Ludwig van Beethoven zum 250th Geburtstag

Ludwig van Beethoven  von; 17. Dezember 1770 in Bonn; bis 26. März 1827 in Wien) war ein deutscher Komponist der Wiener Klassik. Er gilt als der Komponist, der die Musik dieser Stilepoche zu ihrer höchsten Entwicklung geführt und der Romantik den Weg bereitet hat. In seinen tiefsinnigen, gemüt- und humorvollen Tondichtungen fast aller Gattungen erreichte die kompositorische Kunst ihren kaum noch zu überschreitenden Höhepunkt.

Ludwig van Beethoven hat musikalische Werke erschaffen, mit denen er die Vorstellungskraft seiner Zeit sprengte. Er war das personifizierte Beispiel für grenzenlose menschliche Kreativität, ein unangepasster Innovator, der sich an keinerlei Konventionen hielt. Niemand kennt sein exaktes Geburtsdatum, lediglich das seiner Taufe, nämlich den 17. Dezember 1770. Höchstwahrscheinlich war sein Geburtstag der 16. Dezember. Und somit sagen wir mal: Happy Birthday zum 250., Ludwig van Beethoven!

Jubiläumsjahr 2020
Das Jahr 2020 sollte ganz im Zeichen Ludwig von Beethovens stehen, aber die meisten der insgesamt rund 300 Projekte des Jubiläumsjahres wurden Opfer der Corona-Krise, darunter spektakuläre Ereignisse wie das für den 15. Mai geplante Simultan-Konzert des Beethoven Orchesters Bonn mit den Wiener Symphonikern oder das Beethovenfest, das im März und im September 2020 ein besonders reiches Jubiläumsprogramm präsentieren wollte. Die einmalige biographische Beethoven-Ausstellung in der Bonner Bundeskunst- und Ausstellungshalle mußte vorzeitig schließen, und auch der „Beethoven-Frachter“, zu Ehren des Komponisten in einer musikalischen Mission von Bonn nach Wien unterwegs, konnte nicht ablegen.

Der Aufsichtsrat der „Beethoven Jubiläums GmbH“ hat jedoch in seiner Aufsichtsratssitzung entschieden, die Feierlichkeiten bis September 2021 weiterzuführen:

„‚Mit BTHVN2020 wurde ein vielseitiges und breitenwirksames Jubiläumsprogramm geschaffen, das nicht nur in der Region, sondern bundes- und sogar weltweit Beachtung und Anerkennung gefunden hat. Umso mehr hat uns alle der harte Einschnitt durch die COVID-19-Pandemie getroffen. Als deutliches Zeichen einer Wertschätzung für Ludwig van Beethoven und für die Bedeutung der Kultur generell haben wir uns heute einhellig für eine Verlängerung des Jubiläums entschieden. Es ist uns ein großes Anliegen, dass möglichst viele der bisher geplanten Projekte realisiert werden können. Wir möchten hierdurch vor allem allen Akteurinnen und Akteuren des Jubiläums die Chance bieten, ihr Programm, in das viel Kreativität, Zeit und Mühe geflossen ist, auch zu präsentieren‘, erklärt Dr. Günter Winands, Amtschef bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und Aufsichtsratsvorsitzender der Beethoven Jubiläums GmbH. So soll Beethovens 250. Tauftag, der 17. Dezember 2020, nicht das Finale, sondern einen Höhepunkt der Feierlichkeiten des in Bonn geborenen Komponisten markieren. Die Beethoven Jubiläums GmbH hält derzeit weiterhin an dem für diesen Tag geplanten Konzert mit Daniel Barenboim und dem West-Eastern Divan Orchester unter der Anwesenheit des Bundespräsidenten als Schirmherr des Jubiläums fest. Das vielfältige Programm BTHVN2020 steht unter dem Motto ‚Beethoven neu entdecken‘ und umfasst 300 Projekte.“

Weltweite Inspiration bis in die heutige Zeit

Bis heute sind die Kompositionen von Ludwig van Beethoven die meistgespielten klassischen Werke schlechthin. Immerhin hat der Mann mit der Hardrock-Frisur die Musikwelt mit reichlich Material befeuert. Hinterlassen hat Ludwig van Beethoven rund 340 Werke, darunter neun Sinfonien, etliche Streichquartette und Klavierkonzerte und mit „Fidelio“ eine einzige Oper. Die Ode „An die Freude“ ist nicht nur eines der meistgespielten Stücke der Welt, seit 1972 auch die offizielle Europahymne.

Als radikaler Künstler zurück in die musikalische Zukunft

Beethoven komponierte nicht für die Gegenwart. Stattdessen wollte er Werke für die Nachwelt erschaffen. Immer wieder verwendete er für die damalige Zeit außergewöhnliche Stilmittel. So setzte er beispielsweise in der „Neunten“ einen Chor ein, was es bis dahin in Sinfonien noch nie gegeben hatte. Mit seinen musikalischen Kollegen läutete der kongeniale Komponist mit dem wirren Schopf nichts Geringeres als das Zeitalter der Wiener Klassik ein, legte den roten Teppich für die Romantik und machte sich zum nicht kritisierbaren Monument der Musikkultur.

Außergewöhnlich anderes und unbedingt neu

Zu den wiedererkennbaren Elementen seiner Kompositionskunst gehört die spezielle dramaturgische Herangehensweise. Im Gegensatz zu anderen Komponisten seiner Zeit nutzte er gerne und häufig kurze, einprägsame Motive, viele Melodien von ihm sind energisch und kraftvoll. Dabei setzt er beispielsweise in der 9. Sinfonie immer wieder die Rhythmisierung entgegen des Metrums. Wie der Meister mit Stimmung und seinem speziellen Temperament spielt, spiegelt z. B. die höchst komplexe Klaviersonate „Appassionata“.

Beethoven und die Frauen: Wer ist Elise, wer die unsterbliche Geliebte?

Viele Fragen bleiben offen, auch wenn die Forscher sich extreme Mühe geben, die Geheimnisse und Mythen zu lüften. So ist noch immer nicht klar, wer Elise aus seinem wohl bekanntesten Klavierstück „Für Elise“ ist. Vermutet wird, dass es sich um die deutsche Opernsängerin Elisabeth Röckel handelt. Immerhin hat er sie verehrt, ihr angeblich auch einen Heiratsantrag gemacht. Außerdem gibt es immer wieder Spekulationen über die „unsterbliche Geliebte“. In Beethovens Nachlass befanden sich Liebesbriefe an eine unbekannte Dame. Abgeschickt hat er die schmachtende Post offensichtlich nicht.

Kauziger Charakter mit fortschreitendem Alter

Allenfalls in seinen jungen Jahren soll Beethoven ein fröhlicher Mensch gewesen sein. Stattdessen war er ein untersetzter, rotgesichtiger und pockennarbiger Mann; ein Sonderling, der sich nicht viele Freunde machte. Mit zunehmendem Alter wurde er zunehmend cholerisch und ein echter Griesgram. Als Grund für den Charakterwandel nennt er selbst seine einsetzende Taubheit. Mit 27 Jahren wurde er schwerhörig, mit 48 war er taub. Musikalisch ausbremsen ließ er sich nicht.

Beethovens – Mondscheinsonate Op. 27 Nr. 2

Die Klaviersonate Nr. 14 c-Moll „Quasi una fantasia“, Op. 27, Nr. 2, im Volksmund als Mondscheinsonate bekannt, ist eine Klaviersonate von Ludwig van Beethoven. Es wurde 1801 fertiggestellt und 1802 seiner Schülerin, Gräfin Giulietta Guicciardi, gewidmet.

Das Stück ist eine von Beethovens beliebtesten Kompositionen für Klavier und war schon zu seiner Zeit ein beliebter Favorit. Beethoven schrieb die Mondscheinsonate Anfang dreißig, nachdem er mit einigen Auftragsarbeiten fertig war; Es gibt keine Beweise dafür, dass er beauftragt wurde, diese Sonate zu schreiben.
Die erste Ausgabe der Partitur trägt die Überschrift Sonata quasi una fantasia, ein Titel, den dieses Werk mit seinem Begleitstück Op. 27, Nr. 1. Grove Music Online übersetzt den italienischen Titel als „Sonate in der Art einer Fantasie“. Der Titel könnte auch so interpretiert werden, dass er „… wie improvisiert“ impliziert.

Der Name „Mondscheinsonate“ stammt von Bemerkungen des deutschen Musikkritikers und Dichters Ludwig Rellstab. 1832, fünf Jahre nach Beethovens Tod, verglich Rellstab die Wirkung des ersten Satzes mit der des Mondlichts am Vierwaldstättersee. Innerhalb von zehn Jahren wurde der Name „Mondscheinsonate“ in deutschen und englischen Publikationen verwendet. Später im neunzehnten Jahrhundert war die Sonate allgemein unter diesem Namen bekannt.

Viele Kritiker haben Einwände gegen die subjektive, romantische Natur des Titels „Moonlight“ erhoben, der zuweilen als „irreführende Herangehensweise an eine Bewegung mit fast dem Charakter eines Trauermarsches“ und „absurd“ bezeichnet wurde. Andere Kritiker haben das Sobriquet gebilligt und finden es evokativ oder im Einklang mit ihrer eigenen Interpretation des Werks. Der Grammophon-Gründer Compton Mackenzie fand den Titel „harmlos“ und bemerkte, dass „es für strenge Kritiker albern ist, sich mit dem armen Rellstab in einen Zustand fast hysterischer Wut zu versetzen“, und fügte hinzu: „Was diese strengen Kritiker nicht verstehen, ist, dass es nicht so ist Die breite Öffentlichkeit hatte auf den Vorschlag des Mondlichts in dieser Musik reagiert. Rellstabs Bemerkung wäre längst vergessen worden. “

Vollendung des Unvollendeten in der Zukunft?

Frenetischen Applaus gab es 1824 bei der Uraufführung von Beethovens neunter Sinfonie, der Sinfonie in d-Moll op. 125. Es sollte die letzte vollendete seiner Sinfonien werden. Findige Musiker nehmen sich immer wieder vor, die begonnene 10. Sinfonie zu Ende zu komponieren. Und auch hier erkennt man den Einfluss von Beethoven bis in unsere Gegenwart und Zukunft hinein. Umgesetzt werden soll die Vervollständigung nicht mit menschlicher Kreativität, sondern mit dem Einsatz von künstlicher Intelligenz.

Posthum sogar die Technik beeinflusst

Ganz nebenbei hat der Mega-Komponist auch Einfluss auf die Entwicklung von Tonträgern gehabt. So war die Neunte satte 70 Minuten lang. CDs haben und hatten bekanntlich eine begrenzte Speicherkapazität. Die Produktentwickler holten sich Rat beim 1989 verstorbenen Herbert von Karajan. Der renommierte Dirigent gab zur Antwort, es müsse möglich sein, die Neunte komplett auf eine CD zu bannen bzw. zu hören. Unter 70 Minuten ging da also nichts. Die Speicherkapazität der CDs wurde für 80 Minuten konzipiert.

Längst haben Beethovens Werke weitere Genres geprägt

Ebenso beeindruckend ist, dass die Werke von Beethoven in heutiger Zeit auch abseits der Klassik gespielt werden. Immer wieder machen sich aktuell angesagte Künstler daran, Phrasen, Motive oder ganze Sinfonien auf ihre eigene Weise zu interpretieren.

Beethovens Sinfonie Nr. 1 in C-Dur op. 21

, war Baron Gottfried van Swieten gewidmet, einem frühen Patron des Komponisten. Das Stück wurde 1801 von Hoffmeister & Kühnel aus Leipzig veröffentlicht. Es ist nicht genau bekannt, wann Beethoven dieses Werk fertig geschrieben hat, aber es wurden Skizzen des Finales aus dem Jahr 1795 gefunden.

Die Symphonie ist eindeutig Beethovens Vorgängern, insbesondere seinem Lehrer Joseph Haydn sowie Wolfgang Amadeus Mozart, zu verdanken, weist jedoch Merkmale auf, die sie einzigartig als Beethovens Werk auszeichnen, insbesondere die häufige Verwendung von Sforzandi sowie plötzliche Verschiebungen der Tonzentren ungewöhnlich für die traditionelle symphonische Form (insbesondere im 3. Satz) und den prominenten, unabhängigeren Einsatz von Blasinstrumenten. Skizzen für das Finale finden sich in den Übungen, die Beethoven im Frühjahr 1797 während des Kontrapunktstudiums bei Johann Georg Albrechtsberger schrieb.

Die Premiere fand am 2. April 1800 im K.K. Hoftheater nächst der Burg in Wien. Die meisten Quellen stimmen darin überein, dass das Konzertprogramm auch Beethovens Septett sowie eine Symphonie von Mozart enthielt, aber es gibt einige Meinungsverschiedenheiten darüber, ob der Rest des Programms Auszüge aus Haydns Oratorium The Creation oder aus The Seasons enthielt und ob Beethovens eigenes Klavierkonzert Nr 1 oder Nr. 2 wurde durchgeführt. Dieses Konzert diente effektiv dazu, Beethovens Talente in Wien bekannt zu machen.

Beethovens monumentales Meisterwerk Ode an die Freude

An die Freude ist ein Gedicht von Friedrich Schiller, das durch Ludwig van Beethoven unter dem Titel „Freude schöner Götterfunken“ (Ode an die Freude) in seiner 9. Sinfonie vertont wurde und dessen Text darin in Auszügen Verwendung fand. .Eigentlich hatte Beethoven seine letzte Symphonie Alexander I. von Russland widmen wollen. Der war allerdings vor einigen Monaten gestorben. Nun erhofft sich Beethoven durch den König von Preußen eine Verbreitung seines monumentalen Meisterwerks: „Euer Majestät sind nicht bloß Vater allerhöchst Ihrer Untertanen, sondern auch Beschützer der Künste und Wissenschaften. Ich bitte Euer Majestät, dieses Werk als ein geringes Zeichen der hohen Verehrung allergnädigst anzunehmen, die ich allerhöchst Ihren Tugenden zolle. Euer Majestät untertänigst gehorsamster Ludwig van Beethoven.“

Handschriftliche Skizze Beethovens zu der „Ode an die Freude“ | Bildquelle: picture-alliance / akg-images

Beethoven lässt als erster Komponist in seiner Symphonie auch einen Chor auftreten. Dazu vertonte er Schillers „Ode an die Freude“, in der die Ideale von Gleichheit und Brüderlichkeit gepriesen werden. Doch daran stört sich der König offensichtlich nicht. Denn zwei Monate später erhält Beethoven einen kurzen Dankesbrief, in dem ihm Friedrich Wilhelm III. einen wertvollen Brillantring als Belohnung verspricht.

Große Enttäuschung

Als Beethoven kurz darauf das Geschenk von der preußischen Gesandtschaft überbracht wird, ist der Komponist enttäuscht. Denn das Schmuckstück stellt sich als weniger wertvoll heraus als erhofft. Ein Juwelier schätzt den Ring auf lumpige 300 Gulden. Ob der König den Komponisten billig abspeisen wollte, oder ob der Ring von den Überbringern unterwegs möglicherweise gegen einen anderen ausgetauscht wurde, ist unklar. Beethoven jedenfalls ist beleidigt und will das Schmuckstück auf der Stelle zurückgeben. Dann aber besinnt er sich eines Besseren. Er verkauft den Ring und streicht die 300 Gulden ein – als Belohnung für die Komposition, die zwei Jahrhunderte später zum Weltkulturerbe erklärt werden wird.

Eine sehr schöne Version der 9ten – von Chicago Symphony Orchestra – Riccardo Muti

Friedrich Schiller (1759–1805)
vgl. „Ode an die Freude“ / cf. „Ode to Joy“ (1785):

O Freunde, nicht diese Töne!
Sondern laßt uns angenehmere
anstimmen und freudenvollere.
Freude! Freude!

Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken,
Himmlische, dein Heiligthum!
Deine Zauber binden wieder,
Was der Mode Schwerdt getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
Wo dein Sanfter Flügel weilt.
Chor.
Seyd umschlungen, Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder, überm Sternenzelt
Muß ein lieber Vater wohnen.

Wem der große Wurf gelungen,
Eines Freundes Freund zu seyn,
Wer ein holdes Weib errungen,
Mische seinen Jubel ein!
Ja, wer auch nur eine Seele
Sein nennt auf dem Erdenrund!
Und wer’s nie gekonnt, der stehle
Weinend sich aus diesem Bund!
Chor.
Was den großen Ring bewohnet,
Huldige der Simpathie.
Zu den Sternen leitet sie,
Wo der Unbekannte thronet.

Freude trinken alle Wesen
An den Brüsten der Natur,
Alle Guten, alle Bösen
Folgen ihrer Rosenspur.
Küsse gab sie uns und Reben,
Einen Freund, geprüft im Tod,
Wollust ward dem Wurm gegeben,
Und der Cherub steht vor Gott.
Chor.
Ihr stürzt nieder, Millionen?
Ahndest du den Schöpfer, Welt?
Such ihn überm Sternenzelt!
Ueber Sternen muß er wohnen.

Freude heißt die starke Feder
In der ewigen Natur.
Freude, Freude treibt die Räder
In der großen Weltenuhr.
Blumen lockt sie aus den Keimen,
Sonnen aus dem Firmament,
Sphären rollt sie in den Räumen,
Die des Sehers Rohr nicht kennt.
Chor:
Froh wie seine Sonnen fliegen
Durch des Himmels prächt’gen Plan,
Laufet Brüder, eure Bahn,
Freudig wie ein Held zum siegen!

Aus der Wahrheit Feuerspiegel
Lächelt sie den Forscher an.
Zu der Tugend steilem Hügel
Leitet sie des Dulders Bahn.
Auf des Glaubens Sonnenberge
Sieht man ihre Fahnen wehn,
Durch den Riß gesprengter Särge
Sie im Chor der Engel stehn.
Chor.
Duldet muthig Millionen!
Duldet für die bess’re Welt!
Droben überm Sternenzelt
Wird ein großer Gott belohnen.

Göttern kann man nicht vergelten,
Schön ists ihnen gleich zu seyn.
Gram und Armuth soll sich melden,
Mit den Frohen sich erfreun.
Groll und Rache sey vergessen,
Unserm Todfeind sey verziehn,
Keine Thräne soll ihn pressen,
Keine Reue nage ihn.
Chor:
Unser Schuldbuch sey vernichtet!
Ausgesöhnt die ganze Welt!
Brüder – überm Sternenzelt
Richtet Gott, wie wir gerichtet.

Freude sprudelt in Pokalen,
In der Traube gold’nem Blut
Trinken Sanftmuth Kannibalen,
Die Verzweiflung Heldenmuth –
Brüder fliegt von euren Sitzen,
Wenn der volle Römer kreiß’t,
Laßt den Schaum zum Himmel spritzen:
Dieses Glas dem guten Geist!
Chor.
Den der Sterne Wirbel loben,
Den des Seraphs Hymne preißt,
Dieses Glas dem guten Geist
Ueberm Sternenzelt dort oben!

Festen Muth in schweren Leiden,
Hülfe, wo die Unschuld weint,
Ewigkeit geschwor’nen Eiden,
Wahrheit gegen Freund und Feind,
Männerstolz vor Königsthronen –
Brüder, gält es Gut und Blut –
Dem Verdienste seine Kronen,
Untergang der Lügenbrut.
Chor.
Schließt den heil’gen Zirkel dichter!
Schwört bei diesem gold’nen Wein
Dem Gelübde treu zu seyn,
schwört es bei dem Sternenrichter!

Rettung von Tirannenketten,
Großmut auch dem Bösewicht,
Hoffnung auf den Sterbebetten,
Gnade auf dem Hochgericht!
Auch die Todten sollen leben!
Brüder trinkt und stimmet ein,
Allen Sündern soll vergeben,
und die Hölle nicht mehr seyn.
Chor:
Eine heit’re Abschiedsstunde!
Süßen Schlaf im Leichentuch!
Brüder – einen sanften Spruch
Aus des Todtenrichters Munde!
Freude, schöner Götterfunken, Götterfunken.

Beethoven – Symphony No.9 (10000 Japanese) – Freude schöner Götterfunken

ergänzend


Beethoven, L. V. – Sinfonie Nr. 4 (Fourth Symphony) (op. 60, in B flat major) – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philharmoniker – 30.6.1943.

Beethoven, L. V. – Sinfonie Nr. 6 (Sixth Symphony) (op. 68, in F major, “Pastoral”) – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philharmoniker – 20.3.1944.
Sinfonie Nr. 7 (Seventh Symphony) (op. 92, in A major) – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philharmoniker – 31.10.1943.

Beethoven, L. V. – Sinfonie Nr. 9 – Ninth Symphony (op. 125, in D minor, “Choral”) – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philharmoniker – 19.4.1942.

Beethoven, L. V. – Sinfonie Nr. 9 – Ninth Symphony (op. 125, in D minor, “Choral”) – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philcharmoniker – 22.03.1942.

Beethoven, L. V. – Herbert von Karajan, Berlin Philharmoniker, 1963.

Beethoven, L. V. – Piano Sonatas – Wilhelm Kempff, 1951-1956.

Beethoven, L. V. – Concerto for Violin and Orchestra in D, op. 61 – Wilhelm Furtwängler, Berliner Philharmoniker – 19.01.1944 – Erich Röhn, violin.

Zitate
Beethoven über die Natur
“Hier sitze ich oft stundenlang und meine Sinne schwelgen in dem Augenblick der empfangenden und gebärenden Kinder der Natur. Hier verhüllt mir die majestätische Sonne kein von Menschenhänden gemachtes Dreckdach, der blaue Himmel ist mein sublimes Dach.”
(Frühling 1804, während eines Spazierganges in Baden)

“Ist es doch, als ob jeder Baum zu mir spräche auf dem Lande: Heilig, heilig! – Im Walde Entzücken! Wer kann alles ausdrücken! – Süsse Stille des Waldes! … Der Wind, der beim zweiten schönen Tag schon eintritt, kann mich nicht in Wien halten, da er mein Feind ist.”
(Sommer 1806, in Baden)

“…zwischen Heiligenstadt und Grinzig, in einem Wiesental, die “Szene am Bach” aus der Pastorale entstanden ist – und die Goldammern da oben, die Wachteln, die Nachtigallen und Kuckucke ringsum haben mitkomponiert.”
(?)
“…wo es zwar noch sehr leer an Menschen ist. Aber desto voller angefüllter und in Überfluss und hinreissender Schönheit prangt die Natur.”
(Sommer 1813, Brief an Erzherzog Rudolf nach Ankunft in Baden)

“Wie froh bin ich, einmal in Gebüschen, Wäldern, unter Bäumen, Kräutern, Felsen wandeln zu können. Kein Mensch kann das Land so lieben wie ich. Geben doch Wälder, Bäume, Felsen den Widerhall, den der Mensch wünscht…”
(Frühling 1815, in Baden, in einem Brief an Therese Malfatti)

“Allmächtiger im Walde! Ich bin selig, glücklich im Wald; jeder Baum spricht durch dich. O Gott! welche Herrlichkeit! In einer solchen Waldgegend, in den Höhen ist Ruhe, Ruhe, ihm zu dienen.”
(1815, Eintrag ins Tagebuch)
Beethoven über seine Taubheit

“…denn Dein Beethoven lebt sehr unglücklich; wisse, dass mir der edelste Teil mein Gehör sehr abgenommen hat…nun ist es immer ärger geworden; ob es wird wieder können geheilt werden, das steht noch zu erwarten.”
(Juni 1801, in einem Brief an Freund Amenda)

“Seit zwei Jahren fast meide ich alle Gesellschaften, weil’s mir nun nicht möglich ist, den Leuten zu sagen: ich bin taub. Hätte ich irgendein anderes Fach, so ging’s noch eher; aber in meinem Fach ist das ein schrecklicher Zustand.”
(Juni 1801, in einem Brief an Wegeler)

“Baumwolle in den Ohren am Klavier benimmt meinem Gehör das unangenehm Rauschende.”
(Juni 1811, aus einem Skizzenbuch)

“Das beste, an dein Übel nicht zu denken, ist Beschäftigung.”
(1813, Notiz)

“Bestimmung der Ärzte über mein Leben. – Ist keine Rettung mehr, so muss ich * * * brauchen??? Es gehört nur noch geschwinder zu vollenden, was früher unmöglich…”
(1814, Eintrag ins Tagebuch)

“Die Ohrenmaschine könnte so sein, dass Sterne an der Öffnung den Eingang des Schalls erleichterten, sich der Schall rund um das Ohr fortpflanzte und man auf diese Weise gegen alle Öffnungen hören könnte.”
(1814, Eintrag ins Tagebuch)

“Die Mälzelsche Gehörmaschine ist die stärkste, nächstdem die . . . . . Man müsste verschiedene im Zimmer, für die Musik, Sprechen und nach der Grösse des Saals haben.”
(1815, Eintrag ins Tagebuch)

“Alles, was Leben heisst, sey der Erhabenen geopfert und ein Heiligtum der Kunst, lass mich leben, sey es auch mit Hilfsmitteln, wenn sich nur finden.
Die Ohrenmaschine womöglich zur Reife bringen, alsdann reisen – dieses bist du Dir, den Menschen und ihm – dem Allmächtigen – schuldig, nur so kannst Du noch einmal alles entwickeln, was in dir verschlossen bleiben muss… und ein kleiner Hof… eine kleine Kapelle… von mir in ihr der Gesang geschrieben, angeführt, zur Ehre des Allmächtigen – des Ewigen, Unendlichen… So mögen die letzten Tage verfliessen.”
(Winter 1815/16, Eintrag ins Tagebuch)

“Wir Endliche mit dem unendlichen Geist sind nur zu Leiden und Freuden geboren, und beinahe könnte man sagen, die Ausgezeichneten erhalten durch Leiden Freude.”
(1808, in einem Brief an die gelähmte Gräfin Maria von Erdödy)
Beethoven über andere Personen
BACH, Johann Sebastian

“Urvater der Harmonie”

“Bach sollte nicht Bach, sondern Meer heissen.”
BEETHOVEN, Johann van (Bruder)

“Ludwig van Beethoven, Hirnbesitzer”
(In einem Brief an seinen Bruder, der sehr stolz auf seinen Reichtum war und seine Briefe mit “J. v. Beethoven, Gutsbesitzer” unterschrieb)
GOETHE, Johann Wolfgang von

“Goethe behagt die Hofluft zu sehr, mehr als es einem Dichter ziemt. Es ist nicht viel mehr über die Lächerlichkeiten der Virtuosen hier zu reden, wenn Dichter, die als die ersten Lehrer der Nation angesehen sein sollten, über diesem Schimmer alles andere vergessen können.”
(9. August 1812, in einem Brief an Breitkopf & Härtel)

“Die Verehrung Liebe und Hochachtung welche ich für den einzigen Unsterblichen Göthe von meinen Jünglingsjahren schon hatte, ist immer mir geblieben, so was lässt sich nicht wohl in Worte fassen, besonders von einem solchen Stümper wie ich, der nur immer gedacht hat, die Töne sich eigen zu machen, allein ein eigenes Gefühl treibt mich immer, ihnen so viel zu sagen, indem ich in ihren schriften lebe – Ich weiss Sie werden nicht ermangeln, einem Künstler, der nur zu sehr gefühlt, wie weit der blosse Erwerb von ihr (der Kunst) entfernt, einmal sich für ihn zu verwenden, wo Noth ihn zwingt, auch wegen andern für andere zu walten zu wirken – das gute ist uns allzeit deutlich, u. so weiss ich, dass E(ure) E(xzellenz) meine Bitte nicht abschlagen werden – Einige Worte von ihnen würden Glückseeligkeit über mich verbreiten. – Euer Exzellenz mit der innigsten unbegrenztesten Hochachtung verharrender Beethoven.”
(8. Februar 1823, Brief an Goethe)
HÄNDEL, Georg Friedrich

“Händel ist der grösste Komponist, der je lebte.”
(1824)

“Für Händel ein eigenes Gestelle – dies Gestelle muss bei jeder Lücke eine Leiste haben, welche leicht beweglich zu machen, so für grössere und kleinere Bücher.”
(Dezember 1826, Eintrag ins Tagebuch, nachdem er von J. A. Stumpff 40 Bände der “Arnoldschen Prachtausgabe” von Händels sämtlichen Werken geschenkt bekam)
HÜTTENBRENNER, Anselm

“Fahren Sie so fort, Anselm! Sie haben meinen Geist, und der Franz (Schubert) meine Seele!”
(1816, nach Durchsicht einiger Kompositionsversuche von A. H., ihm dabei heftig auf die Schulter klopfend)

“Ich bin es nicht werth, dass Sie mich besuchen.”
(1816 bei gleichem Anlass. Hüttenbrenner: “War das Demuth, so war es göttlich; war es Ironie, so war es verzeihlich)
NAPOLEON, Bonaparte

“Ist er auch nicht anders wie ein gewöhnlicher Mensch! Nun wird er auch alle Menschenrechte nit den Füssen treten, nur seinem Ehrgeiz frönen. Er wird sich nun höher als alle anderen stellen, ein Tyrann werden.”
(Sommer 1803, nach Napoleons Proklamierung zum Kaiser)
SCHUBERT, Franz

“Wahrlich, in dem Schubert wohnt ein göttlicher Funke!”

“…dieser wird noch viel Aufsehen in der Welt machen.”
(1827)
Beethoven über seine Musik

“Ich kann gar nichts unobligates schreiben, weil ich schon mit einem obligaten Accompagnement auf die Welt gekommen bin.”
(Dez. 1800, in einem Brief an den Verleger F. Hofmeister)

“Ich bin nur wenig zufrieden mit meinen bisherigen Arbeiten: von heute an will ich einen neuen Weg einschlagen.”
(1801, was ihm über Op. 31 vorschwebte, zu Geiger W. Krumpholz)

“Ich habe zwei Werke Variationen gemacht, wovon man das eine auf acht Variationen berechnen, und das andere auf 30. Beide sind auf einer wircklich ganz neuen Manier bearbeitet, jedes auf eine andere verschiedene Art…Jedes Thema ist darin für sich auf einer selbst vom andern verschiedene Art behandelt. Ich höre es sonst nur von andern sagen, wenn ich neue Ideen habe, indem ich es selbst niemals weiss. Aber diesmal muss ich sie selbst versichern, dass die Manier in beiden Werken ganz neu von mir ist.”
(Okt. 1802, über Op.34/35, in einem Brief an Breitkopf & Härtel)

“Finale immer simpler – alle Klaviermusik ebenfalls. – Gott weiss es, warum auf mich noch meine Klaviermusik immer den schlechtesten Eindruck macht, besonders wenn sie schlecht gespielt wird.”
(Juni 1804, aus einem Skizzenbuch)

“Pastoralsinfonie keine Malerei, sondern worin die Empfindungen ausgedrückt sind, welche der Genuss des Landes im Menschen hervorbringt, wobei einige Gefühle des Landlebens geschildert werden.”
(1808, Skizzenbuch, über die 6. Sinfonie, die “Pastorale”)

“Musik ist höhere Offenbarung als alle Weisheit und Philosophie.”
(1810)

“Du darfst nicht Mensch sein, für dich nicht, nur für andre, für dich gibts kein Glück mehr als in dir selbst, in deiner Kunst. – O Gott! gib mir Kraft, mich zu besiegen! Mich darf ja nichts an das Leben fesseln…”
(1812, in einem Manuskript)

“Keine Zeit vergeht geschwinder, rollt schneller um als die, wo wir unsern Geist oder ich mich mit meiner Muse beschäftige.”
(1814, Notiz)

“Nur in deiner Kunst leben! So beschränkt du auch jetzt deiner Sinne halber bist, so ist dieses das einzige Dasein für dich.”
(1816, Eintrag ins Tagebuch)

“Nie wie vorin auf dem Klavier in eigenen Phantasien – trotz allem Gehör.”
(1816, Eintrag ins Tagebuch)

“Früher wusste ich nicht zu komponieren. Jetzt, denke ich, weiss ich es. Jetzt schreibe ich etwas Besseres.”
(1817, bei einem Spaziergang zu Freund Cipriani Potter)

“Wäre ich nur in London. Was wollte ich für die philharmonische Gesellschaft alles schreiben! Denn Beethoven kann schreiben, Gott sei Dank! – sonst freilich nichts in der Welt.”
(1822, in einem Brief an Ferdinand Ries)

“Ich schreibe nur das nicht, was ich am liebsten möchte, sondern des Geldes wegen, was ich brauche. Es ist deswegen nicht gesagt, dass ich doch bloss ums Geld schreibe – ist diese Periode vorbej, so hoffe ich endlich zu schreiben, was mir und der Kunst das Höchste ist – Faust.”
(April 1823, zu einem Dr. Bihler)

“…Glauben Sie mir, dass mir das Höchste ist, dass meine Kunst bei den edelsten und gebildetsten Menschen Eingang findet…”
(Sommer 1824, in einem Brief an den Fürsten Gallitzin)

“Ich hoffe, noch einige grosse Werke zur Welt zu bringen und dann, wie ein altes Kind irgendwo unter guten Menschen meine irdische Laufbahn zu beschliessen…”
(Dezember 1825, in einem Brief an seinen Freund Wegeler)

“Der wahre Künstler hat keinen Stolz.”
Beethoven über Gott & Religion

“Gott ist immateriell, deswegen geht er über jeden Begriff; da er unsichtbar ist, so kann er keine Gestalt haben. Aber aus dem, was wir von seinen Werken gewahr werden, können wir schliessen, dass er ewig, allmächtig, allwissend und allgegenwärtig ist. Was frei ist von aller Lust und Begier, dass ist der Mächtige, er allein. Kein Grösserer ist als er…”
(1814, Eintrag ins Tagebuch)
Lebensweisheiten

“Und regneten die Wolken Lebensbäche, nie wird der Weidenbaum dir Datteln tragen.”
“Verschwende nicht die Zeit mit schlechten Menschen: Gemeines Rohr wird nie dir Zucker geben.”
“Kannst du ein gutes Schwert aus weichem Tone dir schmieden?”
“Ändert, von Menschen gehegt, je sich des Wolfes Natur?”
“Ists nicht einerlei Regen, der hier auf salzigem Boden Distel und Dornen erzieht, Blumen den Gärten verleit?”
“Also verschwende du dir nicht Samen und köstliche Wartung: Böses dem Guten und Guts Bösen erzeigen ist eins.”
(1812, Notizen)
“Der Hass dehnt sich selbst zurück auf diejenigen, die ihn hegen.”
(1814, Zitat)

ergänzend

Musik und Töne, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen

Klassische Musik, Reiter und Militärmarsche

Musik die nicht blöd macht. Herunterlanden zip entpacken und entspannt genießen ! Der Beitrag wird noch erweitert. Ich lade die Tage hier auch Militärmusik und Knackige Vikingsounds hoch. B Bach, J. S. – Suites 2 & 3 – Herbert von … Weiterlesen