Die kriminelle Geschichte des Papsttums

Wie der Vatikan die Menschheit versklavt

Was den wenigsten aber überhaupt auch nur im Ansatz bekannt sein dürfte, ist erstens, dass sich der Vatikan mit seiner katholischen Kirche schon seit jeher die Weltherrschaft und Kontrolle über fast alle Menschen aneignete sowie diese aktuell immer weiter ausbaut bzw. festigt, und zweitens, wie und wodurch die Erlangung dieser global umspannenden Sklaverei überhaupt möglich wurde.

Das teuflische Konzept der drei Kronen der Gewalt

Über die letzten 1000 Jahre hinweg hat der Vatikan einerseits durch unzählige Eroberungskriege viele Länder dieser Erde gewalttätig unterjocht und andererseits parallel ein bestimmtes »rechtliches Konstrukt« aufgebaut, um die Menschen dieser Welt zu ewigen Sklaven zu machen. Was den rechtlich-formalen Aspekt anbelangt, so sind hier bestimmte Verordnungen, so genannte päpstliche Bullen, von besonderer Wichtigkeit.

Schon im Jahre 1302 erließ Papst Bonifatius VIII. die Bulle Unam Sanctam, in welcher er verordnete, dass alle Lebewesen dieses Planeten dem Papst unterworfen sind. Der Papst hat sich zum Herrscher der Welt erkoren und beanspruchte dadurch die Kontrolle über die gesamte Erde.

In den nachfolgenden Jahrhunderten folgten drei weitere päpstliche Bullen (Kronen), welche den Herrschaftsanspruch näher definierten und insgesamt festigten. Sie bewirken, dass bei der Geburt jedes Menschen drei Treuhandgesellschaften (engl.: Trusts) gegründet werden:

  • Im Jahre 1455 verfügte Papst Nikolaus V. durch die päpstliche Bulle Romanus Pontifex, dass das neugeborene Kind von allem Recht auf Eigentum getrennt wird. Das bedeutet nicht weniger, als dass man uns direkt nach der Geburt unser Recht auf Eigentum abspricht. Um es noch konkreter zu formulieren: Unser Haus oder unser Grundstück gehören uns nicht. Wem dann? Dem Vatikan natürlich! Wir haben lediglich ein Nutzungsrecht und nicht mehr. Für diese Nutzung zahlen wir deshalb auch eine laufende Gebühr, z.B. in Form von Grundsteuern oder Kfz-Steuern. Wenn wir diese nicht zahlen, was passiert dann? Richtig, wir werden gepfändet und man nimmt uns unser Auto, unser Haus usw. wieder weg − unabhängig davon, ob wir diese bereits abbezahlt haben oder nicht. Doch der »Spaß« endet hier noch lange nicht.
  • Im Jahre 1481 erließ Papst Sixtus IV. durch die Bulle Aeterni Regis (in etwa »Ewige Herrschaft« oder »Ewiger Besitz des Herrschers«), dass das Kind der Rechte auf seinen Körper beraubt wird. Mit dieser Bulle hat man uns von Geburt an zu ewiger Knechtschaft verdammt. Wir haben nicht einmal mehr Anspruch auf unseren eigenen Körper. Wie das heute in der Praxis aussieht, erkennt man u.a. an der Wehrpflicht, die auch in Deutschland jederzeit wieder verordnet werden kann, oder auch an vom Staat verordneten ärztlichen Zwangsmaßnahmen, wenn dieser meint, man sei »psychisch krank«. Auch die medizinische Zwangsbehandlung von schwer kranken Kindern gegen den Willen der Eltern spielt in diesem Zusammenhang eine Rolle. Des Weiteren müssen wir sogar auf unsere eigene Arbeitskraft Einkommenssteuern zahlen.
  • Die dritte Krone wurde in Form der päpstlichen Einberufungsbulle von Papst Paul III. im Jahre 1537 besiegelt, in welcher die römisch-katholische Kirche Anspruch auf die Seele des Kindes erhebt. Dies ist in der Tat sehr teuflisch.

Der Vatikan – die größte Machtinstitution auf Erden

Diese päpstlichen Bullen bzw. die verankerten Ansprüche aus diesen wurden über die Jahrhunderte hinweg in den staatlichen Gesetzen der meisten Länder dieser Welt umgesetzt. Viele, wenn nicht die meisten der heute geltenden und angewandten Gesetze stammen nicht umsonst aus dem alten römischen Rechtssystem. Der Großteil der Steuern, die wir zahlen, wandert über Umwege in Wirklichkeit heimlich in die Taschen des Vatikans (und seiner Unterorden), welcher meinen Nachforschungen zufolge nicht nur der größte Immobilien- und Großgrundbesitzer, sondern auch das größte Wirtschaftsunternehmen dieser Welt ist.

Ach, Sie wussten das nicht? Ich darf Sie beruhigen, Sie sind hier keineswegs alleine. So gehören dem Vatikan nicht nur mindestens ein Drittel aller Häuser in Rom, er besitzt auch viele andere Städte und Stadtteile in Italien. Die Immobilien in Rom befinden sich dabei zumeist in den allerbesten Lagen. Praktisch alles vom Campo de‘ Fiori bis zum Tiber und vorbei an der Piazza Navona und der umliegenden Gegend ist in seinem Besitz, also rund die Hälfte des historischen Zentrums mit insgesamt über 2500 »Palästen«.

Da diese Immobilien als »ausländisches Territorium« gelten, tauchen sie auch nirgends im Katasteramt auf. Sogar ganze Landstriche kann die katholische Kirche laut dem Sozialwissenschaftler Carsten Frerk ihr Eigen nennen, u.a. 20 Prozent aller Felder in Spanien, Portugal und Argentinien. So zählen zu ihren Besitztümern u.a. auch 1,1 Mio. Hektar Ackerland in den USA und zirka 100.000 Hektar in England. Die katholische Kirche ist laut den Recherchen von Frerk mit 8,25 Milliarden Quadratmetern auch größter privater Grundbesitzer in Deutschland.

Zu den weiteren Besitztümern zählen laut dem Journalisten Nino Lo Bello nicht nur die eigenen Banken, sondern zahlreiche Beteiligungen weltweit an zusätzlichen Banken und Unternehmen wie z.B. Alitalia und Fiat sowie Teilhaberschaften an Firmen in den unterschiedlichsten Branchen, darunter Chemie, Stahl, Nahrungsmittel und Munition, nur um einige wenige hier aufzuzählen.

Ja, mit gepredigter Nächstenliebe und Barmherzigkeit hat das alles natürlich nichts zu tun, welches viele Gläubige sich am liebsten nicht eingestehen wollen. Dies ist insofern nicht verwunderlich, als dass sich dann über eine Milliarde Menschen eingestehen müssten, dass sie von klein auf einem Götzen- und Personenkult erlegen sind, welcher zwar Licht und Liebe predigt, die Taten dieser Machtorganisation jedoch in keinster Weise etwas mit den Lehren Jesu gemeinsam haben.

Die bis zum »Himmel« aufgetürmten Leichen, die die römisch (-babylonische) Kirche in größtem Eifer die letzten Jahrtausende produziert hat sowie auch die eingangs kurz erwähnten Kindersexskandale lassen schon erahnen, wie endlos tief der dunkle Sumpf dieser Machtorganisation tatsächlich sein muss, und dass das, was ich hier anspreche, nur die Spitze des Eisbergs zu sein scheint.

Doch sollte man sich nicht der Illusion hingeben, dass die anderen mosaischen Religionen oder z.B. der Hinduismus auch nur einen Deut besser wären. Sie alle sind Werkzeuge – nur unterschiedlich ausgestaltet –, um die Menschheit auf diesem Planeten seit jeher in »spirituelle Ketten« zu legen und sie zu kontrollieren. Erschreckend ist vor allem − wenn man die Puzzleteile zusammengefügt vor sich liegen sieht − das vollständige Maß unserer ausgeklügelten Versklavung und die Erkenntnis, dass auch die City of London, die BIZ, der IWF, die USA und ganz besonders die heutige »Firma BRD« in die gigantische Verschwörung involviert sind. Genauer gesagt, geht es ohne diese gar nicht, denn was nur die wenigsten wissen: Die »Neue Weltordnung«, die von diesen Hintergrundmächten angestrebt wird − also eine Weltregierung unter zentraler Kontrolle und ohne Bargeld −, wird nach dem internationalen Handelsrecht (UCC) durchgeführt.

Das bedeutet, dass so genannte »Menschen-« sowie Boden- und Freiheitsrechte nach und nach abgeschafft und Männer und Frauen in rechtlose »Sachen« umgewandelt werden, um sie als Waren und Dienstleistungen weltweit nicht nur vermarkten, sondern vor allem auch auf Schritt und Tritt überwachen und geistig manipulieren zu können. Neu und schockierend für die meisten Leute dürfte dabei sein, welch perfide Funktion ihre Geburtsurkunde bei dem ganzen »Spiel« hat. Den Grundstein für einen weltweit einheitlichen Fahrplan hat man hierfür bereits mit den beiden Weltkriegen des letzten Jahrhunderts gelegt.

Und der Vatikan hat bei alledem eine Schlüsselstellung inne: Studiert man die Geschichte der letzten 2.000 Jahre, so muss man dies in Verbindung mit dem Kirchenrecht tun, um verstehen zu können, wieso die letzten Kriege überhaupt geführt wurden. Das Kirchenrecht und die päpstlichen Bullen sind engstens miteinander verknüpft. In allen Ländern, die in Kriegen unterlegen waren, wurden danach die Handelsrechte geändert und eine von der amerikanischen Notenbank Fed gesteuerte Zentralbankfiliale installiert. Und nicht nur das: Jedes Land, das Geld vom IWF annimmt, muss von einer goldgedeckten Währung abrücken. Nichts wird hier dem Zufall überlassen, es folgt alles einem lange zurückliegenden und sehr teuflisch-detailliert ausgeklügelten Plan.

Doch noch ist es nicht zu spät. Auch wenn es eins vor zwölf ist, so gibt es noch Mittel und Wege bzw. zukunftsweisende Lösungen, um uns aus diesem großen Schlamassel unserer Menschheitsgeschichte wieder zu befreien. Vor allem Deutschland kommt dabei eine besonders wichtige Rolle in der Weltengemeinschaft zu. Ja, jeder einzelne von uns kann sich befreien! Es gibt in der Tat noch Hoffnung für eine wahre (R)evolution…

Päpstliche Bulle oder kurz Bulle ist die Bezeichnung für Urkunden, die wichtige Rechtsakte des Papstes verkünden. Sie wurden in der päpstlichen Kanzlei in feierlicher Form ausgefertigt und besiegelt. Kennzeichnend ist der Ersatz der Salutatio durch die Formel ad perpetuam rei memoriam („zum immerwährenden Gedächtnis der Sache“).

Der offizielle lateinische Name dieser Gattung von Schriftstücken lautet litteræ apostolicæ, was übersetzt „apostolische Briefe“ bedeutet, bzw. litteræ apostolicæ sub plumbo, auf Deutsch „apostolische Briefe mit Bleisiegel“ oder vereinfacht „apostolische Siegelbriefe“, wenn man sie von Breven oder normalen litterae abgrenzen will. Das Wort „Bulle“ kommt vom lateinischen bulla („Blase“).[1] Die Papsturkunden des Mittelalters und der Frühen Neuzeit waren regelmäßig mit Blei besiegelt. Vor allem im 15. Jahrhundert wurde der Ausdruck „Bullen“ oder bullae im außeramtlichen Sprachgebrauch häufig auch für Papsturkunden gebraucht, die in der modernen Diplomatik nicht zu den Bullen im engeren Sinn gerechnet werden.

Die Bulle, die als Mischgattung aus den in der Fachsprache der Diplomatik „Privilegien“ genannten älteren Prunkurkunden oder „Prunkbullen“ und den litterae entstand, war seit der Mitte des 13. Jahrhunderts und besonders im 15. Jahrhundert in Gebrauch. Im 20. Jahrhundert wurden nur noch sehr selten päpstliche Bullen erlassen, so etwa zur Inkraftsetzung des Kodex des Kirchenrechts (Codex Iuris Canonici) 1917 und zur Einberufung eines Heiligen Jahres. Für lehrhafte Akte des Papstes wird seit 1740 häufiger die Form der Enzyklika (Rundschreiben) gewählt, für Rechtsakte die Apostolische Konstitution oder das Motu proprio.

Benedikt XVI. Magni aestimamus: Errichtung eines Militärordinariats in Bosnien und Herzegovina, 1. Februar 2011

Kontroverse päpstliche Bullen
Am 18. Juni 1452 legitimierte Nikolaus V. mit der Bulle Dum diversas den Sklavenhandel, indem er damit den portugiesischen König ermächtigte, „die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen“.

Am 5. Dezember 1484 veröffentlichte Innozenz VIII. den Erlass Summis desiderantes affectibus, auch Hexenbulle genannt, mit der der Papst die Obrigkeit aufforderte, zwei Inquisitoren bei der Hexenjagd zu unterstützen. Diese Hexenbulle des Papstes hat den Weg in eine der dunkelsten Epochen Europas, der Hexenverfolgung gebahnt.

Am 14. Juli 1555 erließ Paul IV. die päpstliche Bulle Cum nimis absurdum, mit der die Juden im Kirchenstaat, die er als Christusmörder bezeichnete, angewiesen wurden: ihren Besitz zu verkaufen, in bestimmte, für sie errichtete Ghettos zu ziehen, bestimmte, sie als Juden kennzeichnende Kleidung zu tragen, nicht mit Christen zu spielen, essen oder zu fraternisieren, keinen Handel außer dem Lumpensammeln zu betreiben etc.

Die Bezeichnung der Bullen richtet sich nach den Anfangsworten der Arenga. Jede Bulle beginnt mit: episcopus, servus servorum Dei …

 Liste päpstlicher Bullen
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Diese Liste beinhaltet eine Auswahl päpstlicher Bullen.

Jahr Name Papst Beschreibung
880 Industriae tuae Johannes VIII. erklärt Großmähren zum Lehen des Heiligen Stuhls, genehmigt die altslawische Liturgie
1059 In nomine Domini Nikolaus II. Papstwahl nur durch Kardinalbischöfe, das sogenannte Papstwahldekret
1079 Antiqua sanctorum patrum Gregor VII. Erzbischof von Lyon wird Primas von Gallien (Kirchenprovinzen Rouen, Tours und Sens)
1139 Omne datum optimum Innozenz II. Privilegien für die Templer
1144 Milites Templi Coelestin II. Bestätigung der Privilegien der Templer
1145 Militia Dei Eugen III. Bestärkung der Privilegien der Templer
1145 Quantum praedecessores Eugen III. Zweiter Kreuzzug
1146 Sicut Judaeis Eugen III. Zum Schutz der Juden (Antijudaismus#Mittelalter)
1155 Laudabiliter Hadrian IV. Päpstliche Jurisdiktion in Irland
1179 Manifestis probatum Alexander III. Unabhängigkeit des Königreichs Portugal
1184 Ad abolendam Lucius III. Maßnahmen zur Ketzerbekämpfung
1187 Audita tremendi Gregor VIII. Dritter Kreuzzug
1198 Post miserabile Ierusolimitane Innozenz III. Aufruf zum „Vierten Kreuzzug“
1199 Vergentis in senium Innozenz III. Maßnahmen zur Ketzerbekämpfung
1213 Quia maior Innozenz III. Aufruf zum „Fünften Kreuzzug
1216 Religiosam vitam Honorius III. Bestätigung der Ordensregeln für die Dominikaner
1223 Solet annuere Honorius III. Über die Regeln der Franziskaner
1228 Fraternitatis tuae Gregor IX. Eucharistisches Wunder von Alatri
1230 Quo elongati Gregor IX. Testamentsstreit über das Testament des Hl. Franziskus
1231 Parens scientiarum Gregor IX. Gründungsbulle zur Universität Paris
1231 Nimis iniqua Gregor IX. Güter- und Besitzregelung des Franziskanerordens
1234 Pietati proximum Gregor IX. Bulle von Rieti bestätigt dem Deutschen Orden die Herrschaft über das Kulmer Land.
1234 Rex pacificus Gregor IX. Verkündigung des Liber Extra, der Sammlung päpstlicher Dekretalen durch Raimund von Penyafort
1245 Inter alia desiderabilia Innozenz IV. Anklage gegen den portugiesischen König Sancho II.
1245 Ordinem vestrum Innozenz IV. Exemtion der Kirchen und Klöster des Franziskanerordens
1252 Ad extirpanda Innozenz IV. Genehmigung der Folter im Inquisitionsverfahren
1253 Solet annuere Innozenz IV. Gründungsbulle der Klarissen
1256 Licet ecclesiae catholicae Alexander IV. Gründungsbulle des Augustinerordens
1264 Transiturus de hoc mundo Urban IV. Einsetzung des Fronleichnamfestes
1265 Parvus fons Clemens IV. Stärkung des Generalkapitels der Zisterzienser
1279 Exiit qui seminat Nikolaus III. Stellungnahme zum Armutsideal der Franziskaner (Armutsstreit)
1296 Clericis laicos Bonifatius VIII. Investitur- und Steuerstreit mit Frankreich
1297 Romana mater ecclesia Bonifatius VIII. Investiturstreit mit Frankreich
1298 Sacrosanctae Bonifatius VIII. Bulle zur Promulgation des Dritten Teiles (Liber Sextus) des Corpus Iuris Canonici
1299 De sepulturis Bonifatius VIII. Über die innere Leichenschau
1300 Antiquorum habet fida relatio Bonifatius VIII. Ausrufung des ersten Heiligen Jahres
1300 Super cathedram Bonifatius VIII. Über die Mendikantenprivilegien
1301 Ausculta filii Bonifatius VIII. Einberufung einer Synode nach Rom für den französischen Episkopat
1302 Unam Sanctam Bonifatius VIII. Geistliche und weltliche Oberhoheit der Kirche
1307 Pastoralis praeminentie Clemens V. Verhaftung der Templer
1308 Faciens misericordiam Clemens V. Einsetzung einer Untersuchungskommission gegen den Templerorden
1312 Vox in excelso Clemens V. Verbot des Templerordens
1312 Ad providam Clemens V. Vermögensaufhebung des Templerordens
1312 Considerantes dudum Clemens V. Aburteilung der Templerritter
1312 Nuper in concilio Clemens V. Zur Vermögensaufhebung des Templerordens
1312 Licet dudum Clemens V. Über die Privilegien des aufgehobenen Templerordens
1312 Dudum in generali concilio Clemens V. Anordnungen zur Vermögensauflösung des Templerordens
1313 Licet pridem Clemens V. Korrektur zu den „Auflösungsbullen“ des Templerordens
1317 Quorundam exigit Johannes XXII. Gegen die Spiritualen bei den Franziskanern (Armutsstreit)
1319 Ad ea ex quibus Johannes XXII. Gründung des portugiesischen Christusorden
1322 Quia nonnunquam Johannes XXII. Diskussionsfreiheit im Armutsstreit
1322 Ad conditorem canonum Johannes XXII. Fortsetzung des Armutsstreites
1323 Cum inter nonnullos Johannes XXII. Gegen den spiritualistischen Armutsbegriff einiger Franziskaner
1324 Quia quorundam Johannes XXII. Armutsstreit zwischen Papst und König Ludwig
1329 Quia vir reprobus Johannes XXII. Machtkampf im Armutsstreit
1329 In agro dominico Johannes XXII. Über die Thesen Meister Eckehardts
1336 Benedictus Deus Benedikt XII. Definition der katholischen Lehre über die Gottesschau der Seelen nach dem Tode
1343 Unigenitus Dei filius Clemens VI. Über die Wiederkehr eines Heiligen Jahres und den Gnadenschatz der Kirche
1363 In coena Domini Urban V. Bannbulle gegen Ketzerei, bekannt auch als „Abendmahlsbulle“
1399 Quanto frequentius Bonifatius IX. Gründungsbulle zum Pilgerhospiz und Priesterkolleg Collegio Teutonico di Santa Maria dell’Anima
1431 Quoniam alto Eugen IV. Auflösung des Konzils von Basel
1433 Dudum sacrum Eugen IV. Anerkennung des Konzils von Basel
1442 Cantate Domino Eugen IV. Union mit den Kopten und Äthiopiern (ohne dauerhaften Erfolg)
1452 Dum diversas Nikolaus V. Die Portugiesen bekommen die Vollmacht, alle „heidnischen“ Länder erobern und unterwerfen zu können.
1455 Romanus Pontifex Nikolaus V. Portugiesen erhalten das Patronat für die Missionierung und das Handelsmonopol für neue Länder in Afrika und Asien.
1475 Ad decorem militantis Ecclesiae Sixtus IV. Gründungsbulle zur Vatikanischen Bibliothek
1479 Ea quae Sixtus IV. Über das Beten des Rosenkranzes
1481 Aeterni regis Sixtus IV. Bestätigt den Inhalt des Vertrages von Alcaçovas.
1484 Summis desiderantes affectibus Innozenz VIII. Bestätigt entgegen der bis dahin gültigen kirchlichen Lehrmeinung die Existenz von Hexen.
1493 Inter caetera Papst Alexander VI. Teilung der Welt in eine spanische und eine portugiesische Einflusssphäre auf (Demarkationslinie 100 Leguas westlich der Kapverdischen Inseln)
1493 Eximiae devotionis Alexander VI. Erteilung von Privilegien an die Könige Spaniens und Portugals für die Aufteilung der Neuen Welt
1493 Dudum siquidem Alexander VI. Bekräftigung der Privilegien für die spanischen und portugiesischen Gebiete
1493 Piis fidelium Alexander VI. Missionsauftrag für die Neue Welt
1504 Transmutatio Julius II. Umwandlung des Domkapitels von Ratzeburg in ein weltliches Chorherrenstift
1514 Supernæ Leo X. Über die Stellung der Kardinäle
1520 Exsurge Domine Leo X. Gegen Martin Luther (Bannandrohung)
1521 Decet Romanum Pontificem Leo X. Gegen Martin Luther (Exkommunikation)
1521 Dudum siquidem Leo X. Ordensregeln für die Terziaren
1537 Sublimis Deus Paul III. Gegen Sklaverei
1540 Regimini militantis ecclesiae Paul III. Gründungsbulle des Jesuitenordens
1541 Illius fulciti praesido Paul III. Gründung des Bistums Lima
19. November 1544 Laetare Jerusalem Paul III. Einberufung des Konzils von Trient auf den 15. März 1545
1555 Cum nimis absurdum Paul IV. Wohnpflicht für Juden in Ghettos
1559 Cum ex apostolatus officio Paul IV. Alleine Katholiken sind dazu befugt, den Papst zu wählen
1564 Iniunctum nobis Pius IV. Veröffentlichung des Trienter Glaubensbekenntnisses
1568 In coena Domini Pius V. Gegen Unterstützer von Häresien
1570 Quo primum Pius V. Inkraftsetzung Missale Romanum
1570 Regnans in Excelsis Pius V. (Letzte) Exkommunikation eines regierenden Staatsoberhauptes außerhalb Italiens, gegen Elisabeth I. von England
1577 Apostolatus officium Gregor XIII. Gründung des Bistums Arequipa Lima
1582 Inter gravissimas Gregor XIII. Zur Einführung des Gregorianischen Kalenders
1586 Coeli et terrae creator Sixtus V. Gegen die Astrologie
1627 Immortalis Dei Filius Urban VIII. Gründung des Urbano-Kolleg (seit 1962 Päpstliche Universität Urbaniana)
1643 In eminenti Urban VIII. Verurteilung des Jansenismus
1653 Cum occasione Innozenz X. Verurteilung des Jansenismus
1656 Gratia Divina Alexander VII. Definition zur Häresie
1676 n. n. Innozenz XI. Schrift an das Erzbistum Besançon, entdeckt 2010 im Domstift zu Bautzen (Bistum Dresden-Meißen) und aufbewahrt in der dortigen Domschatzkammer, soll an das Erzbistum Besançon zurückgegeben werden[1]
1695 Ecclesiae Catholicae Innozenz XII. Verbot von Wahlabsprachen zum Mainzer Domkapitel
1713 Unigenitus Dei filius Clemens XI. Verurteilung des Jansenismus
1725 Cunctis ubique Benedikt XIII. Gründung des Bistums Budweis
1732 Sedes apostolica Benedikt XIII. Besitzrückgabe der früheren Kirchengüter Sachsens bei Rückkehr in die katholische Kirche
1738 In eminenti apostolatus specula Clemens XII. Verdammung der Freimaurerei
1742 Ex quo singulari Benedikt XIV. Verbot der chinesischen Riten
1744 Omnium solicitudinum Benedikt XIV. Gegen die jesuitische Missionspraxis in China und Indien
1748 Gloriosae Dominae Benedikt XIV. Zur Marienverehrung
1751 Providas romanorum Benedikt XIV. Verbietet jedem katholischen Christen den Umgang mit Freimaurern.
1755 Beatus Andreas Benedikt XIV. Verehrung des Anderl von Rinn
1765 Apostolicum pascendi Clemens XIII. Bestätigung des Jesuitenordens
1777 Charitas illa Pius VI. Gründung des Bistums Križevci
1805 In Universalis Ecclesie cura Pius VII. Übertragung der erzbischöflichen Würde Karl Theodor von Dalbergs von Mainz auf das Bistum Regensburg
1814 Sollicitudo omnium ecclesiarum Pius VII. Wiedererrichtung des Jesuitenordens
1821 Ecclesiam a Jesu Christo Pius VII. Exkommunikation von Anhängern der Freimaurerei
1821 Provida solersque Pius VII. Neuregelung der Bistumsgrenzen im südwestlichen Deutschland
1821 De salute animarum Pius VII. Neuordnung der Diözesen und Kirchenprovinzen in Preußen
1824 Impensa Romanorum Pontificum Leo XII. Neuordnung der Bistumsgrenzen im Königreich Hannover
1826 Quo graviora Leo XII. Über die Geheimbünde
1827 Ad dominici gregis custodiam Leo XII. Grundlagen der Diözese Rottenburg-Stuttgart
1828 Locum beati Petri Leo XII. Gründung des Bistums Dubrovnik
1847 Ubique pateat Pius IX. Gründung des Bistums Cochabamba in Bolivien
1850 Universalis Ecclesiae Pius IX. Wiederherstellung der kirchlichen Hierarchie in England
1853 Ex Qua Die Pius IX. Wiederherstellung der kirchlichen Hierarchie in den Niederlanden
1854 Ineffabilis Deus Pius IX. Definition der Unbefleckten Empfängnis Mariens
1867 Reversurus Pius IX. Verlegung des Patriarchats der Armenisch-Katholischen Kirche nach Istanbul und Erklärung des Jurisdiktionsprimats des römischen Stuhles über die armenisch-katholischen Bischöfe
1869 Apostolicae sedis moderationi Pius IX. Über das Kirchenrecht
1870 Pastor Aeternus Pius IX. Unfehlbarkeit des Papstes wird festgelegt.
1874 Non expedit Pius IX. Verbietet den italienischen Gläubigen aktive und passive Teilnahme an demokratischen Wahlen in Italien.
1897 Felicitate quadam Leo XIII. Ordensgründung der Minderen Brüder (Franziskaner (OFM))
1911 Cravi Iamdiu scandalo Pius X. Exkommunikation des Arnold Harris Mathew
1915 Incruentum altaris sacrificium Benedikt XV. Feier des Hl. Messopfer am Allerseelentag
1920 Eclesiae Universae Benedikt XV. Gründung des Bistums Eupen-Malmedy für Ostbelgien
1928 Divini cultus sanctitatem Pius XI. Anordnung zur Liturgie, Kunst und Kirchenmusik
1930 Pastoralis officii nostri Pius XI. Neuordnung der Diözesen in Deutschland
1949 Iubilaeum maximum Pius XII. Ausrufung des Heiligen Jahres 1950
1957 Germanicae gentis Pius XII. Gründung des Bistums Essen (Ruhrbistum)
1961 Cum venerabilis frater Johannes XXIII. Gründung der Territorialprälatur Aiquile
1969 Sollicitudo omnium ecclesiarum Paul VI. Über die Aufgaben der päpstlichen Legaten
1975 Quo gravius Paul VI. Erhebung des Bistums Cochabamba in Bolivien zum Erzbistum
1998 Incarnationis Mysterium Johannes Paul II. Ausrufung des Heiligen Jahres 2000
2015 Misericordiae vultus Franziskus Ausrufung des außerordentlichen Heiligen Jahres der Barmherzigkeit

Ergänzend

Im Namen des päpstlichen Amtes wurden im Laufe der Jahrhunderte so viele Straftaten begangen wie sonst kaum irgendwo, und die wahre Geschichte der Päpste ist voller Skandale, Grausamkeiten, Ausschweifungen, Schreckensherrschaften, Kriege und moralischer Verkommenheit.

Die meisten Katholiken gehen durchs Leben, ohne je ein Wort des Vorwurfs gegen irgendeinen Papst oder anderen geistigen Würdenträger zu hören. Doch die Geschichte der Kirche und ihrer Amtspersonen ist meilenweit von dem Bild entfernt, das heute normalerweise von ihr gezeichnet wird, und die Wahrheit darüber und über die Päpste im Besonderen ist eine der Tatsachen innerhalb der Religionsgeschichte, die am häufigsten verzerrt dargestellt wird.

Der katholische Historiker und Erzbischof von New York, John Kardinal Farley, gab einst spitzfindig zu, dass die „alten Legenden über ihr zügelloses Leben teilweise wahr sein könnten … dass sie nicht stur auf der körperlichen Tugend beharrten und Ungerechtigkeit ein grundsätzliches Merkmal des päpstlichen Gerichts war. Doch es ist wahrscheinlich, dass die moralische Besserung die Antriebsfeder ihrer Gedanken war“.1 Die wahre Natur der Päpste ist in der Regel so falsch dargestellt worden, dass zahllose Menschen gar nicht wissen, wie viele Päpste nicht nur dekadent waren, sondern auch die gewalttätigsten und heimtückischsten Militärstrategen, die es je gab. Kardinal Farley ergänzte:

„Die Päpste waren Herrscher auf Zeit über das Staatsgebiet, und selbstverständlich hatten sie die Mittel, die Wiederherstellung oder Erweiterung der Kirchenstaaten durchzusetzen, bis der Friedensbeschluss bestätigt war … Ihre Versuche, vor allem das Herzogtum Rom zu läutern, bereiteten ihnen beträchtlichen Kummer und führten zu der Notwendigkeit, auf Gewalt zurückzugreifen, jedoch immer im Namen der Gnade … Menschen ließen im Dienst der Wahrheit ihr Leben, doch die legale Grundlage, die die christliche Kirche brauchte, um Besitztümer gewinnbringend zu erwerben und zu veräußern, wurde ihnen [den Päpsten] von Kaiser Konstantin im Jahr 312 gegeben.“2

Kardinal Farleys Bemerkungen fordern unsere Aufmerksamkeit, denn in ihnen steckt die wenig bekannte Geschichte der Anführer der christlichen Religion, die enthüllt, dass die populäre Darstellung der Päpste als unerschütterliche moralische Instanzen unwahr ist. Die geheime Geschichte der Grundlagen der Lehren, die es den Päpsten ermöglichten, dem bewaffneten Kampf und der Lasterhaftigkeit zu frönen, und die Frage, in welchem Maße die Behauptung, die Dekadenz sei unter den Geistlichen weit verbreitet gewesen, „teilweise wahr“ ist, bietet eine ungewöhnliche Story – eine ohne Vergleich oder Parallele in der Geschichte der Weltreligionen. Im Vorwort zu einem Buch über die offizielle päpstliche Geschichte, das der Heilige Stuhl in Auftrag gab und das den Titel „The Popes: A Concise Biographical History“ trägt, wird der christliche Leser mit der folgenden Entschuldigungsrede taktvoll auf einige ihn erwartende unangenehme Fakten über die Päpste vorbereitet:

„Einige Katholiken werden vielleicht überrascht sein, wenn sie die päpstlichen Biographien in diesem Buch lesen. Unser Bild von der Rolle, die der Papst in der Kirche spielt, muss womöglich ein wenig korrigiert werden.“3

Diese Bemerkung ermahnt den Leser zur Vorsicht in Bezug auf die Geschichte der Päpste. Dennoch fand der Heilige Stuhl es nicht klug, in dieser biographischen Geschichte alle Details über die wahre Natur der päpstlichen Gerichtsbarkeit zu veröffentlichen. In der wahren Geschichte geht es nämlich um „Jahrhunderte andauernden Schacher um geistliche Ämter, Täuschung, Skandale, Unmoral, Gewalt, Betrügereien, Mord und Grausamkeiten, und die tatsächlichen Neigungen der Päpste werden von der Kirche heute wissentlich falsch dargestellt.“4

Jahrhundertelang fertigte die Kirche umfangreiche Berichte über das Leben der Päpste an, die sich bis zum elften Jahrhundert „ökumenische Patriarchen“ nannten, und dort sind erstaunliche Exzesse festgehalten. Offizielle katholische Niederschriften liefern außergewöhnliche Geständnisse über die Verruchtheit des gesamten christlichen Klerus, und die Konsequenzen dieses Wissens gewinnen an Bedeutung, wenn man bedenkt, dass die Mutterkirche an der Behauptung festhält, die Frömmigkeit der geistlichen Würdenträger sei unzweifelhaft.

Die Herausgeber der „Catholic Encyclopedia“ behaupten, ihre Bücher „zeigen die Wahrheit über die katholische Kirche“ (Vorwort), und was in diesem Artikel hier zusammengetragen wurde, stammt vor allem aus diesen Bänden, und zwar ohne Vorbehalte. Ebenso wurden verschiedene päpstliche Tagebücher, Briefe und Berichte ausländischer Botschafter im Vatikan an ihre jeweiligen Regierungen zu Rate gezogen, sowie Dokumente aus Klöstern und Niederschriften des römischen Senats. Zudem hatte ich Zugang zu den offiziellen, alten Registern der Kirchengerichte Londons. Von großer Hilfe war auch, dass ich eine Originalversion von Diderots „Encyclopédie“ einsehen konnte, einen Band, den Papst Clemens XIII. (1758-69) unmittelbar nach seiner Veröffentlichung vernichten ließ. Diese Dokumente bezeugen einhellig, wie die päpstliche Herrschaft jahrhundertelang von enormer moralischer Verderbtheit gekennzeichnet war. Und wenn man bedenkt, unter welchen Umständen sie entstanden, kann man diese Texte einfach nur als erstaunlich bezeichnen. Die vorgebliche Heiligkeit und Frömmigkeit der Päpste, wie sie heute offiziell propagiert wird, findet sich nicht in den historischen Niederschriften, was die Unaufrichtigkeit der Kirche in Bezug auf ihre eigene Geschichte belegt.

Der fromme katholische Historiker und Autor Bischof Frotheringham erweitert übrigens diese Liste christlicher Führer bis in seine eigene Zeit:

„Viele Päpste führten ein ausgesprochen liederliches Leben. Einige waren Magier (Okkultisten); andere sind bekannt für Aufruhr, Krieg, Blutbäder und Lasterhaftigkeit, auch für Habsucht und Simonie. Wieder andere waren nicht einmal Christen, sondern einfache Kriminelle und Gegner der Gottesfürchtigkeit. Manche waren die Kinder ihres Vaters, des Teufels; die meisten waren gewalttätige Männer; manche waren nicht einmal Priester; andere waren Ketzer. Und wenn der Papst ein Ketzer ist, dann ist er eo ipso kein Papst.“5

Und sie waren tatsächlich Ketzer, denn viele Päpste zweifelten öffentlich das Evangelium an, wie wir noch sehen werden. Diese Fakten sind den katholischen Geschichtsschreibern sehr wohl bekannt, die ihre Leser jedoch belügen und ihnen erzählen, die Päpste seien tugendhafte und fähige Männer gewesen mit „erhabenen religiösen Geistern“6. Die Wahrheit ist, dass sie nur ihre eigenen Interessen verfolgten, nicht die Gottes, und emsiger das Laster kultivierten, als katholische Chronisten wagten, offen zu beschreiben. Sie waren bei den Menschen verhasst, und als verbesserte wirtschaftliche Bedingungen zu einer neuen, kritisch denkenden Mittelschicht in Europa führten, entstand eine große Widerstandsfront. Christliche Aufzeichnungen zeigen, dass die Päpste alles andere waren als so, wie sie heute dargestellt werden, und indem die Kirche ihnen eine fromme Vergangenheit andichtete, baute sie eine Fassade aus Doktrinen, mit deren Hilfe sie in dreister Weise und fälschlich als gottesfürchtig präsentiert werden.

Mit dem Bild vom Papsttum im Kopf, das in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt wurde, ist es schwierig sich vorzustellen, wie die Welt im 16. oder 14. Jahrhundert aussah, geschweige denn im zehnten oder achten. Die Männer, die heute als Ausleger christlicher Lehren bezeichnet werden, waren brutale Mörder, und „Verstöße gegen die Glaubensregeln galten als Hochverrat und waren daher mit dem Tod zu bestrafen“7. Die Päpste wateten durch Ströme von Blut, um ihre weltlichen Ziele zu erreichen, und viele führten höchstpersönlich ihre bischöfliche Miliz in die Schlacht. Die Kirche befahl ihrem „weltlichen Arm“, den Menschen mit Hilfe von „Massenmord“ ihre Dogmen aufzuzwingen8, und „der Klerus, der in jedem Distrikt die Funktion der lokalen Staatsbeamten innehatte, hat ganz offensichtlich den religiösen Geist nie wirklich wiedererlangt“9. Christliche Geschichtsschreiber, die dies entschuldigen wollen, versuchen der Geschichte des Papsttums, die jahrhundertelang ganz Europa in Atem hielt und die alles andere als feingeistig oder erhaben war, einen Hauch des Intellektuellen anzudichten.

Da die Reihe der Päpste ein wenig im Dunkeln beginnt, fängt dieser Aufsatz mit dem Jahr 896 an, als „eine Gruppe von Adligen mit schweinischen und brutalen Gelüsten, von denen viele nicht einmal ihren eigenen Namen schreiben konnten“10, den Heiligen Stuhl in Besitz nahm und für 631 Jahre bis 1527 behielt, als Rom durch die List von Papst Clemens VII. (1523-1534) von der Armee Kaiser Karls V. eingenommen wurde.

In der folgenden kurzen Abhandlung über einige wenige Päpste aus dieser Zeit lesen wir:

„Als Papst Formosus (896) starb, begann eine Zeit tiefster Demütigung für das Papsttum, so wie sie nie zuvor geschehen war, und auch danach nie wieder vorkam. Nachdem Formosus’ Nachfolger, Bonifaz VI., gerade mal 15 Tage an der Macht war, wurde Stefan VII. [VI.] auf den Heiligen Stuhl gehievt. In blinder Wut verunglimpfte Stefan nicht nur das Gedächtnis des Formosus, sondern behandelte auch seinen Körper in unwürdiger Weise. Papst Stefan wurde daraufhin im Sommer 897 im Gefängnis erdrosselt, und die sechs folgenden Päpste (bis 904) verdankten ihr Amt den Machtkämpfen zwischen rivalisierenden politischen Gruppierungen. Christophorus, der letzte in dieser Reihe, wurde von Sergius III. (904-911) gestürzt.“11

Solche Phasen „tiefster Demütigung“ des Papsttums traten immer mal wieder auf, sogar noch im 21. Jahrhundert, als öffentlich bekannt wurde, welche Ausmaße die Pädophilie unter Priestern besitzt.12 Es war Papst Stefan VII. (VI.), „ein gichtkranker, gefräßiger alter Priester“13, der anordnete, den verwesenden Körper von Papst Formosus nach acht Monaten zu exhumieren, an einen Stuhl zu binden und wegen Missachtung der kirchlichen Lehren vor Gericht zu bringen. Vor dem zerfallenen, mit purpurnen und goldenen päpstlichen Gewändern gekleideten Toten, standen der Papst, seine Bischöfe, die vornehmen Herrschaften von Rom und Lamberto von Toskana.

Der „Prozess“ war eine groteske und widerliche Farce. Der Papst schritt auf und ab und brüllte den Leichnam an, erklärte ihn für schuldig. Ein Diakon, der neben dem halb verwesten Körper des ehemaligen Papstes stand, antwortete an dessen Stelle. In diesem makaberen Prozess, der heute fromm die „Leichensynode“ genannt wird, wurde der verstorbene Papst ordnungsgemäß verurteilt. Man entkleidete ihn, schnitt drei Finger von seiner rechten Hand ab und warf seine sterblichen Überreste in den Tiber.

„Er (Papst Stefan VII. (VI.)) trägt auch die Verantwortung für die Konsequenzen dieser widerwärtigen Angelegenheit. Indem er den toten Papst aus dem Amt enthob, annullierte er auch all dessen Handlungen, einschließlich der Ordinationen. Papst Stefans grausame und schreckliche Tat rief heftige Reaktionen in Rom hervor, und Ende Juli oder Anfang August wurde er gefangen genommen und später erdrosselt.“14

Dieses morbide Verhalten zeigt, was für beschränkte Geister die Päpste dieser Zeit waren. Dieses und andere Ereignisse lassen uns verstehen, warum die Mönche des Klosters Eulogomenopolis, das heute Monte Cassino heißt, den Lateranpalast als „Sitz des Zorns, Leichenhaus … einen Ort skurriler Laster und Verbrechen“ bezeichneten.

Die unheilige Herrschaft der Huren

Bischof Liutprand von Cremona, dessen „Antapodosis“ sich mit der Papstgeschichte von 886 bis 950 beschäftigt, hinterließ ein bemerkenswertes Portrait der Laster der Päpste und ihrer kirchlichen Kollegen, womöglich geprägt von ein wenig Neid:

„Sie jagten auf Pferden mit goldenem Geschirr, veranstalteten nach der Jagd üppige Bankette mit Tänzerinnen, und zogen sich dann mit diesen schamlosen Huren in Betten mit Seidenlaken und goldbestickten Decken zurück. Alle römischen Bischöfe waren verheiratet, und ihre Ehefrauen stellten seidene Kleider aus den heiligen Gewändern her.“

Ihre Geliebten waren die vornehmsten der adligen Damen der Stadt, und „zwei wollüstige dominante Frauen“, Theodora und ihre Tochter Marozia, „herrschten über die Päpste des 10. Jahrhunderts“15. Der anerkannte Vatikanhistoriker Kardinal Caesar Baronius (1538-1607) nannte diese Zeit die „Herrschaft der Huren“, „die den Weg für die noch skandalösere Herrschaft der Zuhälter ebnete“16. Bischof Liutprand enthüllt einige Details über Theodora: So bewegte sie einen attraktiven jungen Priester dazu, ihre Leidenschaft zu erwidern, und sorgte dafür, dass er Erzbischof von Ravenna wurde. Später ließ Theodora ihren erzbischöflichen Liebhaber aus Ravenna zurückkehren und machte ihn zu Papst Johannes X. (Papst von 914-928, gestorben 928).

Johannes X. ist vor allem als militärischer Anführer in Erinnerung. Gegen die Sarazenen ritt er höchstpersönlich ins Feld und besiegte sie. Er betrieb rege Vetternwirtschaft und häufte Reichtümer für seine Familie an, und sein Verhalten ließ die Verkommenheit des Papsttums weiter wachsen. Er lud die Ungarn, die damals noch halbwilde Asiaten waren, ein, mit ihm gegen seine Feinde zu kämpfen, womit er eine neue, schreckliche Plage ins Land holte. Sein diplomatisches, politisches und privates Gebaren war vollkommen frei von Prinzipien. Er verstieß Theodora und umwarb die liebreizende junge Tochter von Hugo von Provence und lockte sie in sein päpstliches Schlafgemach. Die verstoßene Theodora heiratete daraufhin Guido, den Marquis von Toskana, und führte gemeinsam mit ihm einen Staatsstreich gegen Johannes X. durch. Theodora allerdings verstarb unerwartet, vermutlich durch Gift, und Johannes X. begann einen erbitterten Konflikt mit ihrer Tochter Marozia und den einflussreichsten Adligen Roms. Johannes hatte seinen Bruder Peter nach Rom geholt, ihm einen Adelstitel beschafft und ihm die profitablen Ämter besorgt, die die älteren Adligen für ihr Privileg hielten. Das Ganze war ein interner Machtkampf. Die Adligen drängten Peter, Papst Johannes und dessen Truppen unter der Führung von Marozia aus der Stadt. Der Papst und sein Bruder stockten ihre Armee auf und kehrten nach Rom zurück, doch eine kleine Gruppe von Marozias Leuten drang in den Lateranpalast ein und ermordete Peter vor den Augen des Papstes. Johannes wurde eingesperrt, im Mai 928 für abgesetzt erklärt und in der Engelsburg mit einem Kissen erstickt.

Marozia und ihre Leute erklärten daraufhin Leo VI. (928) zum neuen Papst, ersetzten ihn jedoch nach sieben Monaten durch Stefan VIII. (VII.). Er herrschte zwei Jahre lang. Dann übergab Marozia das päpstliche Amt ihrem Sohn, Johannes XI. (910-936, Papst von 931-935). Er war der illegitime Sohn von Papst Sergius III., wie es von „Flodoard, einem vertrauenswürdigen zeitgenössischen Geschichtsschreiber bestätigt wird“17. Sergius war mit Hilfe von Theodora, Marozias Mutter, gewaltsam an das Amt gekommen. Beide, Theodora und Sergius, spielten eine führende Rolle bei der Schändung von Formosus’ Leiche, und Sergius wurde später beschuldigt, seine beiden Vorgänger ermordet zu haben. Die Kirche verteidigte sich, doch dabei kam heraus, dass Sergius nicht der einzige Papst war, der sexuellen Umgang mit Marozia hatte:

„Es wird allgemein davon ausgegangen, dass Papst Sergius, obwohl er bereits in mittleren Jahren war, sich mit der jungen Marozia vereinigte und mit ihr einen Sohn hatte, den zukünftigen Papst Johannes XI. Alle Informationen, die wir über den Werdegang von Marozia und über die Skandale in Rom haben, in die sie und eine Reihe von Päpsten verwickelt waren, stammen jedoch aus feindlichen Quellen und könnte daher übertrieben sein.“18

Vom päpstlichen Kastell in der Nähe des Petersdoms aus regierte Marozia mit Hilfe der Papst-Diktatoren mehrere Jahrzehnte lang die Christenheit und kümmerte sich um alle Angelegenheiten, bis auf die Routineaufgaben. Sie konnte zwar keine Dokumente mit ihrem Namen unterschreiben, doch de facto war sie das Oberhaupt der christlichen Kirche – eine Tatsache, die allen Historikern, die zumindest über Grundwissen im Bereich der Kirchengeschichte verfügen, bekannt ist. Sie war aggressiv in ihrer Leidenschaft, abgebrüht, äußerst ignorant und vollkommen skrupellos. Sie berief unerschrockene, kriegserfahrene Bischöfe, ihr beizustehen und sie setzte sich erfolgreich gegen ihre Gegner durch. Wörtlich übersetzt wurde sie von den Römern die „Hure der Päpste“ genannt und sie war für die Einsetzung von mindestens vier Päpsten unmittelbar verantwortlich. Heutzutage heißt es zwar, ihre Schachereien seien „skandalös“ gewesen, doch die betroffenen Päpste werden von der Kirche als „legitime“ Nachfolger des heiligen Petrus akzeptiert. Im Laufe der Zeit verabscheuten immer mehr Menschen die widerliche Farce, zu der die päpstliche Religion verkommen war, und betrachteten sie mit Wut und Verachtung.

In den späteren Jahren seiner Amtszeit wurde Papst Johannes XI. krank, und Marozia setzte vorübergehend einen älteren Mönch auf den Heiligen Stuhl. Als der sich weigerte, wieder abzutreten, wurde er gewaltsam ins Gefängnis geworfen, wo man ihn verhungern ließ. Johannes XI. nahm seine Position wieder ein und verbrauchte den Rest seines Vermögens, indem er Soldaten anheuerte, die die Ordnung in Rom wieder herstellen sollten. In der ganzen Stadt herrschte Oppositionsstimmung gegen die Kirche und gegen die erschreckende Moral des Klerus in ganz Italien. Johannes XI. bemühte sich, die reichen Güter, die nur auf Zeit der Kirche gehörten, wiederzuerlangen und zu halten, doch im Jahr 936 starb er. Anhand dieser, sehr verkürzten Darstellung erfährt man voll Staunen etwas über die Zeiten, als leichte Mädchen über den Heiligen Stuhl herrschten und noch keine christliche Doktrin entwickelt worden war.

Die Verschacherung des Heiligen Stuhls und neue Ausmaße der Verruchtheit

So unglaublich, wie es scheinen mag, das Papsttum sank daraufhin noch tiefer in den Sündenpfuhl und blieb dort fast tausend Jahre lang. Christliche Historiker übergehen die wahre Natur der Päpste lässig, indem sie behaupten, sie hätten sie nie als „unfehlbar“ betrachtet, wobei sie übersehen, dass die Päpste Verbrechen begingen, die in jeder Hinsicht gegen den menschlichen Anstand verstießen.

Papst Johannes XII.19 war ein weiterer in der Reihe der gottlosen Päpste, und er begann seine ruhmlose Karriere, indem er beim Würfelspiel heidnische Götter und Göttinnen anrief. Während einer Sauforgie prostete er Satan zu und übertrug seiner berüchtigten Geliebten / Hure Marcia die Oberaufsicht über sein Bordell im Lateranpalast.20 Er „umgab sich gern mit einer Auswahl von Prostituierten“, berichtet der Mönch und Chronist Benedict von Soracte, und als er wegen des Mordes an einem Widersacher vor Gericht stand, schworen seine Priester feierlich, er habe inzestuöse Beziehungen zu seinen Schwestern gepflegt und seine Nonnen vergewaltigt.21 Bei einem Bankett machte er seine Gespielinnen so betrunken, dass sie aus Versehen das Gebäude in Brand setzten. Es ist schwierig, sich einen Pontifex Maximus vorzustellen, der von der Heiligkeit weiter entfernt wäre. Dennoch schaffte er es, in einem Zeitalter, in dem sich ein Papst durchschnittlich zwei Jahre im Amt hielt, zehn Jahre lang an der Macht zu bleiben. Schließlich kam er jedoch sehr plötzlich zu Tode, als, so berichten fromme Chronisten, der Teufel ihn tötete, während er eine Frau in einem Haus in der Vorstadt vergewaltigte. In Wahrheit wurde der heilige Vater so heftig vom wütenden Ehemann der Frau verprügelt, dass er acht Tage später an den Verletzungen starb. Kaiser Otto verlangte daraufhin, dass der Klerus einen respektablen Priester als Nachfolger Johannes XII. wählen solle, doch man konnte keinen finden. Der neue Papst, Leo VIII. (963-965), war ein Laie, ein Staatsbeamter, dem man „innerhalb eines Tages alle kirchlichen Weihen verpasste“22. Leo VIII. gilt bei der heutigen Kirche als „wahrer Papst“, doch „seine Wahl ist ein Rätsel“ – eins, das Kanoniker bisher nicht versucht haben, zu entschlüsseln.23

Die „Catholic Encyclopedia“ berichtet von weiteren päpstlichen Schandtaten:

„Die Päpste Benedikt vom IV. bis einschließlich zum IX. gehören zur dunkelsten Phase der päpstlichen Geschichte … Benedikt VI. (973) wurde vom Gegenpapst Bonifaz VII. (983) ins Gefängnis geworfen und 974 auf dessen Befehl hin erdrosselt. Benedikt VII. war Laie und wurde durch einen Gewaltakt zum Papst. Er vertrieb Bonifaz VII. Papst Benedikt IX. [1012-1055/65/85, Papst 1032-45, 1047, 1048] war wegen seines liederlichen Lebenswandels bereits für viele Skandale gut gewesen. Sein unmittelbarer Nachfolger, Papst Gregor VI. (1044-1046), hatte Benedikt IX. überredet, ihm den Heiligen Stuhl im Austausch gegen wertvolle Besitztümer zu überlassen.“24

Gegenpapst Bonifaz VII. wurde von Gerbert (aus dem später Papst Sylvester II., 999-1003, werden sollte) als „ein grauenvolles Monster, das in seiner kriminellen Energie die gesamte Menschheit überflügelte“ beschrieben, doch auch der „Skandal“ um Papst Benedikt IX. verdient besondere Aufmerksamkeit. Sein Name war Grottaferrata Teofilatto (manchmal auch Theophylact) und 1032 gewann er den mörderischen Wettlauf um den Heiligen Stuhl. Sofort exkommunizierte er Anführer, die ihm feindlich gesonnen waren und errichtete schnell ein Schreckensregime. Er öffnete offiziell die Tore des „Papstpalastes“ für Homosexuelle und verwandelte ihn in ein durchorganisiertes, profitables Bordell mit männlichen Prostituierten.25 Sein gewaltsames und ausschweifendes Verhalten erzürnte die Bevölkerung Roms, und im Januar 1044 wählten die Einwohner der Stadt Johannes von Sabine zum neuen Papst. Er trat das Amt unter dem Namen Sylvester III. an. Doch Sylvester wurde rasch von Benedikts Brüdern vertrieben und floh um sein Leben in die Sabiner Hügel.

Benedikt IX. verkaufte daraufhin das Papstamt an seinen Patenonkel Giovanni Graziano, der als Papst Gregor VI. den Heiligen Stuhl einnahm. Im Jahr 1047 allerdings kehrte Benedikt wieder und verlangte sein Amt zurück. Die Kirche sagt auch, er sei „unmoralisch…grausam und geistlichen Dingen gegenüber gleichgültig gewesen. Seine Verkommenheit wird durch sein Desinteresse an religiösen Angelegenheiten bestätigt, und seine Verachtung des asketischen Lebenswandels ist allzu gut bekannt. Er war der schändlichste Papst seit Johannes XII.26

Als er starb, weigerten sich die Totengräber, ihm einen Sarg zu zimmern. Er wurde heimlich im Schutz der Dunkelheit in einem Tuch beigesetzt. Ihm folgten vier Päpste, die das Amt nur kurz halten konnten, und der folgende Absatz aus der „Catholic Encyclopedia“ ist voller Belege für die moralische Verderbtheit der gesamten Priesterschaft:

„Als Leo IX. 1049 gewählt wurde, befand sich laut dem heiligen Bruno, dem Bischof von Segni‚ ‚die gesamte Kirche in einem Zustand der Verwerflichkeit, die Heiligkeit war verschwunden, Gerechtigkeit untergegangen und die Wahrheit verscharrt; Simon Magus spielte sich als Herr über die Kirche auf, deren Päpste und Bischöfe sich dem Luxus und der Unzucht hingaben. Die Bildung der Päpste, was Wissenschaft und Askese anging, war äußerst dürftig, und der moralische Standard bei vielen sehr niedrig. Das Zölibat wurde nicht überall beachtet. Bischöfe erhielten ihre Ämter auf unrechtmäßige Weise, und ihr Leben sowie ihre Reden widersprechen auf wundersame Art ihrer Berufung. Sie erfüllten ihre Aufgaben nicht im Namen Christi sondern aus weltlicher Gewinnsucht. Mitglieder des Klerus wurden vielerorts mit Empörung betrachtet, ihre Habgier, Genusssucht und Amoral verbreiteten sich schnell unter den Geistlichen. Als die kirchlichen Autoritäten schwach wurden, begann der Verfall logischerweise auch an anderen Stellen. Als die päpstliche Autorität bei vielen an Ansehen verlor, wuchsen die Vorbehalte gegenüber beiden, den Priestern und den Päpsten.‘“27

Papst Leo IX. (1002-1054) war ein skrupelloser Abenteurer, der sein Pontifikat damit verbrachte, mit einer Gruppe bewaffneter Ritter durch Europa zu reisen, und er hinterließ die Welt schlechter, als er sie vorgefunden hatte. Die Kirche nannte Männer wie ihn „Lapsi“ (Gefallene) und gab bescheiden zu, dass er „vom Glauben abgefallen sei … er fiel ab, indem er falschen Göttern Opfer brachte … es ist nicht bekannt, warum er seinen Glauben widerrief“28.

Der heilige Peter Damian (1007-72), der strengste Kritiker seines Zeitalters, malte ein schauerliches Bild des Verfalls der priesterlichen Moral in seinem düsteren „Buch von Gomorrah“, eine bemerkenswerte christliche Aufzeichnung, die erstaunlicherweise die Jahrhunderte kirchlicher Vertuschung und Bücherverbrennung überlebte. Er sagte: „Unter den Päpsten herrscht eine naturgemäße Tendenz zu Mord und Grausamkeit. Sie haben auch nicht die geringste Lust, ihre abscheulichen Gelüste zu beherrschen; viele haben sich aus Fleischeslust der Unzüchtigkeit hingegeben, und begehen nun, da sie sich die Freiheit einmal genommen haben, jede Art von Verbrechen.“

Nachdem er sein ganzes Leben über den Lebenswandel der Päpste geforscht hatte, fasste Lord Acton (1834-1902), englischer Historiker sowie Gründer und Herausgeber von „The Cambridge Modern History“, ihre militaristische Haltung wie folgt zusammen:

„Die Päpste waren nicht nur Mörder in großem Stil, sie machten den Mord auch zu einem legalen Fundament der christlichen Kirche und zu einer Heilsbedingung.“29

Vielleicht nahmen sie sich ein Beispiel an Jesus Christus, der, nachdem er zum König erklärt worden war, folgenden mörderischen Befehl gab: „Bringt meine Feinde her, die mich nicht zum König wollten, und tötet sie vor meinen Augen“30. In der katholischen Bibel ist dies etwas behutsamer ausgedrückt: „Doch meine Feinde, die nicht wollten, dass ich über sie herrsche, bringt her, und erschlagt sie vor meinen Augen“ (Lukas 19:27). Heutzutage tun die Päpste alles in ihrer Macht stehende, um Jesus als harmlosen religiösen Prediger und Friedenspropheten zu präsentieren, doch vermeiden es tunlichst, über diese Passage des Evangeliums zu diskutieren, in der alles, wofür das Christentum steht, für null und nichtig erklärt wird.

Päpstliche Kriegsschiffe und rivalisierende imperialistische Päpste

Etwa zur Zeit des heiligen Peter Damian muss es auch eine päpstliche Marine mit einer Crew aus christlichen Kriegern gegeben haben. Ursprünglich wurde sie wohl von Papst Johannes VIII. (Papst von 872-882, gestorben 882) gegründet, doch es existieren keine allgemein zugänglichen detaillierten Informationen über ihre Größe oder etwaige Missionen.31 Allerdings geht aus einem einzelnen späteren Verweis auf „Die Päpstliche kämpfende Flotte“ aus dem Jahr 1043 hervor32, dass sie zu diesem Zeitpunkt noch aktiv war. Dieser außergewöhnliche Bericht wurde in einer Niederschrift gefunden, die einst der einflussreichen römischen Familie Crescenti gehörte, die von der Mitte des 10. bis zum Anfang des 11. Jahrhunderts eine wichtige Rolle bei den politischen Intrigen der Päpste spielte. Auch im 16. Jahrhundert, 700 Jahre nach ihrer Gründung, war die päpstliche Flotte noch aktiv, denn Papst Gregor XIII. (geboren 1502, Papst von 1572-1585) beauftragte Giorgio Vasari (1511-1574), ein Gemälde von ihr anzufertigen, während sie im Hafen von Messina auf Sizilien vor Anker lag.

Die wahre Bedeutung solcher Berichte über eine militärische Einheit im Dienst des Heiligen Stuhls ist, dass neuzeitliche, von der Kirche verbreitete Präsentationen des Christentums als die Religion, die „Nächstenliebe und Licht“ in die Welt gebracht habe, dadurch widerlegt werden.

Um Jahrhunderte der Lasterhaftigkeit der Päpste zu entschuldigen und ihre Taten ein wenig reinzuwaschen, hat der Vatikan inzwischen eingestanden, dass zur Zeit Papst Alexanders II. (1061-1073) „die Kirche von Spaltungsversuchen der Gegenpäpste, Simonie und Zügellosigkeit zerrissen war“33. Diese Phase, in der eine Vielzahl von Päpsten konkurrierten, ist eine wenig bekannte Episode der christlichen Geschichte, die beeindruckende Beweise für die Existenz unterschiedlicher Interessengruppen liefert, die mittels Intrigen versuchten, die alleinige Kontrolle über die päpstlichen Staaten zu gewinnen.

„Die Kirche wurde im Verlauf ihrer Geschichte viele Male durch rivalisierende Anwärter auf das päpstliche Amt in Unruhe versetzt … der Machtkampf, der daraus entstand, war immer ein Anlass für Skandale, manchmal auch für Gewalt und Blutvergießen.“34

Anfangs wählten adlige französische Familien einen Gegenpapst, um das Laster unter den römischen Klerikern auszumerzen, und in der Folge tauchten immer mehr solcher Gegenkandidaten auf, die auf unterschiedliche Weise zu diesem Amt kamen, eine Phase, die 400 Jahre andauerte.

In der Moderne hießen die Gegenpäpste bei der Kirche „Teufel auf dem Heiligen Stuhl“, womit sie sagen wollte, dass sie unrechtmäßig an das Amt gekommen waren.35 Diese Unterscheidung zwischen rechtmäßigen und unrechtmäßigen Päpsten ist jedoch vollkommen willkürlich, denn jeder dieser (Gegen-)Päpste wurde vorschriftsmäßig bei kirchlichen Konklaven gewählt. Es folgt ein ungewöhnliches Bekenntnis der Kirche:

„Zu unterschiedlichen Zeiten in der Geschichte der Kirche haben Personen illegale Ansprüche auf den Heiligen Stuhl erhoben und häufig sogar unter Missachtung der Rechte des legitimen Amtinhabers pontifikale Handlungen ausgeführt. [Kardinal] Hergenrother (gestorben 1890) zufolge war Felix V. (1439-1449) der letzte Gegenpapst. In dieser Quelle werden 29 weitere in der folgenden Reihenfolge aufgelistet… [Liste folgt].“36

Jede der konkurrierenden päpstlichen Fraktionen wurde von mächtigen militärischen Einheiten unterstützt, und das ganze Thema um die gegen einander Krieg führenden Päpste ist viel zu umfangreich, um es hier zu behandeln. Ihre Machtkämpfe wurden mit erstaunlicher Verbissenheit ausgetragen, und der Begriff „Schisma“ ist nicht stark genug, um die Intensität der Wut zu beschreiben, die jahrhundertelang innerhalb des Christentums tobte. Katholische Geschichtsschreiber gestehen ein, dass es „selbst heute wohl nicht ganz sicher ist, wer von den beiden Linien mit Päpsten und Gegenpäpsten nun tatsächlich jeweils der legitime Papst war, und wer der ‚legitime‘ Gegenpapst“37.

Das ist brillant argumentiert, doch es ist mehr an diesem merkwürdigen Aspekt der Geschichte des Heiligen Stuhls, wie man in dem Buch „Secrets of the Christian Fathers“ nachlesen kann, das 1685 von dem römischen Bischof Joseph W. Sergerus (gestorben 1701) verfasst wurde. Er liefert Beweise aus den kirchlichen Archiven, zu denen er Zugang hatte, aus denen hervorgeht, dass es Zeiten gab, in denen vier Päpste gleichzeitig den / die Heiligen Stuhl / Stühle besetzten, jeder in einem anderen Gebäude, in einer anderen Stadt oder in einem anderen Land. Sie agierten unabhängig voneinander, hatten ihre eigenen Kardinäle und Angestellten und hielten ihre eigenen kirchlichen Konzile ab. Er zählt sie alle auf, und ein Beispiel für die zwölf Sets mit je vier Päpsten ist das mit dem selbsterklärten Papst Benedikt XIV. (1425), der jahrelang mit Papst Benedikt XIII. (1427), Papst Clemens VIII. (1429) und Papst Martin V. (1431) wetteiferte. In jüngerer Zeit bezeichneten Kirchenhistoriker das vierte Mitglied dieser Gruppe einfallsreich als „Anti-Gegenpapst“38, und stellten fest, dass „dies nicht der Platz sei [kirchliche Quellensammlungen], die Verdienste oder Motive der vielen Anwärter zu diskutieren“39.

Die Einführung des Begriffs „Gegenpapst“ war ein rückwirkender Schachzug der Kirche, um die Realität mehrerer gleichzeitig regierender Päpste zu negieren und eine einzige kontinuierliche Reihe von Päpsten vom heiligen Petrus bis zum heutigen Benedikt XVI. zu konstruieren. Eine Analyse der kircheneigenen Niederschriften enthüllt jedoch, dass die Behauptung, es existiere eine kontinuierliche päpstliche Linie, falsch ist. Bischof Bartolomeo Platina (1421-1481), ein christlicher Historiker und erster Vorsteher der damals noch winzigen Bibliothek des Vatikan (1475-1481), gab zu, dass die direkte Linie „nach Nikolaus I. (Papst von 858-867) mehrmals unterbrochen war; ein Interregnum von acht Jahren, sieben Monaten und neun Tagen etc. pp.“ Diese Unterbrechungen heißen fromm „Freizeiten“ und werden von Bischof Platina auf insgesamt „127 Jahre, fünf Monate und neun Tage“ zusammengezählt40. Platina versäumte es jedoch, die „Freizeiten“ festzuhalten, die in den etwa neun Jahrhunderten vor Nikolaus I. auftraten, denn „unglücklicherweise wurden nur wenige [kirchliche] Unterlagen aus der Zeit vor 1198 freigegeben“41. Kirchliche Insider wissen, dass Niederschriften, die angeblich eine einzige päpstliche Linie auflisten, falsch sind:

„Die angeblichen Kataloge mit aufeinander folgenden Bischöfen in den verschiedenen Konventen seit den Tagen der Apostel, so wie sie von einigen kirchlichen Schreibern aufgelistet wurden, sind voller Fälschungen und späterer Hinzudichtungen. So kamen Bischöfe hinzu, deren Position als Betrug oder fälschliche Darstellung betrachtet werden muss, so wie es von den Notwendigkeiten der Kirche oder von weltlichem Ehrgeiz diktiert wurde.“42

Der humanistische, biblische Forscher Desiderius Erasmus (1466-1436) hatte recht, als er offen eingestand, dass die „Folge reine Phantasie“ sei43 und dass die heutige Darstellung einfach den verbürgten historischen Fakten widerspreche.

Etwa 50 Jahre nach Papst Alexander II. (gestorben 1073) wählte eine einflussreiche Opposition Lamberto von Bologna zum Papst Honorius II. (1124-1130), und die Kirche besaß wieder zwei rivalisierende Päpste, beide erbitterte, streitsüchtige Gegner, die der eine wie der andere einen mordlüsternen, ausschweifenden, luxuriösen Lebensstil pflegten. Es gibt keinen Zweifel daran, dass Honorius fest entschlossen war, sich den Heiligen Stuhl entweder zu erkaufen oder zu erzwingen, was ihm auch gelang. Er hielt diese Position für den Rest seines Lebens. Nach seinem Tod wurden zwei neue Päpste, Anacletus II. (1130-1138) und Innozenz II. (1130-1143) von zwei opponierenden kirchlichen Gruppierungen am gleichen Tag gewählt und geweiht. Vor seiner Wahl war Pietro Pierleoni, der Gegenpapst Anacletus II., militärischer Anführer einer Armee, mit deren Hilfe seine Familie seit (zusammengerechnet) 50 Jahren um die Kontrolle über den Heiligen Stuhl kämpfte – ein Konflikt, der von der Kirche heute subtil der „Fünfzigjährige Krieg“ genannt wird. Glauben wir seinen Feinden, dann entehrte er das päpstliche Amt mit seiner groben Unmoral und seinem gierigen Streben nach Profit. Als Pierleoni 1138 starb, wählten seine Anhänger Victor IV. zum Papst.44 Die Kirche befand sich weiterhin im erbitterten Konflikt, war nach wie vor unter der geteilten Kontrolle zweier Päpste, von denen keiner eine Bibel besaß und jeder vollkommen unabhängig vom anderen handelte.45

Das Ausmaß an päpstlichen Vergehen zeigt sich an den Worten der Kirche, wie man sie in Peccis Ausgabe (1897) der „Catholic Encyclopedia“ nachlesen kann:

„Als Gregor VII. den Papstthron bestieg (1073-1085), war die christliche Welt in einem erbarmungswürdigen Zustand. Während der trostlosen Zeit des Übergangs, der schrecklichen Zeit des Krieges und der Raubzüge, der Gewalt und Verruchtheit in hohen Positionen, die auf die Auflösung des Karolingerreichs folgte, eine Zeit, in der die Gesellschaft in Europa anscheinend zu Zerstörung und Verfall verdammt war, war die Kirche nicht in der Lage gewesen, der allgegenwärtigen Verderbtheit zu entrinnen, die sie so entschieden mitverschuldet, wenn nicht sogar verursacht hatte. Das 10. Jahrhundert, vielleicht das traurigste der christlichen Geschichte, charakterisiert sich am besten durch eine Bemerkung von Kardinal Baronius (Vatikanhistoriker, 1538-1607), die lautete, damals ‚habe Christus im Schoß der Kirche geschlafen‘.“46

Ein weiteres merkwürdiges Ereignis aus den Annalen der Christenheit führt uns in 12. Jahrhundert. Man fragt sich angesichts dieses Vorfalls, was in den Köpfen der Päpste eigentlich vor sich ging. Nach einem spannenden Konklave, das zehn Wochen dauerte, wurde im Jahr 1144 Gherardo Caccianemici zum Papst gewählt und nahm den Namen Lucius II. an. Moderne katholische Geschichtsschreiber betrachten ihn als „eine tragende Säule der römischen Kirche“47, die Wahrheit sieht jedoch ein bisschen anders aus. Mit Bestürzung sahen die Römer, wie Papst Lucius II. eine neue Strategie einführte und einen Kreuzzug gegen seine eigene Gemeinde in Rom anordnete. Elf Monate später führte er die päpstlichen Truppen höchstpersönlich in die Schlacht und stürmte die Stadt. Die Einwohner jedoch lehnten sich unter der Führung von Giordano Pierleoni gegen ihn auf und schlugen die päpstliche Armee unter großen Verlusten. Lucius II. wurde in der Schlacht schwer verwundet und starb am 15. Februar 1145.48

Die Inquisition und der Kreuzzug gegen die Katharer

Das „glorreiche 12. Jahrhundert“, das die Gläubigen aus unerfindlichen Gründen stolz vor allen anderen Jahrhunderten des Mittelalters preisen, wurde mit der grauenvollen Inquisition und dem 35-jährigen Kreuzzug gegen die Katharer (auch Albiganser genannt) eingeläutet. „Dieser Begriff [Inquisition] bezeichnet normalerweise eine spezielle kirchliche Institution, die die Häresie bekämpfen oder unterdrücken soll“49 – wobei „häretisch“ einfach „anders denkend“ bedeutet. Die Einführung der Inquisition war das einzige Ereignis in der Geschichte der Christenheit, bei dem die Kirche sich in ihrer Absicht einig war und in einer Stimme sprach. Sie wurde zu einer permanenten Einrichtung der Christen, und um die Prinzipien des Tribunals zu rechtfertigen, lieferten die Päpste ein schlagkräftiges Instrument in Form einer zusätzlichen Reihe von fiktiven Dokumenten, die als die „gefälschten Dekrete des Gratian“ bekannt sind. Diese Sammlung von Fälschungen ist der vielleicht größte Betrug der Menschheitsgeschichte, auf jeden Fall der erfolgreichste und dauerhafteste, was seinen Einfluss auf ungebildete Nationen angeht.

Die dunkleren Seiten dieser historischen Periode sind unter anerkannten Historiker unumstritten und hier sind genaue Unterscheidungen notwendig. In dieser Phase der christlichen Geschichte wurden hunderttausende von Menschen von der Kirche abgeschlachtet und die schönsten Gegenden Frankreichs verwüstet. Im Jahr 1182 gewann Papst Lucius III. (1181-1185; gestorben 1185) die Kontrolle über den Kirchenstaat. 1184 erklärte er die Katharer zu Häretikern und ordnete einen Kreuzzug gegen sie an. Ein Kreuzzug war ein von der Kirche angezettelter Krieg aus angeblich religiösen Gründen. Er wurde durch eine päpstliche Bulle autorisiert.

86 Jahre früher, im Jahr 1096, hatte Papst Urban II. (1042-1099; Papst von 1088-1099) den ersten von acht kirchlichen Kreuzzügen abgesegnet. Insgesamt sollten es 19 werden und sie wurden 475 Jahre lang (1096-1571) uneingeschränkt fortgesetzt. Häresie, so die Kirche, sei ein Schlag ins Gesicht des Herrn, und es sei die Pflicht eines jeden Christen, Häretiker zu töten. Jahre zuvor hatte Papst Gregor VII. (1020-1085; Papst von 1073-1085) bereits verlauten lassen, dass das „Töten von Häretikern kein Mord“ sei und es für die Kirche und ihre Streitkräfte als legal erklärt, Menschen zu töten, die nicht an die christlichen Dogmen glauben. Bis zum 19. Jahrhundert zwangen die Päpste christliche Monarchen, Häresie als Verbrechen zu ahnden und unter Todesstrafe zu stellen, doch es war keine Häresie, die den Kreuzzug gegen die Katharer auslöste: Sein Ziel war es, „dem Papsttum weiteres Land und zusätzliche Einnahmen zu beschaffen, und die Päpste wendeten Gewalt, Drohungen und die eine oder andere List an, um ihre Ziele zu erreichen“50.

Die christliche Obrigkeit plante, die Katharer, ein friedfertiges und frommes Volk, vollständig auszulöschen. Für uns ist heute schwer zu begreifen, wie viel Aufruhr die Christen auslösten und wie leidenschaftlich die verbitterten Schlachtzüge der Päpste gegen die Katharer, später gegen die Nachkommen Frederiks II. und die Tempelritter waren.

Papst Celestine III. (1106-1198; Papst von 1191-1198) teilte die Absicht seines Vorgängers Lucius III., jeden Katharer vom Angesicht der Erde verschwinden zu lassen. Im frühen 13. Jahrhundert befahl Papst Innozenz III. (Lotario di Segni, 1161-1216; Papst von 1198-1216), „einer der größten Päpste des Mittelalters“51, Dominic de Guzmán (1170-1223), eine Truppe unbarmherziger Anhänger um sich zu scharen und sie die „katholische Armee“ zu nennen52. Und so wurde eine erste Streitmacht aus 200.000 Fußsoldaten aufgestellt, die von 20.000 gepanzerten Rittern zu Pferde unterstützt wurde. In der Öffentlichkeit hießen sie die „Kehlenschlitzer“, doch Dominic betrachtete sie als „Miliz Jesu Christi“53. Später vergrößerte er die Armee um weitere 100.000 Mann. Der katholische Schreiber Bischof Delany (etwa 1227 verstorben) sagte, dass die Streitmacht der Kirche schließlich aus 500.000 Soldaten bestand, die gegen ein Volk von Unbewaffneten kämpften, das erkennen musste, dass die Religion der Päpste in Wahrheit grausam und falsch war.

Der Kreuzzug gegen die Katharer begann am 22. Juli 1209 und war eine brutale Machtdemonstration der Kirche. Arnaud Amaury (gestorben 1225), der Abbé von Cîteaux, befehligte die Truppen und trug dabei ein Banner mit einem grünen Kreuz und einem Schwert. Weitere Angehörige des französischen Adels, unter anderem der Herzog von Burgund und der Graf von Nevers, begleiteten ihn. Nachdem die Armee aufgestellt worden war, unterstand sie uneingeschränkt der Kontrolle der Kirche. Unter Leitung von Abbé Amaury führte die Kirche eines der grauenvollsten Massaker der Geschichte der Menschheit durch.

Was folgte, war unbeschreiblich. Der Kreuzzug begann in Béziers, und einige Chronisten berichten, alle Einwohner der Stadt seien innerhalb einer Woche abgeschlachtet worden. Manche beziffern die Zahl der Toten auf 40.000 Männer, Frauen und Kinder. Es heißt, während der ersten Tage seien 6.000 oder 7.000 Menschen systematisch ausgewählt und in der Kirche Sankt Magdalena einzeln ermordet worden. Es ist sehr schade, dass es keine zuverlässigen Unterlagen mit den Einwohnerzahlen von Béziers gibt. Man weiß nur, dass es eine der großen Städte des reichen und für damalige Zeiten dicht bevölkerten Languedoc war. Was man sicher über das Massaker vom 22. Juli 1209 weiß, sind seine schrecklichen Ausmaße und die Willkür, mit der es durchgeführt wurde. Doch es sollte noch schlimmer kommen.

Es ist erstaunlich, dass die Ausmaße der Gräueltaten, die die Kirche den Katharern angetan hat, bis vor kurzem kaum Beachtung fanden. Mit dem steigenden Interesse an den Katharern in den letzten Jahrzehnten, wuchsen auch die Versuche der Katholiken, das Ausmaß der Gewalttaten herunterzuspielen und den Umfang des Gemetzels auf eine unbedeutende Größe schönzureden. Solche Versuche, die Wahrheit über die Geschichte des Christentums zu unterdrücken, waren zwar nicht durchgängig erfolgreich, doch offensichtlich haben sie den Glauben derer, die glauben wollen, gestärkt. Die Art, wie katholische Berichterstatter diese entsetzlichen päpstlichen Schandtaten jetzt abtun, ist schändlich. Die Tatsache, dass die Päpste diese Morde im Namen Christi begingen, ist für die Christen besonders ungünstig. Wenn wir die Entschuldigung der Kirche akzeptieren, die Kreuzzügler seien Männer gewesen, die von tiefen religiösen Gefühlen erfüllt waren, die ausgezogen waren, um Menschen zu unterdrücken, die sich nicht zum christlichen Glauben bekannten, dann akzeptieren wir eine Lüge. Es steht zweifelsfrei fest, dass die von der Kirche mobilisierte katholische Armee die grauenvollste Tötungsmaschinerie war, die Europa je gesehen hat.

Die Folgen der Plünderung von Béziers waren erschreckend und lassen sich mit denen des Atombombenabwurfs über Hiroshima im Zweiten Weltkrieg vergleichen. Es war ein so gigantisches Grauen, dass es in der Erinnerung der Menschen des Mittelalters alles andere verblassen ließ. Dass Päpste in einem angeblich erleuchteten Zeitalter solche menschlichen Tragödien anordnen konnten, ist der bittere Beweis für die Kurzsichtigkeit, die „blinder Glaube“ auslösen kann.

Von Béziers aus marschierten die siegreichen Truppen nach Carcassonne, der größten Festung ihrer Zeit. Man hätte mit Recht davon ausgehen können, dass die Stadt ein Preis sei, der erst nach vielen Monaten oder Jahren in die Hände der Belagerer fallen würde, doch weniger als ein einziger Monat verging nach der Zerstörung von Béziers, bis auch Carcassonne fiel54. Die Europäer erschauderten, als sie erfuhren, dass am 26. September 1209 weitere 5.000 Menschen in Marmande abgeschlachtet worden waren. Guillaume de Tudèle beschreibt grauenvolle Vorgänge, bei denen Männer, Frauen und Kinder von der Miliz Jesu Christi in Stücke gehackt wurden. Dass ausgerechnet die Predigten Christi das Fundament solch überbordender Aggressionen gegen Menschen werden konnten, sollte zum Nachdenken anregen. Die Niederschriften und die Literatur der Katharer wurden von der Kirche ebenso rücksichtslos zerstört wie die lebenden Vertreter dieses Glaubens, was in der „Catholic Encyclopedia“55 unter der nichtssagenden Überschrift „Katharer“ nachzulesen ist.

Da die kirchlichen Truppen aufgrund der Stadtbefestigungen nicht ständig triumphale Siege davontragen konnten, verfielen die Päpste auf die Strategie, die Landgüter, sonstigen Außengebäude, Weinstöcke, Weizenfelder und Obstplantagen zu zerstören. Das Unheil, das die katholischen Truppen anrichteten, war enorm, und der Verlust für die Zivilisation kaum fassbar. Historiker schätzen, dass über 500 Städte und Dörfer als Resultat der Plünderungen von der Landkarte verschwanden. Nach dreieinhalb Jahrzehnten Brutalität und Grausamkeit, wuchs die Verachtung Europas weiter, als 1244 die letzte Schlacht gegen die Katharer bei deren Festung Montségur ausgetragen wurde.

In späteren Zeiten gestand die Kirche naiv, dass das Motiv für die beispiellose Abschlachtung der Katharer und die Verwüstung ihrer Städte „ihr Reichtum … und ihre Verachtung für den katholischen Klerus“ gewesen sei, was „zum einen durch deren Unwissen, zum anderen durch die allzu oft skandalöse Lebensführung des Letzteren ausgelöst“ worden sei.56

„Die Inquisition“, so meinte Bischof Bruno von Segni, ein katholischer Geschichtsschreiber des 16. Jahrhunderts, „wurde erfunden, um den Reichen ihre Besitztümer zu rauben. Der Papst und seine Priester waren von Sinnenfreuden eingelullt; sie verachteten Gott, weil ihr Glaube in einem Erdrutsch aus Reichtum untergegangen war“57. Etwa zur gleichen Zeit beschwerte sich der päpstliche Legat Elmeric darüber, dass der Eifer der Päpste bei der Verfolgung nachlasse und dass es „keine reichen Häretiker mehr“ gebe.

Gibt es etwas Vergleichbares in der Geschichte der Religion? Man hält uns für unverschämt, wenn wir uns weigern, ehrfürchtig von der göttlich geführten „Heiligen Römischen Kirche“ zu sprechen. Christliche Geschichtsschreiber mit ihrer gewohnheitsmäßigen Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit, hätten es gern, wenn wir diese Fakten vergäßen und ihre Erfindung akzeptierten, die „Heiligen Väter“ seien Männer von frommer Integrität gewesen. Doch das Schlimmste sollte erst noch geschehen.

Fortsetzung folgt.

Anmerkung des Autors:

Einige Lebensdaten von Päpsten und sonstige historische Daten sind Schätzungen; sogar die Kirche gesteht das ein. Die Daten sind auch vor allem wegen der Änderungen, die Papst Gregor XIII. (Papst von 1572-85) am Julianischen Kalender vornahm schwieriger zu ermitteln.

Endnoten

  1. Pecci (Hrsg.): Catholic Encyclopedia. 1897, III, S. 207
  2. Ebd., II, S. 157-169
  3. John, Eric (Hrsg.): The Popes: A Concise Biographical History, Burns & Oates, Verleger des Heiligen Stuhls, London, 1964, S. 19, veröffentlicht mit Zustimmung von Georgius L. Craven
  4. McCabe, Dr. Joseph (1867-1955): A History of Popes. C.A. Watts & Co., London, 1939
  5. Frotheringham, Bischof: The Cradle of Christ. 1877; s. a.: Catholic Encyclopedia, XII, S. 700-3, passim, herausgegeben mit Erlaubnis von Erzbischof Farley
  6. The Papacy. George Weidenfeld & Nicolson Ltd., London, 1964
  7. Farley (Hrsg.): Catholic Encyclopedia. XIV, S. 768
  8. Sismondi, Simonde de: The Extermination of the Cathars. 1826
  9. Farley (Hrsg.): Catholic Encyclopedia. I, S. 507
  10. Annalen des Hincmar, Erzbischof von Reims, veröffentlicht um 905
  11. Farley (Hrsg.): Catholic Encyclopedia. II, S. 147
  12. Entschuldigung von Papst Johannes Paul II. im März 2002
  13. Bischof Liutprand von Cremona, 922-972
  14. John: The Popes, S. 160
  15. Bischof Liutprand von Cremona: Antapodosis.
  16. Annales Ecclecsiastici, Folio III. Antwerpen, 1597
  17. John: The Popes, S. 162
  18. Ebd.
  19. auch Octavian, 937-964, Papst von 955-964, ebd., S. 166-7
  20. Liutprand: Antapodosis.
  21. Annalen des Beneventum in Monumenta Germaniae, V
  22. Ebd.
  23. Ebd.
  24. Catholic Encyclopedia. I, S. 31
  25. Mann, Horace K.: The Lives of the Popes in the Early Middle Ages. Kegan Paul, London, 1925
  26. John: The Popes, S. 175
  27. Catholic Encyclopedia. VI, S. 793-4, passim
  28. Pecci: Catholic Encyclopedia. III, S. 117
  29. Acton, Lord (Hrsg.): The Cambridge Modern History. Band 1, S. 673-77
  30. Evangelium des Lukas, 19:27, Bibelmanuskript des Berg Sinai, Britisches Museum, MS 43725, 1934
  31. Encyclopaedia Britannica. Band 6, 1973, S. 572
  32. Diderot: Encyclopédie. 1759
  33. Catholic Encyclopedia. I, S. 541
  34. Catholic Dictionary. Virtue & Co, London 1954, S. 35
  35. Ebd.
  36. Catholic Encyclopedia. I, S. 582
  37. Pecci: Catholic Encyclopedia. III, S. 107; vgl. auch Catholic Dictionary
  38. John: The Popes.
  39. Pecci: Catholic Encyclopedia. III, S.107-8; Catholic Dictionary
  40. Bischof Platina: Vitae Pontificum. [Das Leben der Päpste] Erstveröffentlichung 1479; vgl. auch Catholic Encyclopedia. XII, S.767-8
  41. Encyclopaedia Biblica. Adam & Charles Black, London, 1899
  42. Hannah, J.: The Authentic and Acknowledged Standards of the Church of Rome. DD, 1844, S. 414
  43. Erasmus, in Anmerkungen zum Neuen Testament, Folio Basel, 1542
  44. Catholic Encyclopedia. I, S. 447
  45. Mathers: Confessions of a French Catholic Priest. New York, 1837
  46. Pecci: Catholic Encyclopedia. II, S. 289, 294, passim; siehe auch VI, S. 791-5
  47. John: The Popes. S. 215
  48. Bunson, Matthew: The Pope Encyclopedia: An A to Z of the Holy See. Crown New York, 1995
  49. Catholic Encyclopedia. VIII, S. 26
  50. McCabe, Dr. Joseph: The Story of Religious Controversy. 1929, S. 40
  51. Catholic Encyclopedia. VIII, S. 13
  52. Ebd., S. 107
  53. Ebd.
  54. Guirdham, Dr. Arthur: The Great Heresy. Neville Spearman, Jersey, 1977
  55. Catholic Encyclopedia. III, S. 435-7
  56. Ebd., I, S. 268
  57. McCabe: A History of Popes

Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Wer stetig lügt und falsches spricht, der gebraucht da gern ein fremd Gesicht. Befasst euch mit dem Esausegen. Die Lügenmacht ist längst allumfassend und kann nur mehr mit diesem Teil aus ihrem eigenen Glauben gebrochen werden.Vatikan: (Kaballa – Der Sefirot-Baum) … Weiterlesen 

Die weisen Frauen Hagedisen – Hexen

Hagedisen Hexen Die erfolgreiche Vorgehensweise und die überzeugenden Ergebnisse der heilkundigen Frauen stellten eine große Bedrohung für das aufkommende Christentum, sprich die Kirche dar.

Denn diese Frauen verließen sich mit ihren außergewöhnlichen Begabungen eher auf ihre Sinne und Erfahrungen als auf die Gebote des Glaubens. Versuch und Jrrtum lehrte sie Ursache und Wirkung zu erkennen. Sie Forschten rege, vertrauen auf ihre Fähigkeit, die richtigen Mittel zur Behandlung von Krankheit, Schwangerschaft und Geburt zu finden und einzusetzen. Sie besaßen ein unerschöpfliches Wissen bezüglich der Heilpflanzen und ihrer mengenmäßigen Anwendung, entscheiden doch schon einige Milligramm eines Pflanzenstoffs über Leben und Tod.

Die Kundigen konnten mit Hilfe der Pflanzen Leben verkürzen oder verlängern, Schmerzen lindern, Menschen in die Ewigkeiten geleiten, Geburtensteuerung betreiben, Geburten erleichtern. Diese Frauen –die Hagedisen- waren den Kirchenfürsten ein Dorn im Auge. Deren auf das Jenseits gerichtete Lehre, mit ihrer Körper und somit medizinfeindlichen Gesinnung, verhinderte die Entfaltung der überlieferten Heilkunde. Verdeckt und heimlich arbeiteten unsere Frauen weiter. Ihre Erfolge wurden jedoch als Zauberei und Teufelswerk ausgelegt. Es war (angeblich) um 400 n. Ch. als der Teufel durch Papst Augustin aus der Taufe gehoben wurde.

Mit seiner Lehre vom Reich des Guten und Reich des Bösen wollte er den Heidengöttern den Garaus machen. Er verwies sie als Dämonen in das Reich des Bösen. Damit begann eine unheilvolle Entwicklung.

Durch christliche Zutaten grässlich entstellt wandelte sich das ehrwürdige Heidentum zum Aberglauben, die einst angesehenen Hagedisen aber machten sie zum Verbündeten des Teufels,…aus (guten) Hagedisen wurden (böse) Hexen. Die tatsächliche Hexenverfolgung begann allerdings viel, viel später. Ein Buch brachte die Lawine erst richtig ins Rollen: – Der Hexenhammer -! Zwei Dominikanerpater, Jakob Sprenger, päpstlicher Inquisitor für die Rheinlande und Heinrich Institoris, Inquisitor für Oberdeutschland, verfasste als geliebte Söhne von Papst Innozens 8. zur Anleitung auf die Hexenjagd 1487 den Malleus maleficarum, eben den Hexenhammer.

Dieses klassische Handbuch der Hexenlehre besteht aus drei Teilen. Im ersten wird auf die Zauberei, die Rolle des Teufels und der Hexen eingegangen. Im zweiten Teil werden die von Hexen verübten Fälle von Schadenszauber aufgeführt und im dritten Teil werden die Anleitungen für die Prozessverläufe und die Arten der Ausrottung vorgestellt.

Es ist ein unvergleichlicher Vernichtungsversuch von erstaunlicher Gründlichkeit. Die Jagd nach dem Hirngespinst- Hexe- ist einzigartig in der Weltgeschichte, ja man kann hier von einer Massenhysterie sprechen. Die Hingerichteten wurden Opfer einer Erfindung der Katholischen Kirche, doch schlossen sich die Protestanten in nicht minder grausamer Form an. Die Verfolgungen waren gut organisierte Feldzüge, angefacht, finanziert und durchgeführt von Kirche und Staat. Waren es anfangs die weisen Frauen und Hebammen aus der bäuerlichen Bevölkerung, so konnte es später ausnahmslos jede treffen – von Nichtsesshaften über achtsame Bürgersfrauen bis zur Fürstengattin und deren Hofdamen. Zu Beginn war es ausschließlich die Geistlichkeit, welche die Verfolgung betrieb. Später beteiligten sich weltliche Herrscher nebst Juristen und Medizinern mit gleichem Eifer.

Der Hexenwahn erreichte erschreckende Ausmaße. Im späten 15. und im frühen 16. Jahrhundert wurden Abertausende gefoltert und hingerichtet, gewöhnlich bei lebendigen Leib auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Ein Zeitzeuge schätz die Hinrichtungen in bestimmten deutschen Städten auf 600 im Jahr; 2 je Tag – mit Ausnahme der Sonntage! In zwei Dörfern des Bistums Trier blieb im Jahr 1585 nur jeweils eine weibliche Person am leben.

Die Gesamtzahl der Hinrichtungen ging nach Angaben vieler Chronisten europaweit in die Millionen. alte Frauen, junge Frauen und Kinder. Hexenprozesse waren Angelegenheit der örtlich zuständigen Priester oder Richter. Jeder, der es unterließ, eine Hexe anzuzeigen, musste ebenfalls mit Strafen rechnen. Wurde ein Fall von Hexerei verhandelt konnte der Prozess dazu genutzt werden, weiter Hexen aufzuspüren.

Sprenger und Institoris gaben genaue Anleitung für die Folter zum Erzwingen von Geständnissen und weiteren Anschuldungen. Noch zum Ende des 16. Jahrhundert verurteilte ein einziger Hexenrichter, Remigius mit Namen, 800 Frauen in Lothringen zum Tod am Scheiterhaufen. Der Vollständigkeit halber sollte jedoch erwähnt werden, das es durchaus auch Widerspruch innerhalb der Kirche gab. Einwände waren jedoch erfolglos und gingen in der schon Graffierenden Unruhe unter; wie bei Thomas Müntzer, der seines Amtes enthoben wurde, aber weiterhin mit anderen Geistlichen in Sachsen-Anhalt und Thüringen versuchte, gegen die Hexenverfolgung anzugehen.

Die letzten Hexenmorde tauchte in Deutschland immerhin noch 1763 auf. Somit währte die Hexenverfolgung mehr als drei Jahrhunderte und erstreckte sich über Deutschland, Frankreich, England und andere Länder. Sie nahm ihren Anfang im Feudalismus und dauerte unter ständiger Verschärfung bis weit in die Zeit der so genannten Aufklärung hinein. Doch im Grunde hat der harte Kern der katholischen Kirche seine Vorstellungen längst nicht aufgegeben. Es gibt bis auf den heutigen Tag die Exorzisten; Geisterbeschwörer und Teufelsaustreiber……

ergänzend eine pdf von Gernot L. Geise; Die weisen Frauen hexen