Ostpreußen ist nicht sterblich!« – Rede von LO-Sprecher Stephan Grigat, Wolfsburg 2019

Unsere Herzen sind Dir zugewandt, Ostpreußen, Du Stück deutsches Vaterland !
Mehr als 1000 Teilnehmer versammelten sich zur großen Festveranstaltung beim Jahrestreffen der Ostpreußen 2019:

Grigat: Die Landsmannschaft Ostpreußen ist stark und auf Dauer angelegt

Ostpreußenlied und Hhymne

Das Ostpreußenlied entstand Anfang der 30er Jahre, als der Komponist Herbert Brust an seinem „Oratorium der Heimat“ arbeitete.
Der Schlusschoral wurde von Erich Hannighofer vertont.
Seine Zeilen wurden schnell als das „Ostpreußenlied“ bekannt. Es hatte 4 Strophen und nach der Vertreibung ab 1945 kam eine 5. Strophe hinzu.
Das Ostpreußenlied

Land der dunklen Wälder
und kristallnen Seen;
über weite Felder
lichte Wunder gehn.

Starke Bauern schreiten
hinter Pferd und Pflug;
über Ackerbreiten
streicht der Vogelzug.

Und die Meere rauschen
den Choral der Zeit;
Elche steh`n und Lauschen
in die Ewigkeit.

Tag hat angefangen
über Haff und Moor;
Licht ist aufgegangen,
steigt im Ost empor.

Heimat wohlgeborgen
zwischen Strand und Strom,
blühe heut‘ und morgen
unterm Friedensdom.

Vor dem Ostpreußenlied war das 1884 von Johanna Ambrosius gedichtete Lied
„Sie sagen all, du bist nicht schön“ das Lied der Ostpreußen.

Sie sagen all, du bist nicht schön
mein trautes Heimatland;
Du trägst nicht stolze Bergeshöh’n,
nicht rebengrün Gewand;
In deinen Lüften rauscht kein Aar,
es grüßt kein Palmenbaum,
doch glänzt der Vorzeit Träne klar
an deiner Küste Saum.

Und wenn ich träumend oft durchgeh‘
die düst’re Tannennacht
und hoch die mächt’gen Eichen seh‘
in königlicher Pracht,
wenn rings erschallt am Memelstrand
der Nachtigallen Lied
und ob dem fernen Dünensand
die weiße Möve zieht.

Dann überkommt mich solche Lust,
daß ich’s nicht sagen kann,
ich sing‘ ein Lied aus voller Brust,
schlag froh die Saiten an.
Und trägst Du auch nur schlicht Gewand
und keine stolzen Höh’n:
Ostpreußen hoch, mein Heimatland,
Wie bist du wunderschön!

Es gibt auch noch eine 2. Strophe, die nicht gesungen wird und kaum bekannt ist:
Und gibst dem König auch kein Erz,
nicht Purpur, Diamant,
klopft in Dir doch das treu’ste Herz,
Fürs heil’ge Vaterland.
Zum Kampfe lieferst du das Roß,
wohl Tonnen Goldes wert,
und Männer, stark zum Schlachtentroß,
die kräft’ge Faust zum Schwert.

Originaltext aus „DAS SCHÖNE DEUTSCHLAND LANDSCHAFT – KUNST UND KULTUR“ „Der Preußische Landrücken“ von 1930

 Der letzte Ausläufer des Baltischen Höhenzuges auf deutschem Boden ist der Preußische Landrücken, der sich hier zu beträchtlichen Höhen erhebt, in der Kernsdorfer Höhe bei Osterode über 300 m erreicht und fast die gleiche Höhe auch in der Umgebung von Goldap aufweist. Der breite Landrücken ist eine ausgesprochene Wasserscheide; zahlreiche Seen zeichnen ihn aus, die entweder zerstreut liegen oder in Gruppen angeordnet sind.

Besonders seenreich ist der südliche Teil, die Landschaft Masuren, wo auch als größter der Spirdingsee mit 106 qkm und nördlich davon der schöne Mauersee liegt. Masuren gehört mit seinen Moränenzügen, seinen Rinnenseen und langen Tälern, seinen unermeßlichen Wäldern zu den schönsten Teilen Norddeutschlands. Nördlich davon liegt die Ostbaltische Vorstufe, eine Grundmoränenlandschaft mit geringen Niveauunterschieden, der noch weiter nördlich die Tertiärscholle des Samlandes vorgelagert ist. Dieses ganze Land ist typisches Ackerbaugebiet, das besonders in den breiten Flußniederungen recht fruchtbar ist. Näher zur Küste überwiegt das Weideland und damit die Viehzucht. Leider wird durch das kontinentale Klima die Nutzung des Bodens beeinträchtigt; der Frühling beginnt erst sehr spät, und häufig treten die ersten Nachtfröste auf, bevor die Ernte eingebracht ist.

Die herrschende Besitzform ist der Großgrundbesitz. Deshalb gibt es verhältnismäßig wenig Dörfer, deshalb sind die Verkehrsverhältnisse teilweise noch recht ungünstig. Zwei Hauptlinien verbinden Berlin mit dem Osten; die nördliche führt über Landsberg, Kreuz, Schneidemühl, durch den Polnischen Korridor und weiter über Elbing nach Königsberg und Tilsit. Die südliche verläuft über Thorn nach Osterode, Allenstein, Insterburg; sie durchzieht das Gebiet der großen Seen.

Seit der Einrichtung des Polnischen Korridors hat der Seeverkehr stark zugenommen; von Swinemünde aus fahren Personen- und Frachtdampfer nach Danzig und den Häfen Ostpreußens.

Die Städte Ostpreußens sind meist landwirtschaftliche Märkte. Wichtig ist Allenstein, das den Verkehr der verschienden Richtungen sammelt und ein Zentrum für die weitere Umgebung darstellt. Hier ist das großartige Schloß mit dem prächtigen Remter eine Sehenswürdigkeit. Einige Bedeutung haben auch die Städte Gumbinnen, Insterburg und Wehlau. Im westpreußischen Gebiet sind Marienburg mit dem großmächtigen Schloß der Ordensritter, die einst den Osten germanisierten, und das betriebsame Elbing mit Maschinenfabriken und Werften zu nennen.

Von der Weichsel bis zur Memel schließen sich die folgenden Landschaften aneinander: Pomeranien, Hockerland, Pogesanien, Ermeland, Natangen, Samland und Masuren. Für den Fremdenverkehr kommen nur die beiden letzteren in Frage. Das Samland werden wir zugleich mit dem Küstenstrich im nächsten Abschnitt besuchen; Masuren, das Land der großen Schlachten, läßt sich besonders gut unter Benutzung der kleinen Motorboote und Schiffe bereisen. Dabei lernen wir all die zahlreichen kleinen Landstädte kennen, deren Namen uns von den ersten Kämpfen des Weltkrieges her bekannt sind, bevor Hindenburg die Russen aus dem Lande trieb. Masuren, ein Seen- und Waldidyll im deutschen Osten, sollte viel mehr durchwandert werden, nicht nur wegen seiner landschaftlichen Schönheiten, sondern auch wegen seiner Bedeutung als Vorposten deutscher Kultur gegen das Slawentum.

 

Originaltext aus „DAS SCHÖNE DEUTSCHLAND LANDSCHAFT – KUNST UND KULTUR“
Auszug aus „Die Ostseeküste“ von 1930

Östlich von Danzig breitet sich das 850 qkm große Frische Haff aus, das immer mehr versandet und das gegen die Danziger Bucht durch die Frische Nehrung abgegrenzt wird, die nur bei Pillau den Zugang zum Haff freigibt. Diese Pforte wurde aber erst 1510 durch eine Sturmflut gewaltsam geschaffen, während andere im Laufe der Zeiten durch den Sand verschlossen wurden. Die Frische Nehrung ist ein nur 1 km breites Sandgebiet mit kümmerlichem Kiefernbestand; ihre Dünen sind in letzter Zeit künstlich festgelegt worden.

An der Innenküste liegt Kadinen, ein dem früheren Kaiser gehörendes Rittergut und Gestüt, ferner Frauenburg, dessen Domherr der große Nikolaus Kopernikus gewesen ist. In einem Vorsprung der Küste finden sich die Reste des Ordensschlosses Balga, hier biegt der Strand nach Nordosten um, und unweit der Mündung des Pregels liegt hier Ostpreußens Hauptstadt Königsberg, die Stadt Kants, der geistige Mittelpunkt Ostpreußens.

Nördlich davon liegt die hohe Platte des Samlandes, die im Brüster Ort weit nach Norden vorspringt. Alle Erscheinungen der Grundmoränenlandschaft treffen wir hier wieder an: ein welliges Hügelland, in das Bäche tiefe Rinnen eingeschnitten haben, das mit schönem Laubwald bekleidet ist und jäh zum Meeresspiegel abfällt. Eine Reihe kleiner, aber sehr schöner Badeorte liegt hier am Strand oder im Wald: Tenkitten, Palmnicken an der Westseite, Rauschen, Neukuhren und Cranz an der Nordseite.

Das Samland ist berühmt durch seinen Bernstein, das erhärtete Harz vorweltlicher Kiefern, die hier während der Tertiärzeit grünten. Durch ungeheure Katastrophen müssen die Wälder vernichtet worden sein; das aus den Stammwunden herabfließende Harz schloß Blüten, Blättchen sowie die mannigfaltigsten Insekten ein und bewahrte deren Formen, so daß wir über die Kleinwelt der Vorwelt auf das genaueste unterrichtet sind.

Bei Cranz setzt die Kurische Nehrung an, die das gewaltige Kurische Haff mit 1600 qkm abschließt. Das Küstengebiet wird von großen Wäldern und flachen, sumpfigen Niederungen bedeckt; im Ibenhorster Forst kommt noch der Elch auf freier Wildbahn vor. Die Bevölkerung besteht hier großenteils aus Litauern, die manch alte Sitten und Gebräuche haben. Am Ruß verläuft die neue Grenze; jenseits liegt das Memelland.

Die Kurische Nehrung ist die größte und schönste Nehrung. Fast 100 km lang und zwischen 1/2 und 4 km breit zieht sich das mit hohen Dünenbergen erfüllte Sandgebiet hin; nur an einigen Stellen von Feldern und Wiesen unterbrochen. Der Wald ist durch den Flugsand der wandernden Dünen fast ganz vernichtet worden, Baumskelette ragen bisweilen aus der kahlen Einöde hervor. Auch Dörfer sind dem Sand zum Opfer gefallen; bei Kunzen erreichte 1800 die Düne den Ort und deckte Kirche und Häuser zu, nur wenige Reste zeugen hier von der ehemaligen Siedlung. Durch künstliche Befestigung sucht man die Dünen zur Ruhe zu bringen; man legt Strauchwerk als ersten Halt an, pflanzt langwurzelige Gräser, um den Boden zu binden und hat auf diese Weise in zäher Arbeit schon viel gewonnen. Weite Bezirke aber werden noch von typischen Wanderdünen eingenommen; der Wind jagd den Sand die Steilseiten hinauf und läßt ihn windabgewendet wieder fallen: so ist ein ewiges Weiterschreiten zu beobachten, und wenn nicht von den Kämmen der Dünenberge aus die Meereswellen sichtbar wären, könnte man sich in die Sahara versetzt denken.

Die Bewohner dieser Nehrung sind teils reine Deutsche, teils Deutsch-Litauer. Weltberühmt ist hier in der Einsamkeit Rossitten geworden, die große Vogelwarte, auf der der Vogelzug beobachtet und jedem gefangenen Vogel ein Kontrollring angeheftet wird. So ist der Name der Vogelwarte bis weit nach Afrika getragen worden, und durch planmäßige Beobachtung konnte manches über die Wanderstraßen der Vögel festgestellt werden.

Die Kurische Nehrung läßt nur einen flachen Zugang zum Meer frei, dem gegenüber die Stadt Memel liegt. Früher ging von hier die deutsche Küste noch ein Stückchen weiter, um beim Dörfchen Nimmersatt die russische Grenze zu erreichen.

 

Originaltext aus „Deutschland ein Handbuch“ von 1937

Ostpreußen, östlichste Provinz Preußens zwischen Weichsel und Memelstrom, mit dem östlichsten und nördlichsten Grenzpunkt des Reichs, ist seit 1920 durch den „Korridor“ vom Reich abgetrennt. Es grenzt mit 608.8 km an Polen, mit 232.2 km an Litauen bzw. das unter lit. Oberhoheit gestellte Memelgebiet, hat 2 333 300 Einwohner auf rund 37 000 qkm und steht der Bevölkerungsdichte nach (63,1 E. je qkm) an drittletzter Stelle vor Mecklenburg und der Grenzmark Posen-Westpreußen. Ostpreußen ist vorwiegend Agrarland, aber keineswegs ein Land der Großagrarier, als das es vielfach gilt. Fast die Hälfte aller Landwirtschaftsbetriebe war 1933 nicht größer als 5-20 ha; 56.9 von Hundert aller Einwohner leben in Gemeinden unter 2000 Einwohner. Hochentwickelt ist Ostpreußens Viehzucht, berühmt seine Pferdezucht (Trakehnen!). Mit 1254 Zuchthengsten stand es Mai 1936 weitaus an erster Stelle im Reich vor Bayern mit nur 701 Hengsten. Der durch Versailles geschaffenen wirtschaftlichen und politischen Sonderlage trägt der Erich-Koch-Plan (maßvolle Industrialisierung, Steigerung der Bevölkerungsdichte usw.) Rechnung.

Die Geschichte Ostpreußens ist unlöslich mit der des Deutschen Ritterordens verknüpft, der ab 1230 das ursprünglich germanische Land dem Deutschtum wiedergewann. 1525 wurde der Ordensstaat Herzogtum, 1618 dieses mit Kur-Brandenburg vereinigt. 1701 wurde das Herzogtum Preußen Königreich. Die lange Reihe verwüstender Kriege schloß bisher der Weltkrieg (Schlacht bei Tannenberg, Winterschlacht in Masuren u. a. m.), der 35 Städte und 1500 Dörfer vernichtete. Versailles brachte schmerzliche Gebietsverluste (Korridor, Danzig, Memel). Weitere verhinderte die Abstimmung von 1920, die in Ostpreußen 97.5 v. H., in Westpreußen 93 v. H. deutscher Stimmen ergab. Der östliche Rest der Provinz Westpreußen kam als Reg.-Bez. Westpreußen zu Ostpreußen.

Die Landschaft ist im Stromgebiet von Memel und Pregel flach, sonst buntbewegt. Die Eiszeit formte Höhen bis zu 313 m und hinterließ über 1200 Seen, die im Verein mit riesigen Forsten (Johannisburger Heide, Rominter Heide, Rothebuder Forst) Landschaftsbilder von bezwingender Schönheit bieten. Die meist 6-700jährigen Städte sind fast ausnahmslos Gründungen des Ordens; in vielen blieben beachtliche Burg- und Dombauten erhalten. Die Bevölkerung zählt zu ihren Ahnen alle deutschen Stämme, dazu Holländer, Franzosen, Schweizer, Salzburger, die im Laufe der Jahrhunderte angesiedelt wurden. Weitaus am schwächsten sind der polnische und litauische Einschlag. In den letzten Jahren ist Ostpreußen als Reiseziel beliebt. Sondertarife der Reichsbahn und der „Seedienst Ostpreußen“ erleichtern wesentlich den Verkehr.

Ostpreußen Königsberg

Königsberger Geschichte

1254-1255 Auf Wunsch von Herzog Konrad von Masowien hatte sich ein großes Kreuzheer des Deutschen Ordens unter der Führung des Böhmenkönigs Ottokar II. Przemysl bei Elbing gesammelt. Das Heer sollte die heidnischen Prussen bekämpfen und bekehren.

Nach Einzug in das Samland im Januar 1255, begann man im Frühjahr mit dem Bau einer Burg auf dem ca. 15 Meter hohen Hügel Twangste jenseits des Pregels.   Die Burg Königsberg.

1255-1260 Zunächst als eine provisorische Holzfestung begonnen, wurde der Bau einer steinernen Festung durch einen Aufstand der Prussen im Jahre 1260 unterbrochen.
1265 Die Prussen ziehen 1265 ohne die Einnahme Königsbergs wieder ab.
1265-1286 Nach 1265 weiterer Ausbau der Burg und Trockenlegung des südlichen Geländes zum Pregel.
Anlegung von Straßen u.a. der Altstädtischen Langgasse.Im Westen endete sie am Steintor und im Osten am Löbenichtschen Tor. Von Süden gelangte man durch das Krämertor (auch St.-Georgs-Tor) zur ältesten Brücke Königsbergs: der Krämerbrücke.
1283 Die Prussen geben sich 1283 endgültig geschlagen.
28.02.1286 Übergabe der Handfeste (Gründungsurkunde) der Altstadt nach kulmischem Recht durch Landmeister Konrad von Tierberg
27.05.1300 Die östlich gelegene Handwerkersiedlung, erhält das kulmische Stadtrecht und heißt Löbenicht.
06.04.1327 Die südlich gelegene Siedlung der Kaufleute auf der Pregelinsel erhält vom Hochmeister Werner von Orseln das kulmische Stadtrecht.
Als Bezeichnung setzt sich der prussische Name Knipaw als Kneiphof durch.Hauptachse war die Kneiphöfische Langgasse von der Krämerbrücke im Norden bis zur Grünen Brücke im Süden.
1330 Der Königsberger Dom auf der Ostseite des Kneiphofs ist im Bau.
1454 Dem Hochmeister wird in Thorn der Gehorsam aufgekündigt. Die Burg Königsberg wird der Bürgerschaft kampflos übergeben, welche Teile der Burg anschließend zerstört.
24.03.1455 Die Zünfte stellen sich auf die Seite des Deutschen Ordens und verschanzen sich über drei Monate auf dem Kneiphof.
1457 Der Hochmeister Ludwig von Erlichshausen verlegt seinen Sitz von der Marienburg nach Königsberg. Die drei Städte werden gemeinsam Haupt- und Hansestadt.
27.09.1523 Erste evangelische Predigt im Königsberger Dom
10.04.1525 Der Ordensstaat ist ab jetzt ein weltliches Herzogtum.
1524 Gründung der ersten Königsberger Druckerei
17.08.1544 Einweihung der Universität (Albertina), die am 11.12.1542 als herzogliche Schule eröffnet wurde
1697 Zar Peter der Große weilt bei einer 18-monatigen Europareise für knapp einen Monat in der Stadt und lernt hier u.a. das preußische Artilleriewesen kennen.
Er trifft den Kurfürsten Friedrich III (der spätere König Friedrich I). Dieser Aufenthalt ist der Anfang der kulturellen Beziehungen zwischen Preußen und Russland.
1912 Die Stadthalle von Architekt Richard Seel wird fertiggestellt.
19.09.1929 Der Hauptbahnhof wird eröffnet. Baubeginn war bereits 1913 – für die lange Verzögerung sorgte der 1. Weltkrieg und die nachfolgende Wirtschaftskrise.
26./27. August 1944 Die Stadt wird nach Mitternacht von der No. 5 Group der britischen Royal Air Force bombadiert. Der Angriff wird mit 174 Lancaster-Bombern durchgeführt; 4 Maschinen gehen verloren. Die Bildaufklärung ergibt, dass der östliche Teil der Stadt bombardiert wurde. Für das Ziel ist kein Bericht erhältlich.
29./30. August 1944 Königsberg wird in dieser Nacht mit 189 Lancaster-Bombern erneut bombardiert. Es gehen 15 Maschinen verloren, da es über der Stadt zum schweren Kampf mit deutschen Abwehrjägern kommt. Die Bomber müssen wegen einer tiefen Wolkendecke 20 Minuten abwarten, bis das Markierungsflugzeug eine Lücke findet. Es gibt vier Zielpunkte und es werden 480 Tonnen Bomben abgeworfen. Durch die starke Bombardierung wird die historische Innenstadt wird nahezu komplett zerstört Die Außenbezirke tragen ebenfalls große Schäden davon. Das Bomber Command schätzt, dass 41% aller Häuser und 20% der Königsberger Industrie zerstört wurden.
Januar 1945 Königsberg wird von Hitler zur Festung erklärt.
31.01.1945 Königsberg ist von der Roten Armee eingeschlossen.
06.04.1945 Die Rote Armee beginnt mit 5 Armeen den Sturm auf Königsberg.
09.04.1945 Die Militärführung der Stadt unter General Otto Lasch ergibt sich. Zu diesem Zeitpunkt stehen die russischen Soldaten bereits auf dem Universitätsplatz, unter dem sich der Bunker von Lasch befindet.
April 1945 Die russischen Soldaten dürfen die Stadt 3 Tage plündern.
09.05.1945 Letzter Wehrmachtsbericht:
Seit Mitternacht schweigen nun an allen Fronten die Waffen. Damit ist das fast sechsjährige heldenhafte Ringen zu Ende. Es hat uns große Siege, aber auch schwere Niederlagen gebracht.Den Leistungen und Opfern der deutschen Soldaten zu Lande, zu Wasser und in der Luft wird auch der Gegner die Achtung nicht versagen. Jeder Soldat kann deshalb die Waffe aufrecht und stolz aus der Hand legen und in den schwersten Stunden unserer Geschichte tapfer und zuversichtlich an die Arbeit gehen für das ewige Leben unseres Volkes.
30.09.1945 Die erste sowjetische Gedenkstätte wird eingeweiht. Sie erinnert an die beim Sturm auf Königsberg gefallenen 1200 Soldaten, die hier in einem Massengrab bestattet wurden.

  • 1946 kommen die Skulpturen Sturm und Sieg hinzu.
  • Am 9. Mai 1960 wird die Ewige Flamme entzündet.
  • 1961 wird Stalin vom Obelisken getilgt.
  • Zum Jubiläum 1995 wird eine Kapelle gebaut.
  • Bei der Sanierung 2005 wird Stalin wieder hinzugefügt und ein kleiner „Park des Sieges“ angelegt.
Bildquelle: commons.wikimedia.org   Fotograf: Tassadar   CC-BY-SA
04.07.1946 Königsberg wird in Kaliningrad umbenannt.
1946 Die Kaliningradskaja Oblast wird militärisches Sperrgebiet und Ausländer dürfen sie für 45 Jahre nicht mehr betreten.
25.07.1947 Kaliningrad wird in vier Bezirke aufgeteilt:
Stalingrader, Leningrader, Moskauer und Baltischer Rajon
1948 Fast alle Deutschen sind ausgewiesen. Einige bleiben unter Verleugnung ihrer Identität in der Stadt.
1949 Die ehemalige Innenstadt mit Domruine und Börse

07.01.1952 Der Stalingrader Rajon wird geteilt und es entsteht der Zentralbezirk.
05.11.1961 Der Stalingrader Rajon wird in Oktoberbezirk umbenannt.
1969 Die Ruine des Königsberger Schlosses wird gesprengt und beseitigt.
1981-86 Die 1944 zerstörte Stadthalle wird in veränderter Form wieder aufgebaut.
Die Ruine war zuvor in mehreren Kriegsfilmen zu sehen.
1989 Die ersten wenigen Deutschen dürfen nach Kaliningrad einreisen.
12.09.1990 Die BRD unterzeichnet den Zwei-plus-Vier-Vertrag und verzichtet damit auf die Ostgebiete.
14.11.1990 Die BRD schließt mit Polen den Deutsch-Polnischen Grenzvertrag und erkennt so die Oder-Neiße-Grenze als unverletzlich an.
1991 Das Kaliningrader Gebiet wird für ausländische Besucher geöffnet.
01.11.1994 Die Kaliningrader Gebietsverwaltung beschließt den Wiederaufbau des Königsberger Domes.
1996 Das Kaliningrader Gebiet wird zur Sonderwirtschaftszone erklärt, um Investitionen zu fördern.
1999 Im Fort 3 werden 28.000 Gegenstände der Prussia-Sammlung entdeckt.
Seit dem Zweiten Weltkrieg befindet sich ein Teil der Sammlung im Berliner Museum für Vor- und Frühgeschichte und kleinere Teile im Ermländisch-Masurischen Museum in Allenstein und in Litauen.
12.02.2004 Joschka Fischer eröffnet am 200. Todestag Immanuel Kants das deutsche Generalkonsulat. Dieses wird anschließend provisorisch im Hotel Albertina untergebracht. Der erste Generalkonsul ist Cornelius Sommer.
01.07.2005 Die Stadt feiert nach großen Diskussionen 750 Jahre Kaliningrad. Es wurden im Vorwege viele Projekte zur Stadtverschönerung durchgeführt.
Seitdem blüht die Stadt auf und man erkennt auch die preußische Geschichte wieder an.
Juli 2005 Die 1999 gefundenen Gegenstände der Prussia-Sammlung wurden restauriert und können in einer Dauerausstellung im Museum für Geschichte und Kunst (ehem. Stadthalle) besichtigt werden.
Dies sind die verloren geglaubten Stücke aus der bedeutenden Schausammlung des Prussia-Museums im Königsberger Schloss.
19.04.2007 Die Visastelle des deutschen Generalkonsulats nimmt ihre Arbeit auf.
2007 Kaliningrad boomt und es herrscht Fachkräftemangel.
Mai 2008 Das Friedrichsburger Tor wird unter Regie des Weltmeeresmuseums bis 2010 restauriert. Anschließend wird dort ein Museum über russischen Segelschiffbau und Zar Peter dem Großen untergebracht.
2009 Bei Bauarbeiten werden im ehemaligen Keller der Freimauererloge „Zu den drei Kronen“ weitere Stücke der Prussia-Sammlung entdeckt.
17.10.2011 Symbolische Grundsteinlegung für den Wiederaufbau der Neuen Synagoge an alter Stelle
09.2012 Kaliningrad wird einer der Austragungsorte der Fussball-WM 2018 in Russland.

 

Fortsetzung folgt…

 

Quellen:

Königsberg/Kaliningrad und das nördiche Ostpreußen – Henning Sietz – Edition Temmen – 1996
Internet

Preußen

Preußen (lat. Borussia, Prussia oder Prutenia) war ein von 1525 bis 1945/47 bestehender deutscher Staat bzw. Freistaat Preußen im nördlichen Mitteleuropa.
Das Herzogtum Preußen, das aus dem Gebiet der Pruzzen und dem Land des Deutschritterordens hervorgegangen war, wurde 1618 mit dem Kurfürstentum Brandenburg zu Brandenburg-Preußen vereint. Im Wehlauer Vertrag von 1657 erkannte Polen die Souveränität des Kurfürsten Friedrich Wilhelm in Preußen an, was im Frieden von Oliva von 1660 von den europäischen Mächten garantiert wurde. Am 18. Oktober 1663 huldigten die preußischen Stände dem Souverän auf dem Schloßhof zu Königsberg. Infolge der Krönung des Kurfürsten Friedrich III. von Brandenburg am 18. Januar 1701 im Audienzsaal des Königsberger Schlosses wurde dieser zu Friedrich Wilhelm I., König in Preußen, wodurch Brandenburg-Preußen zum Königreich Preußen erhoben wurde. Das preußische Königreich stieg im 18. Jahrhundert zur Europäischen Großmacht auf und vereinigte unter seiner Führung die meisten deutschen Länder – mit Ausnahme Österreichs, Liechtensteins, der Niederlande, Luxemburgs und der Schweiz – zum Deutschen Kaiserreich.

Von den Anfängen bis zum Ende des Dreißigährigen Krieges

Ausdehnung Preußens (hellblau) im Kaiserreich

Die Wurzel des späteren Königreiches Preußen liegen in der Kaiserlichen Mark Brandenburg am östlichen Rand des Heiligen Römischen Reiches zwischen Oder und Elbe. 1134 erhielt Albrecht der Bär (aus dem Haus der Askanier) von Kaiser Lothar II., der sich dann ab 1157 „Markgraf von Brandenburg“ nannte, dieses Gebiet als Lehen. Die Askanier dehnten dieses Gebiet kontinuierlich aus (z. B. Uckermark im Norden oder die Niederlausitz im Süden).

Nachdem mit dem Tod von Woldemar dem Großen und seinem Vetter Heinrich das Haus der Askanier erlosch, ging das Gebiet zurück an das Reich. Der Wittelsbacher Kaiser Ludwig der Bayer gab die Mark seinem Sohn als Lehen. 1348 kam es nach dem Tod des Kaisers zu kriegerischen Konflikten um die Mark, als ein falscher Woldemar sich als der verstorbene Markgraf ausgab.

Der falsche Woldemar hatte den neuen Luxemburger Kaiser Karl IV., der ein erklärter Feind der Wittelsbacher war, an seiner Seite. Er scheiterte jedoch am Widerstand des Adels. Ein paar Jahre später regelte Kaiser Karl IV. die Wahl des Deutschen Königs neu. Zu den sieben wahlberechtigten Kurfürstentümern, die in der Goldenen Bulle festgelegt wurden, zählte nun auch Brandenburg. 1373 kam die Mark dann doch noch zu den Luxemburgern, die schon im benachbarten Böhmen herrschten. Die geplante Vereinigung der beiden Territorien gelang nicht, und so verloren die Luxemburger schnell wieder das Interesse.

Das dabei enstehende Machtvakuum wurde durch das Machtstreben des lokalen Adels gefüllt, dessen Auseinandersetzungen das Land am Anfang des 15. Jahrhunderts an den Rand des Ruins brachten. Mit den inneren Krisen kam auch der äußere Verfall des Landes: Pommern, die Nieder- und Oberlausitz gingen verloren, die Neumark wurde 1402 an den Deutschen Orden verkauft.

Nach dem Tod des Luxemburger Markgrafen Jobst von Mähren 1411 ernannte der deutsche König und baldige Kaiser Sigismund Friedrich I. von Hohenzollern (den Burggrafen von Nürnberg) zum Verwalter der Mark.

Schon im darauffolgenden Jahr ging dieser entschlossen gegen den lokalen Adel vor und unterwarf ihn in den folgenden zwei Jahren.

Außenpolitisch hatte er jedoch kein Glück. Friedrich I. verließ das Land enttäuscht im Jahre 1426 und ließ seinen Bruder bis 1437 regieren. Dann übernahm sein Sohn Friedrich II. „Der Eiserne“ das Land.

Dieser hatte mehr Glück: Er gliederte die märkischen Städte in sein Territorium ein und erlangte die Neumark und Teile der Lausitz zurück. Ein Konkordat mit dem Papst verschaffte ihm das Recht, seine Bischöfe selbst zu nominieren.

Friedrichs Bruder Albrecht Achilles (1470–1486) setzte diese Politik erfolgreich fort: Um nach seinen Tod die Teilung der Mark zu verhindern, verfügte er, daß sein ältester Sohn die Mark ungeteilt erben sollte. Die beiden jüngeren Söhne bekamen dafür die fränkischen Fürstentümer.

Im 16. Jahrhundert gelang es den Hohenzollern, ihre Macht weiter zu festigen, was auch eine kurze Zeit der Teilung (1535–1571) nicht verhindern konnte. Einzige Gegenspieler der Fürsten waren die Landesstände, in denen Adel, Geistlichkeit und die Städte ihre Interessen vertraten. Im Laufe des Jahrhunderts zerbrach jedoch diese Koalition wieder: Während der Adel durch die Agrarkonjunktur und die Steuerpolitik der Hohenzollern gefördert wurde, erlebten die Städte einen wirtschaftlichen Niedergang. Eine Entmachtung der Geistlichkeit erfolgte 1539 mit großer Unterstützung der Reformation. Der Kurfürst Joachim II. Hektor (1535–1571) wurde zum Oberhaupt der Landeskirche.

Am Beginn des 17. Jahrhunderts kamen eine Reihe von Gebietserweiterungen: Nach dem Tod des letzten Herzogs von Jülich erbte der Kurfürst Johann Sigismund (1608–1619) das Herzogtum Kleve sowie die Grafschaften Mark, Ravenstein und Ravensberg. Damit kam Brandenburg zum ersten Male in den Besitz von Gebieten im Westen des Reiches.

Der Konflikt um dieses Erbe war für Johann Sigismund einer der Gründe, zum Calvinismus zu konvertieren. Johann Sigismund wußte, daß er sich damit im Widerspruch zu der in Brandenburg lebenden lutherischen Bevölkerung befand, deshalb verzichtete er auf den im Augsburger Religionsfrieden festgelegten Grundsatz, daß jeder Untertan den Glauben seines Landesherren annehmen mußte.

Von viel größerer Bedeutung als die neuen Gebiete im Westen war die Einsetzung von Johann Sigismund als Herzog von Preußen im Jahre 1618. Im selben Jahr brach der Dreißigjährige Krieg aus. Der neue Kurfürst Georg Wilhelm blieb jedoch jahrelang der Politik fern und hielt sich auf der Burg Königsberg auf. Brandenburg, das sich betont neutral verhalten wollte, wurde zum Spielball der großen Mächte.

Widerwillig schloß sich Georg Wilhelm 1631 dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf an, um zwei Jahre später zum Kaiser zu wechseln. Brandenburg wurde von Schweden besetzt, und am Ende des Krieges zählte Brandenburg einen Bevölkerungsverlust von mehr als 50 Prozent. 1640 trat Friedrich Wilhelm (der Große Kurfürst) die Nachfolge Georg Wilhelms an und zog Lehren aus den vergangenen Jahren.

Preußen unter dem Großen Kurfürsten

Krönung Friedrich I. in der Schloßkirche zu Königsberg. Blick Süden, unterm Baldachin Königin Charlotte

Während der Regierungszeit Friedrich Wilhelms kamen die ersten eigenständigen Erfolge der brandenburgischen Außenpolitik, die als Basis für den Aufstieg Preußens gilt.

Als Friedrich Wilhelm die Regierung übernahm, fand er ein Land vor, das arm an Bevölkerung und an Ressourcen war und gerade 20 Jahre Krieg hinter sich hatte. Zudem war während des Krieges ein großer Teil des Landes von Schweden besetzt (unter anderem der Paß von Fehrbellin sowie fast die gesamte Oderlinie inklusive Frankfurt [Oder]). Friedrich konnte einen Frieden mit Schweden erreichen, jedoch nicht den Abzug der schwedischen Truppen. Erst lange Verhandlungen in Münster und Osnabrück, die zum Westfälischen Frieden führten, brachten spürbare Erleichterungen. Die schwedischen Truppen zogen ab, der Kurfürst bekam Hinterpommern, Minden, Halberstadt und Magdeburg zurück.

Nach dem Friedensschluß widmete sich Friedrich Wilhelm nun dem Aufbau seines zerstörten Landes. Er schaffte es, das Steuerbewilligungsgesetz der Stände abzuschaffen und schuf das Berufsbeamtentum. 1667 wurde in Brandenburg die Verbrauchsteuer eingeführt, die alle Bürger gleich belastete. Sie galt zwar zunächst nur für Städte und nur auf Probezeit, aber sie bewährte sich so gut, daß sie schließlich eine Dauereinrichtung wurde.

Auch begann der Große Kurfürst mit dem Aufbau eines Stehenden Heeres, das zwar anfangs recht bescheiden war, aber trotzdem eine Basis für die weitere Entwicklung in Preußen darstellte.

Auch außenpolitisch verbuchte Friedrich Wilhelm einige Erfolge. Während des Krieges zwischen Schweden und Polen konnte Preußen die volle Souveränität von Polens Krone erreichen. Der Höhepunkt war jedoch der Sieg der Schlacht bei Fehrbellin. Gleichzeitig war der Verlust von Pommern, welches Preußen wiedererobert hatte, aber im Frieden von St. Germain 1679 an Schweden abgetreten werden mußte, die größte Niederlage des Großen Kurfürsten. 1685 nahm der Große Kurfürst die in Frankreich verfolgten Hugenotten in Preußen auf, die viele Kenntnisse in verschiedenen Gewerben und vor allem Arbeitskraft mitbrachten.

Im Jahre 1682 wurde die erste preußische Kolonie in Afrika, Groß-Friedrichsburg, gegründet.

Der Große Kurfürst verstarb am 9. Mai 1688 in Potsdam, er hinterließ ein nunmehr geordnetes Land für seinen Nachfolger Friedrich III.

Preußen unter König Friedrich I.

Kurfürst und Markgraf Friedrich III. erhielt 1701 die Königskrone Preußens als Dank für die Unterstützung Habsburgs im Spanischen Erbfolgekrieg.

Während des Großen Nordischen Krieges zeigte sich, daß Preußen noch nicht mit den großen Mächten mithalten konnte: Preußen konnte nicht eingreifen, weil die Truppen im Westen gegen Frankreich standen. Also erklärte Preußen sich für neutral, was die beiden kämpfenden Mächte auch zur Kenntnis nahmen. Nach der Niederlage Schwedens in der Schlacht bei Poltawa zogen schwedische Truppen ohne Rücksicht durch das preußische Staatsterritorium. Dadurch wurden Seuchen eingeschleppt, Dörfer geplündert, und als die Russen nachrückten, kam es sogar zu Kampfhandlungen. Gerade die Provinz Ostpreußen wurde ruiniert.

Anfang 1713 kam ein neuer preußischer König: Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“.

Preußen unter dem „Soldatenkönig“

Die Eidesleistung von Wilhelm I. bei der Krönung in der Schloßkirche zu Königsberg. Blick Nord, unterm Baldachin Königin Augusta; gemalt von Adolf von Menzel

Direkt nach seinem Regierungsantritt begannen radikale Reformen und Neuorientierungen in Preußen:

  • Die luxuriöse Hofhaltung wurde abgeschafft, korrupte Beamte entlassen und die Verwaltung neu organisiert.
  • Das „Ewige Plus machen“, das die Ausgaben an den Steuereinkünften orientierte, war eine völlige Neuheit für die Fürstenhöfe in Europa.
  • Wissenschaften wurden auf rein praktisch umsetzbare Erkenntnisse beschränkt, und das Heer wurde stark ausgebaut (waren es 1713 noch 47.000 Soldaten, so 1740 bereits 83.000 Soldaten).

Die Tatsache, daß das neue Heer ausschließlich von preußischen Geldern finanziert wurde, zeigt den enormen Erfolg der Sparsamkeitspolitik des Soldatenkönigs. 1740 starb der Soldatenkönig und hinterließ seinem Sohn Friedrich II. eine starke Armee und einen reichen Staatsschatz.

Preußen unter Friedrich dem Großen

Kurz nach der Krönung von Friedrich dem Großen am 31. Mai 1740 fiel er am 16. Dezember 1740 in das deutsch-österreichische Schlesien ein und eröffnete so den Ersten Schlesischen Krieg. Dieser Tag wurde der alles entscheidende Einschnitt im Leben Friedrichs und von Preußen.

1742 fiel Schlesien an Preußen. In den Jahren 1742/43 wurde Österreich wieder stärker, und Friedrich fürchtete, daß Maria Theresia Schlesien zurückfordern würde. Also verbündete er sich mit Bayern, Frankreich und Spanien, denen sich in der Zwischenzeit auch Sachsen, Schweden, das Königreich Neapel, die Kurpfalz und Köln angeschlossen hatten. Rußland konnte er jedoch nicht für seine Ziele gewinnen, was sich später als beinahe verhängnisvoll herausstellen sollte.

Nachdem er sich derart abgesichert hatte, kam es im deutsch-österreichischen Böhmen zum neuerlichen Krieg, der 1744 den Zweiten Schlesischen Krieg eröffnete. Auch diesen Krieg konnte Friedrich für sich entscheiden, und beim Friedensschluß von Dresden 1745 verblieb Schlesien weiter bei Preußen.

Doch Maria Theresia wollte das nicht hinnehmen, und ihr Kanzler Kaunitz schaffte es, für Österreich eine Allianz mit Frankreich und Rußland zu schließen. Dadurch hatte Preußen nun die drei stärksten Landmächte der Welt gegen sich. Daraufhin verbündete sich Preußen mit Großbritannien.

Am 29. August 1756 begann dann der Siebenjährige Krieg mit dem Präventivschlag Friedrichs gegen Sachsen. Der Krieg lief anfangs gut für Preußen, doch schon bald zeigte sich, daß Preußen viel weniger Soldaten als die Gegner mobilisieren konnte. 1759 war Preußen schließlich zu keiner offensiven Tat mehr in der Lage (England schickte keine Truppen) und mußte zudem immer wieder Angriffe der Russen auf preußisches Kernland abwehren. Entgegen allen Erwartungen konnten sich die Preußen halten und ihr Land erfolgreich verteidigen.

1761 starb die russische Kaiserin Elisabeth, und ihr Neffe Peer III., ein Bewunderer Friedrichs, kam an die Macht. Am 5. Mai schloß Peter III. in St. Petersburg einen Friedens- und Bündnisvertrag mit Preußen (Frieden von St. Petersburg), dem sich auch Schweden anschloß. Nach der Ermordung Peters III. löste Katharina die Große das Bündnis auf, blieb aber beim Frieden. Am 15. Februar 1763 wurde im „Frieden von Hubertusburg“ zwischen Preußen und seinen Gegnern Frieden geschlossen. Der Status quo ante wurde wiederhergestellt. Preußen war nun endgültig zur europäischen Großmacht aufgestiegen, und Friedrich bekam den Beinamen „Der Große“.

Joch – Befreiung – Blüte

Mit der Französischen Revolution begann ein neues Zeitalter, die alte Ordnung war zerstört, und die Kräfte der Gegenrevolution beschleunigten die Revolution weit über Frankreichs Grenzen hinaus. Die Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg störte das alte System: Aus Kabinettskriegen wurden Volkskriege. Napoleon schaffte es in mehreren Kriegen, den größten Teil Europas zu unterwerfen.

Die bittere Niederlage Preußens bei der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt führte zur Besetzung Preußens und zum Verlust vieler Gebiete. 1810 war Napoleon auf dem Gipfel der Macht, doch die Arroganz seiner Statthalter zerstörte bald alle Sympathien für die oberflächlichen Ideale der Französischen Revolution. 1812 schließlich kam mit Napoleons Niederlage in Rußland das Signal zum offenen Kampf. Und während der preußische König Friedrich Wilhelm III. noch zögerte, wurden alle Vorbereitungen für den bevorstehenden Kampf getroffen.

Im März 1813 erklärte Preußen Frankreich den Krieg. Mit dem Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig vom Oktober 1813 wurde Napoleons Herrschaft in Deutschland gebrochen. Im März 1815 schließlich wurde Paris von den Verbündeten erstmalig besetzt. Auf dem Wiener Kongreß wurde Europa neu aufgeteilt. Nur Napoleons 100 Tage dauernde Wiederkehr unterbrach die Verhandlungen für kurze Zeit, die mit dem Zweiten Frieden von Paris endeten. Preußen erhielt zum Ausgleich für seine verlorenen Ostprovinzen die Rheinprovinzen, Westfalen und Pommern.

1823 kamen zum ersten Mal die Provinziallandtage zusammen. Die Befreiungskriege hatten durch die Rückbesinnung auf nationale Werte die Deutsche Nationalstaatsbewegung gefördert. Viele träumten nun von einem Deutschen Reich. 1819 wurde durch die Ermordung des Dichters August von Kotzebue in Preußen die Presse- und die Meinungsfreiheit aufgehoben. Es kam zur sogenannten Demagogenverfolgung.

1832 wurden auf dem Hambacher Fest Forderungen nach einem gesamtdeutschen Staat und nach Volkssouveränität laut. 1828 wurden auch andere deutsche Staaten in den Preußischen Zollverein aufgenommen, dadurch sicherte sich Preußen die Vorherrschaft in Deutschland und erschloß seiner aufstrebenden Industrie neue Absatzmärkte. 1838 wurde in Preußen die erste Eisenbahnstrecke von Berlin nach Potsdam eröffnet, zwölf Jahre später waren im Land 3.500 km Schienen verlegt.

1839 wurde Kinderarbeit verboten und die tägliche Arbeitszeit für Jugendliche auf 10 Stunden begrenzt.

1844 kam es zum Aufstand der Schlesischen Weber. 1847 tagte zum ersten Mal der Vereinigte Landtag, doch bereits im Herbst kam es zu vielen Protestbewegungen. Schließlich wurde Deutschland von einer Revolution erfaßt, die am 18. März 1848 Berlin erreichte. Anfang Mai wich der Landtag der Nationalversammlung, doch es gelang keine Einigung über eine neue Preußische Verfassung. Im Dezember wurde die Nationalversammlung aufgelöst, und König Friedrich Wilhelm IV. schuf eine Verfassung, in der die wesentlichen Grundrechte festgeschrieben wurden. Am 28. März 1849 wählte die Nationalversammlung den Preußischen König zum Deutschen Kaiser, dieser lehnte jedoch ab und verwarf die Reichsverfassung. Damit war die Nationalversammlung gescheitert.

Die preußische Verfassung des Jahres 1850

Preußen, das bis dahin ein absolutes Königtum war, wurde durch die Verfassung des Jahres 1850 in eine kostitutionelle (verfassungsmäßig beschränkte) Monarchie umgewandelt. Diese moderne Verfassung verbürgte den Untertanen in ihrem ersten Teil Gleichheit aller vor dem Gesetz, Freiheit der Person, der Religion, der Wissenschaft und der Meinungsäußerung. Diese „Rechte der Preußen“ entsprachen den „allgemeinen Menschenrechten“, welche auch in der amerikanischen und französischen Verfassung festgelegt waren. Die Gesetzgebung wurde durch den König und den Landtag gemeinsam ausgeübt. Die richterliche Gewalt wurde zwar im Namen des Königs ausgeübt, jedoch waren die Richter unabhängig und die Rechtsprechung dem Einfluß des Königs oder einer anderen Staatsgewalt entzogen. Durch die neue Verfassung erhielt die Bevölkerung ein Mitbestimmungsrecht auf dem Gebiete der Gesetzgebung. Jede Stimme mußte öffentlich und mündlich abgegeben werden.

Am 8. Oktober 1862 wurde dann Otto von Bismarck Preußischer Ministerpräsident.

Ostgrenze Preußens (Galerie)

Die Ostgrenze Preußens:

Der Staat Preußen im Jahre 1866

Bismarck führte die Landesgeschäfte im Sinne der Krone und brach damit den Einfluß des Parlaments. Nachdem er die innenpolitische Situation bereinigt hatte, baute er die Stellung Preußens in Deutschland aus: 1864 wurde durch den Deutsch-Dänischen Krieg Dänemark endgültig als Faktor aus der deutschen Politik ausgeschaltet. Preußen und Österreich erhielten Schleswig und Holstein zur Verwaltung. Zwei Jahre später bildeten unterschiedliche Auffassungen über die beiden Gebiete den Vorwand zum Deutschen Krieg, in dem sich Preußen mit Italien gegen Österreich und die meisten anderen deutschen Staaten verbündete. Im Norden fiel die Entscheidung in der Schlacht von Königgrätz.

Interessant ist, daß während des Deutschen Krieges keine Orden gestiftet wurden, da es sich um einen Bruderkrieg handelte. Österreich wurde im Frieden von Prag geschont, dafür gelang es Preußen durch Annexionen in Norddeutschland, seine beiden getrennten Gebiete zu vereinen. Außerdem wurde der Deutsche Bund aufgelöst und der Norddeutsche Bund gegründet, in dem fast alle Länder nördlich des Mains vereint waren. Mit der Ausdehnung des Preußischen Einflusses auf die Gebiete südlich des Mains kam es zu wachsenden Spannungen mit Frankreich.

Italien konnte sich trotz verlorener Schlachten über Gebietsgewinne auf Kosten Österreichs freuen.

1870 diente die Auseinandersetzung um den spanischen Thron durch einen Hohenzollern als Anlaß für den Deutsch-Französischen Krieg, der am 19. Juli 1870 mit einer französischen Kriegserklärung begann. Nach der Sedanschlacht kapitulierte Napoleon III., und Bismarck nutzte die Gunst der Stunde, um die deutschen Fürsten für seinen Plan eines Deutschen Reiches zu gewinnen.

Nach einem harten Winterfeldzug war auch die neue Französische Republik geschlagen, und am 18. Januar 1871 wurde in Versailles Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Dies war die Geburt des Deutschen Reiches.

Der Erste Weltkrieg

Trotz seiner Vermittlungsversuche im Juli 1914 konnte Wilhelm II. nicht verhindern, daß sich aus der Balkankrise nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz Ferdinand in Sarajewo der Erste Weltkrieg entwickelte. Alle Versuche, einen Krieg in Europa nach diesem Ereignis noch zu verhindern blieben erfolglos. Der Erste Weltkrieg war kein preußischer Krieg. Österreich, Rußland, Deutschland, Frankreich und Amerika, welche in dieser Reihenfolge in das Gemetzel eintraten, hatten ihre Kriegsgründe und -ziele. Preußen hatte keine – mußte jedoch zweifach die Zeche der deutschen Niederlage zahlen. Außer Elsaß-Lothringen gingen sämtliche folgenden deutschen Gebietsabtretungen auf Kosten Preußens: Posen und Oberschlesien, Danzig, der sogenannte polnische Korridor und auch Nordschleswig. Die deutsche Revolution, die der Niederlage folgte, stellte Preußen vor die Existenzfrage.

„Der letzte König von Preußen“

Die verfassungsgebende preußische Landesversammlung, die zugleich mit der Weimarer Nationalversammlung im Januar 1919 gewählt worden war, zögerte lange, an die Arbeit zu gehen. Wozu noch eine preußische Verfassung aktualiseren, wo es doch nun schon ein Jahr lang eine deutsche gab? Im Dezember 1919 faßte sie mit 210 gegen 32 Stimmen einen Beschluß:

„Als das größte der deutschen Länder erblickt Preußen seine Pflicht darin, zunächst den Versuch zu machen, ob sich nicht bereits jetzt die Schaffung eines deutschen Einheitsstaats erreichen läßt …“

Der Ostpreuße Otto Braun – er gewann alle seiner Wahlkämpfe – erwirkte in einer Koalition epochemachende Reformen, wie die preußische Schulreform von 1921 und einige Jahre später eine liberale Reform des preußischen Strafvollzugs. Weit eher als die Weimarer Republik wirkte das republikanische Preußen der zwanziger Jahre wie ein Vorklang auf moderne Zeiten. Ein bemerkenswertes Kuriosum ist, daß das Preußen Otto Brauns noch eine völlig originelle politische Erfindung machte, die heute noch einen Pfeiler in der BRD-Politik darstellt: das Konstruktive Mißtrauensvotum. Dieses besagt, daß ein Parlament nur dann einen Regierungschef stürzen kann, wenn es sich auf einen neuen einigt.

Preußenschlag

Mit dem Preußenschlag vom 20. Juli 1932 setzte Reichskanzler Franz von Papen die geschäftsführende preußische Regierung unter dem sozialdemokratischen preußischen Ministerpräsidenten Otto Braun ab. Umgehend wurden die preußischen Ministerien durch die Reichswehr besetzt und die Minister unter Gewaltandrohung zum Verlassen ihrer Amtsräume aufgefordert. Sodann wurde Von Papen von Reichspräsident Paul von Hindenburg zum Reichskommissar für Preußen ernannt. Als seinen Stellvertreter und preußischen Innenminister berief von Papen Franz Bracht, Mitglied der Deutschen Zentrumspartei und Oberbürgermeister von Essen.

Nationalsozialismus

Mit der nationalsozialistischen Revolution wurde der preußische Staat aufgelöst und sein Gebiet in verschiedene Reichsgaue aufgeteilt. Diese, wie etwa Pommern, Ober- und Niederschlesien usw., orientierten sich dabei an den preußischen Provinzen. Der Namen Preußen blieb lediglich im Namen der Gebiete Ostpreußen und Westpreußen – letzteres zum Großteil von Polen besetzt – erhalten. Adolf Hitler selbst bezeichnete sich auch als Vollender des preußischen Gedankens und ließ Preußen somit in Deutschland, das von diesem entscheidend geprägt war, aufgehen.

Die umstrittene Auflösung und Eingliederung des Staates Preußen hätte auch die Opposition gegen den Nationalsozialismus um Stauffenberg nach einem Waffenstillstand und anschließendem Friedensschluß beibehalten wollen, die Bezeichnung selbst wäre nach deren sog. Reichsreformplänen auf die zu einem „Reichsland Preußen“ zusammengelegten Provinzen West- und Ostpreußen übergegangen – d. h. auf die Gebiete, in denen das Volk der Pruzzen seinen Ursprung hatte.

Preußens vorläufiges Ende

Im Februar 1947 lösten die alliierten Siegermächte den Staat Preußen erneut – unter Mißachtung völkerrechtlicher Bestimmungen – als angeblichen „Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland“ auf. Dies wurde durch das Kontrollratsgesetz Nr. 46 am 25. Februar 1947 verkündet. Dieser „Fußtritt, den siegreiche Esel einem längst toten Löwen gaben“ (Golo Mann) war absolut überflüssig, da es seit der Gleichschaltung der Länder 1934 keinen „Staat“ Preußen mehr gab, und hatte mehr symbolischen Charakter. Damit konnte Preußen für alle angeblichen „Fehlentwicklungen“ Deutschlands die Verantwortung gegeben werden.

Auf dieser Grundlage entwickelte sich die inzwischen widerlegte Theorie eines sogenannten Deutschen Sonderweges, die inzwischen aber aus der Sicht von – meist ausländischen – Historikern (wie etwa Christopher Clark) als überholt gilt.

Nach der Teilvereinigung 1990 kam es zeitweise zu Überlegungen, das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland neu zu gliedern und auch zu dem Vorschlag, Berlin und Brandenburg zusammenzulegen und dem neuen Bundesland wieder den Namen Preußen zu geben. Dieser Vorschlag wurde, auch aus bürokratischen Erwägungen, wieder verworfen.

Ein solches neues Bundesland Preußen hätte nur einen fahlen Abglanz des einstigen Preußens dargestellt, denn immerhin liegen die historischen Wurzeln Preußens im nach wie vor besetzten Ostdeutschland.

Heraldik des Königreiches Preußen (nach 1871)

Das große königlich preußische Wappen führt einen fünfmal gespaltenen und siebenmal geteilten Hauptschild mit Schildfuß; die Herz-, Ehren- und Nabelstelle sind mit gekrönten Schildchen belegt. Auf der Herzstelle liegt der königlich gekrönte Schild des Königreiches Preußen. Auf der Ehrenstelle ruht der mit dem Kurhut bedeckte Schild des Markgraftums Brandenburg. Und auf der Nabelstelle erscheint ein mit einem Fürstenhut bedeckter, quergeteilter Schild mit dem Wappen des Burggraftums Nürnberg oben und dem Wappen der Grafschaft Hohenzollern unten. Die 48 Hauptfelder des Hauptschildes enthalten folgende Wappenbilder (von links (=heraldisch rechts) oben):

Großes Wappen Preußens um 1873; Der Wappenschild besteht aus 52 Feldern, wovon drei Wappen aufgelegt sind. Zentral liegt als Herzschild das Wappen des Königreichs Preußen (zugleich Ostpreußen), darüber als Ehrenschild Brandenburg, unten als Nabelschild das Wappen der Burggrafschaft Nürnberg in der oberen Hälfte und darunter das Wappen der Hohenzollern’schen Lande. Am unteren Rand des Wappenschilds befindet sich das Regalienfeld.

  1. Herzogtum Westfalen
  2. Großherzogtum Posen
  3. Herzogtum Schlesien
  4. Großherzogtum Niederrhein (war auch Wappen der Rheinprovinz)
  5. Herzogtum Sachsen
  6. Herzogtum Engern
  7. Herzogtum Magdeburg
  8. Herzogtum Holstein
  9. Herzogtum Pommern
  10. Herzogtum Lüneburg
  11. Herzogtum Schleswig
  12. Erzbistum Bremen
  13. Herzogtum Wenden
  14. Herzogtum Jülich
  15. Herzogtum Geldern
  16. Herzogtum Kleve
  17. Herzogtum Berg
  18. Herzogtum Pommern-Wolgast (Kassuben)
  19. Landgrafschaft Thüringen
  20. Herzogtum Mecklenburg
  21. Herzogtum Krossen
  22. Herzogtum Lauenburg
  23. Landgrafschaft Hessen
  24. Markgrafschaft Oberlausitz
  25. geteilt: Fürstbistum Paderborn und Grafschaft Pyrmont
  26. Fürstentum Rügen
  27. Markgrafschaft Nieder-Lausitz
  28. Fürstentum Oranien
  29. Fürstentum Ostfriesland
  30. Fürstbistum Halberstadt
  31. Fürstbistum Verden
  32. Fürstbistum Osnabrück
  33. Fürstbistum Münster
  34. Fürstbistum Minden
  35. Fürstbistum Hildesheim
  36. Fürstentum (Fürstbistum) Kammin
  37. Grafschaft Glatz
  38. Grafschaft Moers
  39. Fürstbistum Fulda
  40. Herzogtum Nassau
  41. Gefürsteter Graf zu Henneberg
  42. geteilt: Grafschaft Mark und Grafschaft Ravensberg
  43. Grafschaft Veringen
  44. Grafschaft Mansfeld
  45. Grafschaft Hohnstein
  46. geteilt: Grafschaft Tecklenburg und Grafschaft Lingen
  47. Grafschaft Sigmaringen
  48. Frankfurt am Main

Auf dem Schild steht ein offener, goldener, sogenannter königlicher Helm mit schwarz-silberner Decke, der mit der preußischen Königskrone geschmückt ist. Um den Schild hängen die Ketten verschiedener Orden. Außen ist die des Hohen Ordens vom Schwarzen Adler zu sehen, der vom Kurfürsten Friedrich III. am 17. Januar 1701, dem Tag vor seiner Krönung zum König in Preußen, gestiftet wurde und bis 1918 höchster Orden von Preußen blieb. Daneben hängt die Kollane des Roten Adler Ordens. Dieser wurde am 17. November 1705 durch Erbprinz Georg Wilhelm von Brandenburg-Bayreuth gestiftet und 1792 vom Königreich Preußen übernommen.

Der seinerzeit unter dem Namen „de la Sincérité“ gestiftete Orden war fürstlichen Personen sowie „hohen Herren von gutem Lebenswandel und Aufrichtigkeit“ vorbehalten, die mindestens 25 Jahre alt waren. Es folgt die Kette des Königlichen Hausordens von Hohenzollern. Innen prangt die des Königlichen Kronenordens. Dieser Verdienstorden wurde am 18. Oktober 1861 von König Wilhelm I. bei seiner Krönung in Königsberg gestiftet und dem Roten Adler Orden gleichgesetzt.

Die Schildhalter sind zwei graubärtige, mit Eichenlaub umgürtete und bekränzte wilde Männer, die dem mittelalterlichen Volksglauben entnommen sind und rechts die preußische, links die brandenburgische Standarte halten. Das Ganze wird überragt von einem purpurfarbenen Zelt, das von einem blauen Reif umschlossen ist, der den Wahlspruch König Friedrichs I. „Gott mit uns“ in Goldschrift trägt und gekrönt wird von der preußischen Königskrone. Darüber weht das preußische Reichsbanner.

Im großen Wappen vertretene Orden

Unterhalb des Wappenschilds befinden sich die vier Orden (von oben nach unten, heraldisch von innen nach außen):

  • Kronenorden (Halsdekoration)
  • Königlicher Hausorden von Hohenzollern (Kollane)
  • Roter Adlerorden (Kollane)
  • Schwarzer Adlerorden (Kollane)

Zitate

  • Der Grad von freier Bewegung, welcher zulässig ist, ohne die Autorität der Regierung zu beeinträchtigen, ist in Preußen ein viel höherer als im übrigen Deutschland“. — Otto von Bismarck
  • „Alles, was am Genie Fleiß ist, also vier Bestandteile von fünf, mögen ‚preußisch‘ genannt werden. Preußen, wenn irgend ein Land, hat noch den Gedanken der Zucht. Hier ist sein Weg zu seiner Höhe, wie er es immer gewesen.“ — Christian Morgenstern
  • „Preußentum ist etwas sehr Vornehmes und gegen jede Art von Mehrheit und Pöbelherrschaft gerichtet, vor allem auch gegen die Masseeigenschaften. Moltke, der große Erzieher des deutschen Offiziers, das größte Beispiel für echtes Preußentum im 19. Jahrhundert, war so. Graf Schlieffen hat seine Persönlichkeit in dem Wahlspruch zusammengefaßt: Wenig reden, viel leisten, mehr sein als scheinen.“ — Oswald Spengler
  • „Dem 19. Jahrhundert gelang nur eine ethische Konstruktion großen Stils: das preußische Offizierskorps.“ — Nicolás Gómez Dávila
  • „Das Talent zur Disziplin ist die Wurzel von Preußens Größe.“ — Christian Morgenstern

Filmbeiträge

Königreich Preußen in der Bundesrepublik Deutschland

Literatur

  • Hans-Dietrich Sander: Politik und Polis, hrsg. von Heiko Luge, Arnshaugk, 2016, ISBN 978-3944064352 [271 S.]
  • Jan von Flocken: Die Siegesallee. Kai Homilius Verlag, Berlin 2000, ISBN 3-89706-899-0
  • Rolf Kosiek:
    • Preußisch-deutscher Militarismus, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hgg.): Der Große Wendig – Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, Band 5, Edition Grabert im Hohenrain-Verlag, 2. Aufl., Tübingen 2017, S. 23–33
    • Alle Großmächte führten mehr Kriege als Preußen-Deutschland, in: Rolf Kosiek / Olaf Rose (Hgg.): Der Große Wendig – Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, Band 5, Edition Grabert im Hohenrain-Verlag, 2. Aufl., Tübingen 2017, S. 34–36 – historische Übersicht und Statistik
  • Ehrhardt Bödecker:
    • Preußen – eine humane Bilanz. Olzog-Verlag, 2010, ISBN 978-3789282775
    • Preußen und die Wurzeln des Erfolgs. Olzog-Verlag, 4., durchgesehene Aufl., 2008, ISBN 978-3789282768
    • Preußen und die Marktwirtschaft. Olzog-Verlag, 2. Aufl., 2007, ISBN 978-3789281877
  • Joachim Fernau: Sprechen wir über Preußen – Die Geschichte der armen Leute, Verlag Herbig, München, 1981, ISBN 3-7766-1146-4
  • S. Fischer-Fabian:
    • Preußens Gloria Der Aufstieg eines Staates, Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch Gladbach 2007, ISBN 978-3-404-64227-4
    • Preußens Krieg und Frieden Der Weg ins Deutsche Reich, Verlagsgruppe Lübbe, Bergisch-Gladbach 2008, ISBN 978-3-404-64229-8
  • Hans Prutz: Preußische Geschichte:
  • Ferdinand Schmidt / Franz Otto: Preußens Geschichte in Wort und Bild (3 Bände):
  • Robert Achill Friedrich Hermann Hue de Grais: Der preußische Staat (PDF-Datei 24 MB)
  • Heinrich von Treitschke: Preußische Jahrbücher (In Auswahl auf archive.org)
  • Bernhard Lindenblatt:
    • Alt-Preußenland: Geschichte Ost- und Westpreußens von der Urzeit bis 1701, Arndt-Verlag, ISBN 978-3887410360
    • Preußenland: Geschichte Ost- und Westpreußens 1701–1945, Arndt-Verlag, ISBN 978-3887410377
  • Widar Ziehnert: Preussens Volkssagen, Märchen und Legenden, Leipzig 1839 (PDF-Dateien: Bände 1–2Band 3)
  • Ludwig Hahn: Geschichte des Preussischen Vaterlandes: Fortgeführt bis zur Gegenwart (1895) (PDF-DateiFür Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Johann Friedrich Meuß: Die preußische Königsflagge, in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, 1913 (PDF-Datei)
  • Reinhold Koser / Paul Seidel: Die Insignien und Juwelen der preußischen Krone, in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, 1913 (PDF-Datei)

Verweise

König Friedrich der Große

Friedrich II.
* 24. Januar 1712 in Berlin;
† 17. August 1786 in Potsdam
leuthen5 Am 5. Dezember 1757 schlug der preußische König Friedrich der Große bei Leuthen in Schlesien die wohl berühmteste Schlacht des Siebenjährigen Krieges ( 1756 – 1763 ). Nach der schweren Niederlage der „Schlesischen unter Friedrichs Schwager dem Herzog von Braunschweig-Bevern bei Breslau am 22.November sah sich der König nur wenige Wochen nach der Vertreibung der französischen und Reichsarmee aus Thüringen ( Schlacht von Roßbach am 5. November 1757) gezwungen sich durch einen gezielten Vorstoß den Besitz der Provinz insbesondere der Hauptstadt Breslau zu verschaffen für die er diesen Krieg führte und die unter allen preußischen Regionen strategisch wie wirtschaftlich die wertvollste war. Von der überragenden Bedeutung dieses Rückeroberungsinteresses legt nicht zuletzt die bekannte Ansprache des Königs an seine Generäle kurz vor der Schlacht im Feldlager zu Parchwitz beredtes Zeugnis ab.

leuthen Zur taktischen Durchführung der Schlacht bediente sich der König dessen 25 000 Mann einer beinahe dreimal stärkeren Übermacht unter Prinz Karl von Lothringen einem Schwager Maria Theresias und Bruder des damaligen Römischen Kaisers Franz I. Stephan und Feldmarschall Leopold Graf von Daun gegenüberstanden der sog. „schiefen Schlachtordnung“ wie sie bereits 371 v. Chr. Epaminondas von Theben im Kampf gegen Sparta bei Leuktra angewendet hatte: Während der linke Flügel des preußischen Heeres nach zaghaften Vorstößen zurückzuweichen schien hielt sich der rechte Flügel zu Anfang völlig aus dem Kampfgeschehen heraus und wurde von der österreichischen Aufklärung überhaupt nicht wahrgenommen. Gegen Mittag schließlich erteilte der König den Angriffsbefehl gegen den bei dem Ort Sagschütz versammelten linken österreichischen Heeresflügel nachdem er bereits in den Morgenstunden dem Fahnenträger des Avantgarderegiments Nr. 26 von Meyerinck Fahnenjunker von Barsewisch in einer verbürgten und berühmt gewordenen Szene mit den Worten: „Junker von der Leibkompanie siehet Er wohl auf dem Verhack soll Er zumarschieren Er muss aber nicht zu starck avancieren damit die Armee Ihm folgen kann!“ die Anweisung zum Losmarschieren gegen die ungesicherte linke Flanke der auf ihrem rechten Flügel abgelenkten Österreicher gegeben hatte. Die österreichische Front war durch die Verzettelung im Norden dergestalt auseinandergerissen dass auch die Gegenwehr einiger Kavallerieeinheiten unter General Nadasdy dem überraschenden und massierten Vordringen des rechten preußischen Flügels keinen Einhalt gebieten konnte.

ziethen Eine tollkühne Kavallerieattacke unter General von Ziethen und Generalleutnant von Driesen gegen 17.00 sowie der Durchbruch des 3. Bataillons Garde gegen das sich verzweifelt wehrende bayrische Regiment Roth-Würzburg im Kirchhof von Leuthen (dabei tat sich der spätere Generalfeldmarschall und damalige Kompaniechef Hauptmann Wichard von Moellendorf durch beherztes Eingreifen besonders hervor) brachten schließlich die Entscheidung. Fürst Moritz von Anhalt-Dessau der gemeinsam mit Friedrich die Armee an diesem Tage geführt hatte wurde am selben Abend zum Generalfeldmarschall ernannt.

Berühmt geworden sind zahlreiche Anekdoten um das ebenso ruhmvolle wie blutige Geschehen bei Leuthen. Erwähnung verdient vor allem die Szene gegen Abend des 5. Dezember als der stets spöttische religionskritische Friedrich der Große wie zufällig und ohne ausreichende Bedeckung in das mit österreichischen Offizieren überfüllte Schloss Lissa geraten die ihm anstatt ihn als Feind zu betrachten und gefangen zu nehmen ehrfürchtig ihre Reverenz erwiesen Zeuge der folgenden Begebenheit wurde: Unter sternenklarem Nachthimmel lagerten sich die 25 000 erschöpften Kämpfer der siegreichen preußischen Armee und sangen in frommer Einmütigkeit den protestantischen Choral: Nun danket alle Gott! (Als „Choral von Leuthen“ in die Geschichte eingegangen).

Zensur oder Pressefreiheit – Fried­rich der Große

Friedrich der Große war der erste absolute Monarch Europas, der die Zensur weitgehend zähmte

friedrich_ii Friedrich der Große am Schreibtisch: Holzstich von Theodor Knesing. Bild: pa
Zensur oder Pressefreiheit – Fried­rich der Große, dessen 300. Geburtstag wir in wenigen Wochen feiern, beantwortete die Frage auf seine Weise: Er gestaltete die damals übliche Zensur so, dass sie ein für seine Zeit höchst unübliches Maß an Pressefreiheit ermöglichte.

„Dem hiesigen Berlinischen Zeitungsschreiber (soll) eine unbeschränkte Freiheit gelassen werden zu schreiben, was er will, ohne dass solches zensiert werden soll.“ Mit dieser knappen Dienstanweisung überraschte der junge Preußenkönig am sechsten Tag seiner Regentschaft, also am 5. Juni 1740, seinen „Wirklichen Geheimen Staatsminister“ Heinrich von Podewils. Damit war die Zensur in Preußen zwar nicht gänzlich abgeschafft, der königliche Befehl bezog sich auf den nichtpolitischen Teil der Zeitungen. Aber es war ein erster wichtiger Schritt in Richtung Presse- und Meinungsfreiheit, ganz im Geiste der Aufklärung, die Friedrichs Denken und Handeln bestimmte.
„Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit“, postulierte der große Königsberger Philosoph Immanuel Kant und forderte, der Mensch solle „sich unabhängig von Vorurteil, Tradition und Offenbarung seines eigenen natürlichen Verstandes bedienen“. Dass der Mensch dies nur kann, wenn er freien Zugang zu Wissen und Informationen hat und sich frei von staatlichem oder sonstigem institutionellen Zwang seine Meinung bilden kann, ergibt sich geradezu zwangsläufig aus diesem Kantschen Postulat.
Preußen hatte in jener Zeit doppeltes Glück: In Kant hatte es einen Denker, der fähig war, eine den strengen Gesetzen der reinen Vernunft genügende Sittenlehre allgemeinverständlich zu formulieren. Und in Friedrich II. hatte es eine wahrhaft große Herrscherpersönlichkeit, unter der sich der Geist der Aufklärung relativ ungehindert entfalten konnte.
Geradezu verblüffend ist die Tatsache, dass dies möglich war, obwohl es eine gut organisierte staatliche Zensur gab. Unter Fried­rich dem Großen wurde sie zwar betont milde gehandhabt, was sich schon aus den hinlänglich bekannten Toleranzvorstellungen des Königs in Religionsfragen ergab. Aber es gab sie, diese Zensur! Wer etwas Gedrucktes publizieren wollte, wusste genau, welchen Kontrollen seine Texte unterlagen, wo Grenzen gezogen waren und mit welchen Konsequenzen er zu rechnen hatte, wenn er diese Grenzen überschritt.
Aus heutiger Sicht ist man geneigt, diesen Zustand als unvereinbar mit Meinungs- und Pressefreiheit zu bewerten. Offenbar ist man heute allzu sehr darauf fixiert, solche Freiheiten überhaupt nur da für möglich zu halten, wo Zensur „nicht stattfindet“ – oder zumindest laut Grundgesetz nicht stattfinden sollte.
Über lange Phasen der Geschichte Preußens diente die Zensur aber nicht der Verhinderung oder Einschränkung von Meinungs- und Pressefreiheit, sondern der Kanalisierung. Sie schuf einen klar definierten und unmissverständlich formulierten Rechtsrahmen, schuf also Rechtssicherheit und muss unter diesem Aspekt als Instrument der Rechtsstaatlichkeit bezeichnet werden.
Deren Basis war das typisch preußische Freiheitsverständnis: Freiheit nicht als absoluter, von allem anderen isolierter Selbstzweck, sondern als eine Größe, die sich nur dann für das Gemeinwohl segensreich entfalten kann, wenn sie an Verantwortung gebunden ist. Freiheit musste stets ein Ziel haben, und das Ziel galt nur als akzeptabel, wenn es auf das Gemeinwohl ebenso
Rück­sicht nahm wie auf die Freiheit und Menschenwürde anderer.
Dieser Freiheitsbegriff prägte auch den Umgang Friedrichs mit den Medien. Exzessive öffentliche Ehrverletzungen gab es unter seiner Regentschaft nicht.
Heute sehen die Medien sich gern als selbsternannte „Vierte Gewalt“. Sie begnügen sich nicht damit, über Politik zu informieren – sie maßen sich an, selber Politik zu machen. Vor allem die mit Kamera und Mikrophon „bewaffneten“ Vertreter dieser „Vierten Gewalt“ sehen sich letzten Endes als „Erste Gewalt“, die über allen anderen steht; sie gerieren sich als Ermittler, Ankläger, Richter und Henker in einer Person.
Im Preußen Friedrichs des Großen hingegen waren die Medien ein wichtiges Instrument des politischen Meinungsstreits und der öffentlichen Willensbildung. Gesetze und Verordnungen sowie die auf ihrer Basis tätigen Zensurbehörden setzten den rechtsstaatlichen Rahmen, innerhalb dessen sich Meinungs- und Pressefreiheit entfalten konnte. Diese wohl ausgewogene Rechtssicherheit ist vor allem Friedrich II. zu verdanken.
So mündet der Vergleich zwischen dem damaligen Preußen und dem heutigen Deutschland in die Feststellung: Damals gab es eine Zensur, die aber die Entfaltung von Meinungs- und Pressefreiheit nicht nachhaltig verhindern konnte (und meist auch gar nicht sollte). Heute hingegen findet laut Grundgesetz keine Zensur statt; in Wirklichkeit aber wurde sie nicht abgeschafft, sondern umbenannt – sie heißt nun „political correctness“. Hans-Jürgen Mahlitz

Eine Regierung muss sparsam sein, weil das Geld, das sie erhält, aus dem Blut und Schweiß ihres Volkes stammt. Es ist gerecht, dass jeder einzelne dazu beiträgt, die Ausgaben des Staates tragen zu helfen. Aber es ist nicht gerecht, dass er die Hälfte seines jährlichen Einkommens mit dem Staate teilen muss.
friedrich_der_grosse „Die Juden sind von allen Sekten die gefährlichste und man muss verhindern, dass ihre Zahl wächst.“
(Friedrich II, nach Spiegel, 45/2011, S. 83)