Bericht aus meinem Leben, Leipzig 1847, (als PDF-Datei)
  • Blätter der Erinnerungen meistens um und aus der Paulskirche in Frankfurt, (als PDF-Datei)
  • Germania: Die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der deutschen Nation (1852), (als PDF-Datei)
  • Pro Populo germanico, Berlin 1854
  • Geistliche Lieder, 1855
  • Meine Wanderungen und Wandlungen mit dem Reichsfreiherrn Heinrich Carl Friedrich vom Stein, Berlin 1858, (als PDF-Datei)
  • Gedichte, Berlin 1860, (als PDF-Datei)
  • Gedichte: Vollständige Sammlung, mit der Handschrift des Dichters aus seinem neunzigsten Jahr (1860) (PDF-Datei)
  • Ein Wort über die Feier der Leipziger Schlacht, 1814 (PDF-Datei)

Weiteres

  • Kater Martinchen: 21 Vorpommersche Sagen
  • Märchen und Sagen
  • Gedichte (auf Zeno.org)
  • Kommt her, ihr seid geladen (Evangelisches Gesangbuch, 213)
  • Ich weiß, woran ich glaube (Evangelisches Gesangbuch, 357)
  • Die Leipziger Schlacht (Deutsches Lesebuch für Volksschulen)

Bekannte Gedichte & Lieder

  • Was ist des Deutschen Vaterland?
  • Sind wir vereint zur guten Stunde
  • Der Gott, der Eisen wachsen ließ
  • Zu den Waffen, zu den Waffen (Schlachtgesang)

Literatur über Arndt

  • Walther Schacht: „Die Sprache der bedeutenderen Flugschriften E. M. Arndts, Dissertation, herausgegeben Bromberg 1911, (als PDF-Datei)
  • Georg Lange: „Der Dichter Arndt“ (1910) (PDF-Datei)
  • Richard Wolfram: Ernst Moritz Arndt und Schweden. Zur Geschichte der deutschen Nordsehnsucht, Duncker Weimar (1933)

Biographien

  • Eduard Langenberg: „Ernst Moritz Arndt: Sein Leben und seine Schriften, Eine Biographie“, Veröffentlicht von Weber, 1865 (als PDF-Datei)
  • Paul Meinhold: „Arndt, eine Biographie, aus der Reihe Geisteshelden“, Verlag Ernst Hofmann 1910 (als PDF-Datei)
  • Ernst Müsebeck: „Ernst Moritz Arndt. Ein Lebensbild“, Gotha 1914 (als PDF-Datei)
  • Heinrich Meisner, Robert Geerds: „Ernst Moritz Arndt: Ein Lebensbild in Briefen“, 1898 (als PDF-Datei)
  • Paul Requadt: Ernst Moritz Arndt – Volk und Staat, seine Schriften in Auswahl, 1934 (Mit zip gepackte PDF-Datei)