Germanenherz

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Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt, verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit, seine Kultur und sich selbst. Wir sind und werden gezwungen, unseren eigenen speziellen Charakter und unseren Lebensstil zu verbergen und zu Verachten, um nicht als Nazi oder Antisemit verspottet und ausgegrenzt zu werden. Kein größerer Schaden kann einer Nation zugefügt werden, als wenn man ihr den Nationalcharakter, die Eigenheiten ihres Geistes und ihre Sprache nimmt. Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluss von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die jüdische Fremdherrschaft zu verewigen.

Wir Deutschen haben uns für unsere Vergangenheit und unsere Ahnen nicht zu schämen, ganz im Gegenteil, wir müssen sie unbedingt neu entdecken. Es ist unsere Pflicht uns mit der Germanistik auseinanderzusetzen. Wir Deutschen haben eine wahre Kultur. Wir Deutschen gehören zu dem Ursprung einer westlich zivilisierten und autarken Welt ohne das wir eine kulturelle Identität künstlich erzeugen müssen indem wir andere Kulturen vernichten! Wir sind mehr als das was uns seit Dekaden eingeredet wird, wir haben eine Geschichte die es wert ist sich zu entwickeln, denn unsere Vorfahren haben ihr Leben gegeben damit wir heute in Freiheit leben sollten.

In  Wahrheit baute  die germanische Weltanschauung auf die Gleichstellung von Menschen und dem Respekt gegenüber der Natur.  Gewalt, Naturzerstörung, egoistischer Intellekt waren verpönt, der Sinn für das Gemeinwohl (Natur inkl. Mensch) war vordergründig. Nichts wurde getan, ohne die Ahnen und die beseelte Natur zu fragen. Das alte Wissen war allen zugänglich und wurde nicht von elitären Herrenmenschen für ihre eigenen Zwecke missbraucht und der Masse vorenthalten worden!

Das alles ist ein wesentlicher Teil der deutschen Historie, welche jedoch immer mehr in das Vergessen gedrängt wird. Wir sind inmitten eines kulturellen Bewusstseins der Selbstaufgabe und des ewigen Schuldkult, ohne sich auf das zu besinnen was wir sind und andere Völker als selbstverständlich erachten. Den Deutschen hat man die Geschichte abtrainiert. Bei den einen reicht das Gedächtnis nur bis zur letzten Fußball-WM, bei den anderen nur auf 1933.1945. Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern will, wird dazu genötigt, sie im weniger Positiven bzw. die negativen Eigenschaften zu wiederholen.

Wer sich aber mit den alten germanischen Mythen auseinandersetzt, wird schnell merken, dass uns die Judeachristen unsere fundamentalen Lebensgrundlagen und Lebensweisheiten gestohlen haben!. Die drei großen patriarchalen Religionen (Christentum, Islam, Judaismus) sind für rasendes Massenmorden, rücksichtslose Industrialisierung, Sklavenarbeit, Ungerechtigkeit, Plünderung der natürlichen Ressourcen verantwortlich! Sie haben uns den Zugang zu unseren Seelen geklaut, uns von ihren (Schulen, Banken, Medien) abhängig gemacht!
***Es ist an der Zeit, dass Odin zurückkommt***


Viking_Toto_Germanenherz
Vom Hohen Norden wird er kommen mit seinen Streitwagen, und seine Macht wird unbezwingbar sein. Eine Schar Aufrechter wird um Ihn sein, ihnen wird er das Licht geben, und sie werden der Welt leuchten, Und die Stunde des Lichtes wird heimkehren über die Erdenwelt.
Geduld ist das Vertrauen, dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist. Man sei sich der Gegenkräfte gewahr und schließe nicht die Augen vor ihnen. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen. Zum Leben gehört auch der Mut zum Konflikt. Hindernisse sind dazu da, furchtlos, aber umsichtig überwunden zu werden. Man vertraue seinem Willen und seinem innerem Impuls. Man diene mit diesen Kräften der Schöpfung. Man tue, was zu tun ist. WENN DIE ZEIT REIF IST
toto_haas_lichtbringer*** Die Zeit ist nun reif ***
*** Mein Volk Erwache ***
Nur der Wache (Sehende) erkennt schnell die Lüge! Was keiner wagt, das sollt ihr wagen. Was keiner sagt, das sagt heraus. Was keiner denkt, das wagt zu denken. Was keiner anfängt, das führt aus. Wenn keiner ja sagt, sollt ihr’s sagen, wenn keiner nein sagt, sagt doch nein. Wenn alle zweifeln, wagt zu glauben. Wenn alle mittun, steht allein. Wo alle loben, habt Bedenken, Wo alle spotten, spottet nicht. Wo alle geizen, wagt zu schenken. Wo alles dunkel ist, macht Licht. 

Bevor die Friesen Christen wurden

Wer denkt schon bei Sylt an eine „Insel der Toten“, wer bei Helgoland an einen Göttersitz oder beim Anblick nordfriesischer Inselkirchen an „Heilige Linien“ Michael Engler spürt die oft rätselhaften Kulte vorchristlicher Zeit auf und lädt zu einer Entdeckungsreise durch die Inselwelt zwischen Helgoland und Sylt ein von den steinzeitlichen Monumenten eines längst verschollenen Glaubens bis zu mittelalterlichen Sakralbauten über uralten Tempelorten. Da wird von großräumig in Landschaften angelegten Kalendarien berichtet, von geheimnisvollen Ringwällen und von jahrtausendealten exakten Berechnungen für astronomische Beobachtungen oder von ganzen Dörfern für die Götter. Das heute noch praktizierte — und als touristische Attraktion genutzte — Biekebrennen macht deutlich, dass manch ein „heidnischer“ Brauch die Jahrhunderte überlebt hat, auch wenn der ursprüngliche Sinn längst verloren ging. Ein spezielles Licht- und Aufnahmeverfahren hebt die Kultstätten aus ihrem natürlichen Umfeld hervor und verwandelt auf den ersten Blick kaum wahrnehmbare Spuren in wieder vorstellbare Räume. Legenden und Chroniken — mit nordfriesischen Landschaftsbildern in Szenen gesetzt — versetzen den Zuschauer in jene Zeit, bevor die Friesen Christen wurden.


Das Lied der freien Friesen

Wy eddlen fryen  Fresen
wy syndt nhu also freigh,
denn unser Blut und Wesen
haßt jede Tyrannei.
Tributh woll’n wy nich geven,
ein freigh volck woll’n wy syn.
Wy laten unser leven
für Worstenlandts Gedeihn!
Wir edlen freien Friesen
wir sind nun also frei,
denn unser Blut und Wesen
hasst jede Tyrannei.
Tribut wollen wir nicht geben
ein freies Volk wollen wir sein.
Wir lassen unser Leben
für Wurstenlands Gedeihn!
Aus:  Kurt Heimart-Holscher – Feinde des  Volkes
Die Geschichte der  Wurstfriesen (Westfriesland), die von Römlingen 1557 ihrer Freiheit beraubt  wurden. Der Fremdglaube und der Verrat der Eignen hatte sie besiegt. ergänzend:

Der Friesenaufstand im Jahr 28

Der germanische Stamm der Friesen war von Drusus während seiner Germanienzüge unterworfen worden und mußten wegen ihrer Armut aber nur niedrigen Tribut in Form von Rinderfellen zahlen. Im Jahre 28 nach Christus erschien der römische Tribun Olennius im Gebiet der an der Nordseeküste zwischen Zuidersee und Weser siedelnden Friesen, um mit den Stammesfürsten zu verhandeln. Friesland stand zum römischen Impe­rium in einem beiderseitigen Vertragsverhältnis. Für militärischen Schutz römischer Legionen zahlten die Friesen mit Kriegsdiensten und einem jährlichen Tribut. Der Tribut bestand aus einer bestimmten Menge Ochsenhäuten. Olennius, ein alter Soldat, aber kein Verwaltungsfachmann, befahl, daß die zu liefernden Häute in Zukunft der Größe von Auerochsen entsprechen müßten. Das war eine mehr als harte Forderung. Die wilden Auerochsen waren wesentlich größer als die auf den Weiden gra­senden Ochsen, die einem kleinen, ziemlich unansehnlichen Schlag entstammten. Nach und nach mußten die Friesen ihren gesamten Viehbestand opfern, denn es war unmöglich, so viele Auerochsen zu erlegen.
Das Kastell Flevum lag an der Nordsee, dem damaligen Germanischen Meer ,weit jenseits der offiziellen römischen Reichsgrenze am Rhein. Es zeigt aber auch auf, wie groß der römische Machtbereich in das rechtsrheinische Germanien war

Da die Forderung auch damit nicht erfüllt war, gaben sie ihre Äcker und Wiesen in Zah­lung. Olennius aber sprach immer noch sein erbarmungsloses «Es genügt nicht!«.
Eine Delegation, die ihm vorhielt, daß die Friesen einmal die römische Flotte vor dem Untergang gerettet, sich auch nicht am Aufstand unter Arminius beteiligt und überhaupt ihre Freundschaft zu Rom oft bewiesen hätten, entließ er mit barschen Worten und Drohungen.
Seine Soldaten wies er an, den Zins unter Anwendung brutalster Mittel einzutreiben. Was die Friesen nun tun, scheint unfaßbar: Sie empören sich nicht, stehen nicht auf wie ein Mann, um die Römer zu ver­treiben – sie ziehen mit ihren Frauen und Kindern zur näch­sten Handelsniederlassung und verkaufen sie in die Sklave­rei. Der Erlös soll endlich die Norm erfüllen, die man ihnen gesetzt hat. Und erst jetzt, nachdem die Römer sich noch im­mer nicht zufrieden zeigen, kommt es zum Aufstand. Die Friesen ließen alle tributeintreibenden Soldaten aufhängten und ans Kreuz nageln. Tribun Olennius floh in das Kastell Flevum an der Nordseeküste.
Daraufhin zogen niedergermanische Legionen unter Legat Apronius mit obergermanischer Verstärkung gegen die Friesen, erlitt aber aufgrund schlechter Angriffstaktik große Verluste. Die südlich siedelnden unter römischer Oberheit stehenden Bataver beteiligten sich dabei nicht an dem Feldzug.
„clarum inde inter Germanos Frisium nomen, dissimulante Tiberio damna, ne cui bellum permitteret“ (Tacticus ann. 4,74,1). Als Tiberius von diesem schlecht verlaufenden Feldzug hörte ,verzichtete er auf einen weiteren Vergeltungsfeldzug, wodurch die Friesen für fast 20 Jahre von der römischen Besatzung befreit waren. Das Römische Reich gab dazu noch das rechtsrheinische Friesengebiet auf.
Ein Grund für die ungewöhnliche Nachsicht der Römer waren die in diesen Jahren weit stärkeren inneren Probleme des Reiches, auch weil Tiberius sich aus der Regierung fast völlig zurückgezogen hatte und der eigentliche Machthaber in Rom der Prätorianerpräfekt Seianus war.

Die arianisch-gotische Religiosität

von: Edmund Weber
Die christlichen Lehnwörter der deutschen Sprache bestehen aus zwei Schichten, einer älteren und einer jüngeren. Zur ersten gehören Wörter wie „Pfaffe“, „Teufel“ und „taufen“, zur zweiten Wörter wie „Kloster“, „predigen“ usw. Während die jüngere Schicht aus der lateinischen Kirchensprache des römisch-katholischen Bekenntnisses entlehnt ist, stammt die ältere entweder aus dem Griechischen durch Vermittlung des Gotischen oder aus dem Gotischen selbst. Diese Wörter sind Marksteine für die sprachlichen Einwirkungen, die das erste germanische Christentum auf die süddeutschen Stämme ausgeübt hat.

Die christlichen Lehnwörter der deutschen Sprache bestehen aus zwei Schichten, einer älteren und einer jüngeren. Zur ersten gehören Wörter wie „Pfaffe“, „Teufel“ und „taufen“, zur zweiten Wörter wie „Kloster“, „predigen“ usw. Während die jüngere Schicht aus der lateinischen Kirchensprache des römisch-katholischen Bekenntnisses entlehnt ist, stammt die ältere entweder aus dem Griechischen durch Vermittlung des Gotischen oder aus dem Gotischen selbst. Diese Wörter sind Marksteine für die sprachlichen Einwirkungen, die das erste germanische Christentum auf die süddeutschen Stämme ausgeübt hat. Dieser Einfluß ist schon im fünften Jahrhundert vom Unterlauf der Donau her stromaufwärts gezogen und hat sich bereits vor Theoderich dem Großen weithin in Deutschland geltend gemacht.
Das älteste germanische Christentum ist von seinen welschen Zeitgenossen kurzweg „Das gotische Gesetz“ genannt worden, weil die gotischen Wanderstämme, die auf altem römischen Reichsboden ihre Reiche errichteten, seine Hauptträger waren. Darüber hinaus hat es aber auch deutsche Stämme, z. B. die Bayern und die Alemannen beeinflußt. Es hat nahezu vierhundert Jahre bestanden und sich zur Zeit seiner größten Ausdehnung vom Kaukasus bis zum Atlantischen Ozean sowie von der Sahara bis zum Thüringer Wald erstreckt. Trotzdem ist „Das gotische Gesetz“, wie Hans v. Schubert schrieb, bis vor kurzem eine „dunkle Größe“ gewesen. Für uns, die wir uns auf die Grundlagen unserer Art besinnen, ist es jedoch geboten, auch einmal zu betrachten, mit welchem Ergebnis Germanentum und Christentum sich zuerst berührt haben.
Der erste Germanenstamm, der geschlossen das Christentum angenommen hat, sind die Westgoten gewesen. Sie saßen damals an der unteren Donau in der heutigen Moldau und Walachei. Von 341 n. übl. Ztr. an wirkte unter ihnen als Bekehrer der Bischof Ulfila. Seinem heißen Bemühen und dem politischen Druck des Hunnensturms ist es zuzuschreiben, daß, wie ich vermute, das Heerthing der Westgoten 376 n. übl. Ztr. die Annahme des Christentums beschloß, um die Aufnahme des Stammes ins oströmische Reich als Bundesgenossen zu erlangen.
Damals herrschte am Hofe zu Konstantinopel die Lehre des Arius. Auch Ulfila war überzeugter Arianer. So ist es zeitgeschichtlich bedingt, daß die Goten das Christentum in der arianischen Form überkamen. Solange diese amtlich anerkannte Rechtgläubigkeit war, spielte dieser Umstand keine Rolle. Aber als der athanasianisch gesonnene Kaiser Theodosius der Große die Wesensgleichheit und Gleichstellung der drei Personen in der heiligen Dreieinigkeit auf dem Konzil zu Konstantinopel 381 n. übl. Ztr. durchgesetzt hatte, wurde der Arianismus als „Irrlehre“ im ganzen Römerreich unterdrückt. Bei den römischen Arianern gelang das ziemlich rasch. Aber gegen die christlichen Germanen mit Zwangsnahmen vorzugehen, war unmöglich. Da sie Arianer blieben, kam es bei ihnen zur Ausbildung eines eigenen Bekenntnisses in der Form der arianisch-gotischen Religiosität.
Lehrmäßig unterschied sich das gotische Bekenntnis von dem athanasianischen der Griechen und Römer durch die Auffassung des Verhältnisses des Gott-Vaters zu dem Gott-Sohne und beider zu dem Heiligen Geiste. Die germanischen Kirchenlehrer vertraten die Ansicht, „der Sohn sei geringer an Hoheit als der Vater und an Ewigkeit später, der Heilige Geist aber sei weder Gott noch bestehe er aus dem Wesen des Vaters, sondern sei vom Sohn geschaffen und dem Gehorsam gegen beide unterworfen“; sie behaupteten auch, daß weder der Sohn noch der Heilige Geist dem Vater wesensgleich seien. So betonten also die gotischen Geistlichen die Unterordnung des Sohnes unter den Vater. In Streitgesprächen mit römischen Priestern begründeten sie ihre Auffassung mit dem Hinweis auf das Schriftwort: „Der Vater ist größer als ich.“
Ulfila hat diese Lehre kurz vor seinem Tode so aufgezeichnet:
„Ich, Ulfila, Bischof und Bekenner, habe immer folgendes geglaubt und gehe in diesem alleinigen und wahren Glauben hinüber zu meinem Herrn. Ich glaube, daß Einer sei, Gott der Vater, allein, ungezeugt und unsichtbar; und an seinen einzig gezeugten Sohn, unsern Herrn und Gott, den Werkmeister und Schöpfer der gesamten Kreatur, der nicht seinesgleichen hat; darum ist er ein Gott aller; und daß ein heiliger Geist sei, die erleuchtende und heilige Kraft, wie Christus sagt (Luk. 24, 49), weder Gott noch Herr, sondern Diener Christi, untertan und gehorsam in allem dem Sohn, und der Sohn untertan und gehorsam in allem Gott dem Vater.“
Wenn dieses Bekenntnis Ulfilas nicht nur von den Westgoten, sondern auch von den vielen anderen germanischen Stämmen der katholischen Dreieinigkeitslehre vorgezogen wurde, so wird man das nicht nur auf den Einfluß seiner mächtigen Persönlichkeit zurückführen dürfen. Es muß, wie Rudolf Goette bemerkt, auch daran liegen, daß die Vorstellung eines menschenfernen höchsten Gottes, eines von ihm gezeugten Schöpfers und Weltherrschers und seines halbgöttlichen Dieners der Gedanken- und Gefühlswelt der zu bekehrenden Germanen leichter einging als die orthodoxe Dreieinigkeitslehre.
Wie bei der Lehre von der Dreieinigkeit, so beriefen sich die gotischen Geistlichen in ihren Auseinandersetzungen mit den welschen Priestern auch sonst auf die Bibel. Eine Berufung der letzteren auf eine mündliche Überlieferung lehnten sie ab mit der Begründung, in der Schrift nicht enthaltene Ausdrücke dürften auch nicht in die Glaubenslehre eingeführt werden. Das war ausgesprochenes Bibelchristentum, das nur den Schriftbeweis anerkennt. Dieser wesentliche Zug der arianisch-gotischen Frömmigkeit ging ebenfalls auf Ulfila zurück. Er war von Jugend auf in einem schlichten Bibelchristentum erzogen worden. Daher übersetzte er, sobald er dazu die nötige Ruhe und Zeit fand, die Bibel ins Gotische und stellte so alle gotischen Gläubigen von Anfang an auf die Grundlage des selbständigen Forschens in der Schrift. Diese Übertragung der „Heiligen Schrift“ war, wie Rudolf Goette treffend bemerkt hat, ebensowenig wie die Lutherbibel nur für Gelehrte und Wissende bestimmt, sondern als Volksbuch gedacht.
Durch die Gotenbibel wurde das gesamte Glaubensleben der arianischen Goten von seinem Ursprung an in der Muttersprache verankert. Daher darf angenommen werden, daß der Gottesdienst durchweg in der gotischen Sprache abgehalten worden ist. Dafür zeugt u. a. eine uns erhaltene wandalische Formel: „Herr, erbarme dich unser!“
Indem das gotische Christentum durch seine Bibel und seinen Gottesdienst in der Muttersprache zu einer völkischen Größe wurde, trat es zu der welschen Kirche, die völkerüberspannend sein wollte, in einen Gegensatz. Den römischen Anspruch auf alleinige Rechtgläubigkeit bestritten die gotischen Kirchenlehrer mit der Behauptung, sie seien ebenso gut katholisch; sie verlangten für sich das Recht, „unabhängig von den Riesenfangarmen der römischen Kirche“ – wie H. v. Schubert anschaulich gesagt hat – auf der allein wahrhaft katholischen Grundlage der ersten beiden christlichen Jahrhunderte weiterbauen zu dürfen. Sie stützten sich auf Konzilien, die für den Arianismus günstig gewesen waren, und fochten die Gültigkeit der Konzilien an, die die Lehre des Arius verworfen hatten.
Wie hoch die Kraft der Bibelworte eingeschätzt wurde, lehrt der Umstand, daß man zur Erforschung der Zukunft nicht mehr, wie einst die Väter, Losstäbe warf, sondern aufgeschlagene Bibelverse für bedeutungsvoll und schicksalkündend ansah.
Diese Verwendung der Bibel offenbart, daß die arianisch-gotische Religiosität ihre zweite Wurzel in der germanischen Vorstellungswelt hatte. Das lehrt auch die gotische Auffassung des Abendmahls als einer steten Erneuerung eines im Blute Christi geschlossenen Bundes; sie bedeutete die Übertragung der germanischen Sitte der Blutsbrüderschaft auf das Verhältnis der Gläubigen zu ihrem Gott.
Wie bereits erwähnt, stammt unser deutsches Zeitwort „taufen“ vom gotischen daupjan; dieses hängt wieder mit diups, d. h. tief, zusammen und bedeutet daher ursprünglich „eintauchen“. Nach spanischen Berichten bestand denn auch die arianisch-gotische Taufe in einem dreimaligen Untertauchen des Täuflings.
Kennzeichnend für germanisches Empfinden ist auch der vom Bischof Isidor von Sevilla überlieferte Brauch der arianischen Geistlichen, sich „zur Schonung des den Germanen so teuren Haupthaares“ nur „auf dem Wirbel eine kleine Platte“ scheren zu lassen.
Schon Gustav Freytag hat erkannt, daß die arianisch-gotischen Christen im Heiland ihren Gefolgsherren sahen. Damit war der altgermanische Gefolgschaftsgedanke ins Religiöse übertragen. Nun läßt sich aus den Evangelien ein zwiefaches Bild Jesu ableiten: das eines leidenden Dulders, der die Sanftmütigen und Friedfertigen selig preist und gebietet, das Schwert in die Scheide zu stecken, und das eines unerschrockenen und schlagfertigen geistigen Kämpfers. Den gotischen Wanderstämmen, die seit vielen Geschlechtern sich ihre Freiheit und ihr Leben täglich neu erobern mußten, konnte der gekreuzigte Dulder wenig zusagen. Sie hielten sich lieber an den heldischen Jesus als ihren himmlischen Herzog und malten sich ihn nach den Hochzielen ihrer Art als mutig, tapfer und treu aus.
Zur Zeit des germanischen Eigenglaubens hatte der öffentliche Gottesdienst in engster Verbindung mit dem Rechts- und Gemeindeleben in Krieg und Frieden gestanden. Die Grundzüge dieser Verfassung blieben auch bei dem Übertritt der Goten zum Christentum maßgebend. Der alte Glaubensverband wurde nunmehr zu einer Stammes- oder Volkskirche und von der Zeit an, wo die einzelnen Stämme ein eigenes Reich gewonnen hatten, zu einer Landeskirche. Daher war diesen gotischen Arianern das römische Streben nach bischöflicher Allgewalt und nach Unabhängigkeit der Kirche von Volk und Staat wesensfremd und unleidlich. Alle ihre geistlichen Würdenträger unterstanden dem König als dem Landesherrn; er ernannte die Bischöfe und zog sie gegebenenenfalls zur Verantwortung.
Nach altgermanischem Brauche war der Hausvater das geistliche Oberhaupt im häuslichen Kreise gewesen. Diese Auffassung blieb auch im gotischen Christentum herrschend. Den Priestern eine bevorrechtigte Stellung einzuräumen und sie als Mittler zwischen sich und Gott anzuerkennen, lag den gotischen Frommen fern.
Darum lehnte die arianisch-gotische Religiosität auch die Lehre von einer doppelten Sittlichkeit ab. In dem Einsiedlerwesen und in dem Mönchstum sahen die Germanen eine Flucht aus der Sippe und dem Stamm. Das bewußte Ausscheiden aus der Kette der Geschlechterfolgen erschien ihnen nicht verdienstlich, sondern widernatürlich. Die Ehe galt als gottgewollter Lebensstand, dem sich die Priester ebensowenig entziehen durften wie jeder andere Volksgenosse. Denn Ehelosigkeit gefährdete die Volkskraft. Aus diesem lebenskundlichen Blickfeld heraus hielten auch die arianischen Goten lange auf reinblütige Ehen.
Der germanische Geist war wenig geneigt, sich dem Zwange festgefügter Glaubenssätze zu unterwerfen. Darum brachte auch die arianisch-gotische Frömmigkeit dem Selbstbestimmungsrecht des einzelnen Gewissens Ehrfurcht entgegen und war duldsam nicht nur gegen ihre Anhänger, sondern auch gegen Andersgläubige. Die angeborene Verträglichkeit in Glaubensfragen fand sich bestärkt in ihrer geistigen Begründung durch das Wort Jesu: „In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen.“ Aus diesem Grundgefühl heraus ließ Theoderich der Große 510 n. übl. Ztr. an die Judengemeinde in Genua schreiben: „… denn eine Religion können wir euch nicht anbefehlen, weil niemand wider seinen Willen zum Glauben gezwungen wird.“
Bei der mehrhundertjährigen Entwicklung der arianisch-gotischen Frömmigkeit ist es verständlich, daß sie ihre eigenen Blutzeugen und ihren eigenen Zeitkalender gehabt hat. Ob sie auch Heilige gekannt hat, ist unsicher, ebenso, ob man einen Wunderglauben annehmen muß; falls ein solcher bestanden hat, war er jedenfalls wesentlich schwächer als in der römischen Kirche.
Sobald die Wanderstämme zu fester Ansiedlung gelang waren, erbauten sie sich auch eigene Kirchen. Ob sie noch dazu gelangt sind, einen arianischen Kirchenbaustil zu entwickeln, muß dahingestellt bleiben. Nach Albrecht Haupt scheint es, als ob bei den gotischen Kirchen alle Sinnbilder der Dreieinigkeit vermieden und deshalb statt der Dreiecksgiebel Walmdächer angebracht worden sind.
Die arianisch-gotische Religiosität hat Glaubenssätze gekannt und ihre Überzeugungen auch in Lehren zu fassen und sie geschickt zu begründen und zu verteidigen verstanden. Aber wichtiger war ihr das Handeln nach den Worten des Heilands. „An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen“ – das war die Losung für die gotischen Christen. Prokop rühmt den arianischen Goten der Halbinsel Taman nach:
„Sie achten und ehren die christlichen Bräuche in nicht geringerem Maße als irgendeiner … ohne sich in Streit einzulassen, halten sie den Glauben hoch in schlichter Gestalt.“
Der römisch-katholische Bischof von Massilia (Marseille) Salvianus hat um 450 n. übl. Ztr. dem arianisch-gotischen Tatchristentum folgendes Zeugnis ausgestellt:
„Die Goten und Wandalen hängen zwar Irrlehren an, aber an Sittenstrenge sind sie besser als unsere römischen Landsleute … So viel gilt bei jenen die Sittenreinheit und Sittenstrenge, daß sie nicht nur selbst keusch sind, sondern auch – ich sage etwas Neues, Unglaubliches, Unerhörtes – die Römer dazu gemacht haben … Schämt euch, ihr Römer, schämt euch eures Lebenswandels, denn bei euch sind nur die Städte frei von Lastern, wo die Barbaren herrschen.
Eine ganze Reihe geschichtlicher Zeugnisse ließe sich denn auch anführen, aus denen hervorgeht, welch feine Blüten die Verschmelzung der germanischen Tugenden der Tapferkeit, Ritterlichkeit und Treue mit den sittlichen Forderungen der Frohbotschaft getrieben hat. Die arianisch-gotische Religiosität ergab eine Glaubensform, die nicht wenige auffällige Übereinstimmungen mit dem späteren Protestantismus Luthers aufweist. Die Bibelgläubigkeit, die Verwerfung der Überlieferung, die Forderung der Schriftgemäßheit der Lehre, der Gottesdienst in der Muttersprache, die Bedingtheit der Anerkennung der Konzilien, die Ablehnung einer Mittlerstellung der Priester und der Lehre von einer doppelten Sittlichkeit für den geistlichen und weltlichen Stand, die Lehre vom allgemeinen Priestertum des Hausvaters, die Bildung von Landeskirchen mit dem Landesherrn als oberster Spitze sind alles Züge, die bei der Reformation ebenfalls auftreten. Wie will man sie anders erklären als durch Zurückführung auf im germanisch-deutschen Blute liegende Erbanlagen?

Die Religion der Germanen

Statt von germanischer Religion sprach man früher von germanischer oder „deutscher“ Mythologie. Wir kennen nämlich von den vorchristlichen Religionen Europas die Mythologie, d. h. die Göttersagen, am besten, weil diese den Glaubenswechsel überlebt haben, was die alte Frömmigkeit auf die Dauer nicht vermochte und auch der alte Kultus nur in bruchstückweiser Erinnerung; und die Göttersagen sind schön und unterhaltend.

Man fand sie früher auch tiefsinnig und gab ausgeführte Deutungen von ihnen, so Ludwig Uhland in seinem Buche über den „Mythus von Thor“, das immer lesenswert bleiben wird, weil es den Dichter Uhland am Werke zeigt. Wer wollte es den Dichtern verwehren, die alten Göttergeschichten mit ihrer Phantasie zu umspielen? Sie machen auf diese Weise nicht bloß manchen Leuten ein Vergnügen, sondern schaffen auch – ohne es zu wollen – Urkunden ihrer selbst und ihrer Zeit, was sich ebenfalls lohnen kann. Was Richard Wagner uns in seinem „Ring der Nibelungen“ von „Wotan“ und „Fricka“ erzählt, das ist unter anderem eine interessante Quelle für Wagners innere Biographie und für den Geist, der um die Mitte des neunzehnten Jahrhunderts Deutschland beherrschte, besonders wenn man Wagners Dichtung mit ihren altnordischen Grundlagen vergleicht, von denen sie nicht weniger verschieden ist als die Palme von der Eiche: die Veränderungen, die der moderne Dichter vorgenommen, das, was er in die germanischen Mythen hineingesehen hat, kennzeichnet ihn und seine Zeitgenossen scharf und ergötzlich (dasselbe gilt von Wagners Behandlung der Heldensage von der wölsungischen Geschwisterehe).

Aber die ersten Deuter germanischer Göttergeschichten waren nicht Dichter, sondern Gelehrte. Olaf Rudbeck, ein schwedischer Polyhistor des 17. Jahrhunderts, hat den Anfang damit gemacht.1 Damals gab es trockene Pedanten, die nichts lesen mochten, was nur schön und unterhaltend war, sondern lauter wirkliche oder doch glaubhafte Geschichte oder tiefe Weisheit von den Büchern verlangten und daher für die Fabeln der Dichter eitel Spott und Verachtung hatten. Rudbeck wurmte es, daß auch die germanische Mythologie diese Geringschätzung erfuhr, und da er von ihrer Schönheit und Bedeutung durchdrungen war, unternahm er es, sie denen, die lediglich Wahrheit suchten, annehmbar zu machen, indem er einen eigentlichen, tieferen Sinn in ihr aufzeigte. Daß Baldr durch einen Mistelzweig getötet wird, den ein Blinder schleudert, und daß auch leblose Dinge, wie Steine und Metalle, um den Toten weinen, dies, sagte Rudbeck, kann nicht wörtlich zu verstehen sein, denn so etwas ist ja unmöglich; auf den wahren Sinn führt uns das Weinen der Metalle, das ja offenbar – die Quelle (Snorri2) sagt es ausdrücklich – ihr feuchtes Anlaufen in der Kälte bedeutet, feuchte Kälte ist eine herbstliche Erscheinung, also stirbt Baldr im Herbst, und als der lichte, strahlende Gott ist er natürlich der Sonnengott, die arktische Sonne, die im Herbst unter den Horizont herabsinkt – so wie Baldr in die Unterwelt geht -, und sein Töter, der „blinde“ Höd, ist die Nacht (caeca nox sagt man lateinisch), die im nordischen Herbst über den Tag siegt. Also ein ewig wiederkehrender Naturvorgang, ein Stück kosmischer Wahrheit ist es nach Rudbeck, was die Baldrsage in seltsame sinnliche Bilder kleidet.

Daß diese Deutung den imponierenden Eindruck des Scharfsinns machen und außerdem durch Stimmungsgehalt die Gemüter gewinnen konnte, verstehen wir heute noch ohne weiteres, und bei der Unentwickeltheit der altnordischen Studien noch lange nach Rudbecks Zeit wundert es uns daher nicht, daß sie lange in hohem Ansehen geblieben ist und allerlei Nachfolge gefunden hat – bis auf den heutigen Tag. Solche, die den Quellen des germanischen Altertums immer noch fernstehen, werden nicht müde, Rudbecks Geist zu beschwören, sei es physikalisch, sei es moralisch, sei es metaphysisch. Schon die große Zahl dieser Deutungen, deren jede die einzig richtige zu sein beansprucht, kann die Augen der Laien dafür öffnen, daß das ganze Verfahren ebenso falsch ist wie das der unterlegenden, nicht auslegenden Fausterklärer, die Fr. Vischer unter dem Pseudonym „Deutobold Mystifizinski“ an den Pranger gestellt hat.Der gesunde Überdruß an dem Hineingeheimnissen hat mit dazu geführt, daß das Interesse der Fachleute sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ganz von den Mythen abwandte und die „Mythologie“ überhaupt in Mißkredit verfiel. Dies hing allerdings gleichzeitig auch damit zusammen, daß das unphilosophisch gewordene Zeitalter sich für die Weisheit der Alten überhaupt nicht mehr interessierte; die philosophische Spekulation hatte ebenso Schiffbruch gelitten wie die Mythendeutung, und der Tatsachensinn war erstarkt. Man ging daher auch bei der Beschäftigung mit der germanischen Religion mehr auf das Faktische aus, auf den Kult und seine Denkmäler (wie Ortsnamen, die Runensteine mit Thors Namen und dem Hakenkreuz und die isländischen Tempelruinen)3, und man suchte örtliche und zeitliche Unterschiede und Entwicklungen festzustellen. Sogar die Mythen selbst wurden unter den Gesichtspunkt gestellt, ob sie nicht Zeugnisse für Kult enthielten, ob sie nämlich nicht verkleidete Kulthandlungen darstellten (Baldrs Tötung z. B. die Opferung eines Königs, ein Vorgang, der in anderen Religionen bezeugt ist), so daß das Deuten eine interessante Auferstehung erlebte, mit zeitgemäß verändertem Vorzeichen. Diese Bemühungen haben, wie alle Bemühungen des positivistischen Zeitalters, das Material und die Gesichtspunkte vermehrt, also Fortschritte gezeitigt, wenn auch manche Hypothesen verwirrend und dadurch hemmend gewirkt haben und das philologische Verständnis der Quellen vielleicht mehr zu wünschen ließ als früher.

Jede Religion ist eine Gestaltung des allverbreiteten Glaubens an die Mächte über uns. Die Religionen unterscheiden sich im einzelnen mannigfach, aber sie unterscheiden sich auch im ganzen, nämlich nach dem Grade, in dem sich die Gläubigen innerlich und äußerlich jenen Mächten unterordnen. Ein hoher Grad von Unterordnung, demütige, ja zitternde Unterwerfung, ist orientalischen Religionen eigen; das muß zusammenhängen mit der despotischen Verfassung der alten orientalischen Staaten, der Allmacht ihrer Herrscher, deren einer – Xerxes – sogar das Meer soll haben peitschen lassen; so wie man diese Herrscher fürchtete, so fürchtete man auch die Gottheit, und wie man sich vor jenen auf den Boden warf, so auch vor dieser. Den Griechen war dieses Wesen fremd und zuwider. Sie traten ihren Herrschern und ihren Göttern anders, freier gegenüber. So war es noch zur Blütezeit der altgriechischen Kultur, die nicht bloß durch den Hochstand von Kunst und Philosophie, sondern auch durch das schöne, aufrechte Menschentum gekennzeichnet ist, von dem die Bildwerke noch heute unmittelbaren Eindruck geben. Dieses griechische Menschentum ist durch die städtische Zivilisation wohl verfeinert, nicht aber geschaffen worden. Es ist viel älter als die Mauern von Athen, älter als die hellenische Geschichte überhaupt. Denn wir finden seine wesentlichen Züge wieder bei den Germanen in oder nahe der alten Heimat, aus der die Vorfahren der Griechen südwärts gezogen sind. Die Germanen hätte das asiatische „Anhündeln“ des Herrschers (griech. proskynein) noch heftiger angewidert als die freien Athener. Dafür bürgt uns schon der Bau der germanischen Gesellschaft, die stolze Unabhängigkeit der Adelbauern, ihre freimütige, ihre freimütige und furchtlose Selbständigkeit gegenüber dem König, aber auch die Stellung der Abhängigen, die Sklaven nicht ausgenommen, deren Menschenwürde, wie schon Tacitus hervorhebt, man zu achten pflegte, und die sicherlich ebensowenig von Unterwürfigkeit wußten wie irgend jemand sonst in Germanien. Wie ähnlich das Verhältnis des Germanen zu seinen Göttern dem des Griechen zu den seinigen war, zeigt sich an den lustigen Götterfabeln: Wodan und Frija, das uneinige himmlische Ehepaar, wurde ähnlich humoristisch betrachtet wie ihr südliches Spiegelbild Zeus und Hera, und dem derben homerischen Gelächter auf Ares‘ und Aphrodites Kosten entspricht die Heiterkeit über den in Weiberkleider gesteckten Thor und seinen Appetit, über Freyas jungfräuliche Entrüstung und Lokis Skandalchronik4. Der Germane konnte seine Götter hänseln; und gerade den Gott, der seinem Herzen am nächsten stand, den starken, gutmütigen Thor, hänselte er am liebsten. Dies ist nicht etwa, wie gelegentlich behauptet wurde, eine Verfallserscheinung, sondern es gehört zum Wesen germanischer Religiosität.Es gab öffentlichen, und es gab privaten Gottesdienst. Letzterer, über den im Norden interessante Berichte vorliegen, ist in diesem Zusammenhang besonders aufklärend. Unter den norwegischen und isländischen Bauern standen manche zu einem einzelnen Gott in besonderem Vertrauensverhältnis. Es ist meistens Frey. Auf Island gab es Freysgoden, d. h. Freyspriester, Besitzer eines Freytempels. Ein solcher war Hrafnkel, der Held der nach ihm benannten Saga.5

Er schenkte Frey, seinem Freunde, wie es ständig in solchem Zusammenhang heißt, die Hälfte von allem, was er besaß, machte also den Gott zu seinem Partner, so wie man sich mit einem Freund in den Besitz eines Waldes oder eines Schiffes teilte. Das ist ein Verhältnis der Gleichberechtigung, etwas, was man vom Standpunkt der vom Orient ausgegangenen großen Weltreligionen geneigt sein könnte, gar nicht als religiöses Verhältnis anzuerkennen, was aber doch ein solches ist, da es sich auch hier um festen Gottesglauben handelt, einen Glauben, der die Anerkennung der göttlichen Übermacht, die sich unerwartet wunderbar offenbaren kann, einbegreift, und der mit Hingebung verbunden ist, mag es auch eine männlich kühle, stolz zurückhaltende Hingebung sein. Die Übermacht des Gottes führt zu keiner ausgeprägten Unterordnung seines Verehrers, weil dieser selbst ein hochgespanntes Kraftgefühl hat und auf Grund dieses Kraftgefühls und der Siege verschiedener Art, die das Leben ihm bescherte, zugleich an sich glaubt. Er hat dabei – was kein Christ oder Jude verstanden hätte – ein vollkommen gutes Gewissen. Daß der Gott, den nordische Adelbauern in dieser Weise zu ihrem Vertrauten (fulltr¯ui) machen, gerade Frey zu sein pflegt, ist nicht Zufall, sondern beruht darauf, daß Frey, der gutes Wetter und Fruchtbarkeit für Vieh und Felder spendete, durch diese seine Sphäre die des Menschen ergänzte. Dieser konnte wohl die anderen Menschen lenken und in Schach halten, aber gegenüber den Vorgängen, von denen Leben und Gedeihen seiner Wirtschaft am unmittelbarsten abhingen, mußte er sich weithin machtlos fühlen (obgleich man besonders Königen auch auf diesem Gebiete wunderbare Macht zugetraut hat). Daher sein Bündnis mit dem göttlichen Helfer, der das konnte, was er selbst nicht vermochte. Auf dieser Grundlage eines naiven religiösen Utilitarismus konnten verhältnismäßig warme Freundschaftsgefühle gedeihen; der Wunsch, den göttlichen Vertrauten zu erfreuen und kein Zeichen seiner Gunst unbeachtet und unerwidert zu lassen, konnte breiten Raum im Leben einnehmen und diesem dadurch religiösen Charakter aufprägen. Als ein Freund des Frey im nordwestlichen Island erschlagen worden und begraben war, beobachtete man, daß an der einen Seite seines Grabhügels kein Schnee liegen blieb. Man erklärte es sich so, daß Frey nicht wolle, daß es zwischen ihm und seinem Freunde je fröre. Frey wohnte im klaren Himmel; man sah und fühlte ihn im Licht und in den Sonnenstrahlen.

Auf der Insel Mostr6 vor dem Hardangerfjord lebte der wohlhabende und mächtige Thorolf, ein „großer Freund“ des Thor und Inhaber eines Thortempels. Als ihm Verwicklungen mit König Harald drohten, brachte er seinem Freunde ein großes Opfer dar und erkundete dabei durch das landesübliche Orakelverfahren (ganga til fr¯ettar) dessen Rat; der Gott wies ihn nach Island. So brach er, von vielen Freunden – kleineren Leuten aus Mostr und Umgegend – begleitet, auf einem große Seeschiff auf und nahm auch den abgebrochenen Tempel nebst der Erde unter dem Altar, auf dem das Gottesbild gestanden hatte, an Bord. Da trieb ihn guter Fahrwind übers Meer und um Islands Südwestspitze herum bis angesichts der großen Busen der Westküste, dann trat Windstille ein, und Thorolf warf nun die heiligen Hochsitzpfeiler über Bord, auf deren einem ein Thorbild geschnitzt war, und versprach laut dem Gotte, dort sich ansiedeln zu wollen, wo er die Pfeiler landen lassen würde. Sogleich trieben diese der nördlicheren Bucht zu, schnell, wie man erwartet hatte. Alsbald erhob sich eine Seebrise, und das Schiff segelte in jenen Busen hinein, der sich gewaltig breit und rings von hohen Bergen umgeben auftat und von Thorolf den Namen „Breitfjord“ bekam. Er landete an der Südseite bei einer einladenden Bucht, wo sich bald denn auch die Hochsitzsäulen bei einem Vorgebirge („Thorskap“) angetrieben fanden, und wo man ein zweites Landnahmefeld abgrenzte durch Umfahren mit dem Feuerbrand zur Abwehr der schädlichen „Landwichte“; der Grenzfluß nach Osten wurde „Thorsach“ genannt. Bei dem Gehöft, das an jener Bucht entstand, wurde der mitgebrachte Tempel in stattlicher Größe neu errichtet, mit dem einem Kirchenchor ähnlichen Anbau, in dem der Altar stand mit dem pfundschweren Eidring darauf und dem Opferblutgefäß mit dem Zubehör zum Sprengen der Wände und der Versammelten mit dem heilbringenden Blut; Götterbilder standen um den Altar (wahrscheinlich Thor hinter diesem, Odin und Frey zu beiden Seiten). Auf dem Thorskap wurde die Stelle, wo der Gott gelandet war, zur Gerichtsstätte bestimmt und der weitere Umkreis als Dingplatz eingerichtet. Der gottgewählte Boden war heilig, so daß er nicht verunreinigt werden durfte, weder durch Blutvergießen noch durch Unrat, ja zu dem Berg, in den die Toten der Familie eingingen (Heiligenberg), durfte niemand ungewaschen die Augen erheben. Als dem Thorolf im Alter ein Sohn geboren wurde, „gab“ er ihn seinem Freunde Thor und nannte ihn demgemäß Thorstein (dessen Enkel war Thorgrimm, der bekannte Gode Snorri).7

Diese Auswanderung und Ansiedelung Thorolfs von Mostr ist ein Hauptbeispiel germanischer Frömmigkeit. Wir haben den Eindruck, daß dieser Großbauer und Häuptling sich kaum genugtun kann in dankbaren Ehrerweisungen an seinen Gott, dessen Freundschaft und große Macht ihn so sichtlich und so weise aus schwieriger Lage, die Tod oder Verlust der Väterfreiheit androhte, hinübergeleitet hatte zu neuem Reichtum und gleicher oder größerer Macht. Auch hier leistet der göttliche Helfer, was außerhalb des menschlichen Bereiches liegt. Während der milde Frey der Gott des klaren Himmels und guten Erntewetters war, beherrschte Thor die kräftigeren, ernsteren Wettererscheinungen, Gewitter, Regen und Wind. Deshalb riefen ihn auch sonst die Seefahrer an, aber als Wettergott überhaupt war er natürlich auch Bauerngott, und wahrscheinlich ist er seit alters der meist verehrte Gott gewesen. Wie wir aus Thorolfs Geschichte ersehen, beschützte er auch Ding und Gericht; Runeninschriften lehren, daß ihm der Friede des Grabes am Herzen lag.8 Thor war somit ausgeprägt ein Gott, der für die Verwirklichung dessen, was in Ordnung ist, und für die Verhinderung von dessen Gegenteil sorgte, ein Helfer nicht bloß des Landwirts oder Seefahrers als eines einzelnen, sondern auch dessen, der das Gemeinwohl im Auge zu haben hatte, des Häuptlings oder „Fürsten“, wie Thorolf einer war.

Außer Freys- und Thorsfreunden gab es im alten Norden auch Odinsverehrer; einer von diesen war der berühmte Skalde und Krieger Egil, Skallagrims Sohn.9 Egil hatte schon seinen Bruder im Kriege und einen seiner beiden hoffnungsvollen Söhne durch ein Fieber verloren, da wurde ihm auch der andere entrissen, indem er ertrank. Ein ergreifendes Kapitel der Egilssaga schildert, wie der Alte die angetriebene Leiche seines Lieblings sitzend vor sich auf den Sattel nimmt, mit ihr zum Grabhügel seines Vaters reitet und sie dort bestattet, dann sich in sein Lager einschließt, um Hungers zu sterben. Am dritten Tage läßt man seine Tochter Thorgerd, die an Olaf Pfau in Hjardarholt verheiratet ist, holen, damit sie helfe, und Thorgerd bringt nun durch kluge Behandlung den Vater so weit, daß seine Lebensgeister zurückkehren und der das Erblied auf den Toten dichtet, das sie in Runen auf Stäbe ritzt, damit es erhalten bleibt, wenn sie beide nun sterben. Aber bei der Ausübung seines edelsten Könnens erwacht Egil vollends zum Leben; er hat das bitterste seines Schmerzes überwunden, indem er ihn in Versen gestaltete.

Das Gedicht, „der Söhne Verlust“, ist erhalten und stellt das persönlichste Bekenntnis dar, welches das vorchristliche Germanentum hinterlassen hat. Der Dichter gedenkt darin auch der Götter, die seinen Verlust verschuldet oder geduldet haben, zuerst des Meergottes Ägir. An diesem würde er am liebsten mit dem Schwerte Rache nehmen, wenn nur seine helferlose Greisenkraft ausreichte. Dann sagt er von Odin, er sei sein Freund gewesen, aber der Gott habe die Freundschaft gebrochen, indem er Egils ersten Sohn in sein Luftreich emporhob, seitdem seien ihm die Opfer, die er dem Herrn von Walhall brachte, nicht mehr aus dem Herzen gekommen – und doch, fährt er fort, hat der Gott mir ja Sühne geleistet, denn er hat mir die makellose Gabe der Dichtkunst verliehen und dazu eine Sinnesart, durch die ich mir noch immer heimliche Widersacher zu offenen Feinden umgeschaffen habe. Diese Offenheiten des schmerzbewegten Egil zeigen vielleicht eindrucksvoller als alle anderen Zeugnisse die Gleichstellung mit den Göttern, die der stolze germanische Große als selbstverständlich für sich in Anspruch nimmt.

Der Glaube starker Männer an sich selbst, von dem die Rede war, konnte über den an die Götter derart die Oberhand gewinnen, daß die Betreffenden nicht opferten und offen erklärten, nur auf die eigene Macht sich zu verlassen (trua a matt sinn ok megin). Dabei ist unter „Macht“ auch manches von dem zu verstehen, was wir „Glück“ nennen würden. Überraschende Erfolge und Erscheinungen wie das bei uns zur Zeit Wilhelms des Ersten sprichwörtlich gewordene „Kaiserwetter“ (der Sonnenschein, der jede Parade und jeden Städtebesuch des Monarchen zu begleiten schien) rechnete man unter Umständen der Persönlichkeit zu, auch wenn diese nicht als Zauberer bekannt war. Grim Lodenhaut, der mächtigste Mann in Helgeland um 800, hatte immer günstigen Fahrwind, mochte er von seiner Insel Hrafnista nach Norden segeln zum weißen Meer auf „Finnenhandel“ (finnkaup) oder südwärts die Schären entlang, um aus Jäderen oder der Vik Korn zu holen. Da er kein Opferer war, konnte dies nur darauf beruhen, daß ihm, der auch anderweit mehr konnte als andere, gottähnliche Kraft innewohnte. Grims angeblicher Sohn Odd (Örvar-Odd, d. i. „Pfeil-Odd“), ein berühmter Wiking und der Held einer der bekanntesten Sagas,10 soll schon in jungen Jahren allem Religionswesen – so dem Treiben der von Hof zu Hof ziehenden Wahrsagerinnen – abhold gewesen sein; jedenfalls war er einer jener „Götterlosen“, die nur der eigenen Macht vertrauten. Seine Züge führten ihn, wie viele andere Nordleute seiner Zeit, bis ins Mittelmeer, und dort, in Sizilien, ließ er sich bewegen, die Taufe anzunehmen. Die „Götterlosen“ liehen den Bekehrern durchschnittlich ein willigeres Ohr als die Freunde des Thor oder Frey; der „weiße Krist“ brauchte ja aus ihrem Herzen keinen Nebenbuhler zu verdrängen, und ihre Abneigung gegen Gottesdienst war zu überwinden, weil der christliche Kultus mit Glockenklang, Gesängen und Prachtentfaltung ganz neue Reize bot, die Versprechungen der neuen Religion sich auf eine den meisten ganz neue Sphäre bezogen, nämlich auf das Jenseits, und ihre wichtigsten Forderungen, Almosengeben und Schonung der Schwachen, der germanischen Gemütsart nicht fremd waren, sondern ihr oft geradezu entgegenkamen. In Willibalds Biographie des Bonifazius wird erzählt, wie der Apostel der Deutschen in Hessen neben vielen eifrigen Heiden auch solche vorfand, die „schon gesunderen Sinnes waren und allem heidnischen Götzendienst entsagt hatten“. Das waren gewiß zum Teil solche selbstbewußten „Götterlosen“, derengleichen es von jeher bei den Germanen gegeben zu haben scheint, zum größeren Teil allerdings waren es religiös Träge und Gleichgültige, die ebenfalls nie gefehlt haben. Schon Cäsar ist es aufgefallen, daß im Gegensatz zu den höchst religionseifrigen Galliern die Germanen sich mit Opfern verhältnismäßig wenig abgaben. Das bestätigen die nordischen Quellen vollauf. Ein Spruch der Edda lautet so:

Besser nichts erfleht,als zuviel geopfert:Auf Vergeltung die Gabe schaut;Besser nichts gegeben,Als zu Großes gespendet:Eitel manch Opfer bleibt 11.

„Auf Vergeltung die Gabe schaut“ war ein Sprichwort, das zunächst auf menschliche Verhältnisse gemünzt war. Wir können seinen nüchternen Sinn wiedergeben mit „Eine Hand wäscht die andere“.

Es scheint also nichts im Wege zu stehen, Willibald Glauben zu schenken, wenn er behauptet, bei der Fällung der Geismarer Donarseiche durch Bonifazius habe sich kein ernstlicher Widerstand der Heiden bemerkbar gemacht, und diese hätten sich unter dem Eindruck des Wunders alsbald bekehrt. Und doch ist der Wahrheitsgehalt dieser und ähnlicher Bekehrungsgeschichten sicher äußerst gering. Wie es in Wirklichkeit bei der Durchsetzung des Christentums zugegangen ist, das erfahren wir nur aus den nordischen Quellen, besonders aus Snorris Lebensbeschreibungen der beiden Olafe, der königlichen Apostel Norwegens; denn nur hier ist die Sachlichkeit und Unparteilichkeit – unbeschadet der christlichen Überzeugung auch Snorris. Der Lateiner erzählt uns einerseits Dinge, die er unmöglich wissen kann – die Seelenregungen der Heiden -, andererseits läßt er Wichtiges aus; so erfahren wir von ihm z. B. nichts darüber, wie es kommt, daß eine so große Menschenmenge der Fällung der heiligen Eiche beiwohnt. Entweder ist dies eine starke Übertreibung, oder es hat sich um ein Ding gehandelt, und im letzteren Falle könnten wir verlangen, zu erfahren, wer das Ding berufen hatte, welche Redner auftraten, und wie es den angelsächsischen Geistlichen möglich gewesen war, dort Zutritt zu erlangen – wenn wir es mit ernster Geschichtsschreibung zu tun hätten und nicht mit einer Erbauungsschrift. Es ist sehr schade, daß ernste, zeitgenössische Geschichtsschreibung über die Bekehrung Deutschlands vollständig fehlt. Aus dem unklaren, langatmigen Predigtstil Willibalds lassen sich für unsere Frage nur einzelne sicher geschichtliche Tatsachen entnehmen, kleine Oasen in einer dürren Wüste. Eine solche Tatsache von großem Interesse ist die Donarseiche und ihre Fällung. Heilige Bäume und Haine sind auch im Norden – letztere schon bei Tacitus – für die Germanen bezeugt, und die Zerstörung der Heiligtümer war im 10. und 11. Jahrhundert in Norwegen und Schweden ebenso ein Ziel der Bekehrer wie in Hessen im 8. Jahrhundert. Historisch ist es auch, daß Bonifazius, wie sein Biograph gleich anschließen erwähnt, sich in Thüringen an „die Ältesten der Gemeinden und die Fürsten des Volkes“ wandte. Das war das altbewährte und auch später im Norden mit Erfolg geübte Verfahren. Die Christianisierung der Germanen ist von oben nach unten gegangen. Auch wo es, wie in Norwegen, der Kirche gelang, Könige als Apostel in Bewegung zu setzen, gingen diese nach demselben Grundsatz vor.

Olaf Tryggvason erreichte die Taufe der hardangischen Bauernschaft, indem er die dort herrschende Familie des „Haruden-Kari“, Erling Skjalgsson von Sole und seine Oheime, durch Verschwägerung an sich fesselte, so daß sie die Masse ihm gefügig machten; er bediente sich also des Ehrgeizes der Großen, welche aber selbst dazu die Hand boten, weil sie einen gewaltsamen Austrag scheuten – der König war zu mächtig – und aus der unangenehmen Lage wenigstens einigen Gewinn für sich herausschlagen wollten. Von heidnischen Bekenner- und Märtyrergeist ist also jedenfalls in Hardanger nichts zu spüren, und weiter südlich im Lande erst recht nicht, wo man – in Rogaland mit einigen Umschweifen, in der Vik ohne solche – Olafs Befehl sich murrend beugte. Im Drontheimischen dagegen setzte es ernste Schwierigkeiten. Auch hier wandte der König sich an die führenden Familien, aber er mußte Gewalt und kalte Hinterlist anwenden, das Haupt des Widerstandes, der reiche Jarnskeggi von Nrjar, wurde durch die Königsmannen ohne Kampf erschlagen, ehe die äußere Unterwerfung der führerlos Gewordenen und Entmutigten erfolgte. Trotzdem gingen im Binnenlande, bei den „Innentröndern“, die Opferfeste weiter wie seit Urzeiten – drei im Jahr, eins zu Sommers-, eins zu Wintersanfang und eins zu Mittwinter -, und noch zwanzig Jahre später war dort fast alles heidnisch, so daß der zweite Olaf – der „Dicke“, später „der Heilige“ zubenannte – neues Blut fließen lassen, manchen von Haus und Hof verjagen, viele verstümmeln oder blenden lassen mußte (1022). Ähnlich ging es damals im inneren norwegischen Hochland, wo ebenfalls noch viel Heidentum war. Die Drontheimer Bauern haben übrigens schon im Jahre 952 Hakon dem Guten, der als Pflegesohn des Angelsachsenkönigs Ädelstan die ersten Bekehrungsversuche in Norwegen machte, trotzig die Stirne geboten, wovon die Heimskringlas anschaulich erzählt12. Später, unmittelbar vor Olaf Tryggvason, war Hladir am Drontheimfjord der Sitz des Jarls Hakon, der als Herrscher über den größten Teil Norwegens ein bewußter Vorkämpfer des Väterglaubens gewesen ist.

Ähnlich zäh wie im Drontheimischen haftete die germanische Religion in den angrenzenden schwedischen Landschaften und in Uppland und Smaaland. Der große Haupttempel von Uppsala, den Adam von Bremen mit dankenswerter Genauigkeit beschreibt, stand im 11. Jahrhundert noch in voller Blüte, obgleich mit Hilfe des Königs St¯enkel in dem benachbarten Sigtuna ein Bistum errichtet war. Der eifrige deutsche Bischof Adalward hatte einen Anschlag auf den Heidentempel vor, von dessen Niederbrennung er viel erhoffte, aber der Schwedenkönig riet davon ab, weil die Heiden jenen zum Tode verurteilten und ihn selbst aus dem Lande jagen würden. Ein um dieselbe Zeit in Schweden tätiger angelsächsischer Missionar unternahm es, ein Thorbild in einem Tempel mit einer Axt zu zertrümmern, fand aber dabei durch empörte Thorsfreunde den Tod. Was die schwedischen Könige betrifft, so hatte schon jener Olaf, dem die Bauern auf dem Ding seine Schwäche und seinen Hochmut vorhielten, sich taufen lassen, aber dem Christentum in Uppland und nördlich davon noch keine Stätte geschaffen. Dies tat erst der erwähnte St¯enkel, mit dem eine neue Herrschersippe den Thron bestieg, und besonders sein Sohn Ingimund. Von ihm rühmt eine deutsche Quelle, er habe den Heidentempel zu Uppsala gereinigt und zu christlichem Gebrauch eingeweiht. Gleichwohl erhob sich gegen ihn noch eine übermächtige Reaktion. Die Bauern verlangten auf dem Uppsalading von ihm Wiederherstellung der alten Gesetzte und Sitten oder seinen Abgang. Der König weigerte sich und mußte den Bauern weichen (ihren Steinwürfen, wie die isländische Quelle sagt). Er floh nach dem schon älteren Bischofssitz Skara in Westergötland, während sein Schwager Sv¯en, den die Bauern statt seiner ernannten, die alten Pferdeopfer an Odin auf der Stelle wieder einführte („Opfer-Sven“, Blot-Sveinn). Nach drei Jahren überfiel Ingimund mit Gefolge diesen letzten Heidenkönig im Morgengrauen in seinem Hause mit Feuer, und während die Menschen drinnen im Rauch erstickten, ging Sven hinaus und fiel fechtend. Ein letzter heidnischer Sproß des alten Yinglingergeschlechtes, Ingwar, fand landflüchtig ein ruhmvolles Ende im fernen Südosten. Von seinen und seiner Leute Taten erzählen Runensteine in Uppland und Södermanland.

Die germanische Religion ist also nicht stumm und widerstandslos vom Schauplatz abgetreten; auch in Süddeutschland und England ist dies gewiß nicht der Fall gewesen. Auch die Gleichgültigen leugneten Dasein und Macht der Götter ja nicht, und es ist eine bekannte Erfahrung, daß etwas, was man lange besessen hat, ohne es zu schätzen, in dem Augenblick, wo es einem entrissen werden soll, Wert gewinnt; ferner ist unerbetene fremde Einmischung niemandem erwünscht, am wenigsten dem stolzen und kühlen Germanen, der sich eins mit seinen Vätern weiß. Wenn wir in Alkuins Leben des heiligen Willibrord von den Besuchen lesen, die dieser Missionar dem Friesenkönig Radbod machte, um ihn zu gewinnen, so verstehen wir bei genügender Vertrautheit mit germanischem Wesen ohne weiteres die Verbindung von Gastlichkeit und Ablehnung im Benehmen des Fürsten. War dieser einigermaßen feinfühlig (worüber wir nichts wissen), so ist ihm der Fremde als ein Zudringlicher erschienen. In der Biographie eines anderen angelsächsischen Glaubensboten, des heiligen Lebuin, von Hugbald wird erzählt, wie Lebuin auf dem Alding der Sachsen die zu Beginn der Tagung der Sitte gemäß Opfer darbringende Menge von der Nichtigkeit ihrer Götzen und von der christlichen Wahrheit überzeugen wollte und durch seine Reden solche Entrüstung erregte, daß man ihm mit ausgerissenen Zaunpfählen zu Leibe wollte.

Da griffen andere zu seinen Gunsten ein, und ein vornehmer Mann stellte von „einem erhabenen Orte“ aus (d. h. wohl vom Rednerhügel aus, der dem altisländischem Gesetzesberg entsprach) den aufgeregten Leuten vor, es entspreche dem Herkommen der Sachsen nicht, Gesandte zu verunglimpfen („Heilig ist der Herold, der dahinzieht allein“, heißt es schon im alten Liede von der Hunnenschlacht, Thule I, S. 30); darauf beschloß man sofort, daß auch dieser Fremde unverletzlich sein und frei solle abziehen dürfen. Der Edeling soll auch auf die Macht des dreieinigen Gottes verwiesen haben. Aber das wäre wenig klug gewesen und ist schon aus diesem Grunde unwahrscheinlich. Auch ohne christliche Sympathien des Edelings ist sein Auftreten aus germanischer Anschauung heraus ebenso verständlich wie die Achtung König Radbods vor dem Gastrecht, und dieser war Vollblutheide. Von Erfolgen Lebuins auf dem Sachsending verlautet nichts; es heißt vielmehr, er habe dort nur den Märtyrertod gesucht, was zu seinem Leidwesen mißlungen sei. Diese Beispiele zeigen, daß auch in Deutschland die Reden der Bekehrer, obgleich das Gast- und das Botenrecht sie schützte, keinen andern Eindruck zu erzielen pflegten, als daß in ihnen enthaltene Ausfälle gegen die Landesreligion die Menge in Harnisch brachten; ebenso wie im Norden, wo ebenfalls, soweit wir sehen können, die Missionspredigt als solche wirkungslos verhallte. Abgesehen von privaten Umstimmungen einzelner ist es immer nur die Vereinigung von Willen und Macht – auch solcher einzelnen – gewesen, was die Unterwerfung der germanischen Völker unter das Kreuz herbeigeführt hat. Daß es dabei nur selten (wie in Schweden) zu Waffengängen gekommen und der Ausgang schließlich überall derselbe gewesen ist, beruht auf dem Gang der Weltgeschichte und der überlegenen Zielbewußtheit der Christen, während die Germanen plan- und ziellos und außerdem uneinig waren.

Ins Jahr 974 setzen die Sagas einen Vorgang, der als eindrucksvollste Episode aus dem Kampf der Religionen denkwürdig bleibt. Jarl Hakon hatte mit dem Norwegerheer am Danevirke dem Kaiser Otto widerstanden. Da umging dieser die Dänen und Norweger, indem er mit seinem riesigen Heere – in dem sich auch der junge Olaf Tryggvason befand – über die Schlei setzte. Er rückte bis an den Limfjord vor, und auf der Limfjordinsel Mors war es, daß unter dem Eindruck eines Mirakels – Bischof Poppo trug glühendes Eisen – König Harald Blauzahn mit seinem ganzen Heer die Taufe nahm und auch der norwegische Jarl sich taufen lassen und dazu verstehen mußte, Priester mit nach Norwegen zu nehmen, damit auch dieses Land dem Christentum gewonnen würde. Die deutschen Waffen, besonders das Reiterheer – die Nordleute kämpften noch nach alter germanischer Weise fast nur zu Fuß – müssen gewaltig gedroht haben! Als aber günstiger Wind aufkam, da setzte Jarl Hakon die geistlichen Herren aus seinem Schiff ans Land und stach mit der Flotte in See. Er umsegelte Skagen, heerte an beiden Küsten des Öresund und steuerte um Schonen herum bis zu den „Gautenschären“.

Dort landete er und vollzog ein großes Opfer; da kamen zwei Raben geflogen und krächzten laut; das war ein Zeichen, daß Odin das Opfer angenommen habe und der Tag günstig sei zum Kämpfen (Raben waren, ebenso wie Wölfe, siegverheißende Angangstiere, und es waren die Tiere Odins; erst das Christentum schuf den Begriff des „Unglücksraben“). Der Jarl ließ alle seine Schiffe verbrennen, rückte „unter dem Heerschild“ landeinwärts, schlug den Jarl Ottar von Gautland und gelangte mit reicher Beute auf dem Landwege heim nach Drontheim.

Der Jarl rächt sich also für die Demütigung dadurch, daß er christliche Länder – auch Gautland war bereits ein solches – mit Krieg überzieht. Er behandelte alle Christen als seine Feinde, ebenso wie die Kirche alle Heiden bekämpfte. Er führt einen Religionskrieg, und zwar einen reineren Religionskrieg als vor ihm die Araber und die deutschen Kaiser, da er nicht wie diese Land erobern, sondern – trotz der gemachten Beute, unter der sich Kirchenschätze aus Gautland befunden haben werden – im wesentlichen nur die feindliche Religion schädigen, seinen Haß gegen diese ausleben will. Es ist kein Angriffs-, sondern eine Verteidigungs- und Vergeltungsfehde – wie jede germanische Fehde. Wie sonst so oft, so greift auch hier die gekränkte Ehre zur Waffe. Aber sonst ging es gegen eine Sippe oder gegen einen Stamm, ein Reich. Daß die bekämpfte Partei sich nicht nach Sippe oder Staat bestimmt, sondern nach der Religion, das war etwas Neues, wozu erst die Kirche durch das unterschiedslose Ceterum censeo ihres Kreuzzugsgedankens die Germanen erzogen hatte. Jarl Hakon, der Christenfeind, war als solcher ein Schüler der Kirche. Er war es auch insofern, als er die Norweger antrieb, die zum Teil zerstörten Tempel wieder in Stand zu setzen und die alten Götter zu ehren. Jarl Hakon war einer jener ganz Starken, die sonst gern auf die eigene Kraft allein vertrauten. Von ihm und seinem Sohne Eirik, dem eigentlichen Helden der großartigen Erzählung von der Jomswikingerschlacht,13 haben wir den Eindruck, daß dieses Geschlecht eins der kraftvollsten und lebensprühendsten gewesen ist, von denen die Geschichte der Germanen weiß. Und dabei eine heidnische Frömmigkeit, die wenigstens in den Quellen nicht ihresgleichen hat. Die Götter belohnten das: in den ersten Regierungsjahren Hakons herrschte in Norwegen ein fast unerhörter Überfluß an Korn und Heringen, und das gefährliche Treffen gegen die ins Land eingefallenen Jomswikinger endete dank einem Hagelschauer von Norden mit blutiger Niederlage dieser Dänen. Kein Wunder, wenn schließlich den erklärten Göttergünstling Hakon Übermut befiel, so daß er die Drontheimer Bauern gegen sich aufbrachte und so seine Herrschaft der stärksten Stütze beraubte.

Der Dänenkönig aber ließ, nachdem die Deutschen abgezogen, bei Jellinge in Jütland (nördlich von Vejle) zwischen den hohen Grabhügeln seiner Eltern Gorm und Tyre einen großen Runenstein errichten, dessen Inschrift besagt, Harald, König von ganz Dänemark und Norwegen , habe die Dänen zu Christen gemacht. Auch dänische Chroniken nennen Harald Blauzahn als ersten christlichen König, wenn sie auch gleichzeitig noch von einer heidnischen Empörung gegen seine Herrschaft melden. Jedenfalls machte um diese Zeit das Kreuz den größten Fortschritt seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl „den Großen“. Die Asen flüchten über das norwegische Gebirge und die schwedischen Urwälder nordwärts.14

Die späteren Jahrhunderte des germanischen Heidentums stehen überhaupt unter dem Zeichen des Zurückweichen vor der Kirche und den christlichen Einflüssen. Im Süden und am Rhein hat beides schon früh begonnen. Die christlichen Einflüsse sind oft überschätzt worden – man hat sie da gesucht, wo jede Aussicht, sie zu finden, fehlte -, aber zu leugnen sind sie nicht. Das Christentum selbst enthält Bestandteile, die ihm von außen zugekommen sind. Diese stören die Einheitlichkeit des Phänomens „Christentum“ nicht, und so stellt sich auch die germanische Religion recht einheitlich dar, ohne daß dadurch christliche und sonstige fremde Elemente in ihr ausgeschlossen werden, deren Vorhandensein nach sonstiger Erfahrung und allgemeiner Wahrscheinlichkeit notwendig angenommen werden muß. Daß der Grundriß der altnordischen Tempel einem Kirchengrundriß gleicht, wird schwerlich anders als aus Nachahmung der kirchlichen Bauweise zu erklären sein. Die eigenen Götter sollten in einem ähnlich vornehmen Hause wohnen wie der Gott der Christen, der einen freilich sonst nichts anging. Es ist eine Erscheinung gleicher Art, wie wenn Jarl Hakon etwas wie heidnische Kirchenzucht einführt.

In einer geheimnisvollen Eddastrophe sagt Odin von sich: „Ich weiß, daß ich hing am windigen Baum neun Nächte lang, mit dem Ger verwundet und dem Odin gegeben, ich selbst mir selbst, an jenem Baume, von dem niemand weiß, aus was für Wurzeln er wächst.“ Es folgen dunkle Verse von einem Brotleib und einem Trinkhorn. Dann späht der gefesselte Gott in die Tiefe, nimmt, laut wehklagend, Runen auf und wird durch deren Zauberkraft frei. Der Baum, der aus unbekannten Wurzeln wächst, ist die Weltesche Yggdrasil. Das Hängen und Durchbohren mit dem Speer ist die Form, wie dem Wodan die Menschenopfer dargebracht wurden; die Speerwunde bedeutete den Kampftod, den Wodan von seinen Getreuen verlangte; die Hängung hoch im Winde sollte den Geopferten dem durch die Luft fahrenden Gott darbieten, so daß er ihn auf seiner wilden Jagd mitnahm. Die Neun ist uralte, indogermanische, heilige Zahl. Zählung nach Nächten ist, ebenso wie Zählung nach Wintern, ebenfalls alter, bodenständiger Germanenbrauch, den schon Tacitus kennt. Der Mythus von Odins Hängung und Selbstopferung sieht also gut germanisch aus. Und doch it er wohl nur die Germanisierung von Christi Kreuzestod.

Irgendwann innerhalb der ersten Jahrhunderte unserer Zeitrechnung hat irgendwo an der Donau oder am Rhein ein germanischer Thul von dem Opfertode des fremden Gottes am Kreuz gehört, und daraus ist in seiner lebhaft ergriffenen Phantasie das geworden, was wir in der Edda lesen: ein Zeugnis weniger von christlichem Einfluß auf die ungetauften Germanen als von deren souveräner Verständnislosigkeit gegenüber der jüdisch-christlichen Gedankenwelt.

Schon in vorgeschichtlicher Zeit müssen südliche Religionen zu uns herübergewirkt haben. Balder, der Liebling der Götter und Menschen, welcher stirbt und von aller Natur und Kreatur beweint wird, in die Unterwelt wandert und von Hel zurückerbeten wird, ähnelt dem Adonis und besonders dessen Urbild, dem sumerisch-babylonischen Wachstumsgott Tamuz, so sehr, daß er ebenso wie Adonis letzten Endes aus Mesopotamien stammen muß. Im alten Vorderasien sind Kulte und Religionen aufgeschossen wie Pflanzen in einem Treibhause, und mehrere von diesen sind weit nach Europa hinein ausgestrahlt, am weitesten und am nachhaltigsten das Christentum, aber vor, neben und nach ihm auch andere Religionen, so die Verehrung des Adonis, Attis, Mitra und anderer Heilbringer. Der nordeuropäische Vertreter dieser Gruppe ist Balder.15 Auch er erscheint in interessanter Weise germanisiert, aber die fremden Bräuche und Vorstellungen haben sich in diesem Falle merkwürdig stark geltend gemacht und sich merkwürdig treu durch die Jahrhunderte behauptet, wenn auch anscheinend lange nicht überall in Germanien. So sicher es Balderheiligtümer gegeben hat, und so sicher der todgeweihte Gott nicht bloß in Skandinavien und Dänemark, sondern auch in Norddeutschland bekannt gewesen ist, so gewiß ist die Spärlichkeit seiner Bezeugung nicht zufällig. Als den nordischen Baldergläubigen die erste Kunde von Christus zukam, fiel ihnen die Ähnlichkeit der beiden Gestalten auf, und sie machten ihren Balder, um es den Fremden gleichzutun, vollends zu einer Art Christus, indem sie ihn „blutiges Opfer“ nannten.

Schon Tacitus weiß, daß hier und da in Germanien – ähnlich wie in Rom – auch fremde Gottheiten verehrt wurden. „Einen Teil der Sweben“ läßt er nämlich der ägyptischen Isis opfern, die auch in Rom Anhänger hatte, und für deren Kult ein herumgeführtes Schiff kennzeichnend war. Wenn es auch fraglich bleibt, ob die betreffende Göttin bei den Sweben wirklich „Isis“ hieß – denn dies könnte ja „römische Interpretation“ sein -, so liegt doch kein Grund vor, die Richtigkeit der Angabe an sich zu bezweifeln. Von einem der östlichen Stämmen, den „Nahanarvalern“ im heutigen Schlesien, berichtet Tacitus, daß dort ein göttliches Brüderpaar verehrt werde und der Priester wie eine Frau gekleidet sei, also lange Gewänder trage. Es ist diese eine der Stellen in der „Germania“, wo man den germanischen Berichterstatter zu hören glaubt. Als die ersten christlichen Glaubensboten, talartragende Geistliche, nach Island kamen, verspottete man sie dort als Weiber wegen ihrer Tracht. In ähnlichem Sinne werden sich die Nachbarn der Nahanarvaler über deren sonderbare Priestertracht unterhalten haben. Gewiß war diese Tracht die Nachahmung irgendeines südöstlichen Vorbildes. Durch Schlesien ging eine alte Handelsstraße die Oder hinab. Die lappische Nachahmung germanischen Opferbrauchs lehrt, daß germanische Opferpriester Kränze auf dem Haupt getragen haben, nach mittelmeerischer Sitte. Gerade auf dem Gebiete der Tracht und des Schmucks sind Entlehnungen von Volk zu Volk etwas sehr Häufiges. Die Germanen, die nicht auf südlichem Kulturboden den Zusammenhang mit den Stammesgenossen verloren hatten, haben in ihrer Masse keine Neigung gezeigt, fremde Moden anzunehmen, im Gegensatz zu den germanischen Völkern im Mittelalter und in der Neuzeit; Hosen, Haartracht u. a. unterschieden sie dauernd von Römern und Griechen. Aber die gehobene Sphäre des Gottesdienstes konnte leicht Ausnahmen schaffen. Die betreffenden Kulte konnten gleichwohl bodenständig sein, wie denn Tacitus dies von dem Kult der germanischen Dioskuren ausdrücklich hervorhebt. Diese sind wahrscheinlich ein Erbe aus indogermanischer Urzeit, da sie nahe Gegenstücke bei Indern (die Açvins) und Griechen haben.

Unter denselben Gesichtspunkt fällt der Hauptbestand der germanischen Religion. Nicht bloß der sogenannte niedere Aberglaube, einschließlich Beschwörungsformeln – wie die des Merseburger Balderspruches, die sehr ähnlich im Veda wiederkehrt -, ist indogermanisch – war bei den Vorfahren der Germanen in Gebrauch lange, ehe der letzteren Sprache entstand -, sondern auch der Glaube an die Himmelsgötter, die von oben alles sehen und lenken, und die man im Freien anruft, so wie in einem Eddaliede Sigurd und die von ihm erweckte Walküre auf Bergeshöhen beten:

Heil euch, Asen!Heil euch, Asinnen!Heil dir, fruchtschwere Flur!Rat und RedeGebt uns ruhmreichen beidenUnd heilkräftige Hände!

„Asen“ (älter „Ansen“, ansis16) war der verbreitetste germanische Name für die übermächtigen Wesen am Himmel und im Luftraum, die bei den Römern superi (die Oberen), bei den Griechen uranioi (die Himmlischen) hießen. Die Mannigfaltigkeit der Bezeichnungen zeugt von lebhafter Beschäftigung mit diesen Wesen. Besonders merkwürdig ist ein Name für sie, der nur im Altnordischen begegnet und dort t¯ivar lautet, aber uralt ist, denn er ist dasselbe Wort wie das gleichbedeutende lateinische dei (dii, divi) und das ebenfalls gleichbedeutende altindische d¯ev¯ah; es ist dies also ein nachweislich urindogermanischer Name für die Himmelsgötter. Schon in indogermanischer Urzeit dachte man sich diese nach irdischem Muster als eine Familie und verehrte demgemäß am höchsten das Haupt dieser Familie, das man den Himmelsgott im engeren Sinne und zugleich den „Vater“ nannte: altindisch Dyauspitar, griechisch Zeus pater, lateinisch Ju-piter. Auch bei den Germanen findet sich dieser oberste, väterliche Himmelsgott. Es ist Wodan, der mit seiner – nicht immer einverstandenen -2 göttlichen Gemahlin im Himmel haust als Vater der Götter und Menschen und seine besondere Freude an Krieg und Männerfall hat, alles ganz wie Zeus. Jedoch heißt Wodan nicht so, wie der himmlische Vater der südlichen Indogermanen und demnach schon der der Urindogermanen hieß; dessen Namen trägt vielmehr ein anderer germanischer Gott, der Tyr der Nordleute, Tiw der Angelsachsen, Ziu der Hochdeutschen, nach dem noch heute der dritte Wochentag heißt (dänisch Tisdag, englisch Tuesday, alemannisch Ziestig). Leider wissen wir von diesem Tyr nur wenig. Das beruht aber darauf, daß der seit Urzeiten als Tyr (germanisch Tiwas) verehrte Himmelsvater bei den Germanen schon früh den Namen Wodan (Wodanas) bekommen hat, weil es einen ihm ähnlichen Gott Wodan gab und man die beiden als einen und denselben auffaßte, welchen Wodanas, und nicht Tiwas, zu nennen sich empfahl, da letzterer Name, der ja auch allgemein Gott (Himmelsgott) bedeutete, weniger auszeichnend war (derselbe Grund hat dazu mitgewirkt, daß z. B. der Jupiter der Römer nicht „Deuspiter“ heißt, sondern Jupiter). Ehe Wodan Himmelsvater wurde, war er jedenfalls ein Luftwesen, das man im Zug und Geräusch des Windes zu spüren glaubte, und das man sich mit zahlreichem Gefolge, auch von hellkreischenden Mädchen, über uns einherbrausen dachte. Das ist die Erscheinungsform des indischen Gottes Vata, der auch im Namen unserem Wodan nah verwandt ist; Vata ist zugleich das indische Wort für „Wind“, und Wodan hat ebenfalls ursprünglich „Wind“ oder „Weher“ bedeutet. In dem deutschen und südskandinavischen Volksglauben vom wilden Jäger ist dieser uralte Sturmdämon bis heute am Leben, und zwar in der altertümlichen Gestalt, die er hatte, ehe er Himmelsvater wurde, und die durch diese Erhöhung des Gottes nicht aus dem Bewußtsein des Volkes verdrängt worden ist.17 Volksglaube und Religion waren, soweit unser Blick in der Zeit hinaufreicht, niemals ganz dasselbe.

Von Anfang an treffen wir bei den Germanen große, öffentliche Kulte mit Tempeln, Götterbildern und öffentlichem Priesteramt, neben viel zahlreicheren Naturkulten an Quellen, in Hainen und an sonstigen heilig gehaltenen Örtlichkeiten. Letztere rückt Tacitus, in dem Bestreben, das von den Römern grundverschiedene Naturvolk zu schildern, stark in den Vordergrund, und daher gelten sie heute noch vielen als die eigentlich germanische Form der Götterverehrung – offenbar mit Unrecht, wenn der Irrtum auch begreiflich ist, da die ahnungsvolle Ehrfurcht vor der im Hainesrauschen gestaltlos webenden Gottheit, das schweigende Schöpfen aus der heiligen Quelle auf Helgoland (von der Willibrords Leben erzählt) oder eines Thorolf fromme Scheu vor den Geistern von Berg und Wiese uns unmittelbar sympathisch ansprechen – wie denn Klopstock dadurch zu dichterischem Neuerleben gebracht worden ist -, die Opfermahlzeiten und der Wedel zum Blutspritzen dagegen, welche die altnordischen Quellen uns vorführen, auf zarte Gemüter abstoßend wirken müssen und man natürlich seinen Vorfahren lieber das Sympathische zutraut als das Fremdartige oder gar Abstoßende. Daß solche Gefühlsurteile Beweiskraft hätten, wird niemand behaupten wollen. In Wahrheit ist den Germanen beides zuzutrauen, auch das manchem Unsympathische. Im Jahr 14n.d.Ztr. machten die Römer im Gebiet der Marsen, zwischen Ruhr und Lippe, einen Tempel der „Tamfana“ dem Erdboden gleich, offenbar deshalb, weil diese Kultstätte mit dem dabeiliegenden Dingfeld der Mittelpunkt der Marsen war, die hier ihre Herzöge wählten und von hier unter dem Schutz der Götter zum Kriege auszogen. Eine Götterstatue z. B. wird erwähnt bei der Nerthus, die nach beendeter Umfahrt mit den heiligen Rindern im See rituell gereinigt wurde. Auch hat sich in Dänemark ein sehr altes Götterbild aus Holz gefunden, und die vielen Götterbilder der altnordischen Quellen wären ebenso wie die altnordischen Tempel und die gemeingermanischen Ausdrücke für „Tempel“ unerklärlich, wenn sich nicht alten Gebrauch fortsetzten. Die blutigen Tier- und Menschenopfer bezeugt ebenfalls bereits Tacitus, ja schon bei Plutarch lesen wir von den rituellen Schlachtungen der Kimbern und dem Wahrsagen ihrer Weiber aus den Eingeweiden. Die größten Opfer waren die öffentlichen, und nur bei diesen wurden auch Menschen der Gottheit dargebracht.Nach Tacitus verehrten die Germanen, abgesehen von örtlich begrenzten Kulten wie dem der Nerthus oder dem der Tamfana, drei große Götter: Merkurius, Herkules und Mars.

Unter den letztgenannten ist Tiwas, unter „Herkules“ Donar, unter „Merkurius“ aber sicher Wodan zu verstehen. Diesen, sagt Tacitus, verehren sie am höchsten, und ihm allein bringen sie Menschenopfer dar. Diese Angabe zeigt, daß Wodan zu Tacitus‘ Zeit schon ungefähr das war, was er in den nordischen Quellen ist, nämlich der oberste Gott, der eigentliche Empfänger von Menschenleichen und – was hiermit natürlich eng zusammenhängt – der Gott, der die Toten ins Jenseits abholt (dies gab den Anlaß zur Interpretation als Merkurius). Die Verschmelzung des Windgottes mit dem herrschenden Himmelsvater hatte sich also damals schon vollzogen; das Luftgefolge jenes war als Totenheer in das neue Glaubensgebilde eingegangen. Hierfür spricht auch, was Tacitus in seinem 39. Kapitel über das große Stammesheiligtum im Gebiete der Semnonen (in der späteren Mark Brandenburg) mitteilt. Der allwaltende Gott, der hier in banger Scheu mit Menschenopfern geehrt wird, ist Wodan. Der Schriftsteller meint es deutlich genug zu sagen und daher den Namen weglassen zu können, wodurch die fromme Scheu sozusagen auf Autor und Leser übertragen und also der Eindruck gesteigert wird. Der Hain, den die Gläubigen nur gefesselt betreten, und in dem niemand sich vom Boden erheben darf, ist auch der Edda als „Fesselhain“ (Fjöturlundr) bekannt; in seinem Frieden vollstreckt Dag die Rache an dem sonst unüberwindlichen Helgi, und er tut es mit Odins Beistand und Einverständnis, wünschte doch der Gott solche speergetroffenen Opfer in seinem Hain. Dieser Fesselwald der Semnonen und nordische Nachrichten über den „Schrecker“ Odin zeigen, daß die religiös kühlen, selbstbewußten Germanen doch auch Furcht und Gehorsam wenigstens gegenüber einem, ihrem furchtbarsten und mächtigsten Gotte gekannt haben.

Die tiefe Scheu vor Wodan galt seiner undurchdringlichen Weisheit, die sich oft als Tücke darstellte. Wenn einer der heidnischen Götter allmächtig war, so Wodan, und er war es kraft eines zauberhaften Könnens und Wissens, gegen das die Zauberkünste aller anderen Wesen ein Nichts waren. Wodan war der schlechthin Überlegene und Unerforschliche. Ihm zu vertrauen, war nicht jedermanns Sache. Er konnte zwar helfen wie kein anderer, besonders zu Sieg im Kriege, aber er konnte seinen Freund jeden Tag verraten, indem er sich plötzlich gegen ihn wandte. Das sagenhafte Hauptbeispiel hierfür ist das Schicksal des großen Dänenkönigs Harald Kampfzahn. Dieser versprach dem Gotte alle Krieger, die er erschlagen würde, und erhielt dafür Unverwundbarkeit durch Eisen und die Kunst der keilförmigen Schlachtordnung. Harald hatte aber einen vertrauten Diener, Bruni, der oft Botengänge für ihn machte. Auf einer dieser Wanderungen ertrank Bruni in einem Flusse, und Wodan nahm seine Gestalt an und diente unerkannt dem Könige, der von jenem Unglücksfall nicht erfahren hatte. Dabei säte er durch falsche Botschaften Zwietracht zwischen seinem Herrn und dem Schwedenkönig Sigurd Ring, so daß es zum Kriege kam.

Als der alternde Harald an der Spitze unübersehbarer Heerscharen auszog zum Treffen auf den Bravellir, da war Bruni sein Wagenlenker, und dieser meldete, auch die Schweden rückten in Keilstellung an. Dem Greise kamen böse Ahnungen, er begann seinem Wagenlenker zu mißtrauen, in ihm den verkleideten Wodan zu erkennen, und wirklich stieß dieser ihn, als das Schlachtengetümmel seinen Gipfel erreicht hatte, vom Wagen auf das blutige Feld und erschlug den Wehrlosen mit einer Keule. – Eine ähnlich trugvolle Rolle spielt Wodan in der Geschichte des fränkischen Heldengeschlechtes der Wölsungen, das lange seinen besonderen Schutz genießt. Sigmund verdankt ihm ein wunderstarkes Schwert, aber dieses Schwert zerbricht in einer Schlacht, so daß Sigmund den Tod findet, weil der Gott aus den Reihen der Feinde heraus seinen Speer der geschwungenen Klinge entgegengehalten hat. – Auch dem Jarl Hakon von Norwegen, der auf Odin so großes Vertrauen setzte, wurde dieser schließlich untreu, indem er ihm böse Ratschläge eingab und seinen Gegnern den Sieg schenkte.Die Furchtbarkeit Wodans erklärt sich daraus, daß er die Toten abholt. Als Herr über Leben und Tod ist er so unberechenbar wie das Todesschicksal selbst.

Es findet sich aber in altnordischen Quellen ein frommer Gedankengang, der Odins Unberechenbarkeit begründet, ja feiert. Der unbekannte Skalde, der nach dem Fall des Norwegerfürsten Eirik Blutaxt (um 950) diesen verherrlichte, indem er seinen Einzug an der Spitze der von ihm Erschlagenen in Walhall darstellte, läßt den Herrn von Walhall auf die Frage, warum er einen so tapferen Helden habe fallen lassen, zur Antwort geben: „Es schaut der graue Wolf zu den Göttersitzen herüber!“ Das ist der Fenriswolf, das gefährlichste der Ungeheuer, die immer auf der Lauer liegen gegen die Götter und gegen den Bestand der Welt und eines Tages wirklich losbrechen. Dann wird Odin seine Getreuen zum Kampfe führen gegen die niederreißenden Gewalten, und es wird der härteste aller Kämpfe sein, darum sorgt der weise Weltherrscher schon jetzt und immerfort für Stärkung seiner Mannschaft, und gerade die Stärksten und Mutigsten sind ihm am meisten willkommen: von Odin unterstützt sorgen sie im Leben für scharenweisen Männerfall, sobald aber ihre Kraft für das Diesseits erschöpft ist, müssen sie selber fallen, um im Jenseits mit ihren Feinden zusammen dem höchsten Zwecke dienen zu können. Wenn die Berge stürzen und die Erde ins Meer sinkt, dann entscheidet sich das Schicksal der Welt oben am Himmel, wo Götter und Tote hausen.Das ist die altnordische Theodicee, eine rechte Ausgeburt germanischen Kriegerlebens. Zu ihr gehört auch das Bild von Walhall: in der riesigen Halle, die mit Schilden gedeckt ist statt mit Schindeln, Speere als Dachsparren hat, vor deren Giebel Wolf und Adler tot hängen, deren Bänke mit Brünnen (d. h. mit ringbenähten Kampfwämsern) statt mit Kissen belegt sind, da schmaust und zecht Odins Gefolgschaft – die Einherier – Tag für Tag, jeden Morgen ziehen sie aus, um einander im Kampfe zu fällen, sitzen dann aber alle gesund und einträchtig beisammen (dies eine freie Variante der seit alters weit verbreiteten Ortssagen von Heeren Gefallener, die auf oder über Schlachtfeldern in der Luft allnächtlich weiterkämpfen, wie so viele Gespenster die entscheidende Tat ihres Erdenlebens ruhelos wiederholen müssen). Natürlich kommen die Einherier, welche fallen, ebenso nach Walhall wie Krieger, die auf Erden den Kampftod leiden.

Da letzteres dank Odins Walten von jeher geschehen ist und ständig weiter geschieht, ist die Zahl der Walhallgäste riesig groß und wächst fortwährend weiter. Aber es ist dafür gesorgt, daß Speise und Trank nicht ausgehen: ein unsterblicher Eber wird in einem wunderbaren Kessel – einer Art Gralschüssel – vom kunstfertigen Walhallkoch dauernd gesotten (wie ein Opfer im Tempel, während man im gewöhnlichen Leben das Fleisch am Spieß briet), indes die Ziege Heidrun, die wie die Hausziege manches norwegischen Bergbauern auf dem Dach weidet, aus ihren Eutern nimmerendenden Met spendet, den die Walküren – Odins Dienerinnen, die die gefallenen Krieger von der Walstatt holen – den Einheriern über die Feuer zureichen.

So geht es in dieser größten aller Fürstenhallen beim höchsten aller Herrscher tagaus, tagein, jahraus, jahrein zu, bis das Weltende, Ragnarök, hereinbricht. Inzwischen zieht Odin Kundschaft ein durch seine beiden Raben, die durch alle Welt fliegen, oder er sitzt mit Frigg (althochdeutsch Frija) draußen auf der Türbank (Hlidskjalf) und späht hinunter zu den Menschen oder hinüber zu den Riesen, oder er besteigt sein Wunderroß Sleipnir, das ihn durch die Lüfte trägt, und reitet selbst auf Kundschaft, meist ins Menschenland, wo besonders Schlachtfelder ihn anziehen (wenn man durch den gebogenen Arm sieht, kann man ihn über die Walstatt reiten sehen), zuweilen aber auch nach Riesenheim, den eigentlichen Jagdgründen seines starken Sohnes Thor, der in seinem von Böcken gezogenen Wagen über das Himmelsgewölbe donnert und die Riesenbrut, die Schädiger der Menschen, erschlägt, auch die Weiber nicht schonend. Asen und Riesen wohnen benachbart, wie zwei feindliche Stämme auf Erden. Es gibt einen Grenzfluß zwischen ihnen. Oft erscheint Odin auf Erden als Wanderer. Dann erkennt man ihn an seinem Mantel, dem breiten Hut,18 langen Bart und der Einäugigkeit.

Solche Gestalten treten in den nordischen Sagenerzählungen öfters auf, und meist bleibt es im Dunkel, ob es wirklich Odin ist. Hierin spiegelt sich der alte Volksglaube. Bei manchem Fremden fragte man sich, ob er ein Gott gewesen sei, nicht immer wegen seines Aussehens, manchmal auch wegen seines Benehmens (wie Harald Kampfzahn), oder wegen einer inneren Wirkung, die man von ihm verspürte, so wie Telemach, nachdem Athene in des alten Mentes Gestalt ihn verlassen, Kraft und Mut und heftige Gedanken an den fernen Vater in sich aufsteigen fühlt und daher gleich ahnt, der Besucher sei ein Gott gewesen. Gerade der allgewaltige Odin machte sich oft im Innern fühlbar. Wir sahen schon, wie der Skalde Egil ihm Dichtergeist und Charakter zu verdanken glaubte. Ein anderer Skalde sagt von dem Fürsten, dessen Tapferkeit im Kampfe er preist, Odin sei in ihm gewesen. Vielgestaltig und vielnamig ist Odin. Im Grimnirliede der Edda, wo er unerkannt Not leidet zwischen den Feuern in der Halle des ungastlichen Königs, hebt er den Blick zu den himmlischen Wohnungen und enthüllt sich schließlich in seiner ganzen Majestät; der König, dem die Augen aufgehen, stürzt in das eigene Schwert und fällt dem Gott als Opfer (eine ähnliche Sage wie die griechische von Zeus und dem ungastlichen Arkadierkönig Lykaon).

Walhall hat 640 Tore, und aus jedem dieser Tore ziehen acht Hundertschaften (960) Einherjer, wenn die Ragnarökschlacht geschlagen werden soll auf dem Felde Vigrid oder auf der Insel Oskopnir. Dann rücken Fenrir und die Scharen der anderen Riesen und Ungeheuer an gegen die Asen und ihr Heer. Die Asen werden tapfer kämpfend fallen, und Walhall wird in Flammen aufgehen. Frey erliegt dem Feuerriesen Surt; Thor tötet die Weltschlange, aber ihr Gifthauch wird ihm zum Verderben, so daß er neun Schritte von der Verendenden zurücktritt und dann tot umsinkt; Odin wird von dem Wolfe verschlungen, doch sein Sohn Vidar rächt seinen Tod, indem er den bis in den Zenith ragenden Oberkiefer des Ungeheuers mit starker Faust nach oben umbiegt, so daß Fenrir stirbt – ein echt volkssagenhaftes Bild von großartiger, schlichter Plastik.Die junge Göttergeneration überlebt die Katastrophe und wird in einer neuen Welt im Saale Giml¯e, der heller leuchtet als unsere Sonne, sich des Lebens freuen. Doch weiß niemand von dieser fernen Zukunft Gewisses zu sagen.

Die Ragnarökvorstellungen des alten Nordens sind vielgestaltig. So dachte man sich die Götterfeinde in verschiedener Gestalt und unter verschiedenen Namen – einer davon war „Muspells Söhne“, dämonische Reiter, die mit Feuer durch den dunklen Grenzwald geritten kommen -, aber auch der Kampf der Götter wurde verschieden vorgestellt, besonders aber waren die Naturkatastrophen mannigfach: bald handelte es sich um ein Versinken der Erde ins Meer – aus dem sie dann zu neuem Leben wieder auftaucht, so daß Wasserfälle von den Felskanten stürzen, über denen der Adler schwebt, nach Fischen spähend -, bald um eine gewaltige Feuersbrunst, die hoch zum Himmel emporschlägt, bald um den Fimbulwinter, in dem alles Lebendige erfriert bis auf ein junges Menschenpaar, das „in Hortmimes Holze“ Zuflucht findet und, wenn die Sonne wieder steigt, neue Geschlechter begründen wird.

Wie weit die nordischen Ragnarökgedanken auch südgermanisch, also in Deutschland verbreitet, gewesen sind, das läßt sich urkundlich nicht feststellen. Da aber Weltuntergangsvorstellungen bei vielen Völkern belegt sind und zum Teil in sehr ähnlicher Form wie bei den Nordgermanen (der Fimbulwinter z. B. ist auch persisch), so sind den südlichen Nachbarn der Nordleute, die fast die gleiche Sprache wie sie redeten, solche Vorstellungen erst recht zuzutrauen. Daß sie ihnen nicht gefehlt haben, ist beweisbar. Es gibt nämlich wörtliche Anklänge zwischen altnordischen Gedichten, die Weltschöpfung und Weltuntergang behandeln, und stabreimenden deutschen Versen, die unter anderem das Wort m¯udspell oder muspilli in der ungefähren Bedeutung von „Weltuntergang“ enthalten. Ferner kommt die Ursprungssage in Betracht. Wenn man dem Irmin eine Säule errichtet hat, mit der die Welt gestützt werden sollte, so hat man eben gefürchtet, daß die Welt oder der Himmel einmal einstürzen würde (ein Glaube, der für die alten Kelten ausdrücklich bezeugt ist), und der Gott, der die Welt stützt, tat dasselbe wie Odin, der Kämpfer sammelt, um die Welt zu verteidigen.

Auch das Christentum hat eine Lehre vom Weltuntergang, die sich mit dem heidnischen Ragnarökglauben nahe berührt: vor dem Jüngsten Gericht wird die Welt mit Feuer verheert. Schon die ersten Bekehrer brachten dieses christliche Ragnarök zu den Germanen, und wir finden es zum Beispiel dargestellt in der alten stabreimenden Predigt aus Bayern, die den Namen „Muspilli“ führt. Die einzelnen heidnischen Anklänge in diesem Text und die Wiederkehr des vernichtenden Feuers können aber nicht darüber täuschen, daß die letzten Dinge des Christentums etwas von Grund auf anderes sind als das germanische Ragnarök. Das eschatologische Feuer der Christen ist gesandt von der Gottheit, um die sündige Menschheit heimzusuchen. Das heidnische Weltfeuer und die anderen heidnischen Ragnarökkatastrophen sind rein naturhafte Vorgänge und richten sich gegen die Götter, welche ihnen, bzw. den feindlichen Dämonen, widerstehen und dabei den Heldentod sterben, unterstützt von Scharen wackerer Krieger, den Menschen, die mit ihnen eines Sinnes sind. In diesem einfachen und anschaulichen Gegensatz verkörpert sich der tiefe Unterschied christlicher und germanischer Lebensanschauung überhaupt.

Das germanische Ragnarök, die bei weitem reichste, die eigentlich klassische Ausprägung des Weltuntergangsgedankens als solchem,19 ist zugleich ein treuer Ausdruck des germanischen Lebensgefühls. Germanien war ein Land voll Gefahren und Unsicherheit; die Natur drohte an den wahrscheinlich noch ganz ungeschützten Küsten mit Überschwemmungen und mit Wanderdünen, der Urwald barg hungrige Raubtiere in Menge, Geächtete trieben ihr Wesen, nie konnte man sicher sein vor dem Überfall beutelüsterner Scharen oder landsuchender Bevölkerungen, und zahlreich waren diejenigen, die in offener oder schlummernder Fehde lagen mit nahen oder fernen Nachbarn. Solche Verhältnisse mußten wohl Ragnarökstimmung erzeugen und Ragnarökphantasien begünstigen. Wenn die einzelne Siedelung früher oder später den Elementen oder dem Feinde zum Opfer fiel, warum sollte das Ganze der Welt besser daran sein?

Der Germane duckte sich aber nicht mit Seufzen und Wehklagen unter das Schicksal, sondern er trat ihm aufrecht gegenüber, entschlossen, es abzuwenden oder, wenn der Feind die Oberhand behielt, ehrenvoll zu fallen, und dieses mannhafte Trotzen war für ihn die eigentliche Würze des Lebens. Seine Götter, die seine Freunde waren, dachten wie er. Auch für sie war Gegenwehr selbstverständlich, nicht bloß im aussichtsreichen, sondern erst recht im aussichtslosen Kampfe. So symbolisiert sich in dem Vorsorgen Odins und dem tragische Fall der Götter ein tiefer Lebensernst, das Beste des germanischen Charakters.Die germanische Religion ist, verglichen mit anderen, sehr wenig illusionistisch. Erwartete der Germane wirklich Außerordentliches, etwas wie ein absolutes Heil oder eine radikale Erlösung vom Lebensleid, von seinen Göttern, so würde er sich ihnen viel rückhaltloser und wärmer hingeben und unterwerfen, als er, wie wir gesehen haben, durchschnittlich tut. Er bleibt aber mit seinen Hoffnungen im Bereich der eigenen Lebenserfahrung, für die es Böses und Gutes, aber kein absolutes Heil gab.

Die christliche Lehre kam aus dem Norden

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So daß, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.“

Goethe.

Ja, wir behaupten und können es erweisen: Die christliche Kirche oder besser die christliche Lehre, nahm nicht ihren Ausgangspunkt von Palästina, sondern ist eine Urschöpfung der untergegangenen atlantischen Kultur. Sie gelangte über die Reste jenes Weltteils Atlantis zuerst nach Irland und Schottland, dann nach Osten weiter, und gleichzeitig nach Westen zum amerikanischen Festlande. Die alte ägyptische Kultur einerseits und die alten amerikanischen Kulturen der Inkas, der Mayas und der Azteken andererseits sind die Eckpfeiler, die noch heute vom einstigen atlantischen Weltkulturbaue übrigblieben.

Die Alten wußten darum noch, wie wäre es sonst verständlich, daß wir in Mexiko bei seiner Entdeckung das ganze christliche Brauchtum vorfinden, wie es in der katholischen Kirche sich erhalten hat und in Tibet heute noch, Dinge, von denen man nicht gerne spricht, weil sie die Grundlagen des Lügengebäudes einer nahe-östlichen Herkunft des Christentums von noch nicht 2000 Jahren zu untergraben drohen.

Christentum und sein Mythos sind so alt als Menschen göttlichen Odems leben und denken können, viele hunderttausend Jahre reichen nicht, denn so alt ist die Gottes-Sohnschaft der Menschheit. Ur-arisch-atlantische Gotteserkenntnis und ihr heutiges Wurzelwerk haben sich am längsten lebendig erhalten im Norden Europas, wo die Pflanzstätten der Atlantis bis in unsere Zeitrechnung blühten auf Iona und der Insel Man. Von dort aus sind dann auch merkwürdigerweise die angeblich ersten „christlichen“ Missionare gekommen und wurde die erste christliche Kirche gegründet, die Culdeerkirche. Erst später im 7. und 8. Jahrhundert hat die römische Kirche das Segenswerk jener wahren Christen dem Geiste, der Haltung und der Lehre nach vernichten können. Die untergegangene Kirche des Nordens nahm das Geheimnis ihres Ursprungs mit in das Grab, das ihr die römische Machtkirche frühe bereitete, aber auch die abendländische Verzerrung der Christuslehre erlebt heute an sich die Wahrheit, daß sie wohl den Leib töten kann, aber nicht den Geist. Dieser heilige Wahrheitsgeist steht heute als ihr Herr und Meister auf und wird sie mit ihrem Wortdenken überwinden.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, Und nicht in dir, ging deine Seele dennoch hier verloren. Zum Kreuz auf Golgatha schaust du vergeblich hin, Hast du es nicht errichtet in deinem eignen Sinn.“
Angelus Silesius.

Aus dem „Welsch-„, dem Wälser-Lande führen drei Wege nach Norden, Osten und Süden, die durch die großartigen Steinsetzungen der Megalithgräber gekennzeichnet ist. Der erste zieht sich nach der Nord- und Ostseeküste entlang, springt nach Schweden und Norwegen über, geht dann an der Wolga entlang, um den Südostweg nach Indien zu suchen. Der zweite Weg zieht sich an der Küste Frankreichs südlich, von einem Hauptknotenpunkt in der Bretagne ab über Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Kleinasien, immer nahe der Küste. Der dritte Weg geht bis nach Spanien mit dem ersten gemeinsam, um dann nach Afrika überzusetzen und an seiner Nordküste entlangzuführen mit offenbar demselben Ziele zum fernen Osten.

Das war der Weg der Kultur von Westen nach Osten, der der arischen Wanderung folgte. Das Wort ex oriente lux hat insofern eine Berechtigung, als es sich um ein teilweises Zurückströmen einer Kulturwelle handelte in den folgenden Jahrtausenden, jedoch nicht anders als heute Vieles aus Amerika zu uns zurückfindet, was von uns dorthin getragen wurde. Olaf Kritzinger hat in einer geistreichen Arbeit über die Runen in Heft 17/18 der „Sonne“ eine Fülle von Anregungen gegeben. Er erwähnt darin auch die Insel Jona und ihre Bedeutung als Ausgangspunkt der atlantisch-arischen Erkenntnisse nach dem Untergang der letzten Reste der Atlantis, der Insel Poseidonis, wie sie Plato nennt. Jona ist das Mutterland der Jaones, des Joanes, der Jonier, die auch als Jawones auftauchen. Junier, Juno, Dione, Dion, Zion, Jon sind Ableitungen aus diesem Worte, das die Gehenden, mundartlich die,,Jehenden“ bedeutet. Die „Gehenden“ (gehen, jehen, to go) sind aber die irdischen Söhne der himmlischen Schrittmacher. Von diesen Göttersöhnen, die selbst zuweilen die Bezeichnung Sterne tragen, ruhen in Jonas Erde zweiundzwanzig Könige begraben.

Diese Sage aus der alten keltischen Dichtung ist so zu verstehen, daß das Wissen von 22 Königen, nämlich den 22 Ar-kana, was Sonnen-Kahne, Sonnen-Könige heißt, begraben liegt. Die 22 großen Arkanas sind die 22 Blätter aber des ägyptischen Tarots, jenes Kartenspiels, das in seinen insgesamt 72 Karten die Grundgedanken der Welt verhaftet birgt. Durch die Zigeuner ist es uns, in der Hand von Unwürdigen, überliefert, die immerhin damit außerordentliche Kenntnisse in Wahrsagen und anderer Zauberei verbinden konnten. Unsere 18teilige Runenreihe ist eigentlich als das Ur-Tarot anzusehen und es bleibt die Frage offen, ob die 18 oder die 22 die ursprüngliche Zahl ist. Auch das altgriechische Alphabet hat 22 Buchstaben und schließt mit dem Tau T, wie das Tarot mit dem Galgen T schließt, dem Ende, dem Tau, dem Tet, dem Tod, dem Tot, dem Ganzen!

So schließt auch Tyr-Christus , die zwölfte Rune den Tyr-Tier-Kreis des Lebens. Dieses Alphabet übernahmen auch die Semiten und in der Folge alle Völker der Erde. In der nordischen Heimat selbst versank das Wissen von den 22 Königen, den „Ar-kana“ von Jona, nur die Sage von 22 begrabenen Königen deutet noch auf den Ursprung dieser zweiundzwanziger Reihe aus diesem Fleckchen heiliger Erde. Aber die Kunde von der Druida, der Troja, der Torta, der Tortla, wie die Priesterschule hieß, blieb lebendig weit draußen in der Welt, so vor allem besonders rein in den Eleusischen Mysterien. Dortla, dorda, turtur ist die Turtel-Taube als das Sinnbild des Heiligen Geistes, der hier allgegenwärtig war.

Das sich im Worte Turtel die drehende balzende Bewegung des Täuberich ausdrückt, ist anzunehmen. So erklärt es sich, wenn der „Heilige Geist“ als der Dritte, das Schicksal-Wendende, der Drehende, der Drittelnde, der „Trittelnde“, der „Reinen Jungfrau“ Maria die Empfängnis des Gottessohnes ver-kündet, ver-kindet, was die Rune Kun, Keim, Kind ganz klar andeutet. Unter dem Sinnbild der Taube wurde der Schüler in das Tabernakel seines eigenen Astralkörpers, seiner Aura gestellt, um sich an ihr und den kosmischen Heilsströmen erfühlen zu lernen, die in ihn herniedergehen, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den von einem Jona-Hanes-Priester eingeweihten jungen Jesus herniederfährt. Columba = Taube zielt auf den selben Ursinn. Columban heißt nicht nur zufällig einer der ersten Missionare in Deutschland aus dem Heiligtum der Insel Jona. Col, cul deutet auf die zeugerische Weisheit der Rune Kun und das Öl, das Öl der Weisheit, der Einweihung, des Gesalbten, wovon auch die alten Cult-Orte ihre Namen haben wie Cöln, Kulm. Ulm (ohne K, aber dafür vermutlich ursprünglich mit dem H), Kölle-da, Culle dei, das von dem Iren Kilian „gegründete“. Nun wissen wir auch, warum im dritten „Buch der Könige“ erzählt wird, daß der mythische König Salomo, der Salman, der mit dem geschichtlichen Vater des David gerne verwechselt wird, „weiser gewesen sei als die Söhne des Machol und der Dordla.“ Diese Weisheit aber errang sich „Salomon“, wie es heißt, durch die Betrachtung des Sechssternes, des sogenannten Magen Davids, der aber, wie wir wissen, die umschriebene Hagall-Rune darstellt. Durch sie wurde er zum „Weisesten der Menschen“, erlangte Kenntnis höherer Welten und die magische Macht, die Magier-, Meisterschaft über ihre Bewohner.

Wie aber kam „Salomon“, das heißt der arische Salmann, in den Besitz des Sechssternes ? „Er hatte ihn aus einem Adlerhorste bekommen.“ Der Adlerhorst deutet auf den Aarhorst, auf den Arierhorst, den Sonnenhorst im Norden, der sicher auch eine Pflanzstätte in Palästina hatte, im Hermon-, Harmann-, Armann-Gebirge, wo noch im Mittelalter blonde Leute wohnten, mit denen die Kreuzfahrer sich auf „deutsch“ verständigen konnten. Mythos und Geschichte liegen hier in Schichten übereinander, die schwerlich mehr getrennt werden können, aber es bedarf nur dieser Hinweise, um zu erkennen, wie doch alles Geschehen der Erde auf den Arierhorst im Geiste zurückgeht.

Eine große nordische christliche Kirche verband schon im 4. Jahrhundert — bestand und „herrschte“ nicht wie die römische Kirche — weite Gebiete von dem Nordrand der Alpen bis nach Irland, Island und Grönland, von den Pyrenäen bis ins Thüringerland und darüber hinaus. Die Tatsache klärt manche Geheimnisse auf. Das Wotansopfer am Kreuze der Weltesche durch seinen Sohn Zui, Tiu, Tys, den „Ichthys“, den Ich-tys, den Ich-Zeus des Nordens, das Asenopfer des Äsus der Gallier, der Kelten, die wir als einen Zweig der Germanen einfach mit dem „Worte Helden ansprechen. Dieser Asus aus Gallien, also aus „Galiläa“, starb am Kreuze lange bevor man diesen Mythos zu fälschenden Zwecken nach Palästina verlegte, zu einem Volke der Juden, das mit seinem „geborgten“ Namen ganz zu Unrecht auf den Guten-, den Goten-Ursprung Anpruch erhebt. In jedem Falle, im Falle der Juden oder der Guten, handelt es sich um ein geistiges Volk, um ein heiliges Volk, um die Gemeinschaft jener Heiligen, die keiner Satzung, keiner Kirche bedürfen, um das „auserwählte“ Volk der reinsten und höchsten und heiligsten Seelenkräfte, dessen König selbstverständlich der „Jesus Christus“, der Arier, die Aar-heit, die Wahr-heit ist.

Die Priesterschaft der germanischen, das heißt auch der keltischen Bewohner Mitteleuropas und des Nordwestens, denn hier lebte an seiner Wiege das arische Urvolk nach dem Untergang der Atlantis, waren die Druiden, die Trojaiden, die Treuen, die die Treue, die Dreie, die große Drei, das Trauen, das Vertrauen in das Göttliche lehrten, das Geschehen vom Entstehen über das Sein zum Vergehen, das wir in allen Dreiheiligkeiten kennen lernten. Troja nennt auch Tacitus die Seelen-Grundverfassung des Germanen. In den englischen Worten Trust, Truth mit der Bedeutung von Wahrheit, Glauben und Vertrauen, lebt noch der Name der arisch-keltischen Priesterschaft fort, der Truiden, der Treuen, der Troien, die das Droit, das Recht der Trois, der „Hochheiligen Drei“ lehrten, die Drei-, Dreh-, Droh- und Trug-Gewalt, aber auch der Trug-Gehalt des himmlischen Tyr-Tri-Tro- und Thor-Kreises.
Otfried von Weißenburg gebraucht in seinem Evangelienbuch aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts noch das Wort TRUHTIN für den Namen des Herrn, den. „treuen“, was heißen soll, den „Dreien“-„Drei-Einigen“ Gott. Es versteht sich von selbst, daß dann der germanische Priester auch der Thrutin hieß nach seinem Herrn, wie im Norden der Gode, der Priester, nach dem Gotte.

„Treue“ ist der Urname aller arischen, germanischen und damit deutschen Religion, für welches Fremdwort wir ja im Deutschen keine eigentliche Übersetzung hatten, nicht haben und auch nicht haben werden, weil wir keine brauchen. Rückverbundenheit — religio — bedeutet das Wort. Wer wäre rückverbundener als der wahre, klare Sonnenmensch? Wir werden die Treue, die Troja, die Dreie wieder in uns erwecken, die Erkenntnis des ewigen Wirkens des Gottgesetzes, das das Krist-All beherrscht in Vater, Sohn und Heiliger Geist, das heißt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie jene Drei nur Eins in einer Einheit sind, so sind diese Zeitvorstellungen auch nur eine Einheit, eine Ewigkeit, eine Gesetzlichkeit: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in sich schließend. „Es gibt keine vergangene Vergangenheit und keine zukünftige Zukunft, sondern nur eine gegenwärtige Vergangenheit und eine gegenwärtige Zukunft“, lehrt der Kirchenvater Augustin in seinen Bekenntnissen.

Wir wissen von den Druiden, den Tyr- oder Dry-Söhnen, daß sie eine Sonnenreligion lehrten, und keine irdische Religion kann etwas anderes sein oder lehren als eine Sonnenweisheit. Darauf laufen alle religiösen Symbole, Mythen, Glaubensartikel, Bekenntnisformeln hinaus. Wir werden noch zeigen, wie die Sonne der Ur-Inhalt auch der Christus-Religion ist. Wir sehen alle die Sonne und fühlen Licht und Wärme, die von ihr ausstrahlen. Aber das ist nicht alles. Die Sonne sendet auch Kräfte, die jenseits von dem sind, was die Physik erforschen kann, die von ultravioletten Strahlen spricht. Von der inneren Sonne, dem inneren Gestirn, deren Abbild und Sinnbild die äußere Sonne und das äußere Gestirn ist, wie auch der Leib nicht der Mensch allein ist, strömt uns hernieder Liebe und Weisheit. Wem es gelänge, die übersinnlichen Kräfte, Ströme der Sonne mit seinem Bewußtsein zu erfassen, der würde ein Weiser und Führer dieser Erde werden.
Die Druiden waren es, sie erkannten das Übersinnliche der Sonne, das wirkt, wenn das Sinnliche der Sonne abgezogen wird. Sie erkannten in der Sonne, in der inneren Sonne, den Sohn Gottes im Geiste. In ihrem Weistum hatte sich der uralte Sonnen-Sohnes-mythos des Krist-All-Sohnes erhalten aus atlantischer Zeit und hatte sich vererbt auf die Eingeweihten der ganzen Welt, die im Zeitalter der arischen Völkerwelle die Erde befruchteten.

Es genügt darauf hinzuweisen, daß wenn die Druiden nach Überlieferung der römischen Kirche, wie sie sagt, auf Grund ihrer großen inneren Schaukraft, die angeblichen Ereignisse in Palästina zur Zeit von Christi Geburt, unabhängig von jeder äußeren Benachrichtigung, in Schauungen miterlebt hätten, um die Tatsache zu erklären, daß sie dieses Mysterium schon vor seiner angeblichen Ereignung in Palästina kannten und lehrten. Die ersten römischen Missionare sollen denn auch in der Bretagne, einem der Hauptsitze des Druidentums, was durch die riesigen Steinsetzungen der Cromlechs und der „Aligements“ bezeugt wird, schon Christen vorgefunden haben. Ja, sie haben mit Sicherheit überall im Norden Christen vorgefunden, weil der Krist-All-Gedanke des Gottes am Weltkreuze eben älter ist als der gänzlich mißverstandene, weil zeitlich und örtlich festgelegte, neutestamentljche Galgentod. Im Odhin-Äsus- und Chrischna-Opfer hatte dies Mysterium schon eine viele tausend Jahre ältere Prägung gefunden.

DER JESUS VON NAZARETH

Germanenherz Die Christianisierung

Die Geschichtlichkeit eines „Jesus von Nazareth“ läßt sich nicht erweisen und selbst die theologische Forschung gesteht dies mehr oder weniger unumwunden zu. Sie zieht sich auf den schwankenden Standpunkt einer „Kulterzählung“ zurück, ohne indes irgendwie und irgend etwas an der Offenbarungseigenschaft der Evangelien aufgeben zu wollen. Die Geschichtlichkeit aber des palästinischen Christus verliert alle
Wahrscheinlichkeit schon durch den Umstand, daß das Volk der Juden, in das er hineingeboren worden sein soll, ebensowenig als Volk bestand, jedenfalls niemals in dem Sinne der fragwürdigen Überlieferung des alten Testamentes. Es ist schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden, daß die Juden, wie heute, auch schon damals kein Volk bildeten, das mit seinen Wurzeln in einem Heimatboden haftete, sondern von jeher nur aufgepfropft erschien auf anderen, sozusagen echten Völkerschaften. So rastete es auch eine Zeitlang in Palästina mit einer herrschend gewordenen Schicht von Priestern. Wir behaupten, daß der Name der Juden von dem Namen der Goten, der Guten, abgeleitet werden muß: Gute- Gote, in der Vernichtung des Begriffes: Jote-Jude!

Selbstverständlich muß in einem „ausgewählten“ Volke der „Guten“, der Goten, auch der Heiland, der Menschenführer erstehen, was die klare mythische Gestalt eines Christus von selbst fordert. Nur daß ein solches Geschehnis niemals zu irgendeiner behaupteten Zeit in Palästina bei den „Juden“ erfolgte, sondern, wenn überhaupt, vor undenklichen Zeiten bei jenem Volke Gottes, nämlich der Goten im Norden, von denen die geschichtlichen Goten die Nachkommen sind, die uns auch die älteste Übersetzung des Alten und des Neuen Testamentes, heute in Bruchstücken, hinterließen.

Wie diese Dinge eigentlich liegen, ist noch längst nicht geklärt, aber es müßte schon bedenklich stimmen, daß Herodot, der größte bekannte Geschichtschreiber des Altertums, um 460 vor unserer Zeitrechnung, von einem Volke der Juden oder ihrem Staate nichts zu berichten weiß. Hätte dieses Volk die Bedeutung gehabt, die uns seine vielfach übertriebene und gefälschte Geschichte vortäuscht, so wäre Herodot nicht mit Stillschweigen darüberhinweg gegangen. Die Juden spielten eine ähnliche Rolle in Handel und Verkehr des Altertums wie heute noch. Wir hören jetzt wieder von den Versuchen der Juden, sich in Palästina ein völkischjüdisches Staatsgebilde zu schaffen. Es würde nur aufzurichten sein mit fremder Hilfe und auf dem Rücken einer eingeborenen Bevölkerung, heute wie damals, als die eingeborenen nichtjüdischen, zum Teil arischen Stämme noch Galiläer, Samariter, Edomiter, Syrier, Phönizier und Philister hießen.

Es ist darum nicht verwunderlich, wenn Herodot alle alten bodenverwachsenen Völker aufzählt; Griechen, Perser, Phöniker, Meder, Phrygier, Ägypter, Germanen, Araber, Äthiopier, Inder, Babylonier, Assyrer, Skythen, Sarmaten, Massageten und von ihrer Kultur und ihrer Geschichte spricht, aber mit keinem Worte ein Volk oder einen Staat der Juden angibt. Kommt er auf Palästina zu sprechen, erwähnt er nur, daß es damals von Syriern bewohnt sei. Wenn von den Juden in alten Berichten gesprochen wird, außer in dem eigenen geschichtlich ganz anders zu wertenden Alten Testament, so nur in einer lebhaften Abwehr, die ihren Grund hat in der alle seßhaften Völker befremdenden Tatsache, daß die Juden als einziges unter den Völkern nicht für sich auf eigenem Boden wohnen noch je gewohnt haben. Der echte Nomade scheidet hier als Vergleich völlig aus, denn er lebt ebenso gesetzmäßig und „seßhaft“ auf einem bestimmt umgrenzten
Landstrich wie die anderen bodenständigen Völker, nur mit dem Unterschied, daß er nach altgewohnten wirtschaftlichen und klimatischen Notwendigkeiten auf ihm herumzieht, um seine Herden zu ernähren, niemals aber planlos und willkürlich, während die Juden damals und heute, in keinem Boden jemals verwurzelt, mit der Verlegung des wirtschaftlichen Schwergewichts von Land zu Land wandern. Die Geschichtlichkeit der Gestalt des Jesus läßt sich sicherlich am allerwenigsten aus der Geschichte der Juden belegen.

Arier und Jude sind Gegensätze. Wir treten, um diese Wahrheit auszusprechen, gar nicht erst auf den staubigen Kampfplatz politischer Leidenschaften oder wirtschaftlicher Gegensätze. Wir sprechen eine Tatsache aus, die allen Ehrlichen aus beiden Lagern ganz selbstverständlich erscheint. Das Christentum ist, so wie die Verhältnisse heute liegen, eine ganz ausschließliche Eigenschaft arischer oder mehr oder weniger arisch beeinflußter Völker geworden. Jedenfalls erhält sich das Christentum als Religion und Bekenntnis auf einer höheren Betrachtungsebene nur in den germanischen Ländern. Es muß etwas im Urgrunde des Christentums liegen, und sei dies selbst erst nach seiner Berührung mit den Germanen hineingedacht, was ihnen verwandt ist, während das Judentum sich über fast zwei Jahrtausende hinweg dem Christentum und seinem angeblichen Begründer feindlich erweist. Es ist darum schwer faßlich, wie sich eine Meinung bilden konnte, daß Christus ein Jude gewesen sei. Alles innere Wissen, alles Ge-Wissen spricht gegen eine solche Annahme, so daß es wenig auf sich hat, wenn man einige Stellen des Neuen Testamentes im bezweifelten Sinne erklären möchte, andere Stellen wiederum zeigen den Jesus von Nazareth als den ausgesprochenen Gegensatz des Juden und jüdischer Geistesverfassung. Diese Widersprüche liegen eben in der Schwäche aller schriftlichen Überlieferung und warnen vor einer allzu wörtlichen Anlehnung an jeden veränderlichen Text.

Es kann nur von völlig Christus-Gleichen, wenn wir das Gebild, das Inund Sinnbild dieses Christus-Inneren uns zu eigen machen, verstanden und begriffen werden, daß dieser Christus niemals Jude gewesen sein kann, sofern wir seine Gestalt für eine Wirklichkeit zu nehmen bereit sind. Wären die Juden von gestern und heute dieser Überzeugung selbst, daß dieser Christus einer ihresgleichen war, so hätten sie gewiß den Irrtum seiner Tötung mit Freuden schon längst wettgemacht durch den Übergang zu seiner Lehre. Wenn sie trotzdem den Jesus von Nazareth für sich in Anspruch nehmen, tun sie es aus rassepolitischer Klugheit, weil nichts so sehr ihre geistige und wirtschaftliche Herrschaft über ihre christlichen Wirtsvölker befestigt als die vermeintliche Zugehörigkeit dieses „Christus“ zum Volke der Juden. Darum wurde diesem Volke schon vieles verziehen, was Strafe, Zurückweisung oder Vergeltung gefordert hätte. Unter sich aber sprechen sie nach dem Beispiel ihrer zahllosen Schriften nur in den abfälligsten Worten über ihn und schimpfen ihn den „Gehenkten“ und den Sohn einer Hure.

Ich erwähne diese Umstände hier nicht in solcher Ausführlichkeit, um Haß und Mißverständnis auf beiden Seiten weiter zu schüren, sondern um Einsicht und Verständnis für eine ungeheuer wichtige Frage zu schaffen, die keinen Unfrieden mehr stiften wird, von dem Augenblicke an, in dem sie einigermaßen geklärt erscheint und mit Wahrhaftigkeitsmut behandelt wird.

Nur ein gänzlich verdunkeltes Christentum kann noch einen volksjüdischen Christus verteidigen. Wenn die Menschen ernsthaft nachdenken wollten, so müßten sie sich sagen, daß sie hier gar nicht mit irdischen Maßstäben messen dürfen. Nach den Glaubenslehrsätzen der Kirche ist der Christus vom heiligen Geist empfangen und von einer Jungfrau Maria geboren. Eine Abstammung aus dem Judentum wird also gar nicht vorausgesetzt, wenigstens nicht von Vaterseite her. Da Maria schließlich als „Gottesmutter“ auftritt, so ist ihre Herkunft aus dem volksjüdischen Stamme nicht einwandfrei. Hätte es überhaupt einen Sinn, wenn die Juden einen Juden gekreuzigt hätten? Das tun die Juden nie! Das liegt nicht in ihrem Wesen, das sicher eine beachtens- und nachahmungswerte Eigenschaft aufweist, den völkisch-rassischen Zusammenhang. Wenn sie den „Heiland der Welt“ töteten, dann töteten sie damit nichts in sich oder von sich selbst, sondern im Gegenteil den Geist, der sie stets verneinte. Christus war kein Jude, sondern als ein „Sohn Gottes“ sicher sein Ebenbild, das wir heute füglich im arischen Menschen sehen und das so von jeher bei andern Völkern auch gesehen wurde. Es ist undenkbar, sich einen griechischen Apollo als Juden, als Neger, als Angehörigen irgendeiner Mischrasse zu denken, einschließlich der Griechen von heute, die auch nicht einen Mann oder eine Frau mehr aufweisen von jener Rasse, die das Vorbild zu einem Zeus, einem Herakles, einer Venus von Milo oder einer Athene gab. Es ist ganz ersprießlich, solchen Gedankengängen nachzugehen, weil sie unsere geistige Vorstellungskraft beschwingen und mehr zur Beseitigung von falschen Annahmen beitragen als lange „gelehrte“ Abhandlungen.

Selbst der Heilige muß blond sein, griechisch xanthos, um ein Sanctus werden zu können und zu bleiben. Also blond und heilig (heil-ig ist, wer ein heiles Ich hat), entspringen derselben arischen Wortwurzel. Tausende von erleuchteten Künstlern des Mittelalters, dem man noch keine rassekundlichen Kenntnisse zutraut, haben den Christus als den Gottmenschen, den arischen Sonnenmenschen geschaut, geschildert, gezeichnet und gemalt und in Holz, Ton, Erz und Stein gebildet. Tausende begnadeter Künstler haben Maria als die stolze, schöne Mutter irgendeines arischen holden blonden Gotteskindes gemalt und nachgebildet. Nie wäre es einem solchen Meister beigekommen, den „Herrn“, den Sohn Gottes, den Welterlöser als einen Juden, die Himmelskönigin als eine Jüdin darzustellen.

In der Bibliothek des Vatikans befindet sich ein Brief eines gewissen Publius Lentulus, des angeblichen Vorgängers des Pontius Pilatus. Dieser römische Prokonsul in Palästina schreibt in dem Briefe, der zur Zeit des Tiberius an den Senat von Rom gerichtet sein soll: „Es erschien und lebt in diesen Tagen unter uns ein Mann von merkwürdiger Tugend, den einige, die ihn begleiten, einen Sohn Gottes nennen. Er heilt die Kranken und läßt die Toten wieder auferstehen. Er ist wohlgebildet von Gestalt und zieht die Blicke auf sich. Sein Antlitz flößt Liebe und zugleich Furcht ein. Seine Haare sind lang und blond, glatt bis an die Ohren und von den Ohren bis zu den Schultern leicht gelockt. Ein Scheitel teilt sie auf der Mitte des Hauptes und jede Hälfte fällt seitwärts nach dem Brauche von Nazareth. Die Wangen sind leicht gerötet, die Nase ist wohlgeformt. Er trägt einen Vollbart von derselben Farbe wie das Haar, aber etwas heller und in der Mitte geteilt. Sein Blick strahlt Weisheit und Reinheit aus. Die Augen sind blau, von Strahlen verschiedenen Lichtes durchleuchtet. Dieser Mann, der gewöhnlich in der Unterhaltung liebenswürdig ist, wird schrecklich, wenn er gezwungen wird, zu tadeln. Aber auch in diesem Falle geht von ihm ein Gefühl klarer Sicherheit aus.

Niemand hat ihn je lachen sehen, dagegen oft weinen. Sein Wuchs ist normal, die Haltung gerade, seine Hände und Arme sind von solcher Schönheit, daß ihr Anblick Freude bereitet. Der Ton seiner Stimme ist ernst. Er spricht wenig. Er ist bescheiden. Er ist schön, wenn ein Mann schön sein kann. Man nennt ihn Jesus, Sohn der Maria.“ Die Stellen, die von vornherein den Stempel der Fälschung tragen, sind durch Bogen-Schrift gekennzeichnet. Ob die Urkunde überhaupt echt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Gestalt und das Aussehen eines rein arischen Menschen ist mit großem Geschick geschildert. Daß der Gottmensch das göttliche Lachen nicht kennte, wäre, nach diesem Bilde, sein größter Fehler. Hier verließ den Schreiber das reine Gefühl. Im Vatikan befinden sich noch unersetzliche und unbekannte Urkunden, so daß das Vorhandensein einer ähnlichen, wie dieser Brief, an sich durchaus wahrscheinlich ist. Nehmen wir die Urkunde als echt an, so sehen wir klar, daß jener Eingeweihte, jener „Christos“ der alten Mysterien in Palästina ein Sproß der arischen Restbevölkerung war, der sich vergeblich bemühte, den arischen Geist im Mischvolke zu beleben und darum von den herrschenden Juden getötet werden konnte. Mit dem Christos, dem HARISTOS, dem kosmischen „Gottessohne“ hat er nichts weiter zu tun, als daß er ihn wohl auffaßte und lehrte, wie wir es auch tun. Das menschliche Bild des „Heilandes“ ist jedenfalls ganz das, wie es die mittelalterlichen Maler wie auf Übereinkunft dargestellt haben, und neuere Bilder, die nach dieser Beschreibung entworfen wurden, beweisen zur Genüge, daß im allgemeinen Bewußtsein der „Jesus Christus“ als ein Mensch reinster arischheldischer Rassenerscheinung und nicht als ein mehr oder weniger deutlicher Jude weiterlebt. Die ersten dunkeläugigen und schwarzhaarigen Darstellungen des Christus als eines mittelländischsemitisierenden Proletariers stammen von Malern aus der Renaissance, die bewußt den göttlichen Weg der Kunst verließen und schließlich die Auflösung jeder sakralen Haltung in der Malerei der Moderne vorbereiteten.

Die Bedeutung des Lentulus-Berichtes und der nach ihm, meist ohne seine Kenntnis ganz entsprechend gefertigten Bilder liegt in der Betonung eines Rassebildes, daß die äußerste Hochzüchtung des arischen Gottmenschen in seiner vergeistigten Gestalt darstellt. Dieser Christus ist das Urbild der kommenden sechsten Rasse, die dem Göttlichen, dem GottÄhnlichen um einen Schritt nähertritt. Solche Beziehungen bezeugen mehr als irgendwelche anderen geschichtlichen Nachweise das Christentum, das ja nur ein Ableger der alten arischen Mysterienlehre ist, als eine ausgesprochene Rassenreligion, also Rata-Ra-dix-Wurzel-Religion, die jede Religion sein muß, wenn sie dem Ziele der Vergöttlichung, der Vergötterung, der Vergottung der Menschheit dienen will. Erst in unserer Zeit haben von ihrem Gotte gänzlich Verlassene es gewagt, Christus als Niederrassigen darzustellen, im Vertrauen darauf, bei Gleichgesinnten Beifall zu finden. Mögen sie es tun! Sie zeigen sich als Hörige des Anti-Christes! Nicht der „Höchste“ hängt am Kreuze dann, vom „Niedersten“ gekreuzigt, sondern der Schlechteste, der Schlechtweggekommenste, der sein Schicksal anklagt, weil er noch nicht weiß, daß alles Schlechtweggekommensein eigene Schuld ist, eigene Last aus früheren Verkörperungen. Weil aber ein jeder Geist nur dem Geiste gleicht, den er begreift, so will er seinen Gott nach seinem Bilde, und darüber ist füglich nicht zu rechten und nicht zu richten. Ein Künstler bildet in allen seinen Werken schließlich nur sich selbst, stellt sein Selbst aus sich heraus. Es bleibt denn nur die Frage offen, ob wir im Antlitz eines arischen „Jesus“ ein Spiegelbild, einen Abglanz Gottes erkennen wollen oder in den Gesichtszügen eines Buschmannes.

Es liegt uns wahrlich wenig daran, einen Beweis zu führen, daß geographisch, geschichtlich und rassenwissenschaftlich gesehen, Christus als ein angeblicher Galiläer kein Jude gewesen sein kann, weil jahrhundertelang Galiläa von Juden vollkommen entblößt war. Uns kommt es auf den inneren Wahrheitgehalt an, auf die Untrüglichkeit eines geistigen Erkennens aus göttlichem Urgrunde, daß das Heil, die Geburt des Heilandes nicht aus dem kommen kann, was die Welt als das „Jüdische“, die Edda als das „Jotische“ im Gegensatz zum „Gotischen“ bezeichnen, sondern aus dem reinen Gegensatz zu eben diesem Jüdischen und Jotischen. Und allein aus diesem Grunde muß jeder Heiland „unter“ irgendwelchen „Juden“ geboren werden, selbst ein Nicht-Jude, denn hier nur kann er seinen Verräter finden, seinen Judas Ischariot, seinen Henker, hier muß er seinen Tod leiden, der ihm von Seinesgleichen niemals geworden wäre. Allen „Juden“ war noch im letzten Augenblick die Wahl gegeben zwischen ihm, dem Nicht-Juden und Barnabas, dem Volksgenossen, aber alle „Juden“ aller Zeiten forderten von jeher die Freigabe eines Barnabas, weil er ein Verworfener, ein Mörder ist. Das heißt eine Symbolsprache, wie sie deutlicher und überzeugender nicht reden könnte.

Wer in der feinen, wohlverstandenen Lehre und in dem reinen, wohlbestandenen „Leben“ des „Christus“ Jüdisches sieht, findet auch sonst aus den Finsternissen seines Menschenunglücks nie wieder heraus, er vermehrt noch alles Unheil auf Erden durch sein Nichtwissen, sein Falschraten. So viele Menschen haben kein Unterscheidungsvermögen, ihre Zunge ist wie ein Reibeisen, sie schmeckt und kostet nichts, ihre Seele ist ein lederner Sack, die nie noch zu einem Höhenfluge sich erhob. Es wäre nun ebenso falsch, den „Christus“ einen Arier zu nennen, denn der Christus ist das „Wort“, der „Logos“, kein Mensch oder Gott zu irgendeiner irdischen Zeit an irgendeinem irdischen Ort. Wir lassen die Möglichkeit eines Eingeweihten offen, der zur angegebenen Zeit in Palästina öffentlich aufgetreten ist. Der hätte mit dem Krist-all isationsgedanken des Welt-Kristes, des Welt-Gerüstes nicht mehr und nicht weniger zu tun als wir alle, die wir eines guten Willens sind. „Christen“ nannten sich im alten Griechenland alle in die Mysterien Eingeführten, die einen höheren Grad in den Geheimbünden bekleideten, und der griechische Ausdruck wurde übernommen und übertragen schließlich auf alle, die der offenbarten Geheimlehre, aus deren gewaltigen Trümmern das frühe Christentum seine Bausteine holte, anhingen.

Darum schrieb noch um 70 n. Chr. der Jude Philo von den „Christen“, sie seien noch nicht Christen, d. h. in die innersten Mysterien Eingeweihte, sondern erst Chresten, d. h. noch Außenstehende. Der Unterschied liegt in der Bedeutung der beiden Vokale I und E, die das Innere beziehungsweise das Äußere schon in ihrem Klangwerte andeuten.

ergänzend: Die christliche Lehre kam aus dem Norden. und hier VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN .und hier Die vorchristlichen Ursprünge des Christentums .und hier Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld und hier Die Christianisierung und hier Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums und hier Die Christianisierung Nordgermaniens und hier Die Deutschen – ein auserwähltes Volk

VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN

Germanenherz Die Christianisierung

Die Artznei macht Kranke,

Die Mathematik Traurige

Und die Theology Sündhafte Leut.

Luther.

Keine Religion ist höher als die Wahrheit. Die Bibel ist eine ganz ungewöhnliche Fälschung, das muß jeder wissen, bevor er sie zur Unterlage eines fanatischen Glaubens macht. Jeder muß, wenn er das noch nicht weiß, sich mit der Geschichte dieses Buches beschäftigen. Bin Mensch, der alles glauben wollte, wörtlich, was in der Schöpfungsgeschichte erzählt wird, der hätte von dem wahren Weltbild keine Ahnung. Diese Stellen wollen sehr sorgsam gelesen sein. Dazu braucht man viele Jahre eigener Forschung oder man muß die Forschungen anderer wenigstens kennen, um ein Urteil zu haben.

Das wäre ein kläglicher „Gott“, der erst seit 1900 Jahren der Welt sich offenbart hätte. Gott hat sich in allen großen Männern offenbart, schon seit die Erde steht. Du kannst Gott nur durch dich selber erfassen und begreifen und nicht durch ein Buch, auch nicht das wertvollste. Was die Bibel sagt, haben die Veden der Inder und die Edda schon viel früher und zum Teil viel besser gesagt oder viel besser erhalten. Das kann nicht jeder nachprüfen, aber wer die Wahrheit hört, der wird sie begreifen, wenn sein Herz und sein Verstand noch nicht durch Gebot und Verbot getrübt und betrübt worden sind. Wer „Christi“ Art ist, wer Gottes ist, der braucht alle diese Krücken nicht. Ich glaube mich näher Gott und näher dem Geiste „Christi“, weil ich nicht kleingläubig genug bin, alle diese Sinnbilder wörtlich und wirklich zu nehmen. Wer noch nicht dazu vorgedrungen ist, daß Gott Geist ist und der Inhalt dieser ganzen Welt im Guten und im Bösen, der steht noch weit ab in der Erkenntnis, der steht noch im täuschenden Wortglauben, der alles für bare Münze nimmt. Es gibt keinen persönlichen Gott mit Anfang und Ende, Größe oder Kleine, sondern Gott ist in dir oder mir, so groß oder klein, so persönlich oder unpersönlich als ich es fassen kann. Was ich von Christi Göttlichkeit oder Gottähnlichkeit halte? Schon Hunderte seiner Art lebten und leben, in denen Gott ausschließlich wohnt und wohnte, Ihn „Gott“ zu nennen, ist Gotteslästerung derer, die den Buchstaben für den Geist nehmen.

Zum „Kreuzestod Christi“ sage ich, daß, wenn er am Holze starb, er starb wie jeder von uns, um die Wanderung zu neuen Verkörperungen zu gehen wie wir, wie auch Goethe wußte, daß er schon „tausende“ Male gelebt hätte. Es könnte wohl sein, daß der „Christus“ ein Vollendeter war, der in Gott einging, der am Ende seiner Gestaltungen war.

Zur Auferstehung Christi und zur Himmelfahrt sage ich, daß wir nach diesem Tode zu einem anderen Leben alle „auferstehen“, daß wir zu den „Himmeln“ fahren, das heißt, daß wir wieder Geist werden, und so kehren wir auch eines Tages wieder, wie dann „Christus“ auch wiederkehrt als der Starke von Oben, von dem die Edda spricht, der allen Streit endgültig schlichtet — in uns und jeden Tag!

Der Heilige Geist wird nicht nur zu Pfingsten ausgegossen, sondern zu allen Stunden auf die, die dafür bereit sind, die Gott im Geiste schauen, niemals aber auf die, so den toten Buchstaben heiligen, denn sie sind der Un-Geist.

Von der Sünde halte ich gar nichts. Der wahre Mensch, der „Gottesmensch“ in uns ist gut, nur des Sinnenmenschen Bosheit ist groß auf Erden, und alles Dichten und Trachten seines Herzens war böse immerdar. — Der „Gottessohn“ hat keine Erbsünde; diese „erben“ nur jene, die nicht zur Erkenntnis Gottes kommen, weil ihnen das Gottesbewußtsein in dem Maße ihrer Unterwerfung unter die tierischen Triebe fehlt.

Das Jüngste Gericht aber hat statt in jedem Augenblicke, indem du in dein Inneres schaust und dein Gewissen fragst. Die ganze Blindheit und Torheit der Menschen zeigt ihre tierische Angst vor diesem Gericht, das sie weit fort von sich hinweg in Raum und Zeit legen, statt in ihr Inneres, in ihre eigene Seele.

Ein falsches Christentum, vom „Juden“ aus dem Osten geliefert und falsch überliefert, benahm dem Arier alle eingeborene Vorsicht. So sieht er heute nicht mehr, wie ihn eine häßliche Dreifaltigkeit von Bibel, Babel, Pöbel, betrügt.

Wie glückhaft unabhängig und gesund empfanden doch unsere Alten, auch noch mancher bis in unsere Tage! Als Gylfi die Asen besuchte, sah er sich um in Walhall und „Vieles von dem, was er sah, deuchte ihm unglaublich“. Er besaß noch die Vornehmheit, vorsichtig zu sein. Der Deutsche von heute ist leichtgläubig und darum unvornehm, ohne Halt, Haltung und Gesinnung. Gylfi sprach:

Nach Türen und Toren tue dich um, hab‘ Obacht, ehe du eintrittst; Längst auf der Lauer, wer weiß es, schon liegt dein Feind wohl im Flure des Hauses.

Und sie hatten doch wahrlich ein vertrautes Verhältnis, unsere Alten, zu ihren Göttern! Das macht der Umstand — und es ist ein Geheimnis und erklärt alles — sie waren ihre Götter selber! Und wie sagt doch Ekkehard ? Und wie Goethe und wie der cherubinische Wandersmann ? Etwa so: „Wenn Gott nicht in mir wäre, wo könnte er wohl sonst sein ?“ Und kann ein wahres,, Gotteskind“ anders fühlen ? Hat es nicht seines Vaters Blut und Geist ? Es ist eine ärmliche Zeit, in der wir leben, die tief unter allem Fetischismus und schrecklichem Götzendienst steht, die eine amtliche Gottheit hat, die gleichermaßen über Gottes-, Zeug-, Zucht-, Armen-, Freuden-, Miet-, Wasch- und Spritzenhäusern eine unfaßliche Aufsicht ausübt.

Die gemeine Seele der Gegenwart, die ganze körperliche, seelische und geistige Untermenschenrasse gedeiht vorzüglich unter dem Schutz einer christlichen Seelenhandelsmoral. Sie gestattet ihr, mit einer hohlen Humanitätsgebärde, bedenkenlos den gemeinsten Trieben zu folgen. Der bessere spärliche Rest unserer Gesellschaft, der es verschmäht, seine Handlungen mit dem abgetragenen Mäntelchen solcher Grundsätze zu bedecken, hat unter dem Druck dieser herrschenden Un-Moral einen schweren Stand, und es gelingt nur den allerwenigsten, den Überstarken, ohne Vor- und Rücksicht folgerecht zu sein, und ihre Taten auf eine klare Weltanschauungs-Grundlage zu stellen.

Wir haben all unserer Seele Suchen und Finden, all unseren sittlichen eingeborenen arischen Anstand und Edelsinn in ein angebliches „Christentum“ verlegt und glauben nun, unser Geistesadel sei aus ihm erwachsen — obwohl er viel älter ist.

Wir waren schon gute „Christen“, bevor die Kirche uns das Christentum bescherte. Im Gegenteil, die alten guten hochstehenden Völker des Abendlandes sind durch dieses „Christentum“ entsittlicht worden,

Der katholische Bischof Salvianus zu Marseille, ein Zeitgenosse der Vandalen, schreibt in seinem Buche De gubernatione Dei lib. VII. „Es gibt keine Tugend, in der wir Römer die Vandalen übertreffen. Wir verachten sie als Ketzer und doch übertreffen sie uns an Gottesfurcht. Gott führt die Vandalen über uns, um die unzüchtigsten Völker durch die sittenreinsten zu züchtigen. Wo Goten herrschen, ist niemand unzüchtig außer den Römern, wo aber Vandalen herrschen, sind selbst die Römer keusch geworden.“

Es kommt niemals auf das Bekenntnis an, sondern auf den Menschen.

Ein Urteil, das immer mit Verwunderung feststellt, wie viel sittsamer und frömmer die alten Völker ohne die Segnungen des Christentums waren, wiederholt sich in der Geschichte so oft, daß der Schluß erlaubt ist, diese Völker standen deshalb so hoch in ihrer Haltung und Gesinnung, weil sie noch nicht von christlicher Liebe heimgesucht worden waren.

Der nordische Chronist Adam von Bremen berichtet um das Jahr 1075 über die große Handelsstadt Jumne an der Odermündung staunenswerte Dinge. Er gibt auch ein Urteil über die große Tugendhaftigkeit ihrer Bewohner, die noch nicht zum Christentum bekehrt worden seien:

„Es ist in der Tat die größte von allen Städten, die Europa umschließt. In ihr wohnen Slaven und andere Nationen, Griechen und Barbaren. Auch den ankommenden Sachsen ist verstattet, mit den übrigen gleichberechtigt dort zu wohnen, freilich nur, wenn sie ihr Christentum nicht öffentlich zur Schau tragen, solange sie sich dort aufhalten. Denn alle sind sie noch im Irrwahn heidnischer Abgötterei befangen. Übrigens wird, was Sitte und Gastfreiheit anbelangt, kein Volk zu finden sein, das sich ehrenwerter und diensteifriger bewiese. Jene Stadt, die reich durch ihre Waren aller nordischen Völker ist, besitzt alle möglichen Bequemlichkeiten und Seltenheiten.“

Dieser kurze Bericht lehrt uns vielerlei, nämlich, daß der „Irrwahn heidnischer Abgötterei“ die Menschen offenbar gesitteter bewahrt als das Christentum, es demnach mit der „Abgötterei“ nicht so schlimm sein wird als der ver-kehrte be-kehrte Bremer meint. Man sieht, mit dem Christentum übernimmt der Bekehrte sofort Anmaßung und Überheblichkeit eines Besserseins und Besserwissens, ganz gleichgültig um das Ergebnis, wie fragwürdig sich das Christentum auf seine Bekenner ausgewirkt hat.

Dann zeigt uns der Bericht, daß es im Norden auch ohne christliche Kultur bedeutenden Verkehr, Reichtum, „Komfort“ und große Städte gab. Auch daß die Großstadt nicht notwendig zur Verlotterung der Menschen führen muß, wie wir an diesem Beispiele sehen, obwohl auch „Griechen und Barbaren“ darin, allerdings wohl in geringer Anzahl, wohnten oder verkehrten, hauptsächlich zum Handel mit Bernstein und mit Pelzen.

Erhebend ist es, von der Duldsamkeit dieser im „Irrwahn Lebenden“ zu hören. Solange die Christen nicht die Gefühle der „Heiden“ stören durch auffällige Betonung ihrer Gebräuche und ihres Glaubens, bleiben sie unbehelligt. Sie standen demnach höher als die Christen, die hier später mit Mord und Brand die Gegend von ihrem „Irrwahn“ befreiten, das Heiligtum Arkona auf Rügen zerstörten, die „Heiligen Bücher“ verbrannten, die „Götzenbilder“ zerbrachen und ihre eigenen dafür hinstellten. Erkenntnis-Dinge für alle Menschen als unabänderlich und gleich-gültig festsetzen zu wollen, ist immer noch und immer wieder ein Zeichen menschlicher Torheit gewesen. „Gleiches wird nur von Gleichem verstanden!“ Alle Bekehrung ist Irrtum, jeder Bekehrungswille Schwäche, jede gewaltsame Bekehrung Verruchtheit. Und sie wird noch heute versucht, wenn auch mit Mitteln „vergeistigter“ Grausamkeit. Du mußt, sagt der Unter-Mensch, Du kannst, sagt der Mane. Ganz gewiß führt nur das eigne Finden zu Gott.

Das Christentum hat die Dänen später nicht gehindert, diese reiche Stadt zu wiederholten Malen zu plündern und zu zerstören. Als der christliche König Harald Blauzahn von Dänemark seinem aufständigen Sohne in der Nähe der Stadt die Seeschlacht bei Helegnes lieferte, suchte er, tödlich verwundet, Zuflucht bei ihren Bewohnern. Darüber berichtet uns Adam von Bremen: „Von diesen wurde er wider Verhoffen, da sie Heiden waren, voll Menschenliebe aufgenommen.“

Das „wider Verhoffen“ des Chronisten ist nicht unbegründet, denn der Geringere beurteilt den Höheren nur nach sich selbst und zieht meist falsche Schlüsse daraus. Sicherlich hätte man einen heidnischen König auf christlichem Boden nicht gepflegt, sondern gefoltert, gemartert und verbrannt.

Das Christentum wird an dem Tage „Christentum“, in dem von uns Guten, Goten unterlegten Sinne, wenn es sich als eine der tausend möglichen Gestaltungen einer Weltansicht betrachtet und bedenkt, daß es noch keineswegs auf der Spitze dieser tausend Möglichkeiten steht. Erst diese Demut, die es so angelegentlich seinen Anhängern empfiehlt, wird es wieder des viel durch seine eigene Schuld verlästerten Namens würdig erweisen.

Ein wahres Christentum ist weder staatlich noch kirchlich und darum auch in den Völkern nie in wirkliche Übung getreten. Einzelne hochbegabte Gottesmänner haben wohl seine Lehre verstanden und begriffen. Wenige fromme, gute und tapfere Menschen auch heute noch leben eine „Nachfolge Christi“. Unter den Anhängern der verschiedenen Konfessionen können sie füglich nicht gefunden werden. Der Juda-Katholizismus und in seinem Gefolge der Juda-Protestantismus hat alles verschlungen, was an der Lehre wesentlich war, und zeigt nur noch die leere Schale.

Die Allein-Unseligen sind sie! Die arischen Götter und ihre Göttersöhne hatten keinen Anlaß zur Unduldsamkeit. Wer des Gottes voll ist, wer unsterblicher Gote ist, muß es dem sterblichen Menschen überlassen, an ihm hinaufzusehen. Nur die Religionen des Judentums, des Christentums und des Islam sind unduldsam, bekehrerisch, ketzerschnüfflerisch und ziehen alles Göttliche herab in ihre Vermenschlichung der höchsten Geheimnisse durch Zwangs-Glaubenssätze und Dogmen in ihre Allein-Unseligkeit-Machung.

Wenn Kirchenchristentum das echte wäre, und an diesem Irrtum kranken viele Kapläne und Pastoren, dann sähe die Welt heute um uns herum anders aus. Es war offenbar unfähig, die Welt zu bessern, denn Welt und Menschen werden trotz seiner Führung täglich übler. Tausend Jahre Zeit war den Kirchen gegeben, tausend Jahre waren mit Krieg und Blutvergießen erfüllt, ver ursacht durch Religionskriege im Namen Christi! Viele, viele Millionen „Hexen“ und „Ketzer“, die frömmsten und reinsten Christen ihrer Zeit hat die Kirche allein in Deutschland verbrennen lassen.

„Ein Theologus ist ein Tier sonder Vernunft“,

spricht der große Friedrich voll warnenden Spottes. Seit die Kirche nicht mehr brennen darf, unterdrückt sie die Gewissensfreiheit mit ändern Mitteln. Das Heil der Menschheit aber hängt nicht von den Theologen ab, sondern von der Reinheit unseres Strebens, unseres Geistes und Blutes. Wer im Glashause der Kirche sitzt, soll nicht mit Steinen nach anderen werfen.

Von dem „Manne auf der Straße“ gibt es viele, die mehr Religion im kleinen Finger haben als ein Domkapitel am ganzen Leibe. Politik verdirbt den Charakter und die Kirchen noch mehr. Unsere Absichten entspringen dem lautersten Willen nach Wahrheit und sind allein „christlich“ im Sinne der unverfälschten Lehren des Heliands, des „Heilandes“. Die Kirchen säen Wind und wollen Sturm ernten. Wir sind darüber hinausgeboren und -gewachsen. Unsere Gottes- und Welterkenntnis steht über den Kirchen, gefährlich unvollkommenen Werken von Menschenhand. Von Jahr zu Jahr aber leeren sich die Kirchen mehr. Die einen entlaufen ihnen, weil sie für ihr Gottsuchen kein Genüge finden. Die anderen, weil die Kirchen selbst den Ärmsten im Geiste keinen Halt mehr bieten können.

Es ist ganz gerecht, wenn Gott nicht in denen ist, die ihn außerhalb suchen. Das ganze Weltall, alles was ist, noch entsteht oder sein wird, ist Gott, der Wurm sowohl wie „Christus“. Wie seid ihr Christen oder Adventisten, oder wie ihr euch heißen und nennen mögt, doch so kleingläubig mit dem Kleben an einer „Welt“ von 2000 Jährlein Geschichte der Gotteserkenntnis euch zufrieden zu geben. Deshalb sind ja heute diese „Welt“ und ihre Menschen so erbärmlich, weil sie nicht den Mut zur Ewigkeit, noch viel weniger zu Ewigkeiten haben. Ein Buch, aus Ehrlichem und Unehrlichem bestehend, gesammelt durch die alten orientalischen Völker aus den Trümmern erhabener Weisheit göttlicher arischer Lichtbringer, ein Buch, entstellt und gefälscht von Esra und Nehemia, später nochmals zusammengeflickt, bunter Flitter einer schon „entgötterten“ Zeit, das nennt ihr das „Wort Gottes“ und wagt es, alle Dinge im Himmel und auf Erden damit zu erklären. Euch, die ihr dumm und stumm vor diesen Buchstaben stehet, ist diese Lüge Verhängnis geworden und nichts hat so viel Tod und Verbrechen über die Erde gebracht als die auf diesem Buche begründeten Religionen, von denen sich die eine die Religion der Rache und die andere die Religion der Liebe nennt.

Der Kenner, der sich völlig frei von diesem Buche gemacht hat, vermag mit dem Geiste der reinsten Wahrheit wohl in diesem Buche das Gute vom Gifte zu unterscheiden, in der Hand von Leichtgläubigen ist es eine Mordwaffe, die geistigen und leiblichen Tod den Menschen bringt, wie die Geschichte der letzten 1000 Jahre erwiesen hat. Die Menschheit ist auf dem Wege der völligen Vertierung, weil die Vertreter des Untermenschentums behaupten, in einem Buche, in einem kläglichen Menschenwerk die Wahrheit von je und für immer gefunden zu haben. Solch furchtbarer Irrtum muß den Menschen Irrsinn bringen, und in der Tat vernichten sie sich gegenseitig im Namen dieses Götzen.

Das Alte Testament ist eine Fälschung insofern, als es nicht die „Offenbarung Gottes“ für das heilige Volk, sondern eine vielstückige Sammlung von guten und schlechten, alten und neuen, falschen und echten Überlieferungen und Nachrichten ist, die einzeln herausgeschält an rechtem Ort rechte Wirkung tun können und zum Teil Urkunden enthalten von Zeiten, von deren Entfernung wir uns kaum eine Vorstellung machen können.

Das Alte Testament ist alles, nur kein geistiges Eigentum der „Juden“, wenn man unter den „Juden“ nicht die „Juden“, sondern jene Juten, Guten, Goten versteht, deren Stammsitze noch durch Jutland und Gotland auf den Norden hinweisen, wenn man von den Einschiebungen und den Umarbeitungen absieht, die die schriftgelehrten Entlehner schon lange vor „Christus“ vornah men, um dem Ganzen den Anschein einer einheitlichen „jüdischen“ Überlieferung zu geben.

Das Alte Testament ist ein Werk philosophischen, erkenntnisgebenden und erkenntniskritischen geschichtlichen Wertes und gehört in die Hände des Forschers, des echten geborenen Priesters und Königs, nicht in die Hände von Kirchendienern und Kirchengängern, von Gläubigen und Ungläubigen unserer Zeitrechnung. Mit Ausnahme von kümmerlichen Überbleibseln ganz einfacher selbstverständlicher Inhalte ist es ein Geheimbuch, ein Buch vorbedachter Kahla, Kabbala, d. h. Verhehlung des eigentlichen Inhalts unter deckenden Bildern und Worten, soweit nicht absichtliche und unabsichtliche Zerstörung zu beachten ist; das Niemandem zu lesen möglich ist mit Verständnis, ohne Mißverständnis, außer dem mit der Fähigkeit der Eingebung Begabten und dem in viele Zweige des Wissens, wie Sprache, Geschichte, Philosophie, Theosophie, Symbolik und Mythen Eingeweihten. Seit Jahrhunderten ist dieses Buch der Fluch und nicht der Segen der europäischen, sich christlich oder jüdisch nennenden Menschheit. Die Juden haben noch eher einen Begriff von seinem Wesen. Wenn sie auch nicht ganz unschuldig sich fühlen müssen an seiner Verfälschung, so wissen ihre Rabbiner wenigstens noch teilweise die Handhabung seiner Lesung, seiner Lösung. Aber die „Christen“ sind mit ihrem „Christentum“ an diesem Buche, am unverstandenen alten und am neuen Teile gescheitert, schiffbrüchig geworden, zugrunde gegangen. Denn eine Religion, die sich teilweise auf Fälschung, teilweise auf noch nicht bewußten, nicht begriffenen Inhalten aufbaut, muß ihre Anhänger entsittlichen, entwürdigen, entseelen, entleiben, entwurzeln entsetzen dem ureingeborenen Stande unmittelbarer Gotteserkenntnis und entsetzen jeder Sicherheit im Glauben, Wissen, Tun und Lassen. Der Europäer ist der verworfenste Sohn heute dieser Erde, trotz seiner überragenden Begabung und zweifellosen Führerberufung. Eine ungeheure Schuld wächst ihm heran, belädt das Schicksal Europas insgesamt und jedes einzelnen, denn das Übermaß seiner Gottverlassenheit steht im Widerstreit mit seiner göttlichen Geburt und göttlichen, gotischen Berufung.

Luthers Übersetzung hat ohne Absicht diesen falschen Anschein noch verstärkt, weil sie die verschiedenartigen guten und bösen Götter und Gottesbegriffe unter dem Gesamtnamen von „Gott, dem Herrn“ oder „Jehovah“ zusammenfaßte, wo es sich tatsächlich um ein gutes Dutzend verschiedener Götter- und Gottes-Begriffe verschiedener Zeiten und Völker handelte, zum vermeintlichen Besten, zuletzt doch nur zur Festigung der Lüge und der Verwirrnis. Denn durch Luther erst kam das Buch unter das Volk und die Unkenntnis über sein Wesen zerstörte in einem finsteren Bibelglauben weiter die Seelen der Menschen, insonderheit im Protestantismus, der das „Buch der Bücher“ über alles stellte, alles aus ihm erklären zu können glaubte und in einzelnen Sekten in einen bibelgläubigen Irrsinn verfiel. Eine der drei Gaukelmächte hat sich diese Erkrankung gesunden Menschenverstandes und Ertötung allen wahren Gotterlebens zunutze gemacht und in „Bibelforscher“-Gesellschaften bewußt das Zerstörungswerk fortgesetzt, das die pfäffischen Wortklauber aller Zeiten meist unbewußt und viel ungeschickter betrieben. „Prophezeiungen“ sind in der „Heiligen Schrift“ enthalten, aber sie führen nicht das neue „Juden“-Zeitalter herauf, sondern das „Juten“-, Guten-, Goten-, Gottesreich auf Erden durch die Herrschaft der Besten, nicht der Bestien! Hier hilft nur jenes einzige große Wort der Erkenntnis, das solchen Teufelsspuk mit einem Satz hinwegfegt: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Auch die Evangelien sind gefälscht, und es ist nicht Wahrhaftigkeit, zu behaupten, sie enthielten die reine Lehre eines Heilandes „Jesus Christus“. Wir besitzen insgesamt mehr als achthundert Evangelienhandschriften etwa aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Wenn man noch die Bruchstücke und Einzelüberlieferungen hinzurechnet, so kommen wir auf die hohe Zahl von mehr als 2000. Auch nicht zwei dieser Handschriften stimmen miteinander überein. Eine Klärung dieser wüst verworrenen Texte ist deshalb lediglich eine Sache der Erkenntnis und des Vertrauens. Kein Augenzeuge berichtet uns über das angebliche Leben und die Lehre des Heilandes in Palästina. Wenigstens dreihundert Jahre später erscheinen die ersten schriftlichen Nachrichten. In dreihundert Jahren kann, wenn wir überhaupt die Zeitbestimmung einer „Geburt“ anerkennen, vieles gutmeinend und fälschend hinzugesetzt oder fortgelassen worden sein, und wir müssen, wenn wir ehrlich sein wollen, sagen, die Evangelien sind Stückwerk und Menschenwerk, gemessen an der reinen Wahrheit und an der Größe der Idee des „Christus“. Und nur dies Eingeständnis vermag ehrlichem Streben die Kraft, den Mut und die Erleuchtung zu geben, den Text auf seine Ursprünge zu untersuchen, die wir nicht in Palästina suchen dürfen. Irgend ein „Paulus“ hat vollends die reine Botschaft des „Christus“ verkehrt und damit die Protestantische Kirche, die sich ganz auf seine Auslegung und Tätigkeit stützt, auf die schiefe Ebene gesetzt, auf der sie unrettbar abwärts gleitet. Jeder wird diese Dinge nur so weit begreifen, als er Gott nahe ist.

Zuletzt noch ein Wort zum offenbar besonders gefährdet erachteten Dogma eines „persönlichen“ Gottes, des „Lieben Gottes im Himmel“, eine unzulängliche Auffassung, die im Widerspruch steht mit dem folgenschweren Worte des Gesalbten: „ Gott ist Geist und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!“ Wenn aber Gott = Geist die Welt geschaffen hat (Das Gott sagten die Goten, deren Name von Gott kommt, die es darum besser wissen müssen als die „Menschen“, in einer unerhörten Klarheit offenbarter Erkenntnis), wenn also Gott = Geist die Welt geschaffen hat, so ist diese Welt ein Teil Gottes, und selbst das Nichts wäre ja Gott, aus dem er sie geschaffen hätte, weil doch außer Gott nichts ist, noch war, also wenn Gott = Geist ist, dann sind Geist und Stoff eins, die Welt die eine Ausgießung, eine Ausströmung Gottes ist, was wohl die alten Kirchenväter noch wußten, aber den Kaplänen von heute unbekannt ist. So wußte der Kirchenväter Tertullian noch den Ursprung der Urreligion aus der arischen Symbolik, als er schrieb: „Viele glauben mit Wahrscheinlichkeit, daß unser Gottesdienst Sonnengottesdienst sei.“ Und der Heilige Augustin bekannte noch um das Jahr 300: „Das, was jetzt christliche Religion genannt wird, bestand schon bei den Alten und fehlte nie von Anbeginn des menschlichen Geschlechtes, bis daß Christus ins Fleisch kam (das heißt in der Geheimsprache „bis er wiedergeboren wurde“). Seitdem erst fing man an, die wahre Religion, die schon von jeher bestand, die christliche zu nennen.“

Da haben wir aus dem Munde des bedeutendsten Kirchenvaters, auf dessen Lehren sich die drei christlichen Kirchen gründen, die Bestätigung unserer Behauptung, daß diese christlichen Kirchen von dieser hohen Erkenntnis abgewichen sind unter den tötenden Einströmungen fremder untermenschlicher Vorstellungen. Wir lehnen mit Recht ein in sein Gegenteil verkehrtes Christentum der Kirchen ab, wir fühlen uns berufen und verpflichtet, hier bessernd und heilend einzugreifen, von dem tiefen sittlichen Bewußtsein durchdrungen, die uns die Erkenntnis schenkt, daß „keine Religion und keine Kirche höher steht als die Wahrheit!“

Der Mensch erkennt Gott in dem Maße, als er selber göttlicher Art ist. Der Arier erkennt Gott als den Sinn der Welt, er ist ihm Notwendigkeit, höchstes Streben, gütiger Vater aller Geister und Menschen, Erfüller des Schicksals, umfassend das Hohe und Niedere, einschließend die Welt in sich, wirkend von sich in die Welt zurück. Weil der Arier Gott in sich erkennt in dem Maße als er selber göttlicher Gestaltung ist, sind ihm keine Grenzen des Glaubens gezogen. Er weiß mit unerschütterlicher Sicherheit von seiner Gottessohnschaft und lächelt bei dem Gedanken, den nur religiöser Irrwahn eingeben kann, Gott, „Christus“, wäre unter den „Juden“ Mensch geworden. Man hat hier falsch gehört, falsch verstanden und falsch überliefert. Ein Jesus-, ein Asus-Kind wird König unter den „Juten“, den Guten, den Goten alle Tage. Er trägt eine unsichtbare Krone und ein Schein geht von ihm aus; Krone und Schein aber sieht nur der, der in seine unsichtbaren Fußstapfen tritt. Allen ändern erscheint er wie ein Bettler, ein Landstreicher, ein Aufrührer, ein Gotteslästerer — Das vor allem! — und sie „kreuzigen“ ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit, wenn er ihnen dienen will. Die Kirchen aber von heute müssen Raum geben für das Guten-, Gotenreich, für das „Reich Gottes“ auf Erden, das nur verwirklicht werden kann durch das Reich seiner „Wunschsöhne“, der arischen Führerschaft.

So laßt doch die „Kirche“ versinken, Wie ein Schiff sinkt mit Mann und mit Maus, Was nicht Geist an ihr ist, muß ertrinken, Neu im Goten baut Gott sich ein Haus! Selten findet man eine zutreffende Vorstellung von der hohen Geistigkeit und der tiefen Gotteserkenntnis der sogenannten Ketzer nach der verfälschenden Berichterstattung der Kirche, die sie als gottlos und unklug hinzustellen sich stets bemüht hat. Das Gegenteil ist der Fall. Was aus den Geständnissen der zu qualvollem Tode Verurteilten uns erhalten ist, überhaupt aus den Lehren jener weitverbreiteten und niemals ganz unterdrückten Gruppen göttlich erleuchteter Wahrheitssucher, denen sie angehörten, läßt uns ehrfürchtig erstaunen vor solcher Weite des Weltbildes, und wir sehen, daß niemals das Überlieferungswissen von etwas Höherem, als es die herrschenden Dogmen zu lehren vermochten, bei uns ganz unterbrochen war. Es ergibt sich auch aus den Kundgebungen dieser wahren Märtyrer für ein wahres Christentum im Sinne arischer Anschauung, daß sie zugleich für Rein- und Hochzucht der Rasse sich einsetzten, weshalb sie auch um so unerbittlichere Gegner gefunden haben in einer Religion, die für die Aus-Zucht, die Nicht-Zucht eintritt, indem sie das Leben verleugnet. Irregeleitete, instinktarm gewordene Kaiser und Könige aber haben sich gerühmt, im Auftrage der Kirche ihre Länder von der „Pest“ dieser „Ketzer“ durch unzählige Morde befreit zu haben. Sie haben sich in ihrer Blindheit von den einzigen Helfern befreit, die sie vor den Ränken jener lebensfeindlichen Mächte behütet hätten, und mußten unterliegen, sobald sie schutzlos ihnen preisgegeben waren, so wie ihre natürlichen Bundesgenossen, die sie selber vorher preisgegeben hatten.

Versuchen wir einen kurzen Einblick zu nehmen. In einem zeitgenössischen geistlichen Bericht über die Sekte der Waldenser, einem Rest germanischer Gottesnähe aus burgundischem Blute auf dem Boden Frankreichs, lesen wir: „Es gibt noch andere Ketzer in unserem Lande, die sich von jenen ganz und gar unterscheiden, und durch deren Streit wir beide Richtungen entdeckt haben. Sie verdammen die Sakramente außer der Taufe.“

Das ist bezeichnend für die germanische Einstellung, denn die Taufe ist germanischer Gebrauch.

Weiterhin: „Alle Ehe nennen sie Hurerei außer der zwischen einem unberührten Manne und einer Jungfrau.“

Sie führten offenbar die Zuchtziele einzelner Ritterorden fort und waren sich also über die Wirkung des Rassengesetzes in der Imprägnation völlig klar. „Fasten und andere Bußübungen, die der Buße halber eingehalten werden, bezeichnen sie für Gerechte (Senk-rechte!) nicht für notwendig, aber auch für Sünder nicht, weil der Sünder sowieso an jedem Tage aufseufzt, weil seine Sünden auf ihn fallen.“ Die Erkenntnis des Karmagesetzes gab ihnen eine solche Höhe des Urteils und es ist verwunderlich und bezeichnend, daß die Kirche solche Stützen verbrannte, statt ihnen Bischofssitze zu übergeben. Dann wären wir heute eine Gemeinde der Heiligen und eine Spaltung der Bekenntnisse wäre nicht eingetreten.

„Den Pabst in Rom lehnen sie ab, gestehen aber doch nicht, einen anderen zu haben.“ Das scheint dem Berichterstatter unmöglich, weil er sich in die „Freiheit eines Christenmenschen“ germanischer Auffassung nicht hineindenken kann. Er fügt noch hinzu, daß sie in großer Zahl über alle Länder verbreitet seien und auch viele Geistliche und Mönche unter ihnen wären. — Wir sind über die wirklichen religiösen Zustände im Mittelalter immer noch schlecht unterrichtet. Jedenfalls war die eine Seite dieses Mittelalters gar nicht so finster.

Der Straßburger Bischof Johann v. Ochsenstein gibt in einem Briefe einige Sätze aus den Lehren der Ketzer am Oberrhein wieder, und wir verwundern uns, wie man solche Überzeugungen verfolgen konnte im Namen des Christentums: „Christus hat nicht für uns, sondern für sich selbst gelitten.“ Eine ungewöhnliche Höhe der Erkenntnis: Wir können uns nur selbst erlösen!

„Jeder Mensch könne an Verdienst Christus übertreffen.“ Sie haben es durch die Tat zu Millionen bewiesen, daß auch sie um ihr Wissen, nicht nur Glauben allein, sich opfern, kreuzigen ließen und haben noch schlimmere Greuel ihrer frommen Henker ausgehalten. „Nichts dürfe um des Lohnes willen getan werden, auch um der Seligkeitwillen nicht!“ „Sie glauben, die katholische Kirche sei eine törichte Sache.“ „Aller eheliche Beischlaf sei Sünde, mit Ausnahme dessen, bei dem eine gute Leibesfrucht erhofft wird.“ Es wurde also unter ihnen auf Rasse gezüchtet! So erweist sich diese „Ketzerei“ als die Nachfolge der alten Zuchtlehre in vollstem Licht, einer wirklich, recht verstandenen Sonnengeistreligion, welches die reine Lehre des Gottessohnes auch ist. – – „Es gebe weder Hölle noch Fegefeuer.“ Als in sich selber! hätte der Bischof noch hinzusetzen können, wenn er über die erhabene Lehre dieser Ketzer recht unterrichtet gewesen wäre.

„Die Menschen müßten den Eingebungen ihres Herzens mehr folgen als den Lehren der Evangelien.“ Ein sittlicher Grundsatz höchster Erkenntnis, denn der Mensch wird nicht durch Bücher und „Glauben“ heilig, sondern durch Erkenntnis und Tat. „Manche unter ihnen könnten bessere Bücher schreiben als alle Schriften der Kirche, wenn auch diese vernichtet wären.“ Ein Zugeständnis der Ketzer, daß sie ihre höhere Erkenntnis eigenen schriftlichen und mündlichen Überlieferungen verdanken. Es ist klar, daß hier das Wissen der alten Bauhütten und anderer Bünde und Orden mit durchsickert, die in der Stille die reine Lehre in die hohe heimliche Acht genommen hatten. Aus diesem Geiste sind die herrlichen Dome entstanden, die Musik, die Poesie, die Mystik des Mittelalters, nicht durch die Feigen oder Finstern, die den Geist des Lichtes auf alle erdenkliche Weise aus den Leibern der Besten töten und quälen wollten. „Die Welt ist von Ewigkeit!“ bekennt Hermann von Ryswyk noch vor seiner Verbrennung, und lehnte damit jedenfalls die Wörtlichkeit der Schöpfungsgeschichte des „törichten“ Moses ab.

Die Entstehung vieler Orden, vor allem der Ritterorden verdanken vielfach der Ketzerriecherei ihren Ursprung. Man fand sich im Rahmen dieser Gebilde sicherer unter dem Schütze hoher eingeweihter Kirchen- und Weltfürsten und konnte unter den Riten, Sinnmalen und Bräuchen der uralten Lehre ungestörter weiter dienen, sie in den eigenen Führerkreisen, in den Orden verbreiten; denn diese Orden nahmen nur Mitglieder auf, die ihre „ritterbürtige“, das heißt reine arische Abstammung nachweisen konnten. Unter dem Einfluß der Kirche neigte die öffentliche Meinung später immer mehr zur Überzeugung von der Schuld des Templerordens an seinem Untergang durch Entartung, wenn auch selbst tiefste Entartung die Grausamkeiten nicht entschuldigen würde, die an den Opfern von der Kirche geübt wurde. Aber die Welt kümmert sich wenig um Vergangenes, lernt nie daraus, und jedes folgende Geschlecht wird zur Schlachtbank geführt, ohne daß es je einem möglich würde, zu bedenken, wo die vorangegangenen geendet haben.

Die neueren Geschichtswerke stellen sich auf den entgegengesetzten Standpunkt. Da ist Döllingers, des bedeutenden Geschichtsschreibers und Theologen Ansicht wortvoll zu hören, die er in seiner letzten akademischen Rede vom 15. November 1889 niederlegte: „Auffallend ist es, daß wir in der neueren deutschen Literatur fast allgemein der Behauptung begegnen, die Templer seien schon seit geraumer Zeit eine ausgeartete, dem Geiste und dem Buchstaben ihrer Regel untreu gewordene, üppig lebende Verbindung gewesen und als solche in der öffentlichen Meinung damals sehr tief gestanden. Man pflegt dies vertrauensvoll dem Vorgänger nachzuschreiben. Sieht man aber genauer zu, so stößt man überall auf Zeichen und Zeugnisse des Gegenteils, selbst bei den Feinden und Zerstörern des Ordens. Vor dem 13. Oktober 1307, dem Tage, an welchem der große Schlag gegen den Orden geführt wurde (an diesem Tage wurden auf einen geheimen Befehl Philipps des Schönen alle Templer in Frankreich verhaftet) hat niemand sich im Sinne dieser angeblichen Korruption, dieses Verfalles der Gesellschaft ausgesprochen. Ich habe im Gegenteil gefunden, daß in der unmittelbar vorausgegangenen und in der gleichzeitigen Literatur noch bis in die ersten Jahre des 14. Jahrhunderts Schriftsteller, die sonst scharf urteilen über die damalige Ausartung der geistlichen Körperschaften, für den Templerorden Zeugnis ablegen entweder negativ, indem sie ihn bei Aufzählung verdorbe’ner Orden und Klöster übergehen, oder positiv, indem sie ihn den ändern Orden für ein Muster vorhalten.“

Die wirklich verlotterten Orden entsprachen offenbar den Anforderungen und Absichten des Papstes, den arisch eingestellten, hochrassigen Templerorden wollte er vernichten, in der vollen Absicht, die Verbindungen, die dieser Orden mit dem Weistum der Vergangenheit pflegte, abzuschneiden. Döllinger begründet das näher, indem er hinzusetzt: „Der Wunsch, ein bequemes oder gar üppiges Leben zu führen, konnte niemanden in den Orden locken. Vielmehr mußte die asketische Strenge desselben abschreckend wirken. Die Tafel war nüchtern und man hatte lange Fastenzeit zu beobachten. Das Bett des Templers bestand nur aus Strohsack und Decke. Hier will ich ein für allemal bemerken, daß nie und nirgends ein Templer ein Geständnis abgelegt, wenn er nicht durch Tortur oder durch die Furcht vor ihr dazu gezwungen war. Die Schilderungen, nicht nur der Templer selbst, sondern auch anderer Zeitgenossen, wie man dabei verfuhr, sind entsetzenerregend. In Paris allein sind 36 Templer unter der Tortur gestorben. Neuausgesonnene Kunstgriffe furchtbarer Qualen kamen zur Anwendung. Der englische Geschichtsschreiber Lea sagt hierzu: „Es ist beachtenswert, daß dort, wo die Inquisition freies Spiel hatte, wie in Frankreich und Italien, es nicht schwer hielt, die erforderlichen Zeugenaussagen zu erlangen. In Kastilien und Deutschland schlug die Sache fehl, in England war nichts zu machen, bis man die Inquisition tatsächlich und zeitweilig für diesen Zweck in Kraft setzte.“ Es erscheint dem Nachdenklichen nahezu unfaßlich, wie ein solches hohes Wissen hier und bei unseren unmittelbaren Vorfahren verlorengehen konnte. Auf dem natürlichen Wege des Vergessens sicherlich nicht. Man könnte sein Verschwinden erklären mit dem Hinweis, daß eben diese Weisheit nicht Allgemeingut war, sondern nur von wenigen Auserwählten jeder Generation als ein Geheimnis wohl behütet war, und mit den Eingeweihten allmählich verschwand, wenn diese in ihrem Bestand bedroht waren. Das setzte mit der allmählichen Herrschaft der christlichen Kirche ein in Verbindung mit politischen Mächten, die nicht mehr wußten, wo der Vorteil des Volkes lag, ja diesem aus Eigennutz entgegenarbeiteten. So wurde frühe schon durch Karl den Großen der Grund und Boden, der gemeinsames, unteilbares Eigentum der Sippe war, des Geblütes, der Familie, als Königsgut erklärt, also unter einem Vorwand geraubt, so daß in Zukunft die Könige, und in ihrem Gefolge bald auch die Herzöge die Kirche mit dem geraubten Gute beschenken konnten. So konnten die Schenkungen an Klöster, Kirchen und Bischöfe ins Ungemessene gehen. Das alte, edle Blut, das sich dagegen wehrte, wurde ausgerottet und der Widerstand schließlich gebrochen. Es war eine völlige Enteignung zugunsten des übermächtigen Königtums und der Kirche aus den Segnungen geworden, die angeblich der neue Glaube ins Land gebracht hatte. In ihrer sogenannten Blütezeit „besaß“ z. B. die Abtei auf der Insel Reichenau im Bodensee 125 Ortschaften, deren Bauern zur bösen „Heidenzeit“ noch Herren auf eigenem Boden waren. Vier Herzöge, 20 Pfalz- und Markgrafen, 51 Grafen und Herren waren ihr lehnspflichtig. War das die Aufgabe der Kirche, die Güter der neu „bekehrten“ Christenheit zu sammeln, daß ihrem Seelenheil kein Schaden daraus erwüchse ?

Die Kirche hat gründliche Räumung vorgenommen. Sie entzog den Besiegten den sittlichen und den wirtschaftlichen Rückhalt, sie machte sie ärmer im Geiste und in der Habe und hat dieses schlaue, unselige Verfahren bis heute beibehalten, wenn auch mit anderen Mitteln unter veränderten Umständen.

Man könnte sich immer wieder die Frage vorlegen, wie anders hätte sich wohl das Schicksal des Abendlandes gestaltet, wenn es die gerade Entwicklung seines eigenen Wesens hätte einhalten können, ohne die furchtbare Geistespest, die mit einem gefälschten Christentum über die germanischen Völker gekommen war. Wir können uns nur damit trösten, daß wir annehmen, der Gote im Germanen mußte sich für einige Jahrhunderte opfern, in die Hölle selbst begeben im Kampfe mit diesen teuflichen Mächten, damit sie endgültig überwunden, den nachkommenden Zeiten nicht mehr gefährlich werden können.

Man müßte aus dem ganzen Geschehen die Folgerung ziehen, daß die Beschränkung der höchsten und letzten Erkenntnisse auf nur wenige vom Übel ist, andererseits führt eine zuweitgehende Verbreitung von Kenntnissen, deren wir uns jetzt befleißigen im Dienste einer angeblich segensreichen Allgemeinbildung — darüber wollen wir uns klar sein — zu jener täuschenden Halbbildung und geistigen Verflachung, unter welchen der Geist heute versklavt ist und die täglich die verderblichsten Ergebnisse zeitigen.

Darüber besteht kein Zweifel, die Zeit zwischen der Herrschaft der Kirche unter dem Namen des Christentums vom Jahre 800 etwa bis zum Jahre 1500 war ein furchtbarer heimlicher und offener Kampf um die Geistes- und Gewissensfreiheit des germanischen Menschen. Seither ist der Kampf zu unseren Gunsten entschieden. Wir binden unsere Wunden und waschen uns den Ekel ab, den das Ringen Leib an Leib mit einem unreinen Gegner in uns erregte.