Germanenherz

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Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt, verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit, seine Kultur und sich selbst. Wir sind und werden gezwungen, unseren eigenen speziellen Charakter und unseren Lebensstil zu verbergen und zu Verachten, um nicht als Nazi oder Antisemit verspottet und ausgegrenzt zu werden. Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheiten ihres Geistes und ihre Sprache nimmt. Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die jüdische Fremdherrschaft zu verewigen.

Wir Deutschen haben uns für unsere Vergangenheit und unsere Ahnen nicht zu schämen, ganz im Gegenteil, wir müssen sie unbedingt neu entdecken. Es ist unsere Pflicht uns mit der Germanistik auseinanderzusetzen. Wir Deutschen haben eine wahre Kultur. Wir Deutschen gehören zu dem Ursprung einer westlich zivilisierten und autarken Welt ohne das wir eine kulturelle Identität künstlich erzeugen müssen indem wir andere Kulturen vernichten! Wir sind mehr als das was uns seit Dekaden eingeredet wird, wir haben eine Geschichte die es wert ist sich zu entwickeln, denn unsere Vorfahren haben ihr Leben gegeben damit wir heute in Freiheit leben sollten.

In  Wahrheit baute  die germanische Weltanschauung auf die Gleichstellung von Menschen und dem Respekt gegenüber der Natur.  Gewalt, Naturzerstörung, egoistischer Intellekt waren verpönt, der Sinn für das Gemeinwohl (Natur inkl. Mensch) war vordergründig. Nichts wurde getan, ohne die Ahnen und die beseelte Natur zu fragen. Das alte Wissen war allen zugänglich und wurde nicht von elitären Herrenmenschen für ihre eigenen Zwecke missbraucht und der Masse vorenthalten worden!

Das alles ist ein wesentlicher Teil der deutschen Historie, welche jedoch immer mehr in das Vergessen gedrängt wird. Wir sind inmitten eines kulturellen Bewusstseins der Selbstaufgabe und des ewigen Schuldkult, ohne sich auf das zu besinnen was wir sind und andere Völker als selbstverständlich erachten. Den Deutschen hat man die Geschichte abtrainiert. Bei den einen reicht das Gedächtnis nur bis zur letzten Fußball-WM, bei den anderen nur auf 1933.1945. Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern will, wird dazu genötigt, sie im weniger Positiven bzw. die negativen Eigenschaften zu wiederholen.

Wer sich aber mit den alten germanischen Mythen auseinandersetzt, wird schnell merken, dass uns die Judeachristen unsere fundamentalen Lebensgrundlagen und Lebensweisheiten gestohlen haben!. Die drei großen patriarchalen Religionen (Christentum, Islam, Judaismus) sind für rasendes Massenmorden, rücksichtslose Industrialisierung, Sklavenarbeit, Ungerechtigkeit, Plünderung der natürlichen Ressourcen verantwortlich! Sie haben uns den Zugang zu unseren Seelen geklaut, uns von ihren (Schulen, Banken, Medien) abhängig gemacht!
***Es ist an der Zeit, dass Odin zurückkommt***
.odin geist
Allvaters Anrufung
Der Du einst im Waldesrauschen
Deinem Volke Dich genaht,
Dass sein Herz in brunst’gem Lauschen
Sich entzündete zur Tat,

Der Du standest an Deutschlands Seite
Immerdar und allerorts,
Kraftverleiher warst im Streite,
Spender tiefen Weisheitsworts,

Wir, von Deinem Blut geboren,
Gott der Deutschen, nahen Dir,
Wir, in fremdem Volk verloren,
Dich, Allvater, rufen wir.

Hast es manches Mal gesehen,
Jenes Schauspiel voller Gram:
Sahst aus Deutschland Deutsche gehen,
Deren keiner wiederkam,

Die in Angst vor fremden Spöttern
Sich des Vaterlands geschämt,
Opfer brachten fremden Göttern,
Sich mit fremdem Putz verbrämt;

Hör’ uns rufen, hör’ uns schwören:
Wir sind treu, und wir sind Dein,
Unser Land soll uns gehören,
Uns’res Landes woll’n wir sein!

Sieh’, der Fremdling will’s verhindern,
Altes Recht, er schreibt es neu —
Vater, bleibe Deinen Kindern,
Gott der Deutschen, bleib’ uns treu!

Schüttle Deine heil’gen Locken,
Necke die allmächt’ge Hand,
Dass der Eindringling erschrocken
Weiche aus dem deutschen Land;

Dass er zagen lerne, zittern
Vor urew’ger Majestät,
Wenn in heil’gen Ungewittern
Deutsche Gottheit aufersteht;

Dass das Herz uns mutig werde,
Stark in neuer Zuversicht:
Vatergott und Vatererde
Raubt uns Macht der Menschen nicht!


Viking_Toto_Germanenherz
Vom Hohen Norden wird er kommen mit seinen Streitwagen, und seine Macht wird unbezwingbar sein. Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein, ihnen wird er das Licht geben, und sie werden der Welt leuchten, Und die Stunde des Lichtes wird heimkehren über die Erdenwelt.
Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist. Man sei sich der Gegenkräfte gewahr und schließe nicht die Augen vor ihnen. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen. Zum Leben gehört auch der Mut zum Konflikt. Hindernisse sind dazu da, furchtlos, aber umsichtig überwunden zu werden. Man vertraue seinem Willen und seinem innerem Impuls. Man diene mit diesen Kräften der Schöpfung. Man tue, was zu tun ist. WENN DIE ZEIT REIF IST
toto_haas_lichtbringer*** Die Zeit ist nun reif ***
*** Mein Volk Erwache ***
Nur der Wache (Sehende) erkennt schnell die Lüge! Was keiner wagt, das sollt ihr wagen. Was keiner sagt, das sagt heraus. Was keiner denkt, das wagt zu denken. Was keiner anfängt, das führt aus. Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen, wenn keiner nein sagt, sagt doch nein. Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben. Wenn alle mittun, steht allein. Wo alle loben, habt Bedenken, Wo alle spotten, spottet nicht. Wo alle geizen, wagt zu schenken. Wo alles dunkel ist, macht Licht. 

Judäo Christentum

vatikan-seligsprechung
Seligsprechung in Vatikan

Die Einführung des Judäo-Christentums nach Europa bedeutete einen fremdartigen Einschlag, einen kulturellen Umbruch in einem bis dahin pantheistisch, polytheistisch geprägten Kontinent. Von daher kommt jene kulturell-geistige Bewußtseinsspaltung, der man auf Schritt und Tritt begegnet: einerseits ein christlich durchsetztes Bewußtsein, egalitär und universalistisch; andererseits ein heidnisches Bewußtsein, das partikularistisch denkt. In Europa entstand und entwickelte sich die wissenschaftliche Denkweise gegen den jüdisch-christlichen Geist, also in Anlehnung an das Heidentum. Dagegen befinden sich die politischen Ideologien (Egalitarismus, Kosmopolitismus, Fortschrittsglaube, Individualismus) vollkommen im Fahrwasser der jüdisch-christlichen Geistesart. Die marxistischen Postulate zum Beispiel, die bei den politischen Linken weiterhin herumgeistern (auch nach dem Ende des historischen, etablierten Kommunismus) sind nichts anderes als eine Verweltlichung der jüdisch-christlichen Heilsverheißungen. Desgleichen bekennen sich der amerikanische Herrschaftsanspruch und sein >humanitär< motivierter Interventionismus wie auch das amerikanische, kaufmännische Gesellschaftsmodell zur protestantischen Lesart des Judäo-Christentums. Dabei muß man allerdings hervorheben, daß das Judentum (das nicht vom paulinischen Schisma berührt wurde) nie universalistisch noch kosmopolitisch dachte, da im Judentum das gemeinschaftliche Gebot des >auserwählten Volkes< schon immer über jede andere Überlegung die Oberhand behielt. Der traditionelle Katholizismus, welcher im Mittelalter Gestalt annahm, zeugt jedoch von einer gewissen Akklimatisierung, einer gewissen >Paganisierung< des Judäo-Christentums: In diesem Sinne ist er fester – wenn auch keineswegs ausschließlicher – Bestandteil der europäischen Tradition.

In der Tat ist das Heidentum in Kunst, Kultur, Philosophie, in den Geistesverfassungen und im Volksbrauch überall in Europa vorhanden und lebendig. Desgleichen darf man die Christianisierung Europas nicht mit der gegenwärtigen Eroberungskolonisation durch den Islam vergleichen, denn das (europäische) Christentum wurde von den Europäern selbst auf der Grundlage fremder Quellen erarbeitet, während der Islam – der eine weitaus schlimmere Bedrohung darstellt als selbst die Amerikanisierung! – sich als Ganzes, in Bausch und Bogen aufoktroyiert, ohne die Möglichkeit einer >Akklimatisierung<, und zwar, als eine der europäischen Vorstellungswelt und den europäischen Sitten vollkommen gegensätzliche, ja todfeindlich gesonnene Welt- und Gesellschaftsauffassung.

Dabei stellt das aus dem 2. Vatikanischen Konzil hervorgegangene Christentum, das einer Rückkehr zu den biblischen Wurzeln des Frühchristentums gleichkommt, einen Bruch mit der >heidnisch-christlichen< Kompromißlösung dar. Dieser Bruch leitet darüber hinaus eine Verschiebung der religiösen Dogmen des Christentums in die weltliche Sphäre ein, d. h. eine Politisierung seiner geistlichen Voraussetzungen, was längerfristig einen Zusammenbruch der katholischen Religionspraxis nach sich ziehen mußte. Denn dieses 1962-65 beschlossene Neu-Christentum wandte sich von seiner heiligen Sprache, dem Lateinischen, ab (während der Islam sich nie von seiner heiligen Sprache, dem klassischen Arabischen, trennte!), erlag dem Sirenengesang der >Modernität< und verlor jene Sakralität, die bisher aus einer urwüchsigen, unterschwelligen, ja unbewußten Energie hervorgebrochen war. In Wirklichkeit kehrte es aber zurück zu den uneuropäischen, radikal egalitaristischen Quellen der Urkirche, also des Urchristentums. Das Ergebnis war ein Rückfall in den Atheismus schlechthin, wie die Schriften der modernen katholischen Theologen über Gebühr zeigen.

Die Kirchen sehen heute wie Postämter aus und haben mit den herkömmlichen Münstern oder Domen, die unsere Städte zieren, nicht das geringste mehr gemein. Amtliche Prälaten reden wie Gewerkschaftsfunktionäre. Indem es den heidnischen Teil seiner Sakralität vergaß, den Heiligenkult und die Jungfrau Maria über Bord warf, zerstörte das offizielle Christentum des 2. Vatikanischen Konzils seine eigentlich religiöse, d.h. verbindende Funktion und stellte sich bloß als eine objektiv dem Schicksal der europäischen Völker abträgliche Ideologie dar. Der Vergleich mit dem Urchristentum liegt nahe, das sich als eine Protestbewegung gegen den römischen Patriotismus verstand – bis zum Aggiornamento des 4. Jahrhunderts.

Beweise gibt es in Hülle und Fülle: die Duldsamkeit der offiziellen Kirche, die >ökumenisch< sein will, gegenüber den Fortschritten des Islams, die systematische Ausrichtung der kirchlichen Hierarchie auf trotzkistische Positionen, ihre ständige Förderung des Ethnomasochismus sowie ihre nahezu perfekte Abstimmung mit der politischen Korrektheit der intellektuellen Klasse und der Massenmedien, wobei alle der heuchlerischen Religion der >Menschenrechte< huldigen. In Osteuropa hört die orthodoxe Kirche glücklicherweise nicht auf diesen Sirenengesang. Mit anderen Worten: Die katholische Kirche ist dabei, Selbstmord zu begehen. Doch sie wird die wahre Seele der europäischen Völker nicht mit in den Tod reißen.

Warum? Weil die postkonziliare Kirche sich von dem, was das Volk für heilig hält, restlos getrennt hat. Sie hat auch dem religiösen Unterbewußtsein der europäischen Völker den Rücken gekehrt. Daß ihr heute die Schäfchen scharenweise davonlaufen, ist ein untrügliches Zeichen dafür. Auch Werbestrategien (wie die >Weltjugendtage<) werden nichts daran ändern: Die Kirche verurteilt sich selbst, eine Sekte unter vielen zu sein, die vom heißen Wind des Islams hinweggefegt werden wird.

Wie sollten demnach diejenigen handeln, die willens sind, Widerstand zu leisten? Die Antwort lautet: Ein historischer Kompromiß ist zwischen den echten Heiden und denjenigen katholischen oder orthodoxen Gläubigen, die das traditionell europäische Christentum weiterhin praktizieren, selbstverständlich möglich. Gegen die heutigen Anfechtungen, denen wir ausgesetzt sind, wird nämlich kein Widerstand möglich sein ohne den Rückgriff auf etwas, das ich in Ermangelung einer besseren Bezeichnung >die heidnische Seele< nennen möchte, eine Seele, die sich zu zwei verbündeten, unbesiegbaren Gottheiten bekennt: Apollo und Dionysos. So konnte Pierre Vial schreiben: „Europa lebte recht oder schlecht 2000 Jahre lang mit dem Christentum. Dos sollte man nie vergessen, nie ausradieren. Es ist Bestandteil eines Erbes, unseres Erbes, und wir müssen es übernehmen wie alle anderen Bestandteile auch: diejenigen, die uns ansprechen, und diejenigen, die uns weniger ansprechen!“ Anders ausgedrückt: Ein waschechter Heide wird sich immer dagegen stemmen, daß ein Minarett einen Kirchturm verdrängt. Ein Würdenträger der offiziellen Kirche wird damit einverstanden sein!

(Aus: Guillaume Faye, Wofür wir kämpfen. Manifest des europäischen Widerstandes)

Die Legende vom christlichen Abendland

hexenhammer_wasserprobe Mit nur wenigen anderen Begriffen ist seit Jahrhunderten so oft und so gern Politik gemacht worden, wie mit dem des „christlichen Abendlandes“. Dabei gab (und gibt es noch) vielfältige Variationen des Themas: Da ist die Rede von der „christlich-abendländischen Kultur“, die es zu verteidigen gelte, vom „christlichen Erbe unseres Kontinents“ und schliesslich von der „christlichen Zivilisation“, deren weltweite Ausbreitung auch Indern, Indianern, Papuas und Buschmännern, Chinesen und Eskimos Glück und Segen bringen solle. Die Folgen dieser christlich-abendländischen Propaganda sind allgemein bekannt: Blutige Kriege wurden von ihr angeheizt, in denen christliche Priester beider Konfessionen die Waffen für den Kampf gegen sogenannte „Ungläubige“ segneten.

Ganze Völker überall in der Welt wurden unterworfen und zwangsweise zum Kreuz bekehrt, ihre jahrtausendealten eigenen Kulturen und Religionen brutal unterdrückt. Und in Europa selbst loderten jahrhundertelang die Scheiterhaufen der Hexen-, Ketzer- und Bücherverbrennungen, und wurden zahllose Menschen um Haus, Hof und Heimat gebracht, um der seltsamen Konstruktion einer christlich-abendländischen Kultur zur Durchsetzung zu verhelfen.

Europa, das „Abendland“, wurde als „christlich“ definiert und getreu dem Satz, das nicht sein kann, was nicht sein darf, musste alles beseitigt werden, was der Gleichsetzung von Abendland und Christentum widersprach.

Und es widersprach so vieles!

Heute, in einer Zeit, in der die Macht der Institution Kirche angeschlagen, und unser Wissen um die geschichtliche Wirklichkeit gewachsen ist, stellt sich das „christliche Abendland“ zunehmend mehr als eine Fiktion, ein propagandistisches Konstrukt, eine Legende mit schlimmen Folgen dar, nach deren Entstehung und Konsequenzen wir uns zu fragen haben. Die Wurzeln der christlichen Religion liegen in Vorderasien, die Bibel, als zentrale Quelle der christlichen Lehre, ist in weiten Teilen die Überlieferungssammlung einer alten vorderasiatischen Volksreligion, des Judentums. Entstanden als jüdische Sekte unter den besonderen Bedingungen der römischen Herrschaft in Palästina, ist das Christentum in seinem Kern und in seiner ursprünglichen Form durch diese ethnischen, räumlichen und zeitlichen Entstehungsbedingungen geprägt. Religion und Kultur sind stets abhängig von den spezifischen Denkstrukturen und Mentalitäten des Volkes, dem sie entspringen, wobei diese wiederum von Vererbung, Überlieferung, konkreter geschichtlicher Erfahrung und geographisch-klimatischen Bedingungen geprägt werden. Mit der Geringschätzung der Natur, der Abwertung der Frau und dem Glauben an jenseitige Erlösung entsprach die christliche Lehre in wesentlichen Punkten den traditionellen Volksreligionen des vorderasiatischen Raumes und der dort bis heute vorherrschenden Mentalität. Ihre im Gegensatz zu anderen Glaubensrichtungen innerhalb des Judentums betont sozialutopische und egalitäre Tendenz, die in der Lehre von der völligen Gleichheit aller Menschen vor dem Richterstuhl des über und jenseits der Welt stehenden Gottes gipfelte, liess die christliche Religion vor allem bei den Unterschichten des römischen Imperiums, bei den auf Erlösung harrenden Sklaven, neue Anhänger gewinnen.

Selbstverständlich stand das Christentum mit seiner von den vorderasiatischen Ursprüngen geprägten Lehre im scharfen Widerspruch zu den Volks- und Stammesreligionen der Römer, Griechen, Kelten, Slaven, Balten und Germanen, d.h. der Völker indoeuropäischer Wurzel, die sich – bei aller Unterschiedlichkeit im einzelnen – gerade durch ein tiefes Gefühl der Eingebundenheit in die Natur, die hohe Achtung der Frau in ihrer natürlichen Rolle, den Gedanken der Selbsterlösung durch die Tat und den Glauben an eine der Natur und der Welt innewohnende, also nicht ausserhalb von ihr stehende, Göttlichkeit auszeichnete. Von diesen Ausgangsbedingungen waren die christliche Religion und die europäischen Volksreligionen von Anfang an einander diametral entgegengesetzt, und das Denken der europäischen Menschen war dem Christentum völlig fern. [newpage] Erst im vierten Jahrhundert, unter dem römischen Kaiser Konstantin dem „Grossen“, gelang es der christlichen Lehre, zur beherrschenden Religion im Imperium Romanum zu werden. Mit ausschlaggebend hierfür war die Tatsache, dass die alte römische Volksreligion in dem hunderte von Völkern und Stämmen umfassenden Reich, keine Integrationskraft mehr besass, und ihre Träger, die eigentlichen Römer, selbst unter führenden Schichten des Reiches nur noch eine Minderheit darstellten. Mit seinem universalen, ethnische Besonderheiten nicht nur ignorierenden, sondern bewusst nivellierenden Anspruch, bot sich das Christentum als neue, integrationsfähige Staatsreligion an. In der Folgezeit begann dann die Missionierung Mittel-, Nord- und Osteuropas, die eine genauere Betrachtung verdient. Die Christianisierung lief fast überall nach gleichem Schema ab: Ein Fürst oder König trat zum christlichen Glauben über, wobei in zahlreichen Fällen hierfür politische und machtstrategische Überlegungen und keinesfalls eine „innere Bekehrung“ ausschlaggebend waren. Vor allem bei den Germanen war es dann das alte Prinzip der „Gefolgschaftstreue“, durch das auch seine Männer und ihre Familien in den Schoss der Kirche geführt wurden.

Als erster germanischer Stamm nahmen 416 n.Ztw. die linksrheinischen Burgunder das Christentum an, 430 folgten die rechtsrheinischen Burgunder, 488 die Sweben und 498 die Franken unter König Chlodwig I. Im 6. Jahrhundert wurden dann die Goten christlich. Die formale Taufe bedeutete dabei zunächst noch wenig, und viele der alten heidnischen Sitten und Bräuche lebten fast unverändert weiter fort. Als Bonifatius 723 die Donareiche fällte, geschah das in Hessen, einem Land, das bereits vorher formal dem Christentum zugefallen war, ohne dass dies an der Lebensweise seiner germanischen Bewohner zunächst viel geändert hätte – Kreuz und Irminsul standen eine ganze Zeitlang nebeneinander. Am Ende des 8./Anfang des 9. Jahrhunderts erfolgte die Christianisierung der Sachsen zwischen Ems und Elbe, Eider und Harz, wobei die Hinrichtung von über 4000 sächsischen Kriegern und Edlen in Verden an der Aller im Jahre 782 ein deutlicher Hinweis darauf ist, mit welcher Härte die Widerstände dieses germanischen Stammes gegen seine Unterwerfung und Bekehrung gebrochen werden mussten. Erst im 11. Jahrhundert setzte dann die Christianisierung der Nordgermanen und der britannischen Angelsachsen ein. In Norwegen war es Olaf der Heilige, der von 1016 bis 1028 regierte, der den neuen Glauben mit Gewalt und gegen scharfe Widerstände einführte. In Schweden zogen sich die Kämpfe zwischen den christlichen Gauten und den weiterhin heidnischen Svear Uplands sogar noch bis 1125, also bis ins 12. Jahrhundert, hin. Spät erfolgte auch die Christianisierung Osteuropas.

hexe_flugblatt Erst 966 trat der polnische Herrscher Mieszko I. zum Christentum über, wofür auch nicht die innere Überzeugung, sondern die machtpolitisch motivierte Heirat mit der böhmischen Prinzessin Dubrawka ausschlaggebend war. Aus dem 11. Jahrhundert wird aus Schlesien und Böhmen selbst von heidnischen Aufständen berichtet – wohlgemerkt: in einem Kernland Europas und mitten im vielzitierten „christlichen Mittelalter“. Ungarn wurde erst Anfang des 11. Jahrhunderts christlich, und im russischen Grossfürstentum Kiew entschloss man sich zwar 987 zur Annahme der christlichen Religion durch das Herrscherhaus, doch mussten die Untertanen noch massenhaft und recht unsanft zur Zwangstaufe in den Don getrieben werden. Auch hier waren wieder machtpolitische Gegebenheiten bestimmend gewesen, die sich die Kirche geschickt zunutze gemacht hatte: Die Heirat des Kiewer Grossfürsten WIadimir I. mit der byzantinischen Prinzessin Anna. Nach wie vor dem Christentum verschlossen blieb dagegen Litauen, und noch bis ins 15. Jahrhundert hinein zog sich der Abwehrkampf der Litauer zur Verteidigung ihrer Volksreligion hin – d.h., bis in die Zeit kurz vor Kolumbus‘ Amerikafahrt hielt ein ganzes europäisches Volk am heidnischen Glauben fest und wurde von der Christianisierung noch nicht erfasst. Aus dieser kurzen historischen Übersicht wird bereits deutlich: Die Christianisierung Nord-, Mittel- und Osteuropas war ein Prozess, der rund 1000 Jahre in Anspruch nahm, ehe alle Gebiete des Kontinents auch nur formal, d.h. durch Übertritt des jeweiligen Herrschers zur Kirche und die Proklamation des Christentums als Staatsreligion, für den neuen, fremden Glauben gewonnen war. Bis ins späte Mittelalter und bis ca. 80 Jahre vor der Reformation hielten sich in Europa Territorien mit heidnischer Bevölkerung, Territorien, in denen das Christentum nur gegen starke Widerstände Fuss fassen konnte. Der Abschluss der ersten, formalen Christianisierung liegt also noch keine 600 Jahre zurück, davor aber liegt eine vieltausendjährige Epoche europäischer Kultur, die von allem anderen als der christlichen Lehre bestimmt war. Allein von dieser zeitlichen Dimension her ist die Gleichsetzung von europäischer Kultur und Christentum ein Unfug, der sich sehr schnell als reine Zweckpropaganda entlarvt.

Die formale Christianisierung eines Gebietes war überdies noch keinesfalls gleichbedeutend mit der tatsächlichen Annahme des christlichen Glaubens durch die jeweiligen Bewohner. Gerade über dieses Missverhältnis zwischen „offizieller“ Annahme des Christentums und tatsächlichem, kulturellem und religiösem Verhalten liefert eine neue Unterdisziplin der Geschichtswissenschaft, die historische Volkskulturforschung, in den letzten Jahren eine Fülle hochinteressanter Details, die das Gespinst des „Christlichen Abendlandes“ mehr und mehr als Legende erscheinen lassen. Bemerkenswert ist, dass diese neue Fachrichtung, die auch volkskundliche, religionswissenschaftliche und soziologische Aspekte in ihre Untersuchungen mit einbezieht, vor allem in England und Frankreich einen starken Aufschwung hat, in Deutschland aber teilweise noch starken Widerständen ausgesetzt ist. Hierzulande scheint es auch mehr als 40 Jahre nach Kriegsende nur unter Schwierigkeiten möglich zu sein, in historischen und volkskundlichen Fachkreisen auf heidnisch-naturreligiöse Kontinuitäten in der Volkskultur hinzuweisen. Allzu schnell kommt dann der Verweis auf ähnliche Bemühungen in der Zeit vor 1945, was einem wissenschaftlichen Verdammungsurteil gleicht. So lässt sich nach wie vor mit dem schlichten Satz „das haben die Nazis auch gemacht“ jeder ernsthaften wissenschaftlichen Diskussion aus dem Wege gehen.

Der britische Wissenschaftler Peter Burke gibt in seinem Buch „Helden, Schurken, Narren, europäische Volkskultur der frühen Neuzeit“ eine gute Übersicht darüber, wie wenig bzw. wie oberflächlich die Christianisierung auch noch nach dem Ende des Mittelalters in Europa Fuss gefasst hatte. So schreibt er: „Weder in Irland noch in Wales, Schottland oder der Bretagne war zu jener Zeit die keltische Mythologie oder der keltische Baumkult ausgestorben. In Teilen Skandinaviens war die nordische Mythologie erhalten geblieben. In den skandinavischen Alpen und in Lappland wurde noch im achtzehnten Jahrhundert der nordische Gott Thor verehrt, und der Donnerstag als Feiertag betrachtet. Nordische Mythen blieben in Skandinavien als Volksballaden erhalten. Am lebendigsten erhielten sich vorchristliche Kultformen in Litauen und in Russland. 1547 sollen die Litauer immer noch ihre alten Götter Perkuna, Laukosargas und Zemepatis verehrt haben. 1549 berichtete der kaiserliche Gesandte Herberstein, dass in der Gegend von Perm in Russland in den Wäldern immer noch Götzendiener zu finden seien, und dass der alte Donnergott Perun noch angebetet werde“. (S. 63 f.) Und noch zu der Zeit, als christliche Missionare bereits Mittel- und Südamerika, Indien und die afrikanische Westküste überfluteten, sahen sie sich in ihrem europäischen Hinterland mit Problemen konfrontiert, die denen in den neuen Kolonien durchaus entsprachen.

hexenverfolgung1 Burke schreibt dazu: „So predigten Jesuiten am Ende des 16. Jahrhunderts in Huelva, westlich von Sevilla und stellten fest, dass die Einwohner eher Indianern glichen, als Spaniern“. 1628 erklärte Sir Benjamin Rudyard im Unterhaus, es gebe Teile von Nordengland und Wales, „die schwach im Christentum seien, wo Gott kaum mehr bekannt sei, als unter den Indianern“. (S. 222) Ein französischer Kollege Burkes, Robert Muchembled, kommt zu ähnlichen Ergebnissen. In einer grossangelegten Studie, die 1982 auch auf Deutsch unter dem Titel „Kultur des Volks – Kultur der Eliten“ erschien, befasste er sich mit der Volkskultur Nordfrankreichs zwischen dem 5. und dem 18. Jahrhundert und ihren Veränderungen. Er konstatierte dabei vor allem bei der Landbevölkerung eine Weltsicht, die sich wesentlich von der heutigen, aber auch von der damaligen kirchlichen, unterschied. So wurde die Zeit nicht als linear, sondern als zyklisch, geprägt vom Rhythmus der natürlichen Abläufe, empfunden, ein Zeitbegriff, der im krassen Widerspruch zum linearen, eschatologischen Denken des Christentums stand.

Dem zyklischen Zeitempfinden entsprachen bestimmte Festzyklen, die sich zwar oberflächlich am Kirchenkalender orientierten, von denen Muchembled aber sagt, dass sie „nicht oder nicht rein christlichen Ursprungs“ gewesen seien (S. 53). Sie hätten vielmehr „noch deutlich ambivalenten, dass heisst sowohl christlichen als auch heidnischen Charakter“ gehabt (S. 53). Mit dieser Tatsache verweist Muchembled auf die ja auch in Deutschland ersichtliche Tatsache, dass die Kirche nicht umhin konnte, die Feste der alten Volksreligion, etwa die Wintersonnenwende, aufzugreifen und allmählich in ihrem Sinne umzudeuten, um überhaupt einen Zugang zu der christlichem Denken fremd gegenüberstehenden Bevölkerung zu finden. Weiterhin verweist Muchembled auf die am Ende des Mittelalters noch völlig andere Stellung der Frauen: Sie waren es, „die einen zählebigen heidnischen Glauben von Generation zu Generation weitergaben“ (S. 63) und als Hüterinnen religiösen und volksmedizinischen Wissens grösste Achtung im Volk genossen. Erst im 16. und 17. Jahrhundert kam es dann zu einer Art zweiten oder „inneren Christianisierung, zur Ausmerzung der noch stark vorhandenen heidnischen Glaubenselemente und zur radikalen Durchsetzung der kirchlichen Normen. Ketzerprozesse, Hexenverfolgungen und eine strenge Reglementierung des Alltagslebens wie auch der Festkultur sind kennzeichnend für diese zweite Christianisierungsphase. Aus all dem wird ersichtlich, dass auch nach der, sowieso erst recht spät vollständig erfolgten, formalen Christianisierung Europas weite Teile der Bevölkerung in den einzelnen Ländern der christlichen Lehre gleichgültig bis schroff ablehnend gegenüber standen, und vor allem die Kultur der Landbewohner – und dies war die Masse der Bevölkerung – noch überwiegend von älteren, heidnischen bzw. volksreligiösen Traditionen und Denkvorstellungen geprägt war. Auch in dieser Hinsicht greift also das Schema vom „christlichen Abendland“ nicht.

Eine genaue wissenschaftliche Betrachtung der kulturellen Erscheinungsformen offenbart bis ins 17. und 18. Jahrhundert hinein in weiten Teilen Europas die Existenz und meist gar die Dominanz eines nichtchristlichen Glaubens, der sich auf die Gedankenwelt der vorchristlichen Volksreligionen gründete, wenngleich diese auch in ihrer ursprünglichen Form zerbrochen waren.

Wie aber sah es mit den Gebildeten in den Städten, mit Gelehrten, Schriftstellern, Künstlern und Forschern aus, mit den Personen also, an die man oft denkt, wenn von „abendländischer Kultur“ gesprochen wird? Gewiss sind uns aus dem frühen Mittelalter im wesentlichen Zeugnisse christlicher, ja, klösterlicher Kultur überliefert, so dass der Eindruck entstehen könnte, es seien Priester und Mönche gewesen, die den heidnischen „Barbaren“ überhaupt erst die Kultur brachten. Doch dieses, von der Kirche und der etablierten Geschichtsforschung gezeichnete Bild ist trügerisch: Auch die heidnischen Völker Alteuropas hatten eine Kultur auf hoher Stufe entwickelt, was z.B. jedem deutlich wird, der einmal die Erzeugnisse keltischer Goldschmiedekunst aus der mehr als zwei Jahrtausende zurückliegenden La-Tene- Zeit oder Produkte nordeuropäischer Metall-Kunsthandwerker aus dem ersten nachchristlichen Jahrtausend gesehen hat. Auch war die vorchristliche Kultur Europas durchaus nicht schriftlos und nur durch die systematische Zerstörung der heidnischen Schriftdenkmäler im Zuge der Christianisierung wurde dieser Überlieferungsstrang abgeschnitten. Verwiesen sei schliesslich auch auf die hochstehenden Kulturen der heidnischen Antike im Mittelmeerraum, die nach der Einführung des Christentums im römischen Reich keinesfalls eine neue Blüte erlebten, sondern vielmehr untergingen.

Seit dem Mittelalter zieht sich dann von Meister Eckehart über Kopernikus, Galilei und Giordano Bruno bis hin zu Goethe eine lange Reihe von Denkern durch die europäische Geistesgeschichte, die teils als offene Ketzer gegen die Lehren der Kirche wirkten und damit die Unabhängigkeit des Denkens gegen die klerikalen Fesseln verteidigten. Somit kann gerade die europäische Geistesgeschichte keinesfalls als Beweis für die Gleichsetzung des Abendlandes mit dem Christentum herhalten. Sie war, trotz aller unbestreitbaren und keinesfalls immer glücklichen christlichen Einflüsse vielmehr seit dem Mittelalter ein Schauplatz des Kampfes um geistige Freiheit gegen kirchliche Bevormundung. [newpage] Fassen wir das Gesagte zusammen, so ergibt sich: Die christliche Lehre fasste in Europa nur ganz allmählich, gegen heftige Widerstände und über einen Zeitraum von mehr als tausend Jahren hinweg, Fuss. Weite Teile Europas blieben bis ins Mittelalter, bestimmte Länder sogar noch Iänger, den alten Volksreligionen treu. In den formal christianisierten Ländern hielt sich noch bis weit in die Neuzeit bei weiten Teilen der jeweiligen Bevölkerung nichtchristliches Denken mit entsprechenden Konsequenzen für Glauben, Alltag und Festkultur. Und bereits seit dem Mittelalter begann sich unter den Gebildeten Widerstand gegen die Doktrinen der Kirche zu regen. Die Suche nach einer neuen, freien Religiosität begann. Über Europa hatte sich zwar nach und nach eine Schicht christlichen Denkens gelegt, doch unter der Oberfläche und vor allem in seinem Kern war dieser Kontinent stets anderen Traditionen verpflichtet. Das „christliche Abendland“ erweist sich somit als Legende, die zeitweilig für Propagandazwecke taugte, dabei nicht die wirkliche Geistigkeit der europäischen Völker beschreiben kann.

kopernikus Abschliessend stellt sich die Frage nach dem Heute und nach den Aufgaben, die Freireligiöse, Freigläubige, Unitarier und verwandte Gruppen haben. Die Macht der Kirchen ist heute in Deutschland nicht mehr die, die noch vor nicht ganz 100 Jahren bestand, sie ist sogar weit geringer, als das noch vor 20 Jahren der Fall war. Insbesondere seit 1967/68 hat ein tiefgreifender Verhaltenswandel in der Bundesrepublik eingesetzt, zu dem eine starke Abwendung weiter Teile der Bevölkerung vom Christentum gehörte. Die statistisch anhand von Massenaustritten aus den Kirchen feststellbare Abwendung wird dabei noch übertroffen durch die innere Abwendung vom Christentum auch bei denjenigen, die aus Bequemlichkeit oder aus familiären bzw. beruflichen Rücksichten noch in den Kirchen verbleiben. Zustände wie noch vor wenigen Jahrzehnten, als die Bevölkerung vieler Dörfer und Städte noch zu fast 100 Prozent der gleichen Konfession angehörte und die Macht der Kirchengemeinde in der politischen Gemeinde entsprechend gross war, finden sich heute nur noch vereinzelt. Konfessionelle Durchmischung und Kirchenaustritte haben die Dominanz einer jeweils einzelnen Kirche fast überall gebrochen.

Hinzu kommt, dass die Kirchen, dabei insbesondere die evangelische, sich mehr und mehr säkularisieren und weltlichen Fragen, vor allem auf politischem und sozialem Gebiet, zuwenden. Dies geht mit einem rapiden Verfall der inneren, geistigen Substanz einher. Angesichts dieser Tendenzen könnte man bereits von einer „Entchristlichung“ der westdeutschen Gesellschaft sprechen, so dass das Christentum im Nachhinein als Episode in der Geschichte der Deutschen erscheint. Eine solche Betrachtung wäre jedoch zu optimistisch und zu voreilig. Mittlerweile nämlich ist das Christentum, ist christliches Denken, in der Form säkularer Heilsideologien wieder in die Köpfe zurückgekehrt. Beispiele dafür gibt es vor allem im politischen Leben genug. Der Wahn absoluter Wehrlosigkeit in weiten Teilen der Friedensbewegung, die heute überall anzutreffende Gleichheits- und Gleichmacherei- Ideologie, die moralisierende statt realistische Betrachtung zahlreicher politischen Fragen, die von überzogener Bussfertigkeit geprägte Auseinandersetzung mit der Vergangenheit, eine universalistische Weltsicht, die die Unterschiede der Völker und Kulturen leugnet – all dies sind Haltungen, die im Kern auf die Buss-, Demuts-, Schuld- und Erlösungsideologie des Christentums zurückgehen und von ihr weiterhin inspiriert werden. So sehr auch die formale Macht der Kirchen schwindet, so sehr ist ein Denken aus christlichen Ursprüngen – und damit letztlich ein natur- und realitätsfernes Denken – in weiten Kreisen von Politik und Gesellschaft verbreitet. Genau hier hat meines Erachtens eine zeitgemässe Arbeit freier Glaubensgemeinschaften anzusetzen. Die Zielvorgaben von einst, wie der Kampf um Geistesfreiheit gegen klerikale Bevormundung, die Freiheit der religiösen Sitten, Bräuche und Handlungen, der Kampf um freien Religionsunterricht, um das Recht auf Feuerbestattung – all dies tritt heute in seiner Bedeutung zurück, da es in mehr als hundertjährigem Ringen bereits weitgehend erreicht werden konnte.

Die neue Aufgabe, die sich allen freien Glaubensgemeinschaften stellt, ist die inhaltliche Gestaltung der erkämpften Freiräume und die Sinngebung für all diejenigen, die zwar die Kirchen verlassen, aber ihr religiöses Bedürfnis deshalb nicht verloren haben. Diese Aufgabe lässt sich nur in der Auseinandersetzung mit den christlichen Inhalten, dem christlichen Denken, bewältigen, ganz gleich, ob es in seiner traditionellen oder in seiner neuen, säkularisierten Form einherkommt. Nicht mehr die äussere, kirchliche Form des Christentums hat also im Vordergrund unserer Kritik zu stehen, sondern das, was an christlichem Denken auch die Köpfe zahlreicher Menschen beherrscht, die sich subjektiv durchaus als Nichtchristen verstehen. Voraussetzung hierzu aber ist, dass wir uns selbst über unser Welt- und Menschenbild und über unser Religionsverständnis klar werden und Suchenden klare Antworten auf brennende Fragen geben können. Das Bild der freien Religion muss wieder schärfer konturiert und für Aussenstehende eindeutiger fassbar werden. Es darf sich nicht in der Unverbindlichkeit eines verschwommenen Allerwelthumanismus verlieren. Schaffen die freien Glaubensgemeinschaften diese Umorientierung und neue Aufgabenbestimmung nicht, dann werden sie bald schon ihre Existenzberechtigung verloren haben. Dem gilt es entgegenzuwirken.

Der Begriff Gerechtigkeit

deutsches-ahnen-erbe Wir sehen Gerechtigkeit als einen hohen Wert. Gerechtigkeit ist etwas anderes als das in Gesetzen niedergeschriebene in einzelnen Staaten geltende Recht. Dies hat nur in Teilen und manchmal gar nichts mit der Gerechtigkeit zu tun. Der Volksmund weiß: “Recht haben und Recht bekommen sind zweierlei.” Dies liegt daran, dass jemand, der Recht hat, sein Recht vor Gericht auch beweisen muss, sonst spricht ihm der Richter im Urteil nichts zu.

Aber dazu kommt ein Weiteres. Das geltende Recht entspricht ja keineswegs immer dem, was die Volksmehrheit für richtig hält. Wenn wieder ein besonders scheußlicher Kindermord geschehen ist, heißt es landauf, landab – mit wem man auch spricht – : “Rübe ab!”.

Zwei Drittel unseres Volkes sind für die Wiedereinführung der Todesstrafe, aber die “Volksvertreter” erfüllen hier – wie auch in vielen anderen Dingen – nicht den Willen derjenigen, die sie gewählt haben. Die EU macht es sogar zur Bedingung für die Aufnahme von Neumitgliedern, dass sie die Todesstrafe abschaffen.

Dass die Todesstrafe “undemokratisch” sei, kann niemand behaupten, da der Mehrheit zu folgen das Gegenteil von “undemokratisch” ist, und Demokratien wie die USA die Todesstrafe seit hunderten von Jahren haben. Ob die Parlamentarier Angst haben, sie könnten für ihre Pflichtvergessenheit, Korruption, Missachtung und Schädigung der Interessen des eigenen Volkes zu hart zur Rechenschaft gezogen werden? Oder ob das christliche “Du sollst nicht töten” hier herein spielt?

Aber nicht nur bei der Todesstrafe, sondern auch bei anderen Delikten haben wir eine “Rechtsprechung”, die unserem Empfinden total widerspricht. Beleidigungen und Verleumdungen rechtfertigen den betroffenen heidnischen Germanen, den Täter zu erschlagen. Bei unserer heutigen Justiz gelten sie als Bagatelldelikte, und auf entsprechende Anzeigen hin wird das Verfahren regelmäßig eingestellt, außer es werden Ausländer oder Minderheitengruppen im eigenen Land beleidigt.

Andererseits verbieten die Gesetze in der Bundesrepublik – was ziemlich einmalig auf der Welt ist – das Äußern von unorthodoxen Auffassungen zu geschichtlichen Fragen, und wenn man im Ausland juristisch gebildeten Menschen Beispiele aus der Rechtsprechungspraxis bundesdeutscher Gerichte erzählt, glauben sie einem regelmäßig nicht, sondern halten das für “Juristenlatein”.

Auseinanderklaffen zwischen geschriebenem Recht und Gerechtigkeit ist aber bei uns schon viel älter; mit der Einführung des römischen Rechts im Mittelalter, das in vielen Punkten dem germanischen Gemeinrecht widersprach, musste sich im Volke die Meinung über die Juristen als “Rechtsverdreher” verbreiten. “Römisch Recht, gedenk‘ ich deiner, liegt’s wie Alpdruck auf dem Herzen, liegt’s wie Mühlstein mir im Magen, ist der Kopf wie brettvernagelt!” (Jos. Victor von Scheffel).

Daran hat sich bis heute wenig geändert; ging es im Mittelalter darum, den Bauern mit römischen Exegesen das Jagd-, Abholzungsrecht sowie das Recht zum Fischen in Wald, Flur und Gewässern zu nehmen, so geht es heute darum, den Deutschen das Recht auf Meinungsfreiheit in bestimmten Gebieten zu nehmen.

Das Volk hat meist – wenn es nicht durch die Massenmedien verdummt wurde – ein recht feines Gespür für das, was gerecht ist. Zum Ausdruck kommt dies beispielsweise, wenn eine Mutter ihrem Kind sagt: “Das ist nicht recht.” Zum Ausdruck kommt dies weiter in altdeutschen Sprüchen wie: “Tue recht und scheue niemand” und “Tu‘ recht, steh‘ fest, kehr‘ dich nicht dran, wenn dich auch tadelt mach‘ ein Mann; der muss noch kommen auf die Welt, der tut, was jedem Narren gefällt.” Ein elementares Gebot der Gerechtigkeit ist, dass wir uns gegenüber anderen Menschen so stellen, wie diese sich uns gegenüber verhalten.

Der Begriff Stolz

deutsches-ahnen-erbe Bewusst stolz können wir sein auf eigene Leistungen. Wenn wir eine schwierige Frage gelöst haben, ein schwer zu verfertigendes Werk vollendet haben, eine Arbeit gut abgeschlossen haben, dann ist unser Stolz gerechtfertigt. Wenn Stolz nicht zu Überheblichkeit werden soll, muss die Leistung natürlich überdurchschnittlich sein. “Große Menschen sind stolz, kleine eitel.” (Lord Byron)

Der Stolz wird auch nicht gemindert, wenn wir um die Voraussetzungen der Leistung wissen. Die Menschen sind ungleich geboren, haben mithin auch ungleiche Begabungen und Fähigkeiten. Hinzu kommt vielleicht eine besonders gute Ausbildung, bessere Vorbilder als andere, eine Erziehung, die zum Leistungswillen beigetragen hat. Das haben andere nicht. Und andere haben vielleicht auch in ihren Genen nicht diese Willenskraft, wie man selbst.

Aber das macht uns nicht “demütig”. Denn unser Erbgut haben wir von unseren Vorfahren, und auf das, was sie geleistet haben, was sie verkörpert und dargestellt haben, können wir genauso stolz sein wie auf das, was wir selbst vollbracht haben. Wir sind Blut von ihrem Blut, und die Anlagen, die sie zu überdurchschnittlichen Leistungen auf welchem Gebiet auch immer befähigten, haben wir zumindest zum Teil geerbt.

Johann Wolfgang Goethe bestätigt:

“Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt,
der froh von ihren Taten, ihrer Größe
den Hörer unterhält und still sich freuend
ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht!”

Wenn wir auf unsere Ahnen stolz sind, gibt dies keine Veranlassung zu Dünkel; wir sind natürlich verpflichtet, in ihrem Sinne zu handeln, sich ihrer also würdig zu erweisen. “Der Mann allein ist würdig großer Ahnen, der wagt, auf die Schultern sich zu heben, kühn auszuschreiten kühn gebrochene Bahnen.” (Franz von Dingelstedt)

Dieser Vorstellung gibt Ernst Moritz Arndt sogar höchste religiöse Bedeutung: “Das ist die höchste Religion, seinen Enkeln einen ehrlichen Namen, ein freies Land, einen stolzen Sinn zu hinterlassen.”

Nun kennen wir nur einen Teil unserer Ahnen; im Übrigen aber sind wir mit unserem Volk, mit unserer Menschenart durch ein unauflösbares Geflecht von Blutströmen verbunden. Das rechtfertigt dann natürlich ebenso, wenn wir zumindest einen Teil desselben Erbgutes tragen, auf Leistungen des Volkes oder bedeutender Menschen unseres Volkes und unserer Rasse stolz zu sein. Dazu muss man zunächst einmal die Geschichte kennen, und gerade um einen Stolz gar nicht erst aufkommen zu lassen, werden viele Großtaten unserer Geschichte in der Schule gar nicht mehr gelehrt.

Der Begriff der Treue

 

deutsches-ahnen-erbe Die “deutsche Treue” ist schon fast sprichwörtlich geworden. Aber was ist Treue? Das Wort meint im Germanischen zunächst Vertrag, dann weiter das Halten des Vertrages, Zuverlässigkeit, Vertrauenswürdigkeit.

Tacitus berichtet über die Germanen, dass derjenige, der beim Würfelspiel als letzten Einsatz seine Freiheit eingesetzt und dann verspielt hat, sich willig in Knechtschaft begebe: “Sie selbst nennen es Treue”. Das beinhaltet eben, dass die Verpflichtung im Spiel genauso bindet wie ein Vertrag, den man halten muss. Und ein Vertrag war natürlich auch mündlich geschlossen gültig.

Wir finden in der Geschichte die meisten Beispiele für Treue als Gefolgschaftstreue. Die ganze deutsche Heldendichtung ist voll von Lobgesängen auf Männer, die ihr Leben der Treue aufopferten; manch einer ging mit offenen Augen ins Verderben, nur um sein Wort nicht brechen zu müssen.

Treue war ursprünglich als ein Vertragsverhältnis zwischen zwei Männern gedacht. Treue gab es nur von Person zu Person. Treu dem Vertrag, vertragstreu, treu dem Gefolgsherrn, das waren die ursprünglichen Umgrenzungen der Treue.

Später erweiterte sich aber der Begriff der Treue. Damit kamen dann Spannungsverhältnisse hinein, weil die eine Treue der anderen Treue widersprechen konnte. Wir kennen den Begriff der “Werktreue”, also ein Werk den inneren Gesetzen dieses Werkes zufolge zu errichten. Wer einer Aufgabe treu dieser durchführen will, muss zuweilen Treue zu Menschen, die ihn an dieser Aufgabe hindern oder sein Bestreben hemmen, brechen. Dasselbe kann sich für diejenigen ergeben, die einer Idee treu bleiben wollen.

Im “Mittelhochdeutschen” schwang noch etwas anderes bei der Treue mit. “Getriuwe” bedeutet Treue im Sinne von Verschwiegenheit. Das will sagen, dass der treue Mensch die seelischen Werte des anderen zu achten weiß und seine Geheimnisse nicht preisgibt. Treue hat hier also den Inhalt von “Vertrauen” zueinander und das sich gegenseitig “Trauen”. Man “vertraut” sich dem anderen an, wenn man ihn liebt. Man achtet auf seine Vertraulichkeit, sein inneres Wesen, seine besondere Lage: Man nimmt in jeder Weise Rücksicht auf ihn, man macht dessen Sache zu seiner eigenen. Man lässt sich auf den anderen ein und geht auf ihn ein. “Wo kein Vertrauen ist, da ist keine Treue.” (Altes Sprichwort)

Vertrauen gehört zu jeder Gemeinschaft. Jeder Einzelne muss jedem Glied der Gemeinschaft unbedingt das Vertrauen entgegenbringen. Er muss voll Achtung vor ihm stehen, ganz gleich, welchen Rang er bekleidet. Diese Art von Vertrauen ist Voraussetzung der Gemeinschaft. Wer in einer Gemeinschaft dem anderen misstraut, solange er sich nicht bewährt hat, ist ein Feind jeder Gemeinschaft. Argwohn ist gegenüber Fremden angebracht, innerhalb der Gemeinschaft aber abwegig. “Jedermann vertrauen ist Torheit, niemandem vertrauen ist Narrheit.” (Volksmund)

Man mag vielleicht die eine oder andere Enttäuschung dabei erleben; andere Gefährten aber wird man auf der anderen Seite durch Vertrauen seelisch halten oder aufrichten. Wir sollten uns bemühen, bei den Gefährten immer den guten Kern zu sehen, auch falls einmal ein nicht so schöner Zug zum Ausdruck gekommen ist. Vertrauen ist die größte Kraftquelle jeder Gemeinschaft. Dieses Vertrauen Tag für Tag zu schenken, ist uns Verpflichtung.

Alle natürlichen Gemeinschaften entsprechen den Gemeinschaften des Lebens und sind deshalb lebensnotwendig. Die Treue gegenüber einer solchen Gemeinschaft ist deshalb unbegrenzt. Sie besteht weiter, selbst wenn der Rahmen der Gemeinschaft angegriffen worden sein sollte.

Der Begriff der Opferbereitschaft

deutsches-ahnen-erbe Unser arteigenes Wesen fordert von uns Opferbereitschaft, dann, wenn der Ruf an uns ergeht, aber auch das Opfer selbst. Peter Rosegger sagte dazu: “Wohltätigkeit ist für edle Menschen ein Vergnügen, aber nicht eines, bei dem man tanzt. Wohltun heischt Opfer, persönliche Opfer.”

Was ist ein Opfer? Sicherlich nicht einige Cent oder Euro, die für eine gemeinnützige Sache gegeben werden; das ist zu unbedeutend.

Etwas, was wir nicht ersetzen können, ist die Zeit; auch insoweit opfert man Teile seines Lebens im Einsatz für ein großes Ziel, wenn man zur Förderung dieses Ziels eigene Zeit aufbringt. Oswald Spengler schrieb darüber:

“Der bedeutende Mensch lebt so, dass sein Dasein ein Opfer an eine Idee ist. Der Sinn, den man dem eigenen Leben gibt, ist Zeugnis der Selbstachtung.”

Nichts, was groß ist auf dieser Welt, ist dem Menschen geschenkt worden. Alles musste bitterschwer erkämpft werden, sei es die Befreiung eines Volkes, seien es Religionsfreiheit oder Abstellung von Umweltsünden. Luther war bereit, so wie vor ihm zahlreiche andere Ketzer, den Feuertod der Inquisition zu riskieren, und hat dadurch Deutschland vom römischen Joch und der Ausplünderung durch den Papst befreit.

Völker befreit man nicht durch Nichtstun, sondern durch Opfer, und wer sein Volk liebt, beweist es einzig durch das Opfer, das er für dieses zu bringen bereit ist. Dasselbe gilt für unsere Rasse, unsere Art.

“Vom Opfer lebt das Leben,
vom Opfer zeugt sich’s fort;
wer sich entzieht dem Ringe,
verrottet und verdorrt.”

Dies sagt zu Recht Eberhard König. Auch Friedrich Schleiermacher spricht dies an: “Das ist des Menschen Ruhm, zu wissen, dass unendlich sein Ziel ist, und doch nie still zu steh‘n im Lauf; zu wissen, dass eine Stelle kommt auf seinem Weg, die ihn verschlingt, und doch nicht zu zögern den Schritt.” Gerhard Krüger ergänzt: “Nur aus dem, was Opfer kostet, erwächst wirkliche menschliche Größe. Je schwerer und härter das Opfer, umso steiler ist der Weg zu ihr und umso einsamer und gewaltiger ist sie. Nicht das Erleiden, sondern das Dennoch, das Gestalten und die Tat entscheidet über die Größe unseres Menschentums.” Und ebenso Karl von Hippel: “Wert und Unwert eines Menschen tritt erst zutage, wenn ihm Opfer abverlangt werden.”

Welche Gemeinschaft Opfer und Mut, Tapferkeit, Treue, Glauben und Heroismus fordert, die wird solche Teile des Volkes anziehen, die diese Tugenden ihr Eigen nennen. Diese sind in allen Zeiten der Faktor gewesen, der Geschichte macht.

Die alten Werte – Die alten Tugenden

deutsches-ahnen-erbe Unsere Ahnen hatten ein ausgeprägtes Rechts- und Gemeinschaftsverständnis. Dies zeigte sich vor Allem in ihrem familiären Zusammenleben und dem Leben in der Sippe. Auch das friesische und angelsächsische Recht sind Beispiele für eine hoch entwickelte ethische Gesellschaft. Erst mit dem Einzug des Christentumes und dem damit verbundenen römischen Recht wurden Habe und Besitz höher als menschliches Leben gestellt. War unter germanischem Recht das Leben als höchst schützenswert angesehen, so mußte es sich (wie der alte Glaube dem Christentume weichen mußte) unter römischen Recht dem Schutz des Besitzes weichen.

Mut und Stärke

Ohne Mut und Stärke des Einzelnen ist das Überleben der Familie, der Sippe und des Volkes nicht möglich. Hierzu gehört nicht nur der Mut im Kampfe, sondern vor Allem auch der Mut zur notwendigen Veränderung.

Sanftmut und Gerechtigkeit

Was wäre eine Gemeinschaft ohne Gerechtigkeit und Sanftmütigkeit? Diese Tugenden ermöglichen erst das Gemeinsame – das Miteinander. Auch Kinder benötigen die sanftmütige und gerechte Liebe der Eltern, ohne die sie zu Mitgliedern einer herzlosen Gesellschaft heranwachsen würden.

Kameradschaft und Loyalität

Nicht nur in alten Zeiten, auch heute noch haben Kameradschaft und Loyalität einen tiefen Sinn. Die Verbindung des Gemeinsamen einer Gruppe – seien es die Familie, die Freunde oder die Gemeinschaft – ist auf die Verwirklichung dieser Tugenden angewiesen.

Rache und Vergeltung

Die Ausübung von Rache und Vergeltung gegenüber denjenigen, die einem Selbst, der Familie oder der Gemeinschaft Schaden zugefügt haben, ist gerechtfertigt – wenn nicht sogar erforderlich. Dies fordert das ewige Gesetz des Ausgleiches.

Wissen und Weisheit

Nur die Aneignung von Wissen, das im Laufe des Lebens zu Weisheit führt, kann eine Gemeinschaft – ein Volk – in eine bessere Zukunft führen. Aber ohne die Vermittlung dieses Wissens ist das Erlernte nutzlos.

Gastfreundschaft und Gastlichkeit

In alten Zeiten, als das Reisen noch Tage und Wochen dauerte, war diese Tugend unabdingbar für die Menschen. Auch heute noch sollte diese Tugend einen hohen Stellenwert im Leben eines germanischen Heiden besitzen, da die Gastfreundschaft den Freunden gewährt werden soll, und man sich als Gast den Regeln des Gastgebers zu Fügen hat.

Arbeitsamkeit und Fleiß

Ohne den tief in der germanischen Volksseele verankerten Fleiß, und ohne die genetisch veranlagte Arbeitsamkeit – das Vorwärtsstrebende in uns – wären die germanischen Völker niemals zu den wohlhabensten Völkern dieser Erde geworden. Die Schaffenskraft des germanischen Geistes sucht Seinesgleichen.

Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit

Nur mit Ehrlichkeit und Wahrhaftigkeit kann die Einheit einer Gemeinschaft gewahrt werden. Nicht umsonst besitzen die Worte Ehre und Ehrlichkeit denselben Wortstamm. Das zwischenmenschliche Zusammenleben wäre ohne diese Tugend und das daraus resultierende Vertrauen wohl unvorstellbar.

Treue und Glaube

Was wäre das Leben ohne Treue und Glaube? Wohl ein sinnleeres Dasein. Nicht umsonst bedeutet das Wort Treue im alten Sinne Glaube (nordisch: tro = Treue, Glaube. Englisch: true = Wahrheit). Die Treue zu den Göttern, zu den Ahnen und zu Familie und Sippe ist der Glaube an die allumfassende Gerechtigkeit und Wahrheit.

Standhaftigkeit und Wille

Schon Siegfried und Hermann der Cherusker bewiesen ihre Standhaftigkeit und ihren Willen. Beide kämpften und starben, weil sie sich selber treu blieben. Auch der deutsche Soldat in allen Kriegen bewies seine Standhaftigkeit und kämpfte trotz des Wissens um die Niederlage bis zum bitteren Ende. Diese Beispiele mögen uns an unsere eigene Standfestigkeit in unserem Leben erinnern – wären wir zu einem solch willensstarken Leben bereit?

Heidnisches Europa – Midgard – Unsere Zukunft

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Politiker aller Richtungen sprechen heute oft vom gemeinsamen Haus Europa. Unsere uralten heidnischen Überlieferungen, meinen etwas ähnliches, wenn sie von Midgard sprechen. Midgard ist aber nicht nur ein „gemeinsames Haus“, Midgard ist ein „Garten der Mitte“, den die Götter uns Menschen als unsere Heimat gaben, damit wir darin friedlich zusammenleben. Midgard ist der paradiesische Garten der Menschen mit seinen Wäldern und Feldern, seinen Bergen und Tälern, seinen Flüssen und Seen.

Unsere Vorfahren, Wenden (von den Christen Slaven genannt), Germanen und Kelten besiedelten alle Landschaften Midgards und lebten in der kulturellen Vielfalt der zahlreichen Stämme friedlich nebeneinander. Erst das Eindringen intoleranter missionseifriger Ideologien und die Eroberungslust raumfremderEindringlinge brachte die althergebrachten föderativen Strukturen zum Wanken. Europa wurde für Jahrhunderte Schauplatz blutigster Verfolgungen und Kriege.

Durch den fortschreitenden Verfall der mittelalterlichen und neuzeitlichen Ideologien sowie der alten Imperialstaaten können sich Vielfalt, Toleranz und Gastfreundschaft des heidnischen Midgard-Europa wieder entwickeln.

„Zurück zu den Wurzeln“ sollte es nun heißen. Dort an einer der drei Wurzeln des Lebensbaumes, der mit seinem Stamm die ganze Welt durchwächst und in seinen Zweigen die Sterne trägt, finden wir auch den Ursprung unserer gemeinsamen Herkunft und unserer Überlieferungen. Daraus erwächst die Klarsichtigkeit für die Probleme der Gegenwart und schließlich der Ausblick auf eine Zukunft im Frieden und Wohlstand Midgards, die wir uns gemeinsam, wie Mitglieder einer Familie, schaffen können.

Die kulturell verschiedenen Regionen als Nachfolger der alten Stammesstrukturen betonen die Vielfalt der europäischen Menschen. Wendische („slavische“), germanische und keltische Elemente sollen sich entfalten und damit auch gegenseitig ergänzen können. Im politischen Bereich zeichnet sich die alte Thingdemokratie, durch das Allthing in Island oder die altgriechische Demokratie Vorbild aller modernen Demokratien und noch in einigen Kantonen der Schweiz erhalten geblieben, wieder ab. Die Beratung auf örtlicher Ebene und die Entsendung von Vertretern in Thingversammlungen immer größerer Gebiete vertreten die Anliegen der Einzelnen direkt, binden sie aber durch die verschiedenen Aussprachemöglichkeiten auch in Gemeinschaftsinteressen ein. Die innere Entfremdung der Menschen in der Parteien- und Mediendemokratie kann dabei überwunden werden.

Als Heiden treten wir für ein durch Verständnis und gegenseitige Anerkennung geprägtes Miteinander in Europa ein. Die verschiedenartigen kulturellen Regionen sollen sich in Midgard-Europa wiederfinden können, die mündigen und für ihre Zukunft verantwortlichen Menschen sollen überall vertreten sein. Der Schutz der Natur muß Vorrang vor allen anderen Interessen haben, denn in ihr und mit ihr sind wir ein Bestandteil des sich immer erneuernden Götterreiches, das uns und unseren Nachfahren auf Erden erblühen kann.

Die Religion der Germanen

Statt von germanischer Religion sprach man früher von germanischer oder „deutscher“ Mythologie. Wir kennen nämlich von den vorchristlichen Religionen Europas die Mythologie, d. h. die Göttersagen, am besten, weil diese den Glaubenswechsel überlebt haben, was die alte Frömmigkeit auf die Dauer nicht vermochte und auch der alte Kultus nur in bruchstückweiser Erinnerung; und die Göttersagen sind schön und unterhaltend.

Man fand sie früher auch tiefsinnig und gab ausgeführte Deutungen von ihnen, so Ludwig Uhland in seinem Buche über den „Mythus von Thor“, das immer lesenswert bleiben wird, weil es den Dichter Uhland am Werke zeigt. Wer wollte es den Dichtern verwehren, die alten Göttergeschichten mit ihrer Phantasie zu umspielen? Sie machen auf diese Weise nicht bloß manchen Leuten ein Vergnügen, sondern schaffen auch – ohne es zu wollen – Urkunden ihrer selbst und ihrer Zeit, was sich ebenfalls lohnen kann. Was Richard Wagner uns in seinem „Ring der Nibelungen“ von „Wotan“ und „Fricka“ erzählt, das ist unter anderem eine interessante Quelle für Wagners innere Biographie und für den Geist, der um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Deutschland beherrschte, besonders wenn man Wagners Dichtung mit ihren altnordischen Grundlagen vergleicht, von denen sie nicht weniger verschieden ist als die Palme von der Eiche: die Veränderungen, die der moderne Dichter vorgenommen, das, was er in die germanischen Mythen hineingesehen hat, kennzeichnet ihn und seine Zeitgenossen scharf und ergötzlich (dasselbe gilt von Wagners Behandlung der Heldensage von der wölsungischen Geschwisterehe).

Aber die ersten Deuter germanischer Göttergeschichten waren nicht Dichter, sondern Gelehrte. Olaf Rudbeck, ein schwedischer Polyhistor des 17. Jahrhunderts, hat den Anfang damit gemacht.1 Damals gab es trockene Pedanten, die nichts lesen mochten, was nur schön und unterhaltend war, sondern lauter wirkliche oder doch glaubhafte Geschichte oder tiefe Weisheit von den Büchern verlangten und daher für die Fabeln der Dichter eitel Spott und Verachtung hatten. Rudbeck wurmte es, daß auch die germanische Mythologie diese Geringschätzung erfuhr, und da er von ihrer Schönheit und Bedeutung durchdrungen war, unternahm er es, sie denen, die lediglich Wahrheit suchten, annehmbar zu machen, indem er einen eigentlichen, tieferen Sinn in ihr aufzeigte. Daß Baldr durch einen Mistelzweig getötet wird, den ein Blinder schleudert, und daß auch leblose Dinge, wie Steine und Metalle, um den Toten weinen, dies, sagte Rudbeck, kann nicht wörtlich zu verstehen sein, denn so etwas ist ja unmöglich; auf den wahren Sinn führt uns das Weinen der Metalle, das ja offenbar – die Quelle (Snorri2) sagt es ausdrücklich – ihr feuchtes Anlaufen in der Kälte bedeutet, feuchte Kälte ist eine herbstliche Erscheinung, also stirbt Baldr im Herbst, und als der lichte, strahlende Gott ist er natürlich der Sonnengott, die arktische Sonne, die im Herbst unter den Horizont herabsinkt – so wie Baldr in die Unterwelt geht -, und sein Töter, der „blinde“ Höd, ist die Nacht (caeca nox sagt man lateinisch), die im nordischen Herbst über den Tag siegt. Also ein ewig wiederkehrender Naturvorgang, ein Stück kosmischer Wahrheit ist es nach Rudbeck, was die Baldrsage in seltsame sinnliche Bilder kleidet.

Daß diese Deutung den imponierenden Eindruck des Scharfsinns machen und außerdem durch Stimmungsgehalt die Gemüter gewinnen konnte, verstehen wir heute noch ohne weiteres, und bei der Unentwickeltheit der altnordischen Studien noch lange nach Rudbecks Zeit wundert es uns daher nicht, daß sie lange in hohem Ansehen geblieben ist und allerlei Nachfolge gefunden hat – bis auf den heutigen Tag. Solche, die den Quellen des germanischen Altertums immer noch fernstehen, werden nicht müde, Rudbecks Geist zu beschwören, sei es physikalisch, sei es moralisch, sei es metaphysisch. Schon die große Zahl dieser Deutungen, deren jede die einzig richtige zu sein beansprucht, kann die Augen der Laien dafür öffnen, daß das ganze Verfahren ebenso falsch ist wie das der unterlegenden, nicht auslegenden Fausterklärer, die Fr. Vischer unter dem Pseudonym „Deutobold Mystifizinski“ an den Pranger gestellt hat.Der gesunde Überdruß an dem Hineingeheimnissen hat mit dazu geführt, daß das Interesse der Fachleute sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganz von den Mythen abwandte und die „Mythologie“ überhaupt in Mißkredit verfiel. Dies hing allerdings gleichzeitig auch damit zusammen, daß das unphilosophisch gewordene Zeitalter sich für die Weisheit der Alten überhaupt nicht mehr interessierte; die philosophische Spekulation hatte ebenso Schiffbruch gelitten wie die Mythendeutung, und der Tatsachensinn war erstarkt. Man ging daher auch bei der Beschäftigung mit der germanischen Religion mehr auf das Faktische aus, auf den Kult und seine Denkmäler (wie Ortsnamen, die Runensteine mit Thors Namen und dem Hakenkreuz und die isländischen Tempelruinen)3, und man suchte örtliche und zeitliche Unterschiede und Entwicklungen festzustellen. Sogar die Mythen selbst wurden unter den Gesichtspunkt gestellt, ob sie nicht Zeugnisse für Kult enthielten, ob sie nämlich nicht verkleidete Kulthandlungen darstellten (Baldrs Tötung z. B. die Opferung eines Königs, ein Vorgang, der in anderen Religionen bezeugt ist), so daß das Deuten eine interessante Auferstehung erlebte, mit zeitgemäß verändertem Vorzeichen. Diese Bemühungen haben, wie alle Bemühungen des positivistischen Zeitalters, das Material und die Gesichtspunkte vermehrt, also Fortschritte gezeitigt, wenn auch manche Hypothesen verwirrend und dadurch hemmend gewirkt haben und das philologische Verständnis der Quellen vielleicht mehr zu wünschen ließ als früher.

Jede Religion ist eine Gestaltung des allverbreiteten Glaubens an die Mächte über uns. Die Religionen unterscheiden sich im einzelnen mannigfach, aber sie unterscheiden sich auch im ganzen, nämlich nach dem Grade, in dem sich die Gläubigen innerlich und äußerlich jenen Mächten unterordnen. Ein hoher Grad von Unterordnung, demütige, ja zitternde Unterwerfung, ist orientalischen Religionen eigen; das muß zusammenhängen mit der despotischen Verfassung der alten orientalischen Staaten, der Allmacht ihrer Herrscher, deren einer – Xerxes – sogar das Meer soll haben peitschen lassen; so wie man diese Herrscher fürchtete, so fürchtete man auch die Gottheit, und wie man sich vor jenen auf den Boden warf, so auch vor dieser. Den Griechen war dieses Wesen fremd und zuwider. Sie traten ihren Herrschern und ihren Göttern anders, freier gegenüber. So war es noch zur Blütezeit der altgriechischen Kultur, die nicht bloß durch den Hochstand von Kunst und Philosophie, sondern auch durch das schöne, aufrechte Menschentum gekennzeichnet ist, von dem die Bildwerke noch heute unmittelbaren Eindruck geben. Dieses griechische Menschentum ist durch die städtische Zivilisation wohl verfeinert, nicht aber geschaffen worden. Es ist viel älter als die Mauern von Athen, älter als die hellenische Geschichte überhaupt. Denn wir finden seine wesentlichen Züge wieder bei den Germanen in oder nahe der alten Heimat, aus der die Vorfahren der Griechen südwärts gezogen sind. Die Germanen hätte das asiatische „Anhündeln“ des Herrschers (griech. proskynein) noch heftiger angewidert als die freien Athener. Dafür bürgt uns schon der Bau der germanischen Gesellschaft, die stolze Unabhängigkeit der Adelbauern, ihre freimütige, ihre freimütige und furchtlose Selbständigkeit gegenüber dem König, aber auch die Stellung der Abhängigen, die Sklaven nicht ausgenommen, deren Menschenwürde, wie schon Tacitus hervorhebt, man zu achten pflegte, und die sicherlich ebensowenig von Unterwürfigkeit wußten wie irgend jemand sonst in Germanien. Wie ähnlich das Verhältnis des Germanen zu seinen Göttern dem des Griechen zu den seinigen war, zeigt sich an den lustigen Götterfabeln: Wodan und Frija, das uneinige himmlische Ehepaar, wurde ähnlich humoristisch betrachtet wie ihr südliches Spiegelbild Zeus und Hera, und dem derben homerischen Gelächter auf Ares‘ und Aphrodites Kosten entspricht die Heiterkeit über den in Weiberkleider gesteckten Thor und seinen Appetit, über Freyas jungfräuliche Entrüstung und Lokis Skandalchronik4. Der Germane konnte seine Götter hänseln; und gerade den Gott, der seinem Herzen am nächsten stand, den starken, gutmütigen Thor, hänselte er am liebsten. Dies ist nicht etwa, wie gelegentlich behauptet wurde, eine Verfallserscheinung, sondern es gehört zum Wesen germanischer Religiosität.Es gab öffentlichen, und es gab privaten Gottesdienst. Letzterer, über den im Norden interessante Berichte vorliegen, ist in diesem Zusammenhang besonders aufklärend. Unter den norwegischen und isländischen Bauern standen manche zu einem einzelnen Gott in besonderem Vertrauensverhältnis. Es ist meistens Frey. Auf Island gab es Freysgoden, d. h. Freyspriester, Besitzer eines Freytempels. Ein solcher war Hrafnkel, der Held der nach ihm benannten Saga.5

Er schenkte Frey, seinem Freunde, wie es ständig in solchem Zusammenhang heißt, die Hälfte von allem, was er besaß, machte also den Gott zu seinem Partner, so wie man sich mit einem Freund in den Besitz eines Waldes oder eines Schiffes teilte. Das ist ein Verhältnis der Gleichberechtigung, etwas, was man vom Standpunkt der vom Orient ausgegangenen großen Weltreligionen geneigt sein könnte, gar nicht als religiöses Verhältnis anzuerkennen, was aber doch ein solches ist, da es sich auch hier um festen Gottesglauben handelt, einen Glauben, der die Anerkennung der göttlichen Übermacht, die sich unerwartet wunderbar offenbaren kann, einbegreift, und der mit Hingebung verbunden ist, mag es auch eine männlich kühle, stolz zurückhaltende Hingebung sein. Die Übermacht des Gottes führt zu keiner ausgeprägten Unterordnung seines Verehrers, weil dieser selbst ein hochgespanntes Kraftgefühl hat und auf Grund dieses Kraftgefühls und der Siege verschiedener Art, die das Leben ihm bescherte, zugleich an sich glaubt. Er hat dabei – was kein Christ oder Jude verstanden hätte – ein vollkommen gutes Gewissen. Daß der Gott, den nordische Adelbauern in dieser Weise zu ihrem Vertrauten (fulltr¯ui) machen, gerade Frey zu sein pflegt, ist nicht Zufall, sondern beruht darauf, daß Frey, der gutes Wetter und Fruchtbarkeit für Vieh und Felder spendete, durch diese seine Sphäre die des Menschen ergänzte. Dieser konnte wohl die anderen Menschen lenken und in Schach halten, aber gegenüber den Vorgängen, von denen Leben und Gedeihen seiner Wirtschaft am unmittelbarsten abhingen, mußte er sich weithin machtlos fühlen (obgleich man besonders Königen auch auf diesem Gebiete wunderbare Macht zugetraut hat). Daher sein Bündnis mit dem göttlichen Helfer, der das konnte, was er selbst nicht vermochte. Auf dieser Grundlage eines naiven religiösen Utilitarismus konnten verhältnismäßig warme Freundschaftsgefühle gedeihen; der Wunsch, den göttlichen Vertrauten zu erfreuen und kein Zeichen seiner Gunst unbeachtet und unerwidert zu lassen, konnte breiten Raum im Leben einnehmen und diesem dadurch religiösen Charakter aufprägen. Als ein Freund des Frey im nordwestlichen Island erschlagen worden und begraben war, beobachtete man, daß an der einen Seite seines Grabhügels kein Schnee liegen blieb. Man erklärte es sich so, daß Frey nicht wolle, daß es zwischen ihm und seinem Freunde je fröre. Frey wohnte im klaren Himmel; man sah und fühlte ihn im Licht und in den Sonnenstrahlen.

Auf der Insel Mostr6 vor dem Hardangerfjord lebte der wohlhabende und mächtige Thorolf, ein „großer Freund“ des Thor und Inhaber eines Thortempels. Als ihm Verwicklungen mit König Harald drohten, brachte er seinem Freunde ein großes Opfer dar und erkundete dabei durch das landesübliche Orakelverfahren (ganga til fr¯ettar) dessen Rat; der Gott wies ihn nach Island. So brach er, von vielen Freunden – kleineren Leuten aus Mostr und Umgegend – begleitet, auf einem große Seeschiff auf und nahm auch den abgebrochenen Tempel nebst der Erde unter dem Altar, auf dem das Gottesbild gestanden hatte, an Bord. Da trieb ihn guter Fahrwind übers Meer und um Islands Südwestspitze herum bis angesichts der großen Busen der Westküste, dann trat Windstille ein, und Thorolf warf nun die heiligen Hochsitzpfeiler über Bord, auf deren einem ein Thorbild geschnitzt war, und versprach laut dem Gotte, dort sich ansiedeln zu wollen, wo er die Pfeiler landen lassen würde. Sogleich trieben diese der nördlicheren Bucht zu, schnell, wie man erwartet hatte. Alsbald erhob sich eine Seebrise, und das Schiff segelte in jenen Busen hinein, der sich gewaltig breit und rings von hohen Bergen umgeben auftat und von Thorolf den Namen „Breitfjord“ bekam. Er landete an der Südseite bei einer einladenden Bucht, wo sich bald denn auch die Hochsitzsäulen bei einem Vorgebirge („Thorskap“) angetrieben fanden, und wo man ein zweites Landnahmefeld abgrenzte durch Umfahren mit dem Feuerbrand zur Abwehr der schädlichen „Landwichte“; der Grenzfluß nach Osten wurde „Thorsach“ genannt. Bei dem Gehöft, das an jener Bucht entstand, wurde der mitgebrachte Tempel in stattlicher Größe neu errichtet, mit dem einem Kirchenchor ähnlichen Anbau, in dem der Altar stand mit dem pfundschweren Eidring darauf und dem Opferblutgefäß mit dem Zubehör zum Sprengen der Wände und der Versammelten mit dem heilbringenden Blut; Götterbilder standen um den Altar (wahrscheinlich Thor hinter diesem, Odin und Frey zu beiden Seiten). Auf dem Thorskap wurde die Stelle, wo der Gott gelandet war, zur Gerichtsstätte bestimmt und der weitere Umkreis als Dingplatz eingerichtet. Der gottgewählte Boden war heilig, so daß er nicht verunreinigt werden durfte, weder durch Blutvergießen noch durch Unrat, ja zu dem Berg, in den die Toten der Familie eingingen (Heiligenberg), durfte niemand ungewaschen die Augen erheben. Als dem Thorolf im Alter ein Sohn geboren wurde, „gab“ er ihn seinem Freunde Thor und nannte ihn demgemäß Thorstein (dessen Enkel war Thorgrimm, der bekannte Gode Snorri).7

Diese Auswanderung und Ansiedelung Thorolfs von Mostr ist ein Hauptbeispiel germanischer Frömmigkeit. Wir haben den Eindruck, daß dieser Großbauer und Häuptling sich kaum genugtun kann in dankbaren Ehrerweisungen an seinen Gott, dessen Freundschaft und große Macht ihn so sichtlich und so weise aus schwieriger Lage, die Tod oder Verlust der Väterfreiheit androhte, hinübergeleitet hatte zu neuem Reichtum und gleicher oder größerer Macht. Auch hier leistet der göttliche Helfer, was außerhalb des menschlichen Bereiches liegt. Während der milde Frey der Gott des klaren Himmels und guten Erntewetters war, beherrschte Thor die kräftigeren, ernsteren Wettererscheinungen, Gewitter, Regen und Wind. Deshalb riefen ihn auch sonst die Seefahrer an, aber als Wettergott überhaupt war er natürlich auch Bauerngott, und wahrscheinlich ist er seit alters der meist verehrte Gott gewesen. Wie wir aus Thorolfs Geschichte ersehen, beschützte er auch Ding und Gericht; Runeninschriften lehren, daß ihm der Friede des Grabes am Herzen lag.8 Thor war somit ausgeprägt ein Gott, der für die Verwirklichung dessen, was in Ordnung ist, und für die Verhinderung von dessen Gegenteil sorgte, ein Helfer nicht bloß des Landwirts oder Seefahrers als eines einzelnen, sondern auch dessen, der das Gemeinwohl im Auge zu haben hatte, des Häuptlings oder „Fürsten“, wie Thorolf einer war.

Außer Freys- und Thorsfreunden gab es im alten Norden auch Odinsverehrer; einer von diesen war der berühmte Skalde und Krieger Egil, Skallagrims Sohn.9 Egil hatte schon seinen Bruder im Kriege und einen seiner beiden hoffnungsvollen Söhne durch ein Fieber verloren, da wurde ihm auch der andere entrissen, indem er ertrank. Ein ergreifendes Kapitel der Egilssaga schildert, wie der Alte die angetriebene Leiche seines Lieblings sitzend vor sich auf den Sattel nimmt, mit ihr zum Grabhügel seines Vaters reitet und sie dort bestattet, dann sich in sein Lager einschließt, um Hungers zu sterben. Am dritten Tage läßt man seine Tochter Thorgerd, die an Olaf Pfau in Hjardarholt verheiratet ist, holen, damit sie helfe, und Thorgerd bringt nun durch kluge Behandlung den Vater so weit, daß seine Lebensgeister zurückkehren und der das Erblied auf den Toten dichtet, das sie in Runen auf Stäbe ritzt, damit es erhalten bleibt, wenn sie beide nun sterben. Aber bei der Ausübung seines edelsten Könnens erwacht Egil vollends zum Leben; er hat das bitterste seines Schmerzes überwunden, indem er ihn in Versen gestaltete.

Das Gedicht, „der Söhne Verlust“, ist erhalten und stellt das persönlichste Bekenntnis dar, welches das vorchristliche Germanentum hinterlassen hat. Der Dichter gedenkt darin auch der Götter, die seinen Verlust verschuldet oder geduldet haben, zuerst des Meergottes Ägir. An diesem würde er am liebsten mit dem Schwerte Rache nehmen, wenn nur seine helferlose Greisenkraft ausreichte. Dann sagt er von Odin, er sei sein Freund gewesen, aber der Gott habe die Freundschaft gebrochen, indem er Egils ersten Sohn in sein Luftreich emporhob, seitdem seien ihm die Opfer, die er dem Herrn von Walhall brachte, nicht mehr aus dem Herzen gekommen – und doch, fährt er fort, hat der Gott mir ja Sühne geleistet, denn er hat mir die makellose Gabe der Dichtkunst verliehen und dazu eine Sinnesart, durch die ich mir noch immer heimliche Widersacher zu offenen Feinden umgeschaffen habe. Diese Offenheiten des schmerzbewegten Egil zeigen vielleicht eindrucksvoller als alle anderen Zeugnisse die Gleichstellung mit den Göttern, die der stolze germanische Große als selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt.

Der Glaube starker Männer an sich selbst, von dem die Rede war, konnte über den an die Götter derart die Oberhand gewinnen, daß die Betreffenden nicht opferten und offen erklärten, nur auf die eigene Macht sich zu verlassen (trua a matt sinn ok megin). Dabei ist unter „Macht“ auch manches von dem zu verstehen, was wir „Glück“ nennen würden. Überraschende Erfolge und Erscheinungen wie das bei uns zur Zeit Wilhelms des Ersten sprichwörtlich gewordene „Kaiserwetter“ (der Sonnenschein, der jede Parade und jeden Städtebesuch des Monarchen zu begleiten schien) rechnete man unter Umständen der Persönlichkeit zu, auch wenn diese nicht als Zauberer bekannt war. Grim Lodenhaut, der mächtigste Mann in Helgeland um 800, hatte immer günstigen Fahrwind, mochte er von seiner Insel Hrafnista nach Norden segeln zum weißen Meer auf „Finnenhandel“ (finnkaup) oder südwärts die Schären entlang, um aus Jäderen oder der Vik Korn zu holen. Da er kein Opferer war, konnte dies nur darauf beruhen, daß ihm, der auch anderweit mehr konnte als andere, gottähnliche Kraft innewohnte. Grims angeblicher Sohn Odd (Örvar-Odd, d. i. „Pfeil-Odd“), ein berühmter Wiking und der Held einer der bekanntesten Sagas,10 soll schon in jungen Jahren allem Religionswesen – so dem Treiben der von Hof zu Hof ziehenden Wahrsagerinnen – abhold gewesen sein; jedenfalls war er einer jener „Götterlosen“, die nur der eigenen Macht vertrauten. Seine Züge führten ihn, wie viele andere Nordleute seiner Zeit, bis ins Mittelmeer, und dort, in Sizilien, ließ er sich bewegen, die Taufe anzunehmen. Die „Götterlosen“ liehen den Bekehrern durchschnittlich ein willigeres Ohr als die Freunde des Thor oder Frey; der „weiße Krist“ brauchte ja aus ihrem Herzen keinen Nebenbuhler zu verdrängen, und ihre Abneigung gegen Gottesdienst war zu überwinden, weil der christliche Kultus mit Glockenklang, Gesängen und Prachtentfaltung ganz neue Reize bot, die Versprechungen der neuen Religion sich auf eine den meisten ganz neue Sphäre bezogen, nämlich auf das Jenseits, und ihre wichtigsten Forderungen, Almosengeben und Schonung der Schwachen, der germanischen Gemütsart nicht fremd waren, sondern ihr oft geradezu entgegenkamen. In Willibalds Biographie des Bonifazius wird erzählt, wie der Apostel der Deutschen in Hessen neben vielen eifrigen Heiden auch solche vorfand, die „schon gesunderen Sinnes waren und allem heidnischen Götzendienst entsagt hatten“. Das waren gewiß zum Teil solche selbstbewußten „Götterlosen“, derengleichen es von jeher bei den Germanen gegeben zu haben scheint, zum größeren Teil allerdings waren es religiös Träge und Gleichgültige, die ebenfalls nie gefehlt haben. Schon Cäsar ist es aufgefallen, daß im Gegensatz zu den höchst religionseifrigen Galliern die Germanen sich mit Opfern verhältnismäßig wenig abgaben. Das bestätigen die nordischen Quellen vollauf. Ein Spruch der Edda lautet so:

Besser nichts erfleht,als zuviel geopfert:Auf Vergeltung die Gabe schaut;Besser nichts gegeben,Als zu Großes gespendet:Eitel manch Opfer bleibt 11.

„Auf Vergeltung die Gabe schaut“ war ein Sprichwort, das zunächst auf menschliche Verhältnisse gemünzt war. Wir können seinen nüchternen Sinn wiedergeben mit „Eine Hand wäscht die andere“.

Es scheint also nichts im Wege zu stehen, Willibald Glauben zu schenken, wenn er behauptet, bei der Fällung der Geismarer Donarseiche durch Bonifazius habe sich kein ernstlicher Widerstand der Heiden bemerkbar gemacht, und diese hätten sich unter dem Eindruck des Wunders alsbald bekehrt. Und doch ist der Wahrheitsgehalt dieser und ähnlicher Bekehrungsgeschichten sicher äußerst gering. Wie es in Wirklichkeit bei der Durchsetzung des Christentums zugegangen ist, das erfahren wir nur aus den nordischen Quellen, besonders aus Snorris Lebensbeschreibungen der beiden Olafe, der königlichen Apostel Norwegens; denn nur hier ist die Sachlichkeit und Unparteilichkeit – unbeschadet der christlichen Überzeugung auch Snorris. Der Lateiner erzählt uns einerseits Dinge, die er unmöglich wissen kann – die Seelenregungen der Heiden -, andererseits läßt er Wichtiges aus; so erfahren wir von ihm z. B. nichts darüber, wie es kommt, daß eine so große Menschenmenge der Fällung der heiligen Eiche beiwohnt. Entweder ist dies eine starke Übertreibung, oder es hat sich um ein Ding gehandelt, und im letzteren Falle könnten wir verlangen, zu erfahren, wer das Ding berufen hatte, welche Redner auftraten, und wie es den angelsächsischen Geistlichen möglich gewesen war, dort Zutritt zu erlangen – wenn wir es mit ernster Geschichtsschreibung zu tun hätten und nicht mit einer Erbauungsschrift. Es ist sehr schade, daß ernste, zeitgenössische Geschichtsschreibung über die Bekehrung Deutschlands vollständig fehlt. Aus dem unklaren, langatmigen Predigtstil Willibalds lassen sich für unsere Frage nur einzelne sicher geschichtliche Tatsachen entnehmen, kleine Oasen in einer dürren Wüste. Eine solche Tatsache von großem Interesse ist die Donarseiche und ihre Fällung. Heilige Bäume und Haine sind auch im Norden – letztere schon bei Tacitus – für die Germanen bezeugt, und die Zerstörung der Heiligtümer war im 10. und 11. Jahrhundert in Norwegen und Schweden ebenso ein Ziel der Bekehrer wie in Hessen im 8. Jahrhundert. Historisch ist es auch, daß Bonifazius, wie sein Biograph gleich anschließen erwähnt, sich in Thüringen an „die Ältesten der Gemeinden und die Fürsten des Volkes“ wandte. Das war das altbewährte und auch später im Norden mit Erfolg geübte Verfahren. Die Christianisierung der Germanen ist von oben nach unten gegangen. Auch wo es, wie in Norwegen, der Kirche gelang, Könige als Apostel in Bewegung zu setzen, gingen diese nach demselben Grundsatz vor.

Olaf Tryggvason erreichte die Taufe der hardangischen Bauernschaft, indem er die dort herrschende Familie des „Haruden-Kari“, Erling Skjalgsson von Sole und seine Oheime, durch Verschwägerung an sich fesselte, so daß sie die Masse ihm gefügig machten; er bediente sich also des Ehrgeizes der Großen, welche aber selbst dazu die Hand boten, weil sie einen gewaltsamen Austrag scheuten – der König war zu mächtig – und aus der unangenehmen Lage wenigstens einigen Gewinn für sich herausschlagen wollten. Von heidnischen Bekenner- und Märtyrergeist ist also jedenfalls in Hardanger nichts zu spüren, und weiter südlich im Lande erst recht nicht, wo man – in Rogaland mit einigen Umschweifen, in der Vik ohne solche – Olafs Befehl sich murrend beugte. Im Drontheimischen dagegen setzte es ernste Schwierigkeiten. Auch hier wandte der König sich an die führenden Familien, aber er mußte Gewalt und kalte Hinterlist anwenden, das Haupt des Widerstandes, der reiche Jarnskeggi von Nrjar, wurde durch die Königsmannen ohne Kampf erschlagen, ehe die äußere Unterwerfung der führerlos Gewordenen und Entmutigten erfolgte. Trotzdem gingen im Binnenlande, bei den „Innentröndern“, die Opferfeste weiter wie seit Urzeiten – drei im Jahr, eins zu Sommers-, eins zu Wintersanfang und eins zu Mittwinter -, und noch zwanzig Jahre später war dort fast alles heidnisch, so daß der zweite Olaf – der „Dicke“, später „der Heilige“ zubenannte – neues Blut fließen lassen, manchen von Haus und Hof verjagen, viele verstümmeln oder blenden lassen mußte (1022). Ähnlich ging es damals im inneren norwegischen Hochland, wo ebenfalls noch viel Heidentum war. Die Drontheimer Bauern haben übrigens schon im Jahre 952 Hakon dem Guten, der als Pflegesohn des Angelsachsenkönigs Ädelstan die ersten Bekehrungsversuche in Norwegen machte, trotzig die Stirne geboten, wovon die Heimskringlas anschaulich erzählt12. Später, unmittelbar vor Olaf Tryggvason, war Hladir am Drontheimfjord der Sitz des Jarls Hakon, der als Herrscher über den größten Teil Norwegens ein bewußter Vorkämpfer des Väterglaubens gewesen ist.

Ähnlich zäh wie im Drontheimischen haftete die germanische Religion in den angrenzenden schwedischen Landschaften und in Uppland und Smaaland. Der große Haupttempel von Uppsala, den Adam von Bremen mit dankenswerter Genauigkeit beschreibt, stand im 11. Jahrhundert noch in voller Blüte, obgleich mit Hilfe des Königs St¯enkel in dem benachbarten Sigtuna ein Bistum errichtet war. Der eifrige deutsche Bischof Adalward hatte einen Anschlag auf den Heidentempel vor, von dessen Niederbrennung er viel erhoffte, aber der Schwedenkönig riet davon ab, weil die Heiden jenen zum Tode verurteilten und ihn selbst aus dem Lande jagen würden. Ein um dieselbe Zeit in Schweden tätiger angelsächsischer Missionar unternahm es, ein Thorbild in einem Tempel mit einer Axt zu zertrümmern, fand aber dabei durch empörte Thorsfreunde den Tod. Was die schwedischen Könige betrifft, so hatte schon jener Olaf, dem die Bauern auf dem Ding seine Schwäche und seinen Hochmut vorhielten, sich taufen lassen, aber dem Christentum in Uppland und nördlich davon noch keine Stätte geschaffen. Dies tat erst der erwähnte St¯enkel, mit dem eine neue Herrschersippe den Thron bestieg, und besonders sein Sohn Ingimund. Von ihm rühmt eine deutsche Quelle, er habe den Heidentempel zu Uppsala gereinigt und zu christlichem Gebrauch eingeweiht. Gleichwohl erhob sich gegen ihn noch eine übermächtige Reaktion. Die Bauern verlangten auf dem Uppsalading von ihm Wiederherstellung der alten Gesetzte und Sitten oder seinen Abgang. Der König weigerte sich und mußte den Bauern weichen (ihren Steinwürfen, wie die isländische Quelle sagt). Er floh nach dem schon älteren Bischofssitz Skara in Westergötland, während sein Schwager Sv¯en, den die Bauern statt seiner ernannten, die alten Pferdeopfer an Odin auf der Stelle wieder einführte („Opfer-Sven“, Blot-Sveinn). Nach drei Jahren überfiel Ingimund mit Gefolge diesen letzten Heidenkönig im Morgengrauen in seinem Hause mit Feuer, und während die Menschen drinnen im Rauch erstickten, ging Sven hinaus und fiel fechtend. Ein letzter heidnischer Sproß des alten Yinglingergeschlechtes, Ingwar, fand landflüchtig ein ruhmvolles Ende im fernen Südosten. Von seinen und seiner Leute Taten erzählen Runensteine in Uppland und Södermanland.

Die germanische Religion ist also nicht stumm und widerstandslos vom Schauplatz abgetreten; auch in Süddeutschland und England ist dies gewiß nicht der Fall gewesen. Auch die Gleichgültigen leugneten Dasein und Macht der Götter ja nicht, und es ist eine bekannte Erfahrung, daß etwas, was man lange besessen hat, ohne es zu schätzen, in dem Augenblick, wo es einem entrissen werden soll, Wert gewinnt; ferner ist unerbetene fremde Einmischung niemandem erwünscht, am wenigsten dem stolzen und kühlen Germanen, der sich eins mit seinen Vätern weiß. Wenn wir in Alkuins Leben des heiligen Willibrord von den Besuchen lesen, die dieser Missionar dem Friesenkönig Radbod machte, um ihn zu gewinnen, so verstehen wir bei genügender Vertrautheit mit germanischem Wesen ohne weiteres die Verbindung von Gastlichkeit und Ablehnung im Benehmen des Fürsten. War dieser einigermaßen feinfühlig (worüber wir nichts wissen), so ist ihm der Fremde als ein Zudringlicher erschienen. In der Biographie eines anderen angelsächsischen Glaubensboten, des heiligen Lebuin, von Hugbald wird erzählt, wie Lebuin auf dem Alding der Sachsen die zu Beginn der Tagung der Sitte gemäß Opfer darbringende Menge von der Nichtigkeit ihrer Götzen und von der christlichen Wahrheit überzeugen wollte und durch seine Reden solche Entrüstung erregte, daß man ihm mit ausgerissenen Zaunpfählen zu Leibe wollte.

Da griffen andere zu seinen Gunsten ein, und ein vornehmer Mann stellte von „einem erhabenen Orte“ aus (d. h. wohl vom Rednerhügel aus, der dem altisländischem Gesetzesberg entsprach) den aufgeregten Leuten vor, es entspreche dem Herkommen der Sachsen nicht, Gesandte zu verunglimpfen („Heilig ist der Herold, der dahinzieht allein“, heißt es schon im alten Liede von der Hunnenschlacht, Thule I, S. 30); darauf beschloß man sofort, daß auch dieser Fremde unverletzlich sein und frei solle abziehen dürfen. Der Edeling soll auch auf die Macht des dreieinigen Gottes verwiesen haben. Aber das wäre wenig klug gewesen und ist schon aus diesem Grunde unwahrscheinlich. Auch ohne christliche Sympathien des Edelings ist sein Auftreten aus germanischer Anschauung heraus ebenso verständlich wie die Achtung König Radbods vor dem Gastrecht, und dieser war Vollblutheide. Von Erfolgen Lebuins auf dem Sachsending verlautet nichts; es heißt vielmehr, er habe dort nur den Märtyrertod gesucht, was zu seinem Leidwesen mißlungen sei. Diese Beispiele zeigen, daß auch in Deutschland die Reden der Bekehrer, obgleich das Gast- und das Botenrecht sie schützte, keinen andern Eindruck zu erzielen pflegten, als daß in ihnen enthaltene Ausfälle gegen die Landesreligion die Menge in Harnisch brachten; ebenso wie im Norden, wo ebenfalls, soweit wir sehen können, die Missionspredigt als solche wirkungslos verhallte. Abgesehen von privaten Umstimmungen einzelner ist es immer nur die Vereinigung von Willen und Macht – auch solcher einzelnen – gewesen, was die Unterwerfung der germanischen Völker unter das Kreuz herbeigeführt hat. Daß es dabei nur selten (wie in Schweden) zu Waffengängen gekommen und der Ausgang schließlich überall derselbe gewesen ist, beruht auf dem Gang der Weltgeschichte und der überlegenen Zielbewußtheit der Christen, während die Germanen plan- und ziellos und außerdem uneinig waren.

Ins Jahr 974 setzen die Sagas einen Vorgang, der als eindrucksvollste Episode aus dem Kampf der Religionen denkwürdig bleibt. Jarl Hakon hatte mit dem Norwegerheer am Danevirke dem Kaiser Otto widerstanden. Da umging dieser die Dänen und Norweger, indem er mit seinem riesigen Heere – in dem sich auch der junge Olaf Tryggvason befand – über die Schlei setzte. Er rückte bis an den Limfjord vor, und auf der Limfjordinsel Mors war es, daß unter dem Eindruck eines Mirakels – Bischof Poppo trug glühendes Eisen – König Harald Blauzahn mit seinem ganzen Heer die Taufe nahm und auch der norwegische Jarl sich taufen lassen und dazu verstehen mußte, Priester mit nach Norwegen zu nehmen, damit auch dieses Land dem Christentum gewonnen würde. Die deutschen Waffen, besonders das Reiterheer – die Nordleute kämpften noch nach alter germanischer Weise fast nur zu Fuß – müssen gewaltig gedroht haben! Als aber günstiger Wind aufkam, da setzte Jarl Hakon die geistlichen Herren aus seinem Schiff ans Land und stach mit der Flotte in See. Er umsegelte Skagen, heerte an beiden Küsten des Öresund und steuerte um Schonen herum bis zu den „Gautenschären“.

Dort landete er und vollzog ein großes Opfer; da kamen zwei Raben geflogen und krächzten laut; das war ein Zeichen, daß Odin das Opfer angenommen habe und der Tag günstig sei zum Kämpfen (Raben waren, ebenso wie Wölfe, siegverheißende Angangstiere, und es waren die Tiere Odins; erst das Christentum schuf den Begriff des „Unglücksraben“). Der Jarl ließ alle seine Schiffe verbrennen, rückte „unter dem Heerschild“ landeinwärts, schlug den Jarl Ottar von Gautland und gelangte mit reicher Beute auf dem Landwege heim nach Drontheim.

Der Jarl rächt sich also für die Demütigung dadurch, daß er christliche Länder – auch Gautland war bereits ein solches – mit Krieg überzieht. Er behandelte alle Christen als seine Feinde, ebenso wie die Kirche alle Heiden bekämpfte. Er führt einen Religionskrieg, und zwar einen reineren Religionskrieg als vor ihm die Araber und die deutschen Kaiser, da er nicht wie diese Land erobern, sondern – trotz der gemachten Beute, unter der sich Kirchenschätze aus Gautland befunden haben werden – im wesentlichen nur die feindliche Religion schädigen, seinen Haß gegen diese ausleben will. Es ist kein Angriffs-, sondern eine Verteidigungs- und Vergeltungsfehde – wie jede germanische Fehde. Wie sonst so oft, so greift auch hier die gekränkte Ehre zur Waffe. Aber sonst ging es gegen eine Sippe oder gegen einen Stamm, ein Reich. Daß die bekämpfte Partei sich nicht nach Sippe oder Staat bestimmt, sondern nach der Religion, das war etwas Neues, wozu erst die Kirche durch das unterschiedslose Ceterum censeo ihres Kreuzzugsgedankens die Germanen erzogen hatte. Jarl Hakon, der Christenfeind, war als solcher ein Schüler der Kirche. Er war es auch insofern, als er die Norweger antrieb, die zum Teil zerstörten Tempel wieder in Stand zu setzen und die alten Götter zu ehren. Jarl Hakon war einer jener ganz Starken, die sonst gern auf die eigene Kraft allein vertrauten. Von ihm und seinem Sohne Eirik, dem eigentlichen Helden der großartigen Erzählung von der Jomswikingerschlacht,13 haben wir den Eindruck, daß dieses Geschlecht eins der kraftvollsten und lebensprühendsten gewesen ist, von denen die Geschichte der Germanen weiß. Und dabei eine heidnische Frömmigkeit, die wenigstens in den Quellen nicht ihresgleichen hat. Die Götter belohnten das: in den ersten Regierungsjahren Hakons herrschte in Norwegen ein fast unerhörter Überfluß an Korn und Heringen, und das gefährliche Treffen gegen die ins Land eingefallenen Jomswikinger endete dank einem Hagelschauer von Norden mit blutiger Niederlage dieser Dänen. Kein Wunder, wenn schließlich den erklärten Göttergünstling Hakon Übermut befiel, so daß er die Drontheimer Bauern gegen sich aufbrachte und so seine Herrschaft der stärksten Stütze beraubte.

Der Dänenkönig aber ließ, nachdem die Deutschen abgezogen, bei Jellinge in Jütland (nördlich von Vejle) zwischen den hohen Grabhügeln seiner Eltern Gorm und Tyre einen großen Runenstein errichten, dessen Inschrift besagt, Harald, König von ganz Dänemark und Norwegen , habe die Dänen zu Christen gemacht. Auch dänische Chroniken nennen Harald Blauzahn als ersten christlichen König, wenn sie auch gleichzeitig noch von einer heidnischen Empörung gegen seine Herrschaft melden. Jedenfalls machte um diese Zeit das Kreuz den größten Fortschritt seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl „den Großen“. Die Asen flüchten über das norwegische Gebirge und die schwedischen Urwälder nordwärts.14

Die späteren Jahrhunderte des germanischen Heidentums stehen überhaupt unter dem Zeichen des Zurückweichen vor der Kirche und den christlichen Einflüssen. Im Süden und am Rhein hat beides schon früh begonnen. Die christlichen Einflüsse sind oft überschätzt worden – man hat sie da gesucht, wo jede Aussicht, sie zu finden, fehlte -, aber zu leugnen sind sie nicht. Das Christentum selbst enthält Bestandteile, die ihm von außen zugekommen sind. Diese stören die Einheitlichkeit des Phänomens „Christentum“ nicht, und so stellt sich auch die germanische Religion recht einheitlich dar, ohne daß dadurch christliche und sonstige fremde Elemente in ihr ausgeschlossen werden, deren Vorhandensein nach sonstiger Erfahrung und allgemeiner Wahrscheinlichkeit notwendig angenommen werden muß. Daß der Grundriß der altnordischen Tempel einem Kirchengrundriß gleicht, wird schwerlich anders als aus Nachahmung der kirchlichen Bauweise zu erklären sein. Die eigenen Götter sollten in einem ähnlich vornehmen Hause wohnen wie der Gott der Christen, der einen freilich sonst nichts anging. Es ist eine Erscheinung gleicher Art, wie wenn Jarl Hakon etwas wie heidnische Kirchenzucht einführt.

In einer geheimnisvollen Eddastrophe sagt Odin von sich: „Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum neun Nächte lang, mit dem Ger verwundet und dem Odin gegeben, ich selbst mir selbst, an jenem Baume, von dem niemand weiß, aus was für Wurzeln er wächst.“ Es folgen dunkle Verse von einem Brotleib und einem Trinkhorn. Dann späht der gefesselte Gott in die Tiefe, nimmt, laut wehklagend, Runen auf und wird durch deren Zauberkraft frei. Der Baum, der aus unbekannten Wurzeln wächst, ist die Weltesche Yggdrasil. Das Hängen und Durchbohren mit dem Speer ist die Form, wie dem Wodan die Menschenopfer dargebracht wurden; die Speerwunde bedeutete den Kampftod, den Wodan von seinen Getreuen verlangte; die Hängung hoch im Winde sollte den Geopferten dem durch die Luft fahrenden Gott darbieten, so daß er ihn auf seiner wilden Jagd mitnahm. Die Neun ist uralte, indogermanische, heilige Zahl. Zählung nach Nächten ist, ebenso wie Zählung nach Wintern, ebenfalls alter, bodenständiger Germanenbrauch, den schon Tacitus kennt. Der Mythus von Odins Hängung und Selbstopferung sieht also gut germanisch aus. Und doch it er wohl nur die Germanisierung von Christi Kreuzestod.

Irgendwann innerhalb der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung hat irgendwo an der Donau oder am Rhein ein germanischer Thul von dem Opfertode des fremden Gottes am Kreuz gehört, und daraus ist in seiner lebhaft ergriffenen Phantasie das geworden, was wir in der Edda lesen: ein Zeugnis weniger von christlichem Einfluß auf die ungetauften Germanen als von deren souveräner Verständnislosigkeit gegenüber der jüdisch-christlichen Gedankenwelt.

Schon in vorgeschichtlicher Zeit müssen südliche Religionen zu uns herübergewirkt haben. Balder, der Liebling der Götter und Menschen, welcher stirbt und von aller Natur und Kreatur beweint wird, in die Unterwelt wandert und von Hel zurückerbeten wird, ähnelt dem Adonis und besonders dessen Urbild, dem sumerisch-babylonischen Wachstumsgott Tamuz, so sehr, daß er ebenso wie Adonis letzten Endes aus Mesopotamien stammen muß. Im alten Vorderasien sind Kulte und Religionen aufgeschossen wie Pflanzen in einem Treibhause, und mehrere von diesen sind weit nach Europa hinein ausgestrahlt, am weitesten und am nachhaltigsten das Christentum, aber vor, neben und nach ihm auch andere Religionen, so die Verehrung des Adonis, Attis, Mitra und anderer Heilbringer. Der nordeuropäische Vertreter dieser Gruppe ist Balder.15 Auch er erscheint in interessanter Weise germanisiert, aber die fremden Bräuche und Vorstellungen haben sich in diesem Falle merkwürdig stark geltend gemacht und sich merkwürdig treu durch die Jahrhunderte behauptet, wenn auch anscheinend lange nicht überall in Germanien. So sicher es Balderheiligtümer gegeben hat, und so sicher der todgeweihte Gott nicht bloß in Skandinavien und Dänemark, sondern auch in Norddeutschland bekannt gewesen ist, so gewiß ist die Spärlichkeit seiner Bezeugung nicht zufällig. Als den nordischen Baldergläubigen die erste Kunde von Christus zukam, fiel ihnen die Ähnlichkeit der beiden Gestalten auf, und sie machten ihren Balder, um es den Fremden gleichzutun, vollends zu einer Art Christus, indem sie ihn „blutiges Opfer“ nannten.

Schon Tacitus weiß, daß hier und da in Germanien – ähnlich wie in Rom – auch fremde Gottheiten verehrt wurden. „Einen Teil der Sweben“ läßt er nämlich der ägyptischen Isis opfern, die auch in Rom Anhänger hatte, und für deren Kult ein herumgeführtes Schiff kennzeichnend war. Wenn es auch fraglich bleibt, ob die betreffende Göttin bei den Sweben wirklich „Isis“ hieß – denn dies könnte ja „römische Interpretation“ sein -, so liegt doch kein Grund vor, die Richtigkeit der Angabe an sich zu bezweifeln. Von einem der östlichen Stämmen, den „Nahanarvalern“ im heutigen Schlesien, berichtet Tacitus, daß dort ein göttliches Brüderpaar verehrt werde und der Priester wie eine Frau gekleidet sei, also lange Gewänder trage. Es ist diese eine der Stellen in der „Germania“, wo man den germanischen Berichterstatter zu hören glaubt. Als die ersten christlichen Glaubensboten, talartragende Geistliche, nach Island kamen, verspottete man sie dort als Weiber wegen ihrer Tracht. In ähnlichem Sinne werden sich die Nachbarn der Nahanarvaler über deren sonderbare Priestertracht unterhalten haben. Gewiß war diese Tracht die Nachahmung irgendeines südöstlichen Vorbildes. Durch Schlesien ging eine alte Handelsstraße die Oder hinab. Die lappische Nachahmung germanischen Opferbrauchs lehrt, daß germanische Opferpriester Kränze auf dem Haupt getragen haben, nach mittelmeerischer Sitte. Gerade auf dem Gebiete der Tracht und des Schmucks sind Entlehnungen von Volk zu Volk etwas sehr Häufiges. Die Germanen, die nicht auf südlichem Kulturboden den Zusammenhang mit den Stammesgenossen verloren hatten, haben in ihrer Masse keine Neigung gezeigt, fremde Moden anzunehmen, im Gegensatz zu den germanischen Völkern im Mittelalter und in der Neuzeit; Hosen, Haartracht u. a. unterschieden sie dauernd von Römern und Griechen. Aber die gehobene Sphäre des Gottesdienstes konnte leicht Ausnahmen schaffen. Die betreffenden Kulte konnten gleichwohl bodenständig sein, wie denn Tacitus dies von dem Kult der germanischen Dioskuren ausdrücklich hervorhebt. Diese sind wahrscheinlich ein Erbe aus indogermanischer Urzeit, da sie nahe Gegenstücke bei Indern (die Açvins) und Griechen haben.

Unter denselben Gesichtspunkt fällt der Hauptbestand der germanischen Religion. Nicht bloß der sogenannte niedere Aberglaube, einschließlich Beschwörungsformeln – wie die des Merseburger Balderspruches, die sehr ähnlich im Veda wiederkehrt -, ist indogermanisch – war bei den Vorfahren der Germanen in Gebrauch lange, ehe der letzteren Sprache entstand -, sondern auch der Glaube an die Himmelsgötter, die von oben alles sehen und lenken, und die man im Freien anruft, so wie in einem Eddaliede Sigurd und die von ihm erweckte Walküre auf Bergeshöhen beten:

Heil euch, Asen!Heil euch, Asinnen!Heil dir, fruchtschwere Flur!Rat und RedeGebt uns ruhmreichen beidenUnd heilkräftige Hände!

„Asen“ (älter „Ansen“, ansis16) war der verbreitetste germanische Name für die übermächtigen Wesen am Himmel und im Luftraum, die bei den Römern superi (die Oberen), bei den Griechen uranioi (die Himmlischen) hießen. Die Mannigfaltigkeit der Bezeichnungen zeugt von lebhafter Beschäftigung mit diesen Wesen. Besonders merkwürdig ist ein Name für sie, der nur im Altnordischen begegnet und dort t¯ivar lautet, aber uralt ist, denn er ist dasselbe Wort wie das gleichbedeutende lateinische dei (dii, divi) und das ebenfalls gleichbedeutende altindische d¯ev¯ah; es ist dies also ein nachweislich urindogermanischer Name für die Himmelsgötter. Schon in indogermanischer Urzeit dachte man sich diese nach irdischem Muster als eine Familie und verehrte demgemäß am höchsten das Haupt dieser Familie, das man den Himmelsgott im engeren Sinne und zugleich den „Vater“ nannte: altindisch Dyauspitar, griechisch Zeus pater, lateinisch Ju-piter. Auch bei den Germanen findet sich dieser oberste, väterliche Himmelsgott. Es ist Wodan, der mit seiner – nicht immer einverstandenen -2 göttlichen Gemahlin im Himmel haust als Vater der Götter und Menschen und seine besondere Freude an Krieg und Männerfall hat, alles ganz wie Zeus. Jedoch heißt Wodan nicht so, wie der himmlische Vater der südlichen Indogermanen und demnach schon der der Urindogermanen hieß; dessen Namen trägt vielmehr ein anderer germanischer Gott, der Tyr der Nordleute, Tiw der Angelsachsen, Ziu der Hochdeutschen, nach dem noch heute der dritte Wochentag heißt (dänisch Tisdag, englisch Tuesday, alemannisch Ziestig). Leider wissen wir von diesem Tyr nur wenig. Das beruht aber darauf, daß der seit Urzeiten als Tyr (germanisch Tiwas) verehrte Himmelsvater bei den Germanen schon früh den Namen Wodan (Wodanas) bekommen hat, weil es einen ihm ähnlichen Gott Wodan gab und man die beiden als einen und denselben auffaßte, welchen Wodanas, und nicht Tiwas, zu nennen sich empfahl, da letzterer Name, der ja auch allgemein Gott (Himmelsgott) bedeutete, weniger auszeichnend war (derselbe Grund hat dazu mitgewirkt, daß z. B. der Jupiter der Römer nicht „Deuspiter“ heißt, sondern Jupiter). Ehe Wodan Himmelsvater wurde, war er jedenfalls ein Luftwesen, das man im Zug und Geräusch des Windes zu spüren glaubte, und das man sich mit zahlreichem Gefolge, auch von hellkreischenden Mädchen, über uns einherbrausen dachte. Das ist die Erscheinungsform des indischen Gottes Vata, der auch im Namen unserem Wodan nah verwandt ist; Vata ist zugleich das indische Wort für „Wind“, und Wodan hat ebenfalls ursprünglich „Wind“ oder „Weher“ bedeutet. In dem deutschen und südskandinavischen Volksglauben vom wilden Jäger ist dieser uralte Sturmdämon bis heute am Leben, und zwar in der altertümlichen Gestalt, die er hatte, ehe er Himmelsvater wurde, und die durch diese Erhöhung des Gottes nicht aus dem Bewußtsein des Volkes verdrängt worden ist.17 Volksglaube und Religion waren, soweit unser Blick in der Zeit hinaufreicht, niemals ganz dasselbe.

Von Anfang an treffen wir bei den Germanen große, öffentliche Kulte mit Tempeln, Götterbildern und öffentlichem Priesteramt, neben viel zahlreicheren Naturkulten an Quellen, in Hainen und an sonstigen heilig gehaltenen Örtlichkeiten. Letztere rückt Tacitus, in dem Bestreben, das von den Römern grundverschiedene Naturvolk zu schildern, stark in den Vordergrund, und daher gelten sie heute noch vielen als die eigentlich germanische Form der Götterverehrung – offenbar mit Unrecht, wenn der Irrtum auch begreiflich ist, da die ahnungsvolle Ehrfurcht vor der im Hainesrauschen gestaltlos webenden Gottheit, das schweigende Schöpfen aus der heiligen Quelle auf Helgoland (von der Willibrords Leben erzählt) oder eines Thorolf fromme Scheu vor den Geistern von Berg und Wiese uns unmittelbar sympathisch ansprechen – wie denn Klopstock dadurch zu dichterischem Neuerleben gebracht worden ist -, die Opfermahlzeiten und der Wedel zum Blutspritzen dagegen, welche die altnordischen Quellen uns vorführen, auf zarte Gemüter abstoßend wirken müssen und man natürlich seinen Vorfahren lieber das Sympathische zutraut als das Fremdartige oder gar Abstoßende. Daß solche Gefühlsurteile Beweiskraft hätten, wird niemand behaupten wollen. In Wahrheit ist den Germanen beides zuzutrauen, auch das manchem Unsympathische. Im Jahr 14n.d.Ztr. machten die Römer im Gebiet der Marsen, zwischen Ruhr und Lippe, einen Tempel der „Tamfana“ dem Erdboden gleich, offenbar deshalb, weil diese Kultstätte mit dem dabeiliegenden Dingfeld der Mittelpunkt der Marsen war, die hier ihre Herzöge wählten und von hier unter dem Schutz der Götter zum Kriege auszogen. Eine Götterstatue z. B. wird erwähnt bei der Nerthus, die nach beendeter Umfahrt mit den heiligen Rindern im See rituell gereinigt wurde. Auch hat sich in Dänemark ein sehr altes Götterbild aus Holz gefunden, und die vielen Götterbilder der altnordischen Quellen wären ebenso wie die altnordischen Tempel und die gemeingermanischen Ausdrücke für „Tempel“ unerklärlich, wenn sich nicht alten Gebrauch fortsetzten. Die blutigen Tier- und Menschenopfer bezeugt ebenfalls bereits Tacitus, ja schon bei Plutarch lesen wir von den rituellen Schlachtungen der Kimbern und dem Wahrsagen ihrer Weiber aus den Eingeweiden. Die größten Opfer waren die öffentlichen, und nur bei diesen wurden auch Menschen der Gottheit dargebracht.Nach Tacitus verehrten die Germanen, abgesehen von örtlich begrenzten Kulten wie dem der Nerthus oder dem der Tamfana, drei große Götter: Merkurius, Herkules und Mars.

Unter den letztgenannten ist Tiwas, unter „Herkules“ Donar, unter „Merkurius“ aber sicher Wodan zu verstehen. Diesen, sagt Tacitus, verehren sie am höchsten, und ihm allein bringen sie Menschenopfer dar. Diese Angabe zeigt, daß Wodan zu Tacitus‘ Zeit schon ungefähr das war, was er in den nordischen Quellen ist, nämlich der oberste Gott, der eigentliche Empfänger von Menschenleichen und – was hiermit natürlich eng zusammenhängt – der Gott, der die Toten ins Jenseits abholt (dies gab den Anlaß zur Interpretation als Merkurius). Die Verschmelzung des Windgottes mit dem herrschenden Himmelsvater hatte sich also damals schon vollzogen; das Luftgefolge jenes war als Totenheer in das neue Glaubensgebilde eingegangen. Hierfür spricht auch, was Tacitus in seinem 39. Kapitel über das große Stammesheiligtum im Gebiete der Semnonen (in der späteren Mark Brandenburg) mitteilt. Der allwaltende Gott, der hier in banger Scheu mit Menschenopfern geehrt wird, ist Wodan. Der Schriftsteller meint es deutlich genug zu sagen und daher den Namen weglassen zu können, wodurch die fromme Scheu sozusagen auf Autor und Leser übertragen und also der Eindruck gesteigert wird. Der Hain, den die Gläubigen nur gefesselt betreten, und in dem niemand sich vom Boden erheben darf, ist auch der Edda als „Fesselhain“ (Fjöturlundr) bekannt; in seinem Frieden vollstreckt Dag die Rache an dem sonst unüberwindlichen Helgi, und er tut es mit Odins Beistand und Einverständnis, wünschte doch der Gott solche speergetroffenen Opfer in seinem Hain. Dieser Fesselwald der Semnonen und nordische Nachrichten über den „Schrecker“ Odin zeigen, daß die religiös kühlen, selbstbewußten Germanen doch auch Furcht und Gehorsam wenigstens gegenüber einem, ihrem furchtbarsten und mächtigsten Gotte gekannt haben.

Die tiefe Scheu vor Wodan galt seiner undurchdringlichen Weisheit, die sich oft als Tücke darstellte. Wenn einer der heidnischen Götter allmächtig war, so Wodan, und er war es kraft eines zauberhaften Könnens und Wissens, gegen das die Zauberkünste aller anderen Wesen ein Nichts waren. Wodan war der schlechthin Überlegene und Unerforschliche. Ihm zu vertrauen, war nicht jedermanns Sache. Er konnte zwar helfen wie kein anderer, besonders zu Sieg im Kriege, aber er konnte seinen Freund jeden Tag verraten, indem er sich plötzlich gegen ihn wandte. Das sagenhafte Hauptbeispiel hierfür ist das Schicksal des großen Dänenkönigs Harald Kampfzahn. Dieser versprach dem Gotte alle Krieger, die er erschlagen würde, und erhielt dafür Unverwundbarkeit durch Eisen und die Kunst der keilförmigen Schlachtordnung. Harald hatte aber einen vertrauten Diener, Bruni, der oft Botengänge für ihn machte. Auf einer dieser Wanderungen ertrank Bruni in einem Flusse, und Wodan nahm seine Gestalt an und diente unerkannt dem Könige, der von jenem Unglücksfall nicht erfahren hatte. Dabei säte er durch falsche Botschaften Zwietracht zwischen seinem Herrn und dem Schwedenkönig Sigurd Ring, so daß es zum Kriege kam.

Als der alternde Harald an der Spitze unübersehbarer Heerscharen auszog zum Treffen auf den Bravellir, da war Bruni sein Wagenlenker, und dieser meldete, auch die Schweden rückten in Keilstellung an. Dem Greise kamen böse Ahnungen, er begann seinem Wagenlenker zu mißtrauen, in ihm den verkleideten Wodan zu erkennen, und wirklich stieß dieser ihn, als das Schlachtengetümmel seinen Gipfel erreicht hatte, vom Wagen auf das blutige Feld und erschlug den Wehrlosen mit einer Keule. – Eine ähnlich trugvolle Rolle spielt Wodan in der Geschichte des fränkischen Heldengeschlechtes der Wölsungen, das lange seinen besonderen Schutz genießt. Sigmund verdankt ihm ein wunderstarkes Schwert, aber dieses Schwert zerbricht in einer Schlacht, so daß Sigmund den Tod findet, weil der Gott aus den Reihen der Feinde heraus seinen Speer der geschwungenen Klinge entgegengehalten hat. – Auch dem Jarl Hakon von Norwegen, der auf Odin so großes Vertrauen setzte, wurde dieser schließlich untreu, indem er ihm böse Ratschläge eingab und seinen Gegnern den Sieg schenkte.Die Furchtbarkeit Wodans erklärt sich daraus, daß er die Toten abholt. Als Herr über Leben und Tod ist er so unberechenbar wie das Todesschicksal selbst.

Es findet sich aber in altnordischen Quellen ein frommer Gedankengang, der Odins Unberechenbarkeit begründet, ja feiert. Der unbekannte Skalde, der nach dem Fall des Norwegerfürsten Eirik Blutaxt (um 950) diesen verherrlichte, indem er seinen Einzug an der Spitze der von ihm Erschlagenen in Walhall darstellte, läßt den Herrn von Walhall auf die Frage, warum er einen so tapferen Helden habe fallen lassen, zur Antwort geben: „Es schaut der graue Wolf zu den Göttersitzen herüber!“ Das ist der Fenriswolf, das gefährlichste der Ungeheuer, die immer auf der Lauer liegen gegen die Götter und gegen den Bestand der Welt und eines Tages wirklich losbrechen. Dann wird Odin seine Getreuen zum Kampfe führen gegen die niederreißenden Gewalten, und es wird der härteste aller Kämpfe sein, darum sorgt der weise Weltherrscher schon jetzt und immerfort für Stärkung seiner Mannschaft, und gerade die Stärksten und Mutigsten sind ihm am meisten willkommen: von Odin unterstützt sorgen sie im Leben für scharenweisen Männerfall, sobald aber ihre Kraft für das Diesseits erschöpft ist, müssen sie selber fallen, um im Jenseits mit ihren Feinden zusammen dem höchsten Zwecke dienen zu können. Wenn die Berge stürzen und die Erde ins Meer sinkt, dann entscheidet sich das Schicksal der Welt oben am Himmel, wo Götter und Tote hausen.Das ist die altnordische Theodicee, eine rechte Ausgeburt germanischen Kriegerlebens. Zu ihr gehört auch das Bild von Walhall: in der riesigen Halle, die mit Schilden gedeckt ist statt mit Schindeln, Speere als Dachsparren hat, vor deren Giebel Wolf und Adler tot hängen, deren Bänke mit Brünnen (d. h. mit ringbenähten Kampfwämsern) statt mit Kissen belegt sind, da schmaust und zecht Odins Gefolgschaft – die Einherier – Tag für Tag, jeden Morgen ziehen sie aus, um einander im Kampfe zu fällen, sitzen dann aber alle gesund und einträchtig beisammen (dies eine freie Variante der seit alters weit verbreiteten Ortssagen von Heeren Gefallener, die auf oder über Schlachtfeldern in der Luft allnächtlich weiterkämpfen, wie so viele Gespenster die entscheidende Tat ihres Erdenlebens ruhelos wiederholen müssen). Natürlich kommen die Einherier, welche fallen, ebenso nach Walhall wie Krieger, die auf Erden den Kampftod leiden.

Da letzteres dank Odins Walten von jeher geschehen ist und ständig weiter geschieht, ist die Zahl der Walhallgäste riesig groß und wächst fortwährend weiter. Aber es ist dafür gesorgt, daß Speise und Trank nicht ausgehen: ein unsterblicher Eber wird in einem wunderbaren Kessel – einer Art Gralschüssel – vom kunstfertigen Walhallkoch dauernd gesotten (wie ein Opfer im Tempel, während man im gewöhnlichen Leben das Fleisch am Spieß briet), indes die Ziege Heidrun, die wie die Hausziege manches norwegischen Bergbauern auf dem Dach weidet, aus ihren Eutern nimmerendenden Met spendet, den die Walküren – Odins Dienerinnen, die die gefallenen Krieger von der Walstatt holen – den Einheriern über die Feuer zureichen.

So geht es in dieser größten aller Fürstenhallen beim höchsten aller Herrscher tagaus, tagein, jahraus, jahrein zu, bis das Weltende, Ragnarök, hereinbricht. Inzwischen zieht Odin Kundschaft ein durch seine beiden Raben, die durch alle Welt fliegen, oder er sitzt mit Frigg (althochdeutsch Frija) draußen auf der Türbank (Hlidskjalf) und späht hinunter zu den Menschen oder hinüber zu den Riesen, oder er besteigt sein Wunderroß Sleipnir, das ihn durch die Lüfte trägt, und reitet selbst auf Kundschaft, meist ins Menschenland, wo besonders Schlachtfelder ihn anziehen (wenn man durch den gebogenen Arm sieht, kann man ihn über die Walstatt reiten sehen), zuweilen aber auch nach Riesenheim, den eigentlichen Jagdgründen seines starken Sohnes Thor, der in seinem von Böcken gezogenen Wagen über das Himmelsgewölbe donnert und die Riesenbrut, die Schädiger der Menschen, erschlägt, auch die Weiber nicht schonend. Asen und Riesen wohnen benachbart, wie zwei feindliche Stämme auf Erden. Es gibt einen Grenzfluß zwischen ihnen. Oft erscheint Odin auf Erden als Wanderer. Dann erkennt man ihn an seinem Mantel, dem breiten Hut,18 langen Bart und der Einäugigkeit.

Solche Gestalten treten in den nordischen Sagenerzählungen öfters auf, und meist bleibt es im Dunkel, ob es wirklich Odin ist. Hierin spiegelt sich der alte Volksglaube. Bei manchem Fremden fragte man sich, ob er ein Gott gewesen sei, nicht immer wegen seines Aussehens, manchmal auch wegen seines Benehmens (wie Harald Kampfzahn), oder wegen einer inneren Wirkung, die man von ihm verspürte, so wie Telemach, nachdem Athene in des alten Mentes Gestalt ihn verlassen, Kraft und Mut und heftige Gedanken an den fernen Vater in sich aufsteigen fühlt und daher gleich ahnt, der Besucher sei ein Gott gewesen. Gerade der allgewaltige Odin machte sich oft im Innern fühlbar. Wir sahen schon, wie der Skalde Egil ihm Dichtergeist und Charakter zu verdanken glaubte. Ein anderer Skalde sagt von dem Fürsten, dessen Tapferkeit im Kampfe er preist, Odin sei in ihm gewesen. Vielgestaltig und vielnamig ist Odin. Im Grimnirliede der Edda, wo er unerkannt Not leidet zwischen den Feuern in der Halle des ungastlichen Königs, hebt er den Blick zu den himmlischen Wohnungen und enthüllt sich schließlich in seiner ganzen Majestät; der König, dem die Augen aufgehen, stürzt in das eigene Schwert und fällt dem Gott als Opfer (eine ähnliche Sage wie die griechische von Zeus und dem ungastlichen Arkadierkönig Lykaon).

Walhall hat 640 Tore, und aus jedem dieser Tore ziehen acht Hundertschaften (960) Einherjer, wenn die Ragnarökschlacht geschlagen werden soll auf dem Felde Vigrid oder auf der Insel Oskopnir. Dann rücken Fenrir und die Scharen der anderen Riesen und Ungeheuer an gegen die Asen und ihr Heer. Die Asen werden tapfer kämpfend fallen, und Walhall wird in Flammen aufgehen. Frey erliegt dem Feuerriesen Surt; Thor tötet die Weltschlange, aber ihr Gifthauch wird ihm zum Verderben, so daß er neun Schritte von der Verendenden zurücktritt und dann tot umsinkt; Odin wird von dem Wolfe verschlungen, doch sein Sohn Vidar rächt seinen Tod, indem er den bis in den Zenith ragenden Oberkiefer des Ungeheuers mit starker Faust nach oben umbiegt, so daß Fenrir stirbt – ein echt volkssagenhaftes Bild von großartiger, schlichter Plastik.Die junge Göttergeneration überlebt die Katastrophe und wird in einer neuen Welt im Saale Giml¯e, der heller leuchtet als unsere Sonne, sich des Lebens freuen. Doch weiß niemand von dieser fernen Zukunft Gewisses zu sagen.

Die Ragnarökvorstellungen des alten Nordens sind vielgestaltig. So dachte man sich die Götterfeinde in verschiedener Gestalt und unter verschiedenen Namen – einer davon war „Muspells Söhne“, dämonische Reiter, die mit Feuer durch den dunklen Grenzwald geritten kommen -, aber auch der Kampf der Götter wurde verschieden vorgestellt, besonders aber waren die Naturkatastrophen mannigfach: bald handelte es sich um ein Versinken der Erde ins Meer – aus dem sie dann zu neuem Leben wieder auftaucht, so daß Wasserfälle von den Felskanten stürzen, über denen der Adler schwebt, nach Fischen spähend -, bald um eine gewaltige Feuersbrunst, die hoch zum Himmel emporschlägt, bald um den Fimbulwinter, in dem alles Lebendige erfriert bis auf ein junges Menschenpaar, das „in Hortmimes Holze“ Zuflucht findet und, wenn die Sonne wieder steigt, neue Geschlechter begründen wird.

Wie weit die nordischen Ragnarökgedanken auch südgermanisch, also in Deutschland verbreitet, gewesen sind, das läßt sich urkundlich nicht feststellen. Da aber Weltuntergangsvorstellungen bei vielen Völkern belegt sind und zum Teil in sehr ähnlicher Form wie bei den Nordgermanen (der Fimbulwinter z. B. ist auch persisch), so sind den südlichen Nachbarn der Nordleute, die fast die gleiche Sprache wie sie redeten, solche Vorstellungen erst recht zuzutrauen. Daß sie ihnen nicht gefehlt haben, ist beweisbar. Es gibt nämlich wörtliche Anklänge zwischen altnordischen Gedichten, die Weltschöpfung und Weltuntergang behandeln, und stabreimenden deutschen Versen, die unter anderem das Wort m¯udspell oder muspilli in der ungefähren Bedeutung von „Weltuntergang“ enthalten. Ferner kommt die Ursprungssage in Betracht. Wenn man dem Irmin eine Säule errichtet hat, mit der die Welt gestützt werden sollte, so hat man eben gefürchtet, daß die Welt oder der Himmel einmal einstürzen würde (ein Glaube, der für die alten Kelten ausdrücklich bezeugt ist), und der Gott, der die Welt stützt, tat dasselbe wie Odin, der Kämpfer sammelt, um die Welt zu verteidigen.

Auch das Christentum hat eine Lehre vom Weltuntergang, die sich mit dem heidnischen Ragnarökglauben nahe berührt: vor dem Jüngsten Gericht wird die Welt mit Feuer verheert. Schon die ersten Bekehrer brachten dieses christliche Ragnarök zu den Germanen, und wir finden es zum Beispiel dargestellt in der alten stabreimenden Predigt aus Bayern, die den Namen „Muspilli“ führt. Die einzelnen heidnischen Anklänge in diesem Text und die Wiederkehr des vernichtenden Feuers können aber nicht darüber täuschen, daß die letzten Dinge des Christentums etwas von Grund auf anderes sind als das germanische Ragnarök. Das eschatologische Feuer der Christen ist gesandt von der Gottheit, um die sündige Menschheit heimzusuchen. Das heidnische Weltfeuer und die anderen heidnischen Ragnarökkatastrophen sind rein naturhafte Vorgänge und richten sich gegen die Götter, welche ihnen, bzw. den feindlichen Dämonen, widerstehen und dabei den Heldentod sterben, unterstützt von Scharen wackerer Krieger, den Menschen, die mit ihnen eines Sinnes sind. In diesem einfachen und anschaulichen Gegensatz verkörpert sich der tiefe Unterschied christlicher und germanischer Lebensanschauung überhaupt.

Das germanische Ragnarök, die bei weitem reichste, die eigentlich klassische Ausprägung des Weltuntergangsgedankens als solchem,19 ist zugleich ein treuer Ausdruck des germanischen Lebensgefühls. Germanien war ein Land voll Gefahren und Unsicherheit; die Natur drohte an den wahrscheinlich noch ganz ungeschützten Küsten mit Überschwemmungen und mit Wanderdünen, der Urwald barg hungrige Raubtiere in Menge, Geächtete trieben ihr Wesen, nie konnte man sicher sein vor dem Überfall beutelüsterner Scharen oder landsuchender Bevölkerungen, und zahlreich waren diejenigen, die in offener oder schlummernder Fehde lagen mit nahen oder fernen Nachbarn. Solche Verhältnisse mußten wohl Ragnarökstimmung erzeugen und Ragnarökphantasien begünstigen. Wenn die einzelne Siedelung früher oder später den Elementen oder dem Feinde zum Opfer fiel, warum sollte das Ganze der Welt besser daran sein?

Der Germane duckte sich aber nicht mit Seufzen und Wehklagen unter das Schicksal, sondern er trat ihm aufrecht gegenüber, entschlossen, es abzuwenden oder, wenn der Feind die Oberhand behielt, ehrenvoll zu fallen, und dieses mannhafte Trotzen war für ihn die eigentliche Würze des Lebens. Seine Götter, die seine Freunde waren, dachten wie er. Auch für sie war Gegenwehr selbstverständlich, nicht bloß im aussichtsreichen, sondern erst recht im aussichtslosen Kampfe. So symbolisiert sich in dem Vorsorgen Odins und dem tragische Fall der Götter ein tiefer Lebensernst, das Beste des germanischen Charakters.Die germanische Religion ist, verglichen mit anderen, sehr wenig illusionistisch. Erwartete der Germane wirklich Außerordentliches, etwas wie ein absolutes Heil oder eine radikale Erlösung vom Lebensleid, von seinen Göttern, so würde er sich ihnen viel rückhaltloser und wärmer hingeben und unterwerfen, als er, wie wir gesehen haben, durchschnittlich tut. Er bleibt aber mit seinen Hoffnungen im Bereich der eigenen Lebenserfahrung, für die es Böses und Gutes, aber kein absolutes Heil gab.

Zitate: Friedrich II von Preußen

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Friedrich der Große / der Alte Fritz

Das Zeugnis, einige Wahrheiten entdeckt und einige Irrtümer zerstört zu haben, ist nach meiner Meinung die schönste Trophäe, welche die Nachwelt zum Ruhme eines großen Mannes errichten kann. Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden. Ich will der erste Diener meines Staates sein. Dasjenige, wodurch die Menschen am meisten zu Fehlern veranlaßt werden, ist, daß sie sich meistens mit vagen Vorstellungen begnügen und sich nicht die Mühe geben, sich klare Ideen über die Dinge zu machen. Die Klugheit ist sehr geeignet zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht zu erwerben. Es heißt, dass wir Könige auf Erden die Ebenbilder Gottes seien. Ich habe mich daraufhin im Spiegel betrachtet. Sehr schmeichelhaft für den lieben Gott ist das nicht. Seine Pflicht erkennen und tun, das ist die Hauptsache. Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt.

Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muss. Ohne Nachschub ist keine Armee tapfer. Kenntnisse kann jedermann haben, aber die Kunst zu denken ist das seltenste Geschenk der Natur. In meinem Staate kann jeder nach seiner Fasson selig werden. Ein Augenblick des Glücks wiegt Jahrtausende des Nachruhms auf. Je mehr man altert, desto mehr überzeugt man sich, dass seine heilige Majestät der Zufall gut drei Viertel der Geschäftedieses miserablen Universums besorgt. Der Charakter der Wahrheit bedarf keiner Waffen, um sich zu verteidigen. Sie braucht sich nur zu zeigen, und sobald ihr lebhaftes Licht die Wolken zerstreut hat, worin sie verhüllt war, so ist sie ihres Triumphes sicher. Der Beamte und der Philosoph beziehen ihre Stärke aus der Sachfremdheit. Bosheit ist eine Art Delirium und verwirrt den Verstand. Die Juden sind von allen Sekten die gefährlichste und man muss verhindern, dass ihre Zahl wächst. (Der Spiegel, 45/2011, S. 83) Man muß verzeihen können. Das Leben des Menschen ist zu kurz, als daß er es mit Nachtragen und Rachsucht hinbringen dürfte. Mir geht es auch nicht immer, wie ich es haben möchte. Trotzdem muß ich immer König bleiben. Rhabarber und Geduld wirken vortrefflich. Jedem das seine. (Suum cuique.) Man muß seine Feinde kennen. Ihre Verbündeten und die Natur ihres Landes, um einen Feldzug planen zu können. Die große Kunst besteht nur darin, die Summen zu erheben, ohne die Staatsbürger zu bedrücken. Nicht aus Schwachheit endigt man ein unglückliches Leben, sondern aus überdachter Klugheit, die uns überzeugt, daß der Zustand, in dem uns niemand schaden und nichts unsere Ruhe stören kann, unser größtes Glück ist. Nichts hat mehr Ähnlichkeit mit dem Tode als Müßiggang. Nichts versüßt unser Dasein mehr, als eine gewisse Seelenruhe, welche die Sorgen und trüben Vorstellungen, die den Geist beunruhigen, verscheucht.

Nichtstun ist halber Tod; das Leben äußert sich nur in der Tätigkeit. Seien Sie fest in Ihren Entschlüssen. Wägen Sie das Für und Wider vorher ab; aber wenn Ihr Wille einmal erklärt ist, so gehen Sie um alles in der Welt nicht davon ab. Wer seine Absichten zu früh enthüllt, bringt sie zum Scheitern. Denn er gibt seinen Feinden und Neidern zu Gegenmaßnahmen Zeit. Wer Schweigen kann, der kann zu schönen Eroberungen gelangen. Kein Mensch taugt ohne Freude. Liebe und Haß lassen sich nicht befehlen, und jeder ist in diesem Stück zu den Empfindungen berechtigt, die er nun einmal hat. Luxus treibt den Menschen zu keiner einzigen Tugend an, sondern erstickt meist alle besseren Gefühle in ihm. Lange genug war ich Amboß, jetzt will ich Hammer sein. Soll das Land glücklich sein, will der Fürst geachtet werden, so muß er unbedingt Ordnung in seinen Finanzen halten. Erfahrungen nützen gar nichts, wenn man keine Lehren daraus zieht. Tu den Menschen Gutes, und sie werden dich segnen: Das ist wahrer Ruhm. Es ist besser, daß ich meine Pflicht tue, als daß ich mir eine Predigt anhöre, meine Pflicht zu tun. Tu keinem etwas an, wovon du nicht willst, daß es dir geschehe – in diesem Grundsatz liegt alle Tugend, liegen alle Pflichten des Menschen gegen die Gesellschaft. Alle Religionen sind gleich und gut, wenn nur die Leute, so sie professieren, ehrliche Leute sind. Alles in der Welt ist Torheit, nur nicht die Heiterkeit. Tyrannen zählen ein Menschenleben nicht. Alles, was man aus dem Soldaten machen kann, ist, ihm Korpsgeist zu geben, das heißt eine höhere Meinung von seinem Regiment, als von allen anderen Truppen des Erdreichs. Als Grundgesetz der Regierung des kleinsten wie des größten Staates kann man den Drang zur Vergrößerung betrachten. Um die Irrtümer der Welt auszurotten, müßte man das ganze Menschengeschlecht vertilgen.

Der Mensch wird zum Tier, wenn er nie einen Sonntagsrock anhat. Aus der Erfahrung weiß man, daß die Güte der Truppen einzig und allein in dem Werte ihrer Offiziere besteht. Beleidigung mit Beleidigung zu vergelten ist die Art des Pöbels. Bosheit ist eine Art Delirium und verwirrt den Verstand. Von allen Gefühlen, welche unsere Seele tyrannisieren, gibt es kein verderblicheres . . . als eine ungezügelte Ehrsucht, ein übertriebenes Verlangen nach falschem Ruhm. Bücher sind kein geringer Teil des Glücks. Die Literatur wird meine letzte Leidenschaft sein. Das Übel erreicht seinen Gipfel, wenn es verkehrten Gemütern gelingt, den Regenten zu bereden, daß sein Interesse von dem Interesse seiner Untertanen verschieden sei. Denn alles, was aus Furcht oder Angst geschieht, trägt auch das Gepräge davon. Der Aberglaube ist ein Kind der Furcht, der Schwachheit und der Unwissenheit.

Der Adel ist nichts anderes als der höhere Grad von Bildung, Ehre und Vaterlandsliebe, den man billig bei Personen aus guter Familie, die eine sorgsamere Erziehung als andere genießen können, voraussetzen darf. Vorurteile nach Frauenweise, Zank und Händel der einzelnen, kleinliche Sonderzwecke und Belanglosigkeiten dürfen niemals den Blick eines Mannes trüben, der ganzen Völkern ein Führer ist. Wahre Ruhmbegierde ist die Quelle aller großen Taten und alles Nützlichen, was auf der Welt geschieht. Der große Haufen kriecht immer in dem Schlamme der Vorurteile. Der Irrtum ist sein Erbteil. Der Herrscher soll das Gleichgewicht zwischen Bauern und Adligem erhalten, sodaß sie einander nicht zugrunde richten. Der Krieg ist ein solcher Abgrund des Jammers, sein Ausgang so wenig sicher und seine Folgen für ein Land so verheerend, daß es sich die Landesherren gar nicht genug überlegen können, ehe sie ihn auf sich nehmen. Der Mensch lebt eine so kurze Zeit, sein Gedächtnis ist so schwindend, des Wissenswerten ist so viel, daß er von früh an nur durch das Ausgesuchteste unterrichtet werden sollte.

Der Regent hat kein Recht über die Meinungen der Bürger. Der Regent muß sich in die Lage eines Landmanns oder eines Handwerkers versetzen und sich dann fragen: “Wenn du in dieser Klasse von Menschen geboren wärst, was würdest du von dem Regenten verlangen?” Der Ruhm, der uns nicht glücklich macht, ist nichts als ein Wort, und der Ruhm, der unsere Untertanen nicht glücklich macht, ist eine Schmach. Wäre nur eine Religion in der Welt, so würde sie stolz und zügellos despotisch sein. Der schlimmste Weg, den man wählen kann, ist der, keinen zu wählen. Die erste Pflicht eines Bürgers ist, seinem Vaterlande zu dienen. Die Finanzen sind der Nerv des Landes. Wenn Sie diese recht verstehen, wird das übrige ganz in Ihrer Gewalt sein. Die größte Freude, die ein Mensch in der Welt haben kann, besteht in der Entdeckung neuer Wahrheiten. Die Jesuiten, die gefährlichste Gattung unter allen Mönchen.

Die Klugheit ist sehr geeignet, zu bewahren, was man besitzt, doch allein die Kühnheit versteht zu erwerben. Was ist schöner als Vergnügungen des Geistes? Die Regierung beruht auf vier Hauptpfeilern: auf der Rechtspflege, weiser Finanzwirtschaft, straffer Einhaltung der militärischen Disziplin und endlich auf der Kunst, die richtigen Maßnahmen zur Wahrung der Staatsinteressen zu ergreifen, was man Politik nennt. Die Toleranz in jeder Gesellschaft muß jedem Bürger die Freiheit sichern, zu glauben, was er will. Aber sie darf nicht so weit gehen, daß sie die Frechheit und Zügellosigkeit junger Hitzköpfe gutheißt, die etwas vom Volke Verehrtes dreist beschimpfen. Wenn die Fürsten um Provinzen spielen, bilden die Untertanen den Einsatz. Die Toleranz muß in einem Staate jedem Freiheit geben, alles zu glauben, was er will, aber sich nicht so weit erstrecken, daß sie die Frechheit und Ausgelassenheit junger unbesonnener Leute autorisiert, die dem kühn Hohn sprechen, was das Volk verehrt. Die wahre Philosophie besteht darin, den Mißbrauch zu verdammen, ohne den Gebrauch zu untersagen. Man muß alles entbehren können, aber auf nichts prinzipiell verzichten.

Durch jeden Schlag nach einem schwächeren Feind entehrt man sich Ein Beispiel von wirklichem Edelmut wirkt mehr als die schönen Lehren, mit denen die Tragödie prunkt. Ein unterrichtetes Volk läßt sich leicht regieren. Es gibt eine Art Zwitterwesen, die weder Herrscher noch Privatleute sind und die sich bisweilen sehr schwer regieren lassen: Die Prinzen von Geblüt. Ihre hohe Abstammung flößt ihnen einen gewissen Hochmut ein, den sie Adel nennen. Es gibt nur ein sicheres und unfehlbares Mittel, sich einen guten Ruf in der Welt zu erhalten: nämlich das wirklich zu sein, was man vor der Welt scheinen möchte. Keine Rücksicht kann mächtig genug sein, einen ehrlichen Mann zu veranlassen, sich von seiner Pflicht zu entfernen. Fleiß ist aller Tugenden Anfang. Frechheit empört, Schwäche rührt; nur feige Seelen rächen sich an überwundenen Feinden, und ich gehöre nicht dazu. Wenn du Vorurteile zur Tür hinausjagst, kehren sie durchs Fenster zurück. Für die Politik ist es völlig belanglos, ob ein Herrscher religiös ist oder nicht. Gazetten müssen, wenn sie interessant sein sollen, nicht geniert werden. Gute Sitten haben für die Gesellschaft mehr Wert als alle Berechnungen Newtons. Wenn es auf die Erfahrung ankäme, dann wären die Maulesel des Prinzen Eugen die besten Feldherren. Ich bin gewissermaßen der Papst der Lutheraner und das kirchliche Haupt der Reformierten. Wer sich an die Phantasie der Menschen wendet, wird immer den besiegen, der auf ihren Verstand einwirken will. Wir sehen, daß bei der Unvollkommenheit aller menschlichen Dinge die besten Einrichtungen entarten. Deher muß von Zeit zu Zeit, wo es nötig ist, reformiert werden und die Einrichtungen ihrem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt werden.

Ich bin in keinem Stück groß; nur meinem Fleiß kann mich vielleicht eines Tages meinem Vaterlande nützlich machen, und das ist der ganze Ruhm, nachdem ich strebe. Ich bin mit der Zeit ein gutes Postpferd geworden, lege meine Station zurück und bekümmere mich nicht um die Kläffer, die auf der Landstraße bellen. Wer nur etwas Ehrgefühl besitzt, erhebt den Anspruch auf Achtung seiner Mitbürger. Man will sich irgendwie hervortun und nicht in der dumpfen Masse untergehen. Ich brauche Generäle, die nicht nur tüchtig sind, sondern auch Fortune haben. Ich habe Sie zum Stabsoffizier gemacht, damit Sie wissen, wann Sie nicht gehorchen sollen. Zwei Hauptmotive leiten die Menschen: Furcht vor Strafe und Hoffnung auf Belohnung. Ich kenne den Wert der Freiheit zu gut, als daß ich willens wäre, sie denen, dich ich liebe, zu entreißen.

Wer mit Affen spielt, wird gelgentlich gebissen. In den Gerichtshöfen sollen die Gesetze sprechen und der Herrscher schweigen. In der Demokratie ist die Entscheidung stets bei der Mehrheit, das heißt beim Unsinn. In der Monarchie kann die Entscheidung wenigstens zuweilen an einen Vernünftigen gelangen. Wenn Sie mich sähen . . . so sähen Sie einen alt und grau gewordenen Mann, der die Hälfte seiner Zähne verloren hat, einen Mann ohne Frohsinn, ohne Feuer, ohne Einbildungskraft. Jeder soll seine eigene Meinung behalten und die der anderen respektieren. Das ist das einzige Mittel, in Frieden zu leben. Jeder Staat, in dem die Tugend überwiegt, ist den anderen auf die Dauer überlegen. Wer Großes schaffen will, muß darauf verzichten, es selbst noch genießen zu können.

Die christliche Lehre kam aus dem Norden

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So daß, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.“

Goethe.

Ja, wir behaupten und können es erweisen: Die christliche Kirche oder besser die christliche Lehre, nahm nicht ihren Ausgangspunkt von Palästina, sondern ist eine Urschöpfung der untergegangenen atlantischen Kultur. Sie gelangte über die Reste jenes Weltteils Atlantis zuerst nach Irland und Schottland, dann nach Osten weiter, und gleichzeitig nach Westen zum amerikanischen Festlande. Die alte ägyptische Kultur einerseits und die alten amerikanischen Kulturen der Inkas, der Mayas und der Azteken andererseits sind die Eckpfeiler, die noch heute vom einstigen atlantischen Weltkulturbaue übrigblieben.

Die Alten wußten darum noch, wie wäre es sonst verständlich, daß wir in Mexiko bei seiner Entdeckung das ganze christliche Brauchtum vorfinden, wie es in der katholischen Kirche sich erhalten hat und in Tibet heute noch, Dinge, von denen man nicht gerne spricht, weil sie die Grundlagen des Lügengebäudes einer nahe-östlichen Herkunft des Christentums von noch nicht 2000 Jahren zu untergraben drohen.

Christentum und sein Mythos sind so alt als Menschen göttlichen Odems leben und denken können, viele hunderttausend Jahre reichen nicht, denn so alt ist die Gottes-Sohnschaft der Menschheit. Ur-arisch-atlantische Gotteserkenntnis und ihr heutiges Wurzelwerk haben sich am längsten lebendig erhalten im Norden Europas, wo die Pflanzstätten der Atlantis bis in unsere Zeitrechnung blühten auf Iona und der Insel Man. Von dort aus sind dann auch merkwürdigerweise die angeblich ersten „christlichen“ Missionare gekommen und wurde die erste christliche Kirche gegründet, die Culdeerkirche. Erst später im 7. und 8. Jahrhundert hat die römische Kirche das Segenswerk jener wahren Christen dem Geiste, der Haltung und der Lehre nach vernichten können. Die untergegangene Kirche des Nordens nahm das Geheimnis ihres Ursprungs mit in das Grab, das ihr die römische Machtkirche frühe bereitete, aber auch die abendländische Verzerrung der Christuslehre erlebt heute an sich die Wahrheit, daß sie wohl den Leib töten kann, aber nicht den Geist. Dieser heilige Wahrheitsgeist steht heute als ihr Herr und Meister auf und wird sie mit ihrem Wortdenken überwinden.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, Und nicht in dir, ging deine Seele dennoch hier verloren. Zum Kreuz auf Golgatha schaust du vergeblich hin, Hast du es nicht errichtet in deinem eignen Sinn.“
Angelus Silesius.

Aus dem „Welsch-„, dem Wälser-Lande führen drei Wege nach Norden, Osten und Süden, die durch die großartigen Steinsetzungen der Megalithgräber gekennzeichnet ist. Der erste zieht sich nach der Nord- und Ostseeküste entlang, springt nach Schweden und Norwegen über, geht dann an der Wolga entlang, um den Südostweg nach Indien zu suchen. Der zweite Weg zieht sich an der Küste Frankreichs südlich, von einem Hauptknotenpunkt in der Bretagne ab über Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Kleinasien, immer nahe der Küste. Der dritte Weg geht bis nach Spanien mit dem ersten gemeinsam, um dann nach Afrika überzusetzen und an seiner Nordküste entlangzuführen mit offenbar demselben Ziele zum fernen Osten.

Das war der Weg der Kultur von Westen nach Osten, der der arischen Wanderung folgte. Das Wort ex oriente lux hat insofern eine Berechtigung, als es sich um ein teilweises Zurückströmen einer Kulturwelle handelte in den folgenden Jahrtausenden, jedoch nicht anders als heute Vieles aus Amerika zu uns zurückfindet, was von uns dorthin getragen wurde. Olaf Kritzinger hat in einer geistreichen Arbeit über die Runen in Heft 17/18 der „Sonne“ eine Fülle von Anregungen gegeben. Er erwähnt darin auch die Insel Jona und ihre Bedeutung als Ausgangspunkt der atlantisch-arischen Erkenntnisse nach dem Untergang der letzten Reste der Atlantis, der Insel Poseidonis, wie sie Plato nennt. Jona ist das Mutterland der Jaones, des Joanes, der Jonier, die auch als Jawones auftauchen. Junier, Juno, Dione, Dion, Zion, Jon sind Ableitungen aus diesem Worte, das die Gehenden, mundartlich die,,Jehenden“ bedeutet. Die „Gehenden“ (gehen, jehen, to go) sind aber die irdischen Söhne der himmlischen Schrittmacher. Von diesen Göttersöhnen, die selbst zuweilen die Bezeichnung Sterne tragen, ruhen in Jonas Erde zweiundzwanzig Könige begraben.

Diese Sage aus der alten keltischen Dichtung ist so zu verstehen, daß das Wissen von 22 Königen, nämlich den 22 Ar-kana, was Sonnen-Kahne, Sonnen-Könige heißt, begraben liegt. Die 22 großen Arkanas sind die 22 Blätter aber des ägyptischen Tarots, jenes Kartenspiels, das in seinen insgesamt 72 Karten die Grundgedanken der Welt verhaftet birgt. Durch die Zigeuner ist es uns, in der Hand von Unwürdigen, überliefert, die immerhin damit außerordentliche Kenntnisse in Wahrsagen und anderer Zauberei verbinden konnten. Unsere 18teilige Runenreihe ist eigentlich als das Ur-Tarot anzusehen und es bleibt die Frage offen, ob die 18 oder die 22 die ursprüngliche Zahl ist. Auch das altgriechische Alphabet hat 22 Buchstaben und schließt mit dem Tau T, wie das Tarot mit dem Galgen T schließt, dem Ende, dem Tau, dem Tet, dem Tod, dem Tot, dem Ganzen!

So schließt auch Tyr-Christus , die zwölfte Rune den Tyr-Tier-Kreis des Lebens. Dieses Alphabet übernahmen auch die Semiten und in der Folge alle Völker der Erde. In der nordischen Heimat selbst versank das Wissen von den 22 Königen, den „Ar-kana“ von Jona, nur die Sage von 22 begrabenen Königen deutet noch auf den Ursprung dieser zweiundzwanziger Reihe aus diesem Fleckchen heiliger Erde. Aber die Kunde von der Druida, der Troja, der Torta, der Tortla, wie die Priesterschule hieß, blieb lebendig weit draußen in der Welt, so vor allem besonders rein in den Eleusischen Mysterien. Dortla, dorda, turtur ist die Turtel-Taube als das Sinnbild des Heiligen Geistes, der hier allgegenwärtig war.

Das sich im Worte Turtel die drehende balzende Bewegung des Täuberich ausdrückt, ist anzunehmen. So erklärt es sich, wenn der „Heilige Geist“ als der Dritte, das Schicksal-Wendende, der Drehende, der Drittelnde, der „Trittelnde“, der „Reinen Jungfrau“ Maria die Empfängnis des Gottessohnes ver-kündet, ver-kindet, was die Rune Kun, Keim, Kind ganz klar andeutet. Unter dem Sinnbild der Taube wurde der Schüler in das Tabernakel seines eigenen Astralkörpers, seiner Aura gestellt, um sich an ihr und den kosmischen Heilsströmen erfühlen zu lernen, die in ihn herniedergehen, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den von einem Jona-Hanes-Priester eingeweihten jungen Jesus herniederfährt. Columba = Taube zielt auf den selben Ursinn. Columban heißt nicht nur zufällig einer der ersten Missionare in Deutschland aus dem Heiligtum der Insel Jona. Col, cul deutet auf die zeugerische Weisheit der Rune Kun und das Öl, das Öl der Weisheit, der Einweihung, des Gesalbten, wovon auch die alten Cult-Orte ihre Namen haben wie Cöln, Kulm. Ulm (ohne K, aber dafür vermutlich ursprünglich mit dem H), Kölle-da, Culle dei, das von dem Iren Kilian „gegründete“. Nun wissen wir auch, warum im dritten „Buch der Könige“ erzählt wird, daß der mythische König Salomo, der Salman, der mit dem geschichtlichen Vater des David gerne verwechselt wird, „weiser gewesen sei als die Söhne des Machol und der Dordla.“ Diese Weisheit aber errang sich „Salomon“, wie es heißt, durch die Betrachtung des Sechssternes, des sogenannten Magen Davids, der aber, wie wir wissen, die umschriebene Hagall-Rune darstellt. Durch sie wurde er zum „Weisesten der Menschen“, erlangte Kenntnis höherer Welten und die magische Macht, die Magier-, Meisterschaft über ihre Bewohner.

Wie aber kam „Salomon“, das heißt der arische Salmann, in den Besitz des Sechssternes ? „Er hatte ihn aus einem Adlerhorste bekommen.“ Der Adlerhorst deutet auf den Aarhorst, auf den Arierhorst, den Sonnenhorst im Norden, der sicher auch eine Pflanzstätte in Palästina hatte, im Hermon-, Harmann-, Armann-Gebirge, wo noch im Mittelalter blonde Leute wohnten, mit denen die Kreuzfahrer sich auf „deutsch“ verständigen konnten. Mythos und Geschichte liegen hier in Schichten übereinander, die schwerlich mehr getrennt werden können, aber es bedarf nur dieser Hinweise, um zu erkennen, wie doch alles Geschehen der Erde auf den Arierhorst im Geiste zurückgeht.

Eine große nordische christliche Kirche verband schon im 4. Jahrhundert — bestand und „herrschte“ nicht wie die römische Kirche — weite Gebiete von dem Nordrand der Alpen bis nach Irland, Island und Grönland, von den Pyrenäen bis ins Thüringerland und darüber hinaus. Die Tatsache klärt manche Geheimnisse auf. Das Wotansopfer am Kreuze der Weltesche durch seinen Sohn Zui, Tiu, Tys, den „Ichthys“, den Ich-tys, den Ich-Zeus des Nordens, das Asenopfer des Äsus der Gallier, der Kelten, die wir als einen Zweig der Germanen einfach mit dem „Worte Helden ansprechen. Dieser Asus aus Gallien, also aus „Galiläa“, starb am Kreuze lange bevor man diesen Mythos zu fälschenden Zwecken nach Palästina verlegte, zu einem Volke der Juden, das mit seinem „geborgten“ Namen ganz zu Unrecht auf den Guten-, den Goten-Ursprung Anpruch erhebt. In jedem Falle, im Falle der Juden oder der Guten, handelt es sich um ein geistiges Volk, um ein heiliges Volk, um die Gemeinschaft jener Heiligen, die keiner Satzung, keiner Kirche bedürfen, um das „auserwählte“ Volk der reinsten und höchsten und heiligsten Seelenkräfte, dessen König selbstverständlich der „Jesus Christus“, der Arier, die Aar-heit, die Wahr-heit ist.

Die Priesterschaft der germanischen, das heißt auch der keltischen Bewohner Mitteleuropas und des Nordwestens, denn hier lebte an seiner Wiege das arische Urvolk nach dem Untergang der Atlantis, waren die Druiden, die Trojaiden, die Treuen, die die Treue, die Dreie, die große Drei, das Trauen, das Vertrauen in das Göttliche lehrten, das Geschehen vom Entstehen über das Sein zum Vergehen, das wir in allen Dreiheiligkeiten kennen lernten. Troja nennt auch Tacitus die Seelen-Grundverfassung des Germanen. In den englischen Worten Trust, Truth mit der Bedeutung von Wahrheit, Glauben und Vertrauen, lebt noch der Name der arisch-keltischen Priesterschaft fort, der Truiden, der Treuen, der Troien, die das Droit, das Recht der Trois, der „Hochheiligen Drei“ lehrten, die Drei-, Dreh-, Droh- und Trug-Gewalt, aber auch der Trug-Gehalt des himmlischen Tyr-Tri-Tro- und Thor-Kreises.
Otfried von Weißenburg gebraucht in seinem Evangelienbuch aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts noch das Wort TRUHTIN für den Namen des Herrn, den. „treuen“, was heißen soll, den „Dreien“-„Drei-Einigen“ Gott. Es versteht sich von selbst, daß dann der germanische Priester auch der Thrutin hieß nach seinem Herrn, wie im Norden der Gode, der Priester, nach dem Gotte.

„Treue“ ist der Urname aller arischen, germanischen und damit deutschen Religion, für welches Fremdwort wir ja im Deutschen keine eigentliche Übersetzung hatten, nicht haben und auch nicht haben werden, weil wir keine brauchen. Rückverbundenheit — religio — bedeutet das Wort. Wer wäre rückverbundener als der wahre, klare Sonnenmensch? Wir werden die Treue, die Troja, die Dreie wieder in uns erwecken, die Erkenntnis des ewigen Wirkens des Gottgesetzes, das das Krist-All beherrscht in Vater, Sohn und Heiliger Geist, das heißt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie jene Drei nur Eins in einer Einheit sind, so sind diese Zeitvorstellungen auch nur eine Einheit, eine Ewigkeit, eine Gesetzlichkeit: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in sich schließend. „Es gibt keine vergangene Vergangenheit und keine zukünftige Zukunft, sondern nur eine gegenwärtige Vergangenheit und eine gegenwärtige Zukunft“, lehrt der Kirchenvater Augustin in seinen Bekenntnissen.

Wir wissen von den Druiden, den Tyr- oder Dry-Söhnen, daß sie eine Sonnenreligion lehrten, und keine irdische Religion kann etwas anderes sein oder lehren als eine Sonnenweisheit. Darauf laufen alle religiösen Symbole, Mythen, Glaubensartikel, Bekenntnisformeln hinaus. Wir werden noch zeigen, wie die Sonne der Ur-Inhalt auch der Christus-Religion ist. Wir sehen alle die Sonne und fühlen Licht und Wärme, die von ihr ausstrahlen. Aber das ist nicht alles. Die Sonne sendet auch Kräfte, die jenseits von dem sind, was die Physik erforschen kann, die von ultravioletten Strahlen spricht. Von der inneren Sonne, dem inneren Gestirn, deren Abbild und Sinnbild die äußere Sonne und das äußere Gestirn ist, wie auch der Leib nicht der Mensch allein ist, strömt uns hernieder Liebe und Weisheit. Wem es gelänge, die übersinnlichen Kräfte, Ströme der Sonne mit seinem Bewußtsein zu erfassen, der würde ein Weiser und Führer dieser Erde werden.
Die Druiden waren es, sie erkannten das Übersinnliche der Sonne, das wirkt, wenn das Sinnliche der Sonne abgezogen wird. Sie erkannten in der Sonne, in der inneren Sonne, den Sohn Gottes im Geiste. In ihrem Weistum hatte sich der uralte Sonnen-Sohnes-mythos des Krist-All-Sohnes erhalten aus atlantischer Zeit und hatte sich vererbt auf die Eingeweihten der ganzen Welt, die im Zeitalter der arischen Völkerwelle die Erde befruchteten.

Es genügt darauf hinzuweisen, daß wenn die Druiden nach Überlieferung der römischen Kirche, wie sie sagt, auf Grund ihrer großen inneren Schaukraft, die angeblichen Ereignisse in Palästina zur Zeit von Christi Geburt, unabhängig von jeder äußeren Benachrichtigung, in Schauungen miterlebt hätten, um die Tatsache zu erklären, daß sie dieses Mysterium schon vor seiner angeblichen Ereignung in Palästina kannten und lehrten. Die ersten römischen Missionare sollen denn auch in der Bretagne, einem der Hauptsitze des Druidentums, was durch die riesigen Steinsetzungen der Cromlechs und der „Aligements“ bezeugt wird, schon Christen vorgefunden haben. Ja, sie haben mit Sicherheit überall im Norden Christen vorgefunden, weil der Krist-All-Gedanke des Gottes am Weltkreuze eben älter ist als der gänzlich mißverstandene, weil zeitlich und örtlich festgelegte, neutestamentljche Galgentod. Im Odhin-Äsus- und Chrischna-Opfer hatte dies Mysterium schon eine viele tausend Jahre ältere Prägung gefunden.

DER JESUS VON NAZARETH

Germanenherz Die Christianisierung

Die Geschichtlichkeit eines „Jesus von Nazareth“ läßt sich nicht erweisen und selbst die theologische Forschung gesteht dies mehr oder weniger unumwunden zu. Sie zieht sich auf den schwankenden Standpunkt einer „Kulterzählung“ zurück, ohne indes irgendwie und irgend etwas an der Offenbarungseigenschaft der Evangelien aufgeben zu wollen. Die Geschichtlichkeit aber des palästinischen Christus verliert alle
Wahrscheinlichkeit schon durch den Umstand, daß das Volk der Juden, in das er hineingeboren worden sein soll, ebensowenig als Volk bestand, jedenfalls niemals in dem Sinne der fragwürdigen Überlieferung des alten Testamentes. Es ist schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden, daß die Juden, wie heute, auch schon damals kein Volk bildeten, das mit seinen Wurzeln in einem Heimatboden haftete, sondern von jeher nur aufgepfropft erschien auf anderen, sozusagen echten Völkerschaften. So rastete es auch eine Zeitlang in Palästina mit einer herrschend gewordenen Schicht von Priestern. Wir behaupten, daß der Name der Juden von dem Namen der Goten, der Guten, abgeleitet werden muß: Gute- Gote, in der Vernichtung des Begriffes: Jote-Jude!

Selbstverständlich muß in einem „ausgewählten“ Volke der „Guten“, der Goten, auch der Heiland, der Menschenführer erstehen, was die klare mythische Gestalt eines Christus von selbst fordert. Nur daß ein solches Geschehnis niemals zu irgendeiner behaupteten Zeit in Palästina bei den „Juden“ erfolgte, sondern, wenn überhaupt, vor undenklichen Zeiten bei jenem Volke Gottes, nämlich der Goten im Norden, von denen die geschichtlichen Goten die Nachkommen sind, die uns auch die älteste Übersetzung des Alten und des Neuen Testamentes, heute in Bruchstücken, hinterließen.

Wie diese Dinge eigentlich liegen, ist noch längst nicht geklärt, aber es müßte schon bedenklich stimmen, daß Herodot, der größte bekannte Geschichtschreiber des Altertums, um 460 vor unserer Zeitrechnung, von einem Volke der Juden oder ihrem Staate nichts zu berichten weiß. Hätte dieses Volk die Bedeutung gehabt, die uns seine vielfach übertriebene und gefälschte Geschichte vortäuscht, so wäre Herodot nicht mit Stillschweigen darüberhinweg gegangen. Die Juden spielten eine ähnliche Rolle in Handel und Verkehr des Altertums wie heute noch. Wir hören jetzt wieder von den Versuchen der Juden, sich in Palästina ein völkischjüdisches Staatsgebilde zu schaffen. Es würde nur aufzurichten sein mit fremder Hilfe und auf dem Rücken einer eingeborenen Bevölkerung, heute wie damals, als die eingeborenen nichtjüdischen, zum Teil arischen Stämme noch Galiläer, Samariter, Edomiter, Syrier, Phönizier und Philister hießen.

Es ist darum nicht verwunderlich, wenn Herodot alle alten bodenverwachsenen Völker aufzählt; Griechen, Perser, Phöniker, Meder, Phrygier, Ägypter, Germanen, Araber, Äthiopier, Inder, Babylonier, Assyrer, Skythen, Sarmaten, Massageten und von ihrer Kultur und ihrer Geschichte spricht, aber mit keinem Worte ein Volk oder einen Staat der Juden angibt. Kommt er auf Palästina zu sprechen, erwähnt er nur, daß es damals von Syriern bewohnt sei. Wenn von den Juden in alten Berichten gesprochen wird, außer in dem eigenen geschichtlich ganz anders zu wertenden Alten Testament, so nur in einer lebhaften Abwehr, die ihren Grund hat in der alle seßhaften Völker befremdenden Tatsache, daß die Juden als einziges unter den Völkern nicht für sich auf eigenem Boden wohnen noch je gewohnt haben. Der echte Nomade scheidet hier als Vergleich völlig aus, denn er lebt ebenso gesetzmäßig und „seßhaft“ auf einem bestimmt umgrenzten
Landstrich wie die anderen bodenständigen Völker, nur mit dem Unterschied, daß er nach altgewohnten wirtschaftlichen und klimatischen Notwendigkeiten auf ihm herumzieht, um seine Herden zu ernähren, niemals aber planlos und willkürlich, während die Juden damals und heute, in keinem Boden jemals verwurzelt, mit der Verlegung des wirtschaftlichen Schwergewichts von Land zu Land wandern. Die Geschichtlichkeit der Gestalt des Jesus läßt sich sicherlich am allerwenigsten aus der Geschichte der Juden belegen.

Arier und Jude sind Gegensätze. Wir treten, um diese Wahrheit auszusprechen, gar nicht erst auf den staubigen Kampfplatz politischer Leidenschaften oder wirtschaftlicher Gegensätze. Wir sprechen eine Tatsache aus, die allen Ehrlichen aus beiden Lagern ganz selbstverständlich erscheint. Das Christentum ist, so wie die Verhältnisse heute liegen, eine ganz ausschließliche Eigenschaft arischer oder mehr oder weniger arisch beeinflußter Völker geworden. Jedenfalls erhält sich das Christentum als Religion und Bekenntnis auf einer höheren Betrachtungsebene nur in den germanischen Ländern. Es muß etwas im Urgrunde des Christentums liegen, und sei dies selbst erst nach seiner Berührung mit den Germanen hineingedacht, was ihnen verwandt ist, während das Judentum sich über fast zwei Jahrtausende hinweg dem Christentum und seinem angeblichen Begründer feindlich erweist. Es ist darum schwer faßlich, wie sich eine Meinung bilden konnte, daß Christus ein Jude gewesen sei. Alles innere Wissen, alles Ge-Wissen spricht gegen eine solche Annahme, so daß es wenig auf sich hat, wenn man einige Stellen des Neuen Testamentes im bezweifelten Sinne erklären möchte, andere Stellen wiederum zeigen den Jesus von Nazareth als den ausgesprochenen Gegensatz des Juden und jüdischer Geistesverfassung. Diese Widersprüche liegen eben in der Schwäche aller schriftlichen Überlieferung und warnen vor einer allzu wörtlichen Anlehnung an jeden veränderlichen Text.

Es kann nur von völlig Christus-Gleichen, wenn wir das Gebild, das Inund Sinnbild dieses Christus-Inneren uns zu eigen machen, verstanden und begriffen werden, daß dieser Christus niemals Jude gewesen sein kann, sofern wir seine Gestalt für eine Wirklichkeit zu nehmen bereit sind. Wären die Juden von gestern und heute dieser Überzeugung selbst, daß dieser Christus einer ihresgleichen war, so hätten sie gewiß den Irrtum seiner Tötung mit Freuden schon längst wettgemacht durch den Übergang zu seiner Lehre. Wenn sie trotzdem den Jesus von Nazareth für sich in Anspruch nehmen, tun sie es aus rassepolitischer Klugheit, weil nichts so sehr ihre geistige und wirtschaftliche Herrschaft über ihre christlichen Wirtsvölker befestigt als die vermeintliche Zugehörigkeit dieses „Christus“ zum Volke der Juden. Darum wurde diesem Volke schon vieles verziehen, was Strafe, Zurückweisung oder Vergeltung gefordert hätte. Unter sich aber sprechen sie nach dem Beispiel ihrer zahllosen Schriften nur in den abfälligsten Worten über ihn und schimpfen ihn den „Gehenkten“ und den Sohn einer Hure.

Ich erwähne diese Umstände hier nicht in solcher Ausführlichkeit, um Haß und Mißverständnis auf beiden Seiten weiter zu schüren, sondern um Einsicht und Verständnis für eine ungeheuer wichtige Frage zu schaffen, die keinen Unfrieden mehr stiften wird, von dem Augenblicke an, in dem sie einigermaßen geklärt erscheint und mit Wahrhaftigkeitsmut behandelt wird.

Nur ein gänzlich verdunkeltes Christentum kann noch einen volksjüdischen Christus verteidigen. Wenn die Menschen ernsthaft nachdenken wollten, so müßten sie sich sagen, daß sie hier gar nicht mit irdischen Maßstäben messen dürfen. Nach den Glaubenslehrsätzen der Kirche ist der Christus vom heiligen Geist empfangen und von einer Jungfrau Maria geboren. Eine Abstammung aus dem Judentum wird also gar nicht vorausgesetzt, wenigstens nicht von Vaterseite her. Da Maria schließlich als „Gottesmutter“ auftritt, so ist ihre Herkunft aus dem volksjüdischen Stamme nicht einwandfrei. Hätte es überhaupt einen Sinn, wenn die Juden einen Juden gekreuzigt hätten? Das tun die Juden nie! Das liegt nicht in ihrem Wesen, das sicher eine beachtens- und nachahmungswerte Eigenschaft aufweist, den völkisch-rassischen Zusammenhang. Wenn sie den „Heiland der Welt“ töteten, dann töteten sie damit nichts in sich oder von sich selbst, sondern im Gegenteil den Geist, der sie stets verneinte. Christus war kein Jude, sondern als ein „Sohn Gottes“ sicher sein Ebenbild, das wir heute füglich im arischen Menschen sehen und das so von jeher bei andern Völkern auch gesehen wurde. Es ist undenkbar, sich einen griechischen Apollo als Juden, als Neger, als Angehörigen irgendeiner Mischrasse zu denken, einschließlich der Griechen von heute, die auch nicht einen Mann oder eine Frau mehr aufweisen von jener Rasse, die das Vorbild zu einem Zeus, einem Herakles, einer Venus von Milo oder einer Athene gab. Es ist ganz ersprießlich, solchen Gedankengängen nachzugehen, weil sie unsere geistige Vorstellungskraft beschwingen und mehr zur Beseitigung von falschen Annahmen beitragen als lange „gelehrte“ Abhandlungen.

Selbst der Heilige muß blond sein, griechisch xanthos, um ein Sanctus werden zu können und zu bleiben. Also blond und heilig (heil-ig ist, wer ein heiles Ich hat), entspringen derselben arischen Wortwurzel. Tausende von erleuchteten Künstlern des Mittelalters, dem man noch keine rassekundlichen Kenntnisse zutraut, haben den Christus als den Gottmenschen, den arischen Sonnenmenschen geschaut, geschildert, gezeichnet und gemalt und in Holz, Ton, Erz und Stein gebildet. Tausende begnadeter Künstler haben Maria als die stolze, schöne Mutter irgendeines arischen holden blonden Gotteskindes gemalt und nachgebildet. Nie wäre es einem solchen Meister beigekommen, den „Herrn“, den Sohn Gottes, den Welterlöser als einen Juden, die Himmelskönigin als eine Jüdin darzustellen.

In der Bibliothek des Vatikans befindet sich ein Brief eines gewissen Publius Lentulus, des angeblichen Vorgängers des Pontius Pilatus. Dieser römische Prokonsul in Palästina schreibt in dem Briefe, der zur Zeit des Tiberius an den Senat von Rom gerichtet sein soll: „Es erschien und lebt in diesen Tagen unter uns ein Mann von merkwürdiger Tugend, den einige, die ihn begleiten, einen Sohn Gottes nennen. Er heilt die Kranken und läßt die Toten wieder auferstehen. Er ist wohlgebildet von Gestalt und zieht die Blicke auf sich. Sein Antlitz flößt Liebe und zugleich Furcht ein. Seine Haare sind lang und blond, glatt bis an die Ohren und von den Ohren bis zu den Schultern leicht gelockt. Ein Scheitel teilt sie auf der Mitte des Hauptes und jede Hälfte fällt seitwärts nach dem Brauche von Nazareth. Die Wangen sind leicht gerötet, die Nase ist wohlgeformt. Er trägt einen Vollbart von derselben Farbe wie das Haar, aber etwas heller und in der Mitte geteilt. Sein Blick strahlt Weisheit und Reinheit aus. Die Augen sind blau, von Strahlen verschiedenen Lichtes durchleuchtet. Dieser Mann, der gewöhnlich in der Unterhaltung liebenswürdig ist, wird schrecklich, wenn er gezwungen wird, zu tadeln. Aber auch in diesem Falle geht von ihm ein Gefühl klarer Sicherheit aus.

Niemand hat ihn je lachen sehen, dagegen oft weinen. Sein Wuchs ist normal, die Haltung gerade, seine Hände und Arme sind von solcher Schönheit, daß ihr Anblick Freude bereitet. Der Ton seiner Stimme ist ernst. Er spricht wenig. Er ist bescheiden. Er ist schön, wenn ein Mann schön sein kann. Man nennt ihn Jesus, Sohn der Maria.“ Die Stellen, die von vornherein den Stempel der Fälschung tragen, sind durch Bogen-Schrift gekennzeichnet. Ob die Urkunde überhaupt echt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Gestalt und das Aussehen eines rein arischen Menschen ist mit großem Geschick geschildert. Daß der Gottmensch das göttliche Lachen nicht kennte, wäre, nach diesem Bilde, sein größter Fehler. Hier verließ den Schreiber das reine Gefühl. Im Vatikan befinden sich noch unersetzliche und unbekannte Urkunden, so daß das Vorhandensein einer ähnlichen, wie dieser Brief, an sich durchaus wahrscheinlich ist. Nehmen wir die Urkunde als echt an, so sehen wir klar, daß jener Eingeweihte, jener „Christos“ der alten Mysterien in Palästina ein Sproß der arischen Restbevölkerung war, der sich vergeblich bemühte, den arischen Geist im Mischvolke zu beleben und darum von den herrschenden Juden getötet werden konnte. Mit dem Christos, dem HARISTOS, dem kosmischen „Gottessohne“ hat er nichts weiter zu tun, als daß er ihn wohl auffaßte und lehrte, wie wir es auch tun. Das menschliche Bild des „Heilandes“ ist jedenfalls ganz das, wie es die mittelalterlichen Maler wie auf Übereinkunft dargestellt haben, und neuere Bilder, die nach dieser Beschreibung entworfen wurden, beweisen zur Genüge, daß im allgemeinen Bewußtsein der „Jesus Christus“ als ein Mensch reinster arischheldischer Rassenerscheinung und nicht als ein mehr oder weniger deutlicher Jude weiterlebt. Die ersten dunkeläugigen und schwarzhaarigen Darstellungen des Christus als eines mittelländischsemitisierenden Proletariers stammen von Malern aus der Renaissance, die bewußt den göttlichen Weg der Kunst verließen und schließlich die Auflösung jeder sakralen Haltung in der Malerei der Moderne vorbereiteten.

Die Bedeutung des Lentulus-Berichtes und der nach ihm, meist ohne seine Kenntnis ganz entsprechend gefertigten Bilder liegt in der Betonung eines Rassebildes, daß die äußerste Hochzüchtung des arischen Gottmenschen in seiner vergeistigten Gestalt darstellt. Dieser Christus ist das Urbild der kommenden sechsten Rasse, die dem Göttlichen, dem GottÄhnlichen um einen Schritt nähertritt. Solche Beziehungen bezeugen mehr als irgendwelche anderen geschichtlichen Nachweise das Christentum, das ja nur ein Ableger der alten arischen Mysterienlehre ist, als eine ausgesprochene Rassenreligion, also Rata-Ra-dix-Wurzel-Religion, die jede Religion sein muß, wenn sie dem Ziele der Vergöttlichung, der Vergötterung, der Vergottung der Menschheit dienen will. Erst in unserer Zeit haben von ihrem Gotte gänzlich Verlassene es gewagt, Christus als Niederrassigen darzustellen, im Vertrauen darauf, bei Gleichgesinnten Beifall zu finden. Mögen sie es tun! Sie zeigen sich als Hörige des Anti-Christes! Nicht der „Höchste“ hängt am Kreuze dann, vom „Niedersten“ gekreuzigt, sondern der Schlechteste, der Schlechtweggekommenste, der sein Schicksal anklagt, weil er noch nicht weiß, daß alles Schlechtweggekommensein eigene Schuld ist, eigene Last aus früheren Verkörperungen. Weil aber ein jeder Geist nur dem Geiste gleicht, den er begreift, so will er seinen Gott nach seinem Bilde, und darüber ist füglich nicht zu rechten und nicht zu richten. Ein Künstler bildet in allen seinen Werken schließlich nur sich selbst, stellt sein Selbst aus sich heraus. Es bleibt denn nur die Frage offen, ob wir im Antlitz eines arischen „Jesus“ ein Spiegelbild, einen Abglanz Gottes erkennen wollen oder in den Gesichtszügen eines Buschmannes.

Es liegt uns wahrlich wenig daran, einen Beweis zu führen, daß geographisch, geschichtlich und rassenwissenschaftlich gesehen, Christus als ein angeblicher Galiläer kein Jude gewesen sein kann, weil jahrhundertelang Galiläa von Juden vollkommen entblößt war. Uns kommt es auf den inneren Wahrheitgehalt an, auf die Untrüglichkeit eines geistigen Erkennens aus göttlichem Urgrunde, daß das Heil, die Geburt des Heilandes nicht aus dem kommen kann, was die Welt als das „Jüdische“, die Edda als das „Jotische“ im Gegensatz zum „Gotischen“ bezeichnen, sondern aus dem reinen Gegensatz zu eben diesem Jüdischen und Jotischen. Und allein aus diesem Grunde muß jeder Heiland „unter“ irgendwelchen „Juden“ geboren werden, selbst ein Nicht-Jude, denn hier nur kann er seinen Verräter finden, seinen Judas Ischariot, seinen Henker, hier muß er seinen Tod leiden, der ihm von Seinesgleichen niemals geworden wäre. Allen „Juden“ war noch im letzten Augenblick die Wahl gegeben zwischen ihm, dem Nicht-Juden und Barnabas, dem Volksgenossen, aber alle „Juden“ aller Zeiten forderten von jeher die Freigabe eines Barnabas, weil er ein Verworfener, ein Mörder ist. Das heißt eine Symbolsprache, wie sie deutlicher und überzeugender nicht reden könnte.

Wer in der feinen, wohlverstandenen Lehre und in dem reinen, wohlbestandenen „Leben“ des „Christus“ Jüdisches sieht, findet auch sonst aus den Finsternissen seines Menschenunglücks nie wieder heraus, er vermehrt noch alles Unheil auf Erden durch sein Nichtwissen, sein Falschraten. So viele Menschen haben kein Unterscheidungsvermögen, ihre Zunge ist wie ein Reibeisen, sie schmeckt und kostet nichts, ihre Seele ist ein lederner Sack, die nie noch zu einem Höhenfluge sich erhob. Es wäre nun ebenso falsch, den „Christus“ einen Arier zu nennen, denn der Christus ist das „Wort“, der „Logos“, kein Mensch oder Gott zu irgendeiner irdischen Zeit an irgendeinem irdischen Ort. Wir lassen die Möglichkeit eines Eingeweihten offen, der zur angegebenen Zeit in Palästina öffentlich aufgetreten ist. Der hätte mit dem Krist-all isationsgedanken des Welt-Kristes, des Welt-Gerüstes nicht mehr und nicht weniger zu tun als wir alle, die wir eines guten Willens sind. „Christen“ nannten sich im alten Griechenland alle in die Mysterien Eingeführten, die einen höheren Grad in den Geheimbünden bekleideten, und der griechische Ausdruck wurde übernommen und übertragen schließlich auf alle, die der offenbarten Geheimlehre, aus deren gewaltigen Trümmern das frühe Christentum seine Bausteine holte, anhingen.

Darum schrieb noch um 70 n. Chr. der Jude Philo von den „Christen“, sie seien noch nicht Christen, d. h. in die innersten Mysterien Eingeweihte, sondern erst Chresten, d. h. noch Außenstehende. Der Unterschied liegt in der Bedeutung der beiden Vokale I und E, die das Innere beziehungsweise das Äußere schon in ihrem Klangwerte andeuten.

ergänzend: Die christliche Lehre kam aus dem Norden. und hier VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN .und hier Die vorchristlichen Ursprünge des Christentums .und hier Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld und hier Die Christianisierung und hier Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums und hier Die Christianisierung Nordgermaniens und hier Die Deutschen – ein auserwähltes Volk