Carl Theodor Körner

Theodor_Körner Carl Theodor Körner 23. September 1791 in Dresden – 26. August 1813 bei Gadebusch in Mecklenburg) war ein deutscher Dichter und Dramatiker. Der Ausspruch „Nun, Volk, steh auf und Sturm brich los“, den Joseph Goebbels in seiner Sportpalastrede verwendete, ist angelehnt an die Eingangszeile des Gedichts von Theodor Körner „Männer und Buben“, in dem es heißt „Das Volk steht auf, der Sturm bricht los“.

Theodor Körner verlobte sich 1812 mit der talentierten Schauspielerin Antonie Adamberger, Tochter des bereits verstorbenen, von Mozart sehr geschätzten Hofsängers Josef Adamberger.

Leben

1808 bezog Theodor Körner die Hochschule zu Freiberg an der Mulde, um Bergbau zu studieren. 1810 gab er unter dem Titel „Knospen“ eine Sammlung von Gedichten heraus. Er brach daraufhin sein Studium ab und ging 1811 nach Wien. Dort schrieb er zwei kleine Lustspiele, „Die Braut“ und „der grüne Domino“, die am Burgtheater aufgeführt wurden. Daraufhin folgten weitere kleinere Theaterstücke und ein Trauerspiel namens „Zriny“. In diesem feierte Körner den ungarischen Nationalhelden Zriny und prangerte zugleich die Napoleonische Fremdherrschaft über Deutschland an. Daraufhin wurde Körner als kaiserlicher Hoftheaterdichter angestellt.

Nachdem Friedrich Wilhelm III. den Aufruf „An mein Volk“ verfaßt und damit die Befreiungskriege eingeleitet hatte, schrieb Theodor Körner einen Brief an seine Eltern und verfaßte einen eigenen Aufruf. Nach seinem Eintreffen in Breslau schloß er sich dem Freikorps Lützow an und lernte dort auch Friedrich Ludwig Jahn und Friedrich Friesen kennen. In der Dorfkirche zu Rogau sang die 1.500 Mann zählende Freischar Körners „Einsegnungslied“. Körner erhielt den Auftrag, die Deutschen zum Aufstand gegen die Fremdherrschaft aufzufordern. Schon bald wurde er Adjutant Ludwig Adolf Wilhelm Freiherr von Lützows. Im Gefecht bei Kitzen südwestlich von Leipzig wurde Körner schwer verwundet und schrieb in Todesahnung seine Verse „Abschied vom Leben“. Ein kleines Mädchen fand den Verwundeten und Körner erholte sich nach einem Aufenthalt in Karlsbad wieder und kehrte zu seine Kameraden zurück.

In Mecklenburg bei Gadebusch wurde Theodor Körner während eines Gefechts von französischen Okkupanten im Alter von nur 22 Jahren durch eine Kugel aus dem Hinterhalt ermordet.

Mit den Worten „Wird wohl nicht viel zu bedeuten haben“ versuchte er seine Kameraden noch zu beruhigen. Das nahe Ende spürend waren seine letzten Worte:

„Lebt wohl“

Bei Wöbbelin, nördlich von Ludwigslust, wurde er begraben.

Ein ganzes Volk betrauerte in ihm einen seiner tapfersten Söhne, der mit seinen Kampf- und Freiheitsliedern, wie auch durch sein eigenes, aufopferndes Beispiel, immer wieder zum Kampf für Deutschlands Freiheit aufgerufen hatte.

210px-Körners_Grab Das Grab ist mit einem Denkmal geschmückt, das einen Opferaltar darstellt, auf dem Leier und Schwert – so lautet der Titel von Körners vaterländischen Gedichten – von einem Eichenkranz umwunden sind. Es enthält die Inschrift: Hier wurde Carl Theodor Körner von seinen Waffenbrüdern mit Achtung und Liebe zur Erde bestattet.

Literatur

Gedichtbände

  • Die Monatssteine (1810)
  • Harras, der kühne Springer (Ballade, 1810)
  • Knospen (Gedichtsammlung 1810)
  • Zwölf freie deutsche Gedichte (1813)
  • Leyer und Schwerdt (Gedichtsammlung, 1814 – posth.) (PDF-Datei)

Dramen

  • Der Kampf mit dem Drachen. (Singspiel, 1811)
  • Das Fischermädchen. (Opernlibretto, 1811)
  • Die Braut. (Komödie, 1811)
  • Der grüne Domino. (Komödie, 1811)
  • Der Nachtwächter. (Komödie, 1812)
  • Der Vetter aus Bremen. (Komödie, 1812)
  • Toni. (Drama, 1812)
  • Die Sühne. (Drama, 1812)
  • Rosamunde. (Drama, 1812)
  • Zriny. (Drama, 1812)
  • Der vierjährige Posten (Libretto, 1812)
  • Die Gouvernante. (Komödie, 1813)
  • Joseph Heyderich oder deutsche Treue (Trauerspiel, 1813)
  • Brinn. (Trauerspiel, 1896)

Erzählungen

  • Hans Heilings Felsen. (1811)
  • Die Harfe. (1811)

An mein Volk

An mein Volk ist ein Gedicht von Theodor Körner.
Frisch auf, mein Volk! die Flammenzeichen rauchen,
Hell aus dem Norden bricht der Freiheit Licht,
Du sollst den Stahl in Feindesherzen tauchen,
Frisch auf, mein Volk, die Flammenzeichen rauchen,
Die Saat ist reif, ihr Schnitter, zaudert nicht!
Das höchste Heil, das letzte liegt im Schwerdte;
Drück dir den Speer ins treue Herz hinein.
Der Freiheit eine Gasse! wasch die Erde
Das deutsche Land mit deinem Blute rein.

Es ist kein Krieg, von dem die Kronen wissen
Es ist ein Kreuzzug, s’ist ein heilger Krieg
Recht, Sitte, Tugend, Glauben und Gewissen
Hat der Tyrann aus deutscher Brust gerissen
Errette sie mit deiner Freiheit Sieg.
Das Winseln deiner Greise ruft: erwache
Der Hütte Schutt verflucht die fremde Brut
Die Schande deiner Töchter schreit um Rache
Der Meuchelmord der Söhne schreit nach Blut.

Zerbrich die Pflugschar, laß den Meisel fallen,
Die Leyer still, den Webstuhl ruhig stehn
Verlasse deine Höfe, deine Hallen
Vor dessen Antlitz deine Fahnen wallen
Er will sein Volk in Waffenrüstung sehn
Denn einen großen Altar sollst du bauen
In seiner Freiheit ewgem Morgenroth
Mit deinem Schwerdt sollst du die Steine hauen
Des Tempels Grund sei seiner Helden Tod.

Was weint ihr Mädchen, warum klagt ihr Weiber
Für die der Herr die Schwerdter nicht gestählt
Wenn wir entzückt die jugendlichen Leiber
Hinwerfen in die Speere eurer Räuber
Daß euch des Kampfes kühne Wollust fehlt.
Könnt ihr doch froh zu Gottes Altar treten
Für Wunden gab er ja die zarte Sorgsamkeit
Gab euch in euren herzlichen Gebeten
Den schönen reinen Sieg der Frömmigkeit.

Drum betet daß die alte Kraft erwache,
Daß wir dastehn das alte Volk des Siegs.
Die Märtyrer der heil’gen deutschen Sache
O ruft sie an als Genien der Rache
Daß sie uns schützen in dem Sturm des Kriegs.
Luise schwebe seegnend um den Gatten
Geist unsers Ferdinands, voran dem Zug
Und all ihr deutschen freien Heldenschatten
Mit uns, mit uns und unsrer Fahnen Flug!

Der Himmel hilft, die Hölle muß uns weichen
Drauf, wackres Volk, drauf, ruft die Freiheit, drauf
Hoch schlägt dein Herz, hoch wachsen deine Eichen
Was kümmern dich die Hügel deiner Leichen
Hoch pflanze da die Freiheitsfahne auf.
Doch stehst du dann, mein Volk, bekränzt vom
Glücke In deiner Vorzeit heilgem Siegerglanz,
Vergiß die treuen Todten nicht, und schmücke
Auch unsre Urne mit dem Eichenkranz.

Männer und Buben

Männer und Buben ist ein 1813 während der Befreiungskriege verfaßtes Gedicht von Theodor Körner aus dessen Sammlung „Leyer und Schwert“. Es wurde später vertont nach der fränkischen Weise „Brüder, uns ist alles gleich“.

“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”
“Noch sitzt ihr da oben, ihr feigen Gestalten, vom Feinde bezahlt und dem Volke zum Spott. Doch einst wird wieder Gerechtigkeit walten, dann richtet das Volk und es gnade euch Gott.”

Das Volk steht auf, der Sturm bricht los.
Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?
Pfui über dich Buben hinter dem Ofen,
Unter den Schranzen und unter den Zofen!
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir die Schauer der Regennacht
Unter Sturmespfeifen wachend vollbracht,
Kannst du freilich auf üppigen Pfühlen
Wollüstig träumend die Glieder fühlen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn uns der Trompeten rauher Klang
Wie Donner Gottes zum Herzen drang,
Magst du im Theater die Nase wetzen
Und dich an Trillern und Läufen ergötzen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Glut des Tags versengend drückt,
Und uns kaum ein Tropfen Wasser erquickt,
Kannst du Champagner springen lassen,
Kannst du bei brechenden Tafeln prassen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn wir vorm Drange der würgenden Schlacht
Zum Abschied ans ferne Liebchen gedacht,
Magst du zu deinen Mätressen laufen
Und dir mit Golde die Lust erkaufen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Wenn die Kugel pfeift, wenn die Lanze saust,
Wenn der Tod uns in tausend Gestalten umbraust,
Kannst du am Spieltisch dein Septleva brechen
Und mit der Spadille die Könige stechen.
Bist doch ein ehrlos erbärmlicher Wicht;
Ein deutsches Mädchen küßt dich nicht,
Ein deutsches Lied erfreut dich nicht,
Und deutscher Wein erquickt dich nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!

Und schlägt unser Stündlein im Schlachtenrot,
Willkommen dann, sel’ger Soldatentod!
Du verkriechst dich in seidene Decken,
Winselnd vor der Vernichtung Schrecken.
Stirbst als ein ehrlos erbärmlicher Wicht.
Ein deutsches Mädel beweint dich nicht,
Ein deutsches Lied besingt dich nicht,
Und deutsche Becher klingen dir nicht.
Stoßt mit an,
Mann für Mann,
Wer den Flamberg schwingen kann!