Die Geschichte der Magie

Ursprung und Antike

„Magier“ ist ursprünglich der Name eines Stammes der Meder, dem die Ausübung der heiligen Gebräuche und die Erhaltung der gelehrten Kenntnisse anvertraut war (ähnlich wie der Stamm Levi bei den Israeliten). Herodot beschrieb sie im 5. Jahrhundert v.u.Z. Dieser Stamm erforschte die okkulten Wissenschaften, Traumdeutungen und Astrologie und wandte sie angeblich auch an. Die Angehörigen dieses Stammes waren zugleich die Priesterkaste des persischen und medischen Reiches. Von diesen Medern ging die Magierkaste zu den Persern über, und diese Perser wurden für ihre Magie in der ganzen Welt bekannt. Bei den Königen standen sie in hoher Achtung.

Das Wort „Magier“ selbst kommt vom persischen „magh“ (Können) oder „mah“ (groß), die Bedeutung „groß“ hat es als „maha“ im Sanskrit und im lateinischen „magnus“. Ein Magier wird oft auch als Thaumaturg, von „thaumaturgos“ (griechisch: Wundertäter, von thauma = Wunder und ergon = Werk/Tat/Arbeit), bezeichnet. Das Wort Magie leitet sich von Magier ab.

Fast alle esoterischen Abhandlungen beginnen mit den Worten: „Die Geschichte der Lehre X ist so alt wie die Menschheit selbst.“ Das soll nicht heißen, daß solche Aussagen immer falsch sind, doch nützt es dem Leser wenig, wenn ihm eine Kontinuität der Tradition vorgegaukelt wird, die sich in Wirklichkeit nicht nachweisen läßt. Die Geschichte der Magie bildet dabei keine Ausnahme.

Über die genaue Geschichte der Magie herrscht wenig Einigkeit, weder unter Historikern noch unter den Magiern selbst. Zum einen stammen die meisten Zeugnisse über Magier und Hexen aus den Federn ihrer Gegner, während sie selbst ihr Wissen häufig geheim hielten. Zum anderen muß man bedenken, daß Lesen und Schreiben lange Zeit ein Privileg der oberen Klassen und des Klerus war, und vieles nur mündlich überliefert wurde und mit der Zeit und unter der zerstörerischen Verfolgung auch verlorenging.

Sicher hat es schon sehr lange Magie gegeben, doch haben Theorien und Techniken häufig gewechselt oder waren und sind regional unterschiedlich. Daher wäre es falsch, von einer kontinuierlichen Tradition der Magie zu sprechen, zumindest läßt sich eine solche nicht objektiv und historisch gesichert nachweisen. Vielmehr dürfte eine Unmenge an einschlägigem Wissen immer wieder in Vergessenheit geraten sein, um später aufs Neue entdeckt beziehungsweise wiederentdeckt zu werden – und das immer und immer wieder.

Dr. Faustus (Zeichnung von Albrecht Dürer)

Es gilt als sicher, daß es bereits in der Vorzeit magische Kulte und Praktiken gegeben hat, von denen freilich wenig Gesichertes überliefert ist. Wo die genauen Wurzeln liegen, ist unbekannt. Sehr wahrscheinlich waren diese Kulte den schamanischen Gesellschaften heutiger „Naturvölker“ ähnlich. Der seit nachweislich mindestens 60.000 Jahren existierende Schamanismus ist sicherlich eine der ältesten Formen der Magie, die sich allerdings auch immer wieder verändert hat.

In einer Zeit, in welcher der Mensch noch fast schutzlos den Elementen und Launen der Natur ausgeliefert war, versuchte er vermutlich, diese zu beeinflussen um für sich persönlich beziehungsweise seine Gemeinschaft einen Nutzen oder Vorteil zu erwirken. Die ersten Rituale entstanden, erstmals beschäftigte man sich also mit einem Gebiet außerhalb der materiellen Welt.

In den Anfängen kann man sicherlich schwer zwischen Religion und Magie trennen. Fest steht lediglich, daß der Mensch versuchte, die Natur zu beeinflussen, welche mächtiger und anders war als er, die er fürchtete und nicht verstand. Er versuchte also, etwas Begehrenswertes durch ein Wirken zu erlangen, was er durch alltägliches Tun nicht oder nur schwer erreichen konnte.

Magier und Hexen wurden einst verehrt und doch gefürchtet. Als geistliche Berater hatten sie die Aufgabe, die alten Stämme zu beraten und die Zukunft zu deuten. Der Einfluß, den sie auf die Stammesführung ausübten, war sehr groß und konnte über Krieg oder Frieden entscheiden. Auch der medizinische Bereich wurde von Magiern weitgehend abgedeckt. Sie verstanden sich in der Anwendung verschiedenster Kräuter, Wurzeln und Rinden aus denen Salben, Mixturen und Tränke hergestellt wurden. Sie hatten das Ansehen eines Häuptlings, und der Ruf der wirklich großen Magier reichte über weite Strecken.

Das Mittelalter

Die vielfältigen magischen Traditionen der Antike tauchten in gefilterter Form im Mittelalter wieder auf. Jüdischer und arabischer Einfluß war besonders im Bereich des geheimen Wissens spürbar und auch die alten germanischen und keltischen Traditionen hatten ihre Spuren hinterlassen.

Während die mittel- und nordeuropäischen Heiden die Magie als etwas Natürliches, im Menschen und in der Natur Vorhandenes begriffen hatten, versuchte das Christentum dagegen, die Magie völlig zu entmenschlichen und der Natur zu entfremden. Für die Christen kommt die Magie nicht von innen, sondern von außen, ist nicht einmal „von dieser Welt“, sondern wird von erfundenen Figuren, die sich angeblich außerhalb der natürlichen Welt befanden, geliefert. So kommt gute Magie eben in Form von Wundern vom christlichen Gott und böse Magie vom christlichen Teufel. Eine weitere Entfremdung der christlichen Lehre von der Welt ist, daß sich der Mensch die Erde untertan machen soll, anstatt wie die Heiden, im Einklang mit der Natur zu leben. Deshalb konnten und wollten die Heiden, für die Magieanwendung selbstverständlich etwas völlig Natürliches war, mit dem Christentum nichts anfangen.

Als das Christentum in Europa Fuß zu fassen begann, merkte die Kirche schon bald, daß die alten heidnischen Religionen ihr gefährlich werden konnten. Bereits im Frühmittelalter widmete sich die Kirche daher intensiv der Bekämpfung des heidnischen Erbes. Die Diffamierung der heidnischen Götter als Dämonen, ihrer Bräuche als teuflische Riten und der Umwidmung ihrer Kultstätten in christliche Kirchen seien beispielhaft genannt.

Die altchristlichen Wundertäter wie Petrus und auch viele Heilige hatten stets einen ebenbürtigen Magier (im Fall von Petrus ist es der Erzmagier und Vater der Häresie Simon Magus) als Gegner, dem sie oft mit gleicher Münze im Zauberwettkampf begegneten. Damit sollte „bewiesen“ werden, daß die Macht Gottes größer ist, als die der Heiden.

Dennoch blieben noch genug dieser verhaßten heidnischen Vorstellungen unbemerkt im christlichen Bewußtsein, um später paradoxerweise sogar als christlich zu gelten. Allein die christlichen Feiertage, von denen die wichtigsten dem Heidentum entlehnt und nur mit etwas anderen Bedeutungen gefüllt wurden, sind ein Zeichen dafür. Ursprünglich besaß das Christentum als komplett jenseitig konzipierte Religion keine Feiertage. Als man aber merkte, daß das Volk an ihren heidnischen Festen und Brauchtümern festhielt, wurden diese kurzerhand assimiliert und mit christlichen Inhalten verfälscht.

Die heidnischen Magier und Hexen Europas wurden schon früh mit dem Auftreten und der Ausbreitung des Christentums in den Untergrund gedrängt. Zwar setzte die Inquisition und damit die eigentliche Hexenverfolgung erst nach 1200 ein, also einige Jahrhunderte nach der Bekehrung Europas zum Christentum, doch der Kampf gegen das Heidentum wurde schon von Anfang an geführt, also etwa nach dem Ende der Völkerwanderung, ca. ab dem 6. Jahrhundert.

Die Anhänger der alten Religion mußten mehr oder weniger hilflos zulassen, daß ihre alten Kultstätten von Kirchen überbaut wurden, und oft blieb ihnen nichts anderes übrig als zum Schein zum Christentum zu konvertieren, um diese Kultstätten noch aufsuchen zu dürfen. So wundert es auch nicht, daß Magie und Hexentum des Mittelalters deutlich christliche Züge zeigen.

Vergleichbares läßt sich etwa in Mittel- und Lateinamerika beobachten, wo das Christentum von der einheimischen Bevölkerung aufgrund der Zwangsmissionierung zwar notgedrungen angenommen, dafür aber auch mit altheidnischen Elementen „unterminiert“ wurde. Auch der Voodoo-Glaube Haitis stellt, wie überhaupt viele afrokaribische Kulte eine Mischform afrikanisch-heidnischer und europäisch-christlicher Elemente dar.

Weil sie schon bald nur noch im Verborgenen arbeiten konnten, verloren die Hexen ihre Rolle als Priester für die gesamte Gemeinschaft, zumal die Priesterrolle nun von christlichen Geistlichen übernommen wurde. Einzelne – oft auch zahlreiche – Mitglieder dieser Gemeinschaften nahmen die sonstigen Dienste der Hexen zwar weiterhin in Anspruch, doch geschah all dies nur unter äußerster Geheimhaltung und unter großer Gefahr für Leib und Leben aller Beteiligter.

Es entwickelte sich eine eigene sanktionierte Methode des Umgangs mit dem Übernatürlichen, die christliche Magie. Der Wettkampf zwischen dieser Form, die sich vor allem in der Frühzeit im Wunder manifestierte, und der Magie anderer Religionen zieht sich bis in die Neuzeit hinein.

Aber kaum hatte man das Heidenproblem scheinbar einigermaßen im Griff, kamen die Ketzer, die verbreiteten, daß der Teufel die Welt geschaffen und Gott sich von dieser bösen Welt distanziert habe. Zur Vernichtung dieser Umtriebe schuf der Papst Innozenz III. im Jahre 1200 Jahrhunderts eine spezielles Einrichtung, die Inquisition, die ab 1215 sogar von den Bischöfen unabhängig wurde.

Professionell und mit dem Ziel, alle heidnischen und ketzerischen Glaubensrichtungen auszurotten, zogen die Inquisitoren durch die Länder und zwangen unter Folter die Anhänger der alten Religionen, ihrem Glauben abzuschwören und sich zur Kirche zu bekennen. Wer es aus Überzeugung dennoch nicht tat, wurde auf bestialische Weise hingerichtet. Diejenigen Christen, die sich kritisch zur Inquisition äußerten, wurden zu Ketzern erklärt und erlitten dasselbe Schicksal.

Ursprünglich nur gegen die Ketzer gerichtet, begann die Inquisition im Spätmittelalter Magie und Hexerei als Teufelswerk zu verurteilen. Anfangs noch mit Kirchenbußen und Geldstrafen belegt, fanden die Prozesse gegen Hexerei mit Einführung der Inquisition bald schon ihren grausamen Höhepunkt, und Tausende angeblicher Hexen wurden gefoltert und ertränkt oder verbrannt.

Nach einiger Zeit fiel den Verfolgern auf, daß es noch andere gab, deren Ideen nach Häresie (von allgemeiner Auffassung abweichende Irrlehre) schmeckten, einzelne, in Beschwörungen und andere dubiose Aktivitäten verwickelte Individuen, die Magier. Es waren immer Einzelne, die durch einen Anschlag auf eine hochgestellte Persönlichkeit oder als Berater einer solchen beziehungsweise durch besonderes Wissen und eigenartige Studien ins Rampenlicht rückten und deshalb den stets wachen Neid und die Diffamierungslust ihrer politischen Gegner herausforderten.

Diese Leute hätten sich mit dem Bösen verbündet, behaupteten ihre Gegner, das ihnen alles einflüsterte, was sie nur wissen wollten, auch alles lieferte, was sie nur wünschten, Geld, Erfolg, Einfluß und Frauen. Viele der so Denunzierten landeten auf dem Scheiterhaufen.

Dennoch sprach man nicht von einer Verschwörung, oder sagte den Zauberern nach, daß sie mit dem Teufel buhlten, das blieb den Hexen vorbehalten, die seit dem 14. Jahrhundert als äußerst gefährliche Sekte verfolgt wurden.

Die reinen Magier blieben zumindest weitgehend von dieser Entwicklung verschont. Solange sie nicht auffielen, konnten sie sich im mittelalterlich-christlichen Kulturkreis auch durchaus relativ gefahrlos bewegen. Die Kirche hat zwar Magie und die Magier in Befolgung des biblischen Grundsatzes aus Exodus 22,17 „Denn eine Zauberin sollst du nicht am Leben lassen“ (ursprünglich stand dort das hebräische Wort „Kasepha“, das mit „Zauberin“ übersetzt wurde, obgleich es „Seherin“ oder „Wahrsagerin“ bedeutet) schon in frühchristlicher Zeit verfolgt, aber dennoch konnte sich die Magie unbemerkt Bereiche erobern, da sie bei der Christianisierung der Heiden in verwandelter, scheinbar christlicher Gestalt, mit in die neue Religion übernommen wurde. Sogar etliche Bischöfe waren Magier und Alchemisten, zum Beispiel Graf Albert von Bollstädt (1193 bis 1280), bekannt als Albertus Magnus, Bischof von Regensburg.

Paracelsus

Bedingt durch die Unfähigkeit vieler Ärzte, deren Repertoire sich im Aderlaß, dem Ansetzen von Blutegeln und dem Hersagen antiker Lehrmeinungen zumeist erschöpfte, wurden die weisen Frauen auch vielfach von Städtern und Vornehmen um Rat aufgesucht und bei Geburten als Hebammen geschätzt. Im Gegensatz den Ärzten, welche sich borniert an alten Schriften griechischer Philosophen festklammerten, beobachteten, überprüften und revidierten die weisen Frauen ihre Medikationen. Bei Zusammenkünften wurde solches Wissen untereinander ausgetauscht und weiter korrigiert. Der Fundus von heilenden, schmerzstillenden, geburtserleichternden, empfängnisverhütenden und abtreibenden Pflanzenmitteln, über den diese Frauen verfügten, beeindruckte den berühmten Arzt Paracelsus (1493 bis 1541) so sehr, daß er seine medizinischen Bücher verbrannte und öffentlich erklärte, alles Wissen als Arzt ausschließlich von „klugen“ Frauen und Hirten gelernt zu haben. Paracelsus
Paracelsus

Die Kenntnis psychoaktiver und aphrodisischer Pflanzen und Pilze wie Bilsenkraut, Tollkirsche, Mandragora, Fliegenpilz etc. ermöglichten es der weisen Frau, ihren Klienten sinnerweiternde und bewußtseinserweiternde Erfahrungen zu vermitteln und ihnen damit Einsicht in sich zu geben, ihnen zu mehr Freude am Leben zu verhelfen und sie für sich und ihren Stand ein neues Selbstbewußtsein gewinnen zu lassen.

Aus der Sicht heutigen Wissens, besonders nach Ergebnissen der vergleichenden Religionsforschung, erweisen sich viele der von der Kirche verteufelten Techniken und Methoden der mittelalterlichen Hexen als wichtige Teile eines abendländischen spirituellen Systems, das durch mündliche Überlieferung seit den Tagen der Druiden bis hin zu dem neuzeitlichen Hexenkult (zum Beispiel Wicca) nie seine Bedeutung für die Menschen verloren hat, die einen ehrlichen spirituellen Weg im Einklang mit der Natur suchen.

So wundert es auch nicht, daß der antisinnlich und frauenfeindlich eingestellten Kirche im Verbund mit der eklektisch arbeitenden, schlecht reputierten Ärzteschaft und einer um ihre Autorität fürchtenden Obrigkeit die lebens- und sinnbejahenden weisen Frauen mit ihrem starken Einfluß bei den Bauern ein Dorn im Auge waren. Vereinten sie doch die Tätigkeiten eines Bauernarztes und Pharmazeuten mit denen eines Psychotherapeuten. Da sie in Methoden und Lebensführung unorthodox waren, stellten sie auch eine Anlaufstelle für allerlei fahrendes Volk dar, für Zigeuner, Gaukler und Wahrsager, für Andersdenkende, Nonkonformisten und bäuerliche Rebellen gegen die bestehenden Zwänge.

Papst Innozenz VIII.

Gleich im ersten Jahr seiner Amtszeit von 1484 bis 1492 erließ der wegen seiner angeschlagenen Gesundheit und seiner schlechten Finanzlage schwache und unselbständige Papst Innozenz VIII. seine berüchtigte Ketzer- und Hexenbulle „Summis desiderantes“, was eine starke Zunahme von Hexenprozessen vor allem in Deutschland bewirkte.

1487 erschien das Buch „Malleus Maleficarum“ (Hexenhammer) der beiden päpstlichen Inquisitoren für Deutschland, Jakob Sprenger und Heinrich Krämer. Es enthält genaue Anleitungen, wie Hexen aufzuspüren, zu verhören, zu foltern, zu verurteilen und hinzurichten sind. Auf der Grundlage dieses kirchlichen Buches wurden Tausende Unschuldiger verfolgt, gefoltert und grausam getötet. Damit erreichte dieses dunkle Kapitel der Kirchengeschichte seinen Höhepunkt. Papst Innozenz VIII.
Papst Innozenz VIII.

Der amerikanische Historiker Charles Lea nennt den Hexenhammer „das schauerlichste Buch der Weltliteratur“ und der Sozialwissenschaftler Kurt Baschwitz bezeichnet ihn als „das ungeheuerlichste Denkmal des Aberglaubens, das die Welt hervorgebracht hat.“

So spiegeln darin enthaltene Aussagen, wie „Alles geschieht aus fleischlicher Begierde, die bei den Frauen unersättlich ist“ oder „Sinnt das Weib allein, dann sinnt sie Böses“ oder „Also schlecht ist das Weib von Natur, da es schneller am Glauben zweifelt, auch schneller den Glauben ableugnet, was die Grundlage für die Hexerei ist“, genau dieses kirchliche, menschenverachtende Denken dieser Zeit wieder. Der Hexenhammer ermöglichte es als offizielles Werk der Inquisition, nach der Ausrottung der wenigen echten Hexen, die Verfolgung beliebig auf alle Frauen auszudehnen. Der Hexenhammer verstärkte die Verfolgung enorm, und ein Hexenwahn nie gekannten Ausmaßes währte von nun an bis in die Mitte des 18. Jahrhunderts hinein.

Wieviele Todesopfer es durch die Hexenverfolgung wirklich gegeben hat, kann man nicht genau sagen. Schätzungen schwanken zwischen einigen Hunderttausend. Erst für die neuere Zeit konnten Historiker einigermaßen verläßliche Zahlen liefern.

Allein im 16. und 17. Jahrhundert wurden in Europa etwa 60.000 Menschen auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Zwischen 1530 und 1730 wurden im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nationen 28.000 Menschen der Hexerei angeklagt, 76 % davon Frauen. Aber nicht überall war die Mehrheit der angeklagten Frauen. Von ca. 1520 bis ca. 1770 war dies zwar zum Beispiel in England (89 % Frauen), Norwegen (80 % Frauen), Schottland (85 % Frauen), Schweden (85 % Frauen) und Ungarn (90 % Frauen) der Fall, in anderen Ländern war jedoch der größere Anteil der Angeklagten Männer, zum Beispiel in Estland (60 % Männer) und Rußland (68 % Männer), in wieder anderen Ländern hielt es sich in etwa die Waage, zum Beispiel in Finnland (51 % Männer).

In Spätmittelalter und Renaissance begannen die Stimmen gegen die Inquisition immer lauter zu werden. Doch erst im 17. Jahrhundert bewegte sich wirklich etwas. 1631 erschien in Rinteln an der Weser anonym das Buch „cautio criminalis“ des Priesters Friedrich Spee von Langenfeld (15.02.1591 bis 07.08.1635). Bis 1699 wurde es 28 mal aufgelegt. Es wandte sich entschieden gegen die Methoden der andauernden Hexenprozesse und äußerte zur Untermauerung auch rechtliche Bedenken. Kritisiert wurde insbesondere, daß es dem Angeklagten unmöglich war, seine Unschuld zu beweisen. Ein rechtstaatliches Verfahren wurde gefordert und der Einsatz der Folter abgelehnt. Die Existenz von Hexen an sich wurde allerdings nicht in Frage gestellt.

Dennoch trug es maßgeblich dazu bei, daß Kritiker, auch aus den Reihen der Kirche, namhafte Ärzte und Professoren der Universitäten zu der Überzeugung gelangten, daß Menschen, die an Magie und Zauberei glaubten oder behaupteten, selbst magische Fähigkeiten zu haben, vom Wahnsinn befallen seien und somit als Kranke zu behandeln wären.

Dies war für die Kirche ein idealer Aufhänger, unter Wahrung ihres Gesichtes die Hexenverfolgung weltweit weitgehend einzustellen – und das schon nach „nur“ knapp 600 Jahren.

1775 wurde Anna Maria Schwägelin im Stift Kempten bei Landshut wegen „erwiesener Teufelsbuhlschaft“ als letzte Hexe auf deutschem Boden hingerichtet. Im Juni 1782 fand im schweizerischen Glarus die letzte Hinrichtung als Hexe im gesamten deutschsprachigen Raum statt, deren Opfer Anna Göldin war. Diese stand als Magd in den Diensten der herrschaftlichen Familie Tschudi. Ihre mangelnde Unterwürfigkeit, ihr überaus gepflegtes, fast provokantes Erscheinungsbild und ihr Gefühlsreichtum ließen bei den Tschudis die Bereitschaft wachsen, das Rückgrat dieser Dienstmagd zu brechen. Als in der Frühstücksmilch und im Brot des Tschudi-Töchterchens Anna-Miggeli Stecknadeln gefunden wurden, wurde die Magd Anna Göldin der Hexerei bezichtigt. Am 18. Juni 1782 wurde sie als Opfer eines abgekarteten Justizmordes in Glarus enthauptet.

Die Neuzeit

Zwar nun nicht mehr verfolgt, jedoch in alle Winde zerschlagen, bildeten sich aus den Anhängern der alten, heidnischen Religionen und Magiern kleine Zirkel neu und führten, noch immer von der Angst verfolgt, ein stilles und trauriges Schattendasein.

Als man in den ersten Dekaden des 19. Jahrhunderts die industrielle Revolution zu spüren begann, und Millionen von Menschen in einer urbanen, von Fabriken dominierten Landschaft ein neues Leben begannen, verlor die ländliche Magie eine große Zahl ihrer früheren Anhänger. Dazu kam ein allgemeiner Fortschritt in der Bildung, mit dem der Verfall abergläubischer Praktiken korrespondierte. Allmählich verlor auch die Kirche an Einfluß.

Das alte spirituelle Klima wechselte in mancher Hinsicht. Obwohl die alten ländlichen Vorstellungen auszusterben begannen, gab es in Krisenzeiten noch immer Ausbrüche von Hexenwahn. Sie wurden jedoch sehr selten. Die Wiederbelebung des Interesses an Magie kam von einer ganz neuen Quelle – außerhalb der Welt der arbeitenden Klassen, welche die Volksmagie in der Vergangenheit getragen hatten. Die neue Bewegung entstammte dem Denken der Mittelklasse, und verlagerte sich auf mehr intellektuelles Gebiet. Bezeichnend für diesen Trend ist beispielsweise auch die Anfang des 18. Jahrhunderts entstehende Freimaurerei.

Ab 1850 flammte der Spiritualismus (Glaube an Geister, übernatürliche Wesen und die Seelen Verstorbener) in den Vereinigten Staaten auf und sprang dann wie ein Fieber nach Europa über. Nun verbreitete sich jene Geistesrichtung, die sich damals selbst Okkultismus nannte. Okkultismus, von „occultum“ (lat.: das Verborgene), sind nichtwissenschaftliche Formen der Beschäftigung mit dem Gesamtgebiet „übersinnlicher“ und „übernatürlicher“ Kräfte und Wirkungen.

Das Ergebnis war, daß der Umgang mit den Geistern der Toten zu einer beinahe respektablen religiösen Tätigkeit wurde. Die Séancen des D. D. Home, einem der führenden Exponenten des neuen Kultes, wurden oft von Adligen besucht. Lange vergessene Formen von Wahrsagerei kamen beinahe über Nacht wieder in Mode. Die Alphabettafel zum Beispiel, ein Instrument zum Dekodieren von Nachrichten der Toten, das bis auf das Jahr 540 v.u.Z. zurückgeht, wurde nunmehr in der westlichen Welt ständig für Séancen verwendet.

Agrippa von Nettesheim

Die Werke des Heinrich (Henricus) Cornelius Agrippa von Nettesheim (14.09.1486 bis 18.02.1535), deutscher humanistischer Gelehrter, Arzt, Advokat, Theologe Alchemist und aktiver Gegner der Hexenverfolgung, hinterließen in der europäischen Geschichte deutliche Spuren, sogar bis in die heutige Zeit hinein. Auf diesen Grundlagen der Magie und Philosophie aus der Renaissance, zusammen mit der experimentellen Magie, der ägyptischen Alchemie, Kabbala, Tarot, Rosenkreuzerlehren und romantischen Lebensanschauungen bildete sich eine esoterische Geheimwissenschaft. Diese bemerkenswerte Epoche war Zeuge einer dramatischen Wiederbelebung von Magie der kompliziertesten Form (u.a. die streng dogmatisch reglementierte Zeremonialmagie).

Eliphas Lévi

Einer der bedeutendsten Exponenten dieses Gedankengutes war der Franzose Eliphas Lévi (08.02.1810 bis 31.05.1875), der mit bürgerlichem Namen Alphonse Louis Constant hieß. Sein Pseudonym Eliphas Lévi, unter dem er seine Schriften veröffentlichte, ist eine Übersetzung seiner Vornamen Alphonse Louis ins Hebräische. Der Kabbalist und Rosenkreuzer lebte in Paris und war einer der bedeutendsten Magier und okkultistischer Schriftsteller seiner Zeit.

Das Hauptwerk seiner etwa 20 Bücher, Lévi, Eliphas – Geschichte der Magie„Transzendentale Magie“, erschien 1856 in Frankreich (das heute unter dem gleichen Titel erscheinende Buch ist nicht identisch mit dem ursprünglichen Werk, sondern stark modifiziert). Ebenfalls erwähnenswert ist sein dreibändiges Buch „Dogme et Rituel de la Haut-Magie“ (frz.: Dogma und Ritual der hohen Magie), welches zwischen 1770 und 1800 entstand und in etwa das enthält, was viele unter „westlicher Magie“ verstehen würden.

Lévi postulierte die drei grundlegende Prinzipien seiner Sicht der Magie, nämlich die Willenskraft (die Synthese aus Wille und vernünftigem Handlungsmotiv), das astrale Licht (eine Art kollektives Energiegedächtnis der Erde und aller Lebewesen, ähnlich dem Karma) und die Korrespondenz (Dinge stehen miteinander in Verbindung). Lévi hat sich als Kabbalist bei seinen magischen Forschungen natürlich in hohem Maße an der jüdischen Geheimlehre Kabbala orientiert.

Lévi behauptete, er habe 1854 den Geist des Apollonius von Tyana herbeigerufen, eines heidnischen Magiers des 1. Jahrhunderts u.Z., das Hauptwerkzeug Lévis für diese Zeremonie war ein magisches Schwert, ein Pentagramm und ein Altar. Später sagte er, er habe sich mit einer Kette aus magnetisiertem Eisen gegen feindlich gesonnene Geister geschützt.

Links: Levis Darstellung des Großen Siegels Salomos, mit dem Salomo nach jüdischer Überlieferung die Dämonenhorden beherrschte.

Für Lévi war das Universum vollständig dualistisch aufgebaut – mit den Polaritäten hell-dunkel, Geist-Materie, gut-böse, die als Absoluta existieren. Alle Manifestationen sind für Lévi ein Ergebnis des Zwischenspiels zwischen diesen völlig entgegengesetzten Eigenschaften.

1875 war in mancherlei Hinsicht ein bedeutsames Jahr. Eliphas Lévi, einer der Begründer der Wiederbelebung der Magie, starb. Der amerikanische Sexualmagier Randolph machte durch seinen spektakulären Selbstmord auf sich und seine Werke aufmerksam. Es war außerdem das Geburtsjahr des berühmten Magiers Aleister Crowley sowie von Rudolf Glauer, der später unter dem Pseudonym „Freiherr von Sebottendorf“ die sogenannte „Thule-Gesellschaft“ leitete und als Wegbereiter der NSDAP bekannt wurde.

Das wohl wichtigste Ereignis in diesem Jahr war jedoch die Gründung dersogenannten „Theosophischen Gesellschaft“ (abgekürzt TG) durch Helena Petrova Blavatsky (12.08.1831 bis 08.05.1891) in New York. Ihre Lehre verband westlichen Okkultismus mit fernöstlichem Yoga und Buddhismus und begründete zugleich eine absurde Rassenlehre. Der Theosophischen Gesellschaft ist später noch ein eigenes Kapitel gewidmet.

Aber mit der Gründung der Theosophischen Gesellschaft ging es erst richtig los, und eine riesige esoterische Welle ging durch die ganze westliche Welt. Viele Begriffe, die in Magie und Esoterik heutzutage üblich sind, wurden durch die Theosophische Gesellschaft an das große Publikum weitergegeben. Fragmente aus fernöstlicher Kultur und Religion fanden ihren Eintritt in den westlichen Okkultismus und behielten ihren Einfluß bis heute bei. Dadurch hielten Begriffe wie Yoga, Tantra, Karma und Reinkarnation auch in Europa Einzug.

Doch die Entwicklung der Verbreitung allgemein zugänglicher esoterischer Lehren im Volk paßte vielen eingefleischten Okkultisten überhaupt nicht in den Kram. Sie waren der Ansicht, das erleuchtete Wissen sollte nur denen bekannt sein, die damit auch umgehen konnten, und magische Praxis könne in Händen von Laien und unverantwortlichen Menschen großen Schaden anrichten. Deshalb entstand Ende des 19. Jahrhunderts eine Gegenströmung mit der elitären Absicht, okkultes Wissen müsse Geheimwissen sein und bleiben.

Somit sprossen allerlei Geheimorden, Geheimbünde, Einweihungstempel, Bruderschaften, Freimaurer und ähnliche Gruppierungen wie Pilze aus dem Boden. Viele waren ernsthaft, viele wurden von Scharlatanen geführt, andere wiederum waren eine Mischung aus beidem, ernsthafte Absichten, überschattet von völlig blödsinnigen Lehren.

Sir James George Frazer (01.01.1854 bis 07.05.1941), schottischer Altphilologe, Anthropologe, Religionshistoriker und -ethnologe, beschrieb 1922 in seinem berühmten Werk „The Golden Bough“ u.a. eine Grundtechnik der Magie, die darauf beruht, daß Dinge aufgrund von Sympathie oder Affinität aufeinander reagieren. Er schreibt: „Dinge, die einmal miteinander in Verbindung standen, wirken auch dann noch aufeinander, wenn der physische Kontakt nicht mehr besteht“ und „Gleiches bringt gleiches hervor und die Wirkung ähnelt ihrer Ursache“.

Dieses Postulat hat sich aus Methoden entwickelt, die bei primitiven Völkern in aller Welt im Gebrauch waren und noch sind. Wenn ein Magier beispielsweise eine Haarlocke oder etwas sehr Persönliches von einem anderen Menschen in seinen Besitz bringt, kann er diesen auch aus der Entfernung magisch beeinflussen.

Hintergrund des Sympathie-Grundsatzes ist aus psychologischer Sicht die Tatsache, daß ein Magier nur Einfluß auf die Dinge nehmen kann, die er in sein persönliches Bezugssystem aufgenommen hat. Nur diese Dinge kann er genau genug visualisieren, sie sich also intensiv genug vorstellen, um sie mit der Energie seiner magischen Operation auch zu „treffen“ und seinen Willen auf deren Realität zu übertragen.

Etwas von einem anderen Menschen besitzt für das Unterbewußtsein des Magiers einen so starken Symbolcharakter, daß es hier eine Brücke schlagen kann und die magische Energie über das Symbol direkt auf das eigentliche Ziel projiziert, egal wo dieses sich aufhalten mag (für die Magie spielen Entfernungen im Grunde keine Rolle). Die energetische Verbindung (Sympathie oder Affinität) zwischen Objekt und Ziel existiert im Grunde nur als mythisch-symbolisches Bild im Kopf des Magiers, welches aber das Unterbewußtsein auf das Ziel richten kann.

Eine weitere wichtige Figur bei der Evolution der modernen Magie war der Franzose Pierre Vintras, der behauptete, die Reinkarnation des Propheten Elias zu sein. In Frankreich folgte ihm der Abbé Boullan, der vor allem wegen seiner Befürwortung der sexuellen Vereinigung mit den Geistern unvergessen ist. Je weiter das Jahrhundert voranschritt, desto mehr Rekruten gewann die Welt der Magie. Der Schriftsteller J. K. Huysmans, welcher in seinem Roman „Là-Bas“ eine zeitgenössische schwarze Messe beschrieb, war so weit in diese Bewegung verstrickt, daß er erklärte, er sei von bösen Geistern angegriffen worden, die ihm der Zauberer Marquis de Guaita geschickt habe.

Nach dem Tode Blavatskys 1891 wollten sehr viele Interessenten ihre esoterische Hinterlassenschaft als Gründerin der Theosophischen Gesellschaft verwerten. Allerdings wollten sich die neuen elitären Okkultisten daran nicht beteiligen, da sie die Auffassung vertraten, daß die Erleuchtung als „Geheimwissen“ nicht jedem zu Verfügung gestellt werden sollte. Nach bewährtem Prinzip gründeten sie deshalb neue Gruppierungen. Ihre okkulten Geheimnisse wurden weniger bekannt, umso mehr aber die Wortgefechte, die zwischen den verschiedenen Gruppen ausgetragen wurden.

Christliche und nichtchristliche esoterische Gruppierungen aller Coleur entstanden. Wenn innerhalb eines Ordens die Meinungen auseinandergingen, kam es zu Trennungen, aus denen die Gründungen neuer Orden resultierten. Rosenkreuzer und Freimaurer hatten in dieser Zeit großen Zulauf. Vielen Leuten genügte es nicht, Mitglied bei nur einer Organisation zu sein, oft waren die gleichen Personen Mitglieder in unterschiedlichen Gruppen. Oft war es sogar eine Empfehlung für die Aufnahme in einen Orden, wenn man zum Beispiel schon ein hochgradiger Freimaurer war.

Ein weiterer Hauptvertreter dieser merkwürdigen Strömung war der „Hermetic Order of the Golden Dawn“ (engl.: Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung; so wird es meistens übersetzt, obwohl „dawn“ eigentlich „Morgengrauen“ bedeutet), eine der vielen rosenkreuzerisch-freimaurerischen Geheimgesellschaften dieser Zeit. Der Orden wurde 1889 von William Robert Woodford, Samuel Liddell Mc Gregor Mathers und Dr. William Wynn Westcott in England ggründet und entstand unter anderem aus der Kritik an der Freigabe esoterischen Wissens und unter Einfluß des Eintritts von Frauen in okkulte Kreise heraus. Das bisher geltende Aufnahmeverbot für Frauen begründete auch den Begriff des „Alte-Männer-Okkultismus“ für die zahlreichen Geheimorganisationen, welche hinter verschlossenen Türen komplizierteste Zeremonialmagie praktizierten. Der Golden Dawn erwuchs ebenfalls aus der Theosophische Gesellschaft heraus.

Dem Golden Dawn gehörten auch der Dichter und Nobelpreisträger William Butler Yeats, der Journalist Arthur Machen, der Königliche Schottische Hofastronom, der Magier Aleister Crowley und der Autor Arthur Edward Waite (der Erfinder des Rider-Waite Tarot) an. Die Hauptaufgabe des Golden Dawn war die Erforschung der „intelligenten Kräfte hinter der Natur, die Bestimmung des Menschen und sein Verhältnis zu Gott“.

Samuel Liddell MacGregor Mathers

Der Orden wurde jedoch von internen Auseinandersetzungen aufgerieben und fiel schließlich in die Hand des Meisterokkultisten Samuel Liddell MacGregor Mathers (11.01.1854 bis 05.11.1918). Mathers übersetzte einige bedeutende Werke des Okkulten ins Englische, so auch mittelalterliche Sammlungen magischer Zaubersprüche, Rituale und Anrufungen, wie den „Schlüssel Salomos“, „Die Heilige Magie des Abramelin“, das „Grimoire des Armadel“ und die „Kabbala Denudata“.

Mathers fungierte als Hohepriester Ordens, dessen Rituale er entwickelte – bis zum Erscheinen des Magiers Aleister Crowley, ein Günstling Mathers, um den 1900 unter den Mitgliedern des Ordens ein Streit entbrannte, der viele Mitglieder dazu brachte, den Orden zu verlassen, während Crowley immer weiter aufstieg. Crowley ist im Folgenden ein eigenes Kapitel gewidmet. Der Orden zerfiel deshalb in zahlreiche Splittergruppen, die alle den Anspruch auf Authentizität erhoben. Der ursprüngliche Kern des Ordens blieb bei Mathers. Mathers starb am 05.11.1918. Daß er von Crowley durch Magie ermordet worden sein soll, ist eine unwahre Legende.

Trotz Geheimhaltungseid veröffentlichte Israel Regardie, ein nicht einmal mal so hochgradiges Mitglied des Golden Dawn, 1937 fast das ganze Geheimwissen des Ordens. Diese Veröffentlichung ist bis heute noch eines der grundlegendsten Werke der Magie im 20. Jahrhundert. Sehr viel Wissen aus den verschiedensten Richtungen der Esoterik und des Okkultismus wurde vom Golden Dawn zusammengetragen, und vor allem auch in ein zusammenhängendes magisch-okkultes System gebracht.

Damit wurde eine bis dahin einzigartige Lernhierarchie für esoterisches Wissen geschaffen. So sind zum Beispiel Kenntnisse der Astrologie, des Tarot, der Kabbala, der Alchemie, der Freimaurerei, der Rosenkreuzer und der christlichen Magie im magischen System des Golden Dawn enthalten. Damit war die Zeit von hauptsächlich Theorien und gelegentlichen Ritualen vorbei. Theoretische Kenntnissen waren noch immer sehr wichtig, aber praktischen Ritualen wurde nun der Vorzug gegeben. Gerade diese magischen Riten zogen neue Mitglieder „magisch“ an.

Diverse Splittergruppen führten zwar den Lehrstil des Golden Dawn fort, konnten seine Inhalte aber nicht überzeugend vermitteln und versandeten in den 1960’er Jahren. Seit Mitte der 1990’er Jahre sind zahlreiche Neugründungen im größeren Stil aktiv, die von sich behaupten, authentisch zu sein, doch der einzige wirklich kreative Geist des Ordens starb mit Mathers. So gibt es zum Beispiel den „Golden Dawn Deutschland“, den englischen „Hermetic Order of the Golden Dawn“ und den „Hermetic Order of the Morning Star“, der sich ebenfalls in der Tradition des Golden Dawn sieht.

In einer Zeit lebhafter Gründungen und Auflösungen verscheidenster Orden, Tempeln oder Bruderschaften gründete 1895 der Österreicher Karl Kellner den „Ordo Templis Orientis“ (lat.: Orden der Tempelritter des Orients, abgekürzt O.T.O.) Wie vielen anderen Orden, arbeitete dieser auch hauptsächlich im Verborgenen.

Der O.T.O. unterschied sich von den vielen anderen Orden dadurch, daß man sich hier unter anderem theoretisch auch mit Sexualmagie beschäftigte. Sexualmagische Praktiken waren nicht neu, man kannte sie zum Beispiel schon aus fernöstlichen Lehren und aus der Antike. In Europa aber, wo die Unterdrückung alles Sexuellen für den größten Teil der Bevölkerung zur Kultur gehörte, was dieser Aspekt des O.T.O. etwas Neues und auch sehr Gewagtes.

Bei der Sexualmagie handelt es sich um magischer Anwendung der Kräfte des Libido, die bei sexueller Erregung freigesetzt werden. Statt Extasetechniken mit Drogen, körperlicher Überanstrengung oder Fasten, wird hier die Sexualität benutzt. Die Energie, die auf dem tranceähnlichen Höhepunkt eines sexuellen Akts freigesetzt wird, wird auf ein visualisiertes Ziel projiziert, um dieses dem Willen anzugleichen.

Der O.T.O. benutzte hierzu nicht nur fernöstliche Quellen, wie zum Beispiel das Tantra, sondern auch westlicher Quellen, wie das Buch Magia Sexualis des Amerikaners Randolph. Dieser Orden wäre wahrscheinlich genauso wie viele andere auch in Vergessenheit geraten, wenn nicht der 1912 beigetretene Magier Aleister Crowley 1922 die Gesamtleitung des Ordens übernommen hätte.

Dion Fortune ist das Pseudonym der englischen Ärztin und Autorin Violet Firth (1890 bis 1946). Sie gilt als eine der führenden Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts auf dem Gebiet der Esoterik. Ihre Bücher erfahren heute eine verdiente Renaissance, denn ihre Inhalte sind nach wie vor gültig. Stets versuchte sie die Wirklichkeit hinter dem äußeren Erscheinungsbild aufzuspüren. Sie lehnte die Scharlatanerie und materielle Werte konsequent ab und war bemüht, jenen zu helfen, die nach der Wahrheit suchen.

Sie studierte Siegmund Freuds Lehren, wandte sich jedoch später Carl Gustav Jung zu, den sie sehr verehrte. In seinen Schriften fand sie das geheime Wissen, das ihren Anschauungen entsprach. Jahrelang arbeitete sie in der Medizinisch-Psychlogischen Klinik am Brunswick Square in London, wo sie ihre Kranken auf der Basis von Psychoanalyse therapierte.

Während dieser Tätigkeit kam sie in Kontakt mit Studenten der Theosophischen Gesellschaft, die damals ihre Blütezeit hatte. Von einigen dieser Lehren fühlte sie sich stark angezogen. Sie schätzte auch die Arbeit von Helena Petrova Blavatsky, fand jedoch in der östlichen Richtung dieser Gesellschaft nicht das, was sie suchte.

Später trat sie in den „Hermetic Order of the Golden Dawn“ (engl.: Hermetischer Orden der Goldenen Dämmerung) ein, verließ diesen jedoch nach internen Auseinandersetzungen und gründete 1922 zusammen mit ihrem Ehemann Penny Evans die „Society of the Inner Light“, die sich mit Kontakten zu höheren Daseinsebenen beschäftigt.

In ihren zahlreichen Büchern, Artikeln und Schriften hat sie viel von sich und ihrem Leben offenbart – eine Fundgrube für alle diejenigen, die sich für Dion Fortune und ihre Sicht der Dinge interessieren.

In seiner Studie über den mitternächtlichen Hexensabbat aus dem Jahre 1749 schrieb der Italiener Girolamo Tartarotti, daß der Kult um die römische Mondgöttin Diana und zeitgenössische Hexerei nachweislich eins seien. Diese These findet sich auch später häufig wieder, und auch viele heutige Hexen, insbesondere die eher feministisch ausgerichteten, sind ebenfalls dieser Ansicht.

1897 veröffentlichte der deutsch-polnische Literat und Okkultist Stanislaw Przybyszewski seine Aufsatzreihe „Synagoge des Satans“, in denen er – mit einigen Abweichungen – ähnliche Thesen über den Ursprung des Hexenkults als europäische Ur-Religion vertrat, den er allerdings mit dem Satanismus gleichsetzte. Diese falsche Gleichsetzung zieht sich bis heute durch die Geschichte.

Zwei Jahre später, 1899, publizierte der amerikanische Mythenorscher und Hexer Charles Godfrey Leland (1824 bis 1903) sein Werk „Aradia, or the Gospel of the Witches“ (engl.: Aradia, oder das Hexenevangelium). Leland wurde tatsächlich in Italien in das Hexentum eingeweiht und wußte, wovon er sprach. Bei „Aradia“ handelte es sich um eine Sammlung italienischer Hexentexte, die Leland mitgeteilt beziehungsweise übergeben wurden, und noch heute zehren viele Hexen von der wunderschönen, ritualwirksamen Poesie dieses Werks. Leland ist quasi die Anerkennung des Hexentums als Religion zu verdanken. Er verzichtete auf die üblichen Klischees und abweisenden Bemerkungen, die sich noch bei Tartarotti und Przybyszewski finden, und nahm, selbst ein Hexer, die Bewegung ernst.

Margaret Alice Murray

Zusammen mit Leland kommt der Verdienst, das Hexentum „salonfähig“ und breiteren Bevölkerungsschichten zugänglich und bekannt gemacht zu haben, der berühmten und vielfach ausgezeichneten englischen Ethnologin, Anthropologin und Ägyptologin Margaret Alice Murray (13.07.1863 bis 13.11.1963) zu. In deren 1921 (als Hexerei in England noch strafbar war) erschienenen Buch „The Witch Cult in Western Europe“ (engl.: Der Hexenkult in Westeuropa) stellte sie, auf Tartarottis, Przybyszewskis und Lelands Theorien aufbauend, die These auf, daß Hexerei das Überbleibsel eines heidnische Fruchtbarkeitskultes sei, dem es gelungen sei, bis ins 16. Jahrhundert fortzubestehen, wonach er von der Kirche unterdrückt wurde. Sie sprach dabei auch vom „Kult der Diana“. Margaret Alice Murray
Margaret Alice Murray

Dieses Buch erregte die Neubelebung des Interesses an dem Gebiet der Hexerei, das für einige Zeit nur wenig Beachtung gefunden hatte. Ihre Thesen fanden sogar Eingang in die Encyclopaedia Britannica von 1921. Damit machte sie sich jedoch bei Geschichtswissenschaftlern unbeliebt, die ihre Arbeit radikal ablehnten. Murrays Theorien hielten den Prüfungen der Zeit auch tatsächlich nicht stand, denn die Hexen wurden von ihren christlichen Widersachern als eine neue Sekte betrachtet, und wurden als Ketzer – jedoch nicht als Heiden – verfolgt. So wurde aus den späteren Ausgaben der Encyclopaedia Britannica der Eintrag wieder getilgt, wohl weil er als zu unorthodox galt.

1933 brachte Murray ein zweites Buch über Hexen heraus, „The God of the Witches“ (engl.: Der Gott der Hexen), das allerdings erst nach dem Zweiten Weltkrieg größere Beachtung fand. Und schließlich erschien 1954 ihr wohl umstrittenstes Buch, „The Divine King in England“ (engl.: Der Göttliche König in England), worin sie behauptete, daß viele frühe englische Könige durch Ritualmorde starben und daß das Königstum auf dem Menschenopfer des Heiligen Königs beruhte, wie es viele sogenannte Primitivreligionen kennen.

Weltweit starteten selbsternannte Seher, Magier und Hexen ihre neue Karriere und sammelten Anhänger um sich, welche sie mit widersprüchlichen Ableitungen alter Religionen und magischer Lehren auf ihre Seite zu ziehen versuchten. Mit Drogen, perversen Ritualen und Gewalt hielten sie ihre Anhänger in psychischer und physischer Abhängigkeit von ihnen. Solche Scharlatane und Sektierer gibt es leider auch heute noch, und noch immer sind genügend Menschen dumm genug, darauf hereinzufallen. Aber es gab auch genügend, die wirklich zu den alten Wurzeln zurückfanden und die alten, freien Lehren und Wege wiederentdeckten.

Innerhalb der nationalistischen Bewegungen im Wilhelminischen Deutschland formierte sich die sogenannte „völkische Bewegung“, ein Resultat verschiedener politischer Strömungen, die auf sozialdarwinistischen Vorstellungen vom „Kampf ums Dasein“ und daraus resultierend dem Kampf um „Lebensraum“ für das deutsche Volk basierten, wodurch sich als Ventil ein „rassisch“ begründeter Antisemitismus herausbildete.

Der Begriff des „Völkischen“ war ursprünglich tatsächlich nur als ein Hinweis auf den kulturell-sprachlichen Zusammenhang gemeint, wurde im weiteren Verlauf jedoch zur sogenannten „Blutsgemeinschaft“ erhöht. Als weiteres Element kommt boch der Rassegedanke hinzu, verbunden mit antisemitischen Ressentiments. Im Dritten Reich schließlich war „völkisch“ identisch mit „nationalsozialistisch“.

Hauptträger der „Völkischen Bewegung“ war der 1890/91 gegründete „Alldeutsche Verband“ mit seinem Vorsitzenden Heinrich Claß. Daneben spielte der 1912 entstandene antisemitische „Reichshammerbund“ von Theodor Fritsch und der daraus hervorgegangene Geheimbund „Germanenorden“ eine entscheidende Rolle. Diese und weitere Verbände schlossen sich nach dem Ersten Weltkrieg zum „Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbund“ zusammen. Hier wiederum ist der Münchner Verleger Julius F. Lehmann einer der Hauptpropagandisten völkischer Ideen.

Im Auftrag des völkischen „Germanen-Ordens“ gründete Rudolf Glauer unter dem Pseudonym Rudolf von Sebottendorf im Januar 1918 einen bayerischen Ableger des Ordens als Tarnorganisation. Zum Symbol dieser „Thule-Gesellschaft – Orden für deutsche Art“ bestimmte Sebottendorf das Hakenkreuz hinter einem senkrecht stehenden blanken Schwert. In der Ideenwelt der „Thule-Gesellschaft“ verbanden sich völkisches Gedankengut, okkult-heidnische Rassegedanken, antirepublikanische Agitation und vor allem antisemitische Propaganda.

Die „Thule-Gesellschaft“ unterhielt enge Beziehungen zum „Alldeutschen Verband“ und diente als Dachverband einer Vielzahl vaterländischer und völkischer Gruppen. Im Juli 1918 erwarb Sebottendorf das Boulevardblatt „Münchner Beobachter“ und machte sich selbst zum Chefredakteur. Ab 9. August 1919 hieß die inzwischen als „Reichsausgabe“ erscheinende Zeitung „Völkischer Beobachter“. Die Gebrüder Walterspiel, Hoteliers und Mitglieder der „Thule-Gesellschaft“, stellten dem Kreis ihr renommiertes Münchner Hotel „Vier Jahreszeiten“ zur Verfügung.

Im November 1918 zählte die „Thule-Gesellschaft“ in Müchen etwa 250 Mitglieder, der „Germanenorden“ in Bayern insgesamt 1.500. Nach der Ausrufung der Münchner Räterepublik wurde aus dem illustren Kreis ein „Kampfbund“ gebildet, der unter dem Vorsitz von Sebottendorf und dem Verleger J. F. Lehmann Waffen beschaffte und im „Hotel Vier Jahreszeiten“ deponierte, um Kurt Eisner zu ermorden.

Zusammen mit den „Freikorps“ war die „Thule-Gesellschaft“ maßgeblich an der Niederschlagung der bayerischen Räterepublik beteiligt. Sieben Angehörige der „Thule-Gesellschaft“ wurden während der Münchner Räterepublik am 30.4.1919 von „den Roten“ ermordet.

Der ebenfalls okkultistisch interessierte Adolf Hitler (1889 bis 1945) benutzte 1920 die völkische Bewegung als Eintrittskarte in Münchens „bessere Kreise“ und zur Beschaffung von Finanzmitteln durch die „Thule-Gesellschaft“, in die er eingeführt wurde.

Die „Thule-Gesellschaft“ leistete Hilfe bei der Gründung der Deutschen Arbeiterpartei (DAP) und der Deutschen Sozialistischen Partei (DSP). Die DAP wurde im Dezember 1920 in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannt. Es bestanden zahlreiche Verbindungen zu einflußreichen Kreisen der bayerischen Gesellschaft. Unter den Mitgliedern fanden sich Rudolf Heß, Alfred Rosenberg, Gottfried Feder, Dietrich Eckart und weitere Vertreter der der NSDAP.

Die deutsche Niederlage im Ersten Weltkrieg bachte der „volkischen“ Strömung erheblichen Zulauf frustrierter Nationalisten. Ihre Anhänger organisierten sich in diversen Zirkeln, Bünden, aber auch Parteien. 1924 beteiligte sich eine Koalition der völkischen Bewegung an Reichstagswahlen und gewann 32 Sitze.

Zu dieser Bewegung wird auch eine Vielzahl weniger politisch orientierter Gruppen gezählt, darunter zum Beispiel Reformbewegungen wie die Turnbewegung, die Wandervögel, die Bündische Jugend, Landkommunen, Anhänger der Freikörperkultur, aber auch okkultistische und theosophische Gruppen (siehe das nachfolgende Kapitel über Theosophie). Auch die Suche nach einer „arteigenen“ Religion entwickelte sich aus dem Umfeld der völkischen Bewegung.

Hitler distanzierte sich relativ bald von der völkischen Bewegung und nannte deren Vertreter „phantastisch-naive Gelehrte, Professoren, Land-, Studien- und Justizräte“. Nach der Machtergreifung 1933 verbot er diverse völkische Zirkel, die bis dahin noch nicht in der NSDAP aufgegangen waren, darunter Erich Ludendorffs Tannenbergbund. Hitler vermied die Verwendung dieses Begriffes in seiner eigenen Ideologie.

Die Freimaurer Thema Freimaurer Die Freimaurer Obwohl die Freimaurerei streng genommen weder eine okkultistisch oder magisch tätige Organisation noch eine Religion oder Glaubensgemeinschaft war und ist, wird sie dennoch von Außenstehenden immer wieder damit in Verbindung gebracht. Diese Tatsache ließ die Freimaurerei zum einen … Weiterlesen

Aleister Crowley „The Beast“, wie er sich selbst nannte

Aleister Crowley
Die okkulten Systeme Lévis und Frazers wurden von dem englischen Magier Aleister Crowley (12.10.1875 bis 01.12.1947) weitergeführt, auf den sich noch immer zahllose magische und esoterische Schulen der Gegenwart berufen. Crowley experimentierte sehr viel mit Räucherstoffen und bewußtseinsverändernden Drogen. Seine Schriften haben einen nachhaltigen Einfluß auf die heutigen esoterischen Richtungen geübt. Neben seinem berühmten Magiergesetz „Tu was du willst soll sein das ganze Gesetz“ postulierte er noch viele andere Grundlagen der Magietheorie, die bis heute Gültigkeit haben. Viele halten Crowley neben Gurdjew für den bedeutendsten aktiven Magier der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, doch bei vielen ist er auch heftig umstritten.

Crowley, Aleister – Das Buch des Gesetzes
Crowley, Aleister – Liber 777
Crowley, Aleister – Tarot
Crowley, Aleister – Über Yoga
Crowley, Aleister – Buch der Lügen
Crowley, Aleister – Leben und Werk des Tieres
Crowley, Aleister – Liber Lege Libellum
Crowley, Aleister – Magie in Theorie und Praxis
Crowley, Aleister – Meditation
Crowley, Aleister – Tarot (Bilder der Karten)
Der Name Crowley wird übrigens „Krohli“ ausgesprochen und nicht etwa „Krauli“, wie man aufgrund der Schweibweise vermuten könnte. Crowley selbst legte großen Wert auf die richtige Aussprache seines Nachnamens und veröffentlichte später zur Verdeutlichung der korrekten Aussprache folgenden Vers:

„My name is Aleister Crowly.
I’m master of magic unholy!“ Aleister Crowley
Aleister Crowley
„The Beast“, wie er sich selbst nannte

Aleister Crowley wurde am 12.10.1875 zwischen 23 Uhr und Mitternacht als Edward Alexander Crowley im englischen Leamington, Warwickshire, geboren. Sein Vater Edward war wohlhabender Besitzer einer Brauerei. Seine Mutter war Emily Bertha Crowley, geborene Bishop. Beide Eltern waren Mitglieder einer sehr strenggläubigen puritanischen Quäker-Glaubensgemeinschaft der „Plymouth Brethren“ und hatten einen sehr autoritären Erziehungsstil.

Sein Vater war Abstinenzler und zog als Laienprediger durch das Land. Er brachte ihm bereits im frühen Kindesalter die Visionen der Johannes-Offenbarung bei. Von seiner Mutter Emily Bertha behauptete Crowley, sie sei eine der scheinheiligsten und blindgläubigsten Menschen, denen er je begegnet sei. Bereits als kleines Kind (ungefähr ab 1879) mußte er regelmäßig an der morgendlichen Bibelstunde teilnehmen. Möglicherweise liegt Crowleys spätere anti-christliche Einstellung an diesen Jugenderfahrungen mit christlicher Engstirnigkeit, die er zuhause erleben mußte.

Der kleine Aleister war wohl ein ziemlich übler kleiner Junge. Er soll zum Beispiel eine Katze zu Tode gequält haben, bloß um herauszufinden, ob diese wirklich neun Leben habe. Ein selbstgemachtes Feuerwerk kostete ihn fast sein noch junges Leben. Als Jugendlicher stellte er fest, daß ihn Schilderungen blutiger Folterungen und die Vorstellung, selbst unter Todesqualen zu leiden, erregten. Schon im Jugendalter hatte Crowley Interesse an paranormalen Phänomenen, obwohl er damit auf wenig Gegenliebe seiner Eltern stieß.

Seine empörte Mutter hatte ihn einst in Anspielung auf die biblische Offenbarung des Johannes als „The Beast“ (engl.: Das Tier) bezeichnet, aus der auch die 666 als Zahl des Tiers stammt, und Crowly übernahm diesen Spitznamen für sich mit Genuß. Er behielt ihn sein ganzes Leben lang bei und unterzeichnete später auch seine Schriften und Briefe entweder so oder mit „To Mega Therion“ (griech.: Das Große Tier).

Der junge Edward Alexander Crowley

1886, als Crowley 11 Jahre alt war, starb sein Vater. Seine Mutter steckte ihn 1888 als 13-Jährigen in ein christliches Internat. Dort versuchte man ihn, nachdem er durch Sexspiele mit anderen Kindern gegen die lokalen Tabus verstoßen hatte, mit Gewalt (anderthalbjährige Isolation) „umzuerziehen“, was zu seiner Abneigung allem Christlichen gegenüber beitrug. 1890 wurde er aus diesem Internat hinausgeworfen und kehrte nach Hause zurück.

Etwa 1891 wurde er im Alter von sechzehn Jahren von dem Dienstmädchen seiner Mutter in sexuelle Vergnügungen eingeweiht. 1892 kam er auf eine Schule, in der er mit Homosexualität konfrontiert wurde. Sein Zimmergenosse verkaufte sich anderen Jungen als Prostituierter. Er ließ sich auf eine andere Schule, nach Malvern in Tombridge, versetzen, wo er nach kurzer Zeit Gonorrhöe (Tripper) bekam.

Crowley in seinen magischen Anfängen vor seinem Altar

1895 begann er am Trinity College der Universität Cambridge ein Studium der Geisteswissenschaften Philosophie, Psychologie, Wirtschaftswissenschaften und klassische Philologie. Schon während seiner Studienzeit schrieb er erste Dichtungen und unternahm als leidenschaftlicher Bergsteiger Bergbesteigungen in den Alpen (das Eigerjoch), in Mexiko und im Himalaya, bereiste Japan, Indien, China und Ceylon (das heutige Sri Lanka). Sein Interesse für Magie wrde größer, und er las zahlreiche Bücher darüber, sowie über Mystik, Alchemie usw.

Crowley als Student

Silvester 1896 wachte er nach seiner eigenen Biographie „Confessions“ (engl.: Bekenntnisse) um Mitternacht in einem Stockholmer Hotel mit dem ekstatischen Gedanken auf, daß er über ein magisches Mittel verfüge, mit dem er sich eines ihm bis dahin verborgenen Teils seiner Natur bewußt werden könne. Diese Erfahrung veranlaßte ihn, nach Wegen zu suchen, diese Möglichkeiten zu verwirklichen. Durch den frühen Tod seines Vaters war Crowley mit einem ihm schon zu Lebzeiten seiner Mutter zugesprochenen Teil des Erbes schon früh zu Geld gekommen, und das ließ er auch reichlich fließen. Er widmete sein Leben nun ganz der Magie und las viele Bücher. 1898 veröffentlichte er sein erstes Gedichtbuch „Aceldama“ und verließ Camebridge ohne Abschluß. Fortan nannte er sich keltisierend Aleister.

Von seiner 1896 erhaltenen Erleuchtung berichtete er dem Engländer Julian L. Baker, den er 1898 während einer Bergtour in der Schweiz zufällig in einem Restaurant traf. Baker war ein eingeweihtes Mitglied des Hermetic Order of the Golden Dawn, der ihn dann auch in diesen Orden einführte. Crowley schloß sich am 18.11.1898 dem Golden Dawn an, wo er wohl den größten Impuls seiner magischen Entwicklung erhielt.

Crowley in der rituellen Robe des Golden Dawn

Der Golden Dawn, 1888 in London eingerichtet, entwickelte für ihre Mitglieder eine Laufbahn, die fast ein Kurs im Okkulten mit akademischem Abschluß genannt werden könnte. Den Mitgliedern wurden große Mengen von okkulten Texten zu meistern gegeben, und sie mußten eine Reihe von abgestuften Prüfungen darüber ablegen. Zusätzlich durchlief der Novize eine Folge von magischen Ritualen, die ihn in neue Bereiche mystischen Verständnisses einführten.

Crowley erwies sich als der gelehrigste Schüler, und nach einem halben Dutzend Übungen übertraf er zur allgemeinen Überraschung bereits seine Lehrer. Im Dezember übersprang er zwei Grade und erhielt den Grad des Zelators. Sein magischer Ordensname war Frater Perdurabo (lat.: Bis zum Ende ausharrender Bruder). Er brachte den pornografischen Gedichtband „White Stains“ (engl.: Weiße Flecken) heraus.

Ein Foto Crowleys aus dieser Zeit (mit seiner Unterschrift)

1899 lernte er Allan Bennett kennen, ein wichtiges Ordensmitglied im Golden Dawn, mit dem er sich anfreundete und der sein Lehrer und magischer Ziehvater wurde. Crowley zog in London mit Bennet zusammen. Beide zelebrierten die Zeremonien des Ordens. Crowley hatte in diesem Jahr erste Kontakte mit Drogen (Opium, Kokain, Morphium, Äther und Chloroform).

Crowley will eine Ausgabe von 1458 des angeblich aus dem Jahr 1387 stammenden hebräischen Rituals des Abramelin besessen haben, welches auf geheimen Büchern Moses beruhen und den direkten Kontakt zum Göttlichen ermöglichen und „magische Rituale mit der stärksten bekannten Wirkung“ enthalten soll (eine genaue Analyse des Textes zeigt jedoch, daß diese Schrift frühestens im 18. Jahrhundert entstanden sein kann).

Dieses Zertifikat wurde Alan Bennett als Adept des Golden Dawn verliehen. I. A. steht für Iehi Aour, Bennetts Ordensnamen.

Um die Wirksamkeit des Rituals zu prüfen, kaufte er im Oktober 1899 den schottischen Landsitz Boleskine House bei Iverness/Foyers in der Einsamkeit des Strandes vom Loch Ness. Hier soll er die in der Geschichte der Magie berühmt gewordene Beschwörung der Abramelin-Dämonen versucht haben, die er zunächst bis 1903 vorbereitete. Diese Vorbereitung dauert nach den Vorgaben des Mauskripts mindestens anderthalb Jahre.

1900 zog Bennett aus Gesundheitsgründen nach Ceylon (heute Sri Lanka), wo er unter dem Pseudonym Bikkhu Ananda Metteya buddhistischer Mönch wurde. Crowley zog dagegen in sein schottisches Landgut Boleskine House. Er nannte sich fortan Laird of Boleskine und kleidete sich wie ein schottischer Edelmann.

Crowley war im Golden Dawn einer der Günstlinge des Vorsitzenden Mathers und des wichtigen Mitglieds Bennett, was ihn schnell auf der hierarchischen Leiter des Ordens aufsteigen ließ. Allerdings waren andere Mitglieder ganz und gar nicht begeistert über Crowley, und so geriet der Orden in eine Zerreißprobe. Nachdem Crowley 1900 die notwendigen Studien des Golden Dawn abgeschlossen hatte, verweigerten die Londoner Führer ihm den dazugehörenden 5. Grad des Adeptus Minor (lat.: kleinerer Schüler) wegen homosexueller Affären.

Crowley, dessen magisches Motto nun Parzival war, reiste deshalb nach Paris, um die für seine angestrebte Initiation notwendigen Dokumente einzusehen. Doch auch dort wurde ihm die Einsicht nicht gestattet. Noch in Paris wandte sich Crowley deshalb an Mathers, welcher als Oberhaupt des gesamten Ordens am 16.01.1900 gegen seinen Eid der Loyalität höchstpersönlich die Zeremonie zelebrierte, Crowley in den hohen Grad des Adeptus Minor zu erheben. Diese Eigenmächtigkeit Mathers entgegen der Londoner Führung führte innerhalb des Golden Dawn zum Eklat, woraufhin die Londoner Bruderschaft, welche diese Weihe nicht anerkannte, gegen Mathers revoltierte. Mathers wurde – allerdings nicht nur deswegen – aus dem Golden Dawn ausgeschlossen.

Crowley in schottischer Tracht

Crowley versuchte im Namen Mathers‘ entweder die Kontrolle über den Golden Dawn oder über Eigentum des Ordens zu erringen. So unterbrach er, gekleidet als Highlander und eine Kapuze tragend, ein Ritual. Angeblich kam es während dieser Auseinandersetzung auch zu magischen Angriffen. Crowley berichtete, die Rebellen hätten feindliche Magie gegen ihn gerichtet, sein Regenmantel habe spontan in Flammen gestanden, und er sei grundlos so sehr in Zorn geraten, daß selbst die Pferde vor Schreck davonrannten. Das Ganze eskalierte derart, daß schließlich sogar die Polizei eingreifen mußte. Am Ende zerfiel der Golden Dawn, woran neben feindlicher Magie (nach Meinung der Mitglieder) auch Presse und Polizei ihren Anteil hatten, und verschiedene Mitglieder verließen den Orden.

Crowley blieb entgegen häufiger Darstellungen Mitglied des Ordens, aber er hatte genug von den Streitereien, und verließ im Mai 1900 England, um die Welt zu bereisen. So besuchte er einige Jahre lang Mexiko, einerseits nach Mexiko-Stadt, um dort seinen okkulten Neigungen nachzugehen, andererseits zum Bergsteigen.

1901 reiste Crowley weiter nach Indien und traf dort in Burma Allan Benett. 1902 nahm er im Himalaya-Gebirge an einer Expedition von Oscar Eckenstein zur Erstbesteigung des K2 im Karakorum teil, aber die Expedition scheiterte.

Am 11.08.1903 begegnete Crowley der verwitweten Rose Kelly, die Schwester seines Freundes, des Malers Sir Edward Kelly. Sie wurde von ihrer Familie bedrängt, wieder zu heiraten, und eine ihr widerstrebende Eheschließung war bereits arrangiert. Crowley wollte Rose aus dieser Situation befreien und versprach ihr selbst die Ehe. Daher heirateten die beiden am nächsten Morgen, dem 12.08.1903, in einer fast wörtlich zu nehmenden Nacht- und Nebelaktion. Im Anschluß daran erfolgte eine Hochzeitsreise über London nach Paris, dann über Marseille weiter ins ägyptische Kairo. Durch diese Heirat unterbrach Crowley seine Vorbereitung des Abramelin-Rituals.

Die Totentafel auf der Stele des Ankh-f-n-khonsu

Das Paar war schon früh damit beschäftigt, zusammen Beschwörungen diverser Mächte vorzunehmen. Im April 1904 entdeckte Rose in Kairo ihre medialen Fähigkeiten. Diese führten nach Crowleys Angaben dazu, daß das Paar im ehemaligen Boulak-Museum auf eine Holzstele aufmerksam wurde. Diese Stele von etwa 650 v.u.Z. war die sogenannte Stele des Ankh-f-n-khonsu (heute im Ägyptischen Nationalmuseum in Kairo). Die Totentafel stellt eine Opferszene dar, bei welcher der Besitzer der Stele, der Priester Ankh-f-n-khonsu vor dem ägyptischen Horus-Gott Re-Harachte steht. Die Tatsache, daß diese Stele im Ausstellungskatalog die Nummer 666 trug, betrachtete Crowley als ein Zeichen, da er selbst sich mit dieser Zahl, auch die Zahl des Tieres nach der Offenbarung des Johannes genannt, bereits früher identifiziert hatte. Er nannte sie fortan „the stele of revaling“ (engl.: die Stele der Offenbarung).

Vom 08. bis 10.04.1904 nahm Crowley eine Anrufung des ägyptischen Gottes Horus vor. Laut Crowley offenbarte sich ihm über die medialen Fähigkeiten seiner Frau ein überirdisches Geistwesen namens Aiwaz, welches sich als Abgesandter des von Crowley in Ra-Hoor-Khuit und Hoor-pa-Kraat umbenannten Gottes Re-Harachte vorstellte. Diese Begegnung mit Aiwaz war das für ihn vielleicht wichtigste Ereignis in Crowleys Leben, und mit diesem begann seine eigentliche große Laufbahn.

Während der dreitägigen Sitzung diktierte Aiwaz, den Crowley fortan als seinen persönlichen Schutzengel betrachtete und ihn kabbalistisch in die Nähe des ägyptischen Sturmgottes Seth einordnete, ihm sein „Liber Legis“ (lat.: Das Buch des Gesetzes), welches mit dem vielzitierten Satz „Do what thou wilt shall be the whole of the law.“ (altengl.: Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz) beginnt. Dieses berühmteste seiner Bücher, welches Crowley später als „Liber al Vel Legis“ herausbrachte und als „Gesetz von Thelema“ (Gesetz des Willens) bezeichnete, enthält den Kern Crowleys späterer Lehren und verkündet die neue Religion Thelema.

Der erste Satz des thelemitischen Gesetzes „Do what thou wilt, shall be the whole of the law.“ in Crowleys Handschrift

Beginnend mit „Tu was du willst, soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen. Es gibt kein Gesetz jenseits von: Tu was du willst.“ verkündet das in 220 Versen von Crowley niedergeschriebene „Liber al Vel Legis“ ein neues Zeitalter, in dem Fremdbestimmung abgeschafft und der Mensch von seinem eigenen freien und wahren Willen gelenkt wird. Die freiwillige Liebe ist ethische Grundlage allen Handelns. Den Menschen, denen es gelingt, diese Liebe unter Willen zu leben, wird dann bewußt werden, daß die Ausübung des freien wahren Willens tatsächlich kein Gesetz ist, sondern lediglich eine Selbstverständlichkeit. So gelingt es Crowley, die Handlungsmaxime für die gesamte Menschheit in ein einziges Wort zu fassen.

Dieses Buch, das seine Kernaussage selbst mit dem griechischen Wort „Thelema“ (Wille) bezeichnet, ist eine psychoaktive Zeichenkette, welche subtil das Bewußtsein des Lesers manipuliert und es ihm ermöglicht, seinen freien wahren Willen zu entdecken und zu leben. Das Lesen der zum großen Teil schwer verständlichen Zeilen, für die neben Kenntnissen der Magie auch die der Alchemie erforderlich sind, öffnet den Geist für die Konfrontation mit dem eigenen „Überbewußtsein“ und kann unter Umständen schwere innere Konflikte auslösen. Die Selbsterschaffung des Individuums im Sinne von Thelema ist faktisch gleichzusetzen mit einer psychologischen Autokonditionierung. Labilen Menschen wird daher geraten, erst nach Festigung der eigenen Persönlichkeit mit dieser Schrift in Kontakt zu treten.

Crowleys neue Religion Thelema krankte, wie so viele, an ihrem Exklusivitätsanspruch. Für sie waren alle andere Religionen falsch und ihre Anhänger mußten ausgerottet werden. Das Buch des Gesetzes ist an vielen Stellen kryptisch, aber gerade dieser Aspekt tritt klar hervor.

Die Hochzeitsreise mit seiner Frau sollte ursprünglich bis Ceylon führen, wurde aber abgebrochen, da Rose schwanger war. Beide kehrten zu ihrem schottischen Landgut Boleskine House zurück. Am 28.07.1904 brachte Rose dort eine Tochter zur Welt, der die Eltern den Namen Nuit Ma Ahathoor Hecate Sappho Jezebel Lilith Crowley gaben.

Crowley nahm im selben Jahr den 6. Grad des Adeptus Major (lat.: Größerer Schüler) im Golden Dawn an. Nach seiner prophetischen Berufung widmete sich Crowley einige Zeit nicht mehr primär der Magie. Während einer Chinareise in Begleitung von Frau und Kind nahm Crowley 1905 als erfahrener Bergsteiger an einer Expedition in den Himalaya teil, um den riesigen Berg Kangchenjunga zu bezwingen. Die Expedition scheiterte jedoch, und etliche Teilnehmer starben dabei.

Anschließend reiste er mit Frau und Kind durch das Kaiserreich China. Ohne Familie besuchte er Kanada und die USA. Erst nach seiner Rückkehr aus den USA nach England erfuhr er 1906, daß seine Tochter Lilith inzwischen im indischen Rangoon an Typhus gestorben war.

Er vollzog eine Anrufung des Agoeides. Noch im Jahr 1906 vollendete Crowley dann endlich in seinem schottischen Landgut die lange Vorbereitung des Abramelin-Rituals und führte die Beschwörung der Abramelin-Dämonen durch, die ihm das Göttliche offenbaren sollten. Crowley mußte die Zeremonie jedoch vorzeitig abbrechen, nachdem ihn angesichts der entfesselten Gewalten eine sehr große Angst überfiel.

Im Jahr 1907 arbeitete Crowley erneut magisch und gründete seine eigene Geheimgesellschaft, „Astrum Argenteum“ (lat.: Silberner Stern, im Englischen auch „Silver Star“ und im Griechischen „Aster Argos“ genannt), um seine Thelema-Lehre (von „thelein“, griech.: wollen) vom Ideal einer individualistischen Lebensweise für Eingeweihte an seine Anhänger weiterzugeben.

Crowley läßt sich als Lichtbringer fotografieren

In dieser lehrte er die sogenannte Selbsteinweihung (im Gegensatz zur Einweihung durch die Versammlung, deren Gegner er war) durch „Unbekannte Obere“, welche das Ich zerstören, und den Haß des Ichs, „um den Abyssus zu überqueren“.

Inhalt seiner Lehren waren außerdem ägyptische Rituale (nach der Art Cagliostros) und das Ziel, Propheten auszubilden. Bald stellte er die hermetisch-ägyptischen Evokationen ein und ersetzte sie durch Yoga-Praktiken.

Nach seiner Theorie war „jeder Mann und jede Frau ein Stern“, denn sie sind zwar alle gleich, doch jeder Stern ist einmalig und dennoch nichts ohne die anderen am Firmament, und von jedem einzelnen Stern aus betrachtet, sehen alle anderen Sterne immer anders aus, nie haben zwei Sterne dasselbe Bild des Universums. Crowley lehrte außerdem, daß „das Dasein reinstes Vergnügen sein müsse“.

Die als A. A. abgekürzte Gesellschaft, von Crowley auch als „Atlantische Adepten“ gedeutet, war eine heimliche Abteilung des Golden Dawn. Der Neophyt hatte u.a. zu schwören: „…das Große Werk zu verfolgen, nämlich: die Herrschaft über die Natur und die Kräfte meines eigenen Wesens zu erlangen.“ Die Lehren des Ordens faßte Crowley in seinem Buch „Magie in Theorie und Praxis“ zusammen und gab zusätzlich ab 1909 halbjährlich die Zeitschrift „The Equinox“ heraus (passenderweise jeweils zur Tagundnachtgleiche), deren größte Artikel er selbst schrieb. Viele Orden und magische Organisationen benutzten später das von Crowley entwickelte Gradsystem und sein magisches und mythisches Konzept.

1909 trennte sich Crowley von seiner Frau Rose, weil sie Alkoholikerin geworden war. Zwei Jahre später wurde sie in eine Nervenklinik eingewiesen. Nach seiner Scheidung fühlte Crowley sich frei für die Welt der Drogen und Frauen. Er stürzte sich wieder auf die Poesie und wurde wieder sehr aktiv in der Magie. Er schrieb im selben Jahr sein Buch „777“ und erreichte im Golden Dawn den 7. Grad des Adeptus Exemptus (lat.: Bevorrechtigter Schüler). Vom 23.11. bis 19.12.1909 führte er nach dem henochischen System Anrufungen in Nordafrika durch und nahm noch im Dezember desselben Jahres den 8. Grad des Magister Templi (lat.: Tempelmeister) an. 1909 bis 1910 veröffentlichte Crowley seine „Holy Books“ (engl.: Heilige Bücher). 1911 war er mit Mary dÈste Sturges zusammen.

Crowley in O.T.O.-Robe

1912 trat Theodor Reuß, Leiter der erotomanen deutschen Okkultistengruppe „Ordo Templi Orientis“ (Orden der Tempelritter des Orients, abgekürzt O.T.O.), die auch damals schon eine „irreguläre“ Form der Freimaurerei der Lehrart Memphis-Misraim war, an Crowley heran und beschuldigte ihn, in einem seiner Bücher sexualmagische Geheimnisse dieses Ordens veröffentlicht zu haben. Allerdings war dies ein Mißverständnis, da Crowley lediglich schon eigenständig zu denselben Erkenntnissen gekommen war.

Nachdem dies geklärt war, wurde er nicht nur in den O.T.O. aufgenommen, sondern von Reuß sogar zum Leiter des englischsprachigen Zweiges des Ordens ernannt. Innerhalb von zehn Jahren stieg Crowley Leiter des Gesamtordens auf. In den O.T.O. führte er eigene sexualmagische Riten ein und brachte diesen zu Gunsten des indischen Yogas weg von der mit Alchemie und altägyptischen Mystik überladenen mehr oder weniger freimaurerischen Lehrart. Er schuf einen für alle verbindlichen initiatischen Bund mit seinem Buch des Gesetzes. Seinen Schülern lehrt der Orden von nun an: „Es gibt überhaupt keinen Gott, und Gott seid ihr selbst.“

1913 erschien die zehnte und letzte Ausgabe von Crowleys Zeitschrift „The Equinox“. Noch im gleichen Jahr tourte Crowley mit den Ragges Rag-Time Girls durch Moskau. Crowley in O.T.O.-Robe
Crowley in O.T.O.-Robe

Ebenfalls 1913 erschien auch sein Buch der Lügen („Book of Lies“). Dies ist das wohl rätselhafteste und absichtlich perverseste seiner mystischen Handbücher, und für diejenigen, die etwas davon entziffern können, ist es auch eines der komischsten Bücher. Crowley behauptet, in einem Kapitel die innersten Geheimnisse der Freimaurer und Illuminaten zu enthüllen, verrät aber nicht, in welchem (auch später nicht). Grundsätzlich enthält der Text dieselben Paradoxa wie die Principia Discordia oder die Rätsel des Zen-Buddhismus, kombiniert mit lyrischen Passagen, in denen es scheinbar um verschiedene Arten sexueller Akrobatik geht, wenn man es so verstehen will, oder um veränderte Bewußtseinszustände auf dem Weg zur mystischen Erleuchtung, wenn man es lieber so sieht. Ein Kapitel beginnt zum Beispiel mit: „Nichts ist. Nichts wird. Nichts ist nicht.“ Für die meisten Leser mag das wie purer Quatsch klingen, aber es beschreibt recht präzise den mystischen Zustand namens Shivadarshana der Hindus.

1914 vollzog Crowley mit seinem Geliebten Viktor Neuburg in Paris sexualmagische Rituale. Während des Ersten Weltkriegs von 1914 bis 1919 hielt Crowley sich in den USA auf. Von dort aus verspottete er das englische Nationalgefühl, indem er anti-britische Propaganda für die deutsche Regierung schrieb, wodurch die Presse seinen ohnehin schon negativen Ruf noch verschlimmerte. Auch seine nach dem Krieg abgegebene Erklärung, dies seien satirische Schriften gewesen, konnte daran nichts ändern. Crowleys Verachtung der Gesetze war so groß, daß er einmal einen Talisman verwendete, um ein Gerichtsurteil zu seinen Gunsten herbeizuführen.

Das Tier aus dem Meer und das Tier aus der Erde (Aus der Apokalypse nach der Johannes-Offenbarung, Merian-Bibel von 1630)

Am 03.09.1914 begann Crowley mit dem magischen Tagebuch „Rex de Arte Regia“, welches als „The Magical Record of the Beast 666“ abgedruckt und 1972 von J. Symonds herausgegeben wurde.

Crowley führte ein ausschweifendes Leben, äußerte regelmäßig seine Ansichten über Sex, welche zu seiner Zeit als sehr radikal galten, und bekannte sich offen zu seinem Drogenkonsum. Crowleys Prosa und Gedichte stecken voller geheimnisvoller Andeutungen und großer sexueller Potenz. Er selbst pflegte seinen Körper mit einem „magischen“ Parfüm einzureiben und durch die Straßen zu laufen – womit er anscheinend wirklich Frauen in sein Schlafzimmer brachte. Die Prophezeiungen des Johannes von Jerusalem Die „Geheime Offenbarung des Johannes“, das letzte Kapitel der Bibel, deuten viele Zeitgenossen als den Zusammenbruch unserer derzeitigen Zivilisation. Eine große Rolle spielt dabei die „Hure Babylon“, die betrunken ist vom „Blut der Heiligen“ und vom „Blut der Zeugen Jesu“. … Weiterlesen

Am 12.10.1915 initiierte sich Crowley selbst in den 9. Grad des Magus (lat.: Magier) und nannte sich „To Mega Therion“ (griech.: Das Große Tier). Dieser Name ergibt in der Numerologie die Summe 666, die Zahl des Tiers.

1917 starb Crowleys Mutter, was ihm den Zugang zum Rest des Erbes ermöglichte. 1918 erschien einer der Geliebten Crowleys in New York, Roddi Minor, der Geist Amalantrah. Crowley lernte in New York seine „scarlet woman“ (engl.: purpurne Frau) Leah Hirsig (Alostreal) kennen, seine wichtigste Anhängerin und Geliebte. Am 05.11.1918 starb Mathers. Geschichten, nach denen Crowley ihn durch Magie ermordet haben soll, entbehren jeder Grundlage, da er keinerlei Motiv dazu hatte, seinen Freund zu töten.

1919 erschien die erste Ausgabe der dritten Aufage von Crowleys Zeitschrift „The Equinox“. Als im selben Jahr der Erste Weltkrieg endete, kehrte Crowley zusammen mit Leah Hirsig nach England zurück, wo diese ihre gemeinsame Tochter Anna Leah, genannt Poupee, zur Welt brachte.

Crowley posiert als der chinesische Gott Fo-Hi

Am 02.04.1920 kam er zusammen mit Leah Hirsig in Cefalù auf Sizilien an und richtete dort seine berüchtigte Abtei von Thelema (griech.: Wille) ein. Dort wollte er mit seinen Anhängern nach den Gesetzen seines „Liber al Vel Legis“ in Liebe und Freiheit leben. Crowley feierte sexuelle Orgien, nahm Drogen und trat in Phantasiekostümen auf. So erschien er in den exzentrischsten Aufmachungen, zum Beispiel als Asiate verkleidet. Er rauchte in Rum getränkten Tabak und genoß verschiedene Drogen für die „heiligen Orgien“. In dieser magischen Kommune spielt auch sein Buch „Diary of a Drug Fiend“ (engl.: Tagebuch eines Drogenteufels), indem er durch eindrucksvolle Schilderungen auch vor den Gefahren des Drogenmißbrauchs warnte.

Crowley in der Abtei von Thelema

Einige der Riten seines Ordens waren wild und blutig. Crowley wies seine Anhänger an, sich die Arme mit einem Rasiermesser aufzuschneiden, wenn sie versehentlich das Wort „Ich“ gebrauchten, und damit allmählich jedes Selbstgefühl auszulöschen. Er glaubte nämlich, daß es die höchste Bestimmung des Lebens sei, die persönliche Identität zu zerstören. Seine okkulten Praktiken wurden immer absurder, blutiger und auch gefährlicher, und in seiner verzweifelten Verachtung der menschlichen Rasse konnte er seine Gier nach dem Außergewöhnlichen nur noch mit immer extremeren Mitteln befriedigen. Verletzungen bei seinen Konkubinen und der mysteriöse Tod des Raoul Loveday waren nur einige der Folgen seiner Zeremonien. Bezeichnenderweise unterschrieb Crowley seine Briefe stets mit „The Beast“.

Symbol des O.T.O.

Am 14.10.1920 starb seine einjährige Tochter Anna Leah, während Crowley auf Reisen war. Crowley war völlig am Ende und versuchte, möglicherweise aus Anlaß dieses Verlustes, sich in dieser Zeit von seiner Drogensucht zu befreien. 1921 erschien Crowleys „Ipsissimus“.

Seit 1922 war Crowley zum Oberhaupt des gesamten internationalen O.T.O. aufgestiegen. Längere Zeit beschäftigte er sich damit, immer tiefer in die Geheimnisse der Magie einzudringen, sie weiter zu erforschen und damit auch praktische Erfahrungen zu sammeln. Auf Grund dieser theoretischen und praktischen Studien schrieb Crowley viele Bücher. Er war ebenfalls unter seinen Pseudonymen bekannt: Meister Therion, To Mega Therion (altgriech.: Das große Tier), Gerard Aumont, Frater Perdurabo (im Golden Dawn) usw.

Crowleys Auffassung der Magie stützt sich als Basis auf die verschiedenen Stufen der Meditation, welche dem Weg des achtfachen Yoga entlehnt ist. Damit gehört er zu den ersten Europäern, die eine Synthese aus westlicher Magie und östlichem Yoga auch auf praktischer Ebene vorstellt. Er schrieb einmal von sich, er sei mit drei der großen Zeichen eines Buddhas und mehreren der kleinen geboren worden. Zudem beschäftigt er sich mit den Werkzeugen der zeremoniellen Magie (Tempel, Kreis, Altar, Stab, Kelch, Schwert usw.) und schreibt ausführlich über ihre Bedeutung, ihren Zweck und ihre Anfertigung. Crowley erläutert seine Sicht der Magie in der Theorie und gibt, auch viele praktische Anleitungen für Rituale, Formeln und Methoden, oft mit Anleihen bei der Kabbala. Zudem postuliert er die Wichtigkeit des Schweigens, der Gesten, der Geheimhaltung, des Eids und noch viele andere Aspekte der Magie.

Benito Mussolini

Durch zahlreiche Mißstände (Schläge und Sexualmagie) in der Abtei Thelema wurden Crowleys Organisationen sehr diskreditiert. Maßgeblich trug die enttäuschte Witwe des umgekommenen Raoul Loveday, Betty May Loveday, dazu bei, indem sie sich an die englische Presse wandte und die Zustände und Vorkommnisse in der Abtei anprangerte. Die mutmaßlichen Vorgänge in der Abtei waren regelmäßig Skandalthema in der Sensationspresse. Natürlich bekam die Außenwelt kaum sachliche Informationen aus der Abtei, und vielleicht wurden die Geschichten über sexuellen Mißbrauch, Gewalt und schwarze Magie in den Zeitungen gerade deshalb immer schlimmer.

Die Berichte über merkwürdige Riten und Orgien erreichten auch die Ohren der italienischen Behörden, und der gerade an die Macht gekommenen faschistischen Mussolini-Regierung wurde es zuviel. So wurde Crowley nach drei Jahren am 01.05.1923 aus Italien ausgewiesen, der Orden verboten und die Abtei geschlossen. Er reiste ins tunesische Tunis, und bis hierher reicht auch seine „Atohagiographie“ genannte Autobiographie.

Crowley nach dem Höhepunkt seiner Karriere

Nach der Ausweisung aus Sizilien blieb sein Leben unstet, denn sein Ruf machte es ihm unmöglich, einen Verleger zu finden, oder auch nur einen Platz zum Leben.

Crowley genoß einerseits seine Popularität und sorgte für sein Verhalten auch ständig dafür, daß die Presse über ihn berichtete. Er erlangte die Reputation, teuflisch zu sein, und als der verdorbenste Mensch auf Erden zu gelten, bemerkte dann aber zu spät, daß er dieses Image nicht mehr kontrollieren, geschweige denn ablegen konnte, als es unbequem wurde.

Die Zeit blieb auch für Crowley nicht stehen

1925 reiste Crowley als internationales Oberhaupt des O.T.O. nach Deutschland ein. Im thüringischen Weida verhandelte er mit Karl Germer, Eugen Grosche, Heinrich Tränker und anderen über die Gründung eines deutschen Zweiges seiner Bewegung, und um die Pansophia-Gruppe unter seine Herrschaft zu bringen.

Während einer dortigen Okkultistenkonferenz wurde Crowley von der Pansophischen Bewegung als „Weltheiland“ ausgerufen. Crowleys Plan bestand angeblich darin, von Deutschland aus seinen Weg als „Weltheiland“ anzutreten, wozu der Buchhändler Tränker die buchhändlerische Propaganda machen sollte. Doch er konnte hier keinen großen Erfolg in der okkulten Szene erringen und streifte für eine Zeitlang durch Europa.

1926 wurde Crowley bei einem Besuch des Instituts für die harmonische Entwicklung des Menschen in der Prieuré bei Paris vom Magier Georg Iwanowitsch Gurdjew nachdrücklich abgelehnt.

Crowley betrachtet seinen Stab

1929 wurde er mit seinen Begleitern aus Frankreich ausgewiesen. Am 16.08.1929 heiratete er in Deutschland Maria Teresa de Miramar.

1929 publizierte er auch sein Buch „Magick: In Theory and in Practice“ (engl.: Magie: In Theorie und in Praxis). 1930 erschienen die ersten Bände seiner Autobiographie „Confessions“ (engl.: Bekenntnisse).

1944 erschien sein letztes Werk, das Buch Toth, welches das berühmte Crowley-Tarot enthält, das er bei der Malerin Lady Frieda Harris in Auftrag gab. Es dauerte angeblich 5 Jahre, bis er endlich mit dem Ergebnis zufrieden war. Noch heute gehört es zu den bekanntesten und wichtigsten Tarots überhaupt und wird für seine Symbolvielfalt gelobt. Crowley betrachtet seinen Stab

Crowleys Stab trägt an seiner Spitze den Kopf des gehörnten Gottes Dianus. Sein Kopf wird von einer dreifachen Flamme überragt, die den hebräischen Buchstaben „SH“ darstellt, welcher „Geist“ bedeutet. Auf der Seite des Stabes ist „THE BEAST 666“ eingeschnitzt, ein Verweis auf Das Große Tier mit der Zahl 666 in der Offenbarung, mit dem Crowley sich als „To Mega Therion“ identifizierte.

Crowley in seinen letzten Jahren

Bis 1944 reiste Crowley in der Welt herum, danach beschloß er, sich zurückzuziehen. Die letzten Jahre seines Lebens verbrachte er als Gast eines englischen Aristokraten in einer Landpension. Er war weiterhin vom Heroin abhängig, da dieses bei ihm eine geraume Zeit als Asthma-Medikament eingesetzt worden war. Crowley starb im Alter von 72 Jahren in relativer Armut am 01.12.1947 in Hastings. Die amtlich festgestellte Todesursache war „Herzversagen und eine chronische Bronchitis“.

Das Heidnische in der Verbrennungszeremonie in Brighton vier Tage später am 05.12.1947 fand weltweite Beachtung und auch Empörung in der Presse, denn die Zeremonie wurde mit einem anstößigen Hymnus auf den Gott Pan abgeschlossen: „Io Pan! Io Pan Pan! Pan! Io Pan!“

Crowleys Nachfolger als Großmeister des O.T.O. wurde 1947 Dr. C. H. Petersen. Doch dieser hatte kein Glück in den großen Fußstapfen seines Vorgängers. Nachdem er zusammen mit seiner Frau in Bendestorf bei Hamburg versuchte, das Ritual des Abramelin durchzuführen, an dem zuvor schon Crowley gescheitert war, zerbrachen beide an unvorhergesehenen Rückwirkungen des Rituals und begingen Selbstmord.

Der okkultistische Gitarrist von Led Zeppelin, Jimmy Page, erwarb eine große Sammlung von Crowley-Souvenirs und hat Crowleys schottischen Landsitz Boleskine House gekauft. Crowleys Gesicht ist darüber hinaus eines von vielen auf dem Cover des Beatles-Albums „Sergeant Pepper’s Lonely Hearts Club Band“.

Crowley war offenbar einer der seltenen Köpfe, deren Ansehen mit der Zeit nicht sank, sondern stieg, und er ist bei manchen noch immer so etwas wie ein Kult-Idol. Vielleicht war es die illustre Seite seines Charakters, sein verächtlicher Abscheu vor dem Gewöhnlichen, womit sich seine Anziehungskraft begründete, denn er besaß die modischen Qualitäten sowohl eines moralischen Anarchisten als auch eines Rebellen gegen die bürgerliche Gesellschaft.

Crowley genoß den Titel des „verruchtesten Menschen der Welt“. Seine Ehefrauen wurden beide wahnsinnig. Fünf Geliebte begingen Selbstmord. Berichten zufolge endeten Dutzende seiner Konkubinen als Alkoholikerinnen oder Drogensüchtige in der Gasse oder in Nervenheilanstalten. Aber Crowleys Anziehungskraft war derart, daß die Frauen, die sich zu ihm hingezogen fühlten, ohnehin dazu neigten, Alkohol- und Drogenprobleme zu haben oder emotional gestört zu sein, daher sollte er nicht beschuldigt werden, die Tugend unschuldiger junger Mädchen zerstört zu haben.

Crowley war sicher kein Scharlatan, denn er besaß Glauben, Wissen und wirkliche magische Macht. Seinen Traum, die Religion des Thelema innerhalb seines Lebens weltweit zu verbreiten, konnte er nicht verwirklichen, aber in der damals stark christlich geprägten Welt konnte das auch einfach nicht gelingen. Neben Eliphas Lévi im 19. Jahrhundert war Crowley im 20. Jahrhundert derjenige, der die Entwicklung der Magie in der Neuzeit am weitesten vorangebracht hat. Durch seine Denkanstöße wollte er der seiner Meinung nach blind gewordenen Menschheit neue Wege zeigen. Das Ziel seiner Magie bestand in der Weiterentwicklung des Individuums, wobei er die Ansicht vertrat, der Geist bringe erst das wahre Wesen des Menschen hervor.

Sein zentrales Postulat „Tu was Du willst soll sein das ganze Gesetz. Liebe ist das Gesetz, Liebe unter Willen.“ bedeutet nicht, wie seine Gegner ihm oft unterstellen, daß man tun kann, wozu man gerade Lust hat, sondern sein Thelema-Konzept zielt auf die Verwirklichung des wahren menschlichen Willens mit all seinen möglichen Konsequenzen ab. Dabei legte er darauf Wert, ein Mensch müsse zuerst erforschen, worin dieser eigene Wille wirklich bestehe, um dieses gewollte Handeln überhaupt ausführen zu können. Damit vertrat er ein klassisches Bildungsideal in der Tradition von „Sapere Aude“, nämlich den Mut zu haben, sich seines Verstandes zu bedienen.

Crowley versuchte einige Wörter der esoterischen Lehre, die ihm unpassend erschienen, durch neue zu ersetzen. So grenzte er sich beispielsweise von der Bühnenzauberei ab, indem er den esoterischen Bereich der Magie als „Magick“, anstelle von „Magic“, bezeichnete.

Crowleys schwieriger und widersprüchlicher Charakter, mal stur verschwiegen, mal eloquent redselig und publizierend, mal zynisch aggressiv, mal liebevoll freundlich, mal fordernd, mal selbstaufopfernd, sorgte dafür, daß seine erstaunlichen Fortschritte auf dem Gebiet der Magie zu seinen Lebzeiten nur von einem kleinen Kreis anerkannt wurden. Die Anhänger Crowleys nennen sich Thelemiten, und es gibt sie noch immer. Allerdings folgen sie heute nicht mehr wortgetreu den zum Teil kryptischen Anweisungen Crowleys, sondern haben seine entsprechenden Lehren weiterentwickelt und ausgebaut. Heute gehören seine Werke zur Standardliteratur der abendländischen Zeremonialmagie, und auch viele neue Richtungen der Magie haben Anleihen in Crowleys Lehren.

Weil Crowley sich selbst „The Beast“ nannte und Satan als siegreichen Rebell und nicht mehr als gefallenen Engel ansah, wird er immer wieder, auch in der Literatur, mit dem Satanismus in Verbindung gebracht und als Vorvater oder gar als Begründer des modernen Satanismus bezeichnet. Dies ist jedoch falsch, denn es gibt keine Verbindung zwischen Crowley und dem Satanismus. Er hat nie eine satanistische Organisation geleitet noch einer solchen angehört. Aleister Crowley war Magier, kein Satanist. Seine gelegentlichen anti-christlichen Äußerungen sollten eher seinem schlechten Ruf in der Presse dienen, denn im Grunde interessierte ihn das Christentum überhaupt nicht. Allerdings sah und bezeichnete ihn die Kirche als Repräsentanten Satans, da er mit seiner eigenen Religion des Thelema Gott verleugnete und statt dessen den Menschen zum Göttlichen erhob. Satan dagegen kommt in der Thelema-Lehre gar nicht vor. Crowleys Ruf war zwar der eines Mannes, der Satan anbetete, aber der atheistische Crowley glaubte weder an Gott noch an Satan, und er betete niemanden an außer sich selbst.

Crowleys Beitrag zu der Entwicklung des allgemein ansteigenden Interesses an der Magie bleibt jedoch noch abzuschätzen, da seine Werke und die Essenz seiner Lehren ganz und gar nicht leicht verständlich sind und von den interessierten Laien – wenn überhaupt – meist nur gestreift werden.

Die Theosophie

Beschäftigt man sich mit der Geschichte der Magie zwischen dem 19. und 20. Jahrhundert, kommt man nicht umhin, auch die sogenannte Theosophie zu betrachten, die zwar eher eine religiöse Philosophie als eine magische Lehre ist, doch hatte sie so viele Vertreter in der okkulten Szene, daß einige ihrer Grundsätze einen großen Einfluß auf das magische Denken der damaligen Zeit ausübten.

Die Theosophie (griech.: Gottesweisheit) ist eine gnostisch-mystische Religionslehre, deren Ursprünge in das 17. und 18. Jahrhundert zurückreichen. Hauptvertreter waren u.a. J. Böhme, Jan van Ruusbroec und E. Swedenborg. Theosophische Einflüsse machen sich bei Schlegel und Schelling bemerkbar.

H. P. Blavatsky

Die sogenannte „Neue Theosophie“ oder „Moderne Theospohie“ wurde durch (12.08.1831 bis 08.05.1891) begründet. Blavatsky verband westliche Religionen und Philosphie mit östlicher Spiritualität, vor allem dem Buddhismus. Daraus entstand die Vorstellung von der Existenz einer übersinnlichen Welt, die neben der wahrnehmbaren Welt existiert. Der innere Mensch (das Ego) ist unsterblich, und der Tod bedeutet lediglich den Übergang auf höhere Daseinsebenen, die über die Wiedergeburt erreicht werden. Helena Petrovna Blavatsky
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Blavatsky, H.P. – Die Stimme der Stille
Blavatsky, H.P.- Praktischer Okkultismus + andere Abhandlungen Blavatsky_Geheimlehre_I
Blavatsky_Geheimlehre_II
Das „Karma“, das Gesetz göttlicher Gerechtigkeit, welches Blavatsky dem Buddhismus entlehnte, spielt dabei eine zentrale Rolle. Um die „höheren geistigen Ebenen“ zu erreichen, bedarf der Mensch der Führung eines „Meisters“, des Mahatmas. Dem Menschenbild der Theosophie liegt eine irrationale Rassenlehre zugrunde, die von dem Bestehen fünf sogenannter „Wurzelrassen“ ausgeht, die sich wiederum in etliche Unterrassen gliedern. An oberster Stelle stehen die „Arier“, danach kommen die „Atlantier“ und „Lemurier“ usw. Ägypter, Griechen und Römer werden zu „Überresten der Atlanto-Arier“ erklärt.

In ihrer Rassenlehre unterscheidet sie zwischen „höheren intellektuellen Rassen“ und den „niederen Rassen“ wie die „Australneger“, denen sie das Fehlen einer eigenen Geschichte beziehungsweise Geschichtsschreibung unterstellt wird. Die Bildung einer neuen, höheren Rasse, ausgehend von Amerika, wird vorhergesagt, und natürlich werde sich diese aus den „arischen“ Rassen entwickeln.

Da hilft es auch nichts, daß Blavatsky in ihrem Buch „Geheimlehre“ rassenverhetzendes Gedankengut ausdrücklich als „Anmaßung“ bezeichnet und die von ihr gegründete Theosophische Gesellschaft als das erste von drei Hauptzielen eine „Bruderschaft unter den Menschen, ohne Unterscheidung von Rasse, Farbe, Religion oder sozialer Stellung“ angibt. Zutiefst rassistisch bleibt die Theosophie dennoch.

Als Adelige verbrachte Blavatsky ihre Kindheit und Jugend in der damals dafür üblichen Art und Weise. Ihre Mutter starb, als sie 11 Jahre alt war. Sie hatte in ihren Jugendjahren Kontakte zur Petersburger Boheme, und es gibt Berichte über mesmeristische Tendenzen (Dr. med. Franz Anton Mesmer (1734 bis 1815) begründete den „animalischen Magnetismus“, nach dem ein feinstoffliches Fluidum von allen Menschen ausgeht und das Universum erfüllt).

Als Siebzehnjährige heiratete sie 1848, um mehr Freiheit zu erlangen, General Nikifor V. Blavatsky, Vize-Gouverneur von Armenien, der nach ihren eigenen Angaben schon fast 70 Jahre alt gewesen sein soll (wahrscheinlich war er aber höchstens 40 Jahre alt, denn 1892 lebte er nachweislich noch immer). Die Heirat als solche bedeutete ihr nichts, und die Ehe soll nie vollzogen worden sein. Nur wenige Monate später trennte sie sich von ihm und floh nach Konstantinopel, das heutige Istanbul in der Türkei.

Helena Petrovna Blavatsky in jungen Jahren

H. P. Blavatsky
in jungen Jahren Kurz nach ihrer Trennung lernte Blavatsky in Konstantinopel die russische Gräfin Lisselev kennen, welche sie nach Ägypten mitnahm. Dort hatte sie Kontakte zur okkultistischen Szene in Kairo, wo sie drei Monate lang bei dem alten koptischen Magier Paul Metamon studierte. Sie will Kontakt mit Drusen aus dem Libanon und anderen Mystikern aufgenommen haben. Gemeinsam mit der Gräfin bereiste sie den Balkan und Griechenland.

Zwischen 1848 und 1872 gibt es kaum gesicherte Daten, und ihr Biograph A. P. Sinnett verzweifelte fast an ihren widersprüchlichen Angaben, die sich nicht zusammenreimen ließen. Wenigstens sind ein paar Tatsachen bekannt, die es ermöglichen, zahlreiche falsche Behauptungen zu widerlegen.

In 1851 traf sie an ihrem zwanzigsten Geburtstag nach eigenen Angaben in London den „Meister Morya“, den sie schon in Visionen in ihrer Kindheit gesehen haben will. Nach Blavatskys Aussage sind „Meister“ Menschen, die auf dem spirituellen Pfad sehr weit fortgeschritten sind. Sie sollen eine Bruderschaft von Individuen bilden, die für das spirituelle, intellektuelle, psychische und ethische Wohl der Menschheit sorgen und die manchmal mit Menschen öffentlich in Kontakt treten, um sie mit ihren Lehren zu inspirieren und ihnen zu helfen.

Sie bereiste weiterhin Europa, Afrika, Nord- und Südamerika und Asien. In Kanada soll sie Medizinmänner getroffen haben, und auch auf ihren anderen Reisen soll sie häufig in Kontakt mit Mystikern und Meistern gekommen sein. Sie traf sich mit spiritistischen Zirkeln in Rußland und hatte erste Kontakte mit Drogen. Ihre spiritistischen Praktiken wurden überprüft, und sie wurde des Betrugs überführt. Um 1858 kam ihr Sohn Juri zur Welt.

Sie behauptete 1868 nach Tibet gereist zu sein, wo sie den „Meister Koot Hoomi“ zum ersten Mal getroffen haben will, doch diese angebliche Reise erwies sich als fiktive Beschreibung. In Griechenland will sie den „Meister Hilarion“ getroffen haben. 1871 versuchte sie in Kairo die „Société Spirite“ (frz.: Spirituelle Gesellschaft) zu gründen, was aber mißlang.

H. P. Blavatsky 1875

Blavatsky gründete Ende 1875 in New York gemeinsam mit Henry Steel Olcott und William Quan Judge durch Umwandlung des spiritistischen Zirkels „Miracle Club“ die „Theosophische Gesellschaft“ (abgekürzt TG), die viele Anhänger fand. Der Zeitpunkt dazu war günstig, denn bereits einige Jahrzehnten zuvor hatte der Spiritismus sich über die USA und Europa verbreitet und das Interesse an okkulten Dingen wiedererweckt.

1877 veröffentlichte Blavatsky mit „Isis Unveiled“ (engl.: Isis enthüllt) ihr erstes größeres Werk. Blavatsky und Olcott reisten 1878 zurück nach Indien und ließen sich in Adyar bei Madras nieder. 1879 erschien mit „The Theosophist“ (engl.: Der Theosoph) ihre erste theosophische Zeitschrift.

1880 bekannten sich Helena Blavatsky und Henry Steel Olcott in Sri Lanka zum Buddhismus. 1882 wurde der Hauptsitz der Theosophischen Gesellschaft nach Adyar verlegt. 1884 kam es zur ersten Gründung einer Theosophischen Gesellschaft in Deutschland. Helena Petrovna Blavatsky 1875

1884 wurde Blavatsky in einem umstrittenen Fall von dem Ehepaar Coulomb, Missionaren und von Richard Hodgson, Mitglied der Society for Psychical Research (SPR), der Fälschung von Briefen tibetischer „Mahatmas“ bezichtigt. 1885 kam Hodgson in einem Bericht zu dem Schluß, Blavatsky habe tatsächlich Briefe gefälscht, was gleichzeitig bedeutete, daß sie paranormale Phänomene vorgetäuscht hatte. Blavatsky verließ danach Indien endgültig, angeblich aus gesundheitlichen Gründen, die es zwar auch tatsächlich gab, aber wohl eher wegen des Rufschadens. 1986 veröffentlichte die SPR allerdings eine Studie von Vernon Harrison, die den Hodgson-Bericht als zweifelhaft bezeichnete.

1887 erschien die erste Ausgabe von Blavatskys Zeitschrift „Lucifer“. 1888 veröffentlichte Blavatsky ihr wichtigstes Werk, „The Secret Doctrine“ (engl.: Die geheime Doktrin, im Deutschen als „Geheimlehre“ übersetzt und in drei Bänden 1898 bis 1906 erschienen), das die Grundlagen der Theosophie erläutert und die Bildung einer neuen Rasse, wie oben erläutert, prognostiziert.

Ebenfalls 1888 gründete sie die esoterische Sektion der Theosophischen Gesellschaft. 1889 veröffentlichte sie „Die Stimme der Stille“, das sie in Fontainebleau, nahe Paris, geschrieben hatte. Der bedeutende Zen-Gelehrte Daisetz Teitaro Suzuki bezeichnete die in diesem Buch vermittelte Philosophie als echten Mahayana-Buddhismus und mutmaßte, Blavatsky müsse in diese Richtung des Buddhismus eingeweiht worden sein.

Am 08.05.1891 starb Blavatsky in London. 1894 wurden mehrere Logen der Theosophischen Gesellschaft neu gegründet. Dr. Rudolf Steiner (27.02.1861 bis 30.03.1925), der spätere Begründer der Anthroposophie, esoterischer Schriftsteller und Philosoph, war der erste Sekretär der 1900 ins Leben gerufenen Theosophischen Gesellschaft Adyar. Steiners Antroposophie wird selbst heute noch an den Walldorfschulen gelehrt.

Guido List (05.10.1848 bis 17.05.1919) verband die rassistischen Elemente der Theosophie mit seiner heidnisch-völkisch-esoterischen Runenlehre, die er Ariosophie nannte. Neben List berufen sich in ihren Schriften auch dessen Schüler Lanz von Liebenfels, Wilhelm Landig und weitere „völkische“ Autoren auf Blavatsky. Diese Gedankenkonstrukte bildeten gemeinsam mit weiteren falsch verstandenen oder mutwillig mißbrauchten Bruchstücken der theosophischen Lehre etwas später die Grundlagen für die irrsinnigen „Rasselehren“ der Nationalsozialisten und Heinrich Himmlers Theorie vom „Ahnenerbe“. Blavatskys „okkulte Wissenschaft“ dient bis heute Rechtsradikalen und Neonazis als Ursprung für deren irrationale Erklärungsversuche ihres Rassenhasses.

In der heutigen Mainstream-Esoterik wird Blavatsky häufig als Ikone der Erkenntnis angesehen. Daß es sich bei ihrer Theosophie um absolut rassistisches Gedankengut handelt, wird dabei geflissentlich „übersehen“. Theosophische Lehren haben, wie schon in der ersten Hälfte des 20. Jahrhundert, noch immer einen großen Einfluß auf die neoreligiösen Bewegungen und Sekten, wirken aber wiederum auch auf politisch-gesellschaftliche Bereiche ein.

So „erklärte“ der New-Age-Autor Trutz Hardo (Tom Hockemeyer) den nationalsozialistischen Massenmord an Juden mit deren angeblich schlechtem „Karma“, das diese durch ihre Taten erworben hätten (er wurde wegen Volksverhetzung verurteilt und seine Bücher wurden indiziert). Rudolf Steiner Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 als Sohn eines österreichischen Bahnbeamten in Kraliewitz geboren. Er entstammte einer bäuerlichen Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel und wuchs im Umkreis von Wien auf. Rudolf Steiner studierte in Wien Naturwissenschaften und Mathematik an … Weiterlesen

Das Wiederaufleben des Hexenkults

Erst 1951 wurde das englische Gesetz „Witchcraft Act“ abgeschafft, welches seit einigen hundert Jahren jede Betätigung als Hexe unter Todesstrafe gestellt hatte. Dies sorgte zusammen mit dem englischen Roman „High Magic’s Aid“ (engl.: Die Hilfe Hoher Magie) von Gerald Brosseau Gardner und dessen späterer Werke über den Hexenkult für ein erneutes reges Interesse am Hexentum. So gilt Gardner als Begründer der neuen (beziehungsweise neuentdeckten) Hexenreligion, die sich Wicca nennt.

Das Wort Wicca leitet sich vom altenglischen „wiccian“ (hexen) ab. „wicca“ bedeutet „männliche Hexe“, „wicce“ dagegen „weibliche Hexe“, und die Pluralform lautet „wiccan“. Heute benutzt man den Begriff Wicca heute für alle drei Formen, und die Hexen übersetzen es als „weise“ unter Bezugnahme auf die „Weisen Frauen“ und „Weisen Männer“.

Das neudeutsche Wort „Hexe“, das erst im 18. Jahrhundert entstand und zum ersten Mal in Prozeßakten auftaucht, stammt dagegen vom althochdeutschen „hagzissa“ beziehungsweise „hagazussa“ ab und bedeutet soviel wie „die auf dem Zaun (zwischen den Welten) Sitzende/Reitende“. Hierin wird auch die schamanische Rolle der Hexe deutlich, die „zwischen den Welten“, der diesseitigen und der Anderswelt, lebt und zwischen ihnen zu vermitteln versteht. Im Mittelalter wurden Hexen von der Kirche als „Malefica“ (lat.: Böses Machende) oder „Venefica“ (lat.: Giftmischerin) bezeichnet.

Mit „Witchcraft Today“ (engl: Der Hexenkult heute), das Gardner 1954 veröffentlichte, ging er über die Andeutungen in seinem früheren Roman hinaus, und 1959 folgte „The Meaning of Witchcraft“ (engl: Die Bedeutung des Hexenkults). In den sechziger Jahren publizierten dann auch Schülerinnen Gardners wie Doreen Valiente und Patricia Crowther eigene Werke über den Kult, und mit Beginn der siebziger Jahre läßt sich von einer regelrechten Wicca-Welle sprechen, die von England ausging, um von dort auch auf Irland, Amerika und Australien überzuspringen, bis sie schließlich auch das europäische Festland erfaßte.

Gardner hatte 1939 eine Hexengruppe im New Forest getroffen, die ihn aufnahm und einweihte. Auf diese Weise entdeckte er den Alten Kult für sich und trug durch seine Veröffentlichungen des dafür freigegebenen Materials dazu bei, die grundlegende Pionierarbeit Lelands und Murrays fortzusetzen und einer allgemeinen Öffentlichkeit den Hexenkult nahezubringen.

Es gibt zahlreiche verschiedene Richtungen innerhalb des Wicca. Die Gardnerians folgen der Tradition Gardners. Sie stellten lange Zeit die Hauptströmung innerhalb des bekannten Wicca-Kults dar. Die Alexandrians arbeiten in der Tradition des Engländers Alex Sanders, der Ende der sechziger bis Anfang der siebziger Jahre zusammen mit seiner damaligen Frau Maxine eine eigene Richtung mit zahlreichen Hexencoven begründete und sehr um Aufsehen in den Medien bemüht war.

Die Richtung des sogenannten Seax Wicca (altsächsisches Wicca) ist eine Neugründung durch Raymond Buckland, der sie 1974 mit seinem Buch „The Tree“ (engl.: Der Baum) vor allem in den USA populär machte, und der die Selbstinitiation propagiert. Es gibt noch eine Reihe weiterer Hexengruppen, die sich u.a. um verschiedene herausragende Persönlichkeiten wie Arnold und Patricia Crowther, Doreen Valiente (alle drei aus der Tradition Gardners kommend), Louis Martello (ein amerikanischer Wicca, der aus einer sizilianischen Hexenfamiie stammt) sowie Janet und Stewart Farrar (ursprünglich aus der Tradition der Alexandrians) und andere scharten.

Schließlich seien noch die sogenannten Hereditaries erwähnt. Das sind Hexen, die zu keiner der oben erwähnten Traditionen gehören, sondern vielmehr aus eigenen Hexenfamiien stammen und deren Überlieferungen fortsetzen. Das englische Wort „hereditary“ bedeutet „überliefert, erblich“, man könnte also von „Hexenerben“ sprechen. Oft bezeichnen sich die Hereditaries auch als „traditional witches“ (engl.: traditionelle Hexen).

Die Unterschiede zwischen den einzelnen Richtungen sind nicht sonderlich groß. Zur Gesamteinschätzung des Wicca-Kults ist allerdings zu sagen, daß viele Hexen der Meinung sind, Wicca sei der einzige echte Hexenkult im Sinne einer Nachfolge der Alten Religion, während andere dies ganz anders sehen. Heute sind noch lange nicht alle Hexen auch Wicca, und auch nicht jede Hexe betrachtet ihr Hexentum als Religion. Manche sehen es als Lebensphilosophie oder interessieren sich nur für den rein magischen Weg.

Die gewaltige Vielseitigkeit des Hexenkults zeigt sich auch in den unterschiedlichen Betonungen von Einzelaspekten innerhalb der Covens oder Richtungen. So gibt es thelemitische Hexen, die sich an Aleister Crowleys Gesetz von Thelema (griech.: Wille) orientieren, keltisch orientierte Hexen, die druidische Traditionen pflegen, kabbalistisch-hermetisch ausgerichtete Hexen, die sich verstärkt der alten abendländischen Geheimlehren bedienen, Chaos-Hexen, die sich der modernen Chaos-Magie zuwenden, zugleich aber die alte Naturreligion praktizieren und beides miteinander integrieren, und so weiter.

Franz Bardon

Der tschechische Okkultist Franz Bardon (01.12.1909 bis 10.07.1958) verdient aufgrund seiner Bekanntheit und der Verbreitung seiner Bücher ein eigenes Kapitel. Er wurde am 01.12.1909 als František Bardon in Katherein bei Troppau (damals Österreich, heute Opava in Tschechien) geboren. Sein Vater war der sudetendeutsche christliche Mystiker Viktor Bardon.

Franz Bardon trat in den 1920’er und 1930’er Jahren unter dem Künstlernamen Frabato als Bühnenmagier in Deutschland auf. 1941 war er von Juni bis Oktober in den Konzentrationslagern Breslau und Troppau inhaftiert. 1941 begann er in München auch eine Ausbildung zum Heilpraktiker. Nach dem Krieg kehrte er in die Tschechoslowakei zurück und praktizierte als Heilpraktiker. Seine Tätigkeit brachte ihn über längere Zeit in Konflikt mit den Behörden, bis er 1958, kurz vor seinem Tod, in Opava verhaftet wurde. Bardon starb am 10.07.1958 in Brünn (in der damaligen Tschechoslowakei).

Bardon war der Schüler des Kabbalisten und okkulten Schriftstellers Wilhelm „Rah-Omir“ Quintscher und Erbe von dessen esoterischer Papiere. Bardons Bücher geben zuerst eine hauptsächlich theoretische Beschreibung, gefolgt von praktischen Anweisungen und Übungen. Seine wichtigsten Werke sind „Der Weg zum wahren Adepten“, „Die Praxis der magischen Evokation“ und „Der Schlüssel zur wahren Kabbala“, die auch heute noch sehr weite Verbreitung und eine große Anhängerschaft finden. In der Schweiz gibt es beispielsweise einen Bardon-Kreis, der Bardons Lehren systematisch praktiziert.

Obwohl man bei Bardon die grundsätzlichen magischen Techniken schon wiederfindet, erweist es sich (aus meiner Sicht, der ich mit der Kabbala nur wenig anfangen kann) als sehr störend, daß Bardon sehr dogmatisch ist, als Kabbalist die Existenz höherer Wesen (Engel und Gott) postuliert und seine Werke dadurch eben auch furchtbar kabbalistisch (ja schon beinahe religiös) verbrämt sind. Franz Bardon
Franz Bardon

Mit der Kabbala ist es allerdings so eine Sache – dem einen liegt der Zugang zu ihr, der andere kann sich nicht mit ihr und ihrem, aus einem gänzlich anderen Kulturkreis stammenden Weltbild anfreunden, das zudem die Existenz „höherer Mächte“ voraussetzt. Für den kabbalistisch arbeitenden Magier gilt es, von der zehnten Sephiroth (Welten- oder Bewußtseinsebene) allmählich zur ersten aufzusteigen, um seinen Geist dort mit dem Göttlichen zu verbinden.

Bardons Konzept beruht zudem wesentlich darauf, daß der Magier das Gleichgewicht der Elemente seines Wesens erreichen soll. In der hermetischen Magie nach Franz Bardon symbolisiert der vierpolige Magnet das Zusammenspiel der Elemente (Feuer, Wasser, Erde, Luft) sowie das Zusammenspiel des elektrischen und magnetischen Fluids. Die Bestandteile des vierpoligen Magneten sind aus dem Akasha (Äquivalent des Göttlichen in der Hermetik) entstanden, und der vierpolige Magnet ist eine Darstellung der Welt.

So mag Bardon für kabbalistisch Interessierte sicher ein Weg sein, für andere ist er es eben deshalb gerade nicht. Daher scheint es auch beinahe nur begeisterte, ja fast fanatisch zu nennende Anhänger oder strikte Gegner Bardons zu geben, die sich auf das Heftigste miteinander streiten.

Die große Anhängerschaft Bardons zeigt jedoch auch, daß seine Lehren noch immer sehr wichtig genommen werden, was kaum der Fall wäre, wenn sie nicht viel taugen würden. Daher lohnt sich natürlich ein genauerer Blick auf (und auch hinter) seine Werke.

Bardons magisches System ist durchaus umfangreich und geschlossen und in sich sehr schlüssig. Deshalb funktioniert es auch, wie alle solchen Systeme, bei demjenigen, der sich darauf einläßt (und manchmal auch zu gut). Zudem ist sein Schreibstil gut verständlich, was einen großen Pluspunkt darstellt (wenn man ihn beispielsweise mit dem des Kabbalisten Eliphas Lévi vergleicht).

Man muß die Bücher Bardons natürlich aus der Zeit heraus verstehen, in der er gelebt hat, und damals war die jüdische Geheimlehre Kabbala unter den Magiern, insbesondere den Zeremonialmagiern, noch immer ganz groß „in Mode“.

Bardons Werke erschienen Anfang der 1950’er Jahre. Damals – nach der nationalsozialistischen Herrschaft – bestand ein Mangel an verfügbarer Literatur zum Thema Magie, vor allem an solcher, die nicht durch „völkische“ Ideale verfremdet war. In Bardon fand der „gierige“ Leser endlich einmal jemanden, der alles erklärte, und einen Mythos vom „Hohen Eingeweihten“ schuf, der sein Wissen auch weitergab und nicht als Geheimnis für sich behielt, wie sonst zu Zeiten der magischen „Geheimgesellschaften“ üblich. So mußte man sich nicht alles mühsam zusammensuchen, sondern hatte endlich Bücher, die scheinbar alles umfassend behandelten.

Dabei bemerkt man wegen der Fülle der angebotenen Informationen kaum, daß eben nicht „alles“ und dies auch nicht so „umfassend“ dargeboten wird, und daß viele „Erklärungen“ die Sache eigentlich eher durch Mystifizierung verkomplizieren. Einem allzu kritischen Hinterfragen hält das System nicht stand.

Aber zumindest ist Bardons Weltbild „klar verständlich“, denn es ist fast komplett schwarz-weiß gezeichnet. Einen so klaren Dualismus von Gut und Böse, Richtig und Falsch wie bei Bardon findet man bei kaum einem anderen ernstzunehmenden Autoren im Bereich Magie.

Der magische Anfänger erhält bei Bardon sicher einen recht guten Einstieg in die Magie, wenn er sich auf ihn einläßt. Allerdings sorgt Bardon auch sehr gründlich dafür, daß dieser auch sehr lange (oft sogar für immer) ein Anfänger bleiben wird, denn ständige Warnungen und, zwar prinzipiell richtige, doch im Gesamtkonzept unrealistische und auch unnötige Übungsvorschriften verzögern ein Weiterkommen endlos. Da kann allein die erste „Stufe“ schon Jahrzehnte in Anspruch nehmen, und von eigentlicher Magie ist man dort noch weit entfernt. Hält man sich nicht an die Zeitvorgaben, sind etliche Übungen allerdings sogar sehr gut.

Bardons Dogmatismus erweist sich für den Anfänger als zusätzliches Hemmnis. An Stellen, wo es nicht erforderlich wäre, setzt er strenge Regeln und Einschränkungen. Dort, wo eigentlich eine positive Ermunterung sinnvoll wäre, schüchtert er den Leser ein. So wirkt sein Stil, mit seinen Lesern umzugehen, noch antiquierter als es zu Bardons Zeit ohnehin üblich war. Man gewinnt den Eindruck, daß es Bardon nicht um das Vorankommen seiner Leser geht, sondern vielmehr um die Darstellung seines eigenen „überlegenen“ Wissens und Ruhms, welches dadurch einen faden Beigeschmack bekommt.

Natürlich neigen fast alle guten Magier zur Selbstdarstellung und auch zur Selbstbeweihräucherung (auch ich mache da keine Ausnahme), aber es drängt sich der Verdacht auf, daß es sich bei Bardon mehr um eine Fassade handelt, denn er gibt bei seiner „Selbstdarstellung“ eigentlich nur sehr wenig von sich selbst preis. Von seiner eigenen magischen Praxis macht er nur vage Andeutungen, und den Zugang zu seiner eigenen Persönlichkeit verhindert er durch moralisierende Bigotterie.

Verglichen mit anderen berühmten Magiern hat Bardon nur wenig Eigenes entwickelt. Statt eines Erfinders war er offenbar mehr ein Sammler und Zusammensteller, der sich auf die Werke seines Lehrers Quintscher, die Kabbala und anderes stützte und dies, miteinander verbunden, in eigenen Worten wiedergab. Mehr Bücherwurm als praktizierender Magier schuf er sich seine eigene Vision der Magie, die er für andere verbindlich machen wollte – womit er zumindest im deutschen Sprachraum auch lange erfolgreich war.

Die Gegenwart

Der Begriff Esoterik wird heute als Sammelbegriff für die unterschiedlichsten weltanschaulichen Lebenssinn-Angebote gebraucht. Ende der 1960’er Jahre verbreitete sich mit der Hippie-Bewegung die Vorstellung von einem kommenden Zeitalter, in dem der Mensch zu höherer Spiritualität gelangen werde – dem Wassermannzeitalter, oder auch „New Age“ genannt.

Über die sogenannte alternative Bewegung Ende der 1970’er Jahre entwickelte sich esoterisches Gedankengut zu einem Massenphänomen und lukrativen Marktsegment. Die Angebote dieser Gebrauchsesoterik, die mit echter Magie so gut wie nichts zu tun hat, reichen von der Astrologie, dem Handlesen, Kartenlegen oder Pendeln bis hin zum Versprechen der Lösung vielfältiger sozialer, psychischer wie gesundheitlicher Probleme durch Geistheiler, Reinkarnation, Aromatherapie, Astralreisen, Channelling oder gar durch „Lichtnahrung“ (hier wird suggeriert, daß man sich ohne die Aufnahme von Nahrungsmitteln ausschließlich durch Licht ausreichend ernähren könne).

Der jährliche Umsatz der Branche wird auf etliche Milliarden Euro geschätzt. Die Suche nach einfachen und vor allem irrationalen Erklärungen hat auch zu einem Boom auf dem Buchmarkt geführt, dem sich inzwischen kaum ein führender Verlag mehr entziehen will. Daneben gibt es eine Vielzahl spezialisierter Kleinverlage und eine Fülle grauer Literatur, aber auch über das Internet finden diese Angebote vermehrt Verbreitung.

Der Zweig der politischen Esoterik macht besondere Vorsicht vonnöten. Viele der populären Autoren dieses Esoterik-Zweiges bedienen sich aus dem Fundus der NS-Literatur und propagieren aus einem elitären Selbstverständnis heraus ein rassistisches und antisemitisches Gedankengut. Neben meist frei erfundenem, in großem Umfang voneinander abgeschriebenem und auf belegbar unhistorischen und falschen esoterischen „Lehren“ aus Büchern der Nazizeit gestützt, bekommt man von ihnen gleichzeitig eine große Portion nationalsozialistischer, volksverhetzender Ideologie serviert.

Die politische Esoterik liefert einfache Erklärungen für einfache Menschen auf der Sinnsuche. Sie trennt die Welt in die Guten und die Bösen. Zu den Guten darf sich zählen, wer das irrationale rassistische Weltbild als unumstößliche Wahrheit anerkennt, während gleichzeitig jeder Kritiker dem Lager der feindlichen Verschwörer zugerechnet wird.

Das Bild der Volksmeinung über Hexen hat sich in den letzten Jahrhunderten kaum gewandelt: als Dienerinnen des Teufels verkaufen sie diesem ihre Seele, und sie fliegen auf Besen zum Hexensabbat, wo sie Kinder schlachten, Hostien schänden und mit den dämonischen Dienern Satans buhlen, der ihnen die Macht für allerlei Gifte und böse Zauber verleiht, mit denen sie Menschen, Tieren und der Ernte schaden. Auch die Meinung über Magier unterscheidet sich nicht großartig davon – die Angst vor dem, was man nicht versteht, ist der ideale Nährboden für bösartige Unterstellungen.

Und obwohl seit über hundert Jahren die Magie und in den letzten paar Jahrzehnten auch das Hexentum eine nie dagewesene Renaissance erleben und eigentlich auch sehr viel Aufklärung betrieben wird, hält der Volksglaube bis in die Gegenwart hinein hartnäckig an diesem unsinnigen Bild fest, welches nur dadurch entstanden ist, daß fanatische Inquisitoren unter Berufung auf theologische Schriften Tausenden unschuldigen Frauen Männern und Kinder unter grausamster Folter so lange „Geständnisse“ abgepreßt haben, bis diese in ihr verblendetes Weltbild paßten, um ihre Opfer anschließend – sofern diese die Folter überlebten – bei lebendigem Leibe auf dem Scheiterhaufen zu verbrennen.

Und so ist es kein Wunder, daß man selbst heute noch immer wieder von Fällen hört, in denen Unschuldige von Nachbarn und selbsternannten Hexenjägern als Hexen diffamiert werden und echten Hexen und Magiern bösartige Taten vorgeworfen werden, für die sie sicher nicht verantwortlich zu machen sind. Immer wieder hört man von übler Nachrede über Klagen vor Gericht bishin zu tatsächlichen Angriffen auf Leben, Gesundheit oder Eigentum, und manchmal berichten auch die Medien darüber. Und das alles passiert immer noch – nicht bloß vor hundert Jahren, sondern heute!

Dabei haben die Studien und Materialsammlungen von Volkskundlern, Soziologen und Germanisten das Bild von der Tätigkeit, Wirkung und Bedeutung historischer Hexen und Magier längst korrigiert. Danach handelte es sich bei den „echten“ Hexen um seit alten Zeiten beim einfachen Volk in hohem Ansehen stehende Kräuterkundige, sogenannte „weise Frauen“, die vor allem bei Krankheiten und Geburten, aber auch bei schwierigen Entscheidungen und täglichen Problemen aufgesucht wurden. Und auch die modernen Hexen und Magier setzen viele Traditionen ihrer historischen Vorbilder fort, und viele Veröffentlichungen klären über die Prinzipien auf, denen sie folgen – aber viele Menschen wollen sich halt gar nicht aufklären lassen.

Noch heute gibt es aber auch Gebiete, wo die alteingesessenen Dorfbewohner es vorziehen, bei Erkrankungen zuerst den „Heiler“ oder die „Weise Frau“ aufzusuchen, bevor sie zu einem gewöhnlichen Arzt gehen. Die meisten Landbewohner kennen irgendeinen Menschen in ihrer Umgebung, der dafür bekannt ist, daß er „Warzen besprechen“ kann oder das „Zweite Gesicht“ besitzt.

Dennoch würden sich diese Leute nur in seltenen Fällen als „Magier“ oder „Hexen“ bezeichnen. Oft sind es gläubige Christen und politisch strikt bürgerlich wählende „ganz normale“ Mitglieder der Gemeinschaft, die sich von den anderen lediglich durch ihre etwas ungewöhnlichen Fähigkeiten und Kenntnisse unterscheiden (und die deswegen nicht selten von diesen anderen insgeheim oder offen gefürchtet werden).

Von der christlichen geprägten Gesellschaft heute als Spinner geächtet, finden dennoch immer mehr Menschen zurück zu ihrer Spiritualität, und nicht wenige auch zur Magie. Doch auch auf sie lauert die Gefahr, von Betrügern, Spinnern oder Anhängern falsch verstandener Lehren und sogenannter „Erlöserreligionen“ irregeleitet und ausgenutzt zu werden, aber das ist etwas, dem der wahre Magier gelassen entgehen kann, weiß er doch, daß er sich hinsichtlich seiner Spiritualität nur auf sich selbst, beziehungsweise sein Innerstes zu verlassen braucht.

Die moderne Magie

Es wäre unklug, nicht mit der Zeit zu gehen. Die Phantasie und der Einfallsreichtum des heutigen Menschen haben sich weitgehend auf andere Bereiche verlagert, haben andere Formen angenommen und andere Bedürfnisse entwickelt.

Für den modernen Magier ist der Weg das Ziel. Es geht nicht darum, endlich alle Mysterien der Magie zu enthüllen. An dieser unmöglichen Aufgabe haben sich zahllose andere Magier schon in der Vergangenheit versucht, und keineswegs immer ungeschickt. Die wahren Mysterien haben sich aber schon immer selbst geschützt und werden es auch weiterhin immer tun. Man wird sie nie völlig ergründen, und jede Epoche nähert sich ihnen auf ihre Weise.

Allerdings ist die Zeit vorbei, da es genügte, mit einigen vagen Andeutungen von Wissen hausieren zu gehen, die man allerdings leider aus allerlei Gründen „noch“ in der Schublade aufbewahren müsse, bis der erforderliche Dispens von oben erteilt sei usw.

Der Magier von heute steht vor der schwierigen Aufgabe, das fortzusetzen, was seine Vorgänger vor etwa hundert Jahren einst begonnen hatten: die Erforschung der Magie und ihres Verhältnisses zum psychologischen Menschen des Zeitalters der Technokratie. Die Magie muß von allen behindernden Altlasten befreit werden, die auch sie sich im Laufe der Jahrzehntausende immer wieder zugezogen hat wie alles andere auch. Der penetrante Griff des Mittelalters muß abgeschüttelt werden, ebenso die judäo-christlichen Einflüsse, die noch immer an ihr haften.

Wenn man kritisiert, daß die Magier des Mittelalters ihre Fluchformeln und Todeszauber stets mit christlichen Formeln und Floskel, ja mit nichtendenwollenden Gebeten und Anrufungen des biblischen Sklavengottes verfälschten, verstümmelten und verbargen, darf man aber dennoch nicht den wirklichen Grund für diese Verschleierungsmanöver vergessen, dessen Struktur auch in der heutigen, vermeintlich viel liberaleren Zeit verwendbar ist. Es ging den Magiern damals nicht so sehr darum, sich auf opportunistische Weise der allgegenwärtigen, allesbestimmenden Kirche anzudienern, sondern vielmehr darum, daß es für jeden Magier aller Zeiten wichtig ist, in Harmonie mit seiner Umwelt zu leben, um unnötige Reibung zu vermeiden, die nur Energie kostet, ohne welche einzubringen. Mit dieser Betrachtungsweise kann man erkennen, was man heute von früherem Wissen noch benötigt, und das ist so manches.

Diese scheinbar banale Erkenntnis mußte immer wieder aufs neue formuliert werden, weil die Magier nicht davon ablassen konnten, sie in den Schatten ihres bewußten Wissens abzudrängen und sie zu mißachten. Und dieses Beispiel ist nur eines von vielen, wie man alten Sachverhalten mit neuen Betrachtungsweisen wiederum neue Aspekte abgewinnen kann.

Der Magier soll schließlich auch ein Weiser sein, nicht nur ein Mensch der reinen Tat. Ein Weiser definiert sich nicht zuletzt dadurch, daß er aus der Geschichte lernt und es zu vermeiden weiß, die alten Fehler immer wieder zu begehen. Ein Magier ist auf seinem Weg immer weit vom Ziel der endgültigen Weisheit entfernt – und das wird er auch stets und ewig bleiben. Doch auf dem Weg dorthin sammelt er Erfahrung, um sich dem Ziel wenigstens ein Stück weit zu nähern.

Die theoretische Magie als Grundlage der Runenmagie Germanenherz Runologe 02Die skeptische Frage, ob es Magie überhaupt gibt, ist äußerst unpräzise, so wie auch Glaube oder Nichtglaube an Magie weder richtig noch falsch sind. Es kommt dabei darauf an, was man eigentlich unter Magie versteht, und schon hier laufen die … Weiterlesen

Zauberei und Hexerei
In meinem neuen Titelbild könnt ihr es sehen. Meine Othala Rune symbolisiert, den Sündenbock des heiligen Bartholomäus (Astaroth) in seiner Niederlage, fixiert in meinem Runenkreis
 Die alten Deutschen kannten Zauber mit Tat und Wort; den ersteren verbietet Nr. 10 des Indiculus (de phy-lacteriis et Ugaturis), den zweiten Nr. 12 (de incantationibus). Das Wort Zauber (ahd. zoubar) selbst bedeutet eigentlich „Mennig“, die rote Farbe, mit der … Weiterlesen

Die weisen Frauen Hagedisen – Hexen
Die erfolgreiche Vorgehensweise und die überzeugenden Ergebnisse der heilkundigen Frauen stellten eine große Bedrohung für das aufkommende Christentum, sprich die Kirche dar. Denn diese Frauen verließen sich mit ihren außergewöhnlichen Begabungen eher auf ihre Sinne und Erfahrungen als auf die Gebote des Glaubens. Versuch und Jrrtum lehrte sie Ursache und Wirkung zu erkennen. Sie Forschten … Weiterlesen

Magie der RunenEin wenig Magie in dieser vernünftigen rationalen Zeit schadet nicht, wenn sie mit guten Vorsätzen und Wünschen ausgeführt wird. Sie ist kein Allheilmittel, kann aber den Alltag bereichern und uns durch Konzentration auf unsere Probleme dazu verhelfen, klarer zu sehen. … Weiterlesen

Thema Mythologie und Sagenhaftes aus dem hohen Norden Die Mythologie (von altgr. μυθολογια mythologia; zusammengesetzt aus μυθοι mythoi „Geschichten“ und λέγειν legein „erzählen“) bezeichnet die Lehre der gesamten Mythen eines Volkes und behandelt als ihren eigentlichen Gegenstand die aus der vorgeschichtlichen, d. h. vorliterarischen Zeit überlieferten Erzählungen, in … Weiterlesen

Thema Spiritualität, Esoterik und Magie und pdf Bücher zum Thema https://germanenherz.files.wordpress.com/2019/09/germanenherz-runablack.jpgMagic Runes by Germanenherz Den Einstig und Beginn zum Thema Runen, findest du auf meinen Germanenherz Blog´s. Doch die Bedeutung für dich, die findest du nur in dir selbst. Mache dich auf und folge dem Ruf der Runen, sie werden dich … Weiterlesen

Ich habe hier mal ca. 650 pdf Bücher zum Thema hochgeladen

A.M.O.R.C. – Der Einweihungsweg der Rosenkreuzer
A.M.O.R.C. – Die Rosenkreuzer – Informationsschrift
A.M.O.R.C. – Die Rosenkreuzer – Manifesto
A.M.O.R.C. – Forum-Rosenkreuzer – Zeitschrift für Mystik-Esoterik- Kunst – 01-2003
A.M.O.R.C. – Rosenkreuzer – Zeitschrift für Mystik-Esoterik- Kunst – 10.2001
Adler, Gerhard – Seelenwanderung und Wiedergeburt
Alhazred, Abdul – Das Necronomicon und Goetia
Alsen, Wulf Dieter – Zeitlose Weisheiten
Andreae, Johann Valentin – Chymische Hochzeit des Christiani Rosencreutz
Anonymo – Arcani Artificiosa Aperta Arca
Anonymo – Aus dem rechtem Wege zu der hermetischen Kunst
Anonymo – Hermetik (1793)
Ansha – Die magische Welt der Kelten
Aquin, Thomas von – Das Seiende und das Wesen
Arisleus -Turba philosophorum
Arndt, Ulrich – Schätze Der Alchemie – Edelstein-Essenzen
Arrien, Angeles – Handbuch Crowley Tarot
Artephius – Das geheime Buch
Ascher, Ulrike – Hexen Einmaleins für freche Frauen
Ascroft Nowicki, Dolores – Magische Rituale
Asmodo, Jo – Pentagramme-Rituale
Auer, Martin – Das Kloster der Erleuchteten
Bachmann, Winfried — NLP und Lernen
Bachmann, Winfried – Pädagogik ohne NLP – geht denn das
Bacon, Roger – Lapidis Philosophorum
Bailey, Alice A. – Briefe über okkulte Meditation
Bailey, Alice A. – Der Yoga-Pfad
Bailey, Alice A. – Die Arbeiten des Herkules
Bailey, Alice A. – Die Strahlen und die Einweihungen
Bailey, Alice A. – Die Yoga-Sutras des Patanjali
Bailey, Alice A. – Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer
Bailey, Alice A. – Eine Abhandlung über Weisse Magie
Bailey, Alice A. – Initiation – Menschliche und solare Einweihung
Bailey, Alice A. – Schicksal und Aufgabe der Nationen
Bailey, Alice A. – Telepathie und der Ätherkörper
Bailey, Alice A. – Vom Intellekt zur Intuition
Bailey, Alice A. – Von Bethlehem nach Golgatha
Bailey, Alice A. und Djwhal Khul – Probleme der Menschheit
Bambaren, Sergio – Der träumende Delphin – Eine magische Reise zu dir selbst
Bandler, Richard – Die Abenteuer von Jedermann (NLP)
Bandler, Richard – Unbändige Motivation – Angewandte Neurodynamik (NLP)
Banol, Fernando – Die okkulte Seite des Rock
Banzhaf, Hajo – Das Tarot-Handbuch
Bardon, Franz – Der Schlüssel zum wahren Quabbalah
Bardon, Franz – Der Weg zum wahren Adepten
Bardon, Franz – Die Praxis der magischen Evokation
Bardon, Franz – Frabato
Barker, Clive – Das dritte Buch des Blutes
Barker, Clive – Das erste Buch des Blutes
Barker, Clive – Das zweite Buch des Blutes
Barraux, Roland – Die Geschichte der Dalai Lamas
Baumgartl, Karlheinz – Astronomie in der Cheops-Pyramide
Belinah – Zaubersprüche für jede Gelegenheit
Beltz, Walter – Gott und die Götter – Biblische Mythologie
Benesch, Kurt – Magie von Hexen, Alchimisten und Wundertätern
Berger, Erika – Die Körpersprache der Erotik
Berlitz, Charles – Das Philadelphia Experiment
Besant, A. – Alchemie – Okkulte Chemie (1924)
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Anti Stress Uebungen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Kreislauf und zur Stärkung von Herz und Immunsystem
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Meditation gegen Erschöpfung und Ausbrennen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Rebirthing Meditation
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Übungsreihe zur Stärkung der Abwehrkräfte
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Untersuchung der Mythen
Bhajan, Yogi – Kundalini Yoga – Vorbereitung
Blavatsky, H.P. – Die Stimme der Stille
Blavatsky, H.P.- Praktischer Okkultismus + andere Abhandlungen
Blech, Jörg – Leben auf dem Menschen
Böhme – Hermes, Adam Friedrich – Trismegistos Naturweg
Bradler, Christine M. – Feng Shui, Symbole des Ostens
Bradler, Christine M. – Feng Shui, Symbole des Westens
Brier, Robert – Zauber und Magie im alten Ägypten
Busson, Paul – Der Seelenwanderer – Die Wiedergeburt des Melchi
Butler, Walter E. – Das ist Magie
Butler, Walter E. – Kleine Schule der Magie
Buttlar, Johannes von – Zeitreisen
Butz, Berta – Methoden der Manipulation
Byrd, Richard Evelyn – Das Tagebuch des Admiral Byrd
Cabot, Tracy – Wie bringe ich eine Frau dazu, sich in mich zu verlieben
Calan, Lea – Buch der Geheimwissenschaften
Canterbury, Anselm von Warum Gott Mensch geworden
Carroll, Pete – Praktische Magie
Carroll, Robert Todd – Phänomenal
Carroll,Pete – Liber Null Teil I – Praktische Magie
Carroll,Pete – Liber Null Teil II – Psychonautik
Castaneda, Carlos – Das Feuer von Innen
Castaneda, Carlos – Das Rad der Zeit
Castaneda, Carlos – Das Wirken Der Unendlichkeit
Castaneda, Carlos – Der Ring der Kraft
Castaneda, Carlos – Der zweite Ring der Kraft
Castaneda, Carlos – Die Kraft der Stille
Castaneda, Carlos – Die Kunst des Pirschens
Castaneda, Carlos – Die Kunst des Träumens
Castaneda, Carlos – Die Lehren des Don Juan
Castaneda, Carlos – Don Juan’s Erklärung der Wahrnehmung
Castaneda, Carlos – Eine andere Wirklichkeit
Castaneda, Carlos – Interviews
Castaneda, Carlos – Reise nach Ixtlan
Cayce, Edgar – Du weißt, wer Du warst
Challoner, H.K. – Das Rad der Wiedergeburt
Chang, Stephen T. – Das Tao der Sexualität-Von der tieferen Weisheit des Liebens
Chia, Mantak – Tao – Yoga der Liebe – Der geheime Weg zur unvergänglichen Liebeskraft
Christiansen & Zinser – Okkultismus und Satanismus
Cicero, Marcus Tullius – Die fünf Bücher über das höchste Gut und Übel
Claas, Fürst – Willkommen in meinem Kopf
Clairvision – ISIS-Rückführungs-Therapie (Past-Life Therapy)
Connor, Sarah – Atomkrieg in parallelen Quanten Universen!
Conrad, Jo – Entwirrungen
Conrad, Jo – Zusammenhänge
Conway, D. J. – Die Zauberwelt der Kelten
Cooper, Phillip – Magisches Wissen in neuem Licht
Crowley – Liber Null – Praktische Magie
Crowley, Aleister – Das Buch des Gesetzes
Crowley, Aleister – Liber 777
Crowley, Aleister – Tarot
Crowley, Aleister – Über Yoga
Crowley, Aleister – Buch der Lügen
Crowley, Aleister – Leben und Werk des Tieres
Crowley, Aleister – Liber Lege Libellum
Crowley, Aleister – Magie in Theorie und Praxis
Crowley, Aleister – Meditation
Crowley, Aleister – Tarot (Bilder der Karten)
Crowley, Vivianne – Wicca
Dahlke, Rüdiger – Krankheit als Weg
Dahlke, Rüdiger – Meditation – Reisen nach Innen
Dalai Lama – Das Buch der Menschlichkeit
Dalai Lama – Der Weg zum Glück
Dalai Lama – Der Weg zum sinnvollen Leben
Dalai Lama – Tod und Unsterblichkeit im Buddhismus
Dalai Lama – Weise Worte 2001
Däniken, Erich von – Prophet der Vergangenheit
Däniken, Erich von – Aussaat und Kosmos
Däniken, Erich von – Beweise
Däniken, Erich von – Datierungen
Däniken, Erich von – Der Götterschock
Däniken, Erich von – Die Augen Der Sphinx – Neue Fragen An Das Land Am Nil Däniken, Erich von – Erinnerungen an die Zukunft
Däniken, Erich von – Kosmische Spuren
Däniken, Erich von – Zeichen für die Ewigkeit
Däniken, Erich von – Zurück zu den Sternen
Dara, Maya – Spiegelmagie
Dautert, Joachim – Astralreisen
Dekorne, Jim – Psychedelischer Neoschamanismus
Delnooz, Fons – Energetischer Schutz
Denning und Phillips – Psychischer Selbstschutz
Devananda, Swami – Yoga – Das Grosse Illustrierte Yoga Buch
Devi, Kamala -Tantra Sex Die modernen Liebestechniken des Ostens
Distel, Wolfgang – Die Praxis des Reiki
Dittmann, Arvid – Sexualität in Mystik und Magie
Diverse – Die Bibel – altes Testament
Diverse – Die Bibel – neues Testament
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Band 1-3
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 4-5
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 6-7
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 8-9
Douval, H. E. – Bücher der praktischen Magie Bd 10-12
Douval, H. E. – Ritus und Zeremoniell der Magie
Douval, H. E.- Bewußtseinserweiterung
Dowd, Tom – Die Menschen und der Zyklus der Magie
Dropper, Eaves – Eine kurze Einführung in die Sigillenmagie
Drury, Nevill – Der Schamane und der Magier
Dürr,Josef – Dämono-Magie Experimental-Dämonologie
Eberhagen, Henning – NLP und lernen
Eco, Umberto – Das Foucaultsche Pendel
Eggetsberger, Gerhard H. – Hypnose, Die Unheimliche Realität
Egli, Rene – Das Lola-Prinzip
Eingeweihten, Drei die – Das Kybalion
Eiwatz – Die Schwarze Sonne
Emoto, Masura – Die Botschaft des Wassers
Engel, Leopold – Luzifers Bekenntnisse
Eschner & Jungkurth – Aleister Crowley – Das große Tier 666
Eul,Joachim & Harrach, Tibor – Zauberpilze bei uns
Fischer, Reinhard – Raumfahrt der Seele
Fischer-Rizzi, Susanne – Medizin der Erde
Flaake, C. G. – Einleitung zum Simon-Necronomicon
Flamelli, Nicolai – Summarium Philosophicum
Fortune, Dion – Das karmische Band
Fortune, Dion – Die mystische Kabbala
Fortune, Dion – Die Seepriesterin
Fortune, Dion – Durch die Tore des Lichts
Fortune, Dion – Durch die Tore des Todes ins Licht
Fortune, Dion – Ein dämonischer Liebhaber
Fortune, Dion – Handbuch für Suchende
Fortune, Dion – Leben und Magie
Fortune, Dion – Mondmagie
Fortune, Dion – Selbstverteidigung mit PSI
Francia, Luisa – Mond Tanz Magie
Franke, Jürgen E. – Die Zauber der Quellentänze
Frater Basilius Valentinus – Chymische Schriften
Frater Basilius Valentinus – Zwölf Schlüssel
Frater Conzentra Magis – Amulette + Talismane
Frater Daragion – Zum Thema Dämonologie
Frater Devachan – Kontakte zu Naturgeistern
Frater Erec (717) – Handbuch der Chaosmagie
Frater Johannes – Magische Beeinflussung durch Tepaphone
Frater Johannes – Praktische Vorbereitungen zur Magie
Frater Leon – Der Lebensbaum
Frater Leon – Weltenbäume
Frater Sursum Ad Lucem – Planeten-Rituale und andere Spezialthemen
Frater Taliesin Ra – Übungen zur magischen Praxis
Frater V. D. – Schule der hohen Magie
Frater V.D. – Bemerkungen zur Mondmagie
Frater V.D. – Eismagie
Frater V.D. – Elemente-Magie – Ein praktischer Leitfaden
Frater V.D. – Handbuch der Sexualmagie
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 1
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 2
Frater V.D. – Kursus der praktischen Magie Modul 3
Frater V.D. – Liber Null
Frater V.D. – Magier-Karten
Frater V.D. – Schule der hohen Magie
Frater V.D. – Sigillenmagie in der Praxis
Frater V.D. – Tante Klaras Kummertempel Band 1
Frater V.D. – Urknall-Mystik und Elektro-Gnosis
Frater V.D. – Viktor Sobek – Die Schattenmeister
Frater Widar – Magie und Praxis des Hexentums
Fratzer, Beate – Partnerschaft und Erotik der zwölf Tierkreiszeichen
Freimaurer – Buchstaben Magie
Freud, Sigmund – Totem und Tabu
Freud, Sigmund – Traumdeutung
Freydis – Tiertotem und Krafttiere im Schamanismus
Fries, Jan – Visuelle Magie
Gaarder, Jostein – Maya oder Das Wunder des Lebens
GardenStone – Einführung in die Wortmagie
Garfield, Patricia – Kreativ Träumen
Gawain, Shakti – Garten der Seele
Gawain, Shakti – Kreativ Visualisieren
Gawain, Shakti – Leben im Licht
Gawain, Shakti – Meditationen im Licht
Gebser, Jean – Die Zen-Lehre
Gibran, Khalil – Der Narr – Lebensweisheit in Parabeln
Giger, H.R. – Baphomet – Tarot der Unterwelt
Göl, Hermann – Germanische Mythologie
Gooding, David – Die Bibel – Mythos oder Wirklichkeit
Gordon, Noah – Der Schamane
Govinda, Kalashatra -Tantra
Grandis, Francesca de – Die Macht der Göttin ist in Dir
Grandt, Guido & Michael – Satanismus, die unterschätzte Gefahr
Green, Marian – Das geheime Wissen der Hexen
Green, Marian – Naturmagie
Green, Marian- Ritualmagie
Gregorius, Gregor A. – Der saturnische Weg der Erkenntnis 1
Gregorius, Gregor A. – Die magische Erweckung der Chakra im Ätherkörper des Menschen
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 1
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 2
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 3
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 4
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 5
Gregorius, Gregor A. – Magische Briefe 6
Gregorius, Gregor A. – Necronomicon und Goetia
Gresch, Ulrich – Das Beil der Persönlichkeitsspalter
Gruner, Axel M. – Codex Thaumaturgica
Grünwald, Wolfgang – Gesundheit Beratung Feng Shui – I_Kurs
Grünwald, Wolfgang – Radionik
Grünwald, Wolfgang- Gesundheit Beratung Feng Shu i- II_Kurs
Halam, Anna – Schattenträume
Hannah, Barbara – Begegnungen mit der Seele
Harding, Khit – Ramtha – Das Manifestieren
Hartmann, Franz – Andere Dimensionen des Denkens
Harvey, David – Das kleine Handbuch der Esoterik
Hatzelmann, Elmar Dr. – Ursachen und Lösungsanregungen aus NLP Sicht
Heindel, Max – Die Rosenkreuzer-Weltanschauung oder mystisches Christentum
Hemminger, Hansjörg – Der esoterische Lebenshilfemarkt unter die Lupe genommen
Herm, Gerhard – Die Kelten – Das Volk das aus dem Dunkel kam
Herzog, Wolfram – Das Wunder heilender Edelsteine
Hesse, Hermann – Siddhartha – Eine indische Dichtung
Hessische Landeszentrale für politische Bildung – Esoterik
Hetmann, Frederik – Das Buch Merlin
Hine, Phil – Knack und Back Chaos
Hobbythek – Ayurveda für Alle
Hobbythek – Ayurveda, Lebenselixiere aus Indien
Hobbythek – Feng Shui
Hodge, Stephen – Das Tibetanische Totenbuch
Hoffman, Hellmuth – Vorläufer einer neuen Ära
Hofmann, Albert – Naturwissenschaft & Mystische Welterfahrung
Holzapfel, Varuna – Einweihung in das Hexeneimaleins-Arbeitsbuch
Hongzh, Li i – Falun Gong
Howard, Michael – Magie der Runen
Illion, Theodor – Tibet 1 – Auf geheimnisvollen Pfaden zu geheimnisvollen Orten (1999)
Iranschähr, H. K. – Die Heilkraft des Schweigens
Isert, Bernd – Der Baum des NLP
Jantschik,Walter – Baphomet Magie
Jong, Paul C. – Sind Sie wirklich wiedergeboren aus Wasser und Geist
Jung, C.G. – Erinnerungen Träume Gedanken
Jürgens, Heinrich – Anleitung zum bewußten Hellsehen
Kadmon, Zaros – Buch der Geheimwissenschaften
Kaiki- Allgemeine Einführung in die Stille Meditation
Kampenhout, Daan Van – Heilende Rituale
Kearney, Paul – Der magische Wald
Kehoe, John – Mind Power
Kenner Astrologie – Geheimnisse
Kenner Astrologie – Merkur -Gedanken -Ein Pfad zum Hohen Selbst
Khonsu, Ankh F. N. – Das Buch des Gesetzes
Kingston, Karen – Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags
Klinger-Raaz, Ursula – Reiki mit Edelsteinen
Knoche, Grace F. – Die Mysterienschulen
Koenig, Peter-Robert – Das OTO-Phaenomen
Koenig, Peter-Robert – Ein Leben für die Rose
Kornreutheri, Johannes – Die Schatztruhe mittelalterlicher Manuskripte der Magie
Kössner, A & J – Das Buch der Kin
Krassa, P.- Erich von Däniken, der Götterforscher
Krebs,John Frederick – Hermaphroditisches Sonn−und−Monds−Kind
Kröncke, Karsten – Rudolf Steiner und Picasso
Kröncke, Karsten F. – MC und AS – Die persönlichen Punkte im Horoskop
Krusche, Klaus – Weltbürger Weltraum Weltgeist
Kutschera, Gundl – NLP-Lexikon
Langbein,Walter-Jörg – Die Rosenkreuzer
Larsson, Göran – Die Macht einer Lüge
LaVey, Anton Szandor – Die satanische Bibel
Leary, Tim – Höhere Intelligenz und Kreativität
Lenand, Charles G. – Aradia – Die Lehren der Hexen
Leopold,Engel – Luzifers Bekenntnisse
Leuenberger, Hans Dieter – Engelmächte
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 1
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 2
Leuenberger, Hans Dieter – Schule des Tarot 3
Leuenberger, Hans Dieter – Sieben Säulen der Esoterik
Leuenberger, Hans-Dieter – Das ist Esoterik
Lévi, Eliphas – Geschichte der Magie
Levine, Leah – Magic Trips
Lewis, Ralph M. – Das innere Heiligtum
List, Guido von – Das Geheimnis der Runen
Love, Jeff – Die Quanten-Götter – Ein neues Verständnis der Kabbala
Lübeck, Walter – Rainbow Reiki
Lucifera – Satanshimmel – Rituale der schwarzen Magie
M. K., Dr. – Erinnerungen an Franz Bardon Magnus – Magie für Männer
Magnus – Was ist Magie überhaupt
Mala, Mathias – Weisse Magie
Manara, Milo – Le tarot erotique (Abbildungen der Karten)
Marashinsky, Amy Sophia – Göttinnen Geflüster
Masino, Marcia – Tarot-Das Praxisbuch
Mathers – Grimoire Armadel
Matthews John & Caitlin – Lexikon Der Keltischen Mythologie
Matthews, Caitlin & John – Der westliche Weg – Band 1
Matthews, Caitlin und John – Der westliche Weg – Band 02
Mohr, Bärbel – Universum & Co.
Mohr, Bärbel – Bestellungen beim Universum
Mohr, Bärbel – Der kosmische Bestellservice
Morson, Det – Praxis der weißen und schwarzen Magie
Morton, Chris – Tränen der Götter – Die Prophezeiung der 13 Kristallschädel Müller, Leonard – Von der Generation und Geburt der Metallen
Murphy, Dr. Joseph – Die Macht ihres Unterbewußtseins
Musallam, Dr. – Alchimie
Musallam, Dr. – Stein der Weisen
Musashi, Miyamoto – Das Buch der fünf Ringe
Neckel, Gustav – Altgermanische Weltanschauung
Nelson, Felicitas H. – Symbolsprache der Talismane & Amulette
Nitibus – Schwarze Magie, Hexerei und die Möglichkeiten der schwarzen Kunst
Noak – NLP – Rhetorik -Seminar
Norfold, M. Travian – Über die Magie der Elfen
Nostradamus, Michel – Schriften 1
Nostradamus, Michel – Die wahren Centurien und Prophezeihungen
Nostradamus, Michel – Schriften 2
Nostradamus, Michel – Zu seinen Prophetien.
Olvedi, Ulli – Integrale Energiearbeit
Omkarananda, Swami – – Das Licht des unendlichen Bewußtseins
Omkarananda, Swami – – Der höhere Standpunkt
Omkarananda, Swami – – Der Weg des Gottsuchenden
Omkarananda, Swami – – Die Wissenschaft des göttlichen Wortes OM
Omkarananda, Swami – 20 Übungen zur Überwindung des Ärgers
Omkarananda, Swami – Bedeutung und Praxis der Meditation
Omkarananda, Swami – Das kosmische Bewusstsein
Orban, Peter – Der Buchgeist
Orttmann, Anja – Feng Shui, eine Einführung
Osho – Das Orangene Buch-Die Meditationstechniken Oshos
Pansophia – Adonistisch moralischer Lehrbrief Nr. 1
Pansophia – Adonistisch moralischer Lehrbrief Nr. 2
Papa Shanga – Praxis der Voodoo-Magie
Papa Shanga – Voodoo Praxis
Paracelsus – Das Buch Paragranum
Pavese, Armando & Marcus Würmli – Handbuch der Parapsychologie
Pease, Allan & Barbara – Der tote Fisch in der Hand und andere Geheimnisse der Körpersprache Pease, Barbara – Warum Männer lügen und Frauen immer Schuhe kaufen
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 1 Spannungs-Ausgleich-Massage
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 2 Energielehre
Penzel, Willy – Akupunktur Massage Band 3 Wirbelsäule
Petter, Frank Arjava – Reiki – Das Erbe des Dr Usui
Piobb, P. – Die Hohe Magie der Alten
Poerksen, Bernhard – Gespräche für Skeptiker
Pösse, Markus – Phantastische Wissenschaft
Powels, Louis & Jacques Bergier – Aufbruch ins dritte Jahrtausend
Prabhupada, Bhaktivedanta Swami – Die Quelle aller Freude
Pratchett, Terry – Scheibenwelt – Die Farben der Magie
Przbyszewski, Stanislaw – Gnosis des Bösen
Purucker, Gottfried de – Goldene Regeln der Esoterik
Purucker, Gottfried de – Wind des Geistes
Quarks – Der Traum vom langen Leben
Quinque, Gabriele – Tempelschlaf – Ägyptische Einweihung als Reise zum inneren Geheimnis
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 1
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 2
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 3
Quinscher, Rah Ohmir – Adonistisch & moralischer Lehrbrief Nr. 4+5
Quinscher, Rah Ohmir – Denurische Schriften
Quinscher, Rah Ohmir – Magie des Willens
Randolph, Pascal Beverly – Magia Sexualis
Rankin, Robert – Das Buch der allerletzten Wahrheiten
Rätsch, Christian – 50 Jahre LSD-Erfahrung
Rätsch, Christian – Die Kultur des Räucherns
Rätsch, Christian – Drogen und Rituale
Rätsch, Christian – Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen
Rätsch, Christian – Hexenmedizin
Rätsch, Christian – Interkulturelle Strukturen, Drogen und Rituale
Rätsch, Christian – Räucherstoffe – Der Atem des Drachen
Ravenwolf, Silver – Freche Hexen-Liebeszauber und magische Rituale für kesse Junghexen
Ravenwolf, Silver – Die schützende Kraft der Engel im täglichen Leben
Ravenwolf, Silver – Geldzauber
Redfield, James – Die Prophezeiungen von Celestine
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 3
Regardie, Israel – Die Elemente der Magie
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 1
Regardie, Israel – Das magische System des Golden Dawn – Band 2
Reichstein, Herbert – Lehrbuch der Kabbala Magie d. Zahlen u. Namen
Reid, John H. – Pflanzen-Alchemie
Reikimaster – Reiki-Praxis – 1 und 2 Symbol
Reikimaster – Reiki-Praxis – 3 Symbol
Reikimaster – Reiki-Praxis – Alle Wesen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Chakraausgleich
Reikimaster – Reiki-Praxis – Chakrasystem
Reikimaster – Reiki-Praxis – Empfindungen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Erdheilung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Fernbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Fernselbstbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Ganzbehandlung Front
Reikimaster – Reiki-Praxis – Geisteshaltung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Gezielte Chakrabehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Gruppenfernbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Himmelsleiter
Reikimaster – Reiki-Praxis – Kristalle
Reikimaster – Reiki-Praxis – Kurzbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Mental
Reikimaster – Reiki-Praxis – Möglichkeiten und Grenzen
Reikimaster – Reiki-Praxis Nahrung
Reikimaster – Reiki-Praxis – Nebenwirkungen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Organreise
Reikimaster – Reiki-Praxis – Prinzipien
Reikimaster – Reiki-Praxis – Psychohygiene
Reikimaster – Reiki-Praxis – Raumreinigungsdusche
Reikimaster – Reiki-Praxis – Reikiatem
Reikimaster – Reiki-Praxis – Rituale
Reikimaster – Reiki-Praxis – Teilpersonen
Reikimaster – Reiki-Praxis – Unterschiede Ganzbehandlung
Reikimaster – Reiki-Praxis- Chakrasystem
Reikimastert – Reiki-Praxis – Ganzbehandlung Ruecken
Renk, Torsten – Metamagica Die Magieregeln
Retschlag, Max – Die Alchimie
Retyi, Andreas von – Wir sind nicht allein – Signale aus dem All
Reyo, Zulma – Innere Alchemie – Der Weg zur Meisterschaft
Richardson, Alan – Einführung in die mystische Kabbala
Richardson, Allen – Priesterin-Leben und Magie der Dion Fortune
Ring, Thomas – Astrologische Menschenkunde Bd. 1
Ring, Thomas – Astrologische Menschenkunde Bd. 3
Ripley, Sir George – Die Vision
Ritter, Oliver – Magische Männlichkeit. Mann-Sein aus initiatischer Sicht
Roberts, Jane – Seth – Die Natur der persönlichen Realität
Roberts, Jane – Seth und die Magische Einstellung
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 1 – Überseele Sieben
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 2 – Lehrzeit
Roberts, Jane – Überseele Sieben – 3 – Zeitmuseum
Rodney, Orpheus – Abrahadabra, Thelemische Magie für Anfänger
Ruckner, Rudy – Die Wunderwelt der vierten Dimension
Sator, Günther – Feng Shui für Kinder
Sator, Günther, Feng Shui – Leben und Wohnen in Harmonie
Sayan, Lus de – Magie des Sexus
Scheja, Birgit – Die Runen des älteren Fudark
Schmidt-Tanger, Martina – NLP Coaching von Führungskräften
Schnappau, Rudolf – Was hat NLP mit Spiritualität zu tun
Schopenhauer, Arthur – Über das Geistersehn und was damit Zusammenhäng
Schüttler, Hermann – Freimaurer und Illuminaten
Schütz, Peter – NLP im Coaching und in der Personalentwicklung
Schwarz, Georgia – Feng Shui-Gesund Wohnen mit der chinesischen Harmonielehre
Schweidlenka, Roman – Esotherische Ufologie und ihre rechtsextreme Schlagseite
Shea, Robert – Der weisse Schamane
Sherman, Harold – Außersinnliche Kräfte
Shikara – Sternzeichen – Jungfrau
Sluiter, Stefan – Die Macht der Kräuter
Snellgrove, Brian – Das Geheimnis von Aura und Chakras
Soror, A. L. – Die magische Pforte
Spalding, Baird – Leben und Lehren der Meister im Fernen Osten
Spangenberg, Brigitte und Ernst – Assagioli, der Wille und das NLP
Spiesberger, Karl – Das Mantrabuch
Spiesberger, Karl – Magische Einweihung
Spiesberger, Karl – Magische Praxis
Spiesberger, Karl – Runenmagie
Spiesberger, Karl – Runenpraxis der Eingeweihten-Runenexerzitien
Spiesberger-Karl – Masken der Träume
Starhawk – Das fünfte Geheimnis
Starhawk – Die Kraft der großen Göttin
Staudenmaier,Ludwig – Die Magie als experimentelle Naturwissenchaft
Stein, Diane – Die Weisheit der Göttin umarmen
Steiner, Rudolf – Wahrheit und Wissenschaft
Steiner, Rudolf – Wie erlangt man Erkenntnisse der hoeheren Welten
Steiner, Rudolf – Die Geheimwissenschaft im Umriß
Steiner, Rudolf – Die Philosophie der Freiheit
Steiner, Rudolf – Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen
Steiner, Rudolf – Lexikon Anthroposophie
Steiner, Rudolf – Theosophie
Stenglin,Roland – Reiki Energie und Weg
Storl – Pflanzen Der Kelten
Storl – Pflanzengottheiten
Stumpf, Reinhold – Feng Shui Referat
Su’a’no-Ta, Sujja – Elemente Magie
Su’a’no-Ta, Sujja – Schamanische Magie im Alltag
Sun, Frank – 666 – Die Zahl des Tieres
Suzuki, Daisetz T. – Koan
Swedenborg, Emanuel – Seele und Leib
Szepes,Mária – Der rote Löwe
Talbot, Michael – Das Holographische Universum
Tarozzi, Giancarlo – Vorläufer einer neuen Ära
Tegtmeier, Ralph – Aleister Crowley – Die tausend Masken des Meisters
Tegtmeier, Ralph – Das Hexenbuch
Tegtmeier, Ralph – Die heilende Kraft der Elemente
Tegtmeier, Ralph – Magie und Sternenzauber – Okkultismus Im Abendland
Tegtmeier, Ralph – Runen-Alphabet der Erkenntnis
Tenk, Hermine – Soforthilfe mit Akupressur
Tepperwein, Kurt – Die hohe Schule der Hypnose
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 1
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 3
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 4
Thelema – Magazin für Magie und Tantra No. 8
Tindale, Quentin – Sigillum 2 Potenzierte Sigillenmagie
Toko Zeitkompass – Kabbala und Numerologie (1994)
Truthman – Anleitungen zu luziden Träumen
Truthman – Astralreisen
Truthman – Bewusstseinskontrolle
Truthman – Das Geheimnis des Traumes
Truthman – Engel
Truthman – Fernwahrnehmung
Truthman – Geschichte der Hypnose
Truthman – Geschichte, Philosophie und Symbolik der Freimaurer
Truthman – Hypnose
Truthman – Sexualität In Mystik Und Magie
Truthman – Sexualmagie & Dimensionswechsel
Truthman – Tarot
Tuella – Kosmische Telepathie
Tüting, Ludmilla – Der Tibet-Mythos
Überlieferung- Germanische Mythen – Die Edda (alte Version)
Uhlig, Helmut – Buddha – Die Wege des Erleuchteten
Urbigeriani, Aphorismi – Gewisse Regeln
Urbigero, Baron – Aphorismi Urbigeriani
Uxkull, Woldemar von – Die Einweihung im alten Ägypten
Vatsyayana – Das Kamasutram
Vehlow, Johannes – Band I – Die Weltanschauung der Astrologie
Vehlow, Johannes – Band II – Die Technik der Horoskopberechnung


Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Berechnungsblatt

Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Tafel zur Kräftebestimmung
Vehlow, Johannes – Band II – Zusatz – Wertebestimmungstabelle Vehlow, Johannes – Band III – Die Analyse der astrologischen Elemente
Vehlow, Johannes – Band IV – Die systematische Deutung des Horoskops
Vehlow, Johannes – Band IX 1 – Parerga paralipomena – zur Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Band IX 2 – Parerga paralipomena – zur Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Band VI – Transite und Hilfshoroskope. Die Revolutionen
Vehlow, Johannes – Band VIII – Die Konstellationenlehre
Vehlow, Johannes – Kalender 1952 – Häuserproblem
Vehlow, Johannes – Kalender 1952 – Krankheit und Charakter
Walter E. Butler – Das ist Magie
Walter E. Butler – Kleine Schule der Magie
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 1. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 2. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 3. Lehrbrief
Warneck, Igor – Der Runenbrieflehrgang 4. Lehrbrief
Weidinger, Erich – Die Apokryphen – Verborgene Bücher der Bibel
Weinfurter, Karl – Der Königsweg
Weinfurter, Karl – Lehrbuch des magischen Denkens
Weinfurter, Karl – Mystische Fibel
Weinreb, Friedrich – Kabbala im Traumleben des Menschen
Weitbrecht, Wolf – Orakel der Delphine
Wichmann, Jörg – Der kleine Gott
Wichmann, Jörg – Schutz vor magischen Einflüssen
Widmer, M.& S. – Heilsteine von A-Z
Wilson, Robert Anton – Die Neue Inquisition
Winckelmann, Joachim – Magisches Training
Wittenburg, Bernd von – Schach der Erde
Wolff, Katja – Magie – Kunst des Wollens – Macht des Willens
Wolff, Uwe – Alles über die gefallenen Engel
Wright, Leoline – Der Tod – Was kommt dannach
Yogananda, Paramahansa – Gesetz des Erfolges
Young, Ella – Keltische Mythologie
Ziegler,Gerd – Tarot-Spiegel der Seele
Zimmer, Christopher – Wanderer zwischen den Zeiten
Zion, die Weisen von – Die Protokolle der Weisen von Zion
Zoller, Regina – Nationalsozialismus und Okkultismus – Thule-Gesellschaft (1994)
Zurfluh, Werner – Die Spur der Quader Zurfluh, Werner – Sexualmagie und Dimensionswechsel

Rudolf Steiner

rudolf-steiner Rudolf Steiner wurde am 27. Februar 1861 als Sohn eines österreichischen Bahnbeamten in Kraliewitz geboren. Er entstammte einer bäuerlichen Familie aus dem niederösterreichischen Waldviertel und wuchs im Umkreis von Wien auf. Rudolf Steiner studierte in Wien Naturwissenschaften und Mathematik an der Technischen Hochschule und wandte sich daneben literarhistorischen Studien und der Philosophie zu, auf deren Gebiet er später promovierte. Von Goethes naturwissenschaftlichen Schriften aus suchte er den Kern der goetheschen Weltanschauung zu durchdringen, angeregt und unterstützt durch den Wiener Goetheforscher Prof. Karl Julius Schröer. Schon in den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts wurde er beauftragt, in Kürschners „Deutscher Nationalliteratur“ Goethes naturwissenschaftliche Schriften herauszugeben. Hierbei ergab sich ihm seine „Erkenntnistheorie der Goetheschen Weltanschauung“.

Wirken: Aufgrund dieser Goethe-Publikationen wurde er 1890 bis 1897 an das Goethe-Schiller-Archiv in Weimar als Mitarbeiter an der Herausgabe der naturwissenschaftlichen Schriften in der Weimarischen Goethe-(Sophien)-Ausgabe berufen. In Weimar verfaßte er auch „Die Philosophie der Freiheit“ (1894, Aufl. 48.000), durch die er intuitive geistige Erfahrungen analog den Erfahrungen der äußeren Sinne darstellte und erkenntnistheoretisch begründete. Die in Weimar erweiterten Erkenntnisse über Goethe stellte er in seinen ausführlichen Einleitungen zu dessen naturwissenschaftlichen Schriften und in seinem Werk „Goethes Weltanschauung“ (1897) dar.

Er veröffentlichte Werke des Philosophen Arthur Schopenhauer und des Dichters Jean Paul. Er selbst schrieb vier Bücher, gab ein Literaturmagazin heraus und war Lehrer an einer von Sozialisten organisierten Arbeiterbildungsschule.

Von 1897 bis 1900 redigierte Rudolf Steiner in Berlin das „Magazin für Literatur“. Es folgte das Werk „Welt- und Lebensanschauungen im 19. Jahrhundert“, das später zu einer Geschichte der philosophischen Entwicklung unter dem Titel „Rätsel der Philosophie“ (1912) erweitert wurde. Seine geisteswissenschaftlichen Forschungen führten ihn zu den Werken „Die Mystik im Aufgange des neuzeitlichen Geistesleben“ (1901), „Das Christentum als mystische Tatsache“ (1902), „Theosophie“ (1904, Aufl. 75.000) und „Geheimwissenschaft“ (1909, Aufl. 51.000). In szenischen Bilderfolgen, den „Mysteriendramen“, die in München 1910 bis 1913 erstmalig aufgeführt wurden, stellte er seine Geistesanschauung künstlerisch dar. Auf verwandten Wegen sind seine Anregungen zu einer neuen Bewegungskunst, der „Eurythmie“, entstanden. Seinen Darstellungen fügte er immer wieder die Rechenschaft über die Methode zur Erlangung übersinnlicher Erkenntnisse hinzu. Die Schilderung des dem abendländischen Wesen entsprechenden Erkenntnisweges findet sich in dem Buch „Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten?“ (1909, Aufl.: 74.000). Im Jahre 1912 erschien „Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen“ (1912).

1902 wurde Rudolf Steiner zu Vorträgen in der „Theosophischen Gesellschaft“ eingeladen; er trat dieser Bewegung bei. Er lehrte jedoch eine selbständige, auf Goethe und dem mitteleuropäischen Geistesleben fußende Weltanschauung. Da er eine zentrale Christuserkenntnis entwickelte, die im Gegensatz zu der von der Theosophischen Gesellschaft gepflegten Ansicht stand, wurde er 1913 zum Austritt genötigt. Mitarbeiter und Freunde gründeten nun die unabhängige „Anthroposophische Gesellschaft“. In der Zeit des Ersten Weltkrieges erbaute Rudolf Steiner in Dornach bei Basel das Goetheanum in neuen Formen. Es war aus mehreren hundert verschiedenen Holzsorten errichtet und fiel Silvester 1922/23 einem Brandanschlag zum Opfer. Laut Erich Ludendorff übte Steiner einen negativen seelischen Einfluß auf den Generaloberst Helmuth von Moltke aus.

Auf Initiative des Direktors der Zigarettenfabrik Waldorf-Astoria, Emil Molt, war Rudolf Steiner zudem ab 1919 als Reformpädagoge tätig. In Stuttgart gründete er am 7. September 1919 die erste freie Waldorfschule unter der Schirmherrschaft Emil Molts. Sie war aus allgemeinbildenden Kursen für die Arbeiter der Zigarettenfabrik entstanden, die Steiner initiiert hatte. Außerdem war Rudolf Steiner als Künstler und Architekt aktiv: Er schrieb Dramen, entwickelte die Bewegungskunst „Eurythmie“ und wirkte am Bau des „Goetheanums“ in Dornach bei Basel mit. Das „Goetheanum“ diente als Zentrum der „Anthroposophischen Gesellschaft“, die Steiner 1923 gründete. Als „Anthroposophie“ bezeichnete er die „wissenschaftliche Erforschung der geistigen Welt“, die als Erkenntnisphilosophie ausgelegt war. Zuvor war er Mitglied und Vorsitzender der „Theosophischen Gesellschaft“, einer esoterischen Vereinigung, die 1875 in Neu York gegründet wurde.

Weltanschauung
Rudolf Steiner entfaltete eine enorme Wirkungsmacht auf völlig verschiedenen Gebieten. In der Landwirtschaft begründete er den „biologisch-dynamischen Landbau“, in der Pädagogik folgten bald tausende Schulen seinem Konzept der Waldorfpädagogik, ferner konnte er mit seiner Eurythmie die Kunst, den Tanz und die Architektur seines Zeitalters beeinflussen. Seine eigenwillige Ausdeutung der Christusgestalt ist heute im Millionenmarkt der modernen Esoterik weithin deutlich präsent. Dennoch bleibt den Nachgeborenen ein ganz und gar ambivalentes Bild zurück. Steiner war als Herausgeber der naturwissenschaftlichen Werke Goethes ein Repräsentant der bürgerlichenen Geisteskultur seiner Zeit, aber zugleich orientierte er sich (öffentlich zugestanden) an den anti-bürgerlichen Philosophien eines Max Stirner und Friedrich Nietzsche. Zu Nietzsche schrieb er eine Verteidigungsschrift („Friedrich Nietzsche, ein Kämpfer gegen seine Zeit“ [1895]), wie auch zu Ernst Haeckel, dem philosophischen Monisten und Evolutionsbiologen.

In seinen wohl 6.000 öffentlichen und halböffentlichen Vorträgen, die zum größten Teil in Urschriften erhalten sind oder professionell mitstenographiert wurden, begegnet dem Zuhörer ein unentwegt in Kategorien von Geistesgemeinschaft, Geheimlehre und spiritueller Achtsamkeit denkender Rudolf Steiner. Das alles hat jedoch nichts, und weniger als nichts, mit Max Stirners philosophisch ausgestalteter Egozentrik zu tun oder mit Friedrich Nietzsches Angriffen auf die christliche Überlieferung. Und auch die umfänglichen Naturlehren Rudolf Steiners haben in Wahrheit nicht die geringste Berührung mit Ernst Haeckels biologischer Forschungsarbeit – und insbesondere haben sie nichts zu tun mit dessen epistemischem Monismus (da Rudolf Steiner ja beanspruchte, mit seiner eigenen Arbeit eine „Erkenntnis höherer Welten“ zu leisten). Kurzum: Auch eine gründlichere Lektüre größerer Teile des – im Ganzen unüberschaubaren – Steinerschen Werks korrigiert den durchgehend zwiespältigen Eindruck nicht, den seine Arbeiten vermitteln, sondern bestätigt ihn vielmehr: Rudolf Steiner erscheint als der junge, fleißige Goethe-Enthusiast, der in späteren Jahren sich die großen Autoren seiner jüngsten Vergangenheit erarbeitete, dessen behauptete geistige Eigenständigkeit aber wesentlich bloß illusionär ist.

Rudolf Steiner arbeitete vor 1900 (also noch zu Lebzeiten des damals bereits schwer erkrankten Philosophen) im Nietzsche-Archiv von Elisabeth Foerster-Nietzsche, bibliographierte Nietzsches Bibliothek und die Sekundärliteratur zu dessen Werk. Er wurde jedoch nicht Nietzsche-Herausgeber und scheiterte akademisch (zuerst mit der verzögerten Dissertation, dann mit allen Versuchen, einen Lehrstuhl zu erhalten). Unbefangen betrachtet, wirkt Rudolf Steiner wie ein ewiger Gymnasiast, der sich tollkühn in die umstrittenen Werke Stirners, Schopenhauers, Haeckels und Nietzsches hineinstürzt, alles begeistert liest, alle bürgerlichen Rücksichten mißachtet und verlacht – und sich anschließend keinen Reim auf das Gelesene machen kann. So verfällt er in zielloses Künstlertum, hängt sich an prominente Briefbekanntschaften des Geistes- und Kulturlebens und zecht im Kreise von Anarchisten und Bohemiens.

Nach 1900 begann Rudolf Steiners Aufstieg als Vortragsredner der Theosophischen Gesellschaft, und nachdem er sich gezwungenermaßen unabhängig gemacht (das heißt: sich aufgrund seines eigenartigen Temperaments innerhalb der auf Helena Blavatsky zurückgehenden Theosophie wiederum verzankt hatte) und die Anthroposophie gegründet hatte, konnte er sich auch ökonomisch etablieren. Um ein Beispiel zu geben für die Art der religionsgewerblichen Umsetzung seines philosophischen Wissens, sei folgende Stellungnahme zur Sexualität zitiert:

„Der Aufstieg und die Fortentwicklung besteht nun darin, daß die Menschen die physische Liebe überwinden. Die Trennung in die beiden Geschlechter war notwendig, damit sich im Menschen der Intellekt entwickeln konnte. Er wurde dadurch in eine niedere und eine höhere Natur gespalten. Nun muß aber das, was die beiden Geschlechter zusammen verbindet, auch wieder überwunden werden. Es ist eine Stufe des Aufstiegs, wenn der Mensch die Kräfte der physischen Liebe opfert und in höhere Kräfte umwandelt. Dadurch, daß er diese niederen Kräfte opfert, kann das Höhere in ihm zutage treten.“

Rudolf-Steiner-Anhänger gelten heute durchweg als christliche Mystiker, damit beleidigt man niemanden, der sich diesem Werk verpflichtet fühlt. Vor dem Hintergrund der ideenhistorischen Entwicklung erscheint der gesamte Vorgang jedoch nicht ohne Peinlichkeit, wie ein vormaliger Radikal-Individualist, erklärter Monist, erklärter Nietzsche-Enthusiast und Max-Stirner-Verehrer zum schummrigen Menschheitsrauner mutiert, wie er zum Jesus-Schwärmer und Lehrer aller Fächer wird, wenn er faktisch aber an sämtlichen denkerischen Problemen gescheitert ist, die er sich selber stellte.

Die praktischen Fragen von Werbung, Umsatz, öffentlicher Aufmerksamkeit, Schulformung und lehrförmiger Dominanz hat Rudolf Steiner hingegen überaus erfolgreich gelöst. Das wirft die Frage auf, ob nicht ein früher ehrlicher und praktischer Berufsentschluß aus Rudolf Steiner einen tüchtigen Berufsschullehrer oder Kämmerer hätte machen können, als nunmehr einen unverständlichen, geschwätzigen Alles-Lehrer abzugeben, der sich bis heute (dessen Anhänger sich heute) gegen die Rassenlehre von Madame Blavatsky verteidigen muß/müssen, obwohl er sie nie ausdrücklich vertreten hat. Trauriges Sekundärdenker-Schicksal, möchte man resümmieren. Steiner führte zwei kinderlose Ehen und empfiehlt (wie das Zitat belegt) seinen Anhängern, die körperliche Attraktion und den Vollzug der geschlechtlichen Vereinigung zu vermeiden und zu „überwinden“. Angesichts dieser sonderbaren Lehren hat er bis heute erstaunlich viele akademisch-gutbürgerliche, wohlhabende Befürworter. Rudolf Steiner verstarb am 30. März 1925 in Dornach/Schweiz.

Indizierungsantrag gescheitert
Für kurzweiliges Medieninteresse sorgte ein 2007 bei der „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ (BPjM) eingegangener Antrag auf die Indizierung zweier Vortragszyklen über Steiner wegen „rassistischer Passagen“, dem jedoch nicht stattgegeben wurde. Festgestellt wurde jedoch, daß Teile des Inhaltes aus „heutiger Sicht als rassistisch“ zu wertende Merkmale aufweisen. Der Verlag hat sich verpflichtet, innerhalb eines halben Jahres eine kritisch kommentierte Neuauflage des jeweiligen Titels vorzulegen. Es handelt sich um die beiden Bücher „Geisteswissenschaftliche Menschenkunde“ und „Die Mission einzelner Volksseelen im Zusammenhang mit der germanisch-nordischen Mythologie“. Den noch auf Lager liegenden Exemplaren muß vor der Auslieferung ein entsprechendes Beiblatt beigefügt werden.

Das Buch „Atlantis und die Rätsel der Eiszeitkunst“ von Steiner-Schüler Ernst Uehli wurde vom Verlag aus dem Programm genommen, nachdem eine Indizierung bevorstand.

Die Berliner Kulturwissenschaftlerin Jana Husmann-Kastein, die für die BPjM das Gutachten „Rassenmodelle bei Rudolf Steiner – Ein Überblick und Zitatvergleich mit Ernst Uehli“ erstellt hat, weist nach, daß Uehli seine rassentheoretischen Vorstellungen aus den von ihm selber als Quelle genannten Steiner-Werken übernommen hat – ja, fast wörtlich abgeschrieben hat. Husmann-Kastein zitiert Steiner: „Diese Schwarzen in Afrika haben die Eigentümlichkeit, daß sie alles Licht und alle Wärme vom Weltraum aufsaugen. […] Und dieses Licht und diese Wärme im Weltraum, die kann nicht durch den ganzen Körper durchgehen, weil ja der Mensch immer ein Mensch ist, selbst wenn er ein Schwarzer ist. […] Da muß etwas sein, was ihm da hilft beim Verarbeiten, das ist namentlich sein Hinterhirn. Beim Neger ist das Hinterhirn besonders ausgebildet. Das kann alles, was da im Menschen drinnen ist an Licht und Wärme, verarbeiten. […] Der Neger hat also ein starkes Triebleben. […] Im Neger wird da drinnen fortwährend richtig gekocht, und dasjenige, was dieses Feuer schürt, das ist das Hinterhirn.

Zitate
„Eines ist wahr und als wahr für unsere Seele wichtig, daß der Christus Jesus gesagt hat: ›Ich bin bei euch bis ans Ende unseres Erdenzyklus.‹ Er ist da. Er ist seit jener Zeit innerhalb unseres Erdenumkreises. Und wenn die geistigen Augen geöffnet sein werden, werden sie ihn sehen, wie Paulus bei dem Ereignis vor Damaskus ihn gesehen hat. Das ist es, was eintreten wird ungefähr 1933, daß er gesehen werden wird als eine ätherische Wesenheit, als eine Wesenheit, die zwar nicht heruntersteigt bis zum physischen Dasein, aber im Ätherleibe gesehen werden kann, weil eine gewisse Anzahl Menschen dann hinaufsteigen wird zum Äthersehen.

Werke (Auswahl)

Rudolf Steiners Werk gliedert sich in 42 Bände mit Schriften, etwa 6.000 Vorträge sowie die architektonischen und künstlerischen Arbeiten. Ein Großteil der Vorträge ist in Mitschriften von Berufsstenographen und Vortragszuhörern erhalten geblieben. Sie erschienen zunächst im Privatdruck und in Zeitschriften. Später begannen verschiedene Verlage die Vorträge, Schriften im engeren Sinne wie auch die dazu gehörigen Wandtafelbilder zu edieren. Am bedeutendsten ist der Rudolf Steiner Verlag in Dornach, der aus dem bis zu ihrem Tod 1948 von Marie Steiner als Alleinerbin der Autorenrechte geleiteten Nachlaßverein hervorging und eine Gesamtausgabe (GA) mit derzeit 343 Bänden vertreibt.

Im Vortragswerk sind verschiedene Sparten zu unterscheiden, die sich an ganz unterschiedliche Hörer wandten:

Die Vorträge für Mitglieder der Theosophischen bzw. Anthroposophischen Gesellschaft (GA 88–346): Sie waren ursprünglich von Steiner nicht zur Veröffentlichung gedacht. Weil dennoch immer mehr teils fragwürdige Mitschriften kursierten, beauftragte er seine Gattin, diese Vorträge professionell stenographieren zu lassen und mit dem Vermerk zu veröffentlichen, daß diese Texte nur verstehen könne, wer mit den Grundlagen der Anthroposophie vertraut sei.
Öffentliche Vorträge (GA 51–84): Hier vertrat Steiner seine Anthroposophie voraussetzungslos. Diese Texte demonstrieren, wie er seine Anthroposophie an das „mitteleuropäische“ Geistesleben anknüpfen wollte.
„Arbeitervorträge“ (GA 347–354): Vorträge vor den Arbeitern am Bau des ersten Goetheanums. Steiner beantwortete zumeist konkrete Fragen der Arbeiter. Insgesamt hielt er auf diese Weise 144 Vorträge, von denen 115 erhalten sind.

Steiners Werke als pdf  hier im Blog

Steiner, Rudolf – Wahrheit und Wissenschaft

Steiner, Rudolf – Wie erlangt man Erkenntnisse der hoeheren Welten

Steiner, Rudolf – Die Geheimwissenschaft im Umriß

Steiner, Rudolf – Die Philosophie der Freiheit

Steiner, Rudolf – Ein Weg zur Selbsterkenntnis des Menschen

Steiner, Rudolf – Lexikon Anthroposophie

Steiner, Rudolf – Theosophie

ergänzend

Thema Philosophie: Beiträge und pdf Dateien zum Thema bei Germanenherz Nichts in der Schöpfung ist ein Produkt des Zufalls – alles hat eine Bedeutung, eine Funktion, einen Zweck. Alles kann für uns zum Wegweiser werden, wenn wir uns auf die Suche nach dem Sinn einlassen. Philosophie (altgr. φιλοσοφία philosophía, wörtlich … Weiterlesen

Thema Spiritualität, Esoterik und Magie und pdf Bücher zum Thema Magic Runes by Germanenherz Den Einstig und Beginn zum Thema Runen, findest du auf meinen Germanenherz Blog´s. Doch die Bedeutung für dich, die findest du nur in dir selbst. Mache dich auf und folge dem Ruf der Runen, sie werden dich … Weiterlesen

Heidnische Symbolik im Grals

der heilige gralMythos und die historische Rolle Jesu – eine aktuelle Betrachtung der Hintergründe des Da – Vinci – Codes Der Mythos des Grals zieht die Menschheit nicht erst seit Erscheinen des Dan Brown Romans Sacrileg in ihren Bann. Chretien de Troyes verarbeitete Ende des 12. Jahrhunderts heidnische und christliche Elemente sowie die Artussage im Gralszyklus, in dem eine kostbare Schale durch ihren Inhalt zum geheiligten Gefäß wird, wenig später schuf Wolfram von Eschenbach mit seinem Parzifal – Epos die erste deutsch – sprachige Gralsdichtung.
In neuerer Zeit prägte Richard Wagner mit seiner Oper Lohengrin die Gralsthematik und stellte die Überlieferung in Dienst des Kampfes Gut gegen Böse – Lohengrin als lichter Ritter der gegen den abtrünnigen Klingsor antritt und siegt.
Für gewöhnlich verbindet man dabei die Grals – Symbolik in erster Linie mit dem Gefäß, in welchem das Blut Jesu während des Abendmahls aufgefangen wurde (nach anderer Überlieferung das Blut durch den Speer – Stich des Legionärs Longinus bei Jesu Kreuzigung, woraus die eigenständige Legende des Speers des Longinus entstand) – diese vom Nikodemus – Evangelium der Spätantike gestiftete Deutung verbindet damit erstmals den Gral mit dem Begriff des heiligen Blutes. Nach Robert de Borons Gralsgeschichte gelangt der Gral mit Joseph von Arimathea, den der Gral während seiner Gefangenschaft sättigt, nach Jesu Tod nach Glastonbury in Britannien – und damit zum Ausgangspunkt seiner symbolischen Herkunft: Hier, in der alten Welt der Kelten, stellt der Kessel seit alters her das heilige, rituelle Gefäß schlechthin dar, in ihm wurden nicht nur Fleisch gekocht und Bier gebraut, sondern er erwuchs zum ewig sättigendem Kultgefäß, welches fester Bestandteil der Grabausstattung keltischer Fürsten wurde. Der Kessel als Lebensspender ist dabei ein altes Erbe der atlantisch – nordischen Kultsymbolik.(Wirth: Aufgang der Menschheit) Von besonderer mythologischer Bedeutung war der Kessel des Dagda, der mit den Tuatha de Dana, den frühen Einwanderern, die eng verbunden mit der Megalithkultur sind, nach Britannien gelangte. Auch die große Muttergöttin Ceridwen braut in einem solchen Kessel den Trunk der Weisheit. Zu den bekanntesten zählt der Kessel von Gundestrup, der neben dem Hörner Gott Cernunnos auch weitere keltische Kultdarstellungen trägt . Mit der Reise Joseph von Arimatheas nach Glastonbury wird gewissermaßen eine Verschmelzung christlicher mit heidnischer –Symbolik vollzogen; denn hier am „Glasturm“ (Glastonbury), dem Standort einer alten Trojaburg, die als Avalon zugleich mythische Heimat des toten König Artus ist (als Toteninsel – im Sinne des megalithischen Wiedererstehungsglaubens zugleich Land der Ahnen – auch als das verlorene Paradies Atlantis zu deuten), ist ein elementarer Ort der Verehrung der alten Urmutter zu erblicken, aus deren Schoß, dem heiligen Gral, das Leben erwacht. Dan Brown gelang es nun bei aller vereinfachenden – weil lediglich auf zwei Widersacher im Gut – Böse Schema – Kirche / Opus Dei gegen Prieure de Sion / Freimaurerei beschränkenden – Verklärung der Rolle der Freimaurerei die heidnische Symbolik einem größeren Leserkreis näher zu bringen. Auch seine Darstellung der Umwandlung heidnischer Symbole in Teufelswerk durch die christliche Kirche ist eine Tatsache, deren Erwähnung nicht oft genug erfolgen kann: „Im Zuge der Bemühungen, die heidnischen Religionen auszurotten und die Massen zum Christentum zu bekehren, hat die Kirche in einer Verleumdungskampagne den Symbolgehalt der heidnischen Gottheiten ins Negative gewendet“ (Robert Langdon in Sacrileg). (Allerdings vereinfacht Brown die Sache über gebühr, wenn er die verwendung von Pentagrammen und äh nlcuihen heidnischen symbolen durch satanische Sekten allein der arbeit Hollywoods unterstellt, ohne auf die entfremdende Verwendung jener symbole durch gewisse freimaurereische Kreise einzugehen.)
Indes führt er dem Leser die doppelte Bedeutung des heiligen Grals in späterer Zeit vor Augen – danach ist die Legende vom heiligen Gefäß lediglich eine Allegorie auf den wahren Gralsgehalt, der ebenfalls mit heiligem Blut – sang real = Königsblut – in Verbindung steht: So wie die Schale der Legende nach das Blut Jesu aufgefangen habe, habe Maria (= der Gral) das Blut Jesu in sich in Form der Leibesfrucht beider Vereinigung aufgenommen. Dokumente, die den Beweis hierfür und damit gleichzeitig der Übergabe der Königswürde auf Maria, die Ehefrau Jesu enthalten, sollen von den Tempelrittern unter den Ruinen des Tempels Salomons in Jerusalem geborgen worden sein. Jesus sei demnach direkter Nachfahre der jüdischen Könige David und Salomon gewesen. (vgl. hierzu Baigent / Lincoln / Leigh: Der heilige Gral und seine Erben / Der Gral) Im Symbol des Grals verbirgt sich das göttlich weibliche, die Heiligkeit der göttlichen Urmutter (dargestellt unter anderem im Bild des letzten Abendmahls Leonardo da Vincis, des vermeintlichen Mitgliedes der Prieure de Sion), gleichsam ein Symbol für die Übergabe der Königswürde und damit des christlichen Pontifikats auf eine Frau bzw deren Sohn, wodurch es eine offizielle Erblinie für die Leitung der christlichen Kirche gegeben hätte – dies würde natürlich dem heutigen, patriarchal geprägten Papsttum jeglichen Boden und die ganze Legitimation entziehen.

Die von den mittelalterlichen Autoren beschriebne Suche nach dem Gral sei demzufolge die Suche nach der göttlichen Urmutter. In der tat spielte die göttliche Urmutter in allen europäischen Ur – Kulten eine große Rolle. Der Sage nach war Kleito die Urmutter von Atlantis ebenso wie von Troja und Athen, und die Frau spielte in den megalithzeitlichen Kulten eine große Rolle – auch bei den Indogermanen stand die Frau in gleichberechtigter Stellung zum Mann, obgleich sie im Verlauf der indogermanischen Wanderungen – vielleicht auch verstärkt durch die Dankbarkeit für die mythologisch dem Lichtbringer – Gott geschuldete Klimaerwärmung innerhalb der Nordheimat – in den Hintergrund gedrängt wurde. Herman Wirth verdanken wir die Herausarbeitung der weiblichen Rolle im frühen Europa und den Beweis megalithzeitlicher matriarchaler Kultzentren (wobei hier nicht von einer Frauenherrschaft an sich, sondern von einer göttlich matriarchal geprägten Gesellschaft, die in vielen Bereichen durch Männer geleitet wurde –Militär u.ä.) durch seine symbolkundlichen Forschungen. Auch die Frauendarstellungen aus dem Jungpaläolithikum – Venus von Villingen und andere – beweisen eine hohe Verehrung der Frau, die sich bis in die Zeit der Bandkeramiker mit ähnlichen Darstellungen nachweisen läßt – allerdings scheint hier der Aspekt auf das Wunder der Geburt eingeschränkt gewesen zu sein. Wenn nun jedoch im Sacrileg einerseits die Erblinie Jesu als von David und Salomon herrührend, also eine reinblütig jüdische Erblinie dargestellt wird, gleichzeitig aber die Übertragung der jüdischen Königsdynastie auf eine Frau (des Stammes Benjamin ?) angenommen wird, dann begibt sich Dan Brown damit auf dünnes Eis: Nicht nur im Islam sondern auch bei anderen orientalischen Religionen hatte die Frau stets eine untergeordnete Rolle – daher auch die angesprochene Empörung der Jünger Jesu über die Gleichberechtigung – die vermeintliche Bevorzugung – Maria Magdalenas. Nicht folgten hier die Menschen der Religion –wie oft angenommen -, die eine solche Rolle gebot, sondern die Religion folgte – wie so oft – bestehenden Traditionen. Sowohl Islam als auch Judentum sehen in der Frau eine Gehilfin des Mannes – so wie es auch die christliche Kirche des Petrus übernahm. Wenn nun Jesus diese Tradition verändern wollte, dann spricht dieses dafür, in Jesus dem Galiläer eben nicht einen reinblütigen Judäer zu sehen, sondern einen Abkömmling eines Heidenstammes aus Galiläa, der auch als Heidengau galt. Hier lagen die Siedlungsorte der Nachfahren der Philister, die als Seevölker nach Palästina gelangten (nach anderer Überlieferung wurden hier auch gefangene Gallier durch die Römer angesiedelt, Ritzer a.a.O.) –mit im Gepäck die imposanten Kessel (Symbol der Weiblichkeit ?), die auch in der Bibel beschrieben werden . Diese Philister waren als Teil der Seevölker europäische Einwanderer, deren Verständnis der Frau eine traditionell hochstehende Rolle einräumte –hierin liegt der Schlüssel zum Verständnis der Handlungen des Königs Herodes, der in Jesus angesichts dessen kontinuierlicher Angriffe auf die herrschende Form des Judentums – insbesondere dessen Kritik an den jüdischen Händlern sowie den jüdischen Pharisäern und Schriftgelehrten – einen Gefahrenherd für seine Stellung sah, während der römische Statthalter Pontius Pilatus, die Verurteilung Jesu lediglich absegnete. Wenn es sich bei Jesus jedoch um einen Judäer gehandelt hätte, so wäre er niemals gekreuzigt worden –was die römische Art der Vollstreckung des Todesurteils darstellte-, denn die Verurteilung von Juden bzw. die Vollstreckung der Strafe oblag trotz römischer Besatzung weiterhin Herodes.Bestärkt wird diese Annahme durch die einzig mögliche Herleitung der Erblinie über Maria, die Mutter Jesu, da Josef offensichtlich nicht der leibliche Vater war. Hier wies jüngst Michael Ritzer auf das für eine gläubige Jüdin unvorstellbare Verhalten gegenüber den drei Weisen aus dem Morgenland hin (Alte Kulturen Spezial 23/210):

Diese waren der Überlieferung zufolge kundige Magier, bzw. Sterndeuter vermutlich aus Babylon, somit Heiden und dennoch ließ Maria sie am Geburtsbett Jesu ihre Verheißungen verkünden.Nichtsdestotrotz bietet der Roman eine Fülle von Belegen und Hinweisen auf die heidnischen Traditionen innerhalb des Christentums und die tatsächliche, der christlichen Kirche allzu menschliche Rolle Jesu als Dynastiegründer, jedoch nicht einer jüdischen die sich etwa in den Merowingern enthalten habe (Baigent/ Leigh: Der heilige Gral und seine Erben), sondern einer europäischen deren Traditionen in den megalithischen (und den sich aus gleicher Quelle speisenden ägyptischen Kulten des Horus und der Isis – siehe hierzu Ritzer) Kulten zu suchen sind – ohne hier mythologischen Spekulationen vorbehaltlos zu folgen, sei hier auch ein Verweis auf eine Bibelstelle erlaubt, die in neueren Ausgaben der entstellt wiedergegeben wird: „Das Reich Gottes wird von Euch weggenommen und einer Nation gegeben werden, das seine Frucht bringen wird“ (Math. 21,43)
Dieses Gespräch Jesu mit jüdischen Schriftgelehrten, in welchem Jesu die Übertragung der Königswürde auf ein anderes Volk prophezeite, wird in anderer Überlieferung gegenüber einem römischen Legionär germanischer Herkunft geführt. Durch diese Prophezeiung wäre ein für die christliche Kirche noch verheerenderer Umstand eingetreten, den man kirchlicherseits eher fürchten zu hatte, als die Vorstellung einer legitimierten jüdischen Erblinie des Christentums: nämlich eine (Rück -) Übertragung des christlichen Erbes – symbolisiert im heiligen Gral als dem Schoß der Urmutter – in europäisch – germanische Hände.

Die christliche Lehre kam aus dem Norden

germanenherz

Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße,
Im Kreis das All am Finger laufen ließe!
Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen,
Natur in sich, sich in Natur zu hegen,
So daß, was in ihm lebt und webt und ist,
Nie seine Kraft, nie seinen Geist vermißt.“-Goethe.

 

Ja, wir behaupten und können es erweisen: Die christliche Kirche oder besser die christliche Lehre, nahm nicht ihren Ausgangspunkt von Palästina, sondern ist eine Urschöpfung der untergegangenen atlantischen Kultur. Sie gelangte über die Reste jenes Weltteils Atlantis zuerst nach Irland und Schottland, dann nach Osten weiter, und gleichzeitig nach Westen zum amerikanischen Festlande. Die alte ägyptische Kultur einerseits und die alten amerikanischen Kulturen der Inkas, der Mayas und der Azteken andererseits sind die Eckpfeiler, die noch heute vom einstigen atlantischen Weltkulturbaue übrigblieben.

Die Alten wußten darum noch, wie wäre es sonst verständlich, daß wir in Mexiko bei seiner Entdeckung das ganze christliche Brauchtum vorfinden, wie es in der katholischen Kirche sich erhalten hat und in Tibet heute noch, Dinge, von denen man nicht gerne spricht, weil sie die Grundlagen des Lügengebäudes einer nahe-östlichen Herkunft des Christentums von noch nicht 2000 Jahren zu untergraben drohen.

Christentum und sein Mythos sind so alt als Menschen göttlichen Odems leben und denken können, viele hunderttausend Jahre reichen nicht, denn so alt ist die Gottes-Sohnschaft der Menschheit. Ur-arisch-atlantische Gotteserkenntnis und ihr heutiges Wurzelwerk haben sich am längsten lebendig erhalten im Norden Europas, wo die Pflanzstätten der Atlantis bis in unsere Zeitrechnung blühten auf Iona und der Insel Man. Von dort aus sind dann auch merkwürdigerweise die angeblich ersten „christlichen“ Missionare gekommen und wurde die erste christliche Kirche gegründet, die Culdeerkirche. Erst später im 7. und 8. Jahrhundert hat die römische Kirche das Segenswerk jener wahren Christen dem Geiste, der Haltung und der Lehre nach vernichten können. Die untergegangene Kirche des Nordens nahm das Geheimnis ihres Ursprungs mit in das Grab, das ihr die römische Machtkirche frühe bereitete, aber auch die abendländische Verzerrung der Christuslehre erlebt heute an sich die Wahrheit, daß sie wohl den Leib töten kann, aber nicht den Geist. Dieser heilige Wahrheitsgeist steht heute als ihr Herr und Meister auf und wird sie mit ihrem Wortdenken überwinden.

„Und wäre Christus tausendmal in Bethlehem geboren, Und nicht in dir, ging deine Seele dennoch hier verloren. Zum Kreuz auf Golgatha schaust du vergeblich hin, Hast du es nicht errichtet in deinem eignen Sinn.“
Angelus Silesius.

Aus dem „Welsch-„, dem Wälser-Lande führen drei Wege nach Norden, Osten und Süden, die durch die großartigen Steinsetzungen der Megalithgräber gekennzeichnet ist. Der erste zieht sich nach der Nord- und Ostseeküste entlang, springt nach Schweden und Norwegen über, geht dann an der Wolga entlang, um den Südostweg nach Indien zu suchen. Der zweite Weg zieht sich an der Küste Frankreichs südlich, von einem Hauptknotenpunkt in der Bretagne ab über Portugal, Spanien, Italien, Griechenland und Kleinasien, immer nahe der Küste. Der dritte Weg geht bis nach Spanien mit dem ersten gemeinsam, um dann nach Afrika überzusetzen und an seiner Nordküste entlangzuführen mit offenbar demselben Ziele zum fernen Osten.

Das war der Weg der Kultur von Westen nach Osten, der der arischen Wanderung folgte. Das Wort ex oriente lux hat insofern eine Berechtigung, als es sich um ein teilweises Zurückströmen einer Kulturwelle handelte in den folgenden Jahrtausenden, jedoch nicht anders als heute Vieles aus Amerika zu uns zurückfindet, was von uns dorthin getragen wurde. Olaf Kritzinger hat in einer geistreichen Arbeit über die Runen in Heft 17/18 der „Sonne“ eine Fülle von Anregungen gegeben. Er erwähnt darin auch die Insel Jona und ihre Bedeutung als Ausgangspunkt der atlantisch-arischen Erkenntnisse nach dem Untergang der letzten Reste der Atlantis, der Insel Poseidonis, wie sie Plato nennt. Jona ist das Mutterland der Jaones, des Joanes, der Jonier, die auch als Jawones auftauchen. Junier, Juno, Dione, Dion, Zion, Jon sind Ableitungen aus diesem Worte, das die Gehenden, mundartlich die,,Jehenden“ bedeutet. Die „Gehenden“ (gehen, jehen, to go) sind aber die irdischen Söhne der himmlischen Schrittmacher. Von diesen Göttersöhnen, die selbst zuweilen die Bezeichnung Sterne tragen, ruhen in Jonas Erde zweiundzwanzig Könige begraben.

Diese Sage aus der alten keltischen Dichtung ist so zu verstehen, daß das Wissen von 22 Königen, nämlich den 22 Ar-kana, was Sonnen-Kahne, Sonnen-Könige heißt, begraben liegt. Die 22 großen Arkanas sind die 22 Blätter aber des ägyptischen Tarots, jenes Kartenspiels, das in seinen insgesamt 72 Karten die Grundgedanken der Welt verhaftet birgt. Durch die Zigeuner ist es uns, in der Hand von Unwürdigen, überliefert, die immerhin damit außerordentliche Kenntnisse in Wahrsagen und anderer Zauberei verbinden konnten. Unsere 18teilige Runenreihe ist eigentlich als das Ur-Tarot anzusehen und es bleibt die Frage offen, ob die 18 oder die 22 die ursprüngliche Zahl ist. Auch das altgriechische Alphabet hat 22 Buchstaben und schließt mit dem Tau T, wie das Tarot mit dem Galgen T schließt, dem Ende, dem Tau, dem Tet, dem Tod, dem Tot, dem Ganzen!

So schließt auch Tyr-Christus , die zwölfte Rune den Tyr-Tier-Kreis des Lebens. Dieses Alphabet übernahmen auch die Semiten und in der Folge alle Völker der Erde. In der nordischen Heimat selbst versank das Wissen von den 22 Königen, den „Ar-kana“ von Jona, nur die Sage von 22 begrabenen Königen deutet noch auf den Ursprung dieser zweiundzwanziger Reihe aus diesem Fleckchen heiliger Erde. Aber die Kunde von der Druida, der Troja, der Torta, der Tortla, wie die Priesterschule hieß, blieb lebendig weit draußen in der Welt, so vor allem besonders rein in den Eleusischen Mysterien. Dortla, dorda, turtur ist die Turtel-Taube als das Sinnbild des Heiligen Geistes, der hier allgegenwärtig war.

Das sich im Worte Turtel die drehende balzende Bewegung des Täuberich ausdrückt, ist anzunehmen. So erklärt es sich, wenn der „Heilige Geist“ als der Dritte, das Schicksal-Wendende, der Drehende, der Drittelnde, der „Trittelnde“, der „Reinen Jungfrau“ Maria die Empfängnis des Gottessohnes ver-kündet, ver-kindet, was die Rune Kun, Keim, Kind ganz klar andeutet. Unter dem Sinnbild der Taube wurde der Schüler in das Tabernakel seines eigenen Astralkörpers, seiner Aura gestellt, um sich an ihr und den kosmischen Heilsströmen erfühlen zu lernen, die in ihn herniedergehen, wie der Heilige Geist in Gestalt einer Taube auf den von einem Jona-Hanes-Priester eingeweihten jungen Jesus herniederfährt. Columba = Taube zielt auf den selben Ursinn. Columban heißt nicht nur zufällig einer der ersten Missionare in Deutschland aus dem Heiligtum der Insel Jona. Col, cul deutet auf die zeugerische Weisheit der Rune Kun und das Öl, das Öl der Weisheit, der Einweihung, des Gesalbten, wovon auch die alten Cult-Orte ihre Namen haben wie Cöln, Kulm. Ulm (ohne K, aber dafür vermutlich ursprünglich mit dem H), Kölle-da, Culle dei, das von dem Iren Kilian „gegründete“. Nun wissen wir auch, warum im dritten „Buch der Könige“ erzählt wird, daß der mythische König Salomo, der Salman, der mit dem geschichtlichen Vater des David gerne verwechselt wird, „weiser gewesen sei als die Söhne des Machol und der Dordla.“ Diese Weisheit aber errang sich „Salomon“, wie es heißt, durch die Betrachtung des Sechssternes, des sogenannten Magen Davids, der aber, wie wir wissen, die umschriebene Hagall-Rune darstellt. Durch sie wurde er zum „Weisesten der Menschen“, erlangte Kenntnis höherer Welten und die magische Macht, die Magier-, Meisterschaft über ihre Bewohner.

Wie aber kam „Salomon“, das heißt der arische Salmann, in den Besitz des Sechssternes ? „Er hatte ihn aus einem Adlerhorste bekommen.“ Der Adlerhorst deutet auf den Aarhorst, auf den Arierhorst, den Sonnenhorst im Norden, der sicher auch eine Pflanzstätte in Palästina hatte, im Hermon-, Harmann-, Armann-Gebirge, wo noch im Mittelalter blonde Leute wohnten, mit denen die Kreuzfahrer sich auf „deutsch“ verständigen konnten. Mythos und Geschichte liegen hier in Schichten übereinander, die schwerlich mehr getrennt werden können, aber es bedarf nur dieser Hinweise, um zu erkennen, wie doch alles Geschehen der Erde auf den Arierhorst im Geiste zurückgeht.

Eine große nordische christliche Kirche verband schon im 4. Jahrhundert — bestand und „herrschte“ nicht wie die römische Kirche — weite Gebiete von dem Nordrand der Alpen bis nach Irland, Island und Grönland, von den Pyrenäen bis ins Thüringerland und darüber hinaus. Die Tatsache klärt manche Geheimnisse auf. Das Wotansopfer am Kreuze der Weltesche durch seinen Sohn Zui, Tiu, Tys, den „Ichthys“, den Ich-tys, den Ich-Zeus des Nordens, das Asenopfer des Äsus der Gallier, der Kelten, die wir als einen Zweig der Germanen einfach mit dem „Worte Helden ansprechen. Dieser Asus aus Gallien, also aus „Galiläa“, starb am Kreuze lange bevor man diesen Mythos zu fälschenden Zwecken nach Palästina verlegte, zu einem Volke der Juden, das mit seinem „geborgten“ Namen ganz zu Unrecht auf den Guten-, den Goten-Ursprung Anpruch erhebt. In jedem Falle, im Falle der Juden oder der Guten, handelt es sich um ein geistiges Volk, um ein heiliges Volk, um die Gemeinschaft jener Heiligen, die keiner Satzung, keiner Kirche bedürfen, um das „auserwählte“ Volk der reinsten und höchsten und heiligsten Seelenkräfte, dessen König selbstverständlich der „Jesus Christus“, der Arier, die Aar-heit, die Wahr-heit ist.

Die Priesterschaft der germanischen, das heißt auch der keltischen Bewohner Mitteleuropas und des Nordwestens, denn hier lebte an seiner Wiege das arische Urvolk nach dem Untergang der Atlantis, waren die Druiden, die Trojaiden, die Treuen, die die Treue, die Dreie, die große Drei, das Trauen, das Vertrauen in das Göttliche lehrten, das Geschehen vom Entstehen über das Sein zum Vergehen, das wir in allen Dreiheiligkeiten kennen lernten. Troja nennt auch Tacitus die Seelen-Grundverfassung des Germanen. In den englischen Worten Trust, Truth mit der Bedeutung von Wahrheit, Glauben und Vertrauen, lebt noch der Name der arisch-keltischen Priesterschaft fort, der Truiden, der Treuen, der Troien, die das Droit, das Recht der Trois, der „Hochheiligen Drei“ lehrten, die Drei-, Dreh-, Droh- und Trug-Gewalt, aber auch der Trug-Gehalt des himmlischen Tyr-Tri-Tro- und Thor-Kreises.
Otfried von Weißenburg gebraucht in seinem Evangelienbuch aus dem Anfang des 9. Jahrhunderts noch das Wort TRUHTIN für den Namen des Herrn, den. „treuen“, was heißen soll, den „Dreien“-„Drei-Einigen“ Gott. Es versteht sich von selbst, daß dann der germanische Priester auch der Thrutin hieß nach seinem Herrn, wie im Norden der Gode, der Priester, nach dem Gotte.

„Treue“ ist der Urname aller arischen, germanischen und damit deutschen Religion, für welches Fremdwort wir ja im Deutschen keine eigentliche Übersetzung hatten, nicht haben und auch nicht haben werden, weil wir keine brauchen. Rückverbundenheit — religio — bedeutet das Wort. Wer wäre rückverbundener als der wahre, klare Sonnenmensch? Wir werden die Treue, die Troja, die Dreie wieder in uns erwecken, die Erkenntnis des ewigen Wirkens des Gottgesetzes, das das Krist-All beherrscht in Vater, Sohn und Heiliger Geist, das heißt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, und wie jene Drei nur Eins in einer Einheit sind, so sind diese Zeitvorstellungen auch nur eine Einheit, eine Ewigkeit, eine Gesetzlichkeit: Gegenwart, Vergangenheit und Zukunft in sich schließend. „Es gibt keine vergangene Vergangenheit und keine zukünftige Zukunft, sondern nur eine gegenwärtige Vergangenheit und eine gegenwärtige Zukunft“, lehrt der Kirchenvater Augustin in seinen Bekenntnissen.

Wir wissen von den Druiden, den Tyr- oder Dry-Söhnen, daß sie eine Sonnenreligion lehrten, und keine irdische Religion kann etwas anderes sein oder lehren als eine Sonnenweisheit. Darauf laufen alle religiösen Symbole, Mythen, Glaubensartikel, Bekenntnisformeln hinaus. Wir werden noch zeigen, wie die Sonne der Ur-Inhalt auch der Christus-Religion ist. Wir sehen alle die Sonne und fühlen Licht und Wärme, die von ihr ausstrahlen. Aber das ist nicht alles. Die Sonne sendet auch Kräfte, die jenseits von dem sind, was die Physik erforschen kann, die von ultravioletten Strahlen spricht. Von der inneren Sonne, dem inneren Gestirn, deren Abbild und Sinnbild die äußere Sonne und das äußere Gestirn ist, wie auch der Leib nicht der Mensch allein ist, strömt uns hernieder Liebe und Weisheit. Wem es gelänge, die übersinnlichen Kräfte, Ströme der Sonne mit seinem Bewußtsein zu erfassen, der würde ein Weiser und Führer dieser Erde werden.
Die Druiden waren es, sie erkannten das Übersinnliche der Sonne, das wirkt, wenn das Sinnliche der Sonne abgezogen wird. Sie erkannten in der Sonne, in der inneren Sonne, den Sohn Gottes im Geiste. In ihrem Weistum hatte sich der uralte Sonnen-Sohnes-mythos des Krist-All-Sohnes erhalten aus atlantischer Zeit und hatte sich vererbt auf die Eingeweihten der ganzen Welt, die im Zeitalter der arischen Völkerwelle die Erde befruchteten.

Es genügt darauf hinzuweisen, daß wenn die Druiden nach Überlieferung der römischen Kirche, wie sie sagt, auf Grund ihrer großen inneren Schaukraft, die angeblichen Ereignisse in Palästina zur Zeit von Christi Geburt, unabhängig von jeder äußeren Benachrichtigung, in Schauungen miterlebt hätten, um die Tatsache zu erklären, daß sie dieses Mysterium schon vor seiner angeblichen Ereignung in Palästina kannten und lehrten. Die ersten römischen Missionare sollen denn auch in der Bretagne, einem der Hauptsitze des Druidentums, was durch die riesigen Steinsetzungen der Cromlechs und der „Aligements“ bezeugt wird, schon Christen vorgefunden haben. Ja, sie haben mit Sicherheit überall im Norden Christen vorgefunden, weil der Krist-All-Gedanke des Gottes am Weltkreuze eben älter ist als der gänzlich mißverstandene, weil zeitlich und örtlich festgelegte, neutestamentljche Galgentod. Im Odhin-Äsus- und Chrischna-Opfer hatte dies Mysterium schon eine viele tausend Jahre ältere Prägung gefunden.

DER JESUS VON NAZARETH

Germanenherz Die Christianisierung

Die Geschichtlichkeit eines „Jesus von Nazareth“ läßt sich nicht erweisen und selbst die theologische Forschung gesteht dies mehr oder weniger unumwunden zu. Sie zieht sich auf den schwankenden Standpunkt einer „Kulterzählung“ zurück, ohne indes irgendwie und irgend etwas an der Offenbarungseigenschaft der Evangelien aufgeben zu wollen. Die Geschichtlichkeit aber des palästinischen Christus verliert alle
Wahrscheinlichkeit schon durch den Umstand, daß das Volk der Juden, in das er hineingeboren worden sein soll, ebensowenig als Volk bestand, jedenfalls niemals in dem Sinne der fragwürdigen Überlieferung des alten Testamentes. Es ist schon von anderer Seite darauf hingewiesen worden, daß die Juden, wie heute, auch schon damals kein Volk bildeten, das mit seinen Wurzeln in einem Heimatboden haftete, sondern von jeher nur aufgepfropft erschien auf anderen, sozusagen echten Völkerschaften. So rastete es auch eine Zeitlang in Palästina mit einer herrschend gewordenen Schicht von Priestern. Wir behaupten, daß der Name der Juden von dem Namen der Goten, der Guten, abgeleitet werden muß: Gute- Gote, in der Vernichtung des Begriffes: Jote-Jude!

Selbstverständlich muß in einem „ausgewählten“ Volke der „Guten“, der Goten, auch der Heiland, der Menschenführer erstehen, was die klare mythische Gestalt eines Christus von selbst fordert. Nur daß ein solches Geschehnis niemals zu irgendeiner behaupteten Zeit in Palästina bei den „Juden“ erfolgte, sondern, wenn überhaupt, vor undenklichen Zeiten bei jenem Volke Gottes, nämlich der Goten im Norden, von denen die geschichtlichen Goten die Nachkommen sind, die uns auch die älteste Übersetzung des Alten und des Neuen Testamentes, heute in Bruchstücken, hinterließen.

Wie diese Dinge eigentlich liegen, ist noch längst nicht geklärt, aber es müßte schon bedenklich stimmen, daß Herodot, der größte bekannte Geschichtschreiber des Altertums, um 460 vor unserer Zeitrechnung, von einem Volke der Juden oder ihrem Staate nichts zu berichten weiß. Hätte dieses Volk die Bedeutung gehabt, die uns seine vielfach übertriebene und gefälschte Geschichte vortäuscht, so wäre Herodot nicht mit Stillschweigen darüberhinweg gegangen. Die Juden spielten eine ähnliche Rolle in Handel und Verkehr des Altertums wie heute noch. Wir hören jetzt wieder von den Versuchen der Juden, sich in Palästina ein völkischjüdisches Staatsgebilde zu schaffen. Es würde nur aufzurichten sein mit fremder Hilfe und auf dem Rücken einer eingeborenen Bevölkerung, heute wie damals, als die eingeborenen nichtjüdischen, zum Teil arischen Stämme noch Galiläer, Samariter, Edomiter, Syrier, Phönizier und Philister hießen.

Es ist darum nicht verwunderlich, wenn Herodot alle alten bodenverwachsenen Völker aufzählt; Griechen, Perser, Phöniker, Meder, Phrygier, Ägypter, Germanen, Araber, Äthiopier, Inder, Babylonier, Assyrer, Skythen, Sarmaten, Massageten und von ihrer Kultur und ihrer Geschichte spricht, aber mit keinem Worte ein Volk oder einen Staat der Juden angibt. Kommt er auf Palästina zu sprechen, erwähnt er nur, daß es damals von Syriern bewohnt sei. Wenn von den Juden in alten Berichten gesprochen wird, außer in dem eigenen geschichtlich ganz anders zu wertenden Alten Testament, so nur in einer lebhaften Abwehr, die ihren Grund hat in der alle seßhaften Völker befremdenden Tatsache, daß die Juden als einziges unter den Völkern nicht für sich auf eigenem Boden wohnen noch je gewohnt haben. Der echte Nomade scheidet hier als Vergleich völlig aus, denn er lebt ebenso gesetzmäßig und „seßhaft“ auf einem bestimmt umgrenzten
Landstrich wie die anderen bodenständigen Völker, nur mit dem Unterschied, daß er nach altgewohnten wirtschaftlichen und klimatischen Notwendigkeiten auf ihm herumzieht, um seine Herden zu ernähren, niemals aber planlos und willkürlich, während die Juden damals und heute, in keinem Boden jemals verwurzelt, mit der Verlegung des wirtschaftlichen Schwergewichts von Land zu Land wandern. Die Geschichtlichkeit der Gestalt des Jesus läßt sich sicherlich am allerwenigsten aus der Geschichte der Juden belegen.

Arier und Jude sind Gegensätze. Wir treten, um diese Wahrheit auszusprechen, gar nicht erst auf den staubigen Kampfplatz politischer Leidenschaften oder wirtschaftlicher Gegensätze. Wir sprechen eine Tatsache aus, die allen Ehrlichen aus beiden Lagern ganz selbstverständlich erscheint. Das Christentum ist, so wie die Verhältnisse heute liegen, eine ganz ausschließliche Eigenschaft arischer oder mehr oder weniger arisch beeinflußter Völker geworden. Jedenfalls erhält sich das Christentum als Religion und Bekenntnis auf einer höheren Betrachtungsebene nur in den germanischen Ländern. Es muß etwas im Urgrunde des Christentums liegen, und sei dies selbst erst nach seiner Berührung mit den Germanen hineingedacht, was ihnen verwandt ist, während das Judentum sich über fast zwei Jahrtausende hinweg dem Christentum und seinem angeblichen Begründer feindlich erweist. Es ist darum schwer faßlich, wie sich eine Meinung bilden konnte, daß Christus ein Jude gewesen sei. Alles innere Wissen, alles Ge-Wissen spricht gegen eine solche Annahme, so daß es wenig auf sich hat, wenn man einige Stellen des Neuen Testamentes im bezweifelten Sinne erklären möchte, andere Stellen wiederum zeigen den Jesus von Nazareth als den ausgesprochenen Gegensatz des Juden und jüdischer Geistesverfassung. Diese Widersprüche liegen eben in der Schwäche aller schriftlichen Überlieferung und warnen vor einer allzu wörtlichen Anlehnung an jeden veränderlichen Text.

Es kann nur von völlig Christus-Gleichen, wenn wir das Gebild, das Inund Sinnbild dieses Christus-Inneren uns zu eigen machen, verstanden und begriffen werden, daß dieser Christus niemals Jude gewesen sein kann, sofern wir seine Gestalt für eine Wirklichkeit zu nehmen bereit sind. Wären die Juden von gestern und heute dieser Überzeugung selbst, daß dieser Christus einer ihresgleichen war, so hätten sie gewiß den Irrtum seiner Tötung mit Freuden schon längst wettgemacht durch den Übergang zu seiner Lehre. Wenn sie trotzdem den Jesus von Nazareth für sich in Anspruch nehmen, tun sie es aus rassepolitischer Klugheit, weil nichts so sehr ihre geistige und wirtschaftliche Herrschaft über ihre christlichen Wirtsvölker befestigt als die vermeintliche Zugehörigkeit dieses „Christus“ zum Volke der Juden. Darum wurde diesem Volke schon vieles verziehen, was Strafe, Zurückweisung oder Vergeltung gefordert hätte. Unter sich aber sprechen sie nach dem Beispiel ihrer zahllosen Schriften nur in den abfälligsten Worten über ihn und schimpfen ihn den „Gehenkten“ und den Sohn einer Hure.

Ich erwähne diese Umstände hier nicht in solcher Ausführlichkeit, um Haß und Mißverständnis auf beiden Seiten weiter zu schüren, sondern um Einsicht und Verständnis für eine ungeheuer wichtige Frage zu schaffen, die keinen Unfrieden mehr stiften wird, von dem Augenblicke an, in dem sie einigermaßen geklärt erscheint und mit Wahrhaftigkeitsmut behandelt wird.

Nur ein gänzlich verdunkeltes Christentum kann noch einen volksjüdischen Christus verteidigen. Wenn die Menschen ernsthaft nachdenken wollten, so müßten sie sich sagen, daß sie hier gar nicht mit irdischen Maßstäben messen dürfen. Nach den Glaubenslehrsätzen der Kirche ist der Christus vom heiligen Geist empfangen und von einer Jungfrau Maria geboren. Eine Abstammung aus dem Judentum wird also gar nicht vorausgesetzt, wenigstens nicht von Vaterseite her. Da Maria schließlich als „Gottesmutter“ auftritt, so ist ihre Herkunft aus dem volksjüdischen Stamme nicht einwandfrei. Hätte es überhaupt einen Sinn, wenn die Juden einen Juden gekreuzigt hätten? Das tun die Juden nie! Das liegt nicht in ihrem Wesen, das sicher eine beachtens- und nachahmungswerte Eigenschaft aufweist, den völkisch-rassischen Zusammenhang. Wenn sie den „Heiland der Welt“ töteten, dann töteten sie damit nichts in sich oder von sich selbst, sondern im Gegenteil den Geist, der sie stets verneinte. Christus war kein Jude, sondern als ein „Sohn Gottes“ sicher sein Ebenbild, das wir heute füglich im arischen Menschen sehen und das so von jeher bei andern Völkern auch gesehen wurde. Es ist undenkbar, sich einen griechischen Apollo als Juden, als Neger, als Angehörigen irgendeiner Mischrasse zu denken, einschließlich der Griechen von heute, die auch nicht einen Mann oder eine Frau mehr aufweisen von jener Rasse, die das Vorbild zu einem Zeus, einem Herakles, einer Venus von Milo oder einer Athene gab. Es ist ganz ersprießlich, solchen Gedankengängen nachzugehen, weil sie unsere geistige Vorstellungskraft beschwingen und mehr zur Beseitigung von falschen Annahmen beitragen als lange „gelehrte“ Abhandlungen.

Selbst der Heilige muß blond sein, griechisch xanthos, um ein Sanctus werden zu können und zu bleiben. Also blond und heilig (heil-ig ist, wer ein heiles Ich hat), entspringen derselben arischen Wortwurzel. Tausende von erleuchteten Künstlern des Mittelalters, dem man noch keine rassekundlichen Kenntnisse zutraut, haben den Christus als den Gottmenschen, den arischen Sonnenmenschen geschaut, geschildert, gezeichnet und gemalt und in Holz, Ton, Erz und Stein gebildet. Tausende begnadeter Künstler haben Maria als die stolze, schöne Mutter irgendeines arischen holden blonden Gotteskindes gemalt und nachgebildet. Nie wäre es einem solchen Meister beigekommen, den „Herrn“, den Sohn Gottes, den Welterlöser als einen Juden, die Himmelskönigin als eine Jüdin darzustellen.

In der Bibliothek des Vatikans befindet sich ein Brief eines gewissen Publius Lentulus, des angeblichen Vorgängers des Pontius Pilatus. Dieser römische Prokonsul in Palästina schreibt in dem Briefe, der zur Zeit des Tiberius an den Senat von Rom gerichtet sein soll: „Es erschien und lebt in diesen Tagen unter uns ein Mann von merkwürdiger Tugend, den einige, die ihn begleiten, einen Sohn Gottes nennen. Er heilt die Kranken und läßt die Toten wieder auferstehen. Er ist wohlgebildet von Gestalt und zieht die Blicke auf sich. Sein Antlitz flößt Liebe und zugleich Furcht ein. Seine Haare sind lang und blond, glatt bis an die Ohren und von den Ohren bis zu den Schultern leicht gelockt. Ein Scheitel teilt sie auf der Mitte des Hauptes und jede Hälfte fällt seitwärts nach dem Brauche von Nazareth. Die Wangen sind leicht gerötet, die Nase ist wohlgeformt. Er trägt einen Vollbart von derselben Farbe wie das Haar, aber etwas heller und in der Mitte geteilt. Sein Blick strahlt Weisheit und Reinheit aus. Die Augen sind blau, von Strahlen verschiedenen Lichtes durchleuchtet. Dieser Mann, der gewöhnlich in der Unterhaltung liebenswürdig ist, wird schrecklich, wenn er gezwungen wird, zu tadeln. Aber auch in diesem Falle geht von ihm ein Gefühl klarer Sicherheit aus.

Niemand hat ihn je lachen sehen, dagegen oft weinen. Sein Wuchs ist normal, die Haltung gerade, seine Hände und Arme sind von solcher Schönheit, daß ihr Anblick Freude bereitet. Der Ton seiner Stimme ist ernst. Er spricht wenig. Er ist bescheiden. Er ist schön, wenn ein Mann schön sein kann. Man nennt ihn Jesus, Sohn der Maria.“ Die Stellen, die von vornherein den Stempel der Fälschung tragen, sind durch Bogen-Schrift gekennzeichnet. Ob die Urkunde überhaupt echt ist oder nicht, spielt keine Rolle. Die Gestalt und das Aussehen eines rein arischen Menschen ist mit großem Geschick geschildert. Daß der Gottmensch das göttliche Lachen nicht kennte, wäre, nach diesem Bilde, sein größter Fehler. Hier verließ den Schreiber das reine Gefühl. Im Vatikan befinden sich noch unersetzliche und unbekannte Urkunden, so daß das Vorhandensein einer ähnlichen, wie dieser Brief, an sich durchaus wahrscheinlich ist. Nehmen wir die Urkunde als echt an, so sehen wir klar, daß jener Eingeweihte, jener „Christos“ der alten Mysterien in Palästina ein Sproß der arischen Restbevölkerung war, der sich vergeblich bemühte, den arischen Geist im Mischvolke zu beleben und darum von den herrschenden Juden getötet werden konnte. Mit dem Christos, dem HARISTOS, dem kosmischen „Gottessohne“ hat er nichts weiter zu tun, als daß er ihn wohl auffaßte und lehrte, wie wir es auch tun. Das menschliche Bild des „Heilandes“ ist jedenfalls ganz das, wie es die mittelalterlichen Maler wie auf Übereinkunft dargestellt haben, und neuere Bilder, die nach dieser Beschreibung entworfen wurden, beweisen zur Genüge, daß im allgemeinen Bewußtsein der „Jesus Christus“ als ein Mensch reinster arischheldischer Rassenerscheinung und nicht als ein mehr oder weniger deutlicher Jude weiterlebt. Die ersten dunkeläugigen und schwarzhaarigen Darstellungen des Christus als eines mittelländischsemitisierenden Proletariers stammen von Malern aus der Renaissance, die bewußt den göttlichen Weg der Kunst verließen und schließlich die Auflösung jeder sakralen Haltung in der Malerei der Moderne vorbereiteten.

Die Bedeutung des Lentulus-Berichtes und der nach ihm, meist ohne seine Kenntnis ganz entsprechend gefertigten Bilder liegt in der Betonung eines Rassebildes, daß die äußerste Hochzüchtung des arischen Gottmenschen in seiner vergeistigten Gestalt darstellt. Dieser Christus ist das Urbild der kommenden sechsten Rasse, die dem Göttlichen, dem GottÄhnlichen um einen Schritt nähertritt. Solche Beziehungen bezeugen mehr als irgendwelche anderen geschichtlichen Nachweise das Christentum, das ja nur ein Ableger der alten arischen Mysterienlehre ist, als eine ausgesprochene Rassenreligion, also Rata-Ra-dix-Wurzel-Religion, die jede Religion sein muß, wenn sie dem Ziele der Vergöttlichung, der Vergötterung, der Vergottung der Menschheit dienen will. Erst in unserer Zeit haben von ihrem Gotte gänzlich Verlassene es gewagt, Christus als Niederrassigen darzustellen, im Vertrauen darauf, bei Gleichgesinnten Beifall zu finden. Mögen sie es tun! Sie zeigen sich als Hörige des Anti-Christes! Nicht der „Höchste“ hängt am Kreuze dann, vom „Niedersten“ gekreuzigt, sondern der Schlechteste, der Schlechtweggekommenste, der sein Schicksal anklagt, weil er noch nicht weiß, daß alles Schlechtweggekommensein eigene Schuld ist, eigene Last aus früheren Verkörperungen. Weil aber ein jeder Geist nur dem Geiste gleicht, den er begreift, so will er seinen Gott nach seinem Bilde, und darüber ist füglich nicht zu rechten und nicht zu richten. Ein Künstler bildet in allen seinen Werken schließlich nur sich selbst, stellt sein Selbst aus sich heraus. Es bleibt denn nur die Frage offen, ob wir im Antlitz eines arischen „Jesus“ ein Spiegelbild, einen Abglanz Gottes erkennen wollen oder in den Gesichtszügen eines Buschmannes.

Es liegt uns wahrlich wenig daran, einen Beweis zu führen, daß geographisch, geschichtlich und rassenwissenschaftlich gesehen, Christus als ein angeblicher Galiläer kein Jude gewesen sein kann, weil jahrhundertelang Galiläa von Juden vollkommen entblößt war. Uns kommt es auf den inneren Wahrheitgehalt an, auf die Untrüglichkeit eines geistigen Erkennens aus göttlichem Urgrunde, daß das Heil, die Geburt des Heilandes nicht aus dem kommen kann, was die Welt als das „Jüdische“, die Edda als das „Jotische“ im Gegensatz zum „Gotischen“ bezeichnen, sondern aus dem reinen Gegensatz zu eben diesem Jüdischen und Jotischen. Und allein aus diesem Grunde muß jeder Heiland „unter“ irgendwelchen „Juden“ geboren werden, selbst ein Nicht-Jude, denn hier nur kann er seinen Verräter finden, seinen Judas Ischariot, seinen Henker, hier muß er seinen Tod leiden, der ihm von Seinesgleichen niemals geworden wäre. Allen „Juden“ war noch im letzten Augenblick die Wahl gegeben zwischen ihm, dem Nicht-Juden und Barnabas, dem Volksgenossen, aber alle „Juden“ aller Zeiten forderten von jeher die Freigabe eines Barnabas, weil er ein Verworfener, ein Mörder ist. Das heißt eine Symbolsprache, wie sie deutlicher und überzeugender nicht reden könnte.

Wer in der feinen, wohlverstandenen Lehre und in dem reinen, wohlbestandenen „Leben“ des „Christus“ Jüdisches sieht, findet auch sonst aus den Finsternissen seines Menschenunglücks nie wieder heraus, er vermehrt noch alles Unheil auf Erden durch sein Nichtwissen, sein Falschraten. So viele Menschen haben kein Unterscheidungsvermögen, ihre Zunge ist wie ein Reibeisen, sie schmeckt und kostet nichts, ihre Seele ist ein lederner Sack, die nie noch zu einem Höhenfluge sich erhob. Es wäre nun ebenso falsch, den „Christus“ einen Arier zu nennen, denn der Christus ist das „Wort“, der „Logos“, kein Mensch oder Gott zu irgendeiner irdischen Zeit an irgendeinem irdischen Ort. Wir lassen die Möglichkeit eines Eingeweihten offen, der zur angegebenen Zeit in Palästina öffentlich aufgetreten ist. Der hätte mit dem Krist-all isationsgedanken des Welt-Kristes, des Welt-Gerüstes nicht mehr und nicht weniger zu tun als wir alle, die wir eines guten Willens sind. „Christen“ nannten sich im alten Griechenland alle in die Mysterien Eingeführten, die einen höheren Grad in den Geheimbünden bekleideten, und der griechische Ausdruck wurde übernommen und übertragen schließlich auf alle, die der offenbarten Geheimlehre, aus deren gewaltigen Trümmern das frühe Christentum seine Bausteine holte, anhingen.

Darum schrieb noch um 70 n. Chr. der Jude Philo von den „Christen“, sie seien noch nicht Christen, d. h. in die innersten Mysterien Eingeweihte, sondern erst Chresten, d. h. noch Außenstehende. Der Unterschied liegt in der Bedeutung der beiden Vokale I und E, die das Innere beziehungsweise das Äußere schon in ihrem Klangwerte andeuten.

ergänzend: Die christliche Lehre kam aus dem Norden. und hier VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN .und hier Die vorchristlichen Ursprünge des Christentums .und hier Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld und hier Die Christianisierung und hier Zur Unglaubwürdigkeit des Judäo-Christentums und hier Die Christianisierung Nordgermaniens und hier Die Deutschen – ein auserwähltes Volk

VON BÜCHERN, DIE DEN GEIST UND DEN LEIB TÖTEN

Die Artznei macht Kranke,

Die Mathematik Traurige

Und die Theology Sündhafte Leut.

Luther.

Keine Religion ist höher als die Wahrheit. Die Bibel ist eine ganz ungewöhnliche Fälschung, das muß jeder wissen, bevor er sie zur Unterlage eines fanatischen Glaubens macht. Jeder muß, wenn er das noch nicht weiß, sich mit der Geschichte dieses Buches beschäftigen. Bin Mensch, der alles glauben wollte, wörtlich, was in der Schöpfungsgeschichte erzählt wird, der hätte von dem wahren Weltbild keine Ahnung. Diese Stellen wollen sehr sorgsam gelesen sein. Dazu braucht man viele Jahre eigener Forschung oder man muß die Forschungen anderer wenigstens kennen, um ein Urteil zu haben.

Das wäre ein kläglicher „Gott“, der erst seit 1900 Jahren der Welt sich offenbart hätte. Gott hat sich in allen großen Männern offenbart, schon seit die Erde steht. Du kannst Gott nur durch dich selber erfassen und begreifen und nicht durch ein Buch, auch nicht das wertvollste. Was die Bibel sagt, haben die Veden der Inder und die Edda schon viel früher und zum Teil viel besser gesagt oder viel besser erhalten. Das kann nicht jeder nachprüfen, aber wer die Wahrheit hört, der wird sie begreifen, wenn sein Herz und sein Verstand noch nicht durch Gebot und Verbot getrübt und betrübt worden sind. Wer „Christi“ Art ist, wer Gottes ist, der braucht alle diese Krücken nicht. Ich glaube mich näher Gott und näher dem Geiste „Christi“, weil ich nicht kleingläubig genug bin, alle diese Sinnbilder wörtlich und wirklich zu nehmen. Wer noch nicht dazu vorgedrungen ist, daß Gott Geist ist und der Inhalt dieser ganzen Welt im Guten und im Bösen, der steht noch weit ab in der Erkenntnis, der steht noch im täuschenden Wortglauben, der alles für bare Münze nimmt. Es gibt keinen persönlichen Gott mit Anfang und Ende, Größe oder Kleine, sondern Gott ist in dir oder mir, so groß oder klein, so persönlich oder unpersönlich als ich es fassen kann. Was ich von Christi Göttlichkeit oder Gottähnlichkeit halte? Schon Hunderte seiner Art lebten und leben, in denen Gott ausschließlich wohnt und wohnte, Ihn „Gott“ zu nennen, ist Gotteslästerung derer, die den Buchstaben für den Geist nehmen.

Zum „Kreuzestod Christi“ sage ich, daß, wenn er am Holze starb, er starb wie jeder von uns, um die Wanderung zu neuen Verkörperungen zu gehen wie wir, wie auch Goethe wußte, daß er schon „tausende“ Male gelebt hätte. Es könnte wohl sein, daß der „Christus“ ein Vollendeter war, der in Gott einging, der am Ende seiner Gestaltungen war.

Zur Auferstehung Christi und zur Himmelfahrt sage ich, daß wir nach diesem Tode zu einem anderen Leben alle „auferstehen“, daß wir zu den „Himmeln“ fahren, das heißt, daß wir wieder Geist werden, und so kehren wir auch eines Tages wieder, wie dann „Christus“ auch wiederkehrt als der Starke von Oben, von dem die Edda spricht, der allen Streit endgültig schlichtet — in uns und jeden Tag!

Der Heilige Geist wird nicht nur zu Pfingsten ausgegossen, sondern zu allen Stunden auf die, die dafür bereit sind, die Gott im Geiste schauen, niemals aber auf die, so den toten Buchstaben heiligen, denn sie sind der Un-Geist.

Von der Sünde halte ich gar nichts. Der wahre Mensch, der „Gottesmensch“ in uns ist gut, nur des Sinnenmenschen Bosheit ist groß auf Erden, und alles Dichten und Trachten seines Herzens war böse immerdar. — Der „Gottessohn“ hat keine Erbsünde; diese „erben“ nur jene, die nicht zur Erkenntnis Gottes kommen, weil ihnen das Gottesbewußtsein in dem Maße ihrer Unterwerfung unter die tierischen Triebe fehlt.

Das Jüngste Gericht aber hat statt in jedem Augenblicke, indem du in dein Inneres schaust und dein Gewissen fragst. Die ganze Blindheit und Torheit der Menschen zeigt ihre tierische Angst vor diesem Gericht, das sie weit fort von sich hinweg in Raum und Zeit legen, statt in ihr Inneres, in ihre eigene Seele.

Ein falsches Christentum, vom „Juden“ aus dem Osten geliefert und falsch überliefert, benahm dem Arier alle eingeborene Vorsicht. So sieht er heute nicht mehr, wie ihn eine häßliche Dreifaltigkeit von Bibel, Babel, Pöbel, betrügt.

Wie glückhaft unabhängig und gesund empfanden doch unsere Alten, auch noch mancher bis in unsere Tage! Als Gylfi die Asen besuchte, sah er sich um in Walhall und „Vieles von dem, was er sah, deuchte ihm unglaublich“. Er besaß noch die Vornehmheit, vorsichtig zu sein. Der Deutsche von heute ist leichtgläubig und darum unvornehm, ohne Halt, Haltung und Gesinnung. Gylfi sprach:

Nach Türen und Toren tue dich um, hab‘ Obacht, ehe du eintrittst; Längst auf der Lauer, wer weiß es, schon liegt dein Feind wohl im Flure des Hauses.

Und sie hatten doch wahrlich ein vertrautes Verhältnis, unsere Alten, zu ihren Göttern! Das macht der Umstand — und es ist ein Geheimnis und erklärt alles — sie waren ihre Götter selber! Und wie sagt doch Ekkehard ? Und wie Goethe und wie der cherubinische Wandersmann ? Etwa so: „Wenn Gott nicht in mir wäre, wo könnte er wohl sonst sein ?“ Und kann ein wahres,, Gotteskind“ anders fühlen ? Hat es nicht seines Vaters Blut und Geist ? Es ist eine ärmliche Zeit, in der wir leben, die tief unter allem Fetischismus und schrecklichem Götzendienst steht, die eine amtliche Gottheit hat, die gleichermaßen über Gottes-, Zeug-, Zucht-, Armen-, Freuden-, Miet-, Wasch- und Spritzenhäusern eine unfaßliche Aufsicht ausübt.

Die gemeine Seele der Gegenwart, die ganze körperliche, seelische und geistige Untermenschenrasse gedeiht vorzüglich unter dem Schutz einer christlichen Seelenhandelsmoral. Sie gestattet ihr, mit einer hohlen Humanitätsgebärde, bedenkenlos den gemeinsten Trieben zu folgen. Der bessere spärliche Rest unserer Gesellschaft, der es verschmäht, seine Handlungen mit dem abgetragenen Mäntelchen solcher Grundsätze zu bedecken, hat unter dem Druck dieser herrschenden Un-Moral einen schweren Stand, und es gelingt nur den allerwenigsten, den Überstarken, ohne Vor- und Rücksicht folgerecht zu sein, und ihre Taten auf eine klare Weltanschauungs-Grundlage zu stellen.

Wir haben all unserer Seele Suchen und Finden, all unseren sittlichen eingeborenen arischen Anstand und Edelsinn in ein angebliches „Christentum“ verlegt und glauben nun, unser Geistesadel sei aus ihm erwachsen — obwohl er viel älter ist.

Wir waren schon gute „Christen“, bevor die Kirche uns das Christentum bescherte. Im Gegenteil, die alten guten hochstehenden Völker des Abendlandes sind durch dieses „Christentum“ entsittlicht worden,

Der katholische Bischof Salvianus zu Marseille, ein Zeitgenosse der Vandalen, schreibt in seinem Buche De gubernatione Dei lib. VII. „Es gibt keine Tugend, in der wir Römer die Vandalen übertreffen. Wir verachten sie als Ketzer und doch übertreffen sie uns an Gottesfurcht. Gott führt die Vandalen über uns, um die unzüchtigsten Völker durch die sittenreinsten zu züchtigen. Wo Goten herrschen, ist niemand unzüchtig außer den Römern, wo aber Vandalen herrschen, sind selbst die Römer keusch geworden.“

Es kommt niemals auf das Bekenntnis an, sondern auf den Menschen.

Ein Urteil, das immer mit Verwunderung feststellt, wie viel sittsamer und frömmer die alten Völker ohne die Segnungen des Christentums waren, wiederholt sich in der Geschichte so oft, daß der Schluß erlaubt ist, diese Völker standen deshalb so hoch in ihrer Haltung und Gesinnung, weil sie noch nicht von christlicher Liebe heimgesucht worden waren.

Der nordische Chronist Adam von Bremen berichtet um das Jahr 1075 über die große Handelsstadt Jumne an der Odermündung staunenswerte Dinge. Er gibt auch ein Urteil über die große Tugendhaftigkeit ihrer Bewohner, die noch nicht zum Christentum bekehrt worden seien:

„Es ist in der Tat die größte von allen Städten, die Europa umschließt. In ihr wohnen Slaven und andere Nationen, Griechen und Barbaren. Auch den ankommenden Sachsen ist verstattet, mit den übrigen gleichberechtigt dort zu wohnen, freilich nur, wenn sie ihr Christentum nicht öffentlich zur Schau tragen, solange sie sich dort aufhalten. Denn alle sind sie noch im Irrwahn heidnischer Abgötterei befangen. Übrigens wird, was Sitte und Gastfreiheit anbelangt, kein Volk zu finden sein, das sich ehrenwerter und diensteifriger bewiese. Jene Stadt, die reich durch ihre Waren aller nordischen Völker ist, besitzt alle möglichen Bequemlichkeiten und Seltenheiten.“

Dieser kurze Bericht lehrt uns vielerlei, nämlich, daß der „Irrwahn heidnischer Abgötterei“ die Menschen offenbar gesitteter bewahrt als das Christentum, es demnach mit der „Abgötterei“ nicht so schlimm sein wird als der ver-kehrte be-kehrte Bremer meint. Man sieht, mit dem Christentum übernimmt der Bekehrte sofort Anmaßung und Überheblichkeit eines Besserseins und Besserwissens, ganz gleichgültig um das Ergebnis, wie fragwürdig sich das Christentum auf seine Bekenner ausgewirkt hat.

Dann zeigt uns der Bericht, daß es im Norden auch ohne christliche Kultur bedeutenden Verkehr, Reichtum, „Komfort“ und große Städte gab. Auch daß die Großstadt nicht notwendig zur Verlotterung der Menschen führen muß, wie wir an diesem Beispiele sehen, obwohl auch „Griechen und Barbaren“ darin, allerdings wohl in geringer Anzahl, wohnten oder verkehrten, hauptsächlich zum Handel mit Bernstein und mit Pelzen.

Erhebend ist es, von der Duldsamkeit dieser im „Irrwahn Lebenden“ zu hören. Solange die Christen nicht die Gefühle der „Heiden“ stören durch auffällige Betonung ihrer Gebräuche und ihres Glaubens, bleiben sie unbehelligt. Sie standen demnach höher als die Christen, die hier später mit Mord und Brand die Gegend von ihrem „Irrwahn“ befreiten, das Heiligtum Arkona auf Rügen zerstörten, die „Heiligen Bücher“ verbrannten, die „Götzenbilder“ zerbrachen und ihre eigenen dafür hinstellten. Erkenntnis-Dinge für alle Menschen als unabänderlich und gleich-gültig festsetzen zu wollen, ist immer noch und immer wieder ein Zeichen menschlicher Torheit gewesen. „Gleiches wird nur von Gleichem verstanden!“ Alle Bekehrung ist Irrtum, jeder Bekehrungswille Schwäche, jede gewaltsame Bekehrung Verruchtheit. Und sie wird noch heute versucht, wenn auch mit Mitteln „vergeistigter“ Grausamkeit. Du mußt, sagt der Unter-Mensch, Du kannst, sagt der Mane. Ganz gewiß führt nur das eigne Finden zu Gott.

Das Christentum hat die Dänen später nicht gehindert, diese reiche Stadt zu wiederholten Malen zu plündern und zu zerstören. Als der christliche König Harald Blauzahn von Dänemark seinem aufständigen Sohne in der Nähe der Stadt die Seeschlacht bei Helegnes lieferte, suchte er, tödlich verwundet, Zuflucht bei ihren Bewohnern. Darüber berichtet uns Adam von Bremen: „Von diesen wurde er wider Verhoffen, da sie Heiden waren, voll Menschenliebe aufgenommen.“

Das „wider Verhoffen“ des Chronisten ist nicht unbegründet, denn der Geringere beurteilt den Höheren nur nach sich selbst und zieht meist falsche Schlüsse daraus. Sicherlich hätte man einen heidnischen König auf christlichem Boden nicht gepflegt, sondern gefoltert, gemartert und verbrannt.

Das Christentum wird an dem Tage „Christentum“, in dem von uns Guten, Goten unterlegten Sinne, wenn es sich als eine der tausend möglichen Gestaltungen einer Weltansicht betrachtet und bedenkt, daß es noch keineswegs auf der Spitze dieser tausend Möglichkeiten steht. Erst diese Demut, die es so angelegentlich seinen Anhängern empfiehlt, wird es wieder des viel durch seine eigene Schuld verlästerten Namens würdig erweisen.

Ein wahres Christentum ist weder staatlich noch kirchlich und darum auch in den Völkern nie in wirkliche Übung getreten. Einzelne hochbegabte Gottesmänner haben wohl seine Lehre verstanden und begriffen. Wenige fromme, gute und tapfere Menschen auch heute noch leben eine „Nachfolge Christi“. Unter den Anhängern der verschiedenen Konfessionen können sie füglich nicht gefunden werden. Der Juda-Katholizismus und in seinem Gefolge der Juda-Protestantismus hat alles verschlungen, was an der Lehre wesentlich war, und zeigt nur noch die leere Schale.

Die Allein-Unseligen sind sie! Die arischen Götter und ihre Göttersöhne hatten keinen Anlaß zur Unduldsamkeit. Wer des Gottes voll ist, wer unsterblicher Gote ist, muß es dem sterblichen Menschen überlassen, an ihm hinaufzusehen. Nur die Religionen des Judentums, des Christentums und des Islam sind unduldsam, bekehrerisch, ketzerschnüfflerisch und ziehen alles Göttliche herab in ihre Vermenschlichung der höchsten Geheimnisse durch Zwangs-Glaubenssätze und Dogmen in ihre Allein-Unseligkeit-Machung.

Wenn Kirchenchristentum das echte wäre, und an diesem Irrtum kranken viele Kapläne und Pastoren, dann sähe die Welt heute um uns herum anders aus. Es war offenbar unfähig, die Welt zu bessern, denn Welt und Menschen werden trotz seiner Führung täglich übler. Tausend Jahre Zeit war den Kirchen gegeben, tausend Jahre waren mit Krieg und Blutvergießen erfüllt, ver ursacht durch Religionskriege im Namen Christi! Viele, viele Millionen „Hexen“ und „Ketzer“, die frömmsten und reinsten Christen ihrer Zeit hat die Kirche allein in Deutschland verbrennen lassen.

„Ein Theologus ist ein Tier sonder Vernunft“,

spricht der große Friedrich voll warnenden Spottes. Seit die Kirche nicht mehr brennen darf, unterdrückt sie die Gewissensfreiheit mit ändern Mitteln. Das Heil der Menschheit aber hängt nicht von den Theologen ab, sondern von der Reinheit unseres Strebens, unseres Geistes und Blutes. Wer im Glashause der Kirche sitzt, soll nicht mit Steinen nach anderen werfen.

Von dem „Manne auf der Straße“ gibt es viele, die mehr Religion im kleinen Finger haben als ein Domkapitel am ganzen Leibe. Politik verdirbt den Charakter und die Kirchen noch mehr. Unsere Absichten entspringen dem lautersten Willen nach Wahrheit und sind allein „christlich“ im Sinne der unverfälschten Lehren des Heliands, des „Heilandes“. Die Kirchen säen Wind und wollen Sturm ernten. Wir sind darüber hinausgeboren und -gewachsen. Unsere Gottes- und Welterkenntnis steht über den Kirchen, gefährlich unvollkommenen Werken von Menschenhand. Von Jahr zu Jahr aber leeren sich die Kirchen mehr. Die einen entlaufen ihnen, weil sie für ihr Gottsuchen kein Genüge finden. Die anderen, weil die Kirchen selbst den Ärmsten im Geiste keinen Halt mehr bieten können.

Es ist ganz gerecht, wenn Gott nicht in denen ist, die ihn außerhalb suchen. Das ganze Weltall, alles was ist, noch entsteht oder sein wird, ist Gott, der Wurm sowohl wie „Christus“. Wie seid ihr Christen oder Adventisten, oder wie ihr euch heißen und nennen mögt, doch so kleingläubig mit dem Kleben an einer „Welt“ von 2000 Jährlein Geschichte der Gotteserkenntnis euch zufrieden zu geben. Deshalb sind ja heute diese „Welt“ und ihre Menschen so erbärmlich, weil sie nicht den Mut zur Ewigkeit, noch viel weniger zu Ewigkeiten haben. Ein Buch, aus Ehrlichem und Unehrlichem bestehend, gesammelt durch die alten orientalischen Völker aus den Trümmern erhabener Weisheit göttlicher arischer Lichtbringer, ein Buch, entstellt und gefälscht von Esra und Nehemia, später nochmals zusammengeflickt, bunter Flitter einer schon „entgötterten“ Zeit, das nennt ihr das „Wort Gottes“ und wagt es, alle Dinge im Himmel und auf Erden damit zu erklären. Euch, die ihr dumm und stumm vor diesen Buchstaben stehet, ist diese Lüge Verhängnis geworden und nichts hat so viel Tod und Verbrechen über die Erde gebracht als die auf diesem Buche begründeten Religionen, von denen sich die eine die Religion der Rache und die andere die Religion der Liebe nennt.

Der Kenner, der sich völlig frei von diesem Buche gemacht hat, vermag mit dem Geiste der reinsten Wahrheit wohl in diesem Buche das Gute vom Gifte zu unterscheiden, in der Hand von Leichtgläubigen ist es eine Mordwaffe, die geistigen und leiblichen Tod den Menschen bringt, wie die Geschichte der letzten 1000 Jahre erwiesen hat. Die Menschheit ist auf dem Wege der völligen Vertierung, weil die Vertreter des Untermenschentums behaupten, in einem Buche, in einem kläglichen Menschenwerk die Wahrheit von je und für immer gefunden zu haben. Solch furchtbarer Irrtum muß den Menschen Irrsinn bringen, und in der Tat vernichten sie sich gegenseitig im Namen dieses Götzen.

Das Alte Testament ist eine Fälschung insofern, als es nicht die „Offenbarung Gottes“ für das heilige Volk, sondern eine vielstückige Sammlung von guten und schlechten, alten und neuen, falschen und echten Überlieferungen und Nachrichten ist, die einzeln herausgeschält an rechtem Ort rechte Wirkung tun können und zum Teil Urkunden enthalten von Zeiten, von deren Entfernung wir uns kaum eine Vorstellung machen können.

Das Alte Testament ist alles, nur kein geistiges Eigentum der „Juden“, wenn man unter den „Juden“ nicht die „Juden“, sondern jene Juten, Guten, Goten versteht, deren Stammsitze noch durch Jutland und Gotland auf den Norden hinweisen, wenn man von den Einschiebungen und den Umarbeitungen absieht, die die schriftgelehrten Entlehner schon lange vor „Christus“ vornah men, um dem Ganzen den Anschein einer einheitlichen „jüdischen“ Überlieferung zu geben.

Das Alte Testament ist ein Werk philosophischen, erkenntnisgebenden und erkenntniskritischen geschichtlichen Wertes und gehört in die Hände des Forschers, des echten geborenen Priesters und Königs, nicht in die Hände von Kirchendienern und Kirchengängern, von Gläubigen und Ungläubigen unserer Zeitrechnung. Mit Ausnahme von kümmerlichen Überbleibseln ganz einfacher selbstverständlicher Inhalte ist es ein Geheimbuch, ein Buch vorbedachter Kahla, Kabbala, d. h. Verhehlung des eigentlichen Inhalts unter deckenden Bildern und Worten, soweit nicht absichtliche und unabsichtliche Zerstörung zu beachten ist; das Niemandem zu lesen möglich ist mit Verständnis, ohne Mißverständnis, außer dem mit der Fähigkeit der Eingebung Begabten und dem in viele Zweige des Wissens, wie Sprache, Geschichte, Philosophie, Theosophie, Symbolik und Mythen Eingeweihten. Seit Jahrhunderten ist dieses Buch der Fluch und nicht der Segen der europäischen, sich christlich oder jüdisch nennenden Menschheit. Die Juden haben noch eher einen Begriff von seinem Wesen. Wenn sie auch nicht ganz unschuldig sich fühlen müssen an seiner Verfälschung, so wissen ihre Rabbiner wenigstens noch teilweise die Handhabung seiner Lesung, seiner Lösung. Aber die „Christen“ sind mit ihrem „Christentum“ an diesem Buche, am unverstandenen alten und am neuen Teile gescheitert, schiffbrüchig geworden, zugrunde gegangen. Denn eine Religion, die sich teilweise auf Fälschung, teilweise auf noch nicht bewußten, nicht begriffenen Inhalten aufbaut, muß ihre Anhänger entsittlichen, entwürdigen, entseelen, entleiben, entwurzeln entsetzen dem ureingeborenen Stande unmittelbarer Gotteserkenntnis und entsetzen jeder Sicherheit im Glauben, Wissen, Tun und Lassen. Der Europäer ist der verworfenste Sohn heute dieser Erde, trotz seiner überragenden Begabung und zweifellosen Führerberufung. Eine ungeheure Schuld wächst ihm heran, belädt das Schicksal Europas insgesamt und jedes einzelnen, denn das Übermaß seiner Gottverlassenheit steht im Widerstreit mit seiner göttlichen Geburt und göttlichen, gotischen Berufung.

Luthers Übersetzung hat ohne Absicht diesen falschen Anschein noch verstärkt, weil sie die verschiedenartigen guten und bösen Götter und Gottesbegriffe unter dem Gesamtnamen von „Gott, dem Herrn“ oder „Jehovah“ zusammenfaßte, wo es sich tatsächlich um ein gutes Dutzend verschiedener Götter- und Gottes-Begriffe verschiedener Zeiten und Völker handelte, zum vermeintlichen Besten, zuletzt doch nur zur Festigung der Lüge und der Verwirrnis. Denn durch Luther erst kam das Buch unter das Volk und die Unkenntnis über sein Wesen zerstörte in einem finsteren Bibelglauben weiter die Seelen der Menschen, insonderheit im Protestantismus, der das „Buch der Bücher“ über alles stellte, alles aus ihm erklären zu können glaubte und in einzelnen Sekten in einen bibelgläubigen Irrsinn verfiel. Eine der drei Gaukelmächte hat sich diese Erkrankung gesunden Menschenverstandes und Ertötung allen wahren Gotterlebens zunutze gemacht und in „Bibelforscher“-Gesellschaften bewußt das Zerstörungswerk fortgesetzt, das die pfäffischen Wortklauber aller Zeiten meist unbewußt und viel ungeschickter betrieben. „Prophezeiungen“ sind in der „Heiligen Schrift“ enthalten, aber sie führen nicht das neue „Juden“-Zeitalter herauf, sondern das „Juten“-, Guten-, Goten-, Gottesreich auf Erden durch die Herrschaft der Besten, nicht der Bestien! Hier hilft nur jenes einzige große Wort der Erkenntnis, das solchen Teufelsspuk mit einem Satz hinwegfegt: Gott ist Geist, und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!

Auch die Evangelien sind gefälscht, und es ist nicht Wahrhaftigkeit, zu behaupten, sie enthielten die reine Lehre eines Heilandes „Jesus Christus“. Wir besitzen insgesamt mehr als achthundert Evangelienhandschriften etwa aus dem 4. Jahrhundert nach Christus. Wenn man noch die Bruchstücke und Einzelüberlieferungen hinzurechnet, so kommen wir auf die hohe Zahl von mehr als 2000. Auch nicht zwei dieser Handschriften stimmen miteinander überein. Eine Klärung dieser wüst verworrenen Texte ist deshalb lediglich eine Sache der Erkenntnis und des Vertrauens. Kein Augenzeuge berichtet uns über das angebliche Leben und die Lehre des Heilandes in Palästina. Wenigstens dreihundert Jahre später erscheinen die ersten schriftlichen Nachrichten. In dreihundert Jahren kann, wenn wir überhaupt die Zeitbestimmung einer „Geburt“ anerkennen, vieles gutmeinend und fälschend hinzugesetzt oder fortgelassen worden sein, und wir müssen, wenn wir ehrlich sein wollen, sagen, die Evangelien sind Stückwerk und Menschenwerk, gemessen an der reinen Wahrheit und an der Größe der Idee des „Christus“. Und nur dies Eingeständnis vermag ehrlichem Streben die Kraft, den Mut und die Erleuchtung zu geben, den Text auf seine Ursprünge zu untersuchen, die wir nicht in Palästina suchen dürfen. Irgend ein „Paulus“ hat vollends die reine Botschaft des „Christus“ verkehrt und damit die Protestantische Kirche, die sich ganz auf seine Auslegung und Tätigkeit stützt, auf die schiefe Ebene gesetzt, auf der sie unrettbar abwärts gleitet. Jeder wird diese Dinge nur so weit begreifen, als er Gott nahe ist.

Zuletzt noch ein Wort zum offenbar besonders gefährdet erachteten Dogma eines „persönlichen“ Gottes, des „Lieben Gottes im Himmel“, eine unzulängliche Auffassung, die im Widerspruch steht mit dem folgenschweren Worte des Gesalbten: „ Gott ist Geist und die ihn anbeten, sollen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten!“ Wenn aber Gott = Geist die Welt geschaffen hat (Das Gott sagten die Goten, deren Name von Gott kommt, die es darum besser wissen müssen als die „Menschen“, in einer unerhörten Klarheit offenbarter Erkenntnis), wenn also Gott = Geist die Welt geschaffen hat, so ist diese Welt ein Teil Gottes, und selbst das Nichts wäre ja Gott, aus dem er sie geschaffen hätte, weil doch außer Gott nichts ist, noch war, also wenn Gott = Geist ist, dann sind Geist und Stoff eins, die Welt die eine Ausgießung, eine Ausströmung Gottes ist, was wohl die alten Kirchenväter noch wußten, aber den Kaplänen von heute unbekannt ist. So wußte der Kirchenväter Tertullian noch den Ursprung der Urreligion aus der arischen Symbolik, als er schrieb: „Viele glauben mit Wahrscheinlichkeit, daß unser Gottesdienst Sonnengottesdienst sei.“ Und der Heilige Augustin bekannte noch um das Jahr 300: „Das, was jetzt christliche Religion genannt wird, bestand schon bei den Alten und fehlte nie von Anbeginn des menschlichen Geschlechtes, bis daß Christus ins Fleisch kam (das heißt in der Geheimsprache „bis er wiedergeboren wurde“). Seitdem erst fing man an, die wahre Religion, die schon von jeher bestand, die christliche zu nennen.“

Da haben wir aus dem Munde des bedeutendsten Kirchenvaters, auf dessen Lehren sich die drei christlichen Kirchen gründen, die Bestätigung unserer Behauptung, daß diese christlichen Kirchen von dieser hohen Erkenntnis abgewichen sind unter den tötenden Einströmungen fremder untermenschlicher Vorstellungen. Wir lehnen mit Recht ein in sein Gegenteil verkehrtes Christentum der Kirchen ab, wir fühlen uns berufen und verpflichtet, hier bessernd und heilend einzugreifen, von dem tiefen sittlichen Bewußtsein durchdrungen, die uns die Erkenntnis schenkt, daß „keine Religion und keine Kirche höher steht als die Wahrheit!“

Der Mensch erkennt Gott in dem Maße, als er selber göttlicher Art ist. Der Arier erkennt Gott als den Sinn der Welt, er ist ihm Notwendigkeit, höchstes Streben, gütiger Vater aller Geister und Menschen, Erfüller des Schicksals, umfassend das Hohe und Niedere, einschließend die Welt in sich, wirkend von sich in die Welt zurück. Weil der Arier Gott in sich erkennt in dem Maße als er selber göttlicher Gestaltung ist, sind ihm keine Grenzen des Glaubens gezogen. Er weiß mit unerschütterlicher Sicherheit von seiner Gottessohnschaft und lächelt bei dem Gedanken, den nur religiöser Irrwahn eingeben kann, Gott, „Christus“, wäre unter den „Juden“ Mensch geworden. Man hat hier falsch gehört, falsch verstanden und falsch überliefert. Ein Jesus-, ein Asus-Kind wird König unter den „Juten“, den Guten, den Goten alle Tage. Er trägt eine unsichtbare Krone und ein Schein geht von ihm aus; Krone und Schein aber sieht nur der, der in seine unsichtbaren Fußstapfen tritt. Allen ändern erscheint er wie ein Bettler, ein Landstreicher, ein Aufrührer, ein Gotteslästerer — Das vor allem! — und sie „kreuzigen“ ihn von Ewigkeit zu Ewigkeit, wenn er ihnen dienen will. Die Kirchen aber von heute müssen Raum geben für das Guten-, Gotenreich, für das „Reich Gottes“ auf Erden, das nur verwirklicht werden kann durch das Reich seiner „Wunschsöhne“, der arischen Führerschaft.

So laßt doch die „Kirche“ versinken, Wie ein Schiff sinkt mit Mann und mit Maus, Was nicht Geist an ihr ist, muß ertrinken, Neu im Goten baut Gott sich ein Haus! Selten findet man eine zutreffende Vorstellung von der hohen Geistigkeit und der tiefen Gotteserkenntnis der sogenannten Ketzer nach der verfälschenden Berichterstattung der Kirche, die sie als gottlos und unklug hinzustellen sich stets bemüht hat. Das Gegenteil ist der Fall. Was aus den Geständnissen der zu qualvollem Tode Verurteilten uns erhalten ist, überhaupt aus den Lehren jener weitverbreiteten und niemals ganz unterdrückten Gruppen göttlich erleuchteter Wahrheitssucher, denen sie angehörten, läßt uns ehrfürchtig erstaunen vor solcher Weite des Weltbildes, und wir sehen, daß niemals das Überlieferungswissen von etwas Höherem, als es die herrschenden Dogmen zu lehren vermochten, bei uns ganz unterbrochen war. Es ergibt sich auch aus den Kundgebungen dieser wahren Märtyrer für ein wahres Christentum im Sinne arischer Anschauung, daß sie zugleich für Rein- und Hochzucht der Rasse sich einsetzten, weshalb sie auch um so unerbittlichere Gegner gefunden haben in einer Religion, die für die Aus-Zucht, die Nicht-Zucht eintritt, indem sie das Leben verleugnet. Irregeleitete, instinktarm gewordene Kaiser und Könige aber haben sich gerühmt, im Auftrage der Kirche ihre Länder von der „Pest“ dieser „Ketzer“ durch unzählige Morde befreit zu haben. Sie haben sich in ihrer Blindheit von den einzigen Helfern befreit, die sie vor den Ränken jener lebensfeindlichen Mächte behütet hätten, und mußten unterliegen, sobald sie schutzlos ihnen preisgegeben waren, so wie ihre natürlichen Bundesgenossen, die sie selber vorher preisgegeben hatten.

Versuchen wir einen kurzen Einblick zu nehmen. In einem zeitgenössischen geistlichen Bericht über die Sekte der Waldenser, einem Rest germanischer Gottesnähe aus burgundischem Blute auf dem Boden Frankreichs, lesen wir: „Es gibt noch andere Ketzer in unserem Lande, die sich von jenen ganz und gar unterscheiden, und durch deren Streit wir beide Richtungen entdeckt haben. Sie verdammen die Sakramente außer der Taufe.“

Das ist bezeichnend für die germanische Einstellung, denn die Taufe ist germanischer Gebrauch.

Weiterhin: „Alle Ehe nennen sie Hurerei außer der zwischen einem unberührten Manne und einer Jungfrau.“

Sie führten offenbar die Zuchtziele einzelner Ritterorden fort und waren sich also über die Wirkung des Rassengesetzes in der Imprägnation völlig klar. „Fasten und andere Bußübungen, die der Buße halber eingehalten werden, bezeichnen sie für Gerechte (Senk-rechte!) nicht für notwendig, aber auch für Sünder nicht, weil der Sünder sowieso an jedem Tage aufseufzt, weil seine Sünden auf ihn fallen.“ Die Erkenntnis des Karmagesetzes gab ihnen eine solche Höhe des Urteils und es ist verwunderlich und bezeichnend, daß die Kirche solche Stützen verbrannte, statt ihnen Bischofssitze zu übergeben. Dann wären wir heute eine Gemeinde der Heiligen und eine Spaltung der Bekenntnisse wäre nicht eingetreten.

„Den Pabst in Rom lehnen sie ab, gestehen aber doch nicht, einen anderen zu haben.“ Das scheint dem Berichterstatter unmöglich, weil er sich in die „Freiheit eines Christenmenschen“ germanischer Auffassung nicht hineindenken kann. Er fügt noch hinzu, daß sie in großer Zahl über alle Länder verbreitet seien und auch viele Geistliche und Mönche unter ihnen wären. — Wir sind über die wirklichen religiösen Zustände im Mittelalter immer noch schlecht unterrichtet. Jedenfalls war die eine Seite dieses Mittelalters gar nicht so finster.

Der Straßburger Bischof Johann v. Ochsenstein gibt in einem Briefe einige Sätze aus den Lehren der Ketzer am Oberrhein wieder, und wir verwundern uns, wie man solche Überzeugungen verfolgen konnte im Namen des Christentums: „Christus hat nicht für uns, sondern für sich selbst gelitten.“ Eine ungewöhnliche Höhe der Erkenntnis: Wir können uns nur selbst erlösen!

„Jeder Mensch könne an Verdienst Christus übertreffen.“ Sie haben es durch die Tat zu Millionen bewiesen, daß auch sie um ihr Wissen, nicht nur Glauben allein, sich opfern, kreuzigen ließen und haben noch schlimmere Greuel ihrer frommen Henker ausgehalten. „Nichts dürfe um des Lohnes willen getan werden, auch um der Seligkeitwillen nicht!“ „Sie glauben, die katholische Kirche sei eine törichte Sache.“ „Aller eheliche Beischlaf sei Sünde, mit Ausnahme dessen, bei dem eine gute Leibesfrucht erhofft wird.“ Es wurde also unter ihnen auf Rasse gezüchtet! So erweist sich diese „Ketzerei“ als die Nachfolge der alten Zuchtlehre in vollstem Licht, einer wirklich, recht verstandenen Sonnengeistreligion, welches die reine Lehre des Gottessohnes auch ist. – – „Es gebe weder Hölle noch Fegefeuer.“ Als in sich selber! hätte der Bischof noch hinzusetzen können, wenn er über die erhabene Lehre dieser Ketzer recht unterrichtet gewesen wäre.

„Die Menschen müßten den Eingebungen ihres Herzens mehr folgen als den Lehren der Evangelien.“ Ein sittlicher Grundsatz höchster Erkenntnis, denn der Mensch wird nicht durch Bücher und „Glauben“ heilig, sondern durch Erkenntnis und Tat. „Manche unter ihnen könnten bessere Bücher schreiben als alle Schriften der Kirche, wenn auch diese vernichtet wären.“ Ein Zugeständnis der Ketzer, daß sie ihre höhere Erkenntnis eigenen schriftlichen und mündlichen Überlieferungen verdanken. Es ist klar, daß hier das Wissen der alten Bauhütten und anderer Bünde und Orden mit durchsickert, die in der Stille die reine Lehre in die hohe heimliche Acht genommen hatten. Aus diesem Geiste sind die herrlichen Dome entstanden, die Musik, die Poesie, die Mystik des Mittelalters, nicht durch die Feigen oder Finstern, die den Geist des Lichtes auf alle erdenkliche Weise aus den Leibern der Besten töten und quälen wollten. „Die Welt ist von Ewigkeit!“ bekennt Hermann von Ryswyk noch vor seiner Verbrennung, und lehnte damit jedenfalls die Wörtlichkeit der Schöpfungsgeschichte des „törichten“ Moses ab.

Die Entstehung vieler Orden, vor allem der Ritterorden verdanken vielfach der Ketzerriecherei ihren Ursprung. Man fand sich im Rahmen dieser Gebilde sicherer unter dem Schütze hoher eingeweihter Kirchen- und Weltfürsten und konnte unter den Riten, Sinnmalen und Bräuchen der uralten Lehre ungestörter weiter dienen, sie in den eigenen Führerkreisen, in den Orden verbreiten; denn diese Orden nahmen nur Mitglieder auf, die ihre „ritterbürtige“, das heißt reine arische Abstammung nachweisen konnten. Unter dem Einfluß der Kirche neigte die öffentliche Meinung später immer mehr zur Überzeugung von der Schuld des Templerordens an seinem Untergang durch Entartung, wenn auch selbst tiefste Entartung die Grausamkeiten nicht entschuldigen würde, die an den Opfern von der Kirche geübt wurde. Aber die Welt kümmert sich wenig um Vergangenes, lernt nie daraus, und jedes folgende Geschlecht wird zur Schlachtbank geführt, ohne daß es je einem möglich würde, zu bedenken, wo die vorangegangenen geendet haben.

Die neueren Geschichtswerke stellen sich auf den entgegengesetzten Standpunkt. Da ist Döllingers, des bedeutenden Geschichtsschreibers und Theologen Ansicht wortvoll zu hören, die er in seiner letzten akademischen Rede vom 15. November 1889 niederlegte: „Auffallend ist es, daß wir in der neueren deutschen Literatur fast allgemein der Behauptung begegnen, die Templer seien schon seit geraumer Zeit eine ausgeartete, dem Geiste und dem Buchstaben ihrer Regel untreu gewordene, üppig lebende Verbindung gewesen und als solche in der öffentlichen Meinung damals sehr tief gestanden. Man pflegt dies vertrauensvoll dem Vorgänger nachzuschreiben. Sieht man aber genauer zu, so stößt man überall auf Zeichen und Zeugnisse des Gegenteils, selbst bei den Feinden und Zerstörern des Ordens. Vor dem 13. Oktober 1307, dem Tage, an welchem der große Schlag gegen den Orden geführt wurde (an diesem Tage wurden auf einen geheimen Befehl Philipps des Schönen alle Templer in Frankreich verhaftet) hat niemand sich im Sinne dieser angeblichen Korruption, dieses Verfalles der Gesellschaft ausgesprochen. Ich habe im Gegenteil gefunden, daß in der unmittelbar vorausgegangenen und in der gleichzeitigen Literatur noch bis in die ersten Jahre des 14. Jahrhunderts Schriftsteller, die sonst scharf urteilen über die damalige Ausartung der geistlichen Körperschaften, für den Templerorden Zeugnis ablegen entweder negativ, indem sie ihn bei Aufzählung verdorbe’ner Orden und Klöster übergehen, oder positiv, indem sie ihn den ändern Orden für ein Muster vorhalten.“

Die wirklich verlotterten Orden entsprachen offenbar den Anforderungen und Absichten des Papstes, den arisch eingestellten, hochrassigen Templerorden wollte er vernichten, in der vollen Absicht, die Verbindungen, die dieser Orden mit dem Weistum der Vergangenheit pflegte, abzuschneiden. Döllinger begründet das näher, indem er hinzusetzt: „Der Wunsch, ein bequemes oder gar üppiges Leben zu führen, konnte niemanden in den Orden locken. Vielmehr mußte die asketische Strenge desselben abschreckend wirken. Die Tafel war nüchtern und man hatte lange Fastenzeit zu beobachten. Das Bett des Templers bestand nur aus Strohsack und Decke. Hier will ich ein für allemal bemerken, daß nie und nirgends ein Templer ein Geständnis abgelegt, wenn er nicht durch Tortur oder durch die Furcht vor ihr dazu gezwungen war. Die Schilderungen, nicht nur der Templer selbst, sondern auch anderer Zeitgenossen, wie man dabei verfuhr, sind entsetzenerregend. In Paris allein sind 36 Templer unter der Tortur gestorben. Neuausgesonnene Kunstgriffe furchtbarer Qualen kamen zur Anwendung. Der englische Geschichtsschreiber Lea sagt hierzu: „Es ist beachtenswert, daß dort, wo die Inquisition freies Spiel hatte, wie in Frankreich und Italien, es nicht schwer hielt, die erforderlichen Zeugenaussagen zu erlangen. In Kastilien und Deutschland schlug die Sache fehl, in England war nichts zu machen, bis man die Inquisition tatsächlich und zeitweilig für diesen Zweck in Kraft setzte.“ Es erscheint dem Nachdenklichen nahezu unfaßlich, wie ein solches hohes Wissen hier und bei unseren unmittelbaren Vorfahren verlorengehen konnte. Auf dem natürlichen Wege des Vergessens sicherlich nicht. Man könnte sein Verschwinden erklären mit dem Hinweis, daß eben diese Weisheit nicht Allgemeingut war, sondern nur von wenigen Auserwählten jeder Generation als ein Geheimnis wohl behütet war, und mit den Eingeweihten allmählich verschwand, wenn diese in ihrem Bestand bedroht waren. Das setzte mit der allmählichen Herrschaft der christlichen Kirche ein in Verbindung mit politischen Mächten, die nicht mehr wußten, wo der Vorteil des Volkes lag, ja diesem aus Eigennutz entgegenarbeiteten. So wurde frühe schon durch Karl den Großen der Grund und Boden, der gemeinsames, unteilbares Eigentum der Sippe war, des Geblütes, der Familie, als Königsgut erklärt, also unter einem Vorwand geraubt, so daß in Zukunft die Könige, und in ihrem Gefolge bald auch die Herzöge die Kirche mit dem geraubten Gute beschenken konnten. So konnten die Schenkungen an Klöster, Kirchen und Bischöfe ins Ungemessene gehen. Das alte, edle Blut, das sich dagegen wehrte, wurde ausgerottet und der Widerstand schließlich gebrochen. Es war eine völlige Enteignung zugunsten des übermächtigen Königtums und der Kirche aus den Segnungen geworden, die angeblich der neue Glaube ins Land gebracht hatte. In ihrer sogenannten Blütezeit „besaß“ z. B. die Abtei auf der Insel Reichenau im Bodensee 125 Ortschaften, deren Bauern zur bösen „Heidenzeit“ noch Herren auf eigenem Boden waren. Vier Herzöge, 20 Pfalz- und Markgrafen, 51 Grafen und Herren waren ihr lehnspflichtig. War das die Aufgabe der Kirche, die Güter der neu „bekehrten“ Christenheit zu sammeln, daß ihrem Seelenheil kein Schaden daraus erwüchse ?

Die Kirche hat gründliche Räumung vorgenommen. Sie entzog den Besiegten den sittlichen und den wirtschaftlichen Rückhalt, sie machte sie ärmer im Geiste und in der Habe und hat dieses schlaue, unselige Verfahren bis heute beibehalten, wenn auch mit anderen Mitteln unter veränderten Umständen.

Man könnte sich immer wieder die Frage vorlegen, wie anders hätte sich wohl das Schicksal des Abendlandes gestaltet, wenn es die gerade Entwicklung seines eigenen Wesens hätte einhalten können, ohne die furchtbare Geistespest, die mit einem gefälschten Christentum über die germanischen Völker gekommen war. Wir können uns nur damit trösten, daß wir annehmen, der Gote im Germanen mußte sich für einige Jahrhunderte opfern, in die Hölle selbst begeben im Kampfe mit diesen teuflichen Mächten, damit sie endgültig überwunden, den nachkommenden Zeiten nicht mehr gefährlich werden können.

Man müßte aus dem ganzen Geschehen die Folgerung ziehen, daß die Beschränkung der höchsten und letzten Erkenntnisse auf nur wenige vom Übel ist, andererseits führt eine zuweitgehende Verbreitung von Kenntnissen, deren wir uns jetzt befleißigen im Dienste einer angeblich segensreichen Allgemeinbildung — darüber wollen wir uns klar sein — zu jener täuschenden Halbbildung und geistigen Verflachung, unter welchen der Geist heute versklavt ist und die täglich die verderblichsten Ergebnisse zeitigen.

Darüber besteht kein Zweifel, die Zeit zwischen der Herrschaft der Kirche unter dem Namen des Christentums vom Jahre 800 etwa bis zum Jahre 1500 war ein furchtbarer heimlicher und offener Kampf um die Geistes- und Gewissensfreiheit des germanischen Menschen. Seither ist der Kampf zu unseren Gunsten entschieden. Wir binden unsere Wunden und waschen uns den Ekel ab, den das Ringen Leib an Leib mit einem unreinen Gegner in uns erregte.

Thema Philosophie: Beiträge und pdf Dateien zum Thema bei Germanenherz Nichts in der Schöpfung ist ein Produkt des Zufalls – alles hat eine Bedeutung, eine Funktion, einen Zweck. Alles kann für uns zum Wegweiser werden, wenn wir uns auf die Suche nach dem Sinn einlassen. Philosophie (altgr. φιλοσοφία philosophía, wörtlich … Weiterlesen