150 Jahre Kaiserproklamation in Versailles – Zweites Deutsches Kaiserreich

Germanenherz_Banner Vor 150 Jahren, am 18. Januar 1871, wurde im Spiegelsaal des Schlosses von Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen. Damit fanden die von Bismarck forcierten Einigungskriege ihren symbolischen Höhepunkt und Abschluss. Mit „Eisen und Blut“ war ein deutscher Nationalstaat geformt worden und somit ein lang gehegter Traum vieler Bürger in Erfüllung gegangen. Der neue Staat bedeutete in vielerlei Hinsicht einen Fortschritt. Das traf auch auf den zweiten Traum vieler Bürger zu, nämlich nach Freiheit und Demokratie: Im Kaiserreich wurde 1871 ein für die damalige Zeit sehr modernes   Wahlrecht eingeführt, der somit gewählte Reichstag gewann im Laufe der Zeit immer mehr an Bedeutung, so dass die Parlamentarisierung des Reiches weiter voranschritt.
Maßgeblich für diesen Historischen Erfolg war Fürst Otto von Bismarck.

Die Bekanntmachung der Proklamation

Geschichte
Die Revolution von 1848, der Deutsche Bruderkrieg gegen das Kaisertum Österreich von 1866, die Gründung des Norddeutschen Bundes, der zersetzende Deutsche Dualismus und der Deutsch-Französische Krieg von 1870/71 schufen die wesentlichen historischen Voraussetzungen für die Reichsgründung. Nachdem die vier süddeutschen Staaten sich 1870 zum Eintritt in den Norddeutschen Bund bereit erklärt hatten und der König von Preußen den Kaisertitel in Versailles nach anfänglichem Zögern akzeptiert hatte, konnte die Reichsverfassung am 16. April 1871 in Kraft treten.

Sie definierte das Reich als konstitutionell-monarchischen Bund aus 22 Einzelstaaten und drei freien Städten. Der Reichstag – aus zunächst 397 direkt gewählten Abgeordneten – bildete das Parlament, in welchem nach den ersten Wahlen vom 3. März 1871 die Nationalliberalen klar dominierten. Die Einzelstaaten konnten ihre Stimme im Bundesrat geltend machen, dem Otto von Bismarck als erster Reichskanzler vorstand. Darüber hinaus hatte Bismarck die Leitung über die Exekutive inne, während dem Kaiser als Staatsoberhaupt der Oberbefehl über das Militär zukam.

„Die von Gelehrten wie Heinrich von Treitschke in den 1860er und 1870er Jahren propagierte geradlinige Version der Geschichte wird in diesem Gemälde des kaum bekannten Künstlers Paul Bürde (1819-1874) greifbar. Der borussischen Teleologie zufolge war Preußen dazu vorherbestimmt, die Geschicke Deutschland zu erfüllen. So ist hier ein preußischer Ulan zu sehen, der ein Porträt Wilhelms I. vor drei Generationen Deutscher hoch hält, die in einem ländlichen Heim um ihn versammelt sind. Jeder in dieser Szene empfindet Stolz auf Preußens jüngst errungene Militärtriumphe und die deutsche Reichseinigung. Links unten rollen zwei Knaben ein Porträt der Erzfeindes, des französischen Kaisers Napoleon III. (1808-1873), zusammen, während ein Mädchen sich anschickt, eine Girlande um das Porträt Kaiser Wilhelms zu befestigen. Im Hintergrund rechts schlägt ein weiterer Junge einen Nagel in die Wand, wodurch angezeigt wird, wohin das Porträt jeden Moment gehängt wird. Die Botschaft ist klar: Der Kaiser wird seinen rechtmäßigen Platz am Ende einer historischen Saga einnehmen, die mit Martin Luther begann, über Friedrich den Großen und den Helden von Waterloo, Feldmarschall von Blücher, fortdauerte. Ebenso wie Luther in die Personifizierung des deutschen Geistes verwandelt wurde, als er die katholische Hierarchie und Rom anprangerte, so ist Wilhelm durch seinen Sieg über den sich einmischenden Abenteurer Napoleon III. vom preußischen König zum deutschen Kaiser verwandelt worden. Somit ist es das Pantheon preußischer Helden – und nicht die des deutschen Volkes –, die der Nation im neuen Reich ihre volle und angemessene Erfüllung gebracht haben.“

Proklamation
Die Kaiserproklamation erfolgte im Spiegelsaal zu Versailles, da das Schloß provisorisches Hauptquartier der Belagerungsarmee um Paris war. Die Wahl fiel durchaus beabsichtigt auf den Spiegelsaal, dessen Deckengemälde unter anderem auch französische Siege Napoleons über deutsche Länder verherrlichten. Da Frankreich zuvor erneut Deutschland überfallen hatte, erhielt der Ort durch die Wahl eine bedeutende Symbolik des deutschen Sieges, der zugleich den Beginn des Deutschen Kaiserreiches und die langersehnte Überwindung der Kleinstaaterei markierte. Die Franzosen empfanden dies als Demütigung, und dies, wie schon die zweifache Besetzung Paris‘ während der Befreiungskriege (1814 und 1815), als willkommenes Argument zur Aufrechterhaltung der „deutsch-französischen Erbfeindschaft“.

„Noch immer toben Kämpfe zwischen deutschen und französischen Truppen. Paris ist seit Tagen von den Deutschen umstellt. Während der Belagerung wird das Versailler Schloß von den deutschen Truppen als Lazarett genutzt. Versailles am Morgen des 18. Januar 1871: Schon früh am Morgen, noch vor Sonnenaufgang, bricht Hektik aus. Die verletzten Soldaten müssen weichen – auf Befehl von ganz oben. Man brauche den Spiegelsaal des Schlosses. Ärzte und Schwestern gehorchen. Sie räumen das Schloß. Bald dringen zu ihnen auch die ersten Gerüchte für den Aufwand durch: An diesem Tag soll im Versailler Schloß die Proklamation der deutschen Einheit und des neuen deutschen Kaisertums stattfinden. Andere wollen wissen, es handele sich um eine Feierlichkeit des Hauses Hohenzollern.Wo vor wenigen Stunden noch Verwundete versorgt wurden, laufen schon bald die Vorbereitungen für die unbekannte Feier auf Hochtouren. Jeder Anwesende weiß es und spürt es bis in die Fußspitzen in den militärischen Stiefeln: Heute wird deutsche Geschichte geschrieben! Und das im wahrsten Sinn des Wortes. Keine preußische, keine bayerische, keine badische – deutsche Geschichte! Vielleicht wird dieser Tag sogar einmal als einer der bedeutendsten Tage in der deutschen Geschichte gefeiert werden. Entsprechend angespannt sind die Protagonisten an diesem trüben, aber milden Wintertag: Die deutschen Fürsten, Politiker, Generäle und hochrangigen Soldaten haben sich nach den Kämpfen gegen die Franzosen in Schale geworfen, um diesen Tag mit besonderer Würde zu begehen. Hinter ihnen liegt ein Feldzug, der im Sommer 1870 begonnen und bereits im September mit dem Sieg über Napoleon III. bei Sedan die Entscheidung gebracht hatte.Unter den hochrangigen Politikern und Soldaten sind auch der preußische König Wilhelm und der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck, der eigentliche ‚Macher‘ dieses Tages. Für ihn, den künftigen deutschen Reichskanzler, ist dieser Tag jedenfalls der größte in der deutschen Geschichte – und sein ganz persönlicher Erfolg. Daran hat er keinen Zweifel. Seit Jahren hatte er mit diplomatischer Raffinesse und konservativer Politik auf diesen Augenblick hingearbeitet. Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1862 will Bismarck die Einigung Deutschlands herbeiführen – unter preußischer Führung! Was die Revolutionäre von 1848/49 nicht vermocht hatten, das sollte ihm gelingen.“

Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen schrieb über die Proklamation in seinem Tagebuch:
„Dieser Augenblick war mächtig ergreifend, ja überwältigend und nahm sich wunderbar schön aus. Ich beugte ein Knie vor dem Kaiser und küßte ihm die Hand, worauf er mich aufhob und mit tiefer Bewegung umarmte.“

Reichsgründungstag (Ablauf)
Die Kaiserproklamation zu Versailles am Reichsgründungstag, 18. Januar 1871; nachdem Otto von Bismarck die Proklamation vollbrachte, tritt Großherzog Friedrich von Baden nach vorn und bittet Wilhelm, seinen Schwiegervater, ein Hoch auf ihn aussprechen zu dürfen. Wilhelm gewährt ihm den Wunsch, woraufhin der Großherzog der gespannt wartenden Versammlung im Spiegelsaal die Worte entgegenschmettert:
„Seine Kaiserliche und Königliche Majestät, Kaiser Wilhelm, lebe hoch!“
Dieser Ausruf ist von größter Bedeutung, denn der Großherzog umgeht damit die Problematik des Kaisertitels, denn es gab Differenzen ob „Kaiser von Deutschland“, „Kaiser der Deutschen“ oder „Deutscher Kaiser“. Nach diesem Ausruf erschallt sechsmal ein donnerndes Hoch der Anwesenden. Gleich danach – die Fahnen und Standarten der deutschen Fürstentümer wehen über dem Haupt des neuen Kaisers – stimmen die Anwesenden das „Heil Dir im Siegerkranz“ an, das die Funktion einer Nationalhymne im Kaiserreich übernehmen wird.

Literatur

  • Erich Brandenburg:
    • Die Reichsgründung, 1916 (PDF-Dateien: Band 1, Band 2)
    • Untersuchungen und Aktenstücke zur Geschichte der Reichsgründung, 1916 (PDF-Datei)

Er wurde der erste Reichskanzler in einem Deutschland, dass von der Maas bis an die Memel und von der Etsch bis an den Belt unter der Fahne Schwarz-Weiß-Rot vereint wurde.
Wer uns gefangen hält – Die Wahrheit über Deutschland
ergänzend Alles was nach dem Putsch vom 27.10.1918 hier in Deutschland gemacht wurde ist illegal und rechtsungültig,  alles nur Lügen, Täuschung und Betrug. Es sind Besatzungen nach dem Kirchlichen Handelsrecht, ein Staatswesen kann nur simuliert werden es sind rein juristische … Weiterlesen

Reichsgründungstag

Ich vertraue nur noch ganz wenigen Menschen, das haben mir die Menschen beigebracht, denen ich bisher vertraut habe.

Am 18. Januar ist Reichsgründungstag. Wir möchten an die Gründung des Königreichs Preußen am 18. Januar 1701 – und 170 Jahre später (und wohl nicht zufällig an genau demselben Tag), an die Gründung des Deutschen Kaiserreiches am 18. Januar 1871 erinnern.
Auch wenn die Reiche, um deren Gründungen es hier geht, längst Geschichte sind, so ist es doch mehr: Es ist vor allem unsere Geschichte, – erst Brandenburg-Preußens und dann Deutschlands, die wir hier würdigen und die Geschichte geht so:

  • Der damalige preußische Kurfürst von Brandenburg, Friedrich der III. krönte sich selber am 18. Januar 1701 in Königsberg als Friedrich I. zum ersten König in Preußen.
    Das war die Geburtsstunde des Königreichs Preußen, dass so aus dem Kurfürstentum Brandenburg-Preußen entstand.
    Statuen des Königs und seiner Gattin Sophie Charlotte stehen in Berlin zu beiden Seiten der Straße des 17. Juni (Charlottenburger Tor). Er lebte u.a. in seinen Schlössern Köpenick und Friedrichsfelde (im Lichtenberger Tierpark)
  • Der Sohn von Friedrich I., der sogenannte „Soldatenkönig“, Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, festigte dann das preußische Königreich durch den Aufbau von Militär und Verwaltung nach Innen (Stichwort: Lange Kerls).
    Er war mit Sophie Dorothea verheiratet und lebte vorwiegend in seinem Schloss in Königs-Wusterhausen.
  • Sein Sohn, Friedrich II. (der Große), König von Preußen, entwickelte Preußen durch Reformen und Eroberungen (Schlesien) zur europäischen Großmacht. Er war mit Elisabeth Christine verheiratet und lebte vorwiegend (allein) auf seinem Schloss Sanssouci (franz. „ohne Sorgen“) in Potsdam.
  • Der Neffe des kinderlosen Friedrich II., Friedrich Wilhelm II. sicherte als Nachfolger den Erhalt der preußischen Monarchie in den aufgewühlten Zeiten nach der französischen Revolution. Dieser König führte erstmals als Hof-Sprache statt Französisch Deutsch ein.
    Er war mit Friederike Luise verheiratet und lebte vorwiegend in seinem Mamorpalais in Potsdam.
  • Sein Sohn, Friedrich Wilhelm III. war der Gatte von Königin Luise. Er verlor durch Napoleons Eroberungen die Hälfte des preußischen Territoriums (alles Land westlich bis zur Elbe).
    Im Zuge der Befreiungskriege gelang seinen Generälen (York, Blücher, Gneisenau, Lützow u.a.) und ihm dann mit russischer, englischer und österreichischer Unterstützung 1813 die Rück- und Neuerwerbung (Stichwort: Wacht am Rhein) von preußischen Gebieten.
    Danach entstand vor allem aus den Reihen der Burschenschaften eine nationale deutsche Einheitsbewegung, das die Schaffung eines deutschen Nationalstaates als parlamentarische Monarchie anstrebte.
    Die deutschsprachigen Fürstentümer schlossen sich nach dem Wiener Kongress 1815 zwar zu einem Deutschen Bund zusammen, aber der war noch kein Nationalstaat, sondern nur ein Fürsten-Bund. Damals ging das Territorium dieses Deutschen Bundes „Von der Maas bis an die Memel….“ wie Hoffmann von Fallersleben im „Lied der Deutschen“ dichtete.
    Friedrich Wilhelm III. lebte mit Königin Luise, vorwiegend in seinem Schloss in Paretz bei Potsdam.
  • Der Sohn Friedrich Wilhelm IV. verteidigte dann die Monarchie in Preußen gegen die Bestrebungen der Revolutionäre von 1848/49 und aus Angst vor der Auflösung des Königreich Preußens in einem deutschen Reich verhinderte er ein vereinigtes deutsches Kaiserreich unter preußischer Führung in seiner Regierungszeit noch.
    Nach der Revolution 1848 gab es aber für alle Länder des Deutschen Bundes bereits ein Gesamt-Parlament, das in der Frankfurter Paulskirche provisorisch tagte, auch wenn die politischen Hauptentscheidungen noch von den einzelnen Staaten des Deutschen Bundes getroffen wurden.
    Friedrich Wilhelm IV. lebte mit seiner Gattin Königin Elisabeth vorwiegend in seinem Schloss Charlottenhof in Potsdam.
  • Als sein Nachfolger berief dann sein Bruder, Wilhelm I., Bismarck zum Kanzler und stimmte 1866 seinem Vorschlag zu, als preußischer König der erste Präsident des Norddeutschen Bundes zu werden (ab 1867).  Dieser Norddeutsche Bund war ein Zusammenschluss der folgenden Königreiche: Preußen, Sachsen, Hannover, und der Herzogtümer Anhalt, Schleswig, Holstein, Mecklenburg und noch diverser kleinerer Fürstentümer.
    Es war der erste Nationalstaat und die erste konstitutionelle Monarchie auf deutschem Boden, also ein Königreich, in dem der König unter einer parlamentarischen Verfassung steht und ein demokratisches Parlament beim Regieren mitbestimmt.  Die Fahne dieses Staates war schwarz-weiß-rot.
    Nach dem Beitritt der süddeutschen Staaten Bayern, Baden, Württemberg, Hessen und einiger kleinerer Staaten, wurde am Januar 1871 der König zum Kaiser Wilhelm I. des nun als „Deutsches Reich“ bezeichneten Staates gekrönt. Die Verfassung und die Flagge wurden beibehalten.
    Wilhelm der I. lebte mit seiner Gattin, Kaiserin Augusta, vorwiegend in seinem Schloss Babelsberg in Potsdam.
    Im Dreikaiserjahr 1888 starben nacheinander Wilhelm I. und sein Sohn Friedrich der III. Thronfolger wurde als Kaiser Wilhelm II. der Enkel Wilhelm I..
    Er war mit Auguste Victoria verheiratet und lebte lange im Neuen Palais in Potsdam. Das Reich wurde modernisiert und von ihm lang erfolgreich geführt.
    Am 9. November 1918 endete damals das Deutsche Kaiserreich wie viele europäische Großreiche nach dem 1. Weltkrieg, durch den Sturz der parlamentarischen Monarchie und der Errichtung der Weimarer Republik.
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