Zum 270ten Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe

Im Header Bereich meiner Webseite könnt ich vernehmen – Was mein Herz bewegt, bewegt vielleicht auch andere. Und nun, schauen wir auf folgende Goethe Zitate und ihr wisst, welch ein Bestreben mit meiner Webseite Germanenherz ich verfolge.

Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll – Goethe

Hab nur den Mut, die Meinung frei zu sagen und ungestört!
Es wird den Zweifel in die Seele tragen, dem, der es hört.
Und vor der Luft des Zweifels flieht der Wahn!
Du glaubst nicht, was ein Wort oft wirken kann! – Goethe

Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe Johann Wolfgang von Goethe, (28. August 1749 in Frankfurt am Main; 22. März 1832 in Weimar) war eines der größten Dichtergenies aller Zeiten. Am Hof von Weimar bekleidete der „Kronzeuge der nationalen Identität der Deutschen“ als Freund und Minister des … Weiterlesen

Goethe von Georg Simmel 1858-1918 Germanenherz aus dem Buch Goethe von Georg Simmel 1913 Ertses Kapitel Leben und Schaffen Wenn das Leben des Geistes sich von dem des nur körperlichen Organismus dadurch abhebt, daß dieses ein bloßer Prozeß ist, jenes aber außerdem noch einen Inhalt … Weiterlesen

 

Solange auf dieser Welt auch nur ein Germanenherz schlägt, wird der Geist lebendig bleiben.

Johann Wolfgang von Goethe

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Lizentiat jur. Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832)

Johann Wolfgang von Goethe, (28. August 1749 in Frankfurt am Main; 22. März 1832 in Weimar) war eines der größten Dichtergenies aller Zeiten. Am Hof von Weimar bekleidete der „Kronzeuge der nationalen Identität der Deutschen“ als Freund und Minister des Herzogs Carl August politische und administrative Ämter und leitete ein Vierteljahrhundert das Hoftheater. Er war vom 11. Juni 1776 an Geheimer Legationsrat und Mitglied des Geheimen Consiliums, des dreiköpfigen Beratergremiums des Herzogs, mit einem Jahresgehalt von 1.200 Talern. Nominell gehörte Goethe dem Geheimen Consilium bis zu dessen Auflösung im Jahr 1815 an.

Sein Vater, Johann Kaspar Goethe, war Doktor der Rechte und Reichsrat des römisch-deutschen Kaisers zu Frankfurt.

Leben

Hab nur den Mut, die Meinung frei zu sagen und ungestört!
Es wird den Zweifel in die Seele tragen, dem, der es hört.
Und vor der Luft des Zweifels flieht der Wahn!
Du glaubst nicht, was ein Wort oft wirken kann!
– Johann Wolfgang von Goethe

Kurze Einführung

Kurze Einführung in Leben und Schaffen aus dem Buch „Deutsche Geisteshelden – Aus dem Leben deutscher Dichter“500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0052500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0053500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0054500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0055500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0056500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0057500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0058500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0059500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0060500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0061500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0062500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0063500px-Carstensen_-_Deutsche_Geisteshelden_-_Aus_dem_Leben_deutscher_Dichter_0001

Die Selbstbiographie des Künstlers Goethe legt dar, wie der praktische Verstand und die Kunstliebe des Vaters, die poetische Natur der Mutter, eine würdige häusliche Umgebung sowie die Vaterstadt mit ihren Monumenten und Sehenswürdigkeiten und das rege Leben der jährlich wiederkehrenden Messen und die Aufführungen eines Puppentheaters im väterlichen Haus schon auf das Gemüt des Knaben bildend und begeisternd wirkten.

Französische Besatzung

In Goethes achtem Lebensjahr brach der Siebenjährige Krieg aus. Bald fand er Gelegenheit, sein Kunsturteil zu üben, indem bei der Besetzung Frankfurts durch die Franzosen der Königsleutnant Graf Thorenc im Hause von Goethes Eltern Quartier faßte. Thorenc beschäftigte mehrere Maler, unter anderen Johann Konrad Seekatz von Darmstadt, und bald entwickelte Goethe soviel Verständnis für die Malerei, daß er auch wohl seine Meinung abgeben durfte; ja er beschrieb in einem Aufsatz zwölf Bilder, welche die Geschichte Josephs darstellen sollten, von denen auch einige ausgeführt wurden.

Die Anwesenheit der französischen Besatzer verschaffte Goethe die Gelegenheit, das Französische praktisch zu lernen; sein Sinn für das Dramatische erhielt durch den Besuch eines in Frankfurt spielenden französischen Theaters eine neue Richtung. Solche Anregungen wirkten vielfach auf sein dichterisches Vermögen, wie einige Zeit vorher die Lektüre der ersten Gesänge des Klopstockschen „Messias“.

Mit den Jahren entwickelte sich immer mehr die Universalität seines Geistes. Zeichnen, Musik, Sprachkunde, Untersuchung natürlicher Gegenstände, das Hebräische und die damit verbundene Kenntnis der Bibel, endlich eigene poetische Versuche beschäftigten ihn abwechselnd, ließen ihm jedoch noch hinlänglich Zeit, auch im bürgerlichen Leben Erfahrungen zu erwerben, namentlich da der Vater ihm die Besorgung mancher Geschäfte übertrug. Durch die Freundinnen seiner Schwester kam er früh in Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Auch dies darf als Entwicklungsmoment nicht übersehen werden. Die Gretchen-Episode in seiner Lebensgeschichte kann als Symbol einer Knabenliebschaft gelten.

Aufenthalt in Leipzig

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Bereits juristisch vorgebildet begab Goethe sich am Michaelistag 1765 auf die Akademie, und zwar nach dem Willen seines Vaters nach Leipzig, wo am 19. Oktober seine Inskription als Student der Rechte bei der nach dem Kriege neu aufblühenden Universität erfolgte. Indes waren es von den Professoren nur Ernesti und Gellert, denen er sich besonders zuwandte. Ihre Vorträge gehörten zu dem Gegenkursus, den er dem Studienplan seines Vaters entgegenstellte. In den philosophischen Vorlesungen kam es ihm wunderlich vor, daß er die Geistesoperationen, die er von Jugend auf mit größter Bequemlichkeit verrichtet, so vereinzeln und gleichsam zerstören sollte, um den rechten Gebrauch davon einzusehen. Den juridischen Kollegien fühlte er sich bald entwachsen, und schon damals gewann er die Ansichten, welche er nachher in der Schülerszene des „Faust“ so drastisch entwickelt hat.

In Leipzig, wo zu dieser Zeit Gottsched noch nicht allen Einfluß verloren hatte, war die Vorliebe für französische Muster vorherrschend, die Ästhetik in den unberufensten Händen und in den Verhältnissen ringsum nichts, was die Phantasie eines Dichters hätte befruchten können. Daher sah sich Goethe auf sich selbst angewiesen, und hier begann diejenige Richtung, von der er sein ganzes Leben hindurch nicht abweichen konnte, indem er das, was ihn erfreute oder quälte oder sonst beschäftigte, in ein Bild, ein Gedicht verwandelte, um sowohl seine Begriffe von den äußeren Dingen zu berichtigen als sich im Innern zu beruhigen. Die Gabe hierzu war niemandem nötiger als ihm, den seine Natur aus einem Extrem ins andere warf. Aus persönlichen Erfahrungen entstand damals „Die Laune des Verliebten“, ein Schäferspiel, welches, in Alexandrinern abgefaßt, zwar noch dem Geschmack der Gellertschen Periode huldigt, jedoch durch Zartheit der Motive und der Sprache über sie schon weit hinausgeht.

Dem jungen Dichter boten der Aufenthalt zu Leipzig, dem er in seiner Selbstbiographie einen der interessantesten Abschnitte widmet, und gewisse Vorgänge in seiner Vaterstadt Gelegenheit zu der Wahrnehmung, wie Religion, Sitte, Gesetz, Stand und Verhältnisse nur die Oberfläche des städtischen Daseins beherrschen, so daß alles im Äußeren reinlich und anständig, im Inneren aber desto wüster schien. Um der durch diese Beobachtung veranlaßten düsteren Stimmung Herr zu werden, entwarf er mehrere Schauspiele, von denen jedoch nur „Die Mitschuldigen“ erhalten ist. Auch dieses Stück ist in Alexandrinern geschrieben und lehnt sich in der Form an das Molièresche Lustspiel an. Dies zeigt sich besonders in der frühesten der drei erhaltenen Bearbeitungen, in welcher der burleske Ton überwiegt.

Der Aufenthalt in Leipzig war ein großer Gewinn für Goethe; er trat hier in den Mittelpunkt der deutschen literarischen Bewegung, Lessings „Minna von Barnhelm“ und auf anderem Gebiete dessen „Laokoon“ gaben seinem Geiste eine neue Richtung. Seine süddeutsche Natur berührte sich hier mit dem norddeutschen Geist, und er erhielt dadurch die Bildung, derer er bedurfte, um ein universeller Schriftsteller zu werden. Durch Adam Friedrich Oeser wurde er in Winckelmanns Kunstanschauungen eingeweiht und bei einem Ausflug nach Dresden durch die dortigen Kunstschätze sein Sinn noch höher belebt. Er zeichnete und radierte in Kupfer, nahm teil an dramatischen Aufführungen, dichtete ohne Unterlaß, sang, blies die Flöte, und dieser künstlerischen Vielseitigkeit entsprach die Reichhaltigkeit seiner geselligen Beziehungen.

Durch Unbesonnenheit zog er sich indes eine Krankheit zu, von welcher er kaum genesen war, als er, durch Erfahrung und Beobachtung gereift, Ende August 1768 Leipzig verließ. Seine gestörte Gesundheit, die auch im elterlichen Hause nicht sogleich wieder ins Gleichgewicht gelangte, führte ihn zu einem neuen wichtigen Durchgangspunkt seines Lebens, indem er sich auf das Studium von allerlei mystisch-chemisch-alchimistischen Werken verlegte und sich eine eigene Religion konstruierte. Man erkennt hierin den natürlichen Gegensatz zu seinem Leben in Leipzig, einen notwendigen Gärungsprozeß, nach dessen Abklärung seine Betrachtungsweise eine mehr innerliche und gemütvollere werden sollte, als sie es bis dahin in Leipzig gewesen war.

Aufenthalt in Straßburg

In Straßburg, wohin Goethe ging, um seine juridischen Studien zu vollenden, machte er nicht diese, sondern Chemie und Anatomie und den Besuch des Klinikums zu seiner Lieblings- und Hauptaufgabe. Um ihn sammelte sich hier ein großer Kreis strebender Jünglinge. Am folgenreichsten wurde jedoch die Verbindung mit Hrder. Sie rief in seinen ästhetischen Ansichten eine vollkommene Umwandlung hervor; seine Vorliebe für das Französische, welche noch in Leipzig Nahrung gefunden hatte, verlor sich wieder. Shakespeare und die gotische Baukunst, ebenso wie das deutsche Volkslied begannen auf ihn mächtig zu wirken.

Das von ihm selbst mit dramatischer Lebendigkeit geschilderte Liebesverhältnis mit Friederike Brion in Sesenheim beflügelte seine dichterischen Kräfte. Nach seinem Erwerb der Lizentiatur am 6. August 1771 (als Ersatz für die auf Druck der Straßburger Theologen zurückgezogene Dissertation) kehrte er nach Frankfurt zurück, um zunächst unter die Bürger und Advokaten der Stadt aufgenommen und dann im Sommer 1772 beim Reichskammergericht zu Wetzlar beschäftigt zu werden.

Wetzlar

Hier sollte er die äußere Anregung zu seinem „Werther“ finden. Von beiden Orten aus knüpfte er jetzt und später literarische Verbindungen an, so namentlich mit Merck in Darmstadt, F.H. Jacobi in Pempelfort, Klinger und Lavater. Als Organ der neuen Ideen gab er damals (1772) mit anderen die „Frankfurter gelehrten Anzeigen“, außerdem anonym den Aufsatz „Von deutscher Baukunst“ und zwei Flugschriften theologischen Inhalts heraus, nachdem schon früher (1770) sein Freund Breitkopf in Leipzig seine erste Liedersammlung, ebenfalls anonym, publiziert hatte.

Doch lenkten erst sein „Götz“ (zuerst 1773, dann 1774), die ebenfalls ohne den Namen des Verfassers erschienen, die Aufmerksamkeit von ganz Deutschland auf ihn. Diese beiden Erstlingswerke begründeten, unter dem Widerspruch der älteren Generation, zugleich mit kleineren Stücken, dem „Clavigo“, der „Stella“, mehreren Singspielen, Fastnachtsstücken und Gedichten in dem von ihm wieder belebten Hans Sachsschen Ton, die nach einem Stück Klingers benannte Sturm- und Drangperiode, wobei der erste Teil von Goethes „Faust“ sie am vollendetsten ausdrückt. Auf Goethes „Werther“ speziell folgte die Periode der Empfindsamkeit.

Vertreter der Deutschheit

So erstand in jener Zeit des Rationalismus und des französischen Geschmacks plötzlich der Dichter von Goethe als das lebendige, über äußere Regeln sich erhebende Genie, als Vertreter der Deutschheit, der Naturwahrheit und der lauteren Empfindung, eines nur durch inneres Maß gebändigten Subjektivismus.

Aufenthalt in Weimar

Johann Wolfgang von Goethe

Gemälde von Joseph Stieler

Gemälde von Joseph Stieler

Der Herzog von Sachsen-Weimar, Karl August, machte auf einer Reise Goethes persönliche Bekanntschaft und lud ihn, als er 1775 die Regierung angetreten hatte, an seinen Hof ein. Goethe, der kurz vorher mit den Brüdern Stolberg die Schweiz bereist und dort Lavater besucht hatte, folgte dieser Einladung und kam am 7. November 1775 in Weimar an. Der Besuch verwandelte sich in einen dauernden Aufenthalt, aus dem Dichter wurde ein Staatsbeamter. Der Herzog ernannt ihn zum Geheimen Legationsrat mit Sitz und Stimme im Geheimratskollegium und 1779 zum Geheimrat.

Reise nach Italien

Im Herbst desselben Jahres bereiste er in Gesellschaft des Herzogs zum zweiten Mal die Schweiz. Nachdem er 1782 Kammerpräsident und geadelt worden war, unterbrach er im Sommer 1786 das Geschäftsleben auf längere Zeit, um in Italien Erholung zu suchen. Die Reise dorthin, welche sich bis nach Sizilien erstreckte, besonders der längere Aufenthalt in Rom (bis 22. April 1788), wurde epochemachend für seine geistige Ausbildung, für die Gewinnung höherer Kunstansichten, eines sich daraus ergebender klassischen Kunststils und einer alle Reiche der Schöpfung organisch verbindenden Naturlehre.

„Iphigenia“ kam hier zur Reife, „Egmont“ wurde vollendet und „Tasso“ ausgearbeitet. Zu den in Rom gemachten Bekanntschaften gehört die des Schweizers Heinrich Meyer, der bis zu seinem Tod ihm als treuer Freund und Gehilfe im Gebiet der Kunstkritik und Kunstgeschichte zur Seite stand. Die Arbeit über die Metamorphose der Pflanzen erschien nach der Rückkehr (1789), die Beiträge zur Optik folgten (1791 und 1792).

Nach einem nochmaligen Aufenthalt in Oberitalien, besonders in Venedig (1790), und einer Reise nach Schlesien (im Sommer desselben Jahres) wohnte Goethe im Jahr 1792 in Begleitung des Herzogs dem Feldzug in Frankreich und 173 der Belagerung von Mainz bei. Er schloß dann (1794) den denkwürdigen Bund mit Schiller, den nur der Tod löste. Das weimarische Theater, welchem Goethe von 1791 bis 1817 vorstand, bildete die Stätte ihrer gemeinsamen Tätigkeit. Spät erst, am 19. Oktober 1806, vermählte er sich mit Christiane Vulpius, mit welcher er schon am 13. Juli 1788 eine Gewissensehe eingegangen war.

Er rückte 1815 zum ersten Staatsminister auf, jedoch beschränkte sich seine amtliche Tätigkeit mehr und mehr auf die Gebiete der Wissenschaft und Kunst. Im regen persönlichen und brieflichen Verkehr mit seinen Zeitgenossen lebte er den Studien der Natur, der Kunst und seinen poetischen Arbeiten bis zu seinem in Weimar am 22. Mrz 1832 erfolgten Tod. Seine Leiche ruht in dem fürstlichen Erbbegräbnis.

Perioden des Lebens Goethes

Die Perioden des Lebens Goethes hängen mit den Perioden seines Dichterlebens aufs innigste zusammen. In diesem unterscheidet man deren füglich drei, die man folgendermaßen einteilen kann:

  • die sentimental-naturalistische Periode
  • die klassische Periode
  • die auf das Bedeutsame gerichtete typische Periode

Die sentimental-naturalistische Periode

„Götz“, ein Drama voll treuherziger altdeutscher Einfalt, aber auch geistigen Schwunges und Freiheitsinnes, und der schwärmerische, leidenschaftlich sentimentale „Werther“ erregten in der ersten Periode allgemeine Bewunderung. Unleugbar benutzte der Dichter bei „Werther“ und „Götz“, wie später bei vielen anderen Werken, ein äußerlich Gegebenes, dort das Schicksal des jungen Jerusalem und die Liebe zu Lotte (Charlotte Buff, verehelichte Hofrätin Kestner, gestorben als Witwe am 16. Januar 1828), hier die Selbstbiographie des mannhaften Götz von Berlichingen.

Ebenso liegen dem „Slavigo“ (1774) die Memoiren von Beaumarchais zugrunde. Dennoch zeigt sich Goethes Erfindungsgabe in diesen Dichtungen auf eine merkwürdige Weise. Es scheint, als sei alles aus unmittelbarer Anschauung oder Empfindung in einem Guß entstanden. Das Talent Goethes, sich in die Zustände anderer einzuleben und ihr Dasein mitzuempfinden, ließ ihn freilich auch manchen Mißgriff tun, so in der mit einer Doppelehe endigenden „Stella“ (1776) und später (1792) im „Großkophta“, welche Stücke jedoch der Wahrheit der Charakteristik nicht ermangeln.

Um so reiner, gefühlsinniger erscheint in dieser Periode Goethe in seinen Liedern und Romanzen, in denen zuerst wieder der verklungene Volkston herrscht. Betrachtet man alles von ihm in dieser Lebensperiode Geschaffene genauer, so sieht man, daß es volksmäßig war und daß er die Deutschheit, für welche Lessing bereits gekämpft hatte, glücklicher erreichte als die um jene Zeiten auflebenden neuen Barden. Dieses Volksmäßige konnte aber nur als Opposition gegen das Herkömmliche durchgeführt werden.

Die klassische Periode

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Goethe in der Campagna von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1786/87

Goethe in der Campagna von Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1786/87

Nach „Götz“ und „Werther“ verflossen 12 Jahre, ohne daß man von Goethe viel Bedeutendes vernommen hätte. Desto größer war die Überraschung, als er zwischen 1787 und 1790 acht Bände gesammelter Schriften herausgab. Zwischen den Werken der damit bezeichneten neuen und der ersten Periode hatte ein Übergang stattgefunden, in welchem Goethe durch Ironie sich selbst gereinigt und die streitenden Kräfte seines Wesens, unter dem Einfluß seiner weimarischen Umgebung, mildernd zur Harmonie gestimmt hatte.

In diesen Zwischenzustand gehören mehrere komische und satirische Erzeugnisse, unter anderem der „Thriumph der Empfindsamkeit“ (1777). Mit ihnen trat er aus der Vergangenheit des vorigen Zeitalters und erhob sich auf einen höheren Standpunkt. Spielend ergötzte er sich da oft noch an dem Leben und Treiben unter ihm, im Ton seines „Jahrmarkt zu Plundersweilern“ (1774), worin er dem Leben die heitere Seite abgewann. Mit einer solchen objektiven Weltanschauung trat er dem Gebiet der reinen Schönheit immer näher, jenem klassischen Geist, welcher als die Frucht seiner Italienreise erscheint.

Zwar war ein Entwurf der „Iphigenia“ in rhythmischer Prosa schon aus früherer Zeit (1779) vorhanden, auch ein zwei Akte umfassender Entwurf zum „Tasso“ (1784), aber die vollendete Form verdanken sie der harmonischen Stimmung, sie sich seinem Gemüt während der Italienreise mitteilte. Der unvergleichliche Zauber der Sprache, die Melodie des dramatischen Jambus in beiden Stücken sind unerreicht geblieben. Beide Dramen lösen die schwierige Aufgabe, die dramatischen Konflikte der äußeren Handlung auf dem rein psychologischen Gebiet sich auskämpfen zu lassen und die Handlung allein in die Charaktere zu verlegen.

Dieser Periode der Reise und Idealität gehören außer dem schon 1775 begonnenen „Egmont“, in dessen Volksszenen eine gesunde Realität die ideale Haltung des Ganzen durchbricht, auch die beiden Hauptwerke „Wilhelm Meister“ (1794–1796) und „Hermann und Dorothea“ (1797) an. Sie erschienen in der Zeit des Bundes mit Schiller. „Wilhelm Meisters Lehrjahre“ geben mit Benutzung freimaurerischer Tendenzen, den Humanitätsideen des 18. Jahrhunderts vollen Ausdruck, indem sie bestimmte Individuen in ihrer Entwicklung zu Menschen im höheren Sinne schildern.

Auch in diesem Roman spiegelt sich jene Universalität des Goetheschen Geistes, welche noch großartiger im „Faust“ zur Erscheinung kommt. Das Höchste und Tiefste, das Lieblichste und Rührendste, was eine menschliche Brust bewegen kann, ist im Faust niedergelegt, durchdrungen von der tiefsten Poesie. Gerade darum, weil dieses Weltgedicht in seinem innersten Kerne deutscher gefühlt und gedacht ist als sonst ein poetisches Erzeugnis der deutschen Nation, hat es eine kosmopolitische Stellung und Bedeutung gewonnen.

Zu dem Epos „Hermann und Dorothea“ ist zwar der Stoff dem Buch „Ausführliche Historie derer Emigranten oder vertriebenen Lutheraner“ aus dem Erzbistum Salzburg (Leipzig 1732) entlehnt, zugleich aber durch die Veränderung des geschichtlichen Hintergrundes und die geistige Belebung des trockenen Materials die schöpferischste Dichterkraft erprobt. Sie ist es, welche, in Verbindung mit typischer Behandlung der Charaktere, diesem Gedicht vielleicht den höchsten allgemeinmenschlichen Wert unter allen Werken Goethes verleiht.

Gegen das Ende der zweiten Periode seines Dichterlebens gab Goethe zugleich mit Schiller mit den „Xenien“ (1796), einer Sammlung polemischer Zeitgedichte, die Losung zu einer neuen poetischen Epoche. Die enge Verbindung mit Schiller, über welche der Briefwechsel beider willkommene Aufschlüsse gibt, war nicht ohne Einfluß geblieben. Gleichwohl konnte es scheinen, als sei die schaffende Kraft in ihm nicht mehr dieselbe wie früher. Goethe bearbeitete Voltaires „Mahomet und Tancred“ (1802), und nur in seinen Romanzen und Liedern schien die alte Eigentümlichkeit und Fülle sich zu erhalten. Seine „Natürliche Tochter“ (1804), ein Spiegelbild der Französischen Revolution, wurde nicht vollendet, obschon sie nach Gehalt und Form zu den reifsten Werken Goethes gehört.

Dagegen erschien er in der vollständigen Ausgabe des ersten Teils des „Faust“ (1808) und in den „Wahlverwandtschaften“ (1809) wieder ganz als der reiche schöpferische Geist von ehedem. Unstreitig gehört jener Roman der Komposition und Darstellung nach zu dem Vollendetsten, was die deutsche Literatur in dieser Gattung besitzt. Goethes Selbstbiographie „Aus meinem Leben“ folgte im Anschluß. „Dichtung und Wahrheit“ (1811–1814), in welcher er sich mit Offenheit und der Wahrheit gemäß aussprach und nicht nur sich selbst, sondern auch seine Zeit mit wunderbarer Treue zeichnete, zugleich aber die Wirklichkeit nach den Gesetzen historischer Kunst behandelte.

Viel leistete Goethe in dieser Periode für die bildenden Künste, als deren höchstes Vorbild ihm bis zuletzt die Antike galt, für Schauspielkunst und für Naturbeobachtung, sowie für wissenschaftliche Kritik, und zwar nicht bloß als Schriftsteller, sondern auch unmittelbar eingreifend. Wichtig waren in dieser Hinsicht die weimarischen Kunstausstellungen, die Programme und Aufsätze der Weimarischen Kunstfreunde (Goethe und Meyer) und das weimarische Theater, eine Schule der Kunst, wie sie nur bei Goethes Maximen und liberaler Gesinnung gedeihen konnte. Vielfach hat Goethe durch dies alles, bald selbst ausführend, bald anregend, durch Lehre und Beispiel auf die deutsche Nation gewirkt und auf allen Gebieten die höchsten Gesichtspunkte zur Geltung gebracht.

Die typische Periode

Die Werke Goethes aus seiner dritten und letzten Lebensperiode haben zur tieferen Erkenntnis seines Geistes wesentlich beigetragen. Der Dichtung und Darstellung gehören unter ihnen an der „Westöstliche Divan“ (1819) und der Roman „Wilhelm Meisters Wanderjahre“ (1821 und 1829). Mischt sich in die lyrischen Ergüsse des „Divan“ schon durch die Beziehung auf arabische und persische Muster die Reflexion, so ist der die sozialen Probleme der Zeit behandelnde und sich mit dem Saint-Simonismus berührende Roman gerade in seinen Hauptbestandteilen didaktisch.

Auch in dem, was zur Fortsetzung der Lebenserinnerungen des Dichters gegeben wurde, demnächst auch in einzelnen Gedichten, welche als heitere Unterbrechungen des ernsten Vortrags die rein wissenschaftlichen Werke zieren, tritt das Lehrhafte hervor. Der Zweck dieser letzteren Werke ist Kunst und Naturstudium.

Die Wissenschaft hatte an Goethes Tätigkeit zunehmend denselben Anteil gewonnen wie die Dichtung und Darstellung. Das Studium der Natur erfüllte sein ganzes Leben, und es gibt keine dahin gehörige Disziplin, der er völlig fremd geblieben wäre. Seine Entdeckungen, wie der Nachweis des Os intermaxillare beim Menschen (1784) und die Herleitung der Gehirnbildung aus einem Rückenwirbel (1790), reihen ihn ebenso den ersten Naturforschern aller Zeiten an wie seine allgemeine Naturansicht, welche, früher unverstanden, auf geologischem Gebiet zuerst durch Lyells, auf morphologischem durch Darwins und Haeckels Forschungen bestätigt wurden. Ebenso ruht die neue Botanik auf Goethes „Metamorphose der Pflanzen“ (1790), wie auch seine Farbenlehre (1810) beispielgebend wurde.

In allen Werken der letzten Periode, den künstlerischen wie den wissenschaftlichen, zeigte sich Goethe in wachsender Übereinstimmung mit dem Leben und mit den Gegenständen des Forschens. Vorzugsweise der bildenden Kunst gewidmet war die Zeitschrift „Die Propyläen“ (mit H. Meyer herausgegeben 1798–1800), der Kunst und der Literatur „Kunst und Altertum“ (1816–32), worin ältere und neue Werke zu fortwährender Anregung für neue Schöpfungen gleicher Art besprochen wurden, dagegen der Natur die periodisch erscheinenden Schriften „Zur Naturwissenschaft“ und „Zur Morphologie“ (1817–1724). In der Kunst zeigte sich Goethe in dieser Periode als erklärter Gegner der mittelalterlichen Tendenzen, namentlich des sogenannten Nazarenertums.

Den Abschluß seiner gesamten dichterischen Tätigkeit bildet der zweite Teil des „Faust“. Die Arbeit daran fällt in die Jahre 1824 bis 1831. Goethe läßt Faust durch rastlose Tätigkeit für hohe Zwecke gerettet werden. Er hinterließ dies der deutschen Nation als Evangelium der Tat und als sein letztes Vermächtnis.

Goethe gehört zu den wenigen, denen es gelang, sich und ihr Leben sozusagen bis auf den letzten Pinselstrich zu vollenden. Selbst das höhere Alter weist im Buch seines Lebens kein leeres Blatt auf. Wie seine Erscheinung im Alter an die eines olympischen Jupiters erinnerte, so verglich man den jugendlichen Goethe mit einem Apollo. Das Attribut dämonisch, welches Goethe außerordentlichen Geistern zu erteilen liebte, paßt auf ihn und seinen Einfluß, den er ausübte, vollkommen, und wenn er da, wo ihm eine Persönlichkeit oder Erscheinung als etwas Fremdartiges gegenübertrat, durch Kälte und Ruhe zugleich imponieren und abstoßen konnte, so kam auf der anderen Seite nichts dem Zauber gleich, womit er die Herzen und Geister derer zu fesseln wußte, welche sein Wesen in irgendeinem Punkt angenehm berührten. Dies zeigt auch sein Verhältnis zu Schiller, dem er anfangs kühl gegenüberstand, um ihn dann, nachdem er seinen Wert erkannte, enger an sich zu binden, bis sich jene freundschaftliche Sympathie und jenes Zusammenwirken entwickelte, das zur Freundschaft der beiden wurde.

Ohne Beispiel erscheint die Mannigfaltigkeit und Beweglichkeit des Goetheschen Geistes, der, wohin er sich auch wandte, Mustergültiges schuf. Die Lyrik baute er von der leichtesten, fröhlichsten Gattung an bis zum tief empfundenen Lied, bis zur erhabensten und gedankenreichsten Ode. Er dichtete Elegien, Romanzen und Balladen, bald naiv und lieblich, bald schaurig und furchtbar; Idyllen voll Innigkeit und Gefühl; bald schäkernde, bald witzige Epigramme und Gnomen und Sinngedichte voll erhabener und praktischer Lebensweisheit. Das Drama bearbeitete er in fast allen Gattungen, die innerhalb dieses Gebiets möglich sind, ebenso das Epos von der idyllischen Gattung an bis zur heroischen in dem Bruchstück seiner unvollendeten „Achilleis“. Den deutschen, auf die höhere gesellschaftliche Bildung berechneten Roman begründete er zuerst.

Er schreibt in Venezianische Epigramme 66:

Vieles kann ich ertragen. Die meisten beschwerlichen Dinge
Duld’ ich mit ruhigem Mut, wie es ein Gott mir gebeut.
Wenige sind mir jedoch wie Gift und Schlange zuwider;
Viere: Rauch des Tabaks, Wanzen und Knoblauch und †.“

Der Ästhetik wies er eine neue Bahn zu, und wenn in seinen Nachfolgern das Prinzip, die Ästhetik habe mit der Sittlichkeit gar nichts zu tun, zu einem wahrhaften Despotismus gelangte, so ist hieran Goethe am wenigsten schuld. Vielmehr erscheinen seine ästhetischen Ansichten und die Art, wie er sie praktisch in seinen Dichtungen anwendet, nur als ein durchaus notwendiger Rückschlag gegen den Rigorismus, womit früher die Alleinherrschaft einer engherzigen, die Schönheit ausschließenden Moral behauptet wurde.

Was durch ihn die deutsche Sprache, namentlich die früher einerseits gesetzlose, andererseits allzu konventionelle deutsche Prosa gewonnen hat, ist unzählbar. In seinem Alter war er immer noch mit Glück tätig auf dem Gebiet der literarischen und artistischen Kritik, und namentlich weisen seine Bestrebungen zur Begründung einer Weltliteratur auf eine Zukunft hin, die sich gegen den Schluß seines Lebens hin erst in spärlichen Symptomen ankündigte. Auch kann man ihm nicht vorwerfen, daß er bei diesem Streben antinational verfahren sei, da er vielmehr entschieden aussprach, zur Vermittlerin jener Weltliteratur sei keine andere Literatur so geschickt und berufen wie die deutsche.

Um diese Weltliteratur zu begründen, horchte er im höheren Alter mit einer fast ängstlichen Spannung auf die Stimmen des Auslands hin, welche über deutsche Literatur sich wohlwollend äußerten; mit demselben Eifer suchte er die Deutschen mit allen Erscheinungen bekanntzumachen, welche ihm für die neuesten geistigen Entwicklungen des Auslands die charakteristischsten und wichtigsten zu sein schienen. Waren ihm zuletzt die Talente des Auslands, eines Byron, Walter Scott, Béranger, Tegnér vielleicht anziehender als die einheimischen, so blieb er doch der deutschen Literatur innig verbunden.

Im Jahre 1894, mehr als 60 Jahre nach Goethes Tod, wurde im Nachlaß der Hofdame Luise von Göchhausen der Herzogin Amalie ein handschriftliches Gedichtbuch Goethes mit dem Titel „Annette“ aufgefunden, das er für Anna Katharina Schönkopf verfaßt hatte.

Literarische Werke

Einzelausgaben zu Lebzeiten (Erstausgaben)

Es war eine der besonderen Eigenarten Goethes, begonnene Dichtungen oft Jahre, manchmal Jahrzehnte liegen zu lassen, bereits gedruckte Werke erheblichen Umarbeitungen zu unterwerfen und manches Fertiggestellte erst nach langer Zeit in den Druck zu geben. Eine chronologische Liste der Werke ist daher insofern schwierig zu erstellen, als der Zeitraum der Bearbeitung häufig unklar ist und das Jahr des Erstdrucks oft nicht mit der dichterischen Entwicklung Goethes zusammenpaßt. Die Liste orientiert sich im Zweifelsfall am (vermutlichen) Zeitpunkt der Entstehung.

Gedichte, Lieder und Balladen

300px-Goethes_Werke
  • Annette, von Goethe. Neu hrsg. nebst einem Anhang. Aus dem ‚Leipziger Liederbuch‘ von Dr. Hans Landsberg, 1905
    (Netzbuch und einzelne Seiten als PDF-Dateien speicherbar) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Prometheus, 1774
  • Geistesgruß (Gedicht), 1774 Burg Lahneck
  • Vor Gericht (Gedicht), 1774/1775
  • In allen guten Stunden (freimaurerisches Bundeslied), 1775
  • An den Mond, 1777
  • Der Erlkönig (Ballade), 1782
  • Xenien (Gedichte, zusammen mit Friedrich Schiller), 1796
  • Die erste Walpurgisnacht (Ballade), 1799
  • Totentanz, 1815
  • Vom Sänger hat man viel erzählt (freimaurerisches Gedicht zum Dank des Sängers), 1815
  • Wenn die Liebste zum Erwidern (freimaurerisches Gedicht zur Verschwiegenheit), 1816
  • West-östlicher Divan (Gedichte), 1819
  • Willkommen und Abschied (Lied)
  • Die Braut von Korinth (Ballade)

Versepen

  • Reineke Fuchs (Tierepos), 1794
  • Hermann und Dorothea (Idylle in Hexametern), 1798

Dramen

  • Die Laune des Verliebten (Schäferspiel), verfaßt 1768, im Druck 1806
  • Die Mitschuldigen (Lustspiel), begonnen 1769, im Druck 1787
  • Götz von Berlichingen mit der eisernen Hand (Schauspiel), 1773
  • Ein Fastnachtsspiel vom Pater Brey, 1774
  • Jahrmarktsfest zu Plundersweilern, 1774
  • Götter, Helden und Wieland (Farce), 1774
  • Clavigo (Trauerspiel), 1774
  • Egmont (Trauerspiel), begonnen 1775, im Druck 1788
  • Erwin und Elmire (Schauspiel mit Gesang), 1775
  • Die Geschwister. Ein Schauspiel in einem Akt, 1776
  • Stella. Ein Schauspiel für Liebende, 1776
  • Der Triumph der Empfindsamkeit (Eine dramatische Grille), verfaßt 1777
  • Proserpina (Monodram), 1778/79
  • Iphigenie auf Tauris (Drama), Prosafassung 1779, im Druck 1787
  • Torquato Tasso (Drama), ab 1780, im Druck 1790
  • Faust. Ein Fragment, 1790
  • Der Groß-Cophta (Lustspiel), 1792
  • Der Bürgergeneral (Lustspiel), 1793
  • Faust. Eine Tragödie (entspricht dem ersten Teil des Faust), ab 1797, im Druck unter diesem Titel zuerst 1808 erschienen
  • Mahomet, Übersetzung und Bearbeitung der Tragödie von Voltaire, 1802
  • Die natürliche Tochter (Trauerspiel), 1804
  • Pandora (Festspiel), entstanden 1807/08, im Druck 1817
  • Faust II. (2. Teil des Faust), 1833 (postum veröffentlicht)

Romane und Novellen

Übertragungen

  • Das Leben des Benvenuto Cellini (Übersetzung), 1797
  • Mahomet, Übersetzung und Bearbeitung der Tragödie von Voltaire, 1802

Aufzeichnungen und Aphorismen

  • Maximen und Reflexionen, 1833 (posthum veröffentlicht)

Ästhetische Schriften

  • Über Kunst und Altertum (6 Bde., zusammen mit Johann Heinrich Meyer), 1816–32

Naturwissenschaftliche Schriften

  • Über den Zwischenkiefer der Menschen und der Tiere, 1786
  • Beiträge zur Optik (Abhandlungen, 2 Bde.), 1791/92
  • Zur Farbenlehre (wiss. Abhandlung), 1810 (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Atlas)

Reden

  • Einleitung zu den Trauerreden (freimaurerische Trauerrede zum Ableben des Meisters vom Stuhl Ridel), 1821
  • Rede zum brüderlichen Andenken Wielands (freimaurerische Trauerrede), von Goethe vorgetragen am 18. Februar 1830
  • Dem würdigen Bruderfeste: „Fünfzig Jahre sind vorüber“ (poetischer Dank für eine Ehrenurkunde seines fünfzigjährigen Maurerjubiläums), 1830

Autobiographische Prosa

  • Aus meinem Leben. Wahrheit und Dichtung (autobiographische Dichtung, ursprünglich in vier Bänden), 1811–33 (Ausgabe 1870 PDF-Datei)
  • Italienische Reise, 1816/17 (Ausgabe 1913 PDF-Datei)
  • Kampagne in Frankreich (Bericht), 1822

Sonstiges

  • Römische Elegien, entstanden 1788–90
  • Venezianische Epigramme, 1790
  • Die guten Weiber, 1817
  • Nähe des Geliebten
  • Was wir bringen (1802)
  • Philipp Hackert. Biographische Skizze nach dessen eigenen Aufsätzen entworfen, 1811 (PDF-Datei)

Ausgaben

  • Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche, Frankfurter Ausgabe – das Flaggschiff des Deutschen Klassiker Verlages in 40 Bänden und damit die vollständige Gesamtausgabe Goethes, ISBN 3-618-60213-8
  • Sämtliche Werke, Münchner Ausgabe in 20 Bänden, neueste Auflage 1986 im Carl Hanser Verlag erschienen, München, ISBN 3-446-13285-6
  • Goethes Werke, Hamburger Ausgabe in 14 Bänden, textkritisch durchgesehen und kommentiert von Erich Trunz, 13. Aufl. 1982 bei C. H. Beck, München, ISBN 3-406-08495-8
  • Karl Eibl, Fotis Jannidis und Marianne Willems (Hrsg.): Der junge Goethe in seiner Zeit. 2 Bde. mit einer (Windows-)CD-ROM, 1998
  • Sämtliche Werke. Jubiläums-Ausgabe in 40 Bänden, hrsg. von Eduard von der Hellen (1902):

1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18, 19, 20, 21, 22, 23, 24, 25, 26, 27, 28, 29, 30, 31, 32, 33, 34, 35, 36, 37, 38, 39, 40

Zitate

  • Die Hauptsache ist, daß die Rasse rein bleibe! Rein und sich selber gleich, wie schon Tacitus sie einst rühmte. So nur werden wir ein Volk! So nur werden wir eine Einheit! So nur werden wir Offenbarungen und Betätigungen der Geisteswelt und fähig, das Grundelement des Urvolkes der Germanen zu erhalten und zu steigern, ohne das Große und Gute aller Zeiten und Völker von uns wegzuweisen.[2]
  • Man muß das Wahre immer wiederholen, weil auch der Irrtum um uns her immer wieder gepredigt wird und zwar nicht von einzelnen, sondern von der Masse, in Zeitungen und Enzyklopädien, auf Schulen und Universitäten. Überall ist der Irrtum obenauf, und es ist ihm wohl und behaglich im Gefühl der Majorität, die auf seiner Seite ist.
  • Auf alles, was ich als Poet geleistet habe, bilde ich mir gar nichts ein. Es haben treffliche Dichter mit mir gelebt, es lebten noch trefflichere vor mir, und es werden ihrer nach mir sein. Daß ich aber in meinem Jahrhundert in der schwierigen Wissenschaft der Farbenlehre der einzige bin, der das Rechte weiß, darauf tue ich mir etwas zugute, und ich habe daher ein Bewußtsein der Superiorität über viele.[3]

Gedichte

„So rissen wir uns ringsherum
Von fremden Banden los,
Nun sind wir Deutsche wiederum
Nun sind wir wieder groß.
So waren wir und sind es auch,
Das edelste Geschlecht,
Von biederm Sinn und reinem Hauch
Und in der Taten Recht.

Und Fürst und Volk und Volk und Fürst
Sind alle frisch und neu!
Wie du dich nun empfinden wirst
Nach eignem Sinne frei.
Wer dann das Innere begehrt
Der ist schon groß und reich
Zusammen haltet euren Wert,
Und euch ist niemand gleich.“ – Johann Wolfgang von Goethe, Des Epimenides Erwachen, 1815[4]

Siehe auch

Zitate

  • Alma von Goethe, Enkeltochter
  • Sah ein Knab ein Röslein steh’n
  • Johann Wolfgang von Goethe im Artikel Zitate und Urteile über das Judentum

Literatur

  • Otto Erich Hartleben (Hg.): Goethe-Brevier: Goethes Leben in seinen Gedichten, 1905
  • Gotthold Deile: Goethe als Freimaurer, 1908 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Friedrich Zarncke:
    • Goetheschriften, 1897
    • Kurzgefasstes Verzeichniss der Originalaufnahmen von Goeths’s Bildniss (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Adolf Bach: Goethes Rheinreise, mit Lavater und Basedow, im Sommer 1774, 1923Ludwig Geiger: Goethe und die Seinen, quellenmäßige Darstellungen über Goethes Haus, 1908
  • Friedrich Spielhagen / Wilhelm von Kaulbach (Zeichnungen): Goethe-Galerie, 1867
  • Goethe-Galerie. Charaktere aus Goethe’s Werken, gezeichnet von Friedrich Pecht und Arthur Ramberg, 1877 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Hermann Baumgart: Goethe’s Märchen, ein politisch-nationales Glaubensbekenntniss des Dichters, 1875 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Gustav Könnecke: Goethe – Eine Biographie in Bildnissen, 1900 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Michael Bernays
    • Der junge Goethe: seine Briefe und Dichtungen von 1764-1776, Band 1, 1875
    • Der junge Goethe: seine Briefe und Dichtungen von 1764-1776, Band 2, 1875
    • Der junge Goethe: seine Briefe und Dichtungen von 1764-1776, Band 3, 1875
  • Wilhelm Bode:
    • Goethes Leben, Band 1, 1921
    • Goethes Leben, Band 2, 1921
    • Goethes Leben, Band 3, 1921
    • Die Franzosen und Engländer in Goethes Leben und Urteil, 1915
  • Carl Schüddekopf: Goethes Tod: Dokumente und Berichte der Zeitgenossen, 1907
  • Johannes Falk: Goethe aus näherm persönlichen Umgange dargestellt (PDF-Datei)
  • Franz Neubert: Goethe und sein Kreis; erläutert und dargestellt in 651 Abbildungen, mit einer Einführung in das Verständnis von Goethes Persönlichkeit (1922) (PDF-Datei)
  • Wilhelm von Scholz: Johann Wolfgang von Goethe, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Zweiter Band, S. 321–336
  • Theodor Stiefenhofer: Ewige Wahrheit: Johann Wolfgang von Goethe, in: Ernst Adolf Dreyer / Heinz W. Siska (Hg.): Kämpfer, Künder, Tatzeugen. Gestalter deutscher Größe. 3 Bde., Zinnen-Verlag, München–Wien–Leipzig 1942, Bd. II, S. 193–217
  • Herbert Cysarz: Goethe und die geschichtliche Welt, in Ders.: Sieben Wesensbildnisse, Brünn 1943, S. 47–95
  • Karlheinz Deschner (Hg.): Das Christentum im Urteil seiner Gegner. Frankfurt am Main / Berlin, Ullstein 1990, ISBN 3-548-34659-6 [zweibändige Originalausgabe: 1986], S. 152–163

Die christliche Lehre kam aus dem Norden

germanenherz

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So daß, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.“-Goethe.

 

Ja, wir behaupten und können es erweisen: Die christliche Kirche oder besser die christliche Lehre, nahm nicht ihren Ausgangspunkt von Palästina, sondern ist eine Urschöpfung der untergegangenen atlantischen Kultur. Sie gelangte über die Reste jenes Weltteils Atlantis zuerst nach Irland und Schottland, dann nach Osten weiter, und gleichzeitig nach Westen zum amerikanischen Festlande. Die alte ägyptische Kultur einerseits und die alten amerikanischen Kulturen der Inkas, der Mayas und der Azteken andererseits sind die Eckpfeiler, die noch heute vom einstigen atlantischen Weltkulturbaue übrigblieben.

Die Alten wußten darum noch, wie wäre es sonst verständlich, daß wir in Mexiko bei seiner Entdeckung das ganze christliche Brauchtum vorfinden, wie es in der katholischen Kirche sich erhalten hat und in Tibet heute noch, Dinge, von denen man nicht gerne spricht, weil sie die Grundlagen des Lügengebäudes einer nahe-östlichen Herkunft des Christentums von noch nicht 2000 Jahren zu untergraben drohen.

Christentum und sein Mythos sind so alt als Menschen göttlichen Odems leben und denken können, viele hunderttausend Jahre reichen nicht, denn so alt ist die Gottes-Sohnschaft der Menschheit. Ur-arisch-atlantische Gotteserkenntnis und ihr heutiges Wurzelwerk haben sich am längsten lebendig erhalten im Norden Europas, wo die Pflanzstätten der Atlantis bis in unsere Zeitrechnung blühten auf Iona und der Insel Man. Von dort aus sind dann auch merkwürdigerweise die angeblich ersten „christlichen“ Missionare gekommen und wurde die erste christliche Kirche gegründet, die Culdeerkirche. Erst später im 7. und 8. Jahrhundert hat die römische Kirche das Segenswerk jener wahren Christen dem Geiste, der Haltung und der Lehre nach vernichten können. Die untergegangene Kirche des Nordens nahm das Geheimnis ihres Ursprungs mit in das Grab, das ihr die römische Machtkirche frühe bereitete, aber auch die abendländische Verzerrung der Christuslehre erlebt heute an sich die Wahrheit, daß sie wohl den Leib töten kann, aber nicht den Geist. Dieser heilige Wahrheitsgeist steht heute als ihr Herr und Meister auf und wird sie mit ihrem Wortdenken überwinden.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, Und nicht in dir, ging deine Seele dennoch hier verloren. Zum Kreuz auf Golgatha schaust du vergeblich hin, Hast du es nicht errichtet in deinem eignen Sinn.“
Angelus Silesius.

Aus dem „Welsch-„, dem Wälser-Lande führen drei Wege nach Norden, Osten und Süden, die durch die großartigen Steinsetzungen der Megalithgräber gekennzeichnet ist. Der erste zieht sich nach der Nord- und Ostseeküste entlang, springt nach Schweden und Norwegen über, geht dann an der Wolga entlang, um den Südostweg nach Indien zu suchen. Der zweite Weg zieht sich an der Küste Frankreichs südlich, von einem Hauptknotenpunkt in der Bretagne ab über Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Kleinasien, immer nahe der Küste. Der dritte Weg geht bis nach Spanien mit dem ersten gemeinsam, um dann nach Afrika überzusetzen und an seiner Nordküste entlangzuführen mit offenbar demselben Ziele zum fernen Osten.

Das war der Weg der Kultur von Westen nach Osten, der der arischen Wanderung folgte. Das Wort ex oriente lux hat insofern eine Berechtigung, als es sich um ein teilweises Zurückströmen einer Kulturwelle handelte in den folgenden Jahrtausenden, jedoch nicht anders als heute Vieles aus Amerika zu uns zurückfindet, was von uns dorthin getragen wurde. Olaf Kritzinger hat in einer geistreichen Arbeit über die Runen in Heft 17/18 der „Sonne“ eine Fülle von Anregungen gegeben. Er erwähnt darin auch die Insel Jona und ihre Bedeutung als Ausgangspunkt der atlantisch-arischen Erkenntnisse nach dem Untergang der letzten Reste der Atlantis, der Insel Poseidonis, wie sie Plato nennt. Jona ist das Mutterland der Jaones, des Joanes, der Jonier, die auch als Jawones auftauchen. Junier, Juno, Dione, Dion, Zion, Jon sind Ableitungen aus diesem Worte, das die Gehenden, mundartlich die,,Jehenden“ bedeutet. Die „Gehenden“ (gehen, jehen, to go) sind aber die irdischen Söhne der himmlischen Schrittmacher. Von diesen Göttersöhnen, die selbst zuweilen die Bezeichnung Sterne tragen, ruhen in Jonas Erde zweiundzwanzig Könige begraben.

Diese Sage aus der alten keltischen Dichtung ist so zu verstehen, daß das Wissen von 22 Königen, nämlich den 22 Ar-kana, was Sonnen-Kahne, Sonnen-Könige heißt, begraben liegt. Die 22 großen Arkanas sind die 22 Blätter aber des ägyptischen Tarots, jenes Kartenspiels, das in seinen insgesamt 72 Karten die Grundgedanken der Welt verhaftet birgt. Durch die Zigeuner ist es uns, in der Hand von Unwürdigen, überliefert, die immerhin damit außerordentliche Kenntnisse in Wahrsagen und anderer Zauberei verbinden konnten. Unsere 18teilige Runenreihe ist eigentlich als das Ur-Tarot anzusehen und es bleibt die Frage offen, ob die 18 oder die 22 die ursprüngliche Zahl ist. Auch das altgriechische Alphabet hat 22 Buchstaben und schließt mit dem Tau T, wie das Tarot mit dem Galgen T schließt, dem Ende, dem Tau, dem Tet, dem Tod, dem Tot, dem Ganzen!

So schließt auch Tyr-Christus , die zwölfte Rune den Tyr-Tier-Kreis des Lebens. Dieses Alphabet übernahmen auch die Semiten und in der Folge alle Völker der Erde. In der nordischen Heimat selbst versank das Wissen von den 22 Königen, den „Ar-kana“ von Jona, nur die Sage von 22 begrabenen Königen deutet noch auf den Ursprung dieser zweiundzwanziger Reihe aus diesem Fleckchen heiliger Erde. Aber die Kunde von der Druida, der Troja, der Torta, der Tortla, wie die Priesterschule hieß, blieb lebendig weit draußen in der Welt, so vor allem besonders rein in den Eleusischen Mysterien. Dortla, dorda, turtur ist die Turtel-Taube als das Sinnbild des Heiligen Geistes, der hier allgegenwärtig war.

Das sich im Worte Turtel die drehende balzende Bewegung des Täuberich ausdrückt, ist anzunehmen. So erklärt es sich, wenn der „Heilige Geist“ als der Dritte, das Schicksal-Wendende, der Drehende, der Drittelnde, der „Trittelnde“, der „Reinen Jungfrau“ Maria die Empfängnis des Gottessohnes ver-kündet, ver-kindet, was die Rune Kun, Keim, Kind ganz klar andeutet. Unter dem Sinnbild der Taube wurde der Schüler in das Tabernakel seines eigenen Astralkörpers, seiner Aura gestellt, um sich an ihr und den kosmischen Heilsströmen erfühlen zu lernen, die in ihn herniedergehen, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den von einem Jona-Hanes-Priester eingeweihten jungen Jesus herniederfährt. Columba = Taube zielt auf den selben Ursinn. Columban heißt nicht nur zufällig einer der ersten Missionare in Deutschland aus dem Heiligtum der Insel Jona. Col, cul deutet auf die zeugerische Weisheit der Rune Kun und das Öl, das Öl der Weisheit, der Einweihung, des Gesalbten, wovon auch die alten Cult-Orte ihre Namen haben wie Cöln, Kulm. Ulm (ohne K, aber dafür vermutlich ursprünglich mit dem H), Kölle-da, Culle dei, das von dem Iren Kilian „gegründete“. Nun wissen wir auch, warum im dritten „Buch der Könige“ erzählt wird, daß der mythische König Salomo, der Salman, der mit dem geschichtlichen Vater des David gerne verwechselt wird, „weiser gewesen sei als die Söhne des Machol und der Dordla.“ Diese Weisheit aber errang sich „Salomon“, wie es heißt, durch die Betrachtung des Sechssternes, des sogenannten Magen Davids, der aber, wie wir wissen, die umschriebene Hagall-Rune darstellt. Durch sie wurde er zum „Weisesten der Menschen“, erlangte Kenntnis höherer Welten und die magische Macht, die Magier-, Meisterschaft über ihre Bewohner.

Wie aber kam „Salomon“, das heißt der arische Salmann, in den Besitz des Sechssternes ? „Er hatte ihn aus einem Adlerhorste bekommen.“ Der Adlerhorst deutet auf den Aarhorst, auf den Arierhorst, den Sonnenhorst im Norden, der sicher auch eine Pflanzstätte in Palästina hatte, im Hermon-, Harmann-, Armann-Gebirge, wo noch im Mittelalter blonde Leute wohnten, mit denen die Kreuzfahrer sich auf „deutsch“ verständigen konnten. Mythos und Geschichte liegen hier in Schichten übereinander, die schwerlich mehr getrennt werden können, aber es bedarf nur dieser Hinweise, um zu erkennen, wie doch alles Geschehen der Erde auf den Arierhorst im Geiste zurückgeht.

Eine große nordische christliche Kirche verband schon im 4. Jahrhundert — bestand und „herrschte“ nicht wie die römische Kirche — weite Gebiete von dem Nordrand der Alpen bis nach Irland, Island und Grönland, von den Pyrenäen bis ins Thüringerland und darüber hinaus. Die Tatsache klärt manche Geheimnisse auf. Das Wotansopfer am Kreuze der Weltesche durch seinen Sohn Zui, Tiu, Tys, den „Ichthys“, den Ich-tys, den Ich-Zeus des Nordens, das Asenopfer des Äsus der Gallier, der Kelten, die wir als einen Zweig der Germanen einfach mit dem „Worte Helden ansprechen. Dieser Asus aus Gallien, also aus „Galiläa“, starb am Kreuze lange bevor man diesen Mythos zu fälschenden Zwecken nach Palästina verlegte, zu einem Volke der Juden, das mit seinem „geborgten“ Namen ganz zu Unrecht auf den Guten-, den Goten-Ursprung Anpruch erhebt. In jedem Falle, im Falle der Juden oder der Guten, handelt es sich um ein geistiges Volk, um ein heiliges Volk, um die Gemeinschaft jener Heiligen, die keiner Satzung, keiner Kirche bedürfen, um das „auserwählte“ Volk der reinsten und höchsten und heiligsten Seelenkräfte, dessen König selbstverständlich der „Jesus Christus“, der Arier, die Aar-heit, die Wahr-heit ist.

Die Priesterschaft der germanischen, das heißt auch der keltischen Bewohner Mitteleuropas und des Nordwestens, denn hier lebte an seiner Wiege das arische Urvolk nach dem Untergang der Atlantis, waren die Druiden, die Trojaiden, die Treuen, die die Treue, die Dreie, die große Drei, das Trauen, das Vertrauen in das Göttliche lehrten, das Geschehen vom Entstehen über das Sein zum Vergehen, das wir in allen Dreiheiligkeiten kennen lernten. Troja nennt auch Tacitus die Seelen-Grundverfassung des Germanen. In den englischen Worten Trust, Truth mit der Bedeutung von Wahrheit, Glauben und Vertrauen, lebt noch der Name der arisch-keltischen Priesterschaft fort, der Truiden, der Treuen, der Troien, die das Droit, das Recht der Trois, der „Hochheiligen Drei“ lehrten, die Drei-, Dreh-, Droh- und Trug-Gewalt, aber auch der Trug-Gehalt des himmlischen Tyr-Tri-Tro- und Thor-Kreises.
Otfried von Weißenburg gebraucht in seinem Evangelienbuch aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts noch das Wort TRUHTIN für den Namen des Herrn, den. „treuen“, was heißen soll, den „Dreien“-„Drei-Einigen“ Gott. Es versteht sich von selbst, daß dann der germanische Priester auch der Thrutin hieß nach seinem Herrn, wie im Norden der Gode, der Priester, nach dem Gotte.

„Treue“ ist der Urname aller arischen, germanischen und damit deutschen Religion, für welches Fremdwort wir ja im Deutschen keine eigentliche Übersetzung hatten, nicht haben und auch nicht haben werden, weil wir keine brauchen. Rückverbundenheit — religio — bedeutet das Wort. Wer wäre rückverbundener als der wahre, klare Sonnenmensch? Wir werden die Treue, die Troja, die Dreie wieder in uns erwecken, die Erkenntnis des ewigen Wirkens des Gottgesetzes, das das Krist-All beherrscht in Vater, Sohn und Heiliger Geist, das heißt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie jene Drei nur Eins in einer Einheit sind, so sind diese Zeitvorstellungen auch nur eine Einheit, eine Ewigkeit, eine Gesetzlichkeit: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in sich schließend. „Es gibt keine vergangene Vergangenheit und keine zukünftige Zukunft, sondern nur eine gegenwärtige Vergangenheit und eine gegenwärtige Zukunft“, lehrt der Kirchenvater Augustin in seinen Bekenntnissen.

Wir wissen von den Druiden, den Tyr- oder Dry-Söhnen, daß sie eine Sonnenreligion lehrten, und keine irdische Religion kann etwas anderes sein oder lehren als eine Sonnenweisheit. Darauf laufen alle religiösen Symbole, Mythen, Glaubensartikel, Bekenntnisformeln hinaus. Wir werden noch zeigen, wie die Sonne der Ur-Inhalt auch der Christus-Religion ist. Wir sehen alle die Sonne und fühlen Licht und Wärme, die von ihr ausstrahlen. Aber das ist nicht alles. Die Sonne sendet auch Kräfte, die jenseits von dem sind, was die Physik erforschen kann, die von ultravioletten Strahlen spricht. Von der inneren Sonne, dem inneren Gestirn, deren Abbild und Sinnbild die äußere Sonne und das äußere Gestirn ist, wie auch der Leib nicht der Mensch allein ist, strömt uns hernieder Liebe und Weisheit. Wem es gelänge, die übersinnlichen Kräfte, Ströme der Sonne mit seinem Bewußtsein zu erfassen, der würde ein Weiser und Führer dieser Erde werden.
Die Druiden waren es, sie erkannten das Übersinnliche der Sonne, das wirkt, wenn das Sinnliche der Sonne abgezogen wird. Sie erkannten in der Sonne, in der inneren Sonne, den Sohn Gottes im Geiste. In ihrem Weistum hatte sich der uralte Sonnen-Sohnes-mythos des Krist-All-Sohnes erhalten aus atlantischer Zeit und hatte sich vererbt auf die Eingeweihten der ganzen Welt, die im Zeitalter der arischen Völkerwelle die Erde befruchteten.

Es genügt darauf hinzuweisen, daß wenn die Druiden nach Überlieferung der römischen Kirche, wie sie sagt, auf Grund ihrer großen inneren Schaukraft, die angeblichen Ereignisse in Palästina zur Zeit von Christi Geburt, unabhängig von jeder äußeren Benachrichtigung, in Schauungen miterlebt hätten, um die Tatsache zu erklären, daß sie dieses Mysterium schon vor seiner angeblichen Ereignung in Palästina kannten und lehrten. Die ersten römischen Missionare sollen denn auch in der Bretagne, einem der Hauptsitze des Druidentums, was durch die riesigen Steinsetzungen der Cromlechs und der „Aligements“ bezeugt wird, schon Christen vorgefunden haben. Ja, sie haben mit Sicherheit überall im Norden Christen vorgefunden, weil der Krist-All-Gedanke des Gottes am Weltkreuze eben älter ist als der gänzlich mißverstandene, weil zeitlich und örtlich festgelegte, neutestamentljche Galgentod. Im Odhin-Äsus- und Chrischna-Opfer hatte dies Mysterium schon eine viele tausend Jahre ältere Prägung gefunden.