9/11 – Wir gedenken der Opfer vom 11. September

Vor 20 Jahren starben Tausende Menschen während der Anschläge am 11. September in New York, Washington D. C., und Pennsylvania USA. Wir sind es den Opfern und ihren Angehörigen, denen mein Mitgefühl gilt, schuldig, weiterhin nach der Wahrheit zu suchen und uns nicht manipulieren zu lassen. Unsere Weltgeschichte ist nicht das Ergebnis von Zufällen, sondern vielmehr von präziser Planung. Vor mehr als einem halben Jahrhundert formierte sich im Geheimen eine machtvolle Gruppe, um die Geschicke dieses Planeten in die Hand zu nehmen und die Welt im Interesse der Superreichen zu lenken..

New York verliert – 3 – Türme und der Welt stockt der Atem.
Der „Anschlag“ auf diese 3 Gebäude hatte Auswirkungen, welche bis heute spürbar sind. Ein grausames Spiel und Zions größte Stunde.
George W. Bush der damalige Präsident von VS Amerika war zu dem Zeitpunkt der „Anschläge“ in einer Schule und lauschte den Kindern, welche folgende Worte kurz vor der Tragödie sagen mussten.
Hört selbst, es ist tatsächlich so.
PLANE, MUST, HIT, STEEL! FLUGZEUG, MUSS, TREFFEN, STAHL!
Diese Worte wurden aus einem 15-minütigen Clip des Ganzen herausgeschnitten, . Stahl, Flugzeug, muss… dann drachen und was sich nach Hit anhört. Sehr seltsame Wortwahl für diesen Moment. Steel Plane Must Kite Hit = Kite Plane Must Hit Steel from I Pet GOAT (Baphomet/Devil). Hier mal der Link zum 15-minütigen Clip https://youtu.be/FWKiJx6jSMk
Kommen wir mal zu den Fakten. Ein ganz großer Betrug der uns da vor Augen geführt wurde!
Vergiss niemals 9.11. Mit der Behauptung eines Angriffs fremder Mächte am 09.11.2001 „rechtfertigte“ der Kriegsverbrecher G. W. Bush den Krieg gegen andere Länder und die Ermordung unzähliger Menschen.
Vergiss nie die 2 Millionen unschuldigen Iraker, die für etwas abgeschlachtet wurden, mit dem sie nichts zu tun hatten.
Vergiss niemals die blutigen, weinenden Feuerwehrmänner, die über die Bomben in den Türmen und der Lobby schreien.
Vergessen Sie nie die 2,300,000,000,000 Dollar, die Donald Rumsfeld am Vortag 9/11. als vermisst gemeldet wurden.
Vergessen Sie nie, dass der für das Pentagon-Budget verantwortliche Controller Dov Zakheim war, der die 2.3 Billionen Dollar verloren hat, indem er schlechte Buchführung machte (1.55 Milliarden Dollar pro Tag für fünf Jahre verloren hat….)
Vergessen Sie nie, dass Dov Zakheim 2001 auch der Geschäftsführer der Systemplanungskonzern war, der Flugterminationssysteme für kommerzielle Fluggesellschaften herstellt, damit sie von Computern ferngesteuert werden können….
Vergessen Sie nicht, dass am Tag, nachdem Rumsfeld erwähnt hat, dass 2.3 Billionen Dollar fehlen, ein Flugzeug das Office of Naval Intelligence im Pentagon beeinflusst hat, wo die Computer aufbewahrt wurden, die diese Informationen gespeichert haben…. über 100 Budgetanalysten und Buchhalter wurden getötet und die Geldspur ist verloren gegangen. Zum 01. Januar 2001 wurde weltweit die Verwendung der giftigen und krebserregenden ASBEST-BAUSTOFFE gesetzlich verboten! Die gesprengten Türme bestanden zu 100 % aus ASBEST-BAUSTOFF! Deshalb auch die ASBEST-STAUBWOLKE, an welcher dort viele Menschen an Lungenkrebs erkrankt sind und ihr Leben lassen mussten!

Vergessen Sie nie, dass Larry Silverstein 2000 den gesamten WTC-Center-Leasing für ein 15-Millionen-Dollar-Gebot gekauft hat (obwohl er weniger als andere Bieter war).
Vergessen Sie nie, dass Larry Silverstein im Juni 2001 eine 3.5 MILLIARD Dollar-Versicherung gegen die Türme gegen Terroranschläge gelegt hat, dann werden 3 Monate später beide Türme von Flugzeugen angefahren.
Vergessen Sie nie, dass Larry Silverstein seine Versicherer (über 40 Unternehmen) verklagt hat, um seine Grenzen doppelt bezahlt zu bekommen, denn jedes Flugzeug stellt einen separaten Angriff dar… und vergessen Sie nicht, dass Larry bisher 4.55 Milliarden Dollar verdient hat, und zwar von Anfang an Investitionen in Höhe von 15 Millionen Dollar.
Vergessen Sie nie, dass Wissenschaftler und Physiker bei BYU in jeder geprüften Staubprobe eine Art von Sprengstoff gefunden haben, die bestätigt wurde, dass es sich um eine Art Thermite handelt. (Thermit produziert flüssiges Eisen und dient dazu, dicke Säulen effektiv und leise zu schneiden).
Vergessen Sie nie, dass das World Trade Center 7 um 5:20 Uhr auf 9/11 fiel und die Nachrichten versuchten, es zu vertuschen…..
Vergessen Sie nie, dass BBC, Fox News und CNN-Reporter alle falsch gelesenen Skripte live im Fernsehen sind, die WTC7 Stunden vorher kollabieren….. was auf eine vorgeschriebene Erzählung hinweist
Vergessen Sie nie, dass WTC 47 7 Stockwerke groß war, und NIST sagte, dass es ′′ bei Freifallbeschleunigung für 2.25 Sekunden ′′ zusammengebrochen ist.
Vergessen Sie nie die Physik der High School und die Definition des statischen Gleichgewichts und die Erhaltung von Schwung, die es unmöglich machen würde, dass jede Struktur bei der KOSTENLOSEN Beschleunigung zusammenbricht (unmöglich mit Sprengstoff oder Vorschwächung der Struktur)
Vergessen Sie nie, dass NORAD zwei Übungen auf 9/11 durchgeführt hat: Vigilant Guardian und Vigilant Warrior
Vergessen Sie nie, dass diese Bohrer Jets im ganzen Land und über den Ozean Rührjets rührten und es den Piloten unmöglich gemacht haben, die entführten Jets rechtzeitig abzufangen, sobald sie in Richtung der Entführung gerührt wurden.
Vergessen Sie nie, dass geschmolzenes Metall am Boden zero Tage nach dem Zusammenbruch der Türme gefunden wurde und auch unter WTC7 gefunden wurde. Und vergessen Sie nie, dass Kerosin-und Büromöbel nicht heiß genug verbrennen, um den Stahl von fest auf flüssig zu phasen.
Vergiss nie, dass ein Transporter angefahren wurde, als er versucht hat, New York City zu verlassen, und illegale Sprengstoffe und sehr verdächtige Insassen aus Israel enthielt, die 71 Tage lang festgehalten wurden, und dann verschwindet diese Geschichte. Wir würden gerne verstehen, warum 38 Milliarden Dollar aus dem Pentagon verschwinden und zufällig das Archiv des Pentagons getroffen wird und zwar nicht von einem Flugzeug, sondern wahrscheinlich von einer Bombe oder Rakete und warum Herr Larry Silvestrein eine Versicherung für 6 Monate abschließt Terroranschläge vor dem Einsturz des WTC und sein Imbiss-Begleiter Bush teilten sich die Beute und sorgten dafür, dass 2 Stunden lang kein Militärflugzeug über das Gebiet flog und warum sich kein Helikopter erlaubte, den Leuten zu helfen, die an den Fenstern standen und wir möchten es wissen wo sie fertig sind 2000 tonnen material fenster beton möbel etc etc thermit vielleicht ? dies auf dem Bild sind die Millionen von Dollar, die Herr Larry Silvestein gesammelt hat
Wenn wir diese Fakten vergessen, ist unsere Welt zum Scheitern verurteilt. Wir haben das Potenzial, das Böse zu stoppen, und als erstes können wir aufhören, die Wahrheit zu ignorieren.

Dass die offizielle Geschichte des 11. September ein Sack voll Lügen ist, gilt in der alternativen Gemeinde als erwiesen. Doch was geschah nun wirklich? Eine neue Serie von Enthüllungen eines ehemaligen Mitarbeiters der russischen Geheimdienste schockiert selbst jene, die gedacht hatten, längst hinter den Schleier zu blicken. Wie genau wurden die Gebäude des WTC zum Einsturz gebracht? Die Analyse eines Fachmanns für nukleare Sprengungen kommt zu einem schockierenden Ergebnis. 9/11 – Die globale Täuschung (Komplett)

Eine erweiterende Dokumentation von Massimo Mazzucco, welche wahrscheinlich eines der verkommensten Verbrechen einer völlig wahnsinnigen Regierung gegen das eigene Volk darlegt! Unglaublich das es immer noch TV verblendete Propaganda-Jünger glauben, was uns damals als „gute nacht“ Traum(a) vorgegauckelt wurde und als Ursache dazu führte, daß ein mörderischer Krieg gegen imaginäre Gegner geführt wird welche kulturell als Terroristen gebranntmarkt werden sobald sie nicht bereit sind die Marionetten-Fesseln anzulegen – um in Freiheit zu leben!Dass die Türme nicht infolge des von den Flugzeugen ausgelösten Brandes zusammenbrechen konnten, ist inzwischen bewiesen. Einen solchen Kollaps bringt nur eine kontrollierte Sprengung zustande. Aber die Flugzeuge? Die waren doch real. Mitnichten! Eine sorgfältige Analyse der Videobilder, die von Fox-News zuerst live und etwas später von CNN verbreitet wurden, fördert Erstaunliches zutage Die Pixel-Analyse der Nase des Flugzeuges vor und nach dem Aufprall zeigt: Das Flugzeug ist vollkommen unbeschädigt durch den Turm geglitten, trotz der gigantischen Explosion, die es dabei offenbar ausgelöst hat.
Weil der Helikopter während der Aufnahme seine Flugrichtung leicht änderte, war die Nase des von einem Video-Operator live hineingebastelten Flugzeugbildes auch nach dem «Austritt» sichtbar. Um diesen kapitalen Fehler zu korrigieren, wurde der Fox-News-Bildschirm schwarz, allerdings 0,28 Sekunden – die menschliche Reaktionszeit – zu spät.
Der Vergleich zwischen der Live-Aufnahme von Fox-News und der Ausstrahlung derselben Sequenz auf CNN sechs Minuten später zeigt, dass sich die Produzenten des Fiaskos mit der austretenden Flugzeug-Nase sehr wohl bewusst waren. Auf CNN wurden die 0.28 Sekunden der austretenden Nase just von einem hineinmontierten Schriftzug verdeckt.
Die absolut historische Originalaufnahme von Fox-News wurde übrigens – einzigartig in der Geschichte und erstaunlich für ein Ereignis dieser Bedeutung – nie mehr im ursprünglichen Zustand wiederholt.

Nachschauen kann man sich die Beweisführung unter diesen Links:
http://www.livevideo.com/video/socialservice/6F393F4DE41C4CF798CBB438E6378129/september-clues-part1.aspx

Es gab viele Verschwörungstheorien über den 11. September, aber dies ist einer der überzeugendsten Beweise, die ich bei weitem gesehen habe, wie die 9/11-Flugzeuge holographische Projektionen sein können. Sehen Sie sich das Video an und bilden Sie sich eine eigene Meinung.

Wenn dieses Video nicht mit einer Bearbeitungssoftware manipuliert wurde, ist dieses Video ein wichtiger Beweis dafür, dass die Flugzeuge nicht real sind . Es handelt sich lediglich um holographische Projektionen, die erstellt wurden, um den Eindruck zu erwecken, dass die Flugzeuge in die Twin Towers geflogen sind. Meine Meinung, dass sie holographisch sind, basiert auf zwei Fakten, die auf dem Video zu sehen sind:

(a) Der linke Flügel des Flugzeugs verschwand auf mysteriöse Weise , als sich das Flugzeug dem Gebäude näherte. Hat der dicke schwarze Rauch von der linken Seite des Flugzeugs die holographische Projektion des Flugzeugs teilweise blockiert? Das hätte bedeutet, dass die Quelle der Projektion vom Himmel kommt. Beachten Sie jedoch, dass dies eine optische Täuschung sein kann, die von der Videokamera selbst verursacht wird

(b) Auf dem Gebäude selbst befindet sich kein Schatten des Flugzeugs. Beachten Sie, dass von der rechten Seite des Flugzeugs eine starke Lichtquelle ausgeht. Daher sollte ein gewisser Schatten des Flugzeugs auf dem Gebäude sichtbar sein. So trenne ich normalerweise gefälschte UFO-Videos von den authentischen. Ich suche nach Schatten und Reflexionen. Wenn die Platzierung von Schatten oder Reflexionen falsch oder nicht sichtbar ist, handelt es sich normalerweise um gefälschte Videos. Kein sichtbarer Schatten des Flugzeugs auf dem Gebäude deutet darauf hin, dass dieses Flugzeug gefälscht ist, wahrscheinlich eine verdammt gute holographische Projektion.

(c) Dieser Punkt wurde von einem Leser aus dem Kommentarbereich geteilt und ich teile ihn hier, da es ein brillanter Punkt ist. “ Aber der sicherste Weg zu wissen, dass dort kein Flugzeug der Größe 767 mit 580 MPH durchflog, ist das völlige Fehlen einer Störung der rauchgefüllten Luft. Wir hätten eine massive Störung der Luft durch die tornadoartigen horizontalen Wirbel sehen sollen durch die Flügel der großen Ebenen geschaffen, als Wirbelschleppen bekannt. diese Wirbel sind so mächtig, deshalb andere Flugzeuge immer mindestens 3 Minuten warten , bevor sie hinter einem anderen großen Flugzeug, da diese v ortices stark genug , um einen Absturz zu verursachen . ‚

(d) Wenn eine Rakete die Grundlage für die Konstruktion der Illusion gewesen wäre, wären die einzigen Teile, die erzeugt werden müssten, die Flügel, ein Teil des Heckteils und die Triebwerke gewesen. Eine Tomahawk-Rakete, die sich mit 560 MPH bewegt (was im Bereich der für das Objekt angegebenen Geschwindigkeit von 560-586 liegt), hat einige kleine Flügel und auch so etwas wie eine Heckflosse / einen Stabilisator. Dies erklärt das Fehlen eines Aufpralls von Flügeln und erklärt gleichzeitig den Teil, in dem es so aussieht, als hätte etwas den Turm getroffen. Die Rakete würde auch das Geräusch erklären. Ich vermute, dass gleichzeitig eine Jet-Fuel-Bombe gezündet wurde (möglicherweise durch den Aufprall einer Rakete), um den gewünschten Effekt von schwarzem Rauch und Geruch von Jet-Fuel usw. zu erzielen.

Können wir mit holographischer Technologie eine so große Klarheit erreichen? Schauen Sie sich dieses Video an.
Ziemlich coole Star Wars-Technologie, oder? Nicht genau das gleiche wie 9/11, wenn die Flugzeuge tatsächlich holographisch waren, aber bedenken Sie, dass dies eine kommerzielle holographische Projektion ist, die für CNN entwickelt wurde. Es könnte bessere und fortschrittlichere Technologien geben, von denen wir nichts wissen.

War es nur für finanzielle Gewinne (Wiederaufbau von vom Krieg zerrissenen Ländern, Öl usw.) oder gibt es ein düstereres Endspiel, das wir noch nicht gesehen haben? Bitte beachten Sie, dass der Körper des sogenannten Osama bin Laden nie der Öffentlichkeit gezeigt wurde, aber seine „Hinrichtung“ in Presse und Medien so stark dramatisiert wurde. Sie haben sogar einen Film daraus gemacht!

Der Geist akzeptiert, was er sieht, wagt sich sehr selten weiter. Es liegt wirklich an uns, die Fakten sorgfältig zu untersuchen und zu entscheiden, was wirklich passiert ist. Hier steht viel auf dem Spiel, zumal seit dem 11. September einige Länder besetzt und besetzt sind

hier mal die pdf lesem: Dimitri Khalezov: „Die Dritte Wahrheit über den 11. September“

Ist das, was uns von den tragischen Ereignissen am 11. September 2001 massenmedial vermittelt wurde, tatsächlich wahr? Kann man den offiziellen Verlautbarungen der Regierung und Medien rückhaltlos glauben? Oder ist vielleicht vieles ganz anders abgelaufen…? Jetzt denken wir mal zurück, an das Engagement bei 9/11 von Peter Klöppel von RTL Bertelsmann Hirnschmiede. Der wurde anschliessend eine riesen Nummer, in der Hauseigenen Hirnschmiede bei Bertelsmann

Die US-Regierung sprengte ihre eigenen Gebäude in die Luft, tötete ihre eigenen Zivilisten, versetzte ihr eigenes Volk in Angst und Schrecken. Die herrschende Klasse führte, wie Orwell es nannte, „Krieg gegen ihre Untertanen“, im wahrsten Sinne des Wortes.

Ähnlich wie der Reichstagsbrand in Nazi-Deutschland diente dieser inszenierte „Angriff“ dazu, eine kriegsähnliche Mentalität zu schaffen. Die Menschen sollten glauben, sie seien bedroht, und dies sollte als Grundlage für neue „vorübergehende Notstandsbefugnisse“ für die Regierung dienen.

Die US-Politik wollte keine Beweise ermitteln lassen für Anklagen gegen die Direkt-Verantwortlichen von 9/11, wie es rechtsstaatlich geboten gewesen wäre. Sie wartete auch keine Untersuchung und keinen Richterspruch ab. 9-11 wurden von Saudi-Arabern in Hamburg geplant. Der Planer aus Hamburg war dann auch selbst am Anschlag beteiligt. Die US-Amerikanische Politik fand bei ihrer Untersuchungen auch schnell heraus, dass Vermögende aus Saudi-Arabien den Anschlag finanziert hatten. Sie brachten aber weder die direkt Verantwortlichen, noch Deutschland oder Saudi-Arabien vor Gericht. Die USA-Mächtigen griffen stattdessen zur Selbstjustiz und starteten einen Angriffskrieg auf Afghanistan; wie wir heute wissen war Afghanistan nicht das eigentliche Ziel. Da die Taliban aber die alten Kampfgefährten von Al Kaida gegen die Sowjetunion nicht ohne belastbare Beweise den USA übergeben wollten, nutzte die US-Politik den Aufenthalt von Bin Laden und seinen Getreuen als Argument für den Krieg gegen das Land. Sein Rohstoffreichtum war damals noch nicht bekannt, den entdeckten die US-Amerikaner erst nach der Eroberung. Die US-Politik sah Afghanistan vielmehr als Sprungbrett zum lange gewünschten Krieg zur Eroberung des rohstoffreichen Iraks, eine der wichtigsten „Tankstellen der Welt“. Von den Rohstoffen sind alle tatsächlichen oder potentiellen Herausforderer der Vormachtstellung der USA abhängig, Europa, China, Japan. Durch die Beherrschung der Gegend wollte und will die US-Elite eine Transformation zu einer gleichberechtigten oder von einer anderen Macht beherrschten Welt unmöglich machen. Deutlich wurde den US-Amerikanern noch einmal die Möglich Gefahr die von einem weiter unabhängigen Irak hätte ausgehen können: Saddam hatte angekündigt, irakisches Öl künftig nicht mehr in Dollar, sondern in Euro verkaufen zu wollen. 9/11 wollte sie deshalb nicht juristisch lösen, sondern nutzen, um die eigene Bevölkerung in einen Krieg zu ziehen, den diese Bevölkerung sicher abgelehnt hätte, wenn sie die Motive gekannt hätte.

Schon am 12. September wird klar, die Spur des Terrors führt ausgerechnet nach Deutschland. In Hamburg platzt die Nachricht, dass „9/11“ von einer „Terror-WG“ aus Harburg geplant wurde, mitten in den erhitzt geführten Bürgerschaftswahlkampf rund um das Thema der Inneren Sicherheit. Und die Ermittler trifft es wie ein Schlag, dass „einer der größten Terrorakte der Menschheitsgeschichte direkt vor unserer Haustür geplant wurde“, von einer bislang kaum bekannten Organisation namens al-Qaida. Mehr und mehr wird deutlich, dass Deutschland sich hier nicht aus der Verantwortung nehmen kann. Nach der erstmaligen Ausrufung des NATO-Bündnisfalls werden Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den Kampfeinsatz gegen die Taliban in Afghanistan geschickt. Der Einsatz in Afghanistan beginnt – und wird 20 Jahre dauern. https://www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/deutschland-911-100.html

 

11. September – Ansprache des 45. Präsidenten Donald J. Trump zum „Gebetstag für Amerika“ Es ist mir eine große Ehre, an diesem sehr feierlichen Tag des Gedenkens und Betens zu Ihnen allen zu sprechen, die Sie sich auf der National Mall versammelt haben, da unsere Nation den 20. Jahrestag der Terroranschläge vom 11. September 2001, einem schrecklichen Tag, begeht.

Ich möchte Sean Feucht und allen Mitgliedern der großartigen Let Us Worship-Bewegung dafür danken, dass sie diese wunderschöne und unglaubliche Veranstaltung ausgerichtet haben.

Seit dem letzten Jahr haben Sie in 132 Städten im ganzen Land Gottesdienste und Gebete abgehalten – darunter auch den größten Gottesdienst Amerikas hier in der Hauptstadt unseres Landes. Indem Sie Bürger aller Konfessionen und Hintergründe vereinen, um den Glauben und die Freiheit in Amerika zu fördern, stärken Sie unsere gesamte Nation, und dafür danken wir Ihnen.

Es könnte keinen passenderen Abend für die Amerikaner geben, um sich die Hände zu reichen und sich im Gebet zu verneigen, als heute Abend.

Zwei Jahrzehnte nach der Ermordung von fast 3.000 Amerikanern im World Trade Center, im Pentagon und auf einem Feld in West-Pennsylvania ehren wir das Andenken aller unschuldigen Menschen, die bei den Anschlägen vom 11. September getötet wurden. Wir halten ihr Vermächtnis in Ehren und bekräftigen unser immerwährendes Versprechen, niemals zu vergessen.

Wir alle erinnern uns daran, wie wir in den Stunden und Tagen nach den Anschlägen die Geschichten von Polizeibeamten, Feuerwehrleuten und Ersthelfern hörten, die weit über ihre Pflicht hinaus Mut und Wagemut bewiesen. Als New Yorker, der sein Leben lang in New York gelebt hat, war es außergewöhnlich, die Stärke und Widerstandsfähigkeit der Menschen in dieser unglaublichen Stadt zu erleben. Sie stürzten sich in die Gefahr, in den Rauch, ohne einen Gedanken an ihre eigene Sicherheit zu verschwenden. Der Heldenmut des NYPD, des FDNY, der Port Authority Police sowie der First Responder im Pentagon und so vieler anderer wird für alle Zeiten in unserem nationalen Gedächtnis bleiben.

Rede im Original:

Heute Abend möchte ich allen anwesenden Ersthelfern auf der National Mall unseren Dank aussprechen. Sie sind die Besten unserer Nation. Sie sind unglaubliche Menschen.

Ich möchte auch jeden Amerikaner hier und im ganzen Land bitten, sich einen Moment Zeit zu nehmen, um unsere Dankbarkeit für die zahllosen Menschen zu teilen, die in den letzten zwei Jahrzehnten ihr Leben für die Verteidigung unseres Landes geopfert haben – aktive Mitglieder des Militärs, Veteranen und Familien. Und lassen Sie uns besonders den tapferen Helden danken, die in Afghanistan gedient haben, und an sie denken. Sie haben sich mutig freiwillig gemeldet, um die abscheulichen Mörder zu jagen, die Amerika angegriffen haben, und um die Bedrohung durch den radikal-islamischen Terrorismus vom Angesicht der Erde zu tilgen. Und ich weiß, was Sie denken, denn wir haben in der letzten Woche eine große, große Blamage erlitten. Schreckliche Dinge sind geschehen, schreckliche Entscheidungen wurden von dieser Regierung getroffen. Aber Sie sind mutig, Sie sind unglaublich, und wir werden das wiedergutmachen.

Heute haben Mitglieder der Bewegung „Let Us Worship“ (Lasst uns anbeten) auf dem Friedhof von Arlington Flaggen auf den Gräbern aller Angehörigen der Streitkräfte niedergelegt, die seit dem 11. September ihr Leben für unsere Nation gelassen haben. An die Gold Star-Familien, die in der Mall anwesend sind, und an die Familien aller Mitglieder des Militärs, die in unserem Kampf gegen den terroristischen Feind das höchste Opfer gebracht haben: Sie sollen wissen, dass Sie unsere unendliche Loyalität, unsere ewige Ergebenheit und die Liebe und Unterstützung jedes einzelnen Amerikaners haben.

Während wir an diesem Jahrestag beten und nachdenken, weist uns eine Geschichte von diesem schrecklichen Tag den Weg in die Zukunft für unsere Nation und erinnert uns an die unendliche Quelle unserer Hoffnung.

Als schwarzer Rauch aus dem Pentagon auf der anderen Seite des Potomac aufstieg und der Himmel über New York voller Asche und Flammen war, stand eine einsame Gestalt an einem Fenster in der Nähe der Basis des Nordturms des World Trade Centers. Pater Mychal Judge war der Kaplan einer Feuerwache in New York City. Als das erste Flugzeug in das World Trade Center einschlug, eilte er im Wissen um die Gefahr ins Innere. Videoaufnahmen zeigen, wie er still am großen Fenster steht und auf die in den Tod stürzenden Menschen blickt. Ein Freund und Priesterkollege erzählte später, dass man, wenn man genau hinschaut, sehen kann, wie sich die Lippen des Paters bewegen.

„Für diejenigen von uns, die ihn kannten“, sagte der Freund, „war er keiner, der mit sich selbst sprach. Er hat gebetet.“

Augenblicke später stürzte der Südturm ein, und die Implosion zerschmetterte das Glasfenster und tötete Pater Mike.

Am Tag vor seinem Tod sprach Pater Mike bei der Einweihung einer Feuerwache in New York City. Vor einer Gruppe von Feuerwehrleuten verkündete er eine Botschaft, die über alle Zeiten hinweg nachhallt.

„Ihr tut das, wozu Gott euch berufen hat“, sagte er ihnen. „Ihr taucht auf. Ihr setzt einen Fuß vor den anderen. Ihr steigt auf die Plattform und macht euren Job, der ein Geheimnis ist. Ihr habt keine Ahnung, was Gott für euch vorgesehen hat.“ Du hast keine Ahnung, wohin du gehst, und in manchen Fällen weißt du auch nicht, warum. „Aber er braucht dich. Er braucht mich. Er braucht uns alle.“

Heute Abend erinnern uns die Worte von Pater Mike daran, dass es letztlich nur eine wahre Antwort auf die Tiefe und das Böse gibt, das wir am 11. September 2001 gesehen haben. Das ist Gott. Das ist die Antwort, die über den Trümmern am Ground Zero stand, wo die Retter das mächtige Stahlkreuz aus den zerbrochenen Trägern der gefallenen Türme schmiedeten. Es ist derselbe Anblick, der Hunderte von Meilen entfernt in Shanksville zu sehen war – wo das erste, spontane Denkmal für die Helden von Flug 93 ein einfaches, aber schönes Holzkreuz war. Und es ist dieselbe Hinwendung zu Gott – die ultimative Antwort auf das Böse -, die wir heute hier sehen, wenn sich Tausende von Amerikanern im Einkaufszentrum versammeln, um für unsere geliebte Nation zu beten und füreinander zu beten.

Ich möchte Let Us Worship dafür danken, dass sie die Amerikaner in den kommenden Wochen zu 21 Tagen des Gebets aufrufen. Amerika ist eine Nation, die von Gott und den Gebeten aller seiner Kinder gestärkt und getragen wird.

Euer Glaube ist eine Kraft, die unsere Feinde nie und nimmer auslöschen können. Eure Liebe zu Gott, zur Familie und zu eurem Land ist stärker als der Hass, die Bosheit oder die Verachtung des Gegners.

Während wir also der Amerikaner gedenken, die wir vor zwei Jahrzehnten verloren haben, kehren wir immer wieder zu demselben einfachen Gebet zurück, das in den Tagen nach den Anschlägen vom 11. September in unserem ganzen Land zu hören war: Gott segne unsere Ersthelfer. Gott segne unsere Mitglieder des Militärs. Gott segne die Erinnerung an alle, die am 11. September gestorben sind. Und Gott segne Amerika. Ich danke Ihnen.

ergänzend: Erst wenn ihr den Unterschied, zwischen Juden und Zionisten und Chessiten und Semiten herausgefunden habt, wird sich für euch, ein ganz neues Weltbild eröffnen, und ihr werdet der Wahrheit nähen kommen.

Ist das, was uns von den tragischen Ereignissen am 11. September 2001 massenmedial vermittelt wurde, tatsächlich wahr? Kann man den offiziellen Verlautbarungen der Regierung und Medien rückhaltlos glauben? Oder ist vielleicht vieles ganz anders abgelaufen…?   Herr der eigenen Sinne und Manipulation der Gedanken Der Hauptkrieg findet in euren Köpfen statt. Television – ‚“tele“ oder „telum“ (lat., Fernwaffe, die Wurfgeschosse) und „visio“ (Erscheinung, Abbild). Also Fernwaffen-Erscheinung. Andere sagen, das Gerät heiße eigentlich Elektro-Heim-Synagoge. Der 30. April 1939 ist kein Datum, das in unseren Geschichtsbüchern … Weiterlesen   Da steckt keine Verschwörungsgeschichte hinter: Ein Debakel reiht sich an das nächste. Sie ermorden MILLIONEN von Menschen und die Welt schaut zu! Weil wir kennen die, die diese Verbrechen begangen haben und lassen es zu, das sie tagtäglich neue begehen. Nun schauen wir mal, auf den Yinon-Plan, der israelische Plan zur Neuordnung des Nahen und Mittleren Ostens an. Der zionistische Apartheidstaat Israel, möchte wie immer schon, seine blutigen Hände in Unschuld waschen. Ironie off. Und Bin Laden reloaded steht schon, mit dem Debakel in Afganistan in den Startlöcher. Hier mal schauen Thema Afghanistan: Und wie man, mit militärischer Macht, die Mohnfelder bewacht! Vorab schauen wir uns mal die Karte von Afghanistan an. Dieses Land grenzt an den Iran, Turkmenistan, Usbekistan, Tadschikistan, China, Indien und hauptsächlich an Pakistan. Kabul befindet sich in der Nähe von Pakistan. Und es gibt Konzentrationen von Flüchtlingen. Drei … Weiterlesen

Thema Verschwörungstheorien „Wer andere Menschen als Verschwörungstheoretiker bezeichnet, der nimmt für sich den Anspruch der Wahrheit in Kauf. Wenn einer den Anspruch der Wahrheit für sich in Kauf nimmt, dann outet er sich der Tyrannei. Weil er in dem Moment nicht mehr … Weiterlesen

Gehirnwäsche durch Programmierung Täglich wirkt die Gehirnwäsche durch die Lügenmedien bei sehr großen Teilen der Bevölkerung. Und dies inzwischen weltweit. Nur wenige durchschauen jede Nachricht und erkennen dahinter die Lügenmärchen des Systems. Irgendwann ist man es leid, täglich die Lügen und Verdrehungen der … Weiterlesen

Bombendemokratie „Made in USA“ Das Land, das vorgibt, der Welt Frieden, Freiheit und Demokratie zu bringen, brachte wie kein anderes Krieg, Terror, Diktaturen, Tod und Zerstörung, nahezu pausenlos, bis heute: Die Liste der „219 Kriege in 230 Jahren“ der USA 1. 1775-1783 Revolutionskrieg gegen … Weiterlesen

Mich gibt es nun auch auf Telegram zu finden

Momentan habe ich da vorerst nur, ein Begrüßungsvideo hochgeladen- Germanenherz sagt: Gehe deinen Weg denn die Welt ist immer noch schön . Später kommt da mehr. Ach ja, das Teil hatte ich damals auf meinem Google Blog und Tataka Blog als Hintergrundaudio laufen. Den Text zum Video gibt es hier, der passt bei Telegram irgendwie nicht unter dem Video, https://t.me/TotoGermanenherz/6

Geh deinen Weg ruhig mitten in Lärm und Hast und wisse welchen Frieden die Stille schenken mag
Steh mit allen auf gutem Fuße wenn es geht, aber gib dich selber nicht auf dabei
Sag deine Wahrheit immer ruhig und klar und hör auch die anderen an
Selbst die Unwissenden, Dummen – auch sie haben ihre Geschichte
Laute und zänkische Menschen meide, sie sind eine Plage für dein Gemüt
Wenn du dich selbst mit anderen vergleichen willst, wisse dass Eitelkeit und Bitterkeit dich erwarten
Denn es wird immer größere und geringere Menschen geben als dich
Freu dich an deinen Erfolgen und Plänen – Strebe wohl danach weiterzukommen
Doch bleibe bescheiden, das ist ein guter Besitz im wechselnden Glück des Lebens
Übe dich in Vorsicht bei deinen Geschäften, die Welt ist voll Tricks und Betrug
Aber werde nicht blind für das, was dir an Tugend begegnet
Sei du selber, vor allem, heuchle keine Zuneigung wo du sie nicht spürst
Doch denke nicht verächtlich von der Liebe, wo sie sich wieder regt
Sie erfährt so viel Entzauberung, erträgt so viel Dürre
Und wächst doch voller Ausdauer immer neu – wie das Gras
Nimm den Ratschluss deiner Jahre mit Freundlichkeit an
Und gib deine Jugend mit Anmut zurück, wenn sie endet
Pflege die Kräfte des Gemüts, damit es dich schützen kann, wenn Unglück dich trifft
Aber überfordere Dich nicht durch Wunschträume
Viele Ängste entstehen durch Enttäuschung und Verlorenheit
Erwarte eine heilsame Selbstbeherrschung von dir
Im Übrigen aber sei freundlich und sanft zu dir selbst
Du bist ein Kind der Schöpfung, nicht weniger wie die Bäume und Sterne es sind
Du hast ein Recht darauf hier zu sein und ob du es merkst oder nicht
Ohne Zweifel entfaltet sich die Schöpfung so, wie sie es soll
Lebe in Frieden mit Gott wie du ihn jetzt für dich begreifst
Und was auch immer deine Mühen und Träume sind in der lärmenden Verwirrung des Lebens
Halte Frieden mit deiner eigenen Seele – mit all ihrem Trug, ihrer Plackerei
Und ihren zerronnenen Träumen – Die Welt ist immer noch schön!

Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Wer stetig lügt und falsches spricht, der gebraucht da gern ein fremd Gesicht. Befasst euch mit dem Esausegen. Die Lügenmacht ist längst allumfassend und kann nur mehr mit diesem Teil aus ihrem eigenen Glauben gebrochen werden. Deutschland ist EDOM Und somit ESSAU Der BETROGENE BRUDER von dem BETRÜGER JAKOB Die Welt ist von 3 Betrügern irregeführt worden: Moses, Jesus und Mohammed.
Vatikan: (Kaballa – Der Sefirot-Baum)

Allvater…. Runa .. (Yggdrasil Göttlicher  Weltenbaum)Textknechtschaften, und mein Staufengebölke von T. Haas von Preußen.
Unsere Krone ging verloren.  Aber, ihr werdet sehen, es geht auch ohne Kreuz und Krone. Unser GOTT wohnt im Herzen – nicht im Vatikan! Wahrlich ich sage Euch, der Schöpfer vom Himmel und der Erde kennt keine Kirchen noch irgend welche Sekten mit ihren Lügen-Märchenbüchern. Wendet Euch ab von diesem Unsinn, welches nur Unheil über die Menschen gebracht hat. Großartige Dinge sind niemals, aus der Komfortzonen entstanden. Wir werden „GEMEINSAMals Diener des Staates, etwas ganz Neues aufbauen. Wenn . . . wir ein Volk sind. Wir haben nur die eine Chance „Gemeinsam“ Erst wenn wir, das Volk, uns gemeinsam unsere Macht und Verantwortung zurückholen, kann und wird sich was ändern. Wir müssen unsere Kräfte bündeln. Wir müssen uns schnellstens Vereinigen. Das ist kein Spaß !!! 

Weltweiter Migrationsvertrag als Verpflichtung bei Doppelmoral im Vatikan: Papst feiert Migrationspakt – wollte Vertrag aber selbst nicht unterschreiben

 Der Vatikan hat vor den Vereinten Nationen in New York erneut zur Aufnahme und zum Schutz von Migranten aufgerufen. Besondere Erwartungen setzte er in den geplanten UN-Migrationspakt, sagte Erzbischof Bernardito Auza, Ständiger Beobachter des Heiligen Stuhls bei den UN, am Freitag zum Abschluss der Beratungen über das Abkommen.

 Der weltweite Migrationsvertrag werde es für Staaten, die Zivilgesellschaft und jeden Einzelnen schwieriger machen, die Probleme Betroffener zu ignorieren und der gemeinsamen Verantwortung ihnen gegenüber nicht nachzukommen.
Der Entwurf für den „Global Compact For Migration“ wurde am Freitag in der UN-Vollversammlung in New York beschlossen. Die USA sind nicht an den Verhandlungen beteiligt, auch Ungarn sieht den Vertragstext kritisch. Hauptanliegen des rechtlich nicht bindenden Dokumentes ist eine bessere Organisation der weltweiten Flüchtlings- und Migrantenströme. Es soll im Dezember im marokkanischen Marrakesch offiziell angenommen werden. Hier schauen  https://www.vaticannews.va/de/vatikan/news/2018-07/vatikan-uno-global-compact-for-migration-auza.html
Bischof offenbart: Hinter den Kulissen wurde die Ausrottung der Europäer beschlossen
Ein Plan zur Untergrabung der ethnischen und religiösen Identität Europas. Bischof Athanasius Schneider startet den Weckruf an alle Christen.

Ein Plan, sagt er, sei „lange vorbereitet“. Er hat mit dem Journalisten Bozi darüber gesprochen, aber er sollte auch mit Bergoglio sprechen.
„Das Phänomen der sogenannten“ Einwanderung „ist ein Plan, der von internationalen Mächten für lange Zeit inszeniert und vorbereitet wurde, um die christliche und nationale Identität der Völker Europas radikal zu verändern . Diese Mächte nutzen das enorme moralische Potenzial der Kirche und ihre Strukturen, um ihr antichristliches und antieuropäisches Ziel wirksamer zu erreichen. Zu diesem Zweck wird der wahre Begriff des Humanismus und sogar das christliche Gebot der Nächstenliebe missbraucht „.

Verstehst du? Er spricht vom Kalergi-Plan. Es ist kein Zufall, dass Bergoglio, ebenso wie Merkel, vor einiger Zeit mit dem gleichnamigen Preis ausgezeichnet wurde. Die Kirche ist zu einem bewussten oder unbewussten Instrument des großen Plans der ethnischen Substitution geworden.

Das heuchlerische Dokument für die menschliche Brüderlichkeit

Die Wahrheit wird von denen Unterdrückt , die viel zu Verbergen und zu Verlieren haben ! Vor allem was die wahren Strukturen im Hintergrund und die Tatsächlichen Machtgefüge Betreffen. Im Römerbrief wirft Paulus den Juden vor, das sie schnell dabei sind „Blut zu Vergießen“, dass sie zu nichts gutem taugen und das auf ihren Wegen „Verderben und Unheil“ ist. Das jetzige Christentum fußt auf deren vor 2000 Jahren geschaffenen Gründungsfigur des heiligen Bartholomäus Baphomet. Als Astaroth transformierte weibliche babylonische Göttin Ištar, die erst zur westsemitischen Göttin Astarte wurde in Berlin ein Tempel gestellt, der Flughafen, hat auch damit was zu tun. Das richtige Christentum ist um einiges Älter. Hier mal schauen  Die christliche Lehre kam aus dem Norden  Was wär‘ ein Gott, der nur von außen stieße, Im Kreis das All am Finger laufen ließe! Ihm ziemt’s, die Welt im Innern zu bewegen, Natur in sich, sich in Natur zu hegen, So daß, was in ihm lebt und … Weiterlesen

Die alten Blutlinien der europäischen Königshäuser und der von ihnen kreierte Vatikan, wollten von Anfang an, die Weltherrschaft über die von Ihnen ausgeraubten, unterjochten und versklavten Völker dieser Erde. Die, die damals behaupteten sie hätten Drachenblut, sind die, die uns schon sehr oft an Fremdmächte verkauft haben. Momentan im aktuellen Weltgeschehen sehr aktiv im Einsatz. Deren Pläne sind Uralt und ganz einfach zu durchschauen. Wer darüber, die Wahrheit schreibt und spricht, muß vor ein Scheingericht.

ergänzend :  Bei der Invasion des Irak wurden mehr als 5 Billionen Dollar an Gold und Öl gestohlen.

Denken Sie daran, dass Saddam keine Massenvernichtungswaffen besaß und nicht am 11. September beteiligt war, aber der Reichtum seines Landes wurde geplündert. Dann gingen sie nach Afghanistan, um die Mohnfelder und die Lithiumminen gewaltsam zu sichern, nachdem die Taliban den ganzen Mohn zerstört hatten. Danach gingen sie und töteten Gaddafi in Libyen, um die Kontrolle über seine mehr als 22 Tonnen Gold, die 30 Billionen mehr Ölpipeline, die Afrika wiederbelebt hätte, und die Diamanten, Silber und andere Lagerstätten zu gewinnen. Überall auf der Welt gibt es Krieg und Genozid für Gold, Öl, Drogen und andere natürliche Ressourcen und alles ist für die Rothschilds, den Vatikan, Könige und Banker, jedoch behaupten sie, dass wir Milliarden den gleichen Familien schulden, die alles gestohlen haben, habe alle Länder geplündert!

Die Kreuzzüge

Germanenherz Die ChristianisierungJeder zugefügte Schaden muss gleichem Maße beglichen werden. Ob nun, Christ, Moslem oder Jude. Sie werden noch dieses Jahr 2018 für ihre Schandtaten, an Mensch, Natur und Tierwelt zahlen. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule, Seele um Seele.  So steht es geschrieben, so soll es geschehen!

Der Reichtum der Kirche ist Blutgeld

Das leise Sterben unserer Volksfeste

Die Suche nach Sündenböcken für politische Misswirtschaft ist von allen Jagdarten, die hinterhältigste. Corona-Wahn ohne Ende.

Der MAULKORB-TRÄGER lacht über den „ALUHUT-TRÄGER“ und wartet auf die „rettende“ IMPFUNG

Das Grummeln wird lauter, das „Grundrauschen“, wie die Verfassungsschützer es nennen. Nicht einfach ein Unmut, wie er nach den Wochen drastischer Einschränkungen allseits erwartet worden ist. Vielmehr ein grundsätzlicher Verdacht, dass die Politik, die die deutsche Regierung und ein Großteil der Regierungen der Welt ergriffen haben, nicht die notwendige Gefahrenabwehr ist, als die sie sich ausgibt. Sondern dass in Wahrheit etwas ganz anderes dahinter steckt, etwas Dunkles, über das die verschiedensten Vermutungen kursieren, die aber alle in einem übereinkommen: Es ist eine Verschwörung gegen das Volk, ein Coup gegen die Demokratie.“

Die politisch und medial aufgepumpte Corona-Pandemie, bedroht nun auch unsere Volksfeste. Die Volksfeste sind nicht wegen Corona geschlossen, sondern weil man befürchtet, dass sich dort der Widerstand organisieren könnte…

Beltanefest Wahl-Burg-Nacht – “Walpurgis-Nacht”

sommersonnenwende

Das Bestiefeltest ist der zweite Höhepunkt des keltischen Jahreskreises. Beltane wird in der Nacht zum und am 1. Mai gefeiert. Beltane war wie viele ähnliche Feste ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest, es gehört zu den sogenannten Feuerfesten. Es steht für das Neuerwachen … Weiterlesen 

Es verschwinden immer mehr Veranstaltungen und machen damit, die Deutsche Kultur um eine Attraktion ärmer! Cui bono? Wem zum Vorteil? 

Nächste Absage: Liebe Haithabu-Fans, schweren Herzens müssen wir aufgrund der Corona-Pandemie den Sommermarkt und die Herbstmesse in Haithabu für dieses Jahr (2020) absagen. Wir haben alle großen Märkte für dieses Jahr abgesagt. Konkret: den Gottorfer Landmarkt (17. Mai), den Sommermarkt im Wikinger Museum Haithabu (9. bis 12. Juli), den Herbstmarkt im Freilichtmuseum Molfsee (3. bis 11. Oktober) und die Wikinger-Herbstmesse in Haithabu (31. Oktober/1. November). All diese Veranstaltungen ziehen jedes Jahr tausende Besucher an. Eine unbeschwerte Umsetzung ist vor dem Hintergrund notwendiger Sicherheitsauflagen und Hygienevorschriften nicht möglich und auch nicht zu verantworten. Zudem möchten wir unsere zahlreichen Aussteller und Partner nicht weiter im Unklaren lassen. Wir bitten um Ihr Verständnis! Mehr über unsere Gründe sowie alle aktuellen Infos, wie es bei uns weiter geht, erfahrt ihr hier: https://landesmuseen.sh/de/coronavirus?fbclid=IwAR3lMqECvle74FI9YkDXEl_kfZ8AGYkTWEgVBNbqGwCTbHcBdPpAqNeiI7IViking_Toto_Germanenherz

 Sie wollen alle (Natur) Völker & Kulturen die sich über tausende von Jahren entwickelt haben zersetzen und auflösen. Denn eine Gesellschaft die keine richtigen Wurzeln mehr hat, neigt zu sinnlosem Konsum und ist leichter vom Staat und Religionen zu kontrollieren. Sie haben die meisten Völker und Kulturen zersetzt.
Ach ja, die Rammeldarmfeien unserer orientalischen, frauenunterdrückenden Mitbürger dürfen „trotz Corona“ gefeiert werden. 🙂 🙂 🙂 Habt ihr es noch immer nicht begriffen ? Hier soll dem Islam der Weg bereitet werden. Keine Volksfeste, folglich kein Alkohol, Keine Großveranstaltungen, folglich keine Weihnachts und Christmärkte. Sind die Schausteller und Schankwirte erst mal pleite, dann können die nach der sogenannten,,Pandemie,,auch nicht wiederkommen, es gibt sie bzw ihre Geschäfte nicht mehr. So einfach geht das ! Es wird deutsche bzw europäische Kultur unter einem Vorwand ( Corona) kaputt gemacht. Der homophobe, türkische Sultan Erdogan und Diyanet-Präsident Ali Erbas sagten, die Homosexualität sei für den Corona-Ausbruch verantwortlich. Nach seiner These, kennen wir jetzt die Gründungsväter von Corona.  🙂 🙂 🙂

 Religionskritik und virtueller Onlinegedankenaustausch

Damit es nicht vergessen wird – Dresden am 13./14./15. Februar 1945

Eine Rose für mein Deutschland

Von „Befreiung“ ist die Rede, von „Frieden“ und „Recht“. Doch hatten die Besatzungstruppen im Frühjahr 1945 tatsächlich Demokratie, Humanität und Friedfertigkeit im Marschgepäck? Über 70 Jahre nach Kriegsende wird es Zeit, nach verdrängten historischen Fakten zu fragen. Denn Wahrheit ist immer das Ganze, sie ist nicht teilbar und die Voraussetzung für Gerechtigkeit. Und Erinnern darf nie einseitig und unvollständig sein!

Warum man die Deutschen schon immer ausrotten will, hängt mit der Kirche und Vatican eng zusammen, in Dresden waren es damals über 500.000 in den Flammen.

NICHT NUR DRESDEN, sondern auch:
Aachen, Allgäu, Anklam, Aschaffenburg, Attendorn, Augsburg, Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Bamberg, Barmen, Bautzen, Bayreuth, Berchtesgaden, Berlin, Bielefeld, Bingen, Bitburg, Bremen, Bremerhaven, Breslau, Bruchköbel, Brühl, Castrop Rauxel, Chemnitz. Colberg, Cottbus, Cuxhaven, Danzig, Darmstadt, Datteln, Dessau, Dillenburg, Dollbergen, Donauwörth, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Dülmen, Düren, Düsseldorf, Eilenburg, Eisenach, Eisleben, Elbing, Ellingen, Elmshorn, Emden, Emmerich, Erfurt, Erkelenz, Essen, Eschweiler, Essen, Euskirchen, Flensburg, Frankfurt 1, Frankfurt 2, Freudenstädt, Friedrichshafen, Freiberg, Freiburg, Fulda, Geilenkirchen, Gelsenkirchen, Gera, Gey, Gladbach, Gotha, Göttingen, Graz, Grötzingen, Gubin, Hagen, Halberstadt, Halle, Hamburg, Hamich, Helgoland, Herne, Hildescheim, Homberg, Hückelhoven, Hürtgen, Immenstadt, Ingolstadt, Innsbruck, Isny, Itzehoe, Jena, Jülich, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kärnten, Kassel, Kempten, Kiel, Kleve, Koblenz, Köln, Königsberg, Krefeld, Landau/Pfalz, Landshut, Langerwehe, Leverkusen, Leipzig, Lenne, Linz, Lübeck, Ludwigshafen, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg, Meerbeck, Meiningen, Memmingen, Minden, Moers, Mühldorf am Inn Mülheim, München, Münster, Neumünster, Naumburg, Neuss, Neustrelitz, Neuwied, Nordhausen, Nürnberg, Olpe, Osnabrück, Ottbergen, Paderborn, Pforzheim, Pirmasens, Plauen, Potsdam, Prenzlau, Prüm, Rathenow, Recklinghausen, Regensburg, Remscheid, Reutlingen, Ronsdorf, Rositz, Rostock, Rothenburg, Saarbrücken, Saarlautern, Salzburg, Schmalkalden, Schwandorf, Schwäbisch Hall, Schweinfurt, Siegen, Soest, Solingen, Sonneberg, Sonthofen, Staubling, Stettin, Stralsund, Torgau, Tilsit, Tirol, Treuenbrietzen, Trier, Ulm, Vienna, Waldenburg, Weimar, Weisweiler, Wesel, Wetzlar, Wiesbaden, Wilhelmshaven, Wismar, Witten-Stockum, Wittenberg, Worms, Wupperfeld, Wuppertal, Würzburg, Xanten, Zeitz, Zerbst, Zülpich, Zweibrücken ……. über 1000 deutsche Städte und Dörfer wurden bombardiert! 13 Mio Zivilisten , 12 Mio Heimatvertriebene die nie im Westen ankamen , 11 Millionen Soldaten usw. usw. usw.

Zitat CHURCHILL – VOR dem ANGRIFF auf DRESDEN- zu den PILOTEN:
„Mich interessieren nicht irgendwelche militärischen Ziele in der Umgebung von Dresden – mich interessiert, wie wir in Dresden die FLÜCHTLINGE aus Breslau BRATEN können.“

An alle Selbsthassender und Geschichtsfälscher „Deutscher“ der offiziellen neo-Marxistisches BRD-Geschichtsdoktrin : Ihr habt auch uns befreit, natürlich – befreit von der Wahrheit und der schönsten und erhabensten Zeit, die Deutschland je erleben durfte. Ihr habt uns befreit von unserer Unschuld und habt dafür die Schuld in unsere Gehirne gebrannt. Eine Schuld, die uns nicht trifft. Ihr habt in einer Nacht 600.000 Menschen bei lebendigem Leibe „gebraten“ – weil IHR sie „braten“ sehen wolltet. Das hatte nichts mit Krieg zu tun. Ihr sorgt heute dafür, dass aus diesen 500.000 Menschen nur noch 25.000 werden. In anderen Städten waren es 100.000 oder 50.000. Alle habt ihr sie „gebraten“. Ihr verbietet uns auf euren Leichenfeldern, die ihr hinterlassen habt und auf denen hunderttausende von toten deutschen Gebeinen liegen und ständig noch von deutschen Bauern beim Pflügen hervorgeholt werden zu graben, damit die Welt eure Verbrechen nicht erfährt. Doch die Welt kennt eure Verbrechen schon längst. Ihr könnt das nicht verhindern.

Fangen wir an, mit Luftangriffe auf Dresden am 13./14./15. Februar 1945 Im Zuge der am 14. Februar 1942 erlassenen „Area Bombing Directive“, der direkten Anweisung des britischen Luftfahrtministeriums zum Flächenbombardement, flogen zwischen dem 13. und 15. Februar 1945 britische und amerikanische Luftstreitkräfte vier Angriffswellen gegen die sächsische Kunst- und Kulturstadt Dresden.Bereits während der ersten beiden Angriffswellen, 22:03 Uhr sowie 1:23 Uhr, in der Nacht vom 13. zum 14. Februar 1945, warfen 773 britische Bomber eine Bombenlast von 2400 Tonnen über Dresden ab. Binnen weniger Minuten wurde die Altstadt in Brand gesetzt.

Beide Bombardements umfassten ein Gebiet von 15 Quadratkilometern. Bei den darauf folgenden Tagesangriffen amerikanischer Luftstreitkräfte am 14. und 15. Februar brachten insgesamt mehr als 500 Bomber, begleitet von bis zu 200 Jägern, mit dem Abwurf einer Bombenlast von 1234 Tonnen abermals Tod und Verderben über die geschundene Elbestadt.Unter der Führung von Sir Arthur Travers Harris wurden von der Royal Air Force (RAF) zahlreiche deutsche Städte schwer zerstört, so etwa Hamburg (Juli/August 1943), Braunschweig (15. Oktober 1944), Magdeburg (16. Januar 1945), Dresden (13. – 15. Februar 1945), Pforzheim (23. Februar 1945), Mainz (27. Februar 1945), Würzburg (16. März 1945) und Hildesheim (22. März 1945). Der seit Februar 1942 Oberkommandierende des Bomber Command der RAF war ein glühender Verfechter des so genannten „Moral Bombing“, also dem Flächenbombardement um die Moral und den Widerstandswillen der deutschen Bevölkerung zu brechen.

Dass dies auch ganz bewusst die Vernichtung ziviler Ziele einbezog verdeutlicht ein Zitat des RAF-Stabschefs, ab 1944 Marschall der Royal Air Force und ebenfalls Verfechter der Flächenangriffsstrategie, Sir Charles Portal. „Ich nehme an, dass klar ist, dass die Ziele bebaute Gebiete und nicht z. B. Schiffswerften oder Flugzeugwerke lt. Anhang A sein werden. Dies muss jedem klargemacht werden, falls es noch nicht so verstanden worden ist.“ 13.02., lasst Uns zum 76. Jahrestag des Bomben-Infernos von Dresden für die unschuldigen Opfer beten und gedenken.

 Buchempfehlung zum Thema: Der Untergang Dresdens von David Irving
Das Schicksal von Dresden ist der Höhepunkt des Menschheitsverbrechens des Luftkriegs, das Roosevelt, Churchill und deren Helfershelfer zwischen 1940 und 1945 über das deutsche Volk gebracht haben. Zehntausende von Flüchtlingen aus Schlesien befanden sich in der alten sächsischen Residenzstadt, als in der Nacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 Bomben und Phosphor vom Himmel fielen und einen verheerenden Feuersturm entfachten. Irving zeichnet die zynischen Entscheidungen von Churchill und seinem Luftkriegsmassenmörder Marschall Artur Harris in London minutiös nach und beweist, daß die Vernichtung der Stadt Dresden, ihrer Bewohner und der dort Schutz suchenden Flüchtlinge, aber auch der bedeutenden Kunstschätze, beileibe kein Betriebsunfall der Geschichte, sondern eiskaltes Kalkül war.
https://germanenherz.files.wordpress.com/…/david-irving-der…

ergänzend
(Nach dem Bericht eines Augenzeugen.)
Auf Rädern, Hufen, Achsen kriecht ein Wurm.
In Abertausend Wagen, Kutschen, Karren
Kommt’s angekreucht, gekrochen und gefahren –
einhergetrieben vor dem großen Sturm.

Die Elbestadt nimmt all die Menschen auf!
Sie lagern sich in Straßen, Plätzen, Gärten,
mit Kindern, Karren, Kochgeschirr und Pferden.

Aus kleinen Feuern sickert feiner Rauch.
Um jede Stunde, um Hügel und Rain
ringen fern indessen deutsche Soldaten,
die Frist zu erkaufen im Feuerschein
der Schlacht, die da giert nach Tod und nach Taten.

Der Fliehenden aber lauert schon Kain.
Am Himmel nahen schon düstere Schatten.
Da heulen plötzlich die Sirenen auf!
Doch sinnlos scheint ihr Jammern dieser Stätte.
Im Schoß der Kirchen und der Lazarette
nimmt gnadenlos das Schicksal seinen Lauf.

Dröhnt nicht im Westen jetzt ein fremder Laut?
Klingt weit und ferne nicht ein leises Summen?
Schon schwillt es an zu bösem, lautem Brummen,
das, wachsend, sich zu wildem Tosen staut.

Das größte Heer, das je am Himmel zog, –
die Flotte der „Vereinten Nationen“ –,
trat an zum Morde an Zivilpersonen,
da es die Elbe brausend überflog.

Vom Himmel hoch, da heulen nun herab
Brandbomben tausendfach und sausen nieder,
und drüber hin, auf silbernem Gefieder,
kreist kalt der Mörder, der das Nest zertrat.

Ein qualvoll Stöhnen später: „Dresden brennt!“
Da taumeln Häuserzeilen hin wie Plunder,
und Phosphor sprüht, und Stein verglüht wie Zunder!
Es wankt die Erde und das Firmament.
An Hunderttausend sterben in der Wucht
des ersten Schlages noch an Ort und Stelle.

Doch angebrandet kommt die nächste Welle
und trifft ins Herz der wüsten, irren Flucht.
Der Ordnung unsichtbarer Zügel reißt:
Da jagen Rosse, die zerfetzten Stränge
mit nach sich reißend, in die Menschenmenge,
die eilt und rast und doch kein Ziel mehr weiß.
Vom Bombenbersten ist die Luft durchgellt.
In Panik tobt die Masse durch die Straßen,
verbrannt, verstümmelt über alle Maßen,
und trampelt nieder, was da strauchelnd fällt.
Der Kinder blondes Haar wird schwarzer Staub,
und blaue Augen schmelzen aus den Höhlen.
Gedankenschnell verkohlen und verschwelen
der Menschen Häupter in der Hitze Raub.
Es stellte sich dem siedenden Orkan
die Feuerwehr der Stadt getreu entgegen.
Vierhundert Männer wagten drum ihr Leben!

Sie sind gefallen bis auf einen Mann.
Nach seiner Puppe flennt ein kleines Kind,
in einem Hausflur steht’s, verirrt, vergessen,
begreift nichts mehr und kann noch nichts ermessen,
und seine Augen sind vor Tränen blind.
Bald brennen Häuser, Bäume und Asphalt,
die ganze Stadt scheint schon ein Raub der Flammen,
und Menschen brennen, hilflos, jung und alt,
und in den weiten, öden Himmel bahnen –
aus Qualm und Asche, riesig von Gestalt –
den Weg sich kriechend schwarze, zähe Fahnen.
Indessen Phosphor auf sie niederspritzt,
da folgten hunderttausend einem Rufe
und stürzten rasend nun hinaus zum Flusse.

„Zur Elbe“, gellt es, „dort sind wir geschützt!“
Da drängen Löwen in der Kinder Lauf!

Es brennt der Zoo, es barst das Raubgehege,
und Tier und Menschen folgen einem Wege,
denn Qualm und Tod hebt alle Schranken auf.
Die sich gerettet wähnen auf dem Feld,
hat längst der Mörder aus der Luft gesichtet,
und schnelle Jäger haben bald gerichtet
die Fliehenden und um die Flucht geprellt.
Vom Feuerscheine ist der Strom umloht.
Die Silbervögel stürzen immer wieder
auf dieses Meer von Weibern, Kindern nieder,
und Bordgeschütze spenden reichen Tod.
Hoch über allem Tosen steht ein Schrei
aus hunderttausend Kinderkehlen: „Mutter!“

Doch längst sind sie schon zu Kanonenfutter
verdammt und hingemäht wie dürre Spreu.
Und Mütter schreien, herzzerreißend, wild,
nach Hans und Gretchen, Walter, Fritz und Liese.
Fort fährt das Morden auf der großen Wiese,
wo Blut in Bächen auf den Rasen quillt.
Da werfen Frauen schirmend ihren Leib
zehntausenfach – gehorchend dunklen Trieben,
im Wahn, zu retten – über ihre Lieben!

Den Heldentod stirbt hier das deutsche Weib.
Des Reiches Untergang, des Führers Fall,
der nahe Sturz der ringenden Armeen
genügte nicht! Der Mütter Höllenqual,
das letzte Schluchzen deutscher Kinderseelen,
das unersättlich hier der Feind befahl,
mag fürderhin sein Mordgesicht erhellen.
Im Herz des Feuers viele tausend Grad,
erklimmt des Flächenbrandes wildes Glühen,
und senkrecht rasend in den Himmel fliehen
verglühte Lüfte einen roten Pfad.

Das Maul des Feuers giert nach neuem Fraß,
und unersättlich reißt es nah am Boden
Gebirge frischer Luft in seinen Odem,
herbei sich schlürfend ohne Unterlaß.
So stiehlt ein fremder Mörder sich zum Raub:

Wie ein Geschoß prescht durch die Schlucht der Straßen
der Feuersog, um Mensch und Roß zu fassen,
und fegt sie mit wie Herbstwind morsches Laub.
Es krabbelt jetzt in wilder, toller Hast
ein Meer von Menschen abwärts in die Keller.
Der heiße Tod jedoch ist heute schneller:
Die Atemluft wird sacht von ihm verpraßt!

Man findet später sie – wie unversehrt
und kaum berührt von Feuertodes Fängen –
aufrecht in vollgepferchten Kellergängen,
die Münder aufgesperrt, den Blick verstört.
Im Stehen sind ganz langsam sie erstickt!

Da war nicht Raum, um sterbend hinzusacken,
und angeklammert an der Mütter Nacken,
da hängen Kinder, frisch vom Tod gepflückt.
Die geile Zunge hat die Feuersbrunst
nach der Geburtenklinik nun gestreckt:

Hochschwangere Frauen, auf den Tod erschreckt,
die tauchen, halbnackt, auf aus Qualm und Dunst.
Da regt sich Leben, längst verdammt zum Tod.
Es kreißen kniend – gleich an Ort und Stelle –
vereinzelt Weiber in der Flammenhölle
gebären Kinder, winzig, naß und rot.

Sie hasten weiter mit der zarten Brut,
doch Frost und Hitze kennen kein Erbarmen:
Erfror’ne Neugebor’ne in den Armen –
so sterben Mütter in der Flammenglut!

Da – wieder taumelt eine aus der Spur!
Ein Spritzer Phosphor schlug ihr tiefe Wunden.
Dem Kind im Arme ist sie noch verbunden
im Todeskampfe durch die Nabelschnur.

Das Lächeln, das wir liebten, das Gesicht,
was Väter, Brüder, Söhne heilig wähnten,
zermalmt, zertreten unter Feuerbränden,
erdrückt vom Schutt, der prasselnd niederbricht.
Jetzt birst das Lazarett im Bombenschlag,
und tausend Krüppel humpeln, hasten, kriechen!

Am Rücken schleppt ein Blinder einen Siechen,
der ihm den Weg weist nach dem Jüngsten Tag!
So wie die Wespen aus versengtem Nest,
so quellen Kriegsversehrte aus den Fenstern
und krabbeln, hüpfen, tanzen, gleich Gespenstern,
mit blut’gen Stümpfen auf das wüste Fest.

Als sie die Feuerwand rundum umbuhlt,
da wird ihr Zucken, Drängen, Trachten leiser,
das erst verstummt, als sich der Brand schon heiser
grollend als Sieger auf der Walstatt suhlt.
Zur selben Zeit, zum Schloßteich auf dem Platz,
da drängen Menschen her aus allen Gassen.
Ins Wasser taumeln sie in dichten Massen,
gejagt, gepeinigt von des Feuers Hatz.

Sie suchen Kühlung der verschorften Haut, –
doch Phosphorbrand, den kann kein Wasser dämpfen.
An hebt ein Ringen, Drängen und ein Kämpfen,
und Weiberschreie gellen irr und laut.
Es füllt der Teich sich quellend bis zum Rand.
Die untersten zerquetscht, zerdrückt ertrunken,
die oben schon erstickt im Sturm der Funken,
und um den Riesenkochtopf brüllt der Brand.

Ein Dutzend Kilometer im Quadrat,
des heißen Brand’ und Tod’ zuletzt ihr eigen.
Wo noch vor Stunden eine deutsche Stadt,
da schwelen Trümmer, und Ruinen zeigen
aufwärts zum Tor, durch das der Mörder trat,
und klagen an als schamhaft stumme Zeugen.
Ringsum das Tagwerk grauenhafter Wut:
Verschmorte Kinder an verkohlten Brüsten, –
verrenkt ein Meer von Gliedern, Schultern, Hüften –,
gegart, gesotten in gekochtem Blut.
Noch viele Tage hat’s geglost, geschwelt
hier auf dem Schlachtfeld, nach dem großen Brennen.

Unstillbar aber blieben Schmerz und Tränen
für alle jene, die der Tod verfehlt.
Warum sie alle, fragt ihr, tot und stumm?
Warum die Jugend Deutschlands hier getötet?
Weil Deutsch die Sprache, in der sie gebetet,
drum hat man sie gemordet! Nur darum!
Nicht um den Glauben ging’s in diesem Krieg:
Aus zog die Welt im Schatten edler Fahnen, –
doch Neid war es und Mißgunst, was sie trieb.

Da sie dem Reiche Raum und Einheit nahmen,
schlug Kain den Abel, und der Mörder Sieg
trägt tief im Schoß der Rache eis’nen Samen.
Als tags darauf, mit ruhig festem Schritt,
getreu der Pflicht und voller bangem Ahnen,
die Bergungstrupps aus der Umgebung kamen,
hielt ich als Kriegsversehrter mühsam Schritt.

Da lag ein Heer von Leichen hingestreut,
umarmend sich im Tode, Kinder, Frauen,
und ich, bestellt – ein Zeuge all des Grauen –
ihr Grab zu schaufeln, lange vor der Zeit.
Gekommen war ich in der Locken Blond,
doch meine Jugend brach! Brach nicht am Tode,
sondern am Leide, das der Tod verschont.
Weiß ward mein Haar, als ich dem Aufgebote
endlich entrann und wieder heim – zur Front –
und vor den Feind kam, der von Osten drohte.

Wie Roosevelts Mordquartett: Wie Henry J. Morgenthau, Theodore N. Kaufmann, Louis Nizer und Earnest A. Hooton, die sich zum Massenmord am deutschen Volk verschworen haben.

Dresden am 13./14./15. Februar 1945

„[…] Die einzigen guten Deutschen sind die toten Deutschen; lasst jetzt die Bomben auf Deutschland regnen.“

(1942, der Jude Lord Vansittart, Apostel des Hasses, in “Neuf mois au gouvernment” – La Table Ronde, 1948)

„Unser eigentliches Ziel waren immer die Innenstädte. Die Zerstörung von Industrieanlagen erschien uns stets als eine Art Sonderprämie“

(Arthur Bomber-Harris)

Prolog: Eine der großen Geschichtslügen, die Deutschen hätten mit dem Luftterror begonnen, ist historisch schon lange widerlegt. Bereits 1939 erfolgten sieben Luftangriffe der RAF auf Nordwestdeutschland. Am 10./11. Mai 1940 wurde die Innenstadt von Mönchengladbach angegriffen. Entgegen dem Völkerrecht  wurden danach auf Befehl der Kriegsverbrecher Churchill, Roosevelt, Stalin und Konsorten durch den alliierten Bombenterror gezielt die Wohnbezirke aller deutschen Städte mit 50.000 und mehr Einwohnern in Schutt und Asche gelegt; unersetzliche Kulturgüter geplant vernichtet und etwa 1 Million Zivilisten grausam ermordet, darunter über 54.000 Kinder unter 14 Jahren.

„[…] ich will nicht den Kampf gegen Frauen und Kinder führen. Ich habe meiner Luftwaffe den Auftrag gegeben, sich auf militärische Objekte bei ihren Angriffen zu beschränken“

(Adolf Hitler in seiner Rede vor dem Reichstag am 1. September 1939)

Entsprechend diesem Befehl richteten sich die deutschen Luftangriffe auf Warschau im September 1939 und Rotterdam 1940  ausschließlich gegen militärische Ziele als Teil eines Feldzugs. Im Fall von Warschau wurde der Zivilbevölkerung 9 Tage Zeit gegeben, die Stadt zu verlassen, falls das polnische Militär die Stadt nicht freiwillig übergäbe. Der Angriff auf Rotterdam im Mai 1940 erfolgte, weil der niederländische Stadtkommandant die Kapitulationsaufforderung ablehnte. Das Bombardement von Coventry vom 14. November 1940 galt den im Stadtzentrum gelegenen Rolls-Royce Flugzeugmotorenwerken und zahlreichen kleineren Rüstungsbetrieben.

Die Luftangriffe auf Dresden

Vom 13. zum 14. Februar 1945 wurden von den englischen RAF-Luftstreitkräften vom Flugplatz Morton Hall aus zwei Angriffswellen auf Dresdens Altstadt gestartet. Es waren in der 1. Angriffswelle 225 viermotorige Lancaster-Bomber und in der 2. Angriffswelle 529 gleiche Bomber beteiligt.

Den Nachtangriffen folgte am 14. Februar von 12.17 bis 12.31 Uhr ein Tagesangriff von 311 bis 316 B-17-Bombern der USAAF und zwischen 100 und 200 Begleitjägern. Sie warfen bei wolkenbedecktem Himmel über Dresden nach Zielradar 1.800 Sprengbomben (474,5 t) und 136.800 Stabbrandbomben (296,5 t) ab. Ihre Angriffsziele waren einige Rüstungsbetriebe und erneut der Bahnhof und das Reichsbahnausbesserungswerk Dresden in Friedrichstadt. Getroffen wurden auch das dortige Krankenhaus und umliegende Stadtteile.

Wegen einer Wetterfront wichen zwei Bombergruppen etwa 100 km südwestlich vom Kurs ab und bombardierten nach Ausfall des Anflugradars einen Ortsteil von Prag im Glauben, es sei Dresden. Im etwa 35 km entfernten Neustadt ging am 14. Februar ein von den Nachtangriffen verursachter Ascheregen nieder.

Am 15. Februar etwa um 10.15 Uhr stürzte die ausgebrannte Frauenkirche ein. Von 11.51 bis 12.01 Uhr folgte ein weiterer Tagesangriff von 211 amerikanischen Boeing B-17 Flying Fortress. Bei schlechter Sicht warfen sie 460 Tonnen Bomben, verstreut auf das gesamte Gebiet zwischen Meißen und Pirna.

Was dann passierte, war eine beispiellose Luftkriegstragödie. Die Stadt war als Universitäts-, Bibliotheks- und Kulturstadt ohne nennenswerte Industrieanlagen, weshalb es hier auch keine größere Luftverteidigung gab. In der Stadt drängten sich seinerzeit hunderttausende schlesische Flüchtlinge mit Pferden und Wagen sowie zehntausende verwundeter Frontsoldaten in den Lazaretten. Deshalb waren auch tausende rote Kreuze auf weißen Laken an den provisorischen Unterkünften angebracht. Die Spreng- und darauffolgenden Brandbomben richteten einen bis dahin ungekannten Feuersturm an. Überlebende versuchten, sich auf die Elbwiesen zu retten. Sieben Tage und sieben Nächte brannte die Stadt.

Winston Churchill selbst wünschte im Zusammenhang mit der Vernichtung Dresdens: „die Deutschen auf ihrem Rückzug aus Breslau zu braten“. Hierbei verschwieg er der Weltöffentlichkeit, daß es sich keineswegs um einen Rückzug im militärischen Sinne handelte. Hingegen war es die Flucht mehrerer Millionen ziviler deutscher Flüchtlinge, die auf den winterlichen Straßen unterwegs waren.

Für diesen Terrorangriff bestand keinerlei militärische Notwendigkeit. Ziel war einzig und allein die totale Zerstörung deutschen Kulturgutes und die damit erhoffte Auslöschung der deutschen Identität, gepaart mit dem absoluten Vernichtungswillen von so vielen deutschen Menschen wie nur irgend möglich. Gefragt, welchen Zweck die Bombardierung Dresdens gehabt habe, gab der englische Bomberchef Arthur Harris lediglich zurück, er wisse nicht, was mit „Dresden“ gemeint sei:

„Es gibt keine Stadt Dresden mehr.“

„Ich wollte Held sein, aber ich bin Terrorflieger geworden. Ich kann dieses (Kriegsverbrechen) nicht verteidigen.“ Harold Nash, Britisches Bombenkommando in „Der Bombenkrieg“, ZDF, 4. Februar 2003

Menschenjagd mit Tieffliegern

Besonders auf den Elbwiesen wurden abertausende Zivilpersonen durch Tieffliegerbeschuß getötet. Es kam zu einer regelrechten Menschenjagd. Die VS-amerikanischen Terrorflieger griffen auch die im Süden an den Großen Garten grenzende Tiergartenstraße an. Hier hatten die Überlebenden des berühmten  Dresdner Kreuzchors Schutz gesucht.

Der Kreuzkantor Rudolf Mauerberger erinnert sich:

„Ich rannte zurück auf die Johann-Georgen-Allee, wo inzwischen Tiefflieger in die hockende Menge hineingeschossen hatten. Ein grauenvolles Bild […] Auf der Tiergartenstraße schossen Tiefflieger ebenfalls in die Menge.“

Auch dieses Szenario wird von der BRD und seinen Propaganda-Organen selbstverständlich geleugnet:

„Bombardierung 1945: Es gab über Dresden keine Tiefflieger“


BRD-Interpretation des Bombenterrors

Die Bombardierung Dresdens wird im Zuge der offiziellen Geschichtsbetrachtung verharmlost, relativiert oder sogar gänzlich geleugnet und ergießt sich zuweilen auch in wüsten und grotesken Schuldzuweisungen gegen die Opfer.

Auffällig ist, daß die Opferzahlen der Bombardierung im Laufe der Jahrzehnte immer mehr abgenommen haben, während die Zahl der „ermordeten Juden“ während des Nationalsozialismus gesetzlich festgelegt wurde. Eine eingesetzte „Historikerkommission“, welche die offizielle Sichtweise abstützen sollte, kam „nach fünf Jahren Arbeit“ zu dem politisch-korrekten Ergebnis, daß nur „zehntausende Menschen“ oder „maximal 25.000“ starben und sich für die von mehreren Augenzeugen bezeugten Tieffliegerangriffe keine Belege finden ließen.

Außerdem wird immer wieder behauptet, die Bombardierungen seien die direkte Folge angeblicher deutscher Verbrechen, die zuvor begangen wurden, wodurch die Härte zu erklären sei. Hierbei werden gerne die deutschen Luftangriffe auf Coventry, die darauf abzielten, die britische Rüstung zu schwächen, als schweres Kriegsverbrechen bezeichnet und es sei daher verständlich, daß die Briten sich dafür vier Jahre später(!) mit der Bombardierung Dresdens rächten. Auch die deutschen Bombardierungen der Militäranlagen von Rotterdam und Warschau werden hierbei gerne genannt. Diese Sichtweise wird auch auf der in Sachsen jährlich von offizieller Seite begangenen „Gedenkveranstaltung“ vertreten. Der Nachbau der Dresdner Frauenkirche soll die Erinnerung an das anglo-amerikanische Verbrechen langsam aber stetig verblassen lassen.

Durch diese Behandlung des Themas werden die Opfer des Bombenterrors von seiten der BRD jedes Jahr verhöhnt und ihr Andenken durch den Dreck gezogen, ein würdiges Gedenken an die vielen Opfer findet nicht statt. Die deutschsprachige Jüdin Esther Schapira behauptete passend dazu im Februar 2012 in den „Tagesthemen“, die Bombardierung „kostete bis zu 25.000 Dresdner das Leben“. Sie seien, „so wie insgesamt 80 Millionen Menschen, Opfer der Nazibarbarei, auch wenn viel zu viele das bis heute nicht wahrhaben wollen“.

Damit wird den Deutschen selbst die Schuld an der Bombardierung zugeschrieben, während die Alliierten freigesprochen werden.


Die Untat von Dresden

„Wer das Weinen verlernt hat, der lernt es wieder beim Untergang Dresdens. Dieser heitere Morgenstern der Jugend hat bisher der Welt geleuchtet. Ich weiß, daß in England und Amerika gute Geister genug vorhanden sind, denen das göttliche Licht der Sixtinischen Madonna nicht fremd war und die von dem Erlöschen dieses Sternes allertiefst getroffen weinen. Und ich habe den Untergang Dresdens unter den Sodom- und Gomorrha-Höllen der englischen und amerikanischen Flugzeuge persönlich erlebt.

Wenn ich das Wort ‚erlebt‘ einfüge, so ist mir das noch wie ein Wunder. Ich nehme mich nicht wichtig genug, um zu glauben, das Fatum habe mir dieses Entsetzen gerade an dieser Stelle in dem fast liebsten Teil meiner Welt ausdrücklich vorbehalten. Ich stehe an Ausgangstor meines Lebens und beneide alle meine toten Geisteskameraden, denen dieses Erlebnis erspart geblieben ist. Ich weine. – Man stoße sich nicht an das Wort ‚Weinen‘: die größten Helden des Altertums, darunter Perikles und andere haben sich seiner nicht geschämt.

Von Dresden aus, von seiner köstlich-gleichmäßigen Kunstpflege sind herrliche Ströme durch die Welt geflossen, und auch England und Amerika haben durstig davon getrunken. Haben Sie das vergessen?

******     NICHT NUR DRESDEN, sondern auch:

Aachen, Allgäu, Anklam, Aschaffenburg, Attendorn, Augsburg, Bad Kreuznach, Bad Reichenhall, Bamberg, Barmen, Bautzen, Bayreuth, Berchtesgaden, Berlin, Bielefeld, Bingen, Bitburg, Bremen, Bremerhaven, Breslau, Bruchköbel, Brühl, Castrop Rauxel, Chemnitz. Colberg, Cottbus, Cuxhaven, Danzig, Darmstadt, Datteln, Dessau, Dillenburg, Dollbergen, Donauwörth, Dorsten, Dortmund, Duisburg, Dülmen, Düren, Düsseldorf, Eilenburg, Eisenach, Eisleben, Elbing, Ellingen, Elmshorn, Emden, Emmerich, Erfurt, Erkelenz, Essen, Eschweiler, Essen, Euskirchen, Flensburg, Frankfurt 1, Frankfurt 2, Freudenstädt, Friedrichshafen, Freiberg, Freiburg, Fulda, Geilenkirchen, Gelsenkirchen, Gera, Gey, Gladbach, Gotha, Göttingen, Graz, Grötzingen, Gubin, Hagen, Halberstadt, Halle, Hamburg, Hamich, Helgoland, Herne, Hildescheim, Homberg, Hückelhoven, Hürtgen, Immenstadt, Ingolstadt, Innsbruck, Isny, Itzehoe, Jena, Jülich, Kaiserslautern, Karlsruhe, Kärnten, Kassel, Kempten, Kiel, Kleve, Koblenz, Köln, Königsberg, Krefeld, Landau/Pfalz, Landshut, Langerwehe, Leverkusen, Leipzig, Lenne, Linz, Lübeck, Ludwigshafen, Magdeburg, Mainz, Mannheim, Marburg, Meerbeck, Meiningen, Memmingen, Minden, Moers, Mühldorf am Inn Mülheim, München, Münster, Neumünster, Naumburg, Neuss, Neustrelitz, Neuwied, Nordhausen, Nürnberg, Olpe, Osnabrück, Ottbergen, Paderborn, Pforzheim, Pirmasens, Plauen, Potsdam, Prenzlau, Prüm, Rathenow, Recklinghausen, Regensburg, Remscheid, Reutlingen, Ronsdorf, Rositz, Rostock, Rothenburg, Saarbrücken, Saarlautern, Salzburg, Schmalkalden, Schwandorf, Schwäbisch Hall, Schweinfurt, Siegen, Soest, Solingen, Sonneberg, Sonthofen, Staubling, Stettin, Stralsund, Torgau, Tilsit, Tirol, Treuenbrietzen, Trier, Ulm, Vienna, Waldenburg, Weimar, Weisweiler, Wesel, Wetzlar, Wiesbaden, Wilhelmshaven, Wismar, Witten-Stockum, Wittenberg, Worms, Wupperfeld, Wuppertal, Würzburg, Xanten, Zeitz, Zerbst, Zülpich, Zweibrücken ……. über 1000 deutsche Städte und Dörfer bombardiert!

In Dresden alleine waren es 600,000 Zivilisten die ums Leben kamen da ca. 500,000 Flüchtlinge sich in der Stadt aufhielten. Tiefflieger jagten die Menschen welche sich von den Bomben retten wollten mit Maschinengewehren in vielen Städten (Augenzeugen). Allierte „Geschichtsbücher“ verbergen die waren Nummern. Wir versuchen sie ins Bewusstsein zu bringen. Bombentod über 2,000,000!!!

Ansichten der alten, historischen Kulturstadt Dresden. Nach dem Bombenterror im Februar 1945 blieb nur noch ein einziger Trümmerhaufen; Jahrhunderte Geschichte, Kunst und Kultur wurden ausgelöscht!

Botschaft an die alliierten Verbrecher und ihre deutschen Handlanger

Ihr nennt uns also von Geburt auf Böse? Alles Deutsche muss ausgerottet werden, denn es gibt nichts Gutes an den Deutschen. Nur ein toter Deutscher ist ein guter Deutscher, nicht wahr? Warum aber habt ihr dann als Allererstes am Ende des Krieges, noch vor der Einnahme Berlins 500.000 deutsche Patente in München gestohlen, wenn es doch nichts Gutes an den Deutschen gibt? Schickt sich denn so etwas für die Befreier? Diebstahl? Doch die Patente allein haben euch nicht gereicht, ihr habt sogar die Erfinder und deutschen Genies gleich mitgenommen nach den USA, damit sie EUCH dort weiterhin mit ihrem herausragenden deutschen Geist dienen konnten.

Für euch war und ist es ein lustiges Spiel, Deutsche abzuschlachten, sie in aller Welt zu denunzieren, sie auszuplündern, zu unterdrücken und wegzusperren. Für euch war es ein Spiel Kinder, kleine Kinder, größere Kinder Männer, junge Männer, alte Männer, Greise Frauen, junge Frauen, alte Frauen, Greisinnen, hochschwangere Frauen, Wöchnerinnen bestialisch abzuschlachten, aufzuschlitzen, zu vergewaltigen, vor den Augen ihrer Kinder, die Kinder zu vergewaltigen, vor den Augen ihrer Mütter und beim helfenden Eingriffsversuch die Mütter, Väter oder Ehemänner sofort zu erschlagen oder zu erschießen. Wie konnten sie es auch wagen, nicht wahr? Wie konnten sie es wagen, bei der Schändung und Schlachtung ihrer eigenen Frauen und Kinder nicht tatenlos und friedlich zuzuschauen?

Ihr überflutet unser Land mit Ausländern und wollt unsere jungen Menschen ins Ausland schicken Völkertransfer, nicht wahr?

Ihr wollt, dass alle Deutschen sich mit Ausländern vermischen oder von diesen abgestochen werden, nicht wahr?

Ihr vergiftet unsere Luft, die wir atmen und unseren Boden, den wir zum Erhalt unserer Nahrung brauchen durch Chemtrails. Ihr vernichtet unsere bestäubenden Insekten durch genmanipulierten Mais, damit wir entweder verhungern oder euch vollkommen ausgeliefert sind. Ihr wollt uns verbieten eigenes gesundes Gemüse in unseren Gärten anzubauen. Ihr wollt uns das lebensnotwendige Wasser entziehen. Ihr tötet unsere Kinder durch hochschädliche Impfungen. Ihr tötet unsere Kranken durch Chemotherapie, doch für euch selbst ist nur das Beste gerade gut genug, wobei ihr UNSERE germanische Medizin anwendet und sie für uns verbietet. Ihr vergiftet die Geldscheine. Ihr vergiftet unsere Nahrung. Ihr überflutet unser Trinkwasser mit dem einstigen Rattengift Flour. Ihr vergiftet Alles mit Flour. Ihr bestrahlt uns mit Handys, mit Mikrowellen und anderen schädlichen Geräten und Strahlungen. Ihr wollt, dass wir das Rauchen aufhören, weil ihr wisst, dass Rauchen vor Lungenkrebs schützt, da es eine schützende Schleimschicht auf der Lunge bildet, welche verhindert, dass die absolut tödlich wirkenden nuklearen Partikel, die ihr mit euren Atomraketen in den 50er Jahren in der Atmosphäre verbreitet habt und welche eine Halbwertszeit von 50.000 Jahren haben, in das Lungengewebe eindringen und dort unweigerlich Lungenkrebs auslösen. Ihr tötet unsere ungeborenen Kinder durch beispiellose Abtreibungszahlen oder Gifte, welche ihr den werdenden Müttern verabreicht. Ihr verhindert die natürliche Fortpflanzung durch eine unglaubliche Stilisierung der Homosexualität. Ihr macht unsere jungen Männer durch eure Gifte, mit denen ihr uns täglich berieselt, unfruchtbar. Meint ihr wir wissen nicht was da drin ist? Meint ihr wir wissen nicht wie Brom, welches im Chemieunterricht an Schulen sogar verboten ist, sich auf unsere jungen Männer auswirkt? Meint ihr wir bemerken nicht den drastischen Anstieg der Unfruchtbarkeit bei Männern? Ihr zwingt manche Menschen dazu schädlichste Psychopharmaka  einzunehmen, deren Absetzen lebensgefährlich ist. Ihr zwingt uns zum Drogenkonsum durch eure angeblichen Medikamente, während ihr natürliche oder homöopathische Medikamente aus dem Verkehr zieht bzw. eine Neuzulassung durch horrende, dafür aufzubringende Summen, absolut unmöglich macht. Überall habt ihr den Tod für uns versteckt und überall wünscht ihr euch für uns, dass wir den Tod finden.

Ihr verseucht unsere Jugend mit Drogen und Pornografie, mit unglaublich gewaltverherrlichenden Filmen und Spielen, wollt aber gleichzeitig Schriften, welche von historischen Fakten und Tatsachen handeln, als kriegs- und gewaltverherrlichend verbieten?

Ihr erzählt uns seit 68 Jahren Lügen über unsere deutsche Geschichte. Lügen über den Krieg. Lügen über die Kriegsursachen und die wahren Kriegstreiber und Kriegsverbrecher. Lügen über den größten Sohn, den das deutsche Volk jemals hervorbrachte. Lügen über seine  Soldaten. Lügen über seine Absichten und Ziele. Lügen über sein wahres Wesen. Ihr verheimlicht der Welt seine ununterbrochenen Friedensbemühungen, die Verhandlungen welche er mit den Briten, den Franzosen und den Polen führte. Immer und immer wieder reichte er euch die Hand zum Frieden, doch ihr schlugt diese Hand aus, da ihr nichts anderes wolltet als den Krieg und die totale Vernichtung Deutschlands. Sogar noch während des Krieges versuchte er immer wieder mit euch Frieden zu schließen, euch vom Frieden zu überzeugen, doch ihr wolltet einfach nicht. Er machte euch Zugeständnisse und unglaubliche Friedensangebote, doch nichts konnte euch von eurem Blutdurst und eurer Kriegslüsternheit abbringen. Er sah monatelang zu wie in Polen die Volksdeutschen bestialisch und viehisch abgeschlachtet wurden, doch ER bot Polen die Hand zum Frieden, jedoch die Polen töteten weiter, misshandelten weiter, metzelten die Deutschen nieder wo sie ihrer habhaft werden konnten, weil ihr sie so fürchterlich aufgehetzt habt. Sie hatten bereits neue Landkarten angefertigt, auf denen Polen bis nach Frankfurt reichte. Sie brüsteten sich damit, dass sie in 9 Tagen in Berlin sein könnten und es einnehmen würden. Sie töteten und töteten und hörten nicht damit auf. Sie überschritten des Nachts sogar die deutsche Grenze und töteten und folterten und brandschatzten bereits auf deutschem Boden. Hinzu kam noch der Überfall auf den Sender Gleiwitz und am 31. August 1939 die Ermordung des deutschen Konsuls in Krakau sowie die Generalmobilmachung des Heeres, was eine Kriegserklärung an Deutschland bedeutete. Und als ER dann endlich, endlich eingriff, um dem viehischen Gemetztel an den Deutschen in Polen ein Ende zu bereiten und die deutschen Truppen auf die Westerplatte schickte, wurde nochmals verhandelt, doch wieder schlugen die Polen das Angebot aus. Erst dann wurde ab 5:45 Uhr zurückgeschossen. Insgesamt wurden in den Monaten vor dem Krieg und in den ersten Tagen ca. 13.000 Deutsche in Polen bestialisch hingemetzelt. IHR stellt das Alles heute als Angriff auf ein unschuldiges Land dar und behauptet ER hätte den Weltkrieg begonnen. Diese Polenkrise hätte eine Krise zwischen Nachbarländern bleiben können, doch IHR erklärtet Deutschland am 3. September den Krieg. England und Frankreich erklärten den Krieg. IHR habt damit den Weltkrieg begonnen, den IHR schon so lange im Voraus geplant hattet. IHR habt die Polenkrise inszeniert und die Polen mit Lügen gegen Deutschland aufgehetzt und ihnen bedingungslose Unterstützung gegen die Deutschen zugesagt, um endlich gegen Deutschland losschlagen zu können.

Ihr habt 8 Millionen Deutsche noch nach dem Krieg umgebracht und nennt das Befreiung. Ja, ihr habt sie wahrhaftig befreit. Befreit von ihrem Leben, auf unvorstellbare Art und Weise. Ihr habt sie verhungern lassen, ihr habt sie zu Tode vergewaltigt, ihr habt sie gefoltert, verbrannt, aufgespießt, den Frauen und älteren Mädchen die Brüste abgeschnitten, den Männern die Hoden und Geschlechtsteile abgeschnitten, die Augen ausgestochen, die Ohren und Zungen abgeschnitten und den kleinen Kindern die Schädel eingeschlagen. Sie mussten die Exkremente ihrer Peiniger essen und trinken, sie mussten verweste Typhustote ausgraben und küssen und sich zu ihnen legen. Keine Grausamkeit und Perversität an uns Deutschen war euch zu viel. Keine! Doch IHR seid die lieben Befreier während WIR Deutschen, welche all dies über uns ergehen lassen mussten, die Bösen sind.

Ihr habt auch uns befreit, natürlich befreit von der Wahrheit und der schönsten und erhabensten Zeit, die Deutschland je erleben durfte. Ihr habt uns befreit von unserer Unschuld und habt dafür die Schuld in unsere Gehirne gebrannt. Eine Schuld, die uns nicht trifft. Ihr habt in einer Nacht 500.000 Menschen bei lebendigem Leibe gebraten weil IHR sie braten sehen wolltet. Das hatte nichts mit Krieg zu tun. Ihr sorgt heute dafür, dass aus diesen 500.000 Menschen nur noch 25.000 werden. In anderen Städten waren es 100.000 oder 50.000. Alle habt ihr sie gebraten. Ihr verbietet uns auf euren Leichenfeldern, die ihr hinterlassen habt und auf denen hunderttausende von toten deutschen Gebeinen liegen und ständig noch von deutschen Bauern beim Pflügen hervorgeholt werden  zu graben, damit die Welt eure Verbrechen nicht erfährt. Doch die Welt kennt eure Verbrechen schon längst. Ihr könnt das nicht verhindern.

Ihr habt Millionen und Abermillionen Deutsche im Krieg und nach dem Krieg umgebracht und regt euch auf über ein paar tote Juden, welche in einem Weltkrieg gestorben sind? Warum stehen im deutschen Bundesarchiv nur knapp 160.000 Juden, welche durch das schreckliche Nazi-Regime verfolgt und getötet wurden, während IHR nachweislich Millionen von Deutschen umgebracht habt? Warum wird nicht auch anderer Ethnien in Deutschland gedacht, welche ebenfalls in diesem Krieg, den IHR und ganz alleine IHR ausgedacht, ausgeklügelt und von langer Hand geplant und angezettelt habt, umgekommen sind? Und vor Allem, warum wird nicht der unschuldigen deutschen Frauen, Kinder, Alten und Verletzten gedacht, welche durch eure Hand sterben mussten, sondern im Gegenteil, bei friedlichen Trauermärschen für diese unschuldigen Opfer Gewalt gegen die Trauernden angewendet? Seit wann ist Trauer etwas Strafbares?

Ihr habt aus unseren deutschen Soldaten unter brutalsten Folter- und Gewaltanwendungen Geständnisse erpresst, welche von keinem Gericht der Welt anerkannt würden, da Geständnisse unter Folter ungültig und rechtswidrig sind. Doch ihr habt eure Prozesse nicht vor Gerichten geführt sondern ihr wart selbst die Richter. Ihr habt kurzerhand ein eigenes Scheingericht gebildet, welches aus lauter Mördern bestand. Die Mörder urteilten über ihre Opfer. Ihr habt von Anfang an das im Krieg verbindliche Völkerrecht gebrochen und permanent gegen die HLKO verstoßen, während Deutschland und deutsche Soldaten sich peinlichst genau daran hielten entgegen all eurer Lügen.

Meint ihr wirklich, dass das ewig so weitergeht? Meint ihr wirklich, dass das deutsche Volk sich das ewig gefallen lässt?

Ihr hasst uns? Na gut, dann hasst uns. Doch wisset, dass Hass bindet. Euer Hass auf uns, bindet uns an euch, deshalb werdet ihr uns auch niemals los. Ihr könnt und werdet das deutsche Blut und den deutschen Geist niemals auslöschen. Niemals!

Hasst uns ruhig weiter, denn umso mehr ihr uns hasst, desto mehr erwachen und erstarken wir. Euer Hass ist unsere Kraft.

Ihr könnt uns wohl töten, ihr könnt uns foltern, ihr könnt uns materiell vernichten, ihr könnt uns einsperren. Doch wisset auch hier, dass in den Gefängnissen Monat für Monat Menschen zurück in die Freiheit entlassen werden und dank UNS, werden diese Menschen nicht mehr unwissend und ohne die Wahrheit zurück in die Freiheit gehen. Sie werden dann an unserer Stelle weiter kämpfen. Ihr könnt uns hinschaffen wo immer ihr wollt, wir nehmen die Wahrheit, die unauslöschlich in unseren Herzen wohnt,  immer mit uns mit und wir verkünden sie, egal wo wir uns aufhalten.

Ihr könnt uns Alles nehmen, doch drei Dinge könnt ihr uns niemals nehmen: Unsere Seele, unseren Geist und die Wahrheit denn alle drei sind frei. Sie unterliegen nicht eurem Machtbereich.

Euer Spiel ist vorbei. Es ist beendet.

In Gedenken an alle Menschen die für unfähige und korrupte Politiker Ihr Leben lassen mussten

Der 8.Mai – der Tag der Schande Heute vor 70 Jahren hat die Wehrmacht die Waffen niedergelegt. Danach ist nicht etwa der Frieden ausgebrochen, für Deutschland und die Deutschen begann mit diesem Tag die blutigste und mörderischste Zeit des Zweiten Weltkriegs. … Weiterlesen

Als 1945 die Hölle über die Deutschen kam

„Der 8. Mai 1945 war ein Tag des Elends, der Qual, der Trauer“ Am 8. Mai 1945 war die Wehrmacht besiegt. Ein Heldenvolk, ohne Beispiel in der Menschheitsgeschichte, war von regelrechten Satanisten, denen bei ihrem Vernichtungskrieg gegen die Deutschen eine … Weiterlesen

Bombenholocaust der Alliierten

Bombenholocaust der Alliierten Veröffentlicht am 16. Februar 2011 von totoweise Damit die Wahrheit nie einschläft! Enthält neben traurigen Fakten wunderbare historische Bilder und Filmausschnitte, wie man sie öffentlich gar nicht mehr ausstrahlen kann, ohne tiefes Weh zu erzeugen. Gedenken wir … Weiterlesen

Die Kreuzzüge

Jeder zugefügte Schaden muss gleichem Maße beglichen werden. Ob nun, Christ, Moslem oder Jude. Sie werden noch dieses Jahr 2016 für ihre Schandtaten, an Mensch, Natur und Tierwelt zahlen. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Hand um Hand, Fuß um … Weiterlesen

Damit es nicht vergessen wird

Die Propagandalüge

Wer stetig lügt und falsches spricht,
der gebraucht da gern ein fremd Gesicht.

Ich habe hunderttausend Züge,
von denen jeder euch gefällt,
ich bin die Propagandalüge,
die wahre Herrin dieser Welt.
Ich bin schon hunderttausend Jahre,
viel älter als der Pentateuch,
und von der Wiege bis zur Bahre,
bin ich auf Schritt und Tritt um euch.
Mir dient das Hirn von tausend Köpfen,
mir dient der Forscher im Labor,
und Dummheit kommt Millionen Tröpfen,
wenn ich es will, wie Weisheit vor!
Doch dauernd ändert sich sein Name,
ob es nun Frieden oder Krieg,
ich heiße als Plakat Reklame –
als Flugblatt heiß ich Politik.
Ich streue Gift in tausend Brunnen,
an einem Tage tausendmal,
den Deutschen mach ich heut zum Hunnen,
und morgen schon zum Parsival.
Den Feigling mache ich zum Heros,
den Helden aber feig und schlecht.
Mir dient der Mensch, doch auch Gott Eros
ist täglich tausendmal mein Knecht.
Ich hetze jedes Volk zum Morden
aufs Schlachtfeld, doch ich kann noch mehr:
Ich mache aus vertierten Horden
ein sittenstrenges Kreuzzugsheer.
Ich bin die Propagandalüge,
die jeder kaufen kann – für Geld.
Ich fälsche, lüge und betrüge
seit Anbeginn die ganze Welt!

ergänzend

Gehirnwäsche durch Programmierung

Täglich wirkt die Gehirnwäsche durch die Lügenmedien bei sehr großen Teilen der Bevölkerung. Und dies inzwischen weltweit. Nur wenige durchschauen jede Nachricht und erkennen dahinter die Lügenmärchen des Systems. Irgendwann ist man es leid, täglich die Lügen und Verdrehungen der … Weiterlesen 

Medien in Deutschland

Herr der eigenen Sinne und Manipulation der Gedanken

Der Hauptkrieg findet in euren Köpfen statt. Television – ‚“tele“ oder „telum“ (lat., Fernwaffe, die Wurfgeschosse) und „visio“ (Erscheinung, Abbild). Also Fernwaffen-Erscheinung. Andere sagen, das Gerät heiße eigentlich Elektro-Heim-Synagoge. Der 30. April 1939 ist kein Datum, das in unseren Geschichtsbüchern … Weiterlesen 

Zum 270ten Geburtstag von Johann Wolfgang von Goethe

Im Header Bereich meiner Webseite könnt ich vernehmen – Was mein Herz bewegt, bewegt vielleicht auch andere. Und nun, schauen wir auf folgende Goethe Zitate und ihr wisst, welch ein Bestreben mit meiner Webseite Germanenherz ich verfolge.

Es muss von Herzen kommen, was auf Herzen wirken soll – Goethe

Hab nur den Mut, die Meinung frei zu sagen und ungestört!
Es wird den Zweifel in die Seele tragen, dem, der es hört.
Und vor der Luft des Zweifels flieht der Wahn!
Du glaubst nicht, was ein Wort oft wirken kann! – Goethe

Johann Wolfgang von Goethe
Johann Wolfgang von Goethe Johann Wolfgang von Goethe, (28. August 1749 in Frankfurt am Main; 22. März 1832 in Weimar) war eines der größten Dichtergenies aller Zeiten. Am Hof von Weimar bekleidete der „Kronzeuge der nationalen Identität der Deutschen“ als Freund und Minister des … Weiterlesen

Goethe von Georg Simmel 1858-1918 Germanenherz aus dem Buch Goethe von Georg Simmel 1913 Ertses Kapitel Leben und Schaffen Wenn das Leben des Geistes sich von dem des nur körperlichen Organismus dadurch abhebt, daß dieses ein bloßer Prozeß ist, jenes aber außerdem noch einen Inhalt … Weiterlesen

 

Solange auf dieser Welt auch nur ein Germanenherz schlägt, wird der Geist lebendig bleiben.

Ich bin noch da !

Noch !!! Und wenn nicht ??? Auch egal !!! Die Willkür und die weisungsgebundene Verlogenheit der unrechtmäßigen Justiz werden so lange von den meisten ignoriert, bis sie selbst davon betroffen sind.
Moin Moin
Ich hatte  am 12.07.2019 um 09:30 eine Verhandlung, wegen meiner Webseiten. Es ging um Beiträge und Bücher die auf meinen Blogs – Totoweise und Germanenherz. eingestellt waren. Die aber nicht, meinem Geiste entsprangen. Ich habe die betreffenden entfernt bzw. bin noch dabei. Ich habe schon viele Hetz-Angriffe überstanden, ich hoffe auch viele Menschen aufgeklärt zu haben über unser sterbendes Deutschland, sowie die täglichen ungesühnten Schweinereien einer zum Untergang verurteilten Demok-Rattie. Man wird sie alle irgendwann auf einer Anklagebank wieder finden

Sie wollen gar keine Verhandlung mit mir führen, Der weisungsgebundene Richter in seiner Jurisprudenz will mir, den Prozess machen und sich, die Taschen füllen. Bei dem Polizeiaufwand kommen Kosten zusammen. Er bemerkte schon mal vor ab, daß er auch eine Freiheitsstrafe in Betracht ziehen würde !!! Selbst ein Freispruch – währe ein Schlag ins Gesicht. Schaut mal richtig hin, was man hier angestellt hat.

Was soll ich da noch sagen ?
Wir leben in einem Irrenhaus und die Patienten haben die Macht!
Es ist so gekommen, wie ich es voraus beschrieben habe.
Herzlich willkommen in der nazierten DDR 2.0 Diktatur !
Bald wohl auch mit Arbeitslager und den Rest,  kennen wir aus der Geschichte. Die Geschichte wiederholt sich in unserer Zeit.  Und später werden sie sagen, sie hätten nur Befehle ausgeführt. Auf die einsamen Rufer, wollte auch damals, keiner hören.

Es waren keine Farbigen und Fremden, die meine Familie zerstört haben !!!
Es waren auch keine Farbigen und Fremden, die meine Tochter zum Pflegefall gemacht und Ihr meine Enkelkinder gestohlen haben !!!
Es waren auch keine Farbigen und Fremden, die mein Eigentum geraubt haben !!! Merkt Ihr diebischen Heuchlerischen und verstohlene Nazis noch was ???

Zurück zum Amtsmißbrauch und vorsätzlich, organisierten Rechtsbeugung:
Die geraubten Kinder, daß interessiert ihn nicht.
Der unrechtmäßige Zugang zu meiner Wohnung und der Raub meiner IT und Telekommunikation, daß interessiert ihn auch nicht.
Meine Tochter, die in diesem Fall der Menschenhändler Opfer geworden ist, durfte mit 100% A..L.S. Pflegebedürftigkeit im Rollstuhl, draußen im Regen, vor dem Gerichtsgebäude bleiben, daß interessierte ihn auch nicht. Schaut es Euch an, was Ihr gemacht habt  Meiner Tochter geht es gar nicht gut

Was noch bemerkenswert war ! Und bestimmt auch sehr kostspielig ! NSU 2.0 Wie wollt ihr das, den Bundesrechnungshof erklären. Der Aufwand, war für ein 60 Jährigen Opa mit seiner 100% pflegebedürftigen, 30 Jährigen Tochter im Rollstuhl. ??? Das kann nicht Euer Ernst sein. Die Nummer, solltet ihr aus eigener Tasche bezahlen. Wie soll bei dem aufgepumpten Kostendruck, eine Verhandlung zustande kommen ??? Ich sage mal, Ihr wolltet mir vorsätzlich Unrecht antun und ein riesen Finanzaufwand produzieren. Ich überlege gerade, den Fall auf die EU Ebene zuziehen. Dann habt ihr Euer NSU 2.0 – Aber mit anderem Ausgang !!! Da werden auf sicher, keine 53 Millionen Euro an rechtbeugende Schein-Juristen verteilt und bei Nachfrage, für 120 Jahre die Akten geschlossen, daß, wird es Da nicht geben.Die mengenmäßig, anwesende Polizeipräsenz, die machte mir mehr den Eindruck, als wenn ich da, wie ein Terrorist abgeurteilt werden sollte. Und  in mittendrin, der diebische Psychopath KHK Heuer mit einem süffisanten Grinsen in der Fratze.
Verpestet ist ein ganzes Land, wo schleicht herum solch Denunziant
Zusammenfassend kann man sagen, daß hatte mit Recht und Gesetz, nichts gleichendes und war nichts weiter wie, Ganz großes und kostspieliges Kino!

Ach ja, Ich hatte an meinem Hemdkragen eine schwarze Kippaklammer, die habt ihr beim Filzen sichergestellt, sollte noch bei Euch liegen. Könnt ihr behalten – das gefährliche Ding !

Was mich am meisten enttäuscht hat – Ich habe nur sehr wenig, unterstützende Begleitung vorgefunden.

Eines ist jetzt schon sicher – Ich werde meine Seiten ausplündern. Hier bekommt auch keiner mehr zusätzliche Administrationsrechte

Wenn sich Richter und Staatsanwälte beim Missbrauch der Amtsgewalt ( § 302 StGB ) gegenseitig decken, dann werden solche Vorgänge auch als organisierte Kriminalität bezeichnet. ( § 278 StGB Mafiaparagraph ) Die Justiz unterliegt keiner Kontrolle, so wird dem Machtmissbrauch Tür und Tor geöffnet. Wir müssen gegen den Justiz-Abschaum dringend etwas unternehmen und eine Kontrolle einführen, um diesem Treiben ein Ende zu setzen. Wir haben einen Rechtsbankrott und den Bürgern wird immer noch das Märchen von einer unabhängigen Justiz erzählt. Rechtsstaat, die unentliche Geschichte einer Lüge! Wir haben durchaus ein naturgegebenes Recht darauf, den Sprechtüten, Claqueuren und Erfüllungsgehilfen der Globalisierung zu widersprechen.

Das Rechtssystem der BRD umgeht die der BRD nach eigenem sogenannten Grundgesetz zwingend vorgeschriebene Gewaltenteilung.
Schlimmer noch, es stellt die Gewaltenteilung auf den Kopf.
Denn im GEGENTEIL ,
die Staatsgewalt der LEGISLATIVE (Regierung/Gesetzgebung ) arbeitet
Hand in Hand mit der JUDIKATIVE (Justiz ) und diese wiederum
Hand in Hand mit der EXEKUTIVE (GV, Zoll, Polizei ) zum materiellen Vorteil
des eigentlich freien JOURNALISMUS also der GEZ und Medienkonzerne die eben
NICHT frei und NICHT staatsfern sind.
Die Medienkonzerne gehören den etablierten Parteien und sichern durch
Manipulation und Lüge die Macht des Systems über das Volk.
Sind wiederum Erfüllungsgehilfen der LEGISLATIVE, damit schließt sich der Kreis
des Mafia – Kartells.
Grundgesetzwidrig.
Rechtsverdrehend.
Rechtsmissbräuchlich.
Es ist mutiert zu einem in sich geschlossenen Kreis der der Interessen,
der Machtausübung, der Zensur, der Plünderung durch ein Mafiasystem  alles Firma, alles Betrug und natürlich nach ungültigen Gesetzen .

Zusammenfassend sage Ich mal: Wir leben in einem Irrenhaus und die Patienten haben die Macht!
Deutschland ist der einzige Staat, im gesamten Europarat sogar, in welchem die Richter von der Exekutive bestellt werden. Und das bedeutet natürlich notgedrungen eine Abhängigkeit, denn der Richter kann von der Exekutive, die ihn bestellt, die ihn befördert, ihn beurteilt, die ihm Vergünstigungen verschafft oder auch versagt, nicht unabhängig sein. Sie haben sich mithilfe des Fleißes der Michel einen gewaltigen und gewalttätigen, nazierten DDR 2.0 Diktatur -Apparat aufgebaut, mit dem man uns in Knie zwingen möchte.   Ergänzende Beiträge bei Germanenherz StGB § 133 

Besonderer Teil Siebenter Abschnitt: Straftaten gegen die öffentliche Ordnung

§ 133 Verwahrungsbruch

(1) Wer Schriftstücke oder andere bewegliche Sachen, die sich in dienstlicher Verwahrung befinden oder ihm oder einem anderen dienstlich in Verwahrung gegeben worden sind, zerstört, beschädigt, unbrauchbar macht oder der dienstlichen Verfügung entzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Dasselbe gilt für Schriftstücke oder andere bewegliche Sachen, die sich in amtlicher Verwahrung einer Kirche oder anderen Religionsgesellschaft des öffentlichen Rechts befinden oder von dieser dem Täter oder einem anderen amtlich in Verwahrung gegeben worden sind.

(3) Wer die Tat an einer Sache begeht, die ihm als Amtsträger oder für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteten anvertraut worden oder zugänglich geworden ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Rechtsbeugung, Meineid und Hochverrat.
Rechtsbeugung, Meineid, Hochverrat. Beschämend für einen sogenannten Rechtsstaat. Die  Justiz kann nur noch als ein erbärmlicher Haufen von ehrlosen Rechtsbeugern angesehen werden – die sich hinter einem „Machtsystem“ verstecken.  Wenn sich Richter und Staatsanwälte beim Missbrauch der Amtsgewalt ( § … Weiterlesen 

Deutschland ist kein Rechtsstaat

Magic Runes by Germanenherz

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Den Einstig und Beginn zum Thema Runen, findest du auf meinen Germanenherz Blog´s. Doch die Bedeutung für dich, die findest du nur in dir selbst. Mache dich auf und folge dem Ruf der Runen, sie werden dich zu neuen Erkenntnissen über dich selbst und deine Umwelt bringen. Vielleicht begreifst du erst dann, was dein Weg durch die Zeit ist und wie du ihn gehen sollst.

Runen Rad Runen Rat

Ich weiß, dass ich hing am windigen Baum neun lange Nächte, vom Speer verwundet, dem Odin geweiht, ich selber mir selbst, am Ast des Baumes, von dem niemand weiß, aus welcher Wurzel er wuchs.Sie boten mir nicht Brot noch Met … Weiterlesen

Die theoretische Magie als Grundlage der Runenmagie

Die Runenmagie wird wohl am ehesten von den verschiedenen magischen Richtungen mit der Alten Sitte in Verbindung gebracht und wohl auch von nicht wenigen Menschen betrieben. Runenmagie kann verschiedene Formen haben. Grundsätzlich soll sie so funktionieren, daß die Kraft der Rune (also das Energieprinzip, das die Rune verkörpert) angewandt wird. Runische Magie ist Zeichenmagie, das Zeichen, die Rune, wird ihrem Sinngehalt und ihrem magischen Potential entsprechend verwendet. Man kann sich das vielleicht so vorstellen, daß die Menschen früher die Energien, die sie wahrnahmen, mit Symbolen bezeichnet haben. In diesem Sinne stehen die Runen für bestimmte Energien, zu denen man einen Kanal öffnen und mit denen man arbeiten kann.
Fliegenpilze

Als einfachste Form magischer Runenanwendung ist wohl die Visualisierung zu nennen. Dabei wird die Rune mit ihren Kräften vor dem inneren Auge vorgestellt und sie kann dann auch projiziert werden, was bedeutet, daß man die visualisierte Kräfte auf ein Ziel hin aussendet. Wirksam ist hierbei die Form der Rune, wie sie als Bild erscheint, und gerade in bezug auf die Aussendung in Verbindung mit der gewünschten Wirkung der Rune, die man ebenfalls visualisieren kann. Man kann dies auch sehr gut dadurch unterstützen, daß man die Stellung (Stadha) der Rune einnimmt oder die Rune mit den Händen bildet. Als Beispiel für diese Anwendung könnte man die Heilung nennen.

Runen können aber auch gesprochen oder gesungen werden. Wirksam ist hier der Laut der Rune (was durch Stöður und Visualisierung unterstützt werden kann). Zaubergesänge allgemein werden als seið-læti bezeichnet, die Wortmagie in einem zeremoniellen, runischen Sinn als galdr; es existiert sogar ein eigenes Versmaß dafür, das galdralag. Durch Wiederholung der Worte / Strophen kann eine Verstärkung erreicht werden. Man verwendet hier entweder nur den Runennamen, den man intoniert, bzw. die Runenreihe, die man komplett singt, oder aber richtige Verse, in denen die Wirksamkeit der Runen sich manifestieren soll. Eine Galdr-Verfluchung wird als alög bezeichnet. Golther glaubt, daß „runo“ das Raunen oder Murmeln eines Zauberspruches bezeichnet, wohingegen galdr der eigentliche „Zaubergesang“ sei (also eine Form von Seiðr).

Die skeptische Frage, ob es Magie überhaupt gibt, ist äußerst unpräzise, so wie auch Glaube oder Nichtglaube an Magie weder richtig noch falsch sind. Es kommt dabei darauf an, was man eigentlich unter Magie versteht, und schon hier laufen die … Weiterlesen

Zauberei und Hexerei

In meinem neuen Titelbild könnt ihr es sehen. Meine Othala Rune symbolisiert, den Sündenbock des heiligen Bartholomäus (Astaroth) in seiner Niederlage, fixiert in meinem Runenkreis
 Die alten Deutschen kannten Zauber mit Tat und Wort; den ersteren verbietet Nr. 10 des Indiculus (de phy-lacteriis et Ugaturis), den zweiten Nr. 12 (de incantationibus). Das Wort Zauber (ahd. zoubar) selbst bedeutet eigentlich „Mennig“, die rote Farbe, mit der … Weiterlesen

Magische Nächte. Die 12 Rauhnächte

Die 12 Rauhnächte Die zwölf Nächte am Ende des Jahres und die mit ihnen verknüpften Mysterien gehen bis in die Antike zurück. Sie haben sowohl römische als auch germanische und sogar indische, japanische und chinesische Wurzeln, und auch heute noch finden sie vielerorts im Brauchtum Beachtung. Nach uralten Überlieferungen suchen zu dieser Zeit die Seelen … Weiterlesen

Die weisen Frauen Hagedisen – Hexen

Die erfolgreiche Vorgehensweise und die überzeugenden Ergebnisse der heilkundigen Frauen stellten eine große Bedrohung für das aufkommende Christentum, sprich die Kirche dar. Denn diese Frauen verließen sich mit ihren außergewöhnlichen Begabungen eher auf ihre Sinne und Erfahrungen als auf die Gebote des Glaubens. Versuch und Jrrtum lehrte sie Ursache und Wirkung zu erkennen. Sie Forschten … Weiterlesen

Das Erforschen der Zukunft

Als Mittel zur Erforschung des göttlichen Willens bei den Deutschen nennt Cäsar „Losorakel und Prophezeiungen (sortes et vaticinationes; b. g. 150), Tacitus „Götterzeichen und LosorakeV1 (auspicia et sortes, Germ. 10). Beim Los wurde die Gottheit nach ihrem Willen gefragt, im anderen Falle erfuhr man ihn aus gewissen Vorzeichen. Die Wahrsagekunst scheint mehr Aufgabe der Frauen … Weiterlesen

Umstrukturierung Germanenherz

Wenn Du wissen willst, wer dich beherrscht, mußt Du nur herausfinden, wen Du nicht kritisieren darfst. (Voltaire)

Thema heute: Mehr Mittel gegen Rechts und Hakenkreuzschmierereien

Die wahren Feinde sind NICHT die Menschen in und aus fernen Ländern. Unsere Feinde sind NICHT mehrere tausende Kilometer entfernt. Sie sind hier, bei uns! Unsere Feinde sind im eigenen Nest und mit den diebischen Händen in den Staatskassen zu finden. Die, die damals regierten sind nun wieder die Herren. Die, die wie damals rebellierten, wird man wieder einsperren. Noch verschwinden in Deutschland keine Menschen in irgendwelchen Lagern, aber die rechtliche Grundlage dafür ist im EU-Recht bereits vorhanden.  Totale Diktatur, Unterdrückung und Überwachung durch eine kleine schwerverbrecherische Politminderheit und ihre Mittäter in Justiz, Polizei, Verwaltung und Wirtschaft.  Und nun frage ich euch: denkt ihr wirklich die NAZIs haben den Krieg verloren??? Die wahren Nazis sitzen in Adelshäusern auf Chefetagen der Konzerne und in den Amtstuben weltweit   (Nazi-Vergangenheit von Politikern Ein doppeltes Spiel ) – (Liste ehemaliger NSDAP-Mitglieder, die nach Mai 1945 politisch tätig waren ) Die Geschichte wiederholt sich, bis wir daraus lernen. Was damals die Braunen im Volk machten, tätigt heute, die Bundespolizei. Nur die Farben haben sich geändert.

Papst Benedikt XVI im Bundestag am 22.09.2011). Wir in Deutschland erleben in diesem Augenblick, daß Macht von Recht getrennt ist, daß Macht gegen Recht steht, das Recht zertreten wird und daß der Staat zum Instrument der Rechtszerstörung wird, zu einer sehr gut organisierten Räuberbande, die die ganze Welt bedrohen und an den Rand des Abgrunds führen.

Täterfolk, Nazis und Antisemiten und §13 0 Meinungsdelikter. Scheinbar sind alle, die eine andere Meinung haben, entweder sogenannte „Reichsbürger“ oder „Nazis“. Was denn nun ? Oder doch lieber „Antisemiten“ damit kann die rechtsbeugende Justiz und der weisungsgebundene Polizeiapparat mehr Geld abziehen. Geld für die Rundumversorgung ihrer Neubürger. Geld für Kriegswaffen und Panzerfahrzeuge, gegen das deutsche Volk. Ein sterbendes System was Angst vor der Verbreitung der Wahrheit hat.

Ich hatte am 21.03.2018 um 08:00 Uhr in BB eine Unrechtmäßige Hausdurchsuchung: Eine Razzia von einem Rollkomando des maxistischen DDR 2.0 Stasisystems. Genau wie 39-45 schon mal in Deutschland, genau wie aktuell in der Firma Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH und anderen totalitären Regimen werden unliebsame Bürger und Regime-Gegner eingesperrt und an der Ausübung ihrer im Grundgesetz verankerten Rechte gehindert. .Sie kamen aus Gaarden einem No-Go Stadtteil von der U-Boot und Kriegswaffenverschenkerstadt Kiel, die auch als erste Stadt, federführend in der BRD-GmbH beim Vertuschen von Migrationskriminalität war. Vergewaltigungen, Plünderungen sowie andere Straftaten sollten nicht mehr öffendlich gemacht werden um eine Scheinakzeptanz “ des friedlichen Volksaustausches zu gewähren. Selbst massivste Übergriffe gegen Staatsdiener, werden da vertuscht. Ja genau, diese Volks und Hochverräter haben meine Bude geräumt, wegen §130 Meinungsdelikte bzw. politisch nicht korrekter freier Meinungsäußerungen. Die Bundespolizei stellte damit, die  Regierungsweisungen über das Gesetz. Sie haben alles mitgenommen. Das hätte ich mir niemals vorstellen können, daß so etwas in Deutschland möglich ist. Das war ein ganz deutliches Exempel, einer durch und durch korrupten, weisungsgebundenen Polizei und rechtsbeugenden Justizapparat! Die Namen aller beteiligten diebischen Scheinbeamten , der deutschvolkhassenden Firma: Bundesrepublik Deutschland – Finanzagentur GmbH, wie die diebischen Parasiten KHK  Michael Heuer,  Dr. Zobel usw. werde ich die Tage veröffentlichen.

Findet bitte mal heraus? Wer oder was, die Bundespolizei ist. Und stellt euch mal die Frage. Warum wurde aus dem Bundesgrenzschutz die Bundespolizei gezaubert und mit welchen Befugnissen wurden sie ausgestattet?. Da steht ein politischer Wille dahinter. Die Umbenennung des Bundesgrenzschutzes in Bundespolizei erfolgte am Recht vorbei, unter der Rot-Grünen-Kinderschänder-ReGIERung im Jahr 2005.

Als Begründung für die Razzia war unteranderem, folgende Textzeile von Arno Schickedanz aus seinem Buch, auf meiner Webseite zufinden…….Sie handel in unserem Volk, wie eine Gegenrasse, daß sage nicht Ich, sondern der Buchautor Arno Schickedanz, der da die Frage stellt, ist das Judentum eine Gegenrasse? hier mal schauen https://germanenherz.wordpress.com/2012/11/03/das-judentum-eine-gegenrasse/    ergänzend: Das Wort Razzia kommt aus dem arabischen Sprachraum. Wenn ein Stamm dort einen anderen Stamm mit einem Rache- oder Beutezug heimgesucht hatte, nannten sie das dann gaziya, ghazwa oder Ghazidshah. Die heutigen polizeilichen Fahndungsaktionen heißen nicht ohne Grund so.

Auf Grund der beschlagnahmten IT und  Medien, werde ich wohl ein paar Probleme bekommen. Ich laße den Blog aber so stehen, aber ob ich als Administrator meiner Textknechtschaften hier weiter mache, daß weiß ich noch nicht, es kostet Zeit! Viel Zeit. Zeit, die ich nicht mehr habe; Zeit, die ich in meine Familie investieren will und in andere Projekte. Die machen mich gerade für hier präsentierte Bücher und Beiträge direkt verantwortlich.

Die Willkür und die Tyrannei der Herrschenden werden so lange von den meisten ignoriert, bis sie selbst davon betroffen sind. Ihr hattet nun 8 Wochen Zeit, alles zu kopieren und zu scannen, und mir mein Eigentum da zurückzubringen, wo Sie es unrechtmäßig genommen haben. Meine Festnetz, Tablet und Handykosten laufen währenddessen weiter. Die Geräte, verlieren jeden Tag an Wert. Ihr habt hier für knapp 10 000 Euro Hardware gestohlen. Daß ist unrechtmäßige, staatliche Willkür von KHK  M.Heuer und seinen BRD Stasi Terroristen von der Polizeidirektion 24103 Kiel Kommissariat 5 Blumenstrasse 2-4 ergänzend:  Die Haager Landkriegsordnung und die Gültigkeit bis heute  “Das Privateigentum darf nicht eingezogen werden”. “Plünderung ist ausdrücklich untersagt”. weiterlesen   Es ist offensichtlich, daß Politik und Polizei hiermit Grenzen überschreiten, die mit den im Grundgesetz verankerten Rechten eines jeden Bürgers nicht länger in Einklang zu bringen sind. Hier werden die entsprechende Gesetzgebung und die Verhältnismäßigkeit von Polizeibefugnissen ad absurdum geführt; verantwortlich ist die Politik, namentlich Landtage und Abgeordnete, die die verfassungsmäßige Ordnung von Recht und Gesetz untergraben. Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist. (Art. 20 Abs. 4 GG) Nutzen wir unsere Rechte und protestieren auch weiterhin, wenn Recht zu Unrecht wird!

Ich weiß momentan gar nicht, wo ich anfangen soll zu erzählen. Ich stehe noch etwas gedanklich neben der Spur, wird sich aber die Tage geben.

Ich melde mich später wieder. LG Toto

Tele. mom nur unter: 01525 4042373

weitere Info im Fratzenbuch

Kann nicht mal jemand bei mir um die Ecke, ein surface mit lte Kartenmodul verkaufen? Denn könnte ich meine Seiten weitermachen. Meins mit 1Tb Plus 4x ssd 512 extern, haben sie ja mitgenommen, hatte ich mir gerade 02.2018 gekauft. Und das ist nur ein Abschnitt. Da waren noch 2 MSI Notebooks, 2 Nokia Handys, 2 Server, haufenweise Speichermedien, Ach was soll Ich sagen. Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte.
Ach ja, mein Telefonanbieter 1 und 1, spielt nicht im STASIsystem mit, und hat meine gesamte Anlage erneuert,  hatte es ihnen ja wegen des unrechtmäßigen Raubes der Fritz Box und der Tablet und Handykarten mitgeteilt. Hatten sie gestern, die bösen Rocker, Kutten und Abzeichenverbot, den bösen Wolf bitte nicht vergessen. Die Suche nach Sündenböcken für politische Misswirtschaft, ist von allen Jagdarten die hinterhältigste.  So haben sie ab jetzt, daß Germanenherz als Südenbock für politische Misswirtschaft.

ergänzend

Woran man bei „Familie“ denkt.

Kindesdiebstahl bzw. Staatlich organisierten Menschenhandel mit meinen Enkelkinder
Meiner Tochter haben sie Anfang 2017 Ihre Zwei kleinen Mädchen weggenommen. Sie sind noch sehr Jung. Geboren 09.2014 und 08.2016 Blond und blauäugig.
Begründung:
Meine Tochter hat nach der Geburt ihres zweiten Kindes 08.2016 eine gesundheitliche Einschränkung – Motoneuronenerkrankung (ALS) Amyotrophe Lateralsklerose. Motoneurone sind motorische Nervenzellen, d.h. Nerven, die für Bewegungen und Sprache zuständig sind. Folglich, kann sie nicht mehr richtig mit ihren Händen greifen und durch ständige Krämpfe im Zungenbein auch nicht mehr richtig sprechen. Der Physiker Stephen Hawking hat dieselbe Krankheit. Für das Jugendamt Buxtehude Grund genug, (ohne ihre Familie zu konsultieren ) ihr die Kinder wegzunehmen und in einer Uns unbekannten Pflegefamilie zu integrieren. Die wiederum, wollen die Zwerge nicht mehr rausrücken. Fakt ist, daß ist Kindesdiebstahl bzw. Staatlich organisierten Menschenhandel.

Ich habe mich sofort beim Jugendamt gemeldet und Anspruch auf die Kinder gestellt. Wie gesagt, die wollen die Zwerge nicht mehr rausrücken. Noch bin ich bürokratisch und versuche den Amtsweg zugehen. Aber auch meine Geduld hat langsam ein Ende. Hm… Artikel 3 Absatz 3: (3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder –> politischen Anschauungen <– benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.

ergänzend: Kinderklau durch Inobhutnahme

Rekordwert Jugendämter nehmen mehr als 84.000 Kinder in Obhut

Rund 84.200 Kinder und Jugendliche sind 2016 in Deutschland  in Obhut und gestohlen genommen worden – so viele wie noch nie.

Ein paar Informationen über die Allmacht der Jugendämter:

1.) Sie dürfen: eigenmächtig, nach eigenem Gutdünken Kinder von ihren Eltern, oder auch anderen Personen jederzeit ohne Prüfung durch ein Gericht wegnehmen und verschleppen.

2.) Das Gericht hat dem Jugendamt keine Vorschriften zu machen, es kann schalten und walten wie es möchte.

3.) Gegen falsche Behauptungen des Jugendamtes können sich Eltern nicht gerichtlich zur Wehr setzen.

4.) Im Gegensatz zu den Eltern brauchen Jugendämter nicht für die Gerichtskosten aufkommen.

5.) Jugendämter unterliegen keiner unparteiischen Kontrolle.

㤠42
Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen

(1) 1Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn
1. das Kind oder der Jugendliche um Obhut bittet oder
2. eine dringende Gefahr für das Wohl des Kindes oder des Jugendlichen die Inobhutnahme erfordert und
a) die Personensorgeberechtigten nicht widersprechen oder
b) eine familiengerichtliche Entscheidung nicht rechtzeitig eingeholt werden kann oder
3. ein ausländisches Kind oder ein ausländischer Jugendlicher unbegleitet nach Deutschland kommt und sich weder Personensorge- noch Erziehungsberechtigte im Inland aufhalten.
2Die Inobhutnahme umfasst die Befugnis, ein Kind oder einen Jugendlichen bei einer geeigneten Person, in einer geeigneten Einrichtung oder in einer sonstigen Wohnform vorläufig unterzubringen; im Fall von Satz 1 Nr. 2 auch ein Kind oder einen Jugendlichen von einer anderen Person wegzunehmen.“
aus: https://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/42.html
„…Das Jugendamt ist zu hören; dies begründet keine Weisungsbefugnis des Gerichts. Das Gericht ist nicht befugt, dem Jugendamt bestimmte Ermittlungen oder bestimmte Mitwirkungshandlungen aufzugeben. Das Jugendamt hat vielmehr seinen eigenen pädagogischen Sachverstand entsprechend seinen definierten fachlichen Standards einzubringen…“
aus: https://www.haufe.de/…/jung-sgbviii-50-mitwirkung-in-verfah…
„…Wegen des Charakters der Mitteilung des Jugendamtes als unselbständiger Teil des familiengerichtlichen Erkenntnisprozesses kann das Jugendamt jedoch nicht verpflichtet werden, Berichte, (gutachterliche) Stellungnahmen oder sonstige (mündliche) Äußerungen, die es dem Familiengericht hat zukommen lassen, zu widerrufen, zurückzuziehen oder sonst für unbrauchbar erklären zu lassen (vgl. VG München, Beschluss v. 21.6.2012, M 18 E 12.2701, JAmt 2012 S. 485). Gibt das Jugendamt nach § 50 eine Stellungnahme gegenüber dem Familiengericht ab, ist Adressat dieser Stellungnahme das Gericht und nicht das Kind oder die Eltern, so dass sich diese gegen die Stellungnahme des Jugendamtes nicht gesondert auf dem Verwaltungsrechtswege wehren können… “ aus: https://www.haufe.de/…/jung-sgbviii-50-mitwirkung-in-verfah…

„… Das Jugendamt ist nach § 162 Abs. 2 FamFG auf seinen Antrag hin am Verfahren zu beteiligen (OLG Sachsen-Anhalt, Beschluss v. 5.9.2001 zu §§ 49, 49a FGG, 8 WF 177/01, FamRZ 2003 S. 468). Ist es Verfahrensbeteiligter, entspricht es nicht der Billigkeit i. S. d. § 81 Abs. 1 FamFG, diesem dann ggf. die Kosten des Verfahrens ganz oder auch nur teilweise aufzuerlegen….“
aus: https://www.haufe.de/…/jung-sgbviii-50-mitwirkung-in-verfah…
„…Die Dienst- und Fachaufsicht über die Jugendämter liegt, …, beim Chef bzw. bei der Chefin der Verwaltung.
aus: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Jugendamt
§ 42 SGB VIII Inobhutnahme von Kindern und Jugendlichen – dejure.org
(1) 1 Das Jugendamt ist berechtigt und verpflichtet, ein Kind oder einen Jugendlichen in seine Obhut zu nehmen, wenn 1. das Kind oder der Jugendliche…  https://dejure.org/gesetze/SGB_VIII/42.html

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Kinderschutz – Familienhilfe – Kindesentnahme – Kindesentzug – Kinderraub – Fremdunterbringung – Kindesmissbrauch ?
Jährlich finden mindestens 80.000 Inobhutnahmen statt – durchaus auch mit fadenscheinigen Begründungen, so Christidis.

Was wird mit diesen Kindern gemacht ?
Sexueller Missbrauch wurde an einigen Heimkindern vorgenommen. Sie wurden nicht nur aus ihren Familien, sondern auch aus ihren Schulen herausgerissen. Sie sind oft so gestört, weil sich gerade in diesen Bereichen (Kinderschutz, Kinderheimen) vermehrt Päderasten¹ befinden. Menschen, die Kinder vergewaltigen und missbrauchen, das sind Sadisten. Völlige Überforderung finden wir auch bei Alleinerziehenden, in Armut lebenden Elternteilen. Das ist politisch gewollt. Das System lässt die Kinder ohne Schutz z.B. des Vaters oder der Mutter aufwachsen. Kindern fehlen wichtige Verhaltensweisen, z.B. das Sich-Wehren etc. Diese Kinder werden auch in Schulen oder Freizeiten sexuell genötigt, weil sie niemanden haben, der für sie einsteht.

Entelternung oder Teilentelternung ist ein staatliches Ziel ?
Es wird zumindest gefördert und willkürlich entschieden, welche Institution die Kinder bekommen oder wer der angeblich bessere Elternteil sei. Eltern und Elternteile, die sich nicht wehren können, sind Opfer, auch Eltern, deren Kinder – oft pubertäre Kinder – die sogenannten „Schutz“maßnahmen vom Staat aufsuchen, sind leichte Beute für das System.

Offizielle Forschungsprojekte als getarnte Zuhälter für Kinder
Kinder werden abgegriffen. Sie entwickeln psychische Störungen und werden einer ganz bestimmten Klientel zugeführt. Es gibt auch „offizielle Forschungsprojekte“, die die Kinder nach der Aufnahme missbrauchen. Die Kinder kommen von selbst oftmals aus diesem Sumpf nicht heraus. Nur das fortschreitende Alter kann sie schützen. Wenn die Jugendlichen nämlich aus der begehrten Altersstruktur herausgewachsen sind, dann sind sie für die Vergewaltiger nicht mehr interessant.

Wirtschaftliche Ausnutzung von Kindern
Jugendliche werden nicht nur seelisch und körperlich missbraucht, sie werden auch wirtschaftlich ausgebeutet. Manche werden sogar aus Deutschland rausgebracht, um als Arbeitskräfte in fremden Ländern eingesetzt zu werden. Diese Form von Ausbeutung wird als „Erlebnispädagogik“ tituliert.
Die Eltern wissen davon in den seltensten Fällen. Die Jugendlichen werden von ihren Missbrauchern angehalten, nichts zu erzählen. Die Rollen werden vertauscht: Den Jugendlichen wird erzählt, „Deinen Eltern geht es nicht gut.“ Kinder sollen also ihre Eltern schützen. In Wahrheit können aber die Eltern nicht mehr ihre Kinder schützen.

Frage an Mitarbeiter vom Jugendamt: „Hast du nicht noch ein paar ‚böse‘ Jungs für mich ?
Wissen denn die Mitarbeiter von Jugendämtern und Justiz, was hier geschieht oder geschehen kann ? Es gibt JA-Mitarbeiter, die Kinder professionell in solche Einrichtungen bringen und dafür ordentlich entlohnt werden. Jugendliche haben Frau Christidis selbst berichtet, dass sie gesehen haben, wie „Briefchen“ (Couverts) zugeschoben wurden usw. oder, dass „ein Heimleiter am Telefon einem Jugendamtsmitarbeiter gesagt hat: ‚Ich brauch‘ mal wieder Nachschub, wir hätten da wieder ein Projekt, hast du nicht noch ein paar böse Jungs für mich ?‘ … ja und dann werden die Jungs eben geliefert.“

Humankapital Kinder
Auch Wirtschaftsverbände haben in der Zwischenzeit Expertisen herausgegeben und dargelegt, was für ein monströses Wirtschaftssystem sich gerade in dem Kinder- und Jugendhilfebereich herausgebildet hat. Es hat sich verselbständigt. Viele Kommunalpolitiker sitzen im Vorstand oder im Aufsichtsrat solcher Kindereinrichtungen und machen damit Werbung beim Wähler. 

Der Maulkorbparagraph 130 StGB Volksverhetzung

Der Begriff Volksverhetzung bezeichnet in der Bundesrepublik Deutschland eine Straftat. Richtiger hieße es jedoch Bevölkerungs-Verhetzung, da Hetze gegen das Deutsche Volk durchaus erlaubt und sogar erwünscht ist. Das Gegenstück in der sogenannten „DDR“ hieß Staatsfeindliche Hetze. Repressive Regime benötigen derlei Willkürparagraphen, um Gegner und Kritiker kriminalisieren zu können und gegebenenfalls mundtot zu machen. Eine Gegenbewegung … Weiterlesen

Rechtsbeugung, Meineid und Hochverrat.

Justitia die korrupte, rechtsbeugende und weisungsgebundene Hure der Wirtschaft und Poliutik

Rechtsbeugung, Meineid, Hochverrat. Beschämend für einen sogenannten Rechtsstaat. Die  Justiz kann nur noch als ein erbärmlicher Haufen von ehrlosen Rechtsbeugern angesehen werden – die sich hinter einem „Machtsystem“ verstecken. Wenn sich Richter und Staatsanwälte beim Missbrauch der Amtsgewalt ( § 302 StGB ) gegenseitig decken, dann werden solche Vorgänge auch als organisierte Kriminalität bezeichnet. ( … Weiterlesen

 

21.12 – 06.01 Julfestzeit und magische Rauhnächte

. Germanenherz wünscht allen Beseelten, friedliche und besinnliche Festtage.
Gledelig Jul und erkenntnisreiche,  magische 12 Rauhnächte. Ein gesundes neues Jahr und uns allen eine bessere Zeit!. In diesem Sinne, Heil und Segen auf all unseren Wegen.

 

 

Wir sind von Nordlands Art !

jul-2016Wenn durchs Land der Herbstwind pfeift, sind schon Berg und Tal bereift, dann wendet sich mit frohem Sinn, unser Herz zur Julzeit hin:
Herbststürme brausen, grau das Himmelszelt, wir harren und hausen in unsrer dunklen Welt.
Kein Wettersturm ist uns zu hart; wir sind von Nordlands Art!

Hat der Julmond Schnee gebracht, freuen wir uns dieser Pracht.
Hei, frisch die Schneeschuh angeschnallt, uns ist kein Schnee zu kalt;
Schneestürme brausen über Wald und Feld,
wir schlittern und sausen durch unsre weiße Welt.
Kein Aufwärts ist zu steil, zu hart, wir sind von Nordlands Art!

Hat die Zeit uns wohlgetan, sehnen wir das Fest heran,
die Sonnenwend mit neuem Licht, das hell ins Finstre bricht:
Lichter erhellen jedes deutsche Haus, wo wir uns gesellen,
bei Wetter, Sturm und Braus, ums heilge Feuer froh geschart,
wir sind von Nordlands Art!

Mehr zum Thema in den folgenden Links

Julfesten

Julfesten Das Julfest ist ein nordeuropäisches Fest der Wintersonnenwende. Es ist eines der 8 Jahreskreisfeste der alten Germanen. Wintersonnenwende – Das große germanische Fest Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft ich atme ein den verlockenden Duft Yulezeit ist da, Yulezeit ist da Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht die Sonne wendet und Balder … Weiterlesen

Wodan Ruprecht (Hruodpercht) Wodanstag

Die deutsche Weihnacht ist eine Verschmelzung des christlichen Jesusglaubens mit der germanischen Tradition (Nordlands Art!), da durch die Zwangs-Christianisierung Germaniens das Julfest abgelöst werden sollte. Die Jul-Tradition war derart tief in der völkischen Kultur der Germanen verwurzelt, daß die römische Kirche, wie auch beim Ostara-Fest, eine zuerst beabsichtige Auslöschung verwarf und daraufhin die Julzeit umdeutete … Weiterlesen

Magische Nächte. Die 12 Rauhnächte

Die 12 Rauhnächte Die zwölf Nächte am Ende des Jahres und die mit ihnen verknüpften Mysterien gehen bis in die Antike zurück. Sie haben sowohl römische als auch germanische und sogar indische, japanische und chinesische Wurzeln, und auch heute noch finden sie vielerorts im Brauchtum Beachtung. Nach uralten Überlieferungen suchen zu dieser Zeit die Seelen … Weiterlesen

Zauberei und Hexerei

Die alten Deutschen kannten Zauber mit Tat und Wort; den ersteren verbietet Nr. 10 des Indiculus (de phy-lacteriis et Ugaturis), den zweiten Nr. 12 (de incantationibus). Das Wort Zauber (ahd. zoubar) selbst bedeutet eigentlich „Mennig“, die rote Farbe, mit der die Runen in die Lostäfelchen eingetragen wurden. Das Zauberlied ist die älteste nachweisbare Dichtungsart der … Weiterlesen

Die weisen Frauen Hagedisen – Hexen

Die erfolgreiche Vorgehensweise und die überzeugenden Ergebnisse der heilkundigen Frauen stellten eine große Bedrohung für das aufkommende Christentum, sprich die Kirche dar. Denn diese Frauen verließen sich mit ihren außergewöhnlichen Begabungen eher auf ihre Sinne und Erfahrungen als auf die Gebote des Glaubens. Versuch und Jrrtum lehrte sie Ursache und Wirkung zu erkennen. Sie Forschten … Weiterlesen

Das Erforschen der Zukunft

Als Mittel zur Erforschung des göttlichen Willens bei den Deutschen nennt Cäsar „Losorakel und Prophezeiungen (sortes et vaticinationes; b. g. 150), Tacitus „Götterzeichen und LosorakeV1 (auspicia et sortes, Germ. 10). Beim Los wurde die Gottheit nach ihrem Willen gefragt, im anderen Falle erfuhr man ihn aus gewissen Vorzeichen. Die Wahrsagekunst scheint mehr Aufgabe der Frauen … Weiterlesen

Die Indogermanen

Germanenherz aus dem Buch: Die Indogermanen – Ihre Verbreitung, ihre Urheimat und ihre Kultur (1905) Vorwort In diesem Buche habe ich beabsichtigt, eine knappe Übersicht über die Urheimat und Kultur der Indogermanen zu geben. Um die Urheimat zu bestimmen, mussten die Sprachen Europas betrachtet und die Wanderungen der einzelnen Stämme kurz dargestellt werden. Die Kultur … Weiterlesen

Der himmlische Lichtbaum der Indogermanen in Sage und Kultus.

Wenn die prähistorische Archäologie allmählich immer mehr einen gewissen homogenen Zustand der in Europa sich ausbreitenden und dasselbe eigentümlich kolonisierenden indogermanischen oder arischen Stämme in Bezug auf das häusliche Leben und die Anfänge gewerblicher Thätigkeit aufdeckt, so entsprechen dem auch die Besultate der Untersuchungen über den mythologisch-religiösen Entwickelungsstandpunkt derselben. Neben den überall bei den betreffenden … Weiterlesen

Deutsche Mythologie – Das Priesterwesen

Keine der deutschen oder nordischen Benennungen für Priester ist mit einem gleichbedeutenden Worte der anderen idg. Sprachen verwandt, jede ist etymologisch leicht zu erkennen, mithin kann der gesonderte Begriff für Priester, für ein deutlich von anderen Ständen geschiedenes Priestertum nicht allzuweit in die Urzeit zurück reichen. Wie der Hausvater für die Sippe das Gebet verrichtete, … Weiterlesen

Wald- und Feldkulte: Der Baumkultus der Germanen und Ihrer Nachbarstämme

Mythologische Untersuchungen Vorwort. Das vorliegende Buch, welchem demnächst ein zweiter Band „griechische und römische Agrarkulte aus nordeuropäischen Ueberlieferungen erläutert“ folgen wird, beginnt die Veröffentlichung einer Reihe von Vorarbeiten, die sieh dem Verfasser als erforderlich ergeben hatten, um zur Klarheit und Sicherheit über das Fachwerk zu gelangen, in welches die einzelnen Stücke der von ihm unternommenen … Weiterlesen

Runen Rad Runen Rat

Germanenherz Runologe 02
Ich weiß, dass ich hing
am windigen Baum
neun lange Nächte,
vom Speer verwundet,
dem Odin geweiht,
ich selber mir selbst,
am Ast des Baumes,
von dem niemand weiß,
aus welcher Wurzel er wuchs.Sie boten mir
nicht Brot noch Met
lernte sie seufzend,
fiel endlich zur Erde.Hauptlieder neun;
da neigt‘ ich mich nieder
auf Runen sinnend,
lernt‘ ich vom weisen Sohn
Bölthorns, Bestlas Vater
und trank einen Trunk
des teuren Mets,
aus Odrörir geschöpft.Runen wirst du finden
und Ratstäbe,
sehr starke Stäbe,
sehr mächtige Stäbe.
Erzredner ersann sie,
Götter schufen sie,
sie ritzte der hehrste der Herrscher.Odin den Asen,
den Alfen Dáinn,
Dvalinn den Zwergen,
Álsvidur den Riesen,
einige schnitt ich selbst.Weißt du zu ritzen?
Weißt du zu raten?
Weißt du zu finden?
Weißt du zu forschen?
Weißt du zu bitten?
Weißt du zu opfern?
Weißt du zu senden?
Weißt du zu tilgen?Besser nicht gebetet
als zuviel geboten:
die Gabe will stets Vergeltung.
Besser nichts gesendet
als zuviel getilgt.
So ritzt‘ es Thulur
zur Richtschnur den Völkern.
Dann entwich er
dahin, wo er herkam.
 Veit eg, að eg hékk
vindga meiði á
nætur allar níu,
geiri undaður
og gefinn Óðni,
sjálfur sjálfum mér,
á þeim meiði,
er manngi veit,
hvers hann af rótum renn.Við hleifi mig sældu
né við hornigi;
nýsta eg niður,
nam eg upp rúnar,
æpandi nam,
féll ag aftur þaðan.Fimbulljóð níu
nam eg af inum frægja syni
Bölþorns, Bestlu föður,
og eg drykk um gat
ins dýra mjaðar,
ausinn Óðreri.Rúnar munt þú finna
og ráðna stafi,
mjög stóra stafi,
mjög stinna stafi,
er fáði fimbulþulur
og gerðu ginnregin
og reist Hroftur rögna.Óðinn með ásum,
en fyr álfum Dáinn,
Dvalinn dvergum fyrir,
Álsviður jötnum fyrir,
eg reist sjálfur sumar.Veistu, hve rísta skal?
Veistu, hve ráða skal?
Veistu, hve fáa skal?
Veistu, hve freista skal?
Veistu, hve biðja skal?
Veistu, hve blóta skal?
Veistu, hve senda skal?
Veistu, hve sóa skal?Betra er óbeðið
en sé ofblótið,
ey sér til gildis gjöf;
betra er ósent
en sé ofsóið,
Svo Þundur um reist
fyr þjóða rök,
þar hann upp um reis,
er hann aftur um kom.

Runologe-Toto-Haas-GermanenherzRunen sind nicht einfach nur Schriftzeichen. Es sind Symbole, die Kraft beinhalten und diese auch übertragen können. Jeder Rune sind bestimmte Eigenschaften zugeordnet, die man durch die Darstellung des jeweiligen Symbols in Schrift oder Klang oder Körperhaltung freisetzen kann. Runen sind wie Schlüssel zu bestimmten Energien… wenn du weist wie du Energie lenken und kanalisieren kannst, dann musst du eigentlich nur den Schlüssel betätigen (durch die fuer dich passendste Methode) , dir Zugang zu dem Energie-Feld „hinter“ der Rune verschaffen. folgende Links nutzen. Die Runenbeiträge liegen noch auf  mein Google Blogspot
Buchvorstellung zum Thema Runen
Der kosmische Ursprung der Runen **
Runen wissenschaftliche Evolutionsforschung  **
Odins Runen – unsere Schrift **
Runen selbst herstellen **
Kleine Runenkunde
Am Anfang war das Wort
Runen 24er futhark  **

Runenmagie
Mittelalterliche Geheimrune n
Germanenherz_Toto_Haas_Runenrad Wenn du dich entschlossen hast dich mit den Runen zu beschäftigen so werden sie dich nicht mehr loslassen. Der Ruf der Runen ist sehr stark, das war er schon von alters her. Bereits unsere Vorfahren haben sich mit den Runen beschäftigt. Bei den Runen gibt es zwei verschieden Systeme sie zu benutzen. Das eine ist das sie als Schrift fungieren der zweite Aspekt, der meiner Meinung nach viel wichtigere, ist es sie als magisches System zu erkennen. Im magischen Sinne können Runen sehr viel tun. Mit ihnen kann man Dinge und Personen schützen oder Eigenschaften verändern.
Wenn du die Runen wirklich erkennen willst so musst du dahin gehen wo die Runen früher benutzt wurde. Finde alte Kraftorte, Eichenhaine, Hügelgräber oder Bergkuppen. An diesen Plätzen sind diese Symbole durch das viele Arbeiten mit ihnen immer noch präsent. Tausende Schamanen vor dir haben an diesen Plätzen ihr Wissen vertieft, weitergegeben oder gefunden. Im Beschäftigen mit der Natur erschließt sich die Bedeutung der Runen auch für uns. Runen sind Symbole für die Natur und für den Menschen. Auch für das Zusammenwirken von Mensch und Natur sind Runen ein Symbol.
Odin hing am Weltenbaum als er die Runen „fand“. Das bedeutet nicht dass du dich auch an einen Baum hängen sollst aber in die Natur musst du gehen. Verlasse die Stadt und mache dich auf um im Wald an einem Bach zu Meditieren. Finde deine Kraft unter einer mächtigen, tausend Jahre alten Eiche. Denke über die Natur nach und über das was die Natur dir mitteilen will. Finde deinen eigenen Zugang zur Natur, zu den Runen und zur geistigen Welt. Verbinde dich mit Odin, Thor, Thyr, Freya mit allen deinen Vorfahren und deren Göttern.
Den Einstig und Beginn der Runen findest du hier im Blog doch die Bedeutung für dich die findest du nur in dir selbst. Mache dich auf und folge dem Ruf der Runen, sie werden dich zu neuen Erkenntnissen über dich selbst und deine Umwelt bringen. Vielleicht begreifst du erst dann was dein Weg durch die Zeit ist und wie du ihn gehen sollst.

Um einen Runenkreis zu beschwören solltest Du vorher kurz überlegen, auf welche Weise dies geschenen soll. Zunächst einmal gibt es die Möglichkeit, den Kreis tatsächlich abzuschreiten oder ihn zu Visualisieren. Ich bevorzuge ein tatsächliches Abschreiten, da Du dann einfach direkter ‚dran‘ bist. Die schiere Menge an Runen und Ihren Bedeutungen eröffnet Dir hier viel mehr Möglichkeiten als z.B. ein klassicher Schutzkreis.

Wenn es ein einfacher Schutz vor unbakanntem Unbill sein soll, so ist eine Anrufung des gesamten Futhark eine gute Wahl. Damit hast Du alle Zauberzeichen in Deinem Kreis, und diese können sich gegenseitig unterstützen: Du begibst Dich an die östliche Seite des Kreises, dort wo die Sonne aufgeht, und rufst Fehu, die erste Rune des Futhark. Du kannst sie rufen, indem Du den Laut der Rune („F“) oder den Namen ausrufst bzw aussprichst. Nun gehst Du im Lauf der Sonne, im Uhrzeigersinn, um den Ort des Zaubers herum und rufst jede Rune des Futhark in der Reihenfolge. Wenn der Kreis umlaufen ist sollte das Futhark komplett gerufen worden sein. Das heißt: gib Acht, dass Du im Norden Kaun, im Westen Eiwaz und im Süden Ehwaz anrufst, dann passt das schon. Du kannst beim Umlaufen des Kreises auch Deine Runenscheiben / -Stäbe an der jeweiligen Stelle auf den Boden legen oder fallen lassen.

Wenn es Dir um einen spezifischen Schutz oder die Anrufung einer bestimmten Entität geht, dann kann es besser sein, einen Sinnspruch, einen Namen oder einen Wunsch zu formulieren. Überlege Dir, was Du rufen willst, was Dein Wunsch ist oder was Dir sinnvoll erscheint. Das kannst Du in Form einer Sigille ausformen. Diesen Spruch legst Du dann ebenso wie oben das Futhark um den Ort des Geschehens herum. Es ist hilfreich, vor dem Ziehen des Kreises zu planen, welches Zeichen an welcher Stelle des Kreises liegen soll. Übrigens funktioniert dieser Kreis auch mit Lateinischen Buchstaben ganz gut.

Eine dritte Möglichkeit ergibt sich in Anlehnung des klassichen Kreises. Für jedes Element gibt es eine Entsprechung im Futhark.

Luft – Ansuz (Osten)
Feuer – Kaun (Süden)
Wasser – Laguz (Westen)
Erde – Othil (Norden)

Diese Rune legst Du, den Bedeutungen im klassichen Schutzkreis entsprechend, in die vier Himmelsrichtungen. Zusätzlich zu den Runen empfehle ich, ein oder zwei Runen dazu zu legen. Diese wählst Du entsprechend Deinen Wünschen zu dem jeweiligen Element. Wenn Du Luft und damit klare Gedanken und Ideen anziehen willst, so legst Du zum Beispiel zu Ansuz noch die Iss-Rune, um die Gedanken klar und ruhig zu halten. Willst Du Wut und Leidenschaft draußen halten, so legst Du Iss und/oder Thurisaz an die Kaun-Rune. Nach diesem System kannst Du Deinen Runenkreis verfeinern.

Zusätzlich zu allem oben Beschriebenen kannst Du auch den gesamten Raum innerhalb des Kreises unter eine bestimmte Rune stellen. Dies sollte, dem positiven Denken entsprechend, die Rune sein, die das darstellt, was Du bewirken willst. Diese Rune kannst Du über dem gesamten Ritualvorhaben visualisieren. Oder Du zeichnest sie tatsächlich auf den Boden.

Schutzkreis

Um einen „klassischen“ Schutzkreis aufzubauen benötigst Du die Werkzeuge, die den Himmelsrichtungen bzw den Elementen zugehörig sind. das sind:

Osten – Luft – Schwert oder Räucherung
Süden – Feuer – Stab oder Kerze
Westen – Wasser – Kelch
Norden – Erde – Kessel

Um den Schutzkreis zu ziehen betrachtest Du zunächst einmal die Räumlichkeiten, die Dir zur Verfügung stehen und besinnst Dich auf das, was Du vorhast. Achte darauf, dass Du alles, was Du benötigst schon im Kreis hast.

Nun gehst Du an die östliche Seite des Kreises, die Seite des Sonnenaufgangs. Hier rufst Du mit dem Schwert oder der Räucherung in der Hand das Element Luft an. Oder eben das, was Du grad damit in Verbindung bringst. Seien es Götter/Göttinen, Engel, Ahnen, Himmelsrichtungen, etc. Ob Du dabei tatsächlich etwas sagst ist Dir überlassen. Ich halte meine Klappe, weil es mich stört zu reden. Lieber visualisiere ich etwas, das mit der Luft in Verbindung steht. Meistens ist das ein starker Wind direkt vor mir der alles hinwegweht, was mir beikommen könnte. Dann gehst Du mit dem Schwert im Uhrzeigersinn, dem Lauf der Sonne, zu jeder Himmelsrichtung und ruft dort das Element Luft (oder den entsprechenden Gott, Engel, etc) an. Bei jeder Himmelsrichtung visualisiere ich dabei wie sich der Wind um den Schutzkreis herum ausbreitet. Wie Du es machst ist natürlich Deine Sache. Wenn Du wieder im Osten bist und den Kreis geschlossen hast bedankst Du Dich bei den angerufenen Kräften für ihren Schutz, legst das Werkzeug hin und gehst in den Süden.

Hier machst Du sinnvollerweise das gleiche wie im Osten, nur halt mit dem Stab oder einer Kerze. Auch hier rufst Du wieder die Kräfte Deiner Wahl an und schreitest den Kreis ab. Für das Feuer visualisiere ich eine Flammenwand, die mich umschließt.
Im Westen das gleiche Spiel mit dem Kelch und dem Wasser. Hab keine Hemmungen, auch ein wenig Wasser beim Gehen zu verschütten, das kann jeder Teppich ab. Hier visualisiere ich einen starken Regen oder dichten Nebel, der den Kreis umschließt. Keine Angst, das Feuer wird vom Wasser nicht gelöscht.

Und schließlich rufst Du im Norden die Erde mit Hilfe des Kessels. Zum Visualisieren hat mir immer eine dicke Steinmauer, die sich um den Kreis herum aufbaut, gute Dienste geleistet.
Hast Du auf diese Weise den Kreis geschlossen kannst Du frohen Mutes an das gehen, was Du vorhast.
Und wenn Du damit fertig bist baust Du den Kreis selbstverständlich wieder ab. Dazu gehst Du in umgekehrter Reihenfolge – Norden/Kessel, Westen/Kelch, Süden/Stab, Osten/Schwert – mit dem Werkzeug zur jeweiligen Himmelsrichtung und bedankst Dich dort bei dem Element für den Schutz und weist das Element an, sich zurückzuziehen.

Dabei kannst Du auch visualisieren, wie der aufgebaute Schutz schwächer wird. Wenn dann schließlich der Kreis weg ist gehst Du noch dran, die Werkzeuge zu reinigen. Vor allem der Kelch muss ordentlich ausgespült werden. Wenn Du in der Natur bist, am besten in einem fließenden Gewässer. Ansonsten lass großzügig Frischwasser in den Kelch laufen und schütte das Wasser nachher in den Garten / Nachbars Garten.

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Fehu
germanisch: Fehu
gotisch: Faíhu
altenglisch: Foeh
altnordisch:
Bedeutung: Vieh
Lautwert: F
Zahl: 1
Schreiben: F / V
Kraft: aktiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 1. Freyr
Götter: Freyr, Freyja
Baum: Holunder
Pflanze: Maiglöckchen
Kraut: Brennessel
Edelstein: Moosachat
Farbe: helles Rot
Elemente: Feuer, Erde
Halbmond: 12.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Nov. – Anfang Dez.
Schlagworte: Vieh, Rindvieh, Tierherde, Geld, materieller Besitz, Eigentum, Nahrung, archetypische Energie der Bewegung, ewiges Werden, bewegliche Form der Macht, aussendende Rune
Bedeutung: Übersetzt bedeutet der Name Fehu „Vieh“, genauer: Rindvieh, und man mag in der äußeren Form dieser Rune zwei Hörner erkennen, symbolisch für ein Rind des Viehbestands. Tiere oder Tierherden, insbesondere Rinderherden, wurden früher mit Reichtum gleichgesetzt, denn wer viele Tiere besaß, hatte erstens genügend zu essen und zweitens ein wichtiges Tauschobjekt. Fehu steht somit für Besitz und Reichtum, und auch Geld und materieller Besitz, der nicht gerade aus Viehherden besteht, kann sich in dieser Rune ausdrücken. Im Allgemeinen steht Fehu daher heute für Geld und bewegliches Eigentum (im Gegensatz zum unbeweglichen Eigentum, welches die letzte Rune Othala symbolisiert). Für Geld steht auch das englische „fee“ (Gebühr), welches etymologisch von Fehu abstammt (beziehungsweise vom davon stammenden altenglischen „Foeh“). Geld ist auch Ausdruck von Energie – ohne Geld fehlt auch Energie, so zumindest im modernen Lebenskonzept. Fehu ist damit auch Kraft, symbolisiert durch die Kraft des Rinds, mit welcher der Mensch erst in der Lage ist, einen Acker zu pflügen. Fehu ist die Urenergie, die ganz am Anfang der Schöpfung stand. Diese Urenergie ist groß und gewaltig, vor allem aber unkontrolliert, chaotisch und kaum faßbar. Ein Mensch, der in Ekstase oder in einen Wutausbruch verfällt, stellt dieses chaotische Energie ausgezeichnet dar. Mit Fehu ist man reich, und man ist fest in seinem Urgrund verankert, so daß man jedem Sturm unerschütterlich entgegentreten kann. Gleichzeitig sagt Fehu aber, daß ein großzügiger Umgang mit Geld und beweglichem Besitz allgemein die einzige Möglichkeit ist, Streit und Kampf aus Habgier zu verhindern. Die Rune fordert auf, nicht am Reichtum festzuhalten, sondern ihn weiterzugeben, ihn zu teilen. Die Rune steht auch für den immateriellen Besitz eines Menschen, der sich in seinem „guten Ruf“ (Ruhm) ausdrückt. Auf der spirituellen Ebene ist Fehu die Fähigkeit, die geworfenen Runen bei der Divination zu interpretieren.

Immer wieder stößt man auch auf die Deutung „Feuer“ für Fehu. Diese scheinbare Lautübereinstimmung ist jedoch eine von mehreren Fehlinterpretationen des Prof. Friedrich Fischbach, ein von romantischem Deutschtum getragener Wiesbadener Forscher, der mit seiner 1900 erschienenen Schrift „Ursprung der Buchstaben Gutenbergs“, den Grundstein zur Fehlentwicklung der esoterischen Runenliteratur legte. Er verglich antike Schriftzeichen mit den Runenformen, um deren hieroglyphischen Ursprung herauszufinden. Hierbei ging er bewußt streng einseitig vor, indem er bemüht war, jedes Runenzeichen aus der Sicht des von ihm überbetonten Feuerkults zu verstehen, was zwangsläufig zu Irrtümern und der Verwechslung der Urenergie mit dem Urfeuer in Muspelheim führen mußte. Obwohl seit 1874 der Runologe Wimmer darauf hingewiesen hatte, daß das 16’er Futhark das jüngere System ist, beharrte Fischbach auf dem überholten Standpunkt, es handele sich dabei um das Ur-Futhark. Er machte jene tragischen Fehler, welche später Guido List und andere Autoren aufgriffen und übernahmen. Leider findet man sogar in der modernen Literatur immer wieder diese frei erfundene Interpretation Fischbachs, für die es keine historischen Quellenbelege gibt.

Mythologie: Fehu ist die reine archetypische Energie der Bewegung und Ausdehnung im Multiversum. Fehu ist Ausdruck der allumfassenden und allgegenwärtigen Macht und wird durch die anstürmende Rinderherde symbolisiert. In der germanischen Schöpfungsgeschichte entstand die Welt aus Dampf, als das Feuer Muspelheims und das Eis Niflheims (siehe Isa) einander berührten und bekämpften. Dies steht sinnbildlich für eine Synthese aus Urenergie (nicht mit Urfeuer zu verwechseln) und Urmaterie. Fehu steht aber nicht für die undifferenzierte, homogene Macht der Urenergie, sondern eher für das Mysterium ihres ewigen, wunderbaren Wirkens innerhalb des ganzen Multiversums. Diese Rune ist für die der Fruchtbarkeit zugrundeliegende Kraft zuständig und ebenso sowohl für die der Erschaffung als auch der Zerstörung und das harmonische Zusammenwirken dieser beiden Extreme, aus denen dann die evolutionäre Kraft hervorgeht. Fehu ist die archetypische Kraft, welche den ewigen Prozeß des Entstehens, des Werdens, des Vergehens und neuen Werdens in Gang setzt. Das Wort „Vermögen“ bedeutet ursprünglich „Können“. Indem der Mensch die ihm anvertraute (oder auch ausgelieferte) Materie nicht verneint, sondern sie achtet und pflegt, ohne sie jedoch zum Götzen zu machen, erfährt er die Einheit des Seins im Rhythmus von Geburt, Tod und Wiedergeburt. Fehu, als Symbol für die Fruchtbarkeit und Mehrung des Viehs, ist Freyr zugeordnet, dem nordischen Gott der Ekstase und der Fruchtbarkeit. Er wird mit einem großen erigierten Penis dargestellt und sein Heiligtum war in Upsala (Schweden). Er sorgt für die Fruchtbarkeit der Menschen, der Tiere und der Natur. Freyr steht mit Fehu in enger Verbindung, und ihm werden auch die ersten acht der 24 Runen zugeschrieben (Freyrs-Aett)

Magie: Wie aus dem bereits Gesagten unschwer zu entnehmen ist, kann man die Rune Fehu für ganz gezielte magische Bereiche einsetzen: Energie, Fruchtbarkeit, Ekstase und Reichtum. Im Ruhezustand ist sie neutral, erst durch die Intentionen des Anwenders wird die Richtung festgelegt, in die es gehen soll. Magie ist neutral, und man kann sie für gute und schlechte Dinge einsetzen. Man kann sie dazu benutzen, um Energie anzuziehen, nur muß man frühzeitig bremsen, denn sonst wird die Energie zu viel, und die Arbeit verfällt ins Chaotische, Unkontrollierte. Wenn man die aufgenommene Energie dann nicht mehr kanalisieren, sie nicht mehr anwenden kann, dann kommt es zu einem Energiestau, und man explodiert auf die eine oder andere Weise – ganz nach Veranlagung. Fehu will mit seinem Konzept des Geldes und Reichtums auch daran erinnern, daß vor jeder spirituellen Reise zunächst die materielle Sicherheit des Daseins hergestellt werden sollte, welche auch Grundlage spiritueller Energie ist. Erst wenn man mit beiden   Beinen im Leben steht und Sicherheit im Leben hat, ist es auch sicher, spirituell andere Welten zu bereisen und sich sicher auf dem magischen Weg fortzubewegen. Sind diese materiellen Grundlagen nicht gegeben, führt der spirituelle Weg noch weiter vom Selbst weg, so daß man schließlich den Boden unter den Füßen und jeglichen Zugang zur Alltagswelt verliert. Fehu ist sowohl die Realität des Alltags wie auch der Katalysator für alles, was dahinter liegt. Es ist das Heim, in das man nach jeder Wanderung wieder Heimkehren muß, und sich dort den einfachen Freuden des Lebens hinzugeben. Wie Fehu Sinnbild des beweglichen Besitzes ist, so steht sie auch für bewegliche Energie, sozusagen das „bewegliche Kapital des Geistes“. Im magisch-psychischen Bereich ist das Konzept der beweglichen und übertragbaren magischen Macht eng mit dem altgermanischen Begriff des „Hamingja“ (oft als „Glück“ übersetzt, meint aber positive Energie) verbunden. Diese Energie kann von einem Einzelwesen ausgehen und ist eine mittels Fehu kanalisierte, auf ein Ziel gerichtete expansive Kraft, welche die Projektion seelischer Wesenheiten und magischer Macht von einem Menschen auf einen anderen oder von einem Menschen auf ein Objekt erleichtert.

Anwendung: Konstruktiv wirkt Fehu auf das Fließen von Energie, neutral liefert Fehu bewegliche Energie und destruktiv verwandt, blockiert sie das Fließen, und der Geldbeutel wird immer leichter. Fehu ist außerdem eine Fruchtbarkeitsrune.

Wirkung: Stärkung der psychischen Kräfte. Übertragung oder Projektion von Kraft. Förderung der persönlichen und gesellschaftlichen Weiterentwicklung sowie Vergrößerung des persönlichen Reichtums. Beeinflussung beweglicher Güter, Zerstörung feindlichen Besitzes. Amulett gegen finanzielle Schwäche oder Bedrohungen. Talisman für materielle Mehrung.

Heilrune: Zuständig für den Brustbereich und gegen Atmungsbeschwerden. Kräftigung bei Krankheit und in Zeiten seelischer Krisen, Heilung erkrankter Fortbewegungsorgane.

Orakelbedeutung: Finanzielle Stärke und Wohlstand in der Gegenwart und der nahen Zukunft. Gewonnener und/oder erworbener Besitz.

Runenbotschaft: Man hüte und mehre seinen Besitz, denn er gibt Sicherheit und Unabhängigkeit. Aber man verhafte sich ihm nicht und blockiere sich nicht durch Geiz. Noch höher als materiellen Besitz ehre man   den verborgenen Wert in seinem Inneren. Wer die Kräfte dieser Rune mißbraucht, um seine egoistischen Ziele durchzusetzen, wird auch den Fluch des Goldes erfahren. Man lerne, seine eigene Macht und seine eigene Kraft anzunehmen, erst dann kann man sie nutzen, um seine persönliche Entwicklung und die der anderen, der Gesellschaft und der Menschheit als Ganzes zu fördern. Reich sein heißt „reiches Sein“ – man werde reich, innerlich wie äußerlich, dann kann man sein Leben so gestalten, wie es seiner Bestimmung und/oder seinem eigenen Wollen entspricht.

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Uruz
germanisch: Uruz
gotisch: Úrus
altenglisch: Úr
altnordisch: Úr
Bedeutung: Auerochse
Lautwert: U
Zahl: 2
Schreiben: U
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 1. Freyr
Götter: Thor (auch Loki, Odin)
Baum: Birke
Pflanze: Kapuzinerkresse
Kraut: Sumpfmoos
Edelstein: Granat
Farbe: dunkles Grün
Elemente: Erde
Halbmond: 12.  Neumond
Zeit ca.: Ende Okt. – Ende Nov.
Schlagworte: Auerochse, Opferstier, Heilung, Quelle der ordnenden und formgebenden Kräfte, kosmischer Same, natürliche Ordnung
Bedeutung: Diese Rune symbolisiert durch die typische Krümmung ihres Rückens einen Auerochsen (germanisch: Ur), und dieser ist Sinnbild für die gewaltige Kraft der Erde. Der Energie von Fehu wurde hier eine Form gegeben, und manchmal kann man bei soviel komprimierter Energie schon rot sehen. Diese Rune besitzt ein verstecktes, aggressives Potential. Uruz steht sozusagen zwischen Himmel und Erde und schöpft aus diesen Gegensätzen die Kraft, die unverwundbar werden läßt. Sie ist das Symbol für die Eigenart eines Menschen, der erdverbunden, kämpferisch und doch nie ganz von dieser Welt nach Höherem strebt. Der Auerochse verkörpert ungeheure Energie, die solange ruhig bleibt, bis sie gereizt wird. Dann kommt die Aggression zum Zuge, mit welcher das Tier um seine Freiheit und sein Leben kämpft. Aggression wird in der heutigen Gesellschaft negativ bewertet, doch tatsächlich ist es doch die allen   Menschen innewohnende Kraft, mit der man sich durchsetzen kann, mit der man wieder in die Freiheit gelangt. Die Verteufelung der Aggression läßt heute die Schwachen über die Starken herrschen. Ein gesunder und bewußter Umgang mit dieser Energie macht den Menschen vollständiger und mächtiger. Wird die Aggression heruntergeschluckt, frißt sie einen auf. Allein der Wille vermag die potentielle Energie der Aggression in Bahnen der Kreativität zu lenken. Uruz gilt auch als Gottesstier-Opferrune, da sie im Runenkalender in die Zeit des zweiten Disenopfers (altnordisch: Dísablót), beziehungsweise Samhain fällt (um Ende Oktober).

Mythologie: Der Auerochse ist ein Wildrind, das früher in fast ganz Europa angetroffen wurde. In der Bronze- und Eisenzeit zogen große Herden durch Norddeutschland. Der Auerochse wurde im 17. Jahrhundert ausgerottet und ist in den 1980’er Jahren wieder „zurück“-gezüchtet worden. Der Auerochse steht für das Wild, wie Fehu für das domestizierte Vieh steht. Der Auerochse ließ sich niemals vom Menschen domestizieren, es war immer ein freies, stolzes Tier, behielt seine Ursprünglichkeit und verteidigte tapfer und wehrhaft sein Revier. Daher ist Uruz die Rune der starken Persönlichkeit mit einer großen Regenerationsfähigkeit. Uruz ist die Rune für den Gott der heiligen Jagd und seines Schamanen. Dies ist der erste Schritt aus der Sicherheit Fehus heraus, in Richtung der Ungezwungenheit. Dieser Schritt ist aber auch mit einem Risiko verbunden. Uruz steht auch für Sterblichkeit und die Erkenntnis des Todes. Die Rune wird daher als Tor zur Unterwelt gesehen. Die Energie dieser Rune ist roh und ungestüm, maskulin, und eng mit dem Element Feuer verbunden. Mit der Tötung eines Urs bewiesen Jünglinge ihre Männlichkeit. Der Junge der seinen ersten Auerochsen tötete wurde zum Mann und damit in die ersten Mysterien des Erwachsenseins eingeweiht, die Sterblichkeit allen Seins. Uruz wird auch als Urdbrunnen (Urd war eine der drei Nornen, Schicksalsgöttinnen) gesehen, welcher Gesundheit, Leben und Einfachheit verleiht und das wesentliche Selbst offenbart.

Magie: Die Rune Fehu brachte Energie, doch dies ziemlich unkontrolliert und chaotisch. Die logische Folge ist nun Uruz, welche diese chaotische Energie in eine bestimmte Form bringt. Uruz verkörpert aber eben nicht die Form, sondern die formgebende Kraft. Weiterhin steht Uruz mit der Erdkraft in Verbindung. Man findet diese Kraft in den Kraftlinien (sogenannte Ley-Linien) der gesamten Erde wieder, welche diese wie ein Netz umspannen. Viele Kraftplätze finden sich an und auf ihnen und ihren Kreuzungspunkten. Wer sensibel ist, kann diese Kraftlinien wahrnehmen, ebenso wie die Germanen es taten. Sie erbauten darauf ihre heiligen Plätze, aus welchen dann im Zuge der Christianisierung Kapellen, Kathedralen und Kirchen wurden. Stonehenge, Glastonbury, die Externsteine, Chartre, Prag, der Heiligenberg bei Heidelberg – dies sind alles Orte auf diesen Kraftlinien. Manchmal findet man solche Kraftplätze der Erde auch mitten im Wald oder Feld. Bäume und Pflanzen wachsen dort etwas anders als anderswo, und kein Mensch weiß mehr um die Bedeutung dieses Kraftortes, doch dort kann man die Energie der Erde besonders deutlich wahrnehmen. Manchmal hat man solche Punkte sogar mitten in der Wohnung. Mit Uruz kann man die Erdenergie mit in seine Arbeit einbeziehen und sie nutzen. Mit dieser Kraft kann man heilen und wird selbst geheilt. Uruz verleiht jugendliche Kraft und fördert die Regeneration der physischen Gesundheit. Man vermag mit ihr so stark und mutig wie ein Auerochse zu werden, vorausgesetzt, man läuft nicht ständig vor seiner eigenen Kraft davon. Die Energie, welche durch die Fehu-Rune angezogen wird, vermag Uruz durch die Kraft des Willens in die Tat umzusetzen. Auch wenn es vonnöten sein sollte, einen chaotischen Zustand wieder in geordnete Bahnen zu lenken, empfiehlt sich diese Rune. Die Kraft von Uruz ist gefährlich, kann zwar begrenzt kontrolliert, nie aber gezähmt werden. Sie steht für Freiheit, Ungezügeltheit und überwältigende Kreativität, d.h. wenn man sie einzusperren versucht, wird sie einen Ausweg finden („Das Leben findet einen Weg“).

Anwendung: Uruz entspricht positiv einer beständigen, kraftvollen Erdenergie, neutral der ruhenden Erdkraft und negativ der zerstörerischen Kraft der Erde und dem Tod. Der negative Aspekt der Uruz-Rune ist die blinde Wut, die unkontrollierte Aggression, die Durchsetzung des eigenen Willens ohne Rücksicht auf andere Menschen und die Bedürfnisse der eigenen Seele. Menschen, die sich selbst besonders wichtig nehmen und bei der Ausführung ihrer Ideen über Leichen gehen, entsprechen diesem negativen Aspekt. Eine andere Schattenseite von Uruz ist das krankhafte Alles-in-eine-Form-Pressen. Um sich sein Weltbild aufrecht zu erhalten, wird alles geordnet und dem eigenen Horizont angepaßt. Was über diesen hinausgeht, wird verteufelt und als lebensbedrohend empfunden. Uruz kann zwar bei der inneren Verwurzelung helfen, doch zeigt sich ihre negative Seite auch im physischen Bereich, im Festsitzen und Festhalten an alten Mustern und Strukturen.

Wirkung: Kreatives Erschaffen und Formen äußerer Umstände durch Willenskraft und Imagination beziehungsweise Inspiration. Erlangen von Stärke, Entschlossenheit und Ausdauer. Heilung und Aufrechterhaltung eines guten geistigen und körperlichen Gesundheitszustandes. Anziehen von glücklichen äußeren Umständen. Induktion von Erdenergie. Konzentrationsfördernd. Bewußtmachen von Kausalitäten.   Erkennen und Verstehen des Selbst. Schutz vor Nachlässigkeit und Unzuverlässigkeit bei materiellen Unternehmungen. Erdung und organische Kräftigung, Steigerung der Vitalität. Talisman für die Stabilisierung und Konkretisierung geschäftlicher Vorhaben und Sicherung von Grund und Boden.

Heilrune: Zuständig für die Muskulatur, die körperliche Kraft, die Stärkung der Abwehrkräfte und die Förderung einer gesunden körperlichen Konstitution. Uruz steht eng mit der Tätigkeit des Heilens in Verbindung. Dabei geht es um die Heilung anderer Menschen und der von sich selbst. In Odins Runenlied heißt es zu Uruz: „Ein anderes weiß ich, des alle bedürfen, Die heilkundig heißen.“ Oft geht eine Krankheit mit der Entwurzelung von Körper, Seele oder Geist einher. Zu diesen Wurzeln kann Uruz zurückführen. Uruz findet bei Heilungen Verwendung, meistens in Kombination mit anderen Runen. Fehu und Uruz ergänzen sich ausgezeichnet.

Orakelbedeutung: Körperliche Kraft und Schnelligkeit, kann sich auf den Befrager und andere beziehen.

Runenbotschaft: Man achte auf das, was einen im tiefsten Inneren bewegt und antreibt und stelle den Kontakt zu seinem eigenen Ursprung (wieder) her. Man sei stark, bodenständig, wehrhaft und selbstbewußt. Man werde sich seiner wahren Ursprünge bewußt und bleibe ihnen treu – aber entwickle auch weiter, was einem gegeben wurde. Man lerne, mit beiden Beinen fest auf dem Boden zu stehen, aber auch zu gehen. Sorgfalt in kleinen Dingen bringt Kraft und innere Ruhe. Man richte seinen Blick auf das Höhere und schöpfe so aus der Quelle der Urkraft.

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Thurisaz
germanisch: Þhurisaz
gotisch: ÞiuÞ
altenglisch: Thorn
altnordisch: Þurs
Bedeutung: Riese
Lautwert: TH
Zahl: 3
Schreiben: Th
Kraft: aktiv
Geschlecht: männlich
Aett: 1. Freyr
Götter: Thor
Baum: Eiche, Weißdorn
Pflanze: Mondviole
Kraut: Gartenlauch
Edelstein: Saphir
Farbe: leuchtendes Rot
Elemente: Feuer
Halbmond: 11.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Okt. – Anfang Nov.
Schlagworte: Riese, Dämon Schaden, Chaos, gegen die Ordnung gerichtete Kräfte, Polarität von Leben und Tod
Bedeutung: Thurisaz bedeutet Riese (altnordisch: Thurse) und später bei den Angelsachsen auch Dorn. Thurisaz steht in enger Verbindung zu den Riesen, welche sich nach der nordischen Mythologie als Unholde für alle Unwetter und Naturkatastrophen verantwortlich zeichnen. Thor ist der einzige, unter den Göttern, welcher sie in Zaum zu halten vermag. Uruz konnte die Fehu-Energie nicht mehr halten und entlädt sich nun in Thurisaz. Sie ist die erste der „Hindernis“-Runen. Diese Hindernisse müssen nicht notwendigerweise zerstörerischer Natur sein, sondern sie werden dem Suchenden in den Weg gelegt, um ihn zu stärken. Man kann kein mutiger Held sein, ohne nicht vorher einen Drachen erschlagen zu haben. Die Lehre dieser Rune lautet: „Aus (schlechter) Erfahrung wird man klug.“, auch im Sinne von: „Man muß sein Schicksal auf sich nehmen und das Beste daraus machen.“ Was im ersten Augenblick ein negatives und zerstörerisches Element ist, kann sich durchaus in eine wichtige Lehrstunde verwandeln und der Beginn einer positiven Wende sein. Die Riesen scheinen böse und zerstörerisch gegenüber den Asen, aber sie stehen auch für Wechsel und Veränderung und bereiten den Weg für Neues. Thurisaz steht für ungezähmte Kräfte und Chaos, die sich gegen die göttliche Ordnung wenden.

Oft wird Thurisaz auch als Thors-Rune fehlinterpretiert, Aber Thurisaz bedeutet eben gerade nicht Thor. Diese falsche Annahme mag an der lautlichen Ähnlichkeit liegen, ist aber eine Verwechslung der Thursen mit deren Erzgegner Thor. Diesen Irrtum begründete 1900 Prof. Friedrich Fischbach, und er setzt sich, von Guido List und anderen Autoren brav aufgegriffen, bis heute in zahlreichen Werken über Runen fort. Auch die Fehldeutung des Runensymbols als Thors Hammer Mjöllnir, wofür es keinen Quellennachweis gibt, beruht auf diesem Irrtum. Daß Thor in Wahrheit keine ihm zugeordnete Rune besitzt, liegt daran, daß das ältere Futhark sehr viel früher entstand als der Glaube an Thor/Donar, der erst etwa Anfang des Frühmittelalters aufkam.

Mythologie: Thurisaz ist die Rune der Riesen. Um die Bedeutung dieser Rune zu verstehen, muß man die Rolle der Riesen in der germanischen Mythologie genauer betrachten. Im Schöpfungsmythos sind die Riesen die ersten Wesen, die aus dem leeren Raum, dem Ginnungagap und den in ihn hineindringenden Urelementen Feuer und Eis gezeugt worden sind. Ymir (der Rauschende) heißt der erste Riese. In ihm sind beiderlei Geschlecht vereinigt, von ihm stammen alle Riesen ab, und diese zeugen schließlich die Götter Odin, Wili (Hönir) und We (Loki). Diese töten dann Ymir, um aus dem toten Körper die Erde zu bilden und Ordnung in das Urchaos der Welt zu bringen. Die Riesen werden in ein Gebiet außerhalb der gehegten Welt (Asgard und Midgard) verbannt oder haben ihren Wohnsitz in den Elementen, die sie darstellen. Von nun an gibt es Feindschaft zwischen den Göttern und dem Geschlecht der Riesen, die immer wieder versuchen, ihre eingeschränkte Macht zurückzugewinnen und wieder das Urchaos und die Macht der Urelemente über die Welt hereinbrechen zu lassen. Der einzige, der es im germanischen Götterhimmel mit den Riesen aufnehmen kann, ist der Gott Thor oder (in Deutschland) auch Donar genannt. Der Kampf der Götter, insbesondere der Kampf Thors gegen die Riesen, symbolisiert nichts anderes, als der Kampf der Ordnung gegen das Chaos. Darum ist Thor den Menschen auch beschützender Freund gegen die Urgewalten der Natur und gegen Unheil und Gefahr. Deshalb ist Thor als Gegenspieler der Riesen dem bäuerlichen Menschen verläßlicher Freund und Beschützer im Kampf gegen die Urgewalten der Natur. Thor vertreibt die Riesen mit seinem Hammer Mjöllnir (der Zermalmer), den man zum Schlagen benutzen, aber ebenso auch werfen kann, wobei er wie ein Bumerang wirkt. Eine weitere, allerdings angelsächsische Bedeutung der Thurisaz-Rune ist im Schlaf- und Todesdorn Wotans zu sehen, mit der er die ungehorsame Walküre in Schlaf versetzt, sie so dem irdischen Schicksal geweiht wird und sie den Weg der Entmachtung und Erniedrigung als ehemals weibliche (vanische) Gottheit, durch die Vorherrschaft des Mannes, gehen muß. Die Erweckung der Walküre durch den Helden basiert auf dem urindogermanischen Mythos des Erweckens der sich im Winterschlaf befindlichen Natur durch die Kraft der Sonne im Frühjahr.

Magie: Thurisaz ist eine der mächtigsten Runen des Futhark und auch die Unberechenbarste. Daß diese schon an dritter Stelle kommt, ist eine Prüfung für alle Menschen, die sich mit den Runen wirklich auseinandersetzen wollen. Viele hören genau an diesem Punkt damit auf, sich weiter für Runen zu interessieren, denn sie bemerken plötzlich, daß es wirklich funktioniert und man spürt, daß das Runensystem nicht nur Esoterik-Geschwätz ist, sondern daß tatsächlich Kraft dahinter steckt – und die verträgt nicht jeder. Thurisaz bringt den Menschen mit der unkontrollierbaren Kraft seines Unbewußten in Verbindung. Wenn man sie unterdrückt, regt sie sich erst recht. Thurisaz zwingt einen dazu, sich mit seinen Schatten auseinanderzusetzen, und wahrscheinlich ist das der Grund, warum so viele Menschen es bei Thurisaz mit den Runen auch wieder aufgeben. Die wilde psychische Kraft von Thurisaz ist auch in der Tat nicht ungefährlich, weil diese Rune sozusagen an der Schwelle des Bewußtseins operiert und sehr problematisch werden kann, wenn man nicht weiß, was im Unbewußten eigentlich vor sich geht. Die ursprünglich chaotische Energie von Fehu wird durch Uruz in verwendbare Bahnen gelenkt und kann in Thurisaz als Explosion ans Tageslicht treten. Ein ordentlicher Wutanfall ist Thurisaz. Aber auch das Wissen um seine Kraft und Unbesiegbarkeit symbolisiert diese Rune. Gerade aus diesem Grund stellt sie eine der mächtigsten aktiven Schutzrunen des Systems dar. Darüber hinaus bietet sie Hilfe bei Studien und Meditationen, und führt zur Selbstdisziplin. Man kann die Rune zur aktiven Verteidigung in jeder Form verwenden. Wie in der Realität auch, sollte man dabei ohne Sentimentalität vorgehen, aber auch jede unnötige Grausamkeit vermeiden.

Anwendung: Konstruktiv angewandt, kann diese Rune aktiven Schutz darstellen, in neutraler Form ähnelt sie einem Energiestoß und destruktiv ist Thurisaz eine chaotische, alles zerstörende Energie. Thurisaz ist eine Rune der Extreme, und sie läßt sich nur mühsam neutral halten. Aus diesem Grund sollte man am Anfang vorsichtig mit Thurisaz umgehen, da sonst mehr Schaden als Nutzen entsteht. Thurisaz kann in einer Botschaft als Warnung dienen und wird neben Isa in Flüchen verwendet.

Wirkung: Aktive Verteidigung. Zerstören von Feinden. Fluch (altnordisch: Nidstang). Umsetzen des Willens in Handlung Vorbereitung für die Entwicklung in allen Bereichen. Liebesmagie. Amulette gegen Gewaltausübung durch Gegner. Talismane für Liebesbeziehungen.

Heilrune: Man kann Thurisaz auch mit den Schmerzen einer schweren Geburt in Verbindung bringen. Die Kräfte, die während der Geburt eines Kindes walten, lassen einen wirklich die gewaltigen Urkräfte nachvollziehen, welche die Gebärende ganz und gar erfassen, mit sich reißen in einen Zustand zwischen Leben und Tod, um schließlich doch das Leben siegen zu lassen.

Orakelbedeutung: Schmerzvolle Ereignisse, Disziplin, Wissen, Fokus, gerichtete Energie, Dorn. Thurisaz   deutet an, daß ein Konflikt oder ein Problem endgültig nur mit einer Konfrontation gelöst werden kann und durch Kompromisse und zögerliches Abwarten nur aufgeschoben wird. Probleme verschlimmern sich, wenn man sie ignoriert. Thurisaz könnte in seiner Wirkung mit Hagalaz verwechselt werden. Thurisaz symbolisiert jedoch die rohe Gewalt, die von den Ordnungsmächten der Natur in Schach gehalten wird, während Hagalaz die Kräfte symbolisiert, die in der Materie wohnen und aus dieser freigesetzt werden. Hagalaz ist daher eine Rune, die auf verschiedene Energiezustände hinweist, die ihre Wirkung in der Welt unterschiedlich vollziehen. Hagel kann die Ernte vernichten, tut dieses jedoch äußerst selten. Hagel wird hingegen sehr schnell von seinem festen Zustand wieder in den Flüssigen versetzt, wechselt seine Energie unmittelbar, wird wieder zu Wasser und dient der Fruchtbarkeit des Feldes. Das Zusammentreffen von Hagalaz und Thurisaz ist ein äußerst ernster Zustand. Ein solcher Zustand würde im Extremfall bei einem Reaktorunfall eines Atomkraftwerkes oder bei der Explosion einer Atombombe entstehen. Hier treffen rohe Gewalt und energetische Umwandlung auf absolut zerstörerische Weise zusammen. Man kann nur hoffen, daß einem die Kombination von Hagalaz und Thurisaz erspart bleibt. Das Antreffen der beiden Runen für sich allein kann zwar Unannehmlichkeiten und auch Schmerzen bedeuten, aber niemals die Bedrohung der eigenen Existenz. So kann die Kombination von Thurisaz und Naudhiz auf einen bedrohlichen Zustand hinweisen, der durch Gewalt entsteht. Das können die Gewalten der Natur sein, oder sie können auf einen Unfall hinweisen. Die Kraft von Hagalaz kann man durch tiefe Reife- und Transformationsprozesse nutzen lernen. Naudhiz zwingt durch seine Macht zur Wandlung, aber gegen die Macht von Thurisaz schützen nur die Götter (beziehungsweise das Göttliche im Menschen), denn es gibt keine Verbindung zwischen Menschen und Riesen, nur zwischen Riesen und Göttern, und die Götter treten wieder mit den Menschen in Verbindung, beziehungsweise sind als Archetypen im Menschen verankert.

Runenbotschaft: Man sei sich der Gegenkräfte gewahr und schließe nicht die Augen vor ihnen. Wer heute den Kopf in den Sand steckt, knirscht morgen mit den Zähnen. Zum Leben gehört auch der Mut zum   Konflikt. Hindernisse sind dazu da, furchtlos, aber umsichtig überwunden zu werden. Man vertraue seinem Willen und seinem innerem Impuls. Man diene mit diesen Kräften der Schöpfung. Man tue, was zu tun ist.

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Ansuz
germanisch: Ansuz
gotisch: Ansus
altenglisch: Ós
altnordisch: Áss
Bedeutung: Wind
Lautwert: A
Zahl: 4
Schreiben: A
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 1. Freyr
Götter: Odin
Baum: Esche
Pflanze: Purpurwinde
Kraut: Fliegenpilz
Edelstein: Smaragd
Farbe: dunkles Blau
Elemente: Luft
Halbmond: 11.  Neumond
Zeit ca.: Ende Sep. – Mitte Okt.
Schlagworte: Wind, Atem, Inspiration, Gott (Ase), Ekstase, spirituelle Macht, Wort, Dichtung, Gesang, Wissen, Mund (Quelle göttlicher Äußerungen)
Bedeutung: Diese Rune symbolisiert den Wind, welcher alles durchdringen kann. Der Wind steht auch für die Kommunikation. Diese Rune repräsentiert die gewaltige Energie und Stärke von Uruz, kombiniert mit der Disziplin und Erfahrung von Thurisaz. Diese Elemente werden auch in Odin kombiniert, der die Charakteristiken des Häuptlings mit denen des Schamanen kombiniert. Odin ist der Gott des Krieges und der Weisheit. Ansuz ist eine ausbalancierte Rune. Wie bei Fehu entscheiden sich viele Menschen an diesem Punkt ihrer Reise zu verharren. Ansuz repräsentiert Macht, sowohl weltlich wie auch magisch, und ihre Macht kann sehr verführerisch sein. Odin lernte die Lehren der ersten drei Runen und so ist es ihm möglich, weise zu herrschen, aber eigentlich ist dies nur ein neuer Anfang. Es fehlen noch viele Elemente in diesen drei Runen und damit auch in seiner Erfahrung.

Mythologie: Ansuz unterstützt den Kontakt zu den Gottheiten, und Odin hat einen besonders starken Bezug zu ihr. Ansuz steht für die Asen, deren höchster Odin ist. Dies ist übrigens nicht überall in der germanischen Welt so. Manchmal steht Tyr an der Spitze, manchmal Thor. Dies ist von Region zu Region verschieden und auch eine Frage der Zeitepoche, denn zu Beginn der nordischen Kultur steht Odin noch nicht an der Spitze der Götter. Ursprünglich befand sich Tyr dort und wurde später durch Odin verdrängt. Odin ist es schließlich auch, der im späteren Verlauf der Geschichte den ersten Menschen den Atem (Önd, Ond oder Anda) verleihen wird. In Indien nennt man diesen Lebensatem Prana, manche deutschen Mystiker nannten es Od, und im allgemeinen heißt die Lebensenergie auch heute noch in Deutschland Atem oder Odem. Ansuz steht also in enger Verbindung mit den Asen und so auch mit Odin. Manchmal wird in der Form der Ansuz-Rune der wehende Umhang des Gottes Odin gesehen. Ihre Form könnte aber auch auf das Piktogramm eines fliegenden Raben zurückgehen (wenn man sie um 90° nach links dreht). Der Rabe ist ebenfalls ein Sinnbild Odins, denn zwei Raben begleiten ihn überall hin. Sie heißen Hugin (Sinn, Gedanke) und Munin (Erinnerung, Wille) und raunen dem Gott ins Ohr, was sie auf ihrem Flug durch die Welt sahen und tragen ihm Informationen aus aller Welt zu. Die Asen spenden den Menschen den Atem, die Luft zum Leben und die Luft des Lebens. Die beiden Runen Thurisaz und Ansuz halten das kosmische Gleichgewicht aufrecht, Ansuz als Prinzip der Ordnung und Thurisaz als Prinzip des Chaos. So verwundert es auch nicht, daß Odin, welcher ja von den Riesen abstammt, oft selbst als Gott des Chaos auftritt und sich immer mit einem Fuß am Rand der sogenannten Legalität bewegt. Odin gleicht in vielem Merkur, dem Gott der Händler. So steht Odin auch für die Kommunikation und die Beseelung der Welt durch das Wort. Wenn man Dinge beim Namen nennen kann, verlieren sie ihre Macht und Wirkung dies ist bei Wesen der Anderswelt genauso wie bei psychosomatischen Krankheitsbildern. Ansuz ist die Rune des Odin als Gott der Magie und der Ekstase, die Rune des Empfangens, des Bewahrens, des Umwandelns und des Ausdrückens von spiritueller Macht und göttlichem Wissen. Diese Kraft wird direkt von den Asen empfangen und in der Menschheit transformiert, um dann gegenüber dem Multiversum wieder in Form magischer und religiöser Handlungen zum Ausdruck gebracht zu werden. Ansuz verkörpert das Medium, durch welches göttliches Wissen empfangen wird, den Träger dieser Macht, und die Kraft selbst, die sich als ekstatischer Zustand manifestiert. Diese Gleichheit von Träger und Inhalt kommt bei den Symbolen für einen Zustand der Inspiration oder der Ekstase häufig vor. In der nordischen Mythologie sind sowohl der poetische Met der Inspiration als auch das Gefäß, welches ihn enthält, unter dem Namen Odhroerir (derjenige, der Inspiration auslöst) bekannt. Ansuz ist die Ekstase, aus der ein großer Schatz an Weisheit und Wissen hervorgeht. Ansuz ist die Rune des Wortes, des Gesanges, der Dichtkunst und der magischen Beschwörung (Galdr) als Träger und Ausdrucksform magischer Kraft. Ansuz verkörpert die magische Kraft der Vorfahren, etwas, das von einer Generation an die andere weitergegeben wurde. Ansuz stellt ein ekstatisches Konzept dar, das die stabile institutionelle Kraft der Heimrune Othala ergänzt. Das Wissen und die Magie der Sprache empfingen die Ahnen von den Göttern und gaben es an alle weiteren Generationen durch das gesprochene Wort weiter, den Atem des Lebens. Hier liegt ein entscheidender Unterschied zwischen der mündlichen und der schriftlichen Form von Überlieferung. Ansuz ist die Rune der Poeten. Sie zeigt den ersten Schrei eines Neugeborenen, den letzten Schrei eines Sterbenden und das Flüstern in der Dunkelheit, welches die Angst vertreibt. Es ist die Rune der wilden Jagd, der Götter, welche die heulenden Winde reiten, die verlorenen Seelen sammeln und in die Arme der wartenden Ahnen führen. Sie kann dazu verwendet werden, Inspiration und Verständnis auszulösen. Sie fördert poetische Fähigkeiten.

Magie: Ansuz steht für den Wind, in dessen Säuseln das Flüstern Odins allgegenwärtig ist. Ansuz hilft, weise Entscheidungen zu treffen, verleiht Erfolg und Führerschaft und ist eine Hilfe bei Divination und Magie. Was Thurisaz fesselt, kann Ansuz lösen. Mit dieser Rune ist es möglich, sich aus den Fesseln der eigenen Ängste zu befreien, um der Selbsterkenntnis näherzukommen. Eine wichtige Funktion von Ansuz ist neben der Befreiung aus verschiedenen Fesseln die Möglichkeit zur Kontaktaufnahme mit den Göttern – also den von ihnen repräsentierten Kräften und Archetypen im Menschen. Wenn man sich in einer verzwickten Situation befindet, fängt man manchmal zu beten an. Dieses Beten stellt eine Art der Kontaktaufnahme dar, und in der Regel bekommt man auch durch die Ansuz-Kraft Hilfe. In diesem Augenblick durchflutet den Menschen die kosmische Inspiration (das unbewußte Wissen) und hilft ihm aus dem Schlamassel heraus. Über die Ansuz-Rune kann man Kontakt zu den Göttern (dem Unterbewußtsein) und zur Geschichte seines Volkes aufnehmen. Ob dies in Form von Gebet oder Meditation geschieht, ist dabei nicht von Bedeutung. Fehu und Ansuz stehen in einer engen Beziehung zueinander. Fehu repräsentiert das kosmische Feuer, die chaotische Energie des Lebens, während Ansuz für das geistige Feuer des Lebensatems steht. Bei der magischen Arbeit kann man Ansuz benutzen, um Kontakt mit seinen Vorfahren aufzunehmen und über diese Visualisierungshilfe zu den Quellen des alten (unbewußten) Wissens zurück zu gelangen. Auch wenn man sich bei der Arbeit der Hilfe der weisen Götter (ebenfalls unbewußtes Wissen) bedienen möchte, kommt diese Rune zum Einsatz. Eines der Elemente Odins ist der Wind; so kann Ansuz dazu verwendet werden, den Wind zu besänftigen oder ihn zu rufen. Dies ist neben der tatsächlichen Bedeutung auch bildlich zu verstehen: Immer dann, wenn es Zeit für frische Luft ist, kommt Ansuz zum Zuge. Im negativen Sinne kann diese Rune auch dazu verwendet werden, einem Lebewesen den Atem zu nehmen. Zu diesem Zweck bedient man sich noch weiterer Runen, so daß sich eine wirkungsvolle Binderune ergibt. „Den Atem nehmen“ bedeutet in kleinerem Rahmen, jemanden zum Schweigen zu bringen   und im Großen, jemandem das Leben, beziehungsweise die geistige Kraft nehmen.

Anwendung: Positiv angewandt, stärkt Ansuz die Kommunikation mit den Gottheiten beziehungsweise dem Archetypischen im Menschen, neutral stellt sie die überall vorkommende Energie des Universums dar und in ihrer negativen Ausformung bringt sie den Anwender zurück zu allem Irdischen. Gerade bei der sogenannten negativen Ausformung dieser Rune erkennt man die Sinnlosigkeit jeglicher Wertung in diesen Bereichen.

Wirkung: Steigerung sowohl der aktiven als auch der passiven magischen Kraft divinatorischer Fähigkeiten. Überzeugungskraft des sprachlichen Ausdrucks, Macht der Suggestion und Hypnose. Erlangen von kreativer Weisheit, Inspiration, Ekstase und Kommunikation mit Göttlichem. Verbannung von Tod und Furcht durch das Wissen. Förderung der Inspiration und Überzeugungskraft, Zugang zu Ekstase und Kreativität. Amulette gegen Intrigen und üble Nachrede. Talismane für sprachliche Aktivitäten und zur Steigerung der Intuition und Sensitivität.

Heilrune: Zuständig für Mund, Zähne und Sprachstörungen. Behandlung von Organen des Sprechens und deren Erkrankungen, unterstützend bei Heilsuggestionen. Ansuz kann auch als Lebensretter-Rune dienen. Man kann zum Beispiel nach einem schweren Unfall während der Erste-Hilfe-Maßnahmen Ansuz projizieren, um Hilfe und Unterstützung der Götter (in diesem Fall innere Heilkräfte) zu gewährleisten.

Orakelbedeutung: Segnungen, vor allem in Zusammenhang mit Religion. Der Trost des Glaubens. Autorität, Führer, Balance zwischen Körper und Geist, Gerechtigkeit.

Runenbotschaft: Man erkenne die Macht des richtigen Gedankens. Man lasse die Inspiration zu, indem man sich ihr von ganzem Herzen öffnet. Man lege alle Vorurteile ab. Man lausche der göttlichen Stimme in seinem Inneren, man finde die Wahrheit und werde wahrhaftig. Gemeint ist der Geist Odins oder Wotans, die Verständigung mit dem Göttlichen im Menschen selbst. Hier wird die Einheit zwischen menschlichem Bewußtsein und göttlichen Gedanken symbolisiert; auch im Sinne der platonischen Ideenlehre, wonach alle   Gedanken Erinnerungen sind, die aus dem göttlichen Ursprung des Menschen kommen. Die Raben Hugin (Gedanke) und Munin (Erinnerung) als Begleiter Odins zeigen die Wichtigkeit dieses Prinzips. Gedanken und Erinnerungen sind die ständigen Weggefährten im Leben.

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Raidho
germanisch: Raiðo
gotisch: Raiða
altenglisch: Ráð
altnordisch: Reið
Bedeutung: Reiten
Lautwert: R
Zahl: 5
Schreiben: R
Kraft: aktiv
Geschlecht: männlich
Aett: 1. Freyr
Götter: Thor
Baum: Eiche
Pflanze: Löwenmaul
Kraut: Beifuß
Edelstein: Chrysopras
Farbe: leuchtendes Rot
Elemente: Luft
Halbmond: 10.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Sep. – Anfang Okt.
Schlagworte: Reiten, Rhythmus, Reisen (auch Geist- und Astralreisen), Weg, Wagen, Konzentration der Kraft auf ein Ziel, Urteil, Ratschlag, innere Ordnung, Reise der Seele nach dem Tod, Reise-Amulett
Bedeutung: Raidho bedeutet Ritt und Rhythmus. Die Rune symbolisiert den Rhythmus des Reitens, der Bewegung und die Gabe, zur rechten Zeit am rechten Platz zu sein, und somit Glück im Leben zu haben. Raidho ist das Gesetz des Wirklichen und umschreibt die Reise Suchender auf den Wegen der geistigen Welt ihrer Vorfahren. Sie symbolisiert die Bewegung und Entwicklung nach den Naturgesetzen. Damit kann Raidho auch als Rune des Schicksalsprinzips gesehen werden, als Vollendung der Lebensgesetze in und um dem Menschen. Raidho beschreibt den Weg des Lebens, den der Mensch in einer feindlichen und fremden Umwelt zu durchreisen hat. Die Erfahrungen, die er auf seiner Lebensreise sammelt, ermöglicht es ihm, sein Urteilsvermögen zu entwickeln und Weisheit zu erlangen. Immer wieder wird der Krieger getrieben, durch die feindliche Welt zu reiten, diese in all seinen Erscheinungsformen kennenzulernen und so Wissen und Urteilsvermögen zu erlangen, indem er die Gesetze des Lebens kennen und verstehen lernt. Dies steht in Verbindung mit der germanischen Rechtsprechung, die sich an den Naturgesetzen orientiert. Sie strebt den Ausgleich oder die Wiederherstellung des durch menschliche Tat wider den Naturgesetzen gestörten Gleichgewichtes an. Nur derjenige kann Recht sprechen, der genug von der Welt gesehen hat und sich nicht scheut, immer wieder in sie hinauszutreten. Die verwöhnten Sprößlinge einer dekadenten Wohlstandsgesellschaft sind nicht in der Lage, Recht zu sprechen, sie sind nur die Knechte der Entfremdung von der Weisheit der Ahnen. Erkenntnisse möchten in die Tat umgesetzt werden. Wissen, das nicht umgesetzt werden kann oder wird, ist trocken und verliert seine Kraft; ganz besonders in Zusammenhang mit der eigenen Entwicklung. Gerade diesen Prozeß beschreibt die Abfolge Ansuz-Raidho vortrefflich. Das durch Ansuz gewonnene Wissen (die Inspiration des göttlichen Geistes) wird durch die folgende Raidho-Rune in Bewegung gebracht. Das Gehen, das Reisen und die Fortbewegung schlechthin sind die treffenden Sinnbilder dieser Rune, und zu all dem gehört auch der Rhythmus, und damit hat man den wichtigsten Aspekt dieser Rune dazugewonnen: Reisen im eigenen Rhythmus fordert den richtigen Weg. Letzterer ergibt sich nämlich ganz von selbst, wenn man sich wirklich in seinem eigenen Rhythmus bewegt und die Fremdbestimmung, soweit es nur geht, hinter sich läßt. Das Leben bringt es mit sich, daß man sich nach anderen Menschen richten muß, daß man sich zum Beispiel bei seiner Lohnarbeit nach einem fremden Rhythmus zu richten hat – dabei gibt man sich selbst teilweise auf und verläßt den eigenen Weg. Dabei wären Menschen, die ihren eigenen Takt und ihre eigenen Zeiten gefunden haben, wesentlich zufriedener mit sich selbst, und vor allem wären ihre Leistungen wesentlich effizienter. Raidho steht für eine Suche, eine Reise oder allgemein den rechten (im Sinne von „richtig“) Weg. In diesem Zusammenhang steht Raidho auch für die Strecken, welche die Sonne und die Sterne auf ihren zyklischen Bahnen zurücklegen. Jeder kann mit etwas Übung auf einem Pferd kurze Entfernungen zurücklegen. Das Geheimnis dieser Rune ist unter anderem aber die Ausdauer. Hohe Ziele erreicht man nur, wenn man das Ziel nicht aus den Augen verliert und mit echtem Willen den Weg hinter sich bringt, ohne sich dabei durch Probleme vom Ziel abbringen zu lassen.

Mythologie: Raidho steht mit Thor im Zusammenhang und symbolisiert das Rad seines Streitwagens. Dreht man die Rune um 90° im Uhrzeigersinn, kann man diese Symbolik erkennen. Raidho ist auch das Rad des Sonnenwagens. Raidho steht für den Weg im Leben eines jeden und wie er mit anderen Wegen zusammentrifft oder sie kreuzt. In der nordischen Mythologie werden diese Pfade als Fäden auf einer Spindel des Schicksalsrades gesehen, die von den Nornen gesponnen werden. Die Nornen sind drei Schwestern, die nahe bei der Wurzel Yggdrasils wohnen und diese mit dem Wasser aus der Quelle des Wyrd (altnordisch: Schicksal) begießen. Sie spinnen sowohl die Fäden der Götter, wie auch die der Menschen, aber was am wichtigsten ist, sie verstehen die Zusammenhänge zwischen Runen und Magie. Dieses komplexe Gebilde aus Fäden bildet ein Netzwerk. Jedes Ereignis formt einen anderen Weg auf diesem Netz. Wenn man an einem Faden vibriert, zittern viele andere mit ihm. So können bestimmte Ereignisse wieder zurück auf die Sicherheit Fehus schlagen, ohne daß man dies wirklich wollte. Raidho erinnert daran, daß, obwohl man seine Ziele erreicht hat (Ansuz), das Leben stetig weiter geht und man auch nicht stehen bleiben kann. Vielleicht kommt man sogar dort an, wo man gestartet war, aber auf einer anderen Ebene, die Reise endet niemals…

Magie: Raidho ist als Rune des Rhythmus und des Tanzes auch grundsätzlich die Rune des Kultes und der Rituale. Das Wort Ritual stammt sogar etymologisch von Raidho ab. Man „reitet“ ein Ritual in einem bestimmten Rhythmus, und jedes Ritual ist auch eine Reise in die geistige Welt. Das Ritual ist eine rhythmische Abfolge von magischen Handlungen, mit der man die Persönlichkeit und somit die Umwelt verändern kann (wie innen – so außen). Da Raidho ganz wesentlich mit dem Rhythmus des Lebens zusammenhängt, kann man diese Rune natürlich dazu verwenden, wieder in diesen Rhythmus hinein zu kommen und dann zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein – was wiederum die Wunder des Lebens ermöglicht. Durch Raidho kann man sich den Lebensweg ebnen, da man über die Stolpersteine hinwegsetzt. Durch die Raidho-Kraft wird man zum Ritter seines eigenen Lebensweges, man reitet selbst und wird nicht geritten. Raidho beschützt das Reisen. Alles, was man mit dem Reisen in Verbindung bringen kann, trifft meist auch auf Raidho zu. Ein Raidho-Amulett ist ein guter Schutz für ein Fahrzeug.

Anwendung: Konstruktiv angewandt, bringt Raidho die Gabe des Glücks und des in der eigenen Kraft ruhenden Lebens, neutral stellt sie die kosmischen Rhythmen dar, und destruktiv führt sie aus dem Rhythmus heraus, läßt manchmal sogar alles rückwärts ablaufen, oder Begebenheiten wiederholen sich, als Fluch oder zur Erkenntnis.

Wirkung: Förderung ritueller Fähigkeiten und Erfahrungen. Hilfe zum Zugang zu „innerer Führung“. Stärken des Bewußtseins für richtige und natürliche Vorgänge. Verschmelzen des persönlichen mit dem Weltrhythmus. Erfahrung von Gerechtigkeit. Förderung von Mobilität. Beschleunigen oder Stabilisieren von Zyklen. Festigung der eigenen Mitte. Schutz auf Reisen. Sieg bei Gerichtsprozessen. Amulette gegen Prozeßverluste und Reiseunfälle. Talismane für Gerichtsverhandlungen und Reisen. Die negativen Aspekte von Raidho sind: Stagnation, Unbeweglichkeit, Verlieren des Rhythmus beziehungsweise der Kontrolle über das „Pferd“. Somit kann man die dunkle Seite der Rune auch benutzen, um jemandem „vom hohen Roß“ zu werfen. Die Beschäftigung mit Raidho oder die Wirkung ihrer Energie trägt manchmal seltsame Früchte, denn um in den eigenen Rhythmus zu kommen, zerstört die Rune oft den alten völlig. Die alten, längst überfällig gewordenen Mauern werden niedergerissen, und man steht vor einem Scherbenhaufen, aus dem man mit neuem Rhythmus und neuer Identität wieder ins Leben hervorgeht.

Heilrune: Zuständig für Beine und Gesäßbacken. Einsatz zur Wiederherstellung einer gesamtorganischen Ordnung von Geist und Körper. Behandlung rhythmischer Störungen.

Orakelbedeutung: Reise, sowohl physische als auch weltanschauliche. Die richtige Entscheidung fällen und ausführen. Die Rune kann für einen Vorgang der Veränderung stehen.

Runenbotschaft: Man lerne die Welt und ihre natürlichen Gesetze kennen, nach denen sich alles bewegt. Man werde durch sie weise und gerecht. Bei Raidho geht es um den Rhythmus und um den eigenen Weg. Man sollte einfach mal sein eigenes Leben betrachten und sehen, wieviel davon von einem selbst bestimmt wird und wieviel man wegen den Anforderungen von außen macht. Man sollte versuchen, hierbei mindestens ein Verhältnis von 51:49 herzustellen. Dabei ist es ausgesprochen wichtig, daß man erst einmal wieder lernt, etwas für sich selbst zu tun, somit herauszufinden, was man selbst will und – natürlich – seinen eigenen Rhythmus zu finden. Selbständig arbeitende Menschen haben es da wesentlich leichter als die Knechte von Lohn und Brot, aber es geht bei beiden, wenn der Willen und die Inspiration vorhanden sind. Man denke einfach nur an die bisherige Abfolge des Futhark: Fehu liefert die Energie, Uruz die Bodenständigkeit und den Willen, Thurisaz die Wut und die Kraft, Ansuz die göttliche Inspiration des Geistes und Raidho den Rhythmus des eigenen Lebens. Nach dem Willen und dem Geist formt sich nun der Rhythmus einer Struktur heraus und kann Anwendung finden. Ein Pferd hört man schon von weitem kommen, man erkennt dessen Geschwindigkeit am Rhythmus des Hufschlags. Somit erschließt sich hier die Bedeutung der Raidho-Rune in Bezug auf das Reiten, einer der wichtigsten Fortbewegungsmethoden früherer Zeiten. Das Pferd ist ja seit seiner Domestizierung ein Freund des Menschen, und es gibt wohl nur wenige Tiere, mit denen man eine so innige Beziehung aufbauen kann wie mit Pferden. Wichtig beim Reiten ist der Einsatz des eigenen Willens, denn wenn das Pferd bemerkt, daß man diesen verliert, wird es einem mit seinem eigenen Willen durchgehen. Raidho hat also auch etwas mit der Kontrolle des Weges durch den eigenen Willen zu tun. Hier hält sozusagen die Struktur in das menschliche Leben Einzug. Es geht bei dieser Rune jedoch nur um die Symbolik oder die Tätigkeit des Reitens und nicht um das Pferd selbst. Dieses kommt erst im letzten Aett zum Zuge. Raidho steht mit dem Prinzip der Fortbewegung in Verbindung und dank des Laufs der Zeit kann man sich bewegen, ohne den Ort zu verlassen. Die Zeit wird zum Transportmittel der Entwicklung. Mit den Runen kann man verändernd auf den Rhythmus des Lebens einwirken.

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Kenaz
germanisch: Kenaz, Kaunaz
gotisch: Kusma (Schwellung)
altenglisch: Cén
altnordisch: Kaun (Geschwür)
Bedeutung: Feuer
Lautwert: K
Zahl: 6
Schreiben: K / Q / X
Kraft: passiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 1. Freyr
Götter: Heimdall, Freyja
Baum: Föhre, Kiefer
Pflanze: wilde Rose
Kraut: Sumpfdotterblume
Edelstein: Blutstein
Farbe: helles Rot
Elemente: Feuer
Halbmond: 10.  Neumond
Zeit ca.: Anfang Sep. – Ende Sep.
Schlagworte: Feuer, Fackel, Kien(span), Erneuerung durch Tod und Opfer, Rune des Schmiedes und des Künstlers, Transformation, sexuelle Liebe, Entzündung, Schaden durch Feuer, Geschwür, assoziiert mit dem Kulten der Göttin Nerthus
Bedeutung: Kenaz bedeutet Kien(span), Fackel oder Feuer. Wenn man die Sonnenstrahlen in einem Parabolspiegel einfängt, entsteht im Brennpunkt extreme Hitze. Ein solches Feuer symbolisiert Kenaz. Somit kann man diese Rune als Rune der Erkenntnis bezeichnen, welche erst durch die Spiegelung in einem Gegenüber ermöglicht wird. In der modernen Version bedeutet das schottische „Ken“ soviel wie „wissen“ oder „verstehen“, und so sollte diese Rune auch interpretiert werden. Heute werden Inspiration und Wissen häufig mit Licht gleichgesetzt: „jemandem geht ein Licht auf“, oder bildlich erscheint er mit einer Glühbirne über dem Kopf. So bildlich kann man diese Rune auch deuten. Kenaz steht auch für das Licht von Sonne und Mond, und die Rune ähnelt in der Form doch einer Mondsichel. Anders als bei Thurisaz erlaubt Kenaz lediglich kleine Stücke der Weisheit zu erfahren, nur soweit man es braucht. Meistens kommt die Erkenntnis in Form einer plötzlichen Eingebung, und man sieht dann klar, was sonst verborgen war. Diese Denkweise ist mehr mit der rechten Gehirnhälfte verbunden, der Hälfte, die bei Frauen ausgeprägter ist. Dem Reisenden durch die Runen wird mit Kenaz ein weibliches Element mitgegeben. Kenaz ist das Symbol für Umwandlung jeder Art, ob diese im Inneren eines Menschen stattfindet (in Form einer Erleuchtung) oder diese sich auf der Ebenen der Umformung von Energie in Materie vollzieht. Auch das Feuer einer Idee und Erkenntnis, die im Inneren brennt und den Menschen erleuchtet, ist hier gemeint. Kenaz ist auch das Feuer der Leidenschaft, das im Menschen brennt und ihn zu verzehren droht. So versinnbildlicht Kenaz darüberhinaus die sexuelle Energie, die der Eingeweihte zu seiner Wandlung und Vollkommenheit nutzt. Auch diese Energie muß in geordneten Bahnen gehalten werden. Kenaz mahnt, den Körper rein zu halten, denn alles, womit man sich schadet und seine Lebensenergie schwächt, geht auch auf seine Nachkommen über. Kenaz ist aber wie ein Parabolspiegel eben auch ein Spiegel. Schaut man in einen so geformten Spiegel hinein, sieht man seltsam aus, aber durch den vergrößernden Effekt, kann man einzelne Dinge besser erkennen (Schminkspiegel sind deshalb häufig Hohlspiegel). Ähnlich ist es auch in der nicht ganz so alltäglichen Wirklichkeit. Kenaz verwandelt das Selbstbild erheblich. Das Feuer der Erkenntnis erhellt schonungslos das vergrößerte Detail, und somit kommt man wieder bei der Bedeutung dieser Rune als Fackel an. Reflektieren bedeutet auch, über etwas nachzudenken und es mit dem Intellekt zu durchleuchten, sich eine eigene Meinung zu etwas zu bilden. Man schafft sich also ein eigenes Bild, welches sich aus den erhaltenen Informationen und den eigenen Erfahrungen zusammensetzt. Die Reflektion des Intellekts erleuchtet also das Bewußtsein und bringt Licht in das Dunkel des Unterbewußtseins. Kenaz ist auch für das Konzept der Verwandtschaft (engl.: kin) von Bedeutung, besonders in Zusammenhang mit jenem Teil der Stammesüberlieferungen, der eine Einheit der lebenden und toten Stammesmitglieder vertritt. Eine andere, aber sekundäre Bedeutung von Kenaz ist im Jüngeren Futhark in Form der Kaun-Rune zu finden, die statt der Kenaz-Rune im Älteren Futhark jetzt den K-Laut vertritt. „Kaun“ bedeutet im Nordischen Geschwür und das damit verwandte gotische „Kusma“ (Schwellung), und geraten die Kenaz-Kräfte außer Kontrolle, mag Kenaz tatsächlich zum Geschwür werden, welches ungezügelt wächst und ein   negatives Feuer (Fieber, Entzündung, Wundbrand) verursacht. Die Zerstörung des Gesunden durch destruktive Energie ist die Bedeutung der Kaun-Rune.

Mythologie: Ein weiterer Aspekt von Kenaz ist die Erzeugung eines Dritten aus der Vereinigung von Zweien. Gegensätze werden in einer ästhetischen Art und Weise zusammengefügt und das Ergebnis dieser Vereinigung im Sichtbaren manifestiert. Kenaz ist daher die Rune menschlicher Leidenschaft, Lust und sexueller Liebe in ihrer positiven Bedeutung. Hier liegt die emotionelle Wurzel der Kreativität in allen Bereichen. Dieser Aspekt der Rune entspricht in vielem der Göttin Freyja. In der Halle spendet die Fackel Licht und Sicherheit, die dunkle Nacht wird erhellt, der Mensch kann in seinem Schein kreativ tätig sein oder gesellig beisammen sitzen, um das Nachtmahl einzunehmen. Kenaz ist die Idee, welche die dunkle Götternacht erhellt und im neuen Göttertag umgesetzt wird. Auf jeden Fall ist hier ein schöpferischer Moment in Form von Lichtwerdung und Transformation versinnbildlicht. Die Kraft, die in diesem Vorgang steckt, beherrscht der Mensch und nutzt sie, um kreativ zu formen. Kenaz ist das heilige Feuer des Herdes,   an dem die Germanen ihr Ahnenopfer dargebracht haben, und das heilige Feuer der Schmiede, das die göttliche Schaffenskraft symbolisiert. Kenaz verkörpert das Mysterium der Regeneration durch Tod oder Opferung. Sie ist die Rune des Feuers, d.h. des vom Menschen kontrollierten Feuers in Form der Fackel. Rituell gesehen ist Kenaz das Feuer der Schöpfung, des Opfers, der Feuerstelle und der Esse – vom Menschen kontrolliertes und einem bestimmten Zweck dienendes Feuer. Die Verbrennung als Begräbnisritual erleichtert die Transformation der psychischen Aspekte des Menschen in neue und regenerierte Formen und verhindert ihren Rückfall in die physische Ausgangsform. Im Opferfeuer wird das Fleisch des Opfertiers gegart und geheiligt und damit vorbereitet für den Genuß durch Götter und Menschen. Das Feuer wird stets als transformierende und regenerierende Kraft angesehen.

Magie: Kenaz ist in der Tat wie ein Parabolspiegel. Bei einem solchen wird etwas eingefangen und wieder   abgestrahlt, wobei alles Eingefangene auf einen Brennpunkt gebracht wird – so auch bei Kenaz. Mit ihrer Hilfe kann man auch magisch sehr genau „peilen“ beziehungsweise feststellen, aus welcher Richtung etwas kommt. Ob das nun positive Energie eines Freundes ist oder sogar ein magischer Angriff (im ersten Moment unterscheiden sich diese Wahrnehmungen sowieso selten), man kann es anpeilen und orten. Selbstverständlich geht das auch mit allen anderen Formen von „Sendern“. Man wird durch Kenaz aber nicht zum einem Empfänger, denn man nimmt nicht auf, sondern sammelt und fokussiert lediglich. Das ist ein wesentlicher Unterschied. Gerade aus diesem Grund eignet sich Kenaz auch hervorragend dazu, magische Angriffe (oder wie immer man diese wenigen Momente im Leben auch betiteln mag, bei denen man ganz deutlich spürt, daß etwas von außen auf einen einwirkt und die Schutzschichten des eigenen Raumes durchbrechen will) abzuwehren. Das auf einen Gesendete wird ganz einfach gesammelt und wieder zurückgeschickt. Mit dieser Technik zieht man sich auch keinen Ärger zu, solange man diese Energie nicht noch zusätzlich verstärkt – einfach nur zurückschicken, das genügt völlig. Im Runenlied Odins heißt es: „…so wer mich versehrt … und den andern allein der mir es antut, verzehrt der Zauber, ich bleibe frei.“ Odin schickt mit der Rune Kenaz den Runenzauber wieder zurück zum Absender und bleibt unversehrt. Kenaz verkörpert außerdem die Fähigkeit und den Willen, etwas hervorzubringen und zu erschaffen. Sie ist deshalb die Rune des Künstlers und Handwerkers und ein Symbol für die technischen Aspekte der Magie. Die kontrollierte Macht der Psyche wird mit der kontrollierten Energie der Natur kombiniert und aus dieser Verbindung geht das Werk hervor. Feuer hat aber auch einen zerstörerischen Aspekt, der dann wirkt, wenn die Macht von Kenaz unkontrolliert eingesetzt wird. Das Element Feuer ist zunächst undifferenziert, kann aber als Herdfeuer oder Hausbrand völlig unterschiedliche Konsequenzen hervorrufen. Wenn es ausbricht, kann es als grundlegendes Element der Schöpfung im spirituellen Sinne sowohl Kreation als auch Zerstörung bewirken. Eine angemessene Kontrolle dieser Kraft ist sehr wichtig.

Anwendung: Positiv ermöglicht Kenaz den Zugang zur inneren Fackel des Wissens, neutral spiegelt sie die Welt (welche auch immer) und negativ wirft sie den Menschen auf sich selbst zurück, entzündet ein Feuer unter dem trägen Hintern. Einer der negativen Aspekte dieser Rune wäre ihre Anwendung als unerwünschtes, bewußtseinserweiterndes Instrument bei Menschen, die nicht darum gebeten haben. Man macht ihnen dann sprichwörtlich „Feuer unter dem Hintern“, und sie werden gezwungen, mit der freigesetzten Energie etwas in Bewegung zu setzen. Entweder sie rennen vor sich selbst und ihren Problemen davon, oder sie bezwingen eine weitere Hürde auf dem Lebensweg. Auch ein noch so gut gemeinter Versuch, einen Menschen auf seinem Weg weiterzubringen, kann mehr Schaden als Nutzen anrichten, wenn er nicht selbst darum gebeten hat. Derartige gut gemeinte Hilfe kann eine sehr negative Ausübung von Magie sein.

Wirkung: Fördert die Fähigkeiten auf allen Gebieten. Kreative Inspiration. Prozesse der Regeneration und Heilung. Liebe (insbesondere die sexuelle). Schutz vor Feuer. Besänftigen von cholerischem Temperament. Aktive Verteidigung, Gegenangriffe. Amulette gegen Brandausbrüche, Fieber und Entzündungen. Talismane zur Steigerung von Kreativität und sexuellem Erfolg.

Heilrune: Behandlung von Entzündungen, Vereiterungen, Brandwunden und Fieber, Erkrankungen des Genitalbereichs, Heilung von Augenleiden. Kenaz verstärkt Heilungsprozesse.

Orakelbedeutung: Möglichkeit gesundheitlicher Probleme sowie allgemeiner geistlicher und körperlicher Kränklichkeit oder des Unbehagens. Kenaz kann Gefahr oder eine innere Sperre darstellen, die zum Erreichen der eigenen Ziele überwunden werden muß. Aber es kann auch Weisheit, Einsicht, die Lösung eines Problems, eine kommende kreative Phase, Inspiration oder Erleuchtung bedeuten.

Runenbotschaft: Man halte seinen Geist, seine Seele und seinen Körper rein, damit sich die schöpferische Kraft, die in einem wohnt, entfalten kann und auch für seine Nachkommen erhalten bleibt. Man entwickle Klarheit über die konstruktiven Aspekte seiner Leidenschaften und nutze sie zur Förderung seines Lebens. Man lerne, kreativ mit den Kräften des Feuers auf allen Ebenen umzugehen. Feuer kann Leben erhalten und es auch zerstören – vom Menschen allein hängt es ab, wie er es nutzt.

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Gebo
germanisch: Gebo
gotisch: Giba
altenglisch: Gyfu
altnordisch: Gipt
Bedeutung: Gabe
Lautwert: G
Zahl: 7
Schreiben: G
Kraft: aktiv
Geschlecht: beide / neutral
Aett: 1. Freyr
Götter: Odin
Baum: Ulme
Pflanze: Eberraute
Kraut: Stiefmütterchen
Edelstein: Opal
Farbe: dunkles Blau
Elemente: Luft
Halbmond: 9.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Aug. – Anfang Sep.
Schlagworte: Gabe, Geschenk (auch aus den Geistwelten), Austausch, Gefolgschaft, Gabe der Götter an treue Gefolgsleute
Bedeutung: Gebo bedeutet Geschenk oder Gabe. Das Prinzip von Gebo beinhaltet dabei auch die Gegengabe, die sich aus einem Geschenk ergeben muß. Geschenke sind nicht nur Aufmerksamkeiten, sondern initiieren eine soziale Bindung. Gebo ist die Rune der Verbindung, besonders der Verbindung zwischen Menschen. Bis jetzt war die Reise durch die Rune eine einsame. Diese Rune repräsentiert die Orte, an denen man mit anderen interagiert und erlaubt eine Form der bewußten Beziehung zu anderen. Solche Beziehungen werden durch den Austausch gegenseitiger Geschenke gefestigt. Das Zeichen eines Geschenks als Symbol eines Schwurs oder eine Bundes ist ein sehr altes Ritual, so zum Beispiel im Lehnswesen. Man verschenkte Land und band damit die Bewohner an sich. Im Gegenzug mußte der Schenker das Land im Kriegsfall beschützen. Aber auch der Ring zwischen zwei Liebenden zeigt eine Verbindung durch Geschenke. Geschenke an die Götter haben die gleiche Grundlage. Diese Geschenke zeigen die Loyalität zu dem Gott und erwarten im Gegenzug die Akzeptanz des Gottes. Man erwartet aber direkt keine Gegenleistung. Gebo findet sich oft als Symbol der Gastfreundschaft im Gebälk von Fachwerkhäusern, manchmal absichtlich, meist aber aus statischen Gründen. Die Gebo-Rune zeigt sich durch das Überkreuzen zweier Balken als Struktur, die sich auch im Multiplikationszeichen × wiederfindet,   ein Symbol für Mehrung und Wechselbeziehung zwischen zwei Kräften, die mehr ergeben als nur die Summe ihrer Teile.

Mythologie: Das Göttertrio Odin, Wili (Hönir) und Ve (Loki) belebte die noch hölzernen ersten Menschen Ask und Embla, und seit dieser Zeit vergelten die Menschen den Göttern diese Gabe durch Treue und Opfer, was wiederum eine Gabe der Götter in Bewegung setzt und sich somit ein kontinuierlicher Kreislauf zwischen Menschen und Göttern entfaltet. Nachdem die Götter die ersten Menschen belebt hatte, bauten sie sich Asgard, die Heimat der Götter, welche mit der Welt der Menschen (Midgard) in Verbindung und Austausch steht. Dieser Austausch findet über die Regenbogenbrücke Bifröst statt, welcher die Brücke zwischen Asgard und Midgard darstellt. Auf diesem Wege kommen die Energie und die Gaben der Götter auf die Erde. Durch diesen gerechten Austausch entsteht Stabilität. Um zu einem ausgeglichenen Leben zu gelangen, ist es wichtig, die Konflikte unter Menschen sofort beizulegen und zu klären. Ein ungeklärter Konflikt wirkt sonst wie ein schleichendes Gift und macht die Kraft von Gebo zunichte. Gebo steht auch für die vier Himmelsrichtungen und die vier Elemente und die sich aus deren Kräften ergebende energetische Stabilität auf der Erde. Die Opferriten waren Mittelpunkt der germanischen Religion. Sie stellten eine Initiation dar, welche die Verbindung zu den Göttern ermöglichte. Der Germane opferte nicht aus Angst, sondern aus Dankbarkeit und zum symbolischen Erhalt des natürlichen Gleichgewichts für empfangene und erwünschte Gaben. Gebo ist die Rune der „Gabe der Götter“ an die Menschen und umgekehrt. Ein Verhältnis gegenseitigen Gebens und Nehmens herrscht zwischen Menschen und Göttern, zwischen Mensch und Mensch, Mensch und Natur. Wer nicht gibt, dem   wird nicht gegeben, der tritt aus dem so wichtigen Austausch heraus, entzieht sich jeden Wirkens und der Weiterentwicklung in der Welt. Das Gebo-Prinzip kommt in dieser gegenseitigen Abhängigkeit von Geben und Empfangen voll zum Ausdruck. Man lebt durch seine Götter (die man als archetypische Prinzipien im Inneren trägt), und sie leben durch den Menschen. Der diese Wechselbeziehung eingegangene Mensch wird zu einem Teil des Göttlichen und erfährt die Gaben der Götter in all ihrem Reichtum und ihrer Faszination (aus Gebo gehen Ingwaz und auch Othala hervor). Wer sich öffnet und sich den Göttern zum Geschenk macht, erhält den unendlichen Reichtum des germanischen Erbes als Gegengabe und die Verpflichtung, dieses Erbe zu pflegen und weiterzugeben. Die Götter sind solange tot, wie man nicht an sie glaubt. Findet man seinen Glauben an sie wieder, damit den Glauben an einen selbst, werden sie mit jedem einzelnen Menschen, der sich ihnen zuwendet, unendlich an Kraft gewinnen. Auch das genetische Material ist etwas, was von den Göttern als ewiges Geschenk und Verpflichtung gegeben wurde. Das menschliche Chromosom hat mit seinen beiden Chromatiden weiblichen und männlichen Ursprunges die Form der Gebo-Rune. Auch in der geschlechtlichen Beziehung zwischen Mann und Frau wirkt das gegenseitige Verhältnis von Geben und Empfangen. In diesem Bündnis verschmelzen beide zu einem schöpferischen Ganzen. Ohne dem, was der eine gibt, ist der andere unvollständig. Die Germanen wußten um dieses Mysterium, darum sah der Germane seine Frau als ihm ebenbürtig an. Er schätzte ihre weiblich-intuitive Geisteskraft, ihre Kreativität und ihre lebensspendende Liebesfähigkeit als höchste Werte und war sich der Tatsache bewußt, daß sie zusammen Teil des heiligen Lebenszyklus sind. Die Frau hatte in der germanischen Gesellschaft ihren festen Platz als Mutter, Hüterin der Sippe, Heilerin, runenkundige Seherin und Priesterin und genoß in ihren Funktionen hohes Ansehen. Sie war dem germanischen Mann Kameradin in allen Lebenssituationen, wenn es sein mußte, auch mit der Waffe in der Hand. In der germanischen Mythologie erscheint sie als weise und wissend. Der Mann erhöhte sich erst durch sie zum Helden oder König, ja sogar der Auf- und Untergang eines ganzen Reiches ist von der richtigen Verbindung zwischen Mann und Frau abhängig. Auch die Walküren wählen den Helden und küren den König. Die südländische Mißachtung und Erniedrigung des Weiblichen kam erst mit dem Christentum in die nordisch-germanische Welt und erreichte ihren Gipfel in der systematischen Ausrottung wissender Frauen durch die Inquisition.

Magie: Man kann diese Rune benutzen, um disharmonische Zustände wieder ins Gleichgewicht, in Harmonie zu bringen. Auch als Binderune findet sie Verwendung, um entgegengesetzte runische Energien ins Gleichgewicht zu bringen. Selbstverständlich kann man Gebo auch für einen Fluch gebrauchen, indem man Gleiches mit Gleichem bekämpft, wobei dann jedoch das Risiko sehr groß ist, daß das „Geschenk“ wieder zurückkommt. Um zwei Menschen, Frau und Mann (also zwei entgegengesetzte Polaritäten), zusammenzubringen, kann man Gebo ebenfalls verwenden, denn sie harmonisiert. Männliche und weibliche Seelenseite sind in einem Menschen ins Gleichgewicht gebracht worden, und somit wird er zu einer Liebesbeziehung befähigt, die sein Seelengleichgewicht oder auch Ungleichgewicht wiederspiegeln wird. Gebo steht ferner in Bezug zur Ekstase – sei es nun die Ekstase, welche beim Zusammensein eines Paares entsteht oder die gnostische Ekstase eines magischen Rituals. Die Ekstase selbst harmonisiert (wie Gebo) unausgeglichene Kräfte. Aus der Vereinigung zweier Kräfte geht eine dritte hervor, und das ist Wunjo, die achte Rune des Futhark. Setzt man Gebo zur Harmonisierung und Zusammenführung zweier im Inneren befindlicher entgegengesetzter Kräfte ein, so wird eine Dritte daraus hervorgehen. Man kann diese Rune als Seelenmedizin verwenden, um Spannungen aufzulösen und in kreative Energie umzuwandeln. Gebo steht auch für das Mysterium der psychischen Vereinigung zweier oder mehrerer Menschen, um eine schöpferische Macht hervorzubringen, welche die Summe ihrer Einzelkräfte übersteigt. Es ist auch die Rune der sexuellen Magie. In altgermanischen Zeiten wurden sexuelle Magie besonders zur Erlangung göttlichen Wissens und göttlicher Weisheit praktiziert. Gebo ist die Rune der (nichtsexuellen) Liebe unter Geschwistern und der psychosexuellen Kraft, die zwischen zwei Kraftpolen ausgetauscht wird – zwei menschlichen oder zwei göttlichen. Im letzteren Fall steht Gebo für die sexuelle Lebenskraft, wie sie in der Fruchtbarkeitsmagie und in schamanischen Praktiken Anwendung findet.

Anwendung: Gebo ist die erste der fünf im Futhark vorkommenden Runen, die weder wend- noch umkehrbar sind. Man kann Gebo drehen und wenden, wie es einen beliebt, sie bleibt doch immer die Gleiche. So gibt es auch nur einen neutralen Aspekt und dieser ist das Prinzip, daß alles was man in die Welt gibt, auch wieder zurückkommt. Der negative Aspekt einer Gebo-Rune wäre allenfalls ein wohlgemeinter Wunsch für einen Mitmenschen, der jedoch noch gar nicht reif dafür ist. So wird der wohlgemeinte Wunsch zu einem Fluch. Gleiches wird mit Gleichem vergolten – das wäre die Schattenseite der Rune und ist auch die Warnung für Runenzauberer, denn da ein Austausch stattfindet, bekommt man nach dem Magiergesetz seine Flüche eines Tages auch irgendwie wieder zurück.

Wirkung: Sexualmagie (Einweihung durch Sexualmagie), mystische Vereinigung. Steigerung der magischen Kräfte. Harmonie zwischen Geschwistern und Liebenden. Magischer Einfluß im Reich der Götter und der Menschen. Erlangen von Weisheit. Fördern des Gruppenzusammenhalts. Schutz vor Unterwanderung und Zwietracht. Liebeszauber. Amulette gegen Geiz, Erstarrung und unberechtigte materielle Ansprüche anderer. Talismane für Liebe und Wohlstand Für Bindezauber sowie für Segenssprüche oder Flüche.

Heilrune: Zuständig für Vergiftungen, Kräftigen der inneren Mitte, Auflösen von Blockaden, Freisetzen des Energieflusses, Harmonisieren sexueller Strömungen.

Orakelbedeutung: Geschenke oder Gabe, sowohl im Sinne von Opfer als auch von Großzügigkeit, Verträge und persönliche Beziehungen. Gebo kann auch eine Verbindung, Liebe, Heirat oder Partnerschaft bedeuten.

Runenbotschaft: Man sei großzügig und gebe, denn daran erkennt man den wahren Wert eines Menschen. Man erlebe die Ekstase der Großmut und der Freigebigkeit. Man klammere sich an nichts – dann können die Energien ungehindert zum Wohle aller fließen. Am Ende wird man doch alles Materielle zurücklassen. Das gegenseitige Geben und Nehmen ist die Grundlage aller freien Entfaltung. Doch auch das Zuviel verabscheuen die Götter ebenso wie das Zuwenig. Man gebe auch sich selbst dem Göttlichen und empfange dessen Gaben. Im Hávamál steht geschrieben: „Der Freund soll dem Freunde Freundschaft gewähren und Gabe gelten mit Gabe. Hohn mit Hohn soll der Held erwidern, und Losheit mit Lüge.“

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Wunjo
germanisch: Wunjo
gotisch: Winja (Weide)
altenglisch: Wynn
altnordisch: Vend
Bedeutung: Wonne
Lautwert: P
Zahl: 8
Schreiben: W / V / Q
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 1. Freyr
Götter: Odin
Baum: Esche
Pflanze: Rittersporn
Kraut: Flachs
Edelstein: Diamant
Farbe: Gelb
Elemente: Erde
Halbmond: 9.  Neumond
Zeit ca.: Anfang Aug. – Anfang Sep.
Schlagworte: Wonne, Freude, Sippe, Stamm, gemeinsame Wurzel und Herkunft, harmonisches   Zusammenleben, Kameradschaft, Vereinigung unterschiedlicher Kraftfelder, Abwesenheit von Leid und Kummer
Bedeutung: Wunjo bedeutet Wonne oder Freude und ist Ausdruck jener wohligen Zufriedenheit, die man in früheren Zeiten Wonne nannte. Diese Rune symbolisiert das Geschenk für die viele Arbeit, welches man unter Freunden findet, die einem auch in den schlimmsten Situationen nicht in den Rücken fallen. Wunjo ist die letzte Rune des ersten Aetts und steht damit für das Ende des ersten Zirkels und für die Vorbereitung der nächsten Gruppe. Es ist eine sehr positive und stabile Rune, aber ebenso ein Ort, an dem viele Menschen auf ihrer Reise verweilen. Sie ist mit Walhalla verbunden, denn ihr Paradies währt nicht ewig (in Walhalla wartet man auf die Götterdämmerung Ragnarök). Wie der Reichtum Fehus ist das Glück Wunjos nur eine temporäre Illusion. Man hat den Erfolg nur auf einer Ebene erreicht und es gibt noch viele Weisheiten zu lernen. Wunjo ist allerdings ein willkommener Ruhepunkt auf der Reise, eine Ort an dem man auftanken kann und sich auf den Rest der Reise vorbereiten sollte. Es ist auch der Zeitpunkt zu reflektieren, was man erreicht hat. Wunjo zeigt ein Stückchen von dem, was möglich ist, aber wenn man sich zu früh nach diesen fernen Zielen streckt, werden sie verschwinden, bevor man die Ziele erreichen kann. Das magische Werkzeug Wunjo als Hammer birgt eine große Palette an Möglichkeiten. Man kann beginnen, Pläne zu schmieden, denn jetzt ist ein Punkt der Ruhe und Zufriedenheit erlangt, den man nicht dazu nutzen muß, sich faul auszuruhen. Man kann auch einen Schritt weitergehen und sich in das Aett der Zauberer vertiefen. Niemand muß, doch jeder kann, wenn er will. Die bisher erarbeiteten Kräfte und Möglichkeiten des Bauern-Aetts geben die Standfestigkeit, die man benötigt, um in das Aett der Zwischenwelten zu gelangen. Mit Lebensfreude läßt es sich bekanntlich besser arbeiten als mit einer Portion Angst und Weltenschmerz. Wie man die Kraft von Wunjo letztendlich nutzt, bleibt individuell. Sie kann dazu dienen, Zufriedenheit herzustellen, zu seinem Stamm zurückzufinden oder eben, um Erwirtschaftetes im Leben zu sichern und zu erhalten. Mit Wunjo ist man nun am Ende des ersten Aett angekommen. Begonnen hat alles mit der feurigen Kraft, die für Fruchtbarkeit (Fehu) stand. Der Weg des Bauern ging weiter mit dem Auerochsen Ur (Uruz), die chaotischen Kräfte der Wetterriesen, der Thursen (Thurisaz) machten ihm zu schaffen, aber die Hilfe der Götter oder Asen (Ansuz) war ihm gewiß, und er erkannte den Rhythmus (Raidho) der Jahreszeiten. Er besann sich in stillen Stunden und sann über die gemachten Erfahrungen, sammelte Wissen und Kenntnis (Kenaz), welches er zusammen mit Freunden als Geschenk (Gebo) austauschte, um schließlich und endlich in seinem Stamm, seiner Familie die Wonne (Wunjo) seine ihm gebührende Stellung einzunehmen.

Mythologie: In der Welt der alten Germanen war die Gesellschaft „stammesorientiert“, denn ein starker traditioneller Clan bot den wirkungsvollsten Schutz gegen Eindringlinge von außen oder ein totalitäres System von innen. Indem er der Ehre und der Integrität des Stammes den Vorrang einräumte, war der Einzelne am besten imstande, seine Freiheit zu wahren. Wunjo verkörpert das Mysterium des harmonischen Zusammenlebens verschiedener verwandter Kräfte. Innerhalb der Stammesgemeinschaft stellt dies die Quelle höchster Freude dar. Wenn alle Mitglieder des Stammes in harmonischer Weise zusammenarbeiten, während sie in ihre Umwelt integriert sind, so herrscht ein wahrhaft heiliger Zustand. Wunjo wird offenbart, wo Menschen sich in ihrem Urgrund vereint erleben (aus Laguz wird Wunjo). Sie ist die Rune der Seelenverwandtschaft, auf deren Grundlage Menschen ihre fruchtbaren Beziehungen aufbauen sollten, und der man als verbindende Gemeinsamkeit Vertrauen schenken kann. Wunjo ist dem beschert, der ohne große Kämpfe ein ausgeglichenes Leben führen darf und in Einheit mit dem Göttlichen lebt. Wunjo ist der Wunsch, der am Anfang jeden Werdens steht und die Kräfte des Willens freisetzt. Er beinhaltet die Erinnerung an das Urzentrum, in welchem der Mensch in Einheit mit dem Göttlichen leben durfte und die er im tiefsten Inneren seiner Seele wieder anstrebt. Der Wunsch und der Wille sind die Kräfte, die den Weg zur inneren und äußeren Harmonie und Vollkommenheit öffnen. Das Symbol Wunjos erinnert an eine Stammesfahne oder, liegend gezeichnet, an einen Pflug beziehungsweise einen Hammer. All diese Attribute stehen für das Ziel des Bauern-Aett, da ein Pflug es möglich macht, den Boden zu bewirtschaften und somit das Leben zu sichern, ein Hammer für die gestalterischen Fähigkeiten eines Schmiedes steht und der Anblick der Stammesfahne bei den Vorfahren Freude auslöste. Heutzutage fällt es schwer, sich diesen nationalen Stolz, diesen Zusammenhalt sowie die damit verbundene Sicherheit und Freude eines Clans, eines Stammes oder eines Volkes zu vergegenwärtigen. Mit genügend Geschichtswissen weiß man schließlich auch um die Schattenseiten eines Fahnen-Treue-Eides. Die Fahne symbolisiert den Stamm und somit die Vollkommenheit, den Frieden und die Freude der Ahnen. Wunjo erinnert auch an das Wünschen, und Odin ist der Erfüller der Wünsche. Der Nikolaus ist der verchristlichte Nachfahre Odins.

Magie: Diese Rune umschreibt ausgewogene Energiezustände, die den vollkommenen Zustand der Harmonie erreicht haben. Gegensätze werden aufgehoben, es findet zusammen, was zusammen gehört; sei es aus Gleichheit oder aus Gegensätzlichkeit heraus. Wunjo entsteht bei der Verschmelzung von Mann und Frau als Einheit, die sich aus Gegensätzlichkeit ergibt und beglückt. Freude ist aber auch da, wo Gegensätzlichkeit noch nicht entstanden ist und sich alles in ungestörter energieloser Ruhe befindet. Wenn man einmal seinen Seelenweg gefunden hat, trifft man fast immer auf Menschen, die sich für die gleichen Dinge interessieren, eine ähnliche Lebensphilosophie ihr eigen nennen, und mit denen man ziemlich schnell auf einen Nenner kommt. Vieles mag unterschiedlich erscheinen, doch im Wesenskern ähneln sich diese Menschen ungemein. Wollte man aus dieser Gemeinschaft nun eine Gruppe bilden, die zusammen einen Stamm oder einen Clan repräsentiert – also eine lebendige Gruppe – dann könnte man Wunjo als harmonisierende und verbindende Rune einsetzen. Sie vermag unterschiedliche Energien zu harmonisieren. Dies wird im Falle eines Stammes oder Clans besonders wichtig, wenn es keinen befehlenden Anführer geben soll, sondern eine lebendige und für jeden einzelnen Menschen individuelle Art des Seins und Tuns. Eine religiöse Gemeinschaft, die Menschen mit verschiedenen Ansichten zusammenbringen will, ohne daß der eine dem anderen seiner Ansichten wegen Schlechtes will, braucht die Wunjo-Rune in ihrem magischen Konzept. Wunjo kann dazu verwendet werden, um entgegengesetzte runische Kräfte „auf einen Stamm“, beziehungsweise unter einen Hut zu bringen, damit sie gemeinsam auf ein bestimmtes Ziel hinarbeiten können. Gebo wird als Hilfsmittel benutzt, um Polaritäten auszugleichen und Wunjo, um „innere Gegensätzlichkeiten“ zu harmonisieren. Das christliche Pax Christi-Zeichen entspricht nämlich genau einer Binderune aus Wunjo und Gebo und hegt ähnliche Absichten, und wieder einmal hat die Kirche etwas Urheidnisches gestohlen. Wunjo kann benutzt werden, um Wünsche in Zusammenhang mit dem Weg des Willens zu verwirklichen. Wunjo verleiht Wünschen Form und die nötige Harmonie, um sie zu verwirklichen. Nur wenn ein Wunsch mit etlichen anderen Ebenen des Seins im Einklang steht, kann er erfüllt werden – diese Harmonisierung der Ebenen bewirkt Wunjo. Die Macht dieser Rune hilft bei der Förderung von Kameradschaft und Wohlwollen zwischen Brüdern und Schwestern und spielt damit eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung von Gesellschaften und Gilden. Wunjo repräsentiert die Energie, die unterschiedliche Kraftfelder vereint, und ist damit ein äußerst wertvolles Konzept für die Runenmagie. Mit Hilfe dieser Energie ist dem Runenmagier möglich, mehrere Runen zu einer einzigen harmonischen Kraft zu vereinen, die auf ein spezifisches Ziel ausgerichtet werden kann.

Anwendung: Positiv stellt Wunjo die Wonne einer Liebesnacht dar. Neutral die Lebensfreude, welche sich aus einer familiären Gemeinschaft ergibt und negativ wird Wunjo Sinnbild der Trauer und des Abschiedes.

Wirkung: Stärkt Verbindung und Zusammengehörigkeit. Beschwören von Kameradschaft und Harmonie. Verhindert Entfremdung. Glück und Wohlbefinden. Bewußtwerden der Vielschichtigkeit der Beziehungen zwischen allen Dingen. Verbindung der Runen für spezifische Zwecke. Steigern von Humor, Heiterkeit, allgemeinem Wohlbefinden und der eigenen Anziehungskraft. Amulette gegen Mutlosigkeit, Depression und   Pessimismus Talismane für allgemeines Glück, Erfolg eines Unternehmens, Wohlbefinden und Zusammenhalt in Familien und anderen Gemeinschaften. Wunjo verhilft zu Gemeinschaften, Gruppengeist, gemeinsame Arbeit an einem Projekt und Integration innerhalb einer bestimmten Gruppe.

Heilrune: Zuständig für Atemstörungen und allgemeiner Schmerzlinderung. Einsatz zur seelischen Aufheiterung und Steigerung der Lebensfreude. Behandlung von Potenzproblemen. Förderung der Genesung durch Stärkung des Gesundheitsbewußtseins.

Orakelbedeutung: Wonne, Freude, Erfolg, Anerkennung, Belohnung, das Erreichen von Zielen, aber auch die Möglichkeit des Übertreibens. Bei Zügelung allgemeiner Erfolg und Wertschätzung.

Runenbotschaft: Der Wunsch eröffnet die Welt des Willens. Man wünsche sich die Einheit, die einen stark macht. Freude in der Gemeinschaft und Freude durch die Gemeinschaft. Durch den eigenen Beitrag wird die Gemeinschaft bereichert und durch die Vielfalt der Gemeinschaft ergänzt man die eigenen Mängel. Durch dieses Prinzip wird eine Sippe nach außen hin zu einem geschlossenen, widerstandsfähigen Ganzen, welches von den Eigenheiten aller Mitglieder lebt. Man pflege deshalb aktiv die Beziehung zur physischen wie zur seelischen „Sippe“. Man vernachlässige keine Freundschaften und bereinige etwaige Zwistigkeiten in seiner näheren Umgebung. Man lasse sich nicht herunterziehen, sondern lebe fröhlich.


Hagalaz
germanisch: Hagalaz
gotisch: Hagl
altenglisch: Hægl
altnordisch: Hagall
Bedeutung: Hagel
Lautwert: H
Zahl: 9
Schreiben: H
Kraft: aktiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 2. Hel
Götter: Hella, Holda
Baum: Eibe und Esche
Pflanze: Farn
Kraut: Maiglöckchen
Edelstein: Onyx
Farbe: helles Blau
Elemente: Wasser
Halbmond: 8.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Jul. – Anfang Aug.
Schlagworte: Hagel, Graupeln, zerstörerische Naturkräfte, Zerstörung (auch von eigenen Hindernissen)
Bedeutung: Diese Rune bedeutet Hagel und ist kalendarisch dem Juli/August zugeordnet, eine Zeit, in der es tatsächlich häufig hagelt. Zusätzlich steht Hagalaz für die harte Form der Reinigung und Heilung. Hagalaz gehört zu einer der mysteriösesten Runen. Sie leitet die Einweihung in das Reich zwischen den Welten ein, beziehungsweise dem Verständnis dafür. Es ist die Rune des heiligen Haines im Kosmos. Diese Rune umfaßt alles. Hagel zerstört zwar die Ernte, doch gerade diese Zerstörung offenbart ein Geheimnis. Hagalaz enthält sowohl zerstörerisches Potential in Form des Hagels, aber auch die Kraft der Transformation, da das Eis zu Wasser wird, wenn es den Boden erreicht. Dieses Wasser trägt dann wieder zu Fruchtbarkeit und Wachstum bei. Damit ist es Zeichen für die Entstehung von Neuem durch die Zerstörung von Altem. Hagalaz spiegelt ein Ereignis wider, auf das man keinen Einfluß hat, welches über einem hereinbricht mit der Gewalt eines Hagelsturms, und das ertragen werden muß. Dieses Ereignis kann zerstörend wirken, schärft aber zugleich auch die Vorsicht für zukünftige, ähnliche Situationen. Man kann in einem derartigen Geschehen auch das Wirken der Naturkräfte sehen, denen der Mensch in solchen Situationen einfach untergeordnet ist.

Oft wird die Hagel-Rune Hagalaz wegen des gleichklingenden Anlautes auch in Bezug zu Hel, beziehungsweise deren Erscheinungsformen als Holle, Berchta oder Perchta, gesetzt, wofür es jedoch keine direkten Quellenbeweise gibt.

Mythologie: Die Idee, daß etwas Altes zerstört werden muß, um Neues zu erschaffen zieht sich durch die ganze Mythologie. Insbesondere in der Erzählung von Ragnarök. Dieser Mythos ist wichtig zum Verständnis dieser Rune. Deshalb liegt diese Rune auch zwischen Kenaz (Feuer) und Isa (Eis) und erinnert an den nordischen Schöpfungsmythos. Beide haben zerstörerische Kräfte in sich, doch zusammen schufen sie die Welt. Die Verbindung von zwei Balken durch einen Querbalken stellt genau dieses Zusammenwirken der Kräfte im Runensymbol dar. Das Hagelkorn stellt ein Symbol für das brodelnde „Rauhreif-Ei“ dar, das Ymir enthält, den Ur-Riesen des Rauhreifs. Ymir entstand aus der Kreuzung des Weltenfeuers von Muspelheim mit dem Welteneis von Niflheim. Diese Rune enthält das Grundmuster des gesamten Seins. Hagalaz ist eine Art Weckruf, ein Hinweis auf etwas Neues. Nur wer auch loslassen kann hat die Hände frei für Neues. Allerdings ist diese Handlung häufig mit negativen Erfahrungen verbunden. Hagalaz repräsentiert das vollendete Modell, das die potentielle Energie neutraler Macht im Multiversum enthält, die aus der dynamischen, schöpferischen und generativen Einheit von Feuer (Energie) und Eis (Materie) entsteht. Die Rune beschreibt die ewige kosmische Harmonie. In der germanischen Religion und Mythologie stellt die Zahl neun die heiligste und geheimnisvollste aller Zahlen dar. Die fälschlich als Weltesche bezeichnete immergrüne Welteneibe Yggdrasil besteht aus neun Welten, Odin hing neun Nächte lang an jenem Baum, um die Runen zu empfangen, der Gott Heimdall wurde von neun Müttern geboren und so weiter. Es ist die Zahl der Vollendung, die zu einer Expansion von Macht und Produktivität führt. Hagalaz ist die Mutter der Runen, einerseits auf Grund ihres numerischen Wertes, andererseits wegen ihrem Formsymbolismus.

Magie: Hagalaz steht für stetige Evolution innerhalb eines vorgegebenen Rahmens. Es ist das Zeichen des Schutzes und des Banns, da der vollendete und harmonische Charakter dieser Rune besondere Sicherheit mit sich bringt und dem Eindringen disharmonischer Elemente vorbeugt. Hagalaz sorgt für Schutz und gleichzeitig für Verwirrung und Zerstörung. Man kann sie (mit Vorsicht) auch für Rachezauber benutzen.

Anwendung: Konstruktiv angewandt führt diese Rune zum Verständnis einer ganz besonderen weiblichen Kraft. Neutral umfaßt sie alles, und destruktiv angewandt, kann sie den Menschen in die eigenen Tiefen führen.

Wirkung: Vollkommenheit und Gleichgewicht der Kräfte. Mystische und göttliche Erfahrung und Wissen. Operationen der Entwicklung und Evolution. Schutz. Fördern der Fruchtbarkeit und des Keimens auf allen Ebenen. Harmonisieren, Bannen von unerwünschten Fremdeinflüssen, aktive Verteidigung oder Angriff. Ausbrechen aus zerstörerischen Strukturen. Amulette gegen Angriffe und Katastrophen jeder Art. Talismane für das Gelingen von Vorhaben.

Heilrune: Zuständig für Wunden, Schnitte und Blutkrankheiten, Wiederherstellung der persönlich-kosmischen Harmonie, Steigerung der Heilungskräfte, Harmonisierung der Körperenergien, Förderung der Fruchtbarkeit.

Orakelbedeutung: Unkontrollierte Kräfte, sei es im Unbewußten oder außerhalb in der physischen Welt, dort vor allem das Wetter. Plötzlicher Verlust, Zerstörung, drastische Änderungen, Prüfungen.

Runenbotschaft: Nur aus der Zerstörung des Alten kann etwas Neues entstehen. Die Verbindung gegensätzlicher Kräfte schafft Harmonie. Man erkenne die Strukturen des Ganzen, denn vorsichtige Handhabung konträrer Energien führt zu großen Entwicklungen.

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Naudhiz
germanisch: Nauðiz
gotisch: NauÞs
altenglisch: Nýd
altnordisch: Nauðr
Bedeutung: Not
Lautwert: N
Zahl: 10
Schreiben: N
Kraft: passiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 2. Hel
Götter: Skuld
Baum: Buche, Eberesche
Pflanze: Krokus
Kraut: Wiesenknöterich
Edelstein: Lapislazuli
Farbe: tiefes Schwarz
Elemente: Feuer
Halbmond: 8.  Neumond
Zeit ca.: Anfang Jul. – Ende Jul.
Schlagworte: Not, Einengung, Zwang, Wendung der Not, Kraft des Widerstandes, Polarität des Schicksalsbegriffes, Rune der Nornen, Ursache menschlicher Sorgen
Bedeutung: Naudhiz bedeutet Not, beziehungsweise Zwänge. Wer in Not ist, kann eine Wende herbeiführen, ist man nicht in Not, so führt diese Rune unweigerlich zu dieser. Naudhiz beinhaltet das Konzept der Notwendigkeit. Durch äußere Umstände gezwungen und in die Ecke getrieben, entwickelt die Rune die Konzepte für eine Verbesserung der Lage. Ähnlich wie bei Thurisaz werden Konflikte nur dann lösbar, wenn man die Konfrontation mit ihnen sucht. Beim Konzept von Naudhiz wird diese Konfrontation allerdings durch die Umstände erzwungen. Einmal in die Enge getrieben, entfalten sich ungeahnte Kräfte, und eine nie gekannte Motivation, dieser Situation noch einmal zu entkommen. Der Stab der Rune zeigt die Entzündung des Notfeuers. Das Zeichen kann auch als Feuerbohrer interpretiert werden, welcher zum Überleben oder Entzündendes Notfeuers benötigt wurde. Naudhiz ist ein Konzept mit zwei Seiten. Es steht   für den Begriff des Elends, aber auch für die Erlösung aus diesem Elend. Die Rune steht für das selbst erzeugte Feuer, die brennende Not, entstanden durch Reibung und Widerstand gegen die Erfüllung der menschlichen Pflichten sowohl materieller wie auch spiritueller Natur. Naudhiz repräsentiert die vom Willen   gelenkte Handlung, verbunden mit Wissen und Weisheit, die als eine Gegenkraft zu den negativen Kräften fungieren kann.

Eine andere, umstrittene und historisch nicht nachweisbare Interpretation sieht in der Rune den Knoten, welcher zum Knüpfen eines Netzes gebraucht wird. Das Netz der Nornen werde aus diesem Knoten gewoben, heißt es.

Mythologie: Das Prinzip dieser Rune, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen, um sich aus der Not zu befreien ist typisch für das Heidentum, insbesondere Asatru, und es steht im klaren Gegensatz zur christlichen fatalistischen Ergebenheit in das Schicksal, die zur Resignation führen muß. Wenn Hagalaz der drohende Kochlöffel ist, dann ist Naudhiz der leere Topf. Sie ist eine freundliche Erinnerung daran, daß nicht alles so ist wie es sein sollte. Das Leben ist aus dem Tritt und nichts ist so wie es sein sollte. Egal wieviel man auch hat, es scheint nie zu auszureichen. Auf der andere Seite kann diese Unzufriedenheit mit dem Ist-Zustand auch zu einem neuen Anfang führen und der erste Schritt zu Veränderung einleiten. Naudhiz steht für die Unausgewogenheit zwischen dem eigenen Verlangen und den tatsächlichen Zuständen. Aber auch dieses Bewußtsein alleine kann schon eine Erleuchtung sein. Es bringt einen dazu, die eigene Situation genauer zu analysieren und sich mit einer Lösung zu beschäftigen. Naudhiz bringt den Menschen wieder zurück auf seinen spirituellen Pfad, wenn er von ihm etwas abgekommen ist. Nach einer umstrittenen Theorie sollen auch die Nornen, welche das Geschick der Menschen wirken, mit dieser Rune in Verbindung stehen.

Magie: Infolge der dem Symbolismus dieses Zeichens innewohnenden sexuellen Elemente wurde die Naudhiz-Rune zu einem machtvollen Werkzeug isländischer Liebesmagie. Sie hat auch eine stark beschützende Funktion – besonders auf spirituellen Gebiet. Diese Rune sollte nicht nur in Zeiten innerer oder äußerer Not Beachtung finden, sondern gerade auch dann, wenn es einem besonders gut geht – nicht etwa, um die gute Laune zu dämpfen, sondern um stets das Ganze im Auge zu behalten, das Auf und Ab des Schicksals.

Anwendung: Positiv führt Naudhiz aus der Not heraus, neutral symbolisiert sie die Arbeit der Nornen und negativ führt sie zur Not – ein runisches Paradoxon.

Wirkung: Überwinden von Leid oder negativem Schicksal, Entwickeln magischer Willenskraft und spiritueller Kräfte, willentlich gelenkter Einsatz der Widerstandskräfte, um magische Ziele zu erreichen, plötzliche Inspiration, Beseitigen von Haß und Streit, Bedürfnis und Verlangen nach Ordnung, Erkenntnis persönlicher Notwendigkeiten, Schutz- und Liebesmagie (Eroberung eines geliebten Menschen), Gegenangriffe zur Schwächung und Auszehrung des Gegners, Weissagung. Amulette gegen Not und materielle Angriffe. Talismane zur Stärkung der Widerstandskraft und zur Förderung des Einfallsreichtums sowie zur Überwindung materieller Widrigkeiten. Die Rune bietet in einer scheinbar aussichtslosen Lage eine Lösung, allerdings auf meist unerwartete Weise.

Heilrune: Zuständig für die Arme, Abwehr und Verhinderung von Krankheiten aller Art, Hilfe bei depressiven Syndromen, Mattheit und Verlust des Lebenswillens.

Orakelbedeutung: Einschränkung durch Not, harte Arbeit bringt schließlich Linderung von Leid durch finanzielle Einschränkung. Armut, Verantwortung, Hindernis, Frustration, schwere Zeiten.

Runenbotschaft: Man nutze sein Schicksal und widerstrebe ihm nicht.

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Isa
germanisch: Isa
gotisch: Eis
altenglisch: Is
altnordisch: Ís
Bedeutung: Eis
Lautwert: I
Zahl: 11
Schreiben: I / Y
Kraft: aktiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 2. Hel
Götter: Verdandi, Skadi, Rindr, Eisriesen
Baum: Erle
Pflanze: Gartenwicke
Kraut: Bilsenkraut
Edelstein: Katzenauge
Farbe: tiefes Schwarz
Elemente: Wasser
Halbmond: 7.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Jun. – Anfang Jul.
Schlagworte: Eis, Konzept der Materie, Stille, Nullschwingung, Stillstand, Erstarrung, Gefrieren, in der Edda: der Frost-Riese Ymir wird aus Eis geboren
Bedeutung: Die Rune Isa bedeutet Eis, und sie stellt auch einen Eiszapfen dar. Ihre Bedeutung weist auf die Urmaterie Niflheims, das Eis, hin, aus welchem mit dem Feuer (Urenergie) Muspelheims die Welt (Midgard) entstand. Isa ist jenes Welteneis, das aus Niflheim fließt. In dieser Bedeutung hat die Rune im Gegensatz zur eigentlichen Eigenart von Eis einen Aspekt von Beweglichkeit. Isa stellt die Anziehungskraft, Schwerkraft, Trägheit und Entropie im Multiversum dar. Isa ist eine elementare Rune, deren Form in fast allen andern Runen wiederzuerkennen ist. Sie symbolisiert auf der einen Seite einen Zustand der absoluten Erstarrung. Wie für die Wassermoleküle in gefrorenen Wasser, gibt es in Isa keine Bewegung. Alles steht still und ist stabil. Auf der anderen Seite birgt die Transformation von Wasser nach Eis jedoch auch die Kraft, alle (physisch) einengenden Einflüsse zu sprengen. Isa steht im Gegensatz zum Zustand der totalen Beweglichkeit, die in Kenaz (Feuer) ausgedrückt ist.

Einer auf Prof. Friedrich Fischbach zurückgehenden Fehlinterpretation zufolge, wird Isa manchmal auch als Ich-Begriff gedeutet. Dieser oft zitierte Ansatz ist jedoch grundfalsch.

Mythologie: In der modernen Mythologie ist Feuer männlich und Eis (Wasser oder Erde als Materie) weiblich, es ist aber unbekannt, ob dies in den nordischen Kulturen auch der Fall war. Sicherlich war Eis ein täglicher Einflußfaktor im Leben der Menschen in Skandinavien, es bedrohte ihre Ernte, ihre Schiffe und damit ihr Leben. Isa steht für den Moment der zurückblickenden Ruhe vor der Phase der Aktivität. Bleibt man aber zu lange stehen so geht das Leben ohne einen weiter und man wird eingefroren im Ist-Zustand. Nur die Ausgewogenheit kann hier wieder Bewegung und Leben schaffen, in diesem Fall das Feuer. Nicht umsonst fällt Isa kalendarisch häufig in die Zeit der Sommersonnenwendfeuer. In der Mythologie entspricht   diese Runenkraft den Kräften der Eisriesen (Hrimthursar). Isa ist die Stille, das Fehlen jeglicher Schwingung. Feuer und Eis sind diejenigen Kräfte, welche die Welt erschaffen, aber diese Kräfte sind es auch, die jeder Existenz ein Ende bereiten werden. Eis und Feuer halten sich gegenseitig in der Waage. Jedes der beiden Extreme kann fatale Auswirkungen haben, wenn es ohne die Kontrolle des anderen wirkt. Die bewohnbare Welt ist zwischen den Extremen von Niflheim und Muspelheim durch eine gegenseitige Abschwächung (Kontrolle) entstanden. Hier balancieren sich die Kräfte gegenseitig aus.

Magie: Magisch kann Isa dazu benutzt werden, einen Prozeß aufzuhalten. Isa wird zwar neben Thurisaz in Flüchen verwendet, hat aber durchaus nicht nur negative Gesichtspunkte. Durch eine kontrollierte Erstarrung kann man zum Beispiel vor äußeren Einflüssen schützen oder andere Runeneinflüsse festigen. Isa hilft zur Selbstintegration innerhalb eines Universums, gibt Macht über andere Wesenheiten und stärkt die Gabe zur Konzentration. Sie dient zum Entwickeln von Willenskraft.

Anwendung: Isa ist die zweite nicht wend- oder umkehrbare Rune. Sie steht für die Konzentration auf das Wesentliche, die Erkenntnis des eigenen Bewußtseins und Wertes. Ihre neutrale Wirkweise ist eben diese. Zuwenig Isa führt zur klassischen Versumpfung („Ich bin nichts wert“), und zuviel Isa gebiert versteifte Egoisten mit Magengeschwüren.

Wirkung: Entwickeln von Konzentrationsfähigkeit und Willensstärke, Kontrolle und Bann unerwünschter, dynamischer Kräfte, Beherrschung, Bannung und Kontrolle anderer Wesenheiten, Überwindung äußerer und innerer Hektik und Unruhe, Herstellung von Stille und Versonnenheit, Regeneration. Amulette gegen Lähmung durch widrige Einflüsse und Umstände sowie gegen Unruhe in Unternehmungen. Talismane für Durchsetzungskraft und Beharrlichkeit sowie zur Förderung telepathischer Fähigkeiten. Diese Rune hilft gegen unerwünschte Emotionen und Einflüsse von anderen Wesen, welche die Individualität stören.

Heilrune: Zuständig für Erfrierungen, Lähmungen und körperliche Gefühllosigkeit, Wiederbelebung erfrorener Lebenskräfte, Dämpfung von Hyperaktivität, therapeutische Ruhigstellung. Blockadebrechende Rune.

Orakelbedeutung: Blockaden, Faulheit, Stagnation, Geduld, Reflektion, Ruhe, Rückzug.

Runenbotschaft: Man lerne, in der Schönheit des Eises auch die Gefahr zu sehen. Man erstarre manchmal, um sich zu sammeln, sich selbst zu finden und zu stärken. Doch bleibt man zu lange in der Erstarrung, friert der Geist fest.

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Jera
germanisch: Jera
gotisch: Jér
altenglisch: Gér
altnordisch: Ár (Adler)
Bedeutung: Jahr
Lautwert: J
Zahl: 12
Schreiben: J / Y
Kraft: passiv
Geschlecht: beide
Aett: 2. Hel
Götter: Freyr, Freyja, Baldur, Höðr
Baum: Eiche
Pflanze: Kornblume
Kraut: Rosmarin
Edelstein: Karneol
Farbe: helles Blau
Elemente: Erde
Halbmond: 7.  Neumond
Zeit ca.: Anfang Jun. – Ende Jun.
Schlagworte: Jahr, Rad, Jahresrad, Ernte, ein fruchtbares Jahr, Zyklus des Lebens, Werden-Sein-Vergehen, Wandel, Fruchtbarkeit, Sonnenadler
Bedeutung: Jera bedeutet wörtlich übersetzt Jahr und symbolisiert den ewigen Rhythmus von Kommen und Gehen oder allgemein das Rad der Zeit.. Das Bild der Rune stellt den Zyklus von Sommer und Winter dar. Manche sehen darin auch die heilige Vermählung von Sonne (Himmel) und Erde. In einer Zeit der Zentralheizung und Supermarkt-Orangen im Winter fällt es einem schwer, die Verbindung der Ahnen zum Jahreskreis und seinen Wechseln zu verstehen. Mit dem Wechsel der Jahreszeiten änderte sich nicht nur das Wetter, sondern auch das Leben der Menschen. Der Wechsel des Jahres war im Blut der Bewohner, und sie brauchten keinen Kalender, um zu wissen, was für eine Zeit im Jahr es war. Jera folgt Isa, so wie das Frühjahr dem Winter folgt. Die Stagnation des Eises wird durch die neue Jahreszeit durchbrochen. Ebenso hat man nun aber auch den ganzen Satz negativer Runen durchbrochen, die mit diesem Aett begannen. Man hat nicht nur das gegen das Eis oder gegen ein unfaires Schicksal gekämpft, sondern hat auch aus den Erfahrungen gelernt und kann einfach auf die kommenden Ereignisse warten. Der nordische Name ár der Rune vermittelt die Assoziation mit dem Adler als Symbol des schnellen Fluges und der Sonne.

Götter: Der kosmische Fruchtbarkeitsaspekt dieser Rune weist auf Freyr und Freyja hin, die man um gute Ernte und Frieden (til árs og friðjar) anruft.

Mythologie: Jera verkörpert das universelle zyklische Muster von Werden, Vergehen und neuem Werden, das sich auch durch die gesamte Runenreihe zieht. Jera ist eine der beiden zentralen Runen des älteren Futhark. Sie beschreibt die zyklische Natur des stets im Werden begriffenen Seins, das Geheimnis des allgegenwärtigen Kreises. Jera verkörpert das Mysterium des zwölfteiligen Zyklus des jährlichen Sonnenumlaufs. Raidho ist der tägliche Weg und die bahnbrechende Kraft der Sonne, Jera ihr jährlicher Weg und Sowilo die Sonne selbst. Jera stellt den Lohn für ehrenhaftes, rechtmäßiges und den Gesetzen der Natur entsprechendes Verhalten in der Vergangenheit dar. Das ist nicht im moralischen Sinn gemeint – hier geht es um Naturgesetze. Wenn der Same richtig gesät ist, und das Glück (Hamingja) mit einem ist, dann wird die Ernte reichlich ausfallen. Es ist der Genuß der Früchte wohlüberlegter Bemühungen zur Erreichung eines bewußt oder instinktiv gewählten Ziels. Das hat sowohl für die Welt der sichtbaren Erscheinungen als auch für das Reich der Götter Gültigkeit.

Magie: Jera zeigt die dynamische Rotation von Kreisläufen, die durch gegensätzliche Komponenten gebildet werden. So bilden die Gegensätze Sommer und Winter den Kreis des Jahres, Feuer und Eis den Kreis der Schöpfung oder Mann und Frau den Kreis des menschlichen Lebens. Jera steht für Tod und Wiedergeburt. Die fruchtbringende Vollendung des Jahreskreises ist zum Beispiel die Erntezeit. Die Rune steht mit Fruchtbarkeit in Verbindung. In der Praxis kann Jera einen Vorgang zu einem guten, ertragreichen Ende führen. Sie steigert Fruchtbarkeit und Gewinn, führt zu Harmonie und Frieden. Die Rune repräsentiert das allgemeingültige Gesetz der Ernte. So wie man gesät hat, kann man ernten. Diese Rune enthält den Schlüssel zu jedem Prozeß, welcher in einer bestimmten Reihenfolge abläuft.

Anwendung: Konstruktiv angewandt fördert Jera gutes Gelingen jeglicher Arbeit, neutral steht sie für „alles zu seiner Zeit“ und destruktiv kann sie zur Verzögerung eingesetzt werden.

Wirkung: Fruchtbarkeit, Kreativität, Frieden, Harmonie, Erleuchtung, Begreifen der zyklischen Natur und des Geheimnisses des allgemeinen gegenwärtigen Kreislaufs, Sicherung der Ernte und Fruchtbarkeit, Überwindung von Stagnation. Manifestation anderer Konzepte in der sichtbaren Welt. Amulette gegen Schäden durch andere. Talismane zur Überwindung von Stagnation, Terminschwierigkeiten und zur Förderung des allgemeinen Gelingens längerfristiger Vorhaben.

Heilrune: Zuständig für den Darmtrakt und für Verdauungsstörungen. Wiederherstellung des natürlichen Zyklus, Korrektur organischer Rhythmusstörungen.

Orakelbedeutung: Hoffnungen und Erwartungen von Frieden und Wohlstand. Die Verheißung von Erfolg. Die Resultate früherer Bemühungen werden verwirklicht. Wechsel, Fortschritt, Belohnung, Bewegung, Produktivität.

Runenbotschaft: Man nehme bewußt die Jahreszeiten und ihren Wechsel wahr. Durch rechtes Tun zur rechten Zeit sichert man Fortbestand und Gewinn. Was man gesät hat, wird man auch ernten – und man ernte, was man gesät hat; das bedeutet aber auch, für die Konsequenzen seines Tuns geradezustehen. Stürme kommen und gehen, aber es wird immer Sonne im Leben geben. Man habe Spaß, wann immer man es kann.

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Eiwaz
germanisch: Îhwaz, Eihwaz
gotisch: Eihwas
altenglisch: Éoh
altnordisch: Ihwar
Bedeutung: Eibe
Lautwert: E/I
Zahl: 13
Schreiben: Ei
Kraft: aktiv
Geschlecht: männlich
Aett: 2. Hel
Götter: Odin, Ullr, Skadi
Baum: Eibe
Pflanze: Flieder
Kraut: Alraune
Edelstein: Topas
Farbe: dunkles Blau
Elemente: alle
Halbmond: 6.  Vollmond
Zeit ca.: Anfang Mai – Anfang Jun.
Schlagworte: Eibe, Weltenbaum, vertikale Achse der Welt, Tod, ewiges Leben, Immergrün, extrem hartes Holz, halluzinogene Kraft des alkaloiden Eibentoxins, Vision, Hinterhalt, ein Bogen aus Eibenholz, Runenzauber, abwehrende Kräfte
Bedeutung: Eiwaz (auch Eihwaz) bedeutet Eibe, und die Rune steht in enger Verbindung zum Eibenbaum, welcher bei den Germanen als Verbindung zwischen den Welten geschätzt wurde. Im Sommer verströmt er ein Gas, das Trancezustände hervorruft. Eiwaz ist die Rune des Todes, der Transformation, somit auch Rune des Neubeginns. Beim Symbol dieser Rune deutet man den senkrechten Pfeiler als Stamm des Weltenbaumes Yggdrasil, den unteren Abzweig als Wurzeln, den oberen als Äste. Einer anderen Interpretation zufolge stellt Eiwaz die drei Wurzeln Yggdrasils dar, unter denen die Welten der Menschen, der Reifriesen und die Unterwelt liegen. Zwar wird der Weltenbaum heute oft allgemein fälschlich als Esche interpretiert, jedoch war ursprünglich eine Eibe damit gemeint. Yggdrasil wurde außerdem auf alten Kultplätzen meist durch eine Eibe symbolisiert, die wie der Weltbaum in der Edda immergrün ist. Die Eibe heißt im Nordischen auch „Barraskr“ (Nadelesche), möglicherweise rührt daher die spätere Fehlinterpretation als Esche. Die Wurzeln Yggdrasils kommen aus dem Reich des Todes, und der Wipfel ragt bis ins hohe Asgard, dem Reich des Lebens selbst. Dieser Stab vereinigt die Mysterien von Leben und Tod zu der umfassenden Erkenntnis der natürlichen Zyklen. Phonetisch ist Eiwaz ein Laut zwischen „E“ und „I“, das „Ei“ und ist der zusätzliche (sechste) Vokal im Germanischen, von denen im Deutschen nur fünf übrig geblieben sind. Diese Rune wurde kaum als Schriftzeichen verwendet, weil sie auch für den Tod steht und Tore in andere Welten öffnen kann. Wurde sie niedergeschrieben, dann meist im Zusammenhang mit Magie. Für normale Runenschrift wird sie daher nicht benutzt und ersetzt deshalb nicht – wie man meinen könnte – das „ei“, sondern dafür werden Isa und Ehwaz verwendet. Möglicherweise hat genau diese Tatsache zusammen mit christlichen Einflüssen zur späteren Reduktion auf fünf Vokale im Deutschen geführt.

Mythologie: Yggdrasil bedeutet „Pferd des Yggr (Odin)“ und bezieht sich auf Odins Selbstopfer am Weltbaum, durch das er die Runen erlangt hat und fähig wird, entlang der Weltachse durch alle neun Welten zu „reiten“. Eiwaz bezeichnet die Verbindung zwischen den Welten. Diese Rune verkörpert das Mysterium von Leben und Tod und nimmt eine mystische Verbindung der beiden vor. Die Eibe enthält ein Toxin, welches das Zentralnervensystem beeinflußt und an heißen Tagen bei einem Menschen, der sich unter ihr befindet, Halluzinationen auslösen kann. Dadurch kann die Eibe schamanische Reisen unterstützen. Neben ihrer Verbindung mit dem Tod ist die Eibe auch das Symbol des dauerhaften Lebens und der Ausdauer, denn sie wird bis zu 2.000 Jahre alt. So ist Eiwaz die lebensspendende Kraft und der Weg, sie zu erlangen. Die Eibe war schon immer der Baum der Runen, der Magie und des Todes in der Mythologie, insbesondere der nordischen. Die Eibe wird sehr alt und ist immergrün. Aus Ihrem Holz wurden Bögen hergestellt und aus dem Eibengift Pfeilgift. Aus Ihrem Holz wurden Runenstäbe und Amulette gefertigt. Die Eibe stellt auch ein machtvolles Zeichen zum Schutz und Bann dar. Noch heute gibt es in manchen Teilen Deutschlands das Sprichwort: „Vor den Eiben kann kein Zauber bleiben.“ Ein friesischer Runen-Talisman aus Eibenholz aus der Zeit um 600 trägt die Inschrift: „Trage diese Eibe immer bei dir. In ihr ist Kraft enthalten.“ Eiwaz ist die dreizehnte Rune des Futhark und markiert die zweite Hälfte dieses Alphabets. Diese Rune ist der Wendepunkt auf der Reise des Runensuchenden und steht für die Transformation des Initiationsprozesses. Bei diesen Prozessen ist ein symbolisches Durchleben des Todes üblich und wird auch in der schamanistischen Tradition benutzt. Das alte Ich stirbt und ein neues Ich wird geboren. Eiwaz ist der Durchgang durch den man Hel erreicht, um Wissen und Weisheit zu erlangen, sowie die Akzeptanz des eigenen Todes. Dieser Prozeß ist natürlich furchteinflössend, aber etwas, das man erfahren muß. Denn nur wenn man seine tiefsten Ängste (er-)kennt, ist man auch auf sie vorbereitet. Ähnliches machte Odin durch, als er am Weltenbaum hing, um die Runen zu erfahren. Eiwaz ist das Tor zur Weisheit und liegt zwischen dem Leben (Jera) und der Wiedergeburt (Perthro).

Magie: Eiwaz ist eine mächtige Rune des Schutzes und der Verteidigung. Eiwaz kann auch dazu benutzt werden, einen Wechsel herbeiführen oder eine Veränderung erleichtern. Eiwaz bewirkt Weisheit in allen Dingen. Sie sorgt für Kommunikation zwischen den Welten, sie hilft zum Verständnis von Leben und Tod, stärkt die persönliche Willenskraft und erleichtert die spirituelle Kontaktaufnahme mit den Vorfahren.

Anwendung: Positiv steht Eiwaz für Weiterentwicklung, neutral für den natürlichen Wandel und negativ für einen übertriebenen Totenkult.

Wirkung: Einweihung in die Weisheit des Weltenbaumes, Förderung von geistiger Ausdauer und starker Willenskraft, spirituelle Kraft, Kreativität und Vision, Schutz vor destruktiven Kräften, Kommunikation zwischen verschiedenen Ebenen der Realität, Begreifen des Mysteriums von Leben und Tod und die Befreiung von der Furcht vor dem Tod. Starker Schutz vor fremdem Zauber, Bannung unerwünschter Einflüsse, Angriff und Vernichtung von Gegnern. Amulette gegen Betörung, Schwindeleien und Betrug. Talismane für magischen Schutz sowie für Liebes- und Bindungszauber. Die Rune kann enorme Ausdauer und Widerstandskraft verleihen.

Heilrune: Zuständig für Augenerkrankungen. Steigerung der Abwehrkräfte und der Ausdauer. Psychosomatische Ursachenbestimmung.

Orakelbedeutung: Wechsel, Initiation, Konfrontationsängste, eine Wegkreuzung, Tod, Transformation. Der Antrieb, etwas zu erwerben, welcher Motivation und Zielstrebigkeit verleiht.

Runenbotschaft: Leben und Tod bilden eine untrennbare natürliche Einheit. Man fürchte weder das eine noch das andere. Ist man darüber erhaben, öffnen sich neue Welten. Man werde sich darüber klar, was man im Leben wirklich will und wie man sein Leben leben will. Man strebe in allem die Vollendung an und bedenke das Ende. Man entlarve die Täuschung, vor allem die Selbsttäuschung, und finde Zufriedenheit im Erkennen seiner wahren Ziele.

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Perthro
germanisch: PerÞro
gotisch: PairÞra
altenglisch: Peorð
altnordisch: Peorð
Bedeutung: Geburt
Lautwert: P
Zahl: 14
Schreiben: P
Kraft: passiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 2. Hel
Götter: Nerthus, Frigg, Mimir
Baum: Buche, Espe
Pflanze: Chrysantheme
Kraut: Eisenhut
Edelstein: Aquamarin
Farbe: tiefes Schwarz
Elemente: Wasser
Halbmond: 6.  Neumond
Zeit ca.: Ende Apr. – Ende Mai
Schlagworte: Geburt, Wiedergeburt, Los, selbstbestimmtes Schicksal, permanente Veränderung, Zeit, Weissagung, etwas Geheimes (Rune des Geheimen)
Bedeutung: Perthro (auch Perdho) wird als Geburt oder Wiedergeburt, als Vulva, als Gefäß oder als Würfelbecher (der das Schicksal enthält) interpretiert. Die wirkliche Bedeutung der Rune Perthro war schon immer eine heiße Streitfrage zwischen Runengelehrten. Ihre Besonderheit liegt darin, daß der phonetische Laut P, mit dem auch die Rune beginnt, nirgendwo sonst in der germanischen Sprache bekannt ist. Dies führte zu der Interpretation, daß dieses Wort aus einer anderen Sprache importiert wurde. Ein altes englisches Runengedicht stellt eine Verbindung mit einer Art Spiel her, was viele dazu gebracht hat sie mit dem Bauern im Schach zu assoziieren oder als Würfelbecher. Gerade die letzte Interpretation dieser Rune ist sehr interessant, da sie auch ihrer Form entgegen kommt: einem Behältnis, das die Runen selbst enthielt. Eine andere Interpretation führt Perthro auf das slawische Wort „Pizda“ (Vulva) zurück. Diese Interpretation paßt zwar in die Reihenfolge der Runen (Wiedergeburt nach dem Tod) ist aber im gesamten Kontext eher fraglich. Aber wie immer man diese Rune auch wörtlich interpretieren möchte (keine der Theorien kann wirklich bewiesen werden), die prinzipielle Bedeutung von Perthro ist „Gefäß“, etwas, das schützt, birgt und auf irgendeine Weise etwas hervorbringt. Diese Rune ist eng mit dem Begriff Schicksal verknüpft, und der eingeschlagene Weg ist in gewissem Sinne vorbestimmt. Perthro ist der Beginn dieses Weges.

Mythologie: Diese Rune steht für die vielen Möglichkeiten und Ereignisse, auf die man selbst keinen Einfluß hat. Das Glück ist eine beständige Prüfung, die sich dem Suchenden stellt. Das Schicksal ist nicht fatal und unabänderbar, aber es gibt doch immer wieder Dinge, welche das eigene Umfeld beeinflussen und sich dem eigenen Zugriff entziehen. Damit umfaßt diese Rune auch den Aspekt Zeit. Sie fordert dazu auf, die eigene Zeit kompromißlos zu nutzen und damit zum Herrn über das eigene Leben zu werden. Diese Rune ist Tod und Wiedergeburt. Sie steht für die Einweihung in jegliche Geheimnisse. Perthro ist ein kultisches Symbol für die Wirkung der Kraft der Urgesetze (Örlög) im gesamten Multiversum und für die Möglichkeiten, die Götter und Menschen zur Erforschung dieser Wirkungen haben. Örlög wird meist mit „Schicksal“ übersetzt, hat aber nichts mit „Vorherbestimmung“ im christlichen Sinn zu tun, sondern bedeutet wörtlich „Ur-Schichten“ oder „Ur-Gesetze“, die durch frühere oder vergangene Handlungsweisen entstanden sind. Diese selbstverursachten Schichten aus vergangenen Taten stellen die Gesetze dar, denen Götter und Menschen unterworfen sind. Es sind nicht die unabänderlichen Gesetze der Natur, sondern eher jene, welche die Gesetze der Wesenheiten aufgrund von Handlungen und Geschehnissen der Vergangenheit bestimmen. Es ist dieses kosmische Prinzip, auf dem das allgemeine germanische Gesetz aufgebaut ist. Die Perthro-Rune enthält das Mysterium der nornischen Gesetze. Die Nornen (Nornir) sind die Medien, durch die eine Handlung empfangen wird, um dann in eine projektierbare, im wesentlichen aber unveränderte Form umgewandelt und in die Sphäre zurückgegeben zu werden, aus der diese Handlung ursprünglich erhalten wurde. Perthro ist die Rune der Zeit, und dieses Konzept kommt auch in den Nornen zum Ausdruck. Ihre Namen sind Urd (Urðr, das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das werden wird). Die nornische Kraft definiert einen Aspekt des Gesetzes von Ursache und Wirkung im Multiversum, und ein Verständnis dieser Kraft ist daher unerläßlich für die Ausübung der Runenkunst. Eine zentrale Aussage der Perthro-Rune ist das Mysterium der Weissagung und der Gleichzeitigkeit. Die Kunst der Weissagung ermöglicht es dem Runenwissenden, persönliches oder jenseits des Persönlichen liegendes Örlög zu erkennen und sich der Skuld-Kraft und des Einflusses von Urd und Verdandi bewußt zu werden. Perthro stellt den großen Plan des kosmischen Werdens dar, was im Sinne der erwähnten Prinzipien verstanden werden sollte. Sie wird als ständige Veränderung wahrgenommen – die ewig die gleiche bleibt.

Magie: In der Magie dient Perthro zur Förderung der Fruchtbarkeit, Erleichterung der Geburt, Erleichterung der Magie, Verbesserung der psychischen Möglichkeiten. Perthro gibt Rat und hilft, Weissagungen zu erlangen.

Anwendung: Perthro ist die klassische Gebär-Rune. Im neutralen Aspekt steht sie für das Gebären, im positiven Aspekt für Erneuerung und im negativen Aspekt für den Rückzug in die embryonale Phase. Durch den Kessel der Wiedergeburt kommt man selbstverständlich auch in Kontakt mit dem kollektiven Unbewußten und hat somit Zugang zu allen Arten des Wissens.

Wirkung: Herbeiführen günstiger Zeitpunkte für Vorhaben. Weissagung. Realisierung von Vorstellungen oder Ereignissen als magischer Akt Amulette gegen Pechsträhnen. Talismane für Glücksspiel und zur Förderung der Weissagung. Bindungszauber.

Heilrune: Zuständig für die weiblichen Brüste und den Genitalbereich, für Entbindungen, Aktivierung der allgemeinen Lebenslust, besonders bei chronischen Krankheiten.

Orakelbedeutung: Wiedergeburt, Mysterien, Magie, Divination, Fruchtbarkeit, Sexualität, ein neuer Anfang, Prophezeiung. Weibliche Belange und Mysterien einschließlich der weiblichen Fruchtbarkeit. Kreativität.

Runenbotschaft: Die Gleichzeitigkeit allen Geschehens, das Schicksal (Örlög) ist nicht unbeugsame Vorherbestimmung, sondern das kosmische Gesetz von Ursache und Wirkung. Fataler Schicksalsglaube ist   bequem, aber falsch, denn er führt zu keiner Entwicklung. Man nehme daher sein Schicksal selbst in die Hand und mache aus den Dingen, auf die man keinen Einfluß hat, wenigstens das Beste.

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Algiz
germanisch: Algiz, Elhaz (Elch)
gotisch: Algis (Schwan)
altenglisch: Eolh (Elch)
altnordisch: Ihwar
Bedeutung: Schutz
Lautwert: Z
Zahl: 15
Schreiben: Z
Kraft: aktiv
Geschlecht: beide
Aett: 2. Hel
Götter: Heimdall, Walküren
Baum: Eibe
Pflanze: Riedgras
Kraut: Angelika
Edelstein: Amethyst
Farbe: Silber
Elemente: Luft
Halbmond: 5.  Vollmond
Zeit ca.: Anfang Apr. – Anfang Mai
Schlagworte: Schutz, Verteidigung, Elch, Schwan, Macht und Kraft des Menschen, heilige Stätte, Rune des menschlichen Strebens nach der Göttlichkeit, Rune der Kommunikation mit anderen Welten
Bedeutung: Die urgermanische Form Algiz bedeutet „Schutz“. Diese Rune wird zuweilen auch Elhaz genannt und bedeutet dann Elch oder Schutz. Die gotische Schreibweise Algis bedeutet Schwan, und die altenglische Eolh wieder Elch. Einer weiteren Interpretation zufolge bedeutet Algiz Schutzmacht oder Walküre. Auch das gotische Wort Alhs (Heiligtum) wird mit dieser Rune in Verbindung gebracht. Das Runenzeichen Algiz zeigt die Zweige des Baumes, die Hörner des Elchs (dessen Geweih für das Glück „Hamingja“ steht), den fliegenden Schwan, die ausgespreizten Finger einer Hand (das ursprünglichste Zeichen für Schutz und Verteidigung), einen Runenkundigen bei der Anrufung oder ein Schwert. Algiz stellt den neugeborenen Menschen, den Augenblick der Geburt, sowie jeden weiteren Zeitpunkt im menschlichen Erleben, sowie dessen ganz eigenes Paradoxon (das des Augenblicks) dar. Diese Rune verbindet oben und unten, vorne und hinten, kurzum alles Erfaßbare und bündelt es im Menschen. Sie stellt die Antenne des Menschen dar. Algiz ist jene Kraft im Leben und Geist des Menschen, die ihn in Richtung der Welt der Asen streben läßt. Es ist die Rune der Verbindung zwischen den Göttern und der Menschheit,   die Kraft, die das Bewußtsein des Menschen zum Reich der Götter zieht, und steht daher in Verbindung mit der Regenbogenbrücke Bifröst, die Asgard und Midgard verbindet und dem Bewußtsein die Reise durch die Welten ermöglicht. Dabei ist Algiz eher der gewundene Pfad der Zweige und Wurzeln als der gerade des Stammes, den die Rune Eiwaz verkörpert. Algiz ist eine Rune des Bewußtseins und der Bewußtheit (eine Hugrún).

Mythologie: Mit Schutz und der gotischen Bedeutung „Schwan“ hängt auch die Verbindung der Runen mit den Walküren zusammen, die beschützende und lebensspendende Wesen sind und oft in einem magischen Umhang aus Schwanenfedern durch die Lüfte fliegen. Man nennt sie daher auch Schwanenmaiden oder Schwanenjungfrauen. Als Schutz und Sieg bringendes Zeichen wurde Algiz oft in Speere geritzt. Der alternative Runenname Elhaz bezieht sich auf die vier kosmischen Hirsche, die ständig an den Nadeln des Weltenbaums nagen. Heimdall, welcher mit Algiz in Verbindung steht, ist eine ebenso interessante wie rätselhafte Figur der nordischen Mythologie. Er ist der Beschützer, der die Regenbogenbrücke Bifröst nach   Asgard bewacht. Er kennt die Wege zwischen den Welten und weiß von ihren Gefahren. Am bekanntesten ist sein Horn, mit dem er die Götter vor herannahenden Feinden warnt, aber ebenso wichtig ist sein Schwert, und dies sollte bei der Diskussion von Algiz nicht außer Acht gelassen werden. Die Edda erwähnt unter anderem den poetischen Namen „Heimdalls Kopf“ für ein Schwert und umgekehrt „Heimdalls Schwert“ für einen Kopf. Sowohl das Schwert, als auch das Horn sind Waffen zur Verteidigung, wie für den Angriff, ganz abhängig von der Situation. Auf der Reise durch die Runen hat man nun Tod und Wiedergeburt erlebt und steht nun vor dem Wächter der Welten, bevor man wieder in die eigene Welt darf. Er bringt den Menschen dazu, sein neues Wissen weise zu nutzen. Von nun an muß man nicht immer nur an sich selbst denken, sondern auch die Folgen seines Handelns mit einbeziehen.

Magie: Die Rune ist ein sehr wirksames Schutzsymbol. Sie steht für ein Zusammentreffen von Wegen oder Kräften oder für einen zentralen Punkt, von dem Kräfte oder Wege abgehen (dies wird besonders mit der Anrufung assoziiert, die Kräfte rufen oder bannen kann). Sie unterstützt bei Beschwörungen die Kommunikation mit anderen Welten. Die Rune wird dazu verwendet, die persönlichen Kräfte allgemein, wie auch die magischen Fähigkeiten zu steigern.

Anwendung: Negativ oder positiv gibt es hier nicht, denn Algiz ist die dritte nicht wend- und umkehrbare Rune.

Wirkung: Schutz und Verteidigung, Stärkung der Lebenskraft, Kommunikation im Allgemeinen, Entlarven von Illusionen und Fremdsuggestion. Mystische und religiöse Kommunikation mit nichtmenschlichen, empfänglichen Wesen. Kommunikation mit anderen Welten, besonders mit Asgard und den kosmischen Quellen von Urd, Mimir und Hvergelmir. Stärkung der Hamingja (magische Kraft und „Glück“) und der Lebenskraft. Amulette gegen Beschränkung der Handlungssphäre. Talismane für Wohlstand, Jagdglück, Informationen und Weisheit.

Heilrune: Zuständig für Kopf und Gehirn. Einsatz zur Energetisierung bei der Selbstheilung und zur Heilung anderer. Allgemeine Stärkung der Vitalkräfte.

Orakelbedeutung: Der Drang, sich selbst oder andere zu beschützen. Festhalten am Erfolg oder Bewahrung einer errungenen oder verdienten Stellung. Weitere Bedeutungen sind Schutz, Hilfe, Verteidigung, Warnung oder ein Mentor.

Runenbotschaft: Man muß sich über seine Ethik Gedanken machen, denn auch dies bedeutet Algiz: Nach welchen Maßstäben handelt man nun, wer ist der Wächter dieses Tuns und was läßt er durchgehen? Das Schwert kommt in die Hand des Suchenden, aber wann nutzt er es zur Verteidigung, wann zum Angriff? Man werde aktiv und lasse sich von den Kräften des Kosmos durchfluten. Dies verleiht intuitive Erkenntnis, daher lausche man auf die innere Stimme.

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Sowilo
germanisch: Sowilo
gotisch: Saugil
altenglisch: Sigil
altnordisch: Sól
Bedeutung: Sonne
Lautwert: S
Zahl: 16
Schreiben: S
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 2. Hel
Götter: Baldur
Baum: Wachholder
Pflanze: Johanniskraut
Kraut: Mistel
Edelstein: Rubin
Farbe: Gold
Elemente: Luft
Halbmond: 5.  Neumond
Zeit ca.: Ende Mrz. – Ende Apr.
Schlagworte: Sonne, Licht, Wärme, Rune des Sonnenkultes und des drehenden Rades, solares Prinzip, Rune des Ehrenkodex, Siegopferrune, Erleuchtung, Sieg durch Schnelligkeit, Macht durch eigenen Willen
Bedeutung: Die Rune Sowilo bedeutet Sonne, und sie symbolisiert alle Zusammenhänge mit der Sonne. Ihr Bild stellt einen Teil des Sonnenrades oder einen Sonnenstrahl dar. Somit steht auch die Rune selbst für das heilige Sonnenrad (Swatiska). Legt man zwei Sowilo-Runen überkreuz, entsteht das Symbol des Sonnenrades, welches stark einem Hakenkreuz ähnelt. Manchmal wird in Sowilo auch ein Donnerkeil gesehen. Sie stellt auch den Blitz dar, welcher als göttliches Feuer vom Himmel fällt. Sowilo steht in ihrer Eigenschaft als Sonnenrune im Gegensatz zu Isa. Sie repräsentiert den Sieg, beziehungsweise besser: den Weg zum Sieg. Ihre Form läßt einen Blitz erahnen, der auch für Inspiration stehen kann (Geistesblitz). Der individuelle Wille führt über Sowilo zum Erfolg. Widerstand kann gebrochen werden, so wie die Kraft der Sonne das lebensfeindliche Eis schmilzt und es wieder zum lebensspendenden Wasser macht. Zusammengefaßt steht Sowilo für einen errungenen Sieg, ein hart erkämpftes, aber letztendlich erreichtes Ziel. In späterer Zeit wurde diese Rune als „Siegrune“ gedeutet. Tatsächlich stellt sie zwar eine machtvolle, willensgelenkte Kraft dar, die zu Erfolgen und Siegen verhelfen kann, die Interpretation als „Siegrune“ beruht aber auf einem Mißverständnis des altenglischen Runennamens „Sigil“, der wie Sowilo ebenfalls „Sonne“ und nicht „Sieg“ bedeutet. Die wirkliche „Sigrún“ der nordischen Tradition ist Tiwaz. Die SS benutze die Rune Sowilo in ihrem Einheitenkennzeichen, um die Stellung dieser Einheit im dritten Reich zu symbolisieren. Durch ihren Mißbrauch in der NS-Vergangenheit Deutschlands ist diese Rune, wie auch das Sonnenrad, häufig ein Anstoß zu Verdächtigungen und Verleumdungen von Menschen, die sich mit den Runen im Allgemeinen beschäftigen. Sowilo steht am Ende des zweiten Aetts, und symbolisiert – wie Wunjo – Erfolg und Ruhm. Aber hier kommt keine Ruhe auf, denn die Sonne ist ein aktives Zeichen. Hier erwartet den Suchenden nicht die Ruhe des Abends, sondern die wilde Siegesfeier. Man ist auf seiner Reise am Ende des zweiten Aetts angekommen, und wieder ist der Abschluß ein positives Erlebnis, aber diesmal ist man sich auch dessen bewußt. Man kann den Fenris-Wolf auf seinen Fersen sehen, der die Sonne verschlingen will, und man weiß, daß man weiterziehen muß. Aber hier kann man kurz pausieren und die Sonne mit ihrer Wärme genießen. So kann man Energie für den Weg tanken der noch vor einem liegt.

Mythologie: Die Sonne ist fast allen Religionen in der Welt heilig. Ihre Wärme und ihr Licht symbolisieren Leben und Wachstum und stehen für alles, was gut ist. In der nordischen Mythologie wird die Sonne als Wagen beschrieben, der über den Himmel fährt und von einem großen Wolf verfolgt wird. Der Wolf wird die Sonne verschlingen, wenn die Zeit Ragnarök gekommen ist. Durch die ganze indo-europäische Kultur wird die Sonne auch häufig mit einem Pferd verglichen, das über den Himmel reitet. Beide Symbole stehen für Leben und Fruchtbarkeit. Sowilo verkörpert die archetypische Sonne und ihr Licht, symbolisch in Form des Sonnenrades ausgedrückt. Das Konzept des sich drehenden Rades (nordisch: Hvel) ist für das Verständnis der Rune wesentlich. Es wird durch die Räder des Sonnenwagens und durch die Scheibe, die durch ihre Drehung entsteht, dargestellt. Dieser Symbolkomplex steht im Zentrum des alten, hyperboräischen Sonnenkultes der Bronzezeit. Im Nordischen gibt es für die Sonne zwei Namen, das nordische Wort „Sól“ und das altgermanische „Sunna“, das als Kultwort in der Edda (Alvismal) erhalten blieb: „Unter den Menschen heißt sie Sól und Sunna unter den Göttern.“ Sól steht für das Phänomen, Sunna   für die geistige Idee, die dem Konzept innewohnende spirituelle Macht. Beide Wörter sind weiblich. Das Mysterium der Sonne ist in der Erfahrung der nördlichen Völker, die sie vor allem als Lebensspenderin erleben, im wesentlichen weiblicher Natur – im Gegensatz zum männlichen „Mani“ (Mond). Es ist aber auch eng mit dem Schicksal Baldurs verbunden, des sonnenhaft lichten Gottes, der mit den Sonnenwenden stirbt und wiedergeboren wird. Als Baldur-Rune kann Sowilo daher auch männlich sein. Sowilo ist der magische Wille, der im gesamten Multiversum zum Ausdruck kommt. Im einzelnen Menschen drückt er sich in den „spirituellen Rädern“ (Hvel, Chakren) aus. Die Rune stellt die eminente spirituelle Kraft dar, die den Runenkundigen durch die Pfade von Yggdrasil leitet. Sie verkörpert einen Aspekt des Zieles und auch den aktiven, entschlossen verfolgten Weg zu ihm. Sie kann als eine dynamische Verbindung zwischen Himmel und Erde (Asgard und Midgard) dienen. Sowilo ist auch die Rune des germanischen Ehrenkodex, ein höchst wirkungsvoller Weg zu ekstatischen Erfahrungen. Das Sonnenrad symbolisiert diese Sonne und Zeichnungen des Hakenkreuzes werden durch das ganze Neolithikum gefunden.

Magie: Dies ist eine Rune für Erfolg und Sieg in allen Angelegenheiten, wobei der Eigenantrieb entscheidend ist.

Anwendung: Sowilo liefert die Lebensenergie. Leider wird sie meistens in verkehrter Drehrichtung verwandt und wirkt somit zerstörend. Neutral ist sie Energie pur, positiv, anregende Lebensenergie und negativ destruktive Kraft, welche die Materie zu zerstören sucht.

Wirkung: Stärkung der psychischen Zentren (Hvel) und des spirituellen Willens, Führung entlang des Pfades, Erleuchtung, Sieg und Erfolg durch den Willen des Einzelnen und durch persönliche Bemühungen, Schutz der Vitalität, Absicherung kollektiver Vorhaben. Amulette gegen Ehr- und Kraftverlust. Talismane zur Stärkung von Körper und Geist.

Heilrune: Zuständig bei Verbrennungen und Hautkrankheiten. Wiederherstellung überreizter Nerven. Behandlung von Übernervosität und geistigen Störungen.

Orakelbedeutung: Die Lebenskraft. Stabile Gesundheit oder andere günstige Umstände und künftige Harmonie. Verbindung zwischen dem höheren Selbst und dem Unbewußten.

Runenbotschaft: Wer den Sieg will, der muß auch selbst etwas dafür tun. Nur dem Tüchtigen winkt das Glück (der Erfolg, die Sonne). Man erkenne die wahren Stärken und Schwächen der Situation, seiner selbst und die seiner Partner, und berücksichtige sie in seiner Planung. Man lausche dem Rat seiner inneren Stimme und handle danach.


Tiwaz
germanisch: Teiwaz
gotisch: Teiws
altenglisch: Tir
altnordisch: Týr
Bedeutung: Sieg
Lautwert: T
Zahl: 17
Schreiben: T
Kraft: aktiv
Geschlecht: männlich
Aett: 3. Tyr
Götter: Tyr
Baum: Eiche
Pflanze: Fackellilie
Kraut: Salbei
Edelstein: Koralle
Farbe: leuchtendes Rot
Elemente: Luft
Halbmond: 4.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Mrz. – Anfang Apr.
Schlagworte: Sieg, Speer, Tyr, Recht und Gesetz, Gerechtigkeit, Rune der Selbstaufopferung, spirituelle Disziplin, Sieg in der Schlacht
Bedeutung: Tiwaz steht für den Himmelsgott Tyr und bedeutet damit Ruhm oder Mut. Dargestellt als Speer, aber auch als Säule, welche die Himmelswölbung stützt, ist sie die Rune der Männer, und diese können aus ihr Kraft zur Weiterentwicklung beziehen. Mit ihr beginnt das dritte Aett, die Acht des Kriegers. Die Rune steht für Gerechtigkeit, Ordnung der Welt, Sieg (in Entsprechung mit dem Gesetz), Selbstaufopferung und spirituelle Disziplin. Dies ist die eigentliche Siegesrune (Sigrún), und die treibende Kraft ist dabei die Gerechtigkeit. Sie repräsentiert dabei hauptsächlich einen rechtmäßig errungenen Sieg über einen ungerechtfertigten Angriff.

Mythologie: Die Tiwaz-Rune verkörpert die Kraft des Asen-Gottes Tyr (Ása-Týr), der für Recht und Gesetz sowie für das Thing (Þing) sorgt. Sein transzendenter (über sich hinausweisender) Charakter zeigt sich in der nordischen Überlieferung im Mythos von der Fesselung des Fenriswolfs, wobei Tyr seine Hand opfert, um die Götter vor der Zerstörung zu bewahren. Tyr legte Fenris während dessen Fesselung als Vertrauensbeweis seine Hand ins Maul. Als Fenris jedoch merkte, daß er betrogen werden sollte, biß er die Hand ab und verschlang sie. Dennoch war es zu spät, und er blieb gefesselt. Tiwaz ist damit die Rune der Selbstaufopferung und der Könige und großen Volksführer. Das Wort Tiwaz (auch Teiwaz) oder nordisch Týr ist die germanische Bezeichnung für einen einzelnen Gott – im Unterschied zu GoÞ (Goth oder Gott) für die Ganzheit des Göttlichen – und kehrt in zahlreichen indogermanischen Namen für den Himmelsgott wieder. Tiwaz/Tyr ist im wesentlichen die Kraft der göttlichen Ordnung im Multiversum und besonders in der Menschenwelt, in Gesetz und Rechtsfindung. Insofern ist Tyr auch ein Kriegsgott, denn auch kriegerische Konflikte wurden in der germanischen Kultur als Rechtskonflikte angesehen, wie das nordische Wort Vápnadómr („Rechtsprechung durch Waffen“) ausdrückt. Man glaubte, daß diejenige Partei von den Göttern begünstigt wird, die durch rechtmäßiges und ehrenhaftes Verhalten in der Vergangenheit mehr Heil besaß. Streitigkeiten konnten früher auf einem Thing durch Zweikämpfe entschieden werden. Unter den Germanen war das Konzept der „siegenden Gerechtigkeit“ weit verbreitet, d.h. ein fälschlicherweise Beschuldigter konnte einen Zweikampf nicht verlieren, da das Recht, und damit Tyr selbst, auf seiner Seite war. Die göttliche Ordnung des Multiversums drückt sich in der Form der Tiwaz-Rune als Abbild der Weltsäule aus, die Himmel und Erde zugleich trennt und verbindet. Tiwaz wird auch durch die Irminsul der Sachsen dargestellt, die auf den Externsteinen aufgestellt war. So wie das zweite Aett mit der reinigenden Zerstörung durch Hagalaz begann, so beginnt auch das dritte Aett mit einem Verlust. Aber dieser Verlust ist freiwillig, um ein größeres Ziel zu erreichen, geopfert von jemanden, der versteht was er aufgibt und warum. Tyr opfert seine Hand, um den Wolf Fenris zu binden, dieses Opfer war ehrenvoll, und Tyr wurde für sein Selbstopfer vom ganzen Pantheon bewundert. Tyr ist wahrscheinlich der älteste Gott der nordischen Mythologie, und er war wichtiger als Odin. Die Rune ist ebenso die älteste des Futhark, da sie fast unverändert aus der Bronzezeit überliefert wurde. Sie repräsentiert all das, was man mit einem Gott verbindet: Stärke, Heldentum, Pflicht und Verantwortung. Aber sie steht ebenso für ein tieferes Mysterium, das der Verwundung eines Gottes.

Magie: Tiwaz kann dort eingesetzt werden, wo eine gerechte Entscheidung herbeigeführt werden soll. Wie Thurisaz, erinnert der Schmerz daran, sich noch mehr auf Pflichten und Verantwortung zu konzentrieren. Tiwaz ist der Weg des Kriegers.

Anwendung: Tiwaz lenkt Energie auf eine bestimmte Richtung. Konstruktiv wirkt sie sich auf das Finden und Erreichen eines Zieles aus, neutral dient sie dem Intellekt, und destruktiv leitet sie alle Ideen in das große Nichts, die Zerstörung der Träume.

Wirkung: Erreichen von gerechtem Sieg und Erfolg, Aufbau spiritueller Willensstärke, Entwickeln der Macht positiver Selbstaufopferung und der Kraft des Glaubens in Magie und Religion, Steigern der Loyalität, Abwehr von Mißtrauen und Streit, aktive Verteidigung, Bestehen im Kampf, Fördern des kollektiven Zusammenhalts. Amulette gegen das Auftreten absehbarer Konflikte. Talismane für Sieg und Durchsetzung.

Heilrune: Zuständig für Handgelenke, Hände und Finger und für Arthritis. Wiederherstellung des organischen Gleichgewichtes. Einsatz im Sinne von „Heilen durch Erkennen“.

Orakelbedeutung: Wissen um die eigenen wahren Stärken. Allgemeiner Erfolg in rechtlichen Dingen. Ehre, Gerechtigkeit, Führerschaft und Autorität. Tiwaz steht auch für Gerechtigkeit, eine Entscheidungen oder die Herausforderung, für sein Recht zu kämpfen, wenn es versagt wird.

Runenbotschaft: Der Mut zur Selbstaufopferung führt zum gerechten Erfolg. Man übe und verlange selbst Treue, auch in schwierigen Zeiten. Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit sind gefordert, wenn die Gerechtigkeit siegen soll.

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Berkana
germanisch: Berkana
gotisch: Baírkan
altenglisch: Beorc
altnordisch: Bjarkan
Bedeutung: Birke
Lautwert: B
Zahl: 18
Schreiben: B
Kraft: passiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 3. Tyr
Götter: Berta, Holda
Baum: Birke
Pflanze: Mondwinde
Kraut: Frauenmantel
Edelstein: Mondstein
Farbe: dunkles Grün
Elemente: Erde
Halbmond: 4.  Neumond
Zeit ca.: Ende Feb. – Ende Mrz.
Schlagworte: Birke, Brüste der Mutter Erde, Rune der Übergangsriten, Variation, Zufall, Evolution, repräsentiert die Birke als Baum des Lebens und des Todes, weibliche Intuition, assoziiert mit Fruchtbarkeitskulten
Bedeutung: Berkana bedeutet Göttin der Birke, und die Birke ist ein Symbol für Fruchtbarkeit. In der ganzen europäischen Kultur werden Birkenzweige für kultische Zwecke genutzt. Man bringt sie in Form von Herzen an der Tür von frisch Verheirateten an oder schmückt damit den Maibaum. Hexen sollen auf Besen aus Birkenholz geritten sein – vielleicht kommt dieses Bild aus dem Brauch sich mit Birkenzweigen zu schlagen, um fruchtbar zu werden. Wenn Tiwaz eine fundamental männliche Rune war, so ist Berkana ausnehmend weiblich, denn sie steht für die Mutter, die weise alte Frau und das junge Mädchen. Tyrs Wunde entsteht durch die Begegnung mit dem Tod, Berkanas Wunde ist die des Lebens – die der Menstruation. Um 90° gedreht stellt die Rune die Brüste der Erdmutter dar.

Mythologie: Die Birke leuchtet in der Vollmondnacht und ihr reflektiertes Licht wirft keinen Schatten. Iduna ist die Göttin der Birken und steht für natürliche Weiblichkeit. Die Göttin der Birke (Iduna oder Frigg) wird in Berkana auch als Erdmutter, die große Göttin, angesehen. Sie ist die Mutter aller Lebewesen Midgards und Herrin über Geburt und Wiedergeburt. Sie ist das weibliche Konzept des Lebens, die Form der Rune Berkana wird mit den lebensspendenden Brüsten einer Mutter assoziiert. Heiden sehen in der Erdmutter auch die dreifache Göttin, da die Erscheinung als Mädchen, Mutter und alte Frau starke Parallelen zum Heidentum aufweist. Die Berkana-Rune enthält das komplexe Mysterium der großen Mutter. In ihrem kosmologischen Aspekt ist sie die Mutter jeglicher Manifestation und verkörpert das Mysterium kosmischer und menschlicher Geburt und Wiedergeburt. Berkana herrscht über die vier zentralen menschlichen „Übergangsrituale“ (Geburt, Eintritt in die Welt der Erwachsenen, Hochzeit und Tod). Die Göttin der Birke verkörpert den aufblühenden, aber auch den dunklen Aspekt der großen Mutter, die „schreckliche Mutter“, die über den Tod regiert. Im Ritual der Erdmutter Nerthus, wie es Tacitus beschreibt, bringt die in einem Wagen über die Felder ziehende Göttin Segen, Frieden und Fruchtbarkeit, nimmt am Ende aber Menschenopfer entgegen, die in ihrem heiligen See ertränkt werden – wobei allerdings unklar ist, ob es sich um ein faktisches Opfer oder um eine symbolische Beschreibung von Tod und Wiedergeburt handelt, für die oft, besonders in germanischen und keltischen Mythen, ein geheimnisvoller See steht (das Wort Seele kommt von See). In der Berkana-Rune ist alles Werden und Sein enthalten. Sie ist die Einheit des Kreislaufs von Geburt, Leben, Tod und Wiedergeburt, die Einheit der Evolution und das „Mysterium des Augenblicks“, durch das sich diese Einheit des Seins in ein Werden entfaltet. Als Rune der Muttergottheit ist Berkana eine erhaltende, schützende und daher auch verbergende Macht. Sie herrscht über alle schützenden und verbergenden Orte wie Höhlen, Behausungen und Einweihungsorte.

Magie: Berkana ist die Rune der Frauen, und sie können aus ihr Kraft beziehen. Berkana hilft beim Bewußtwerden der Einheit des Augenblicks als Mutter aller Dinge und bei der Verwirklichung von Ideen durch den schöpferischen Prozeß und bewirkt Fruchtbarkeit und Wachstum. Der Prozeß der Erneuerung in Form einer Wiedergeburt in veränderter Form wird vom Prinzip dieser Rune unterstützt. Nach einer Zeit der negativen Erfahrungen brechen die positiven Gefühle und der Lebenswille wieder hervor wie die Pflanzen im Frühling.

Anwendung: Positiv stärkt Berkana die weiblichen Seiten, neutral ist sie Beschützerin des Menschen und negativ die Mutter, die ihre Kinder frißt.

Wirkung: Reinkarnation und Wiedergeburt im Geist. Stärkt die Macht des Geheimen. Rituale des Schutzes und der Verheimlichung. Festhalten und Bewahren anderer Kräfte. Schutz des Heims und des unmittelbaren persönlichen Umfelds. Sicherung der Versorgung. Schutz vor Täuschung. Amulette gegen Bedrohung des Besitzstandes von außen und gegen Heimtücke. Talismane zur Förderung des allmählichen wachsenden Reichtums und der allgemeinen Fruchtbarkeit.

Heilrune: Zuständig für verschiedene Fruchtbarkeitsstörungen. Steigerung der physischen Standfestigkeit. Stärkung von Knochengerüst und Muskulatur. Steigerung der allgemeinen Widerstandsfähigkeit. Heilung von Infektionen.

Orakelbedeutung: Allgemeine Fruchtbarkeit, sowohl geistige als auch körperliche, sowie persönliche Entwicklung, Gesundheit, das Gedeihen eines Unternehmens, ein neuer Anfang, Wachstum, Klarheit.

Runenbotschaft: Diese Rune kann alles verbergen und geheimhalten oder Geheimnisse teilen – wohl dem, der weiß, wie. Man pflege den Kontakt zur Erde in jeder Hinsicht: körperlich, geistig und seelisch.

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Ehwaz
germanisch: Ehwaz, Ehwo (zwei Pferde)
gotisch: Aíhws
altenglisch: Eh
altnordisch: Íor (Pferd)
Bedeutung: Pferd
Lautwert: E
Zahl: 19
Schreiben: E
Kraft: aktiv
Geschlecht: beide
Aett: 3. Tyr
Götter: Freyr und Freyja
Baum: Eiche, Esche
Pflanze: Forsythie
Kraut: Kreuzkraut
Edelstein: Kalkspat
Farbe: strahlendes Weiß
Elemente: Erde
Halbmond: 3.  Vollmond
Zeit ca.: Anfang Feb. – Anfang Mrz.
Schlagworte: Pferd, esoterische Ähnlichkeit zwischen Pferd (Ehwaz) und Mensch (Mannaz), Rune von Sleipnir, Rune des Weltenreitens, Macht der Zwillinge, beziehungsweise des Dualismus, Loyalität, Ehe, Treue, eigener Geist, Unbewußtes, Bewegung, assoziiert mit dem Lauf der Sonne
Bedeutung: Die Rune Ehwaz bedeutet Pferd, und leitet sich vom urgermanischen „Ehwo“ (zwei Pferde) ab – das Runenzeichen stellt zwei einander zugewandte Pferde dar, steht aber auch für Odins achtbeiniges Roß Sleipnir. Das Pferd kommt nach nordischer Überlieferung der Runen vor dem ganzen Menschen. Daraus ergeben sich interessante Denkanstöße. Das Pferd war schon immer in fast jeder Kultur ein kraftvolles Symbol. Häufig zogen Pferde die Sonne über den Himmel und waren damit ein elementarer Bestandteil des Lebens. Stärke, Schnelligkeit und Loyalität sind ihre Eigenschaften, und ihre Verbindung zum Menschen ist einmalig. Sie machen es dem Menschen möglich, Dinge zu bewerkstelligen, zu denen er alleine nicht fähig wäre und lassen ihn Distanzen überwinden, die er alleine nicht geschafft hätte. Dieses Tier hat seine Wildheit und Stärke nicht verloren, obwohl es domestiziert ist. Der altnordische Runenname Íor (Pferd) wird sogar nur für ein Pferd in Zusammenhang mit kultischen Handlungen benutzt. Wie die Sonne steht Ehwaz für Energie und Bewegung. In diesem Falle kommt aber noch Respekt für die Quelle der Energie hinzu. Dies ist keine unpersönliche Energie, sondern eine lebende Quelle, die Respekt verdient und deren Wünsche man beachten muß. Diese Rune erinnert daran, immer zu helfen und nicht zu schaden mit der Macht, die man erhalten hat. Wie das Schwert ist auch das Pferd mächtig und kann gefährlich sein. Wenn man unvorsichtig ist, bricht es, und man verliert seine Stärke für immer. Es ist das Gleichgewicht, das auf dem Weg der Runen erreicht werden muß. Ehwaz repräsentiert die harmonische Beziehung zwischen zwei Kräften, die sich gegenseitig ergänzen. Dies gilt sowohl für die Beziehung zwischen Mensch und Pferd als auch für Beziehungen zwischen den Geschlechtern. Die Rune steht für Partnerschaft. Die Ehwaz-Rune stellt das Symbol der idealen Mann-Frau-Beziehung und somit das Mysterium der mit dem Gesetz im Einklang stehenden Ehe „Êh“ (Vertrag, Ehe) dar.

Mythologie: Ehwaz repräsentiert die Macht der göttlichen Zwillinge, repräsentiert durch zwei Pferde. Diese Machtstruktur spiegelt eine duale Form germanischen Königtums wieder. Auch diese Führer wurden in der Mythologie oft als Pferde dargestellt (zum Beispiel Hengest und Horsa). Auch der Name der Zwillingsgottheit Asvinau im indischen Veda bedeutet wörtlich „zwei Pferde“. Hier wird eher die harmonische Beziehung zwischen den beiden Kräften der dualen Machtstruktur betont als die defensive und nach außen gerichtete Kraft, die von der Algiz-Rune repräsentiert wird. All das weist auf die enge Beziehung zwischen Mensch und Pferd hin, die bei den Indoeuropäern im allgemeinen und de germanischen   Völkern im besonderen erkennbar ist. Das Pferd stellt eine Quelle göttlichen Wissens dar, und Pferde wurden oft von den alten germanischen Priestern in Weissagungsriten befragt. Die spirituelle Qualität von Ehwaz steht in engem Zusammenhang mit der Menschheit (Mannaz). Im Altnordischen heißt es: „Marr er Manns Fylgja“ (Das Pferd ist der Doppelgänger oder Schutzgeist des Mannes). Die Fylgja ist in einer Familie erblich, also der Geist der Ahnen, der den Nachkommen ihre ererbte Identität gibt und sie beschützt. Die Binderune von Ehwaz und Mannaz ist „em“ („ich bin“). Die Ehwaz-Rune erleichtert das Reisen zwischen den einzelnen Welten von Yggdrasil. Der Runenkundige kann mit ihrer Macht durch die Reiche der Realität „reiten“. Ehwaz ist die Rune von Odins achtfüßigem Roß Sleipnir. Oft findet man auf runischen Amuletten das Bildnis eines auf einem Pferd reitenden Mannes als symbolische Form integrierten Schutzes unter der Schirmherrschaft von Odin. Dies ist der jenseitige Aspekt von Ehwaz, das Pferd steht jedoch auch mit Fruchtbarkeitsmagie in Verbindung und damit mit Freyr, dem Gott der Fruchtbarkeit, des Friedens und der Sinnlichkeit. Dies ist die Rune des Vertrauens und der Loyalität. Die spirituelle Beziehung   zwischen einem Reiter und seinem Pferd ist ein gutes Beispiel für die Kraft dieser Rune. In diesem Geheimnis ist ein großes Potential an Macht enthalten. Ehwaz ist die Kombination zweier gleichgestimmter, aber in Form einer Dualität ausgedrückter Kräfte oder Wesenheiten (wie Mann/Pferd, Pferd/Kutsche, Mann/Fylgja, Körper/Seele), die in harmonischer Weise auf ein gemeinsames Ziel hinarbeiten.

Magie: Ehwaz verleiht Kraft und gilbt Hilfe in der Kommunikation und auf Reisen. Sie kann dabei unterstützen, einen Zauber auf große Entfernung zu wirken (obwohl dies nur eine geistige Blockade abbaut, denn eigentlich spielen Entfernungen für die Magie überhaupt keine Rolle) und fördert die Schnelligkeit. Ehwaz kann als Instrument für Reisen durch die Anderswelt genutzt werden, setzt aber Vertrauen, Loyalität und harmonische Dualität voraus, die sie andererseits auch verleiht. Mit Hilfe dieser Rune kann man durch alle Welten „reiten“, es bleibt kein Tor verschlossen. Bei Beschwörungen kann man Ehwaz zum Herstellen und Abbrechen von Verbindungen jeglicher Art benutzen.

Anwendung: Neutral ist diese Rune dem Wesen der Pferde sehr ähnlich, im positiven Aspekt fördert sie das Liebesleben sowie das Sich-Begegnen, und im negativen Aspekt bringt sie jedes Pferd zu Fall, vor allem das in einem selbst.

Wirkung: Hilfe bei schamanischer Reise. Bewußtmachen der fundamentalen Einheit von Körper und Geist. Verleiht Vertrauen und Loyalität. Fördert Schnelligkeit. Sicherung von Flucht- und Auswegmöglichkeiten. Steigerung der Sinnlichkeit und Unmittelbarkeit. Amulette gegen die Bewegungsfähigkeit einschränkende. Angriffe Talismane für Einigkeit Loyalität und Zuverlässigkeit.

Heilrune: Zuständig für Rückenschmerzen, -probleme und -erkrankungen, Förderung der Beweglichkeit, Harmonisierung symbiotischer Prozesse in Körper und Geist.

Orakelbedeutung: Gesellschaftliche Stellung, persönlicher Status, eine Nachricht der Götter. Beim Werfen bestätigt diese Rune ohne jede Einschränkung die Bedeutung der sie umgebenden Runen. Sie kann aber auch Transport, Bewegung, Energie, Kraft, Wille oder Kommunikation bedeuten. In der Divination kann Ehwaz auch für einen Weg stehen, den man „gemeinsam mit“ oder „geführt von“ jemandem geht oder gehen wird.

Runenbotschaft: Man erkenne den Wert seines „Reittiers“ – gleichgültig, ob dies ein reales Tier, einer oder mehrere menschliche Partner seien oder ob es sich dabei um Theorien, Arbeitshypothesen oder andere Hilfen handelt, mit denen man von einer Realität in die andere „reitet“. Eine für beide Seiten vorteilhafte Symbiose entsteht nur, wenn beide Teile den anderen integrieren statt ihn zu mißachten und auszubeuten. Treue und Verläßlichkeit sind die Grundlagen dieser Art von Beziehung. Wenn sie richtig funktioniert, entsteht eine Einheit, die weit mehr beinhaltet, als die Summe ihrer Teile eigentlich vermuten läßt. Individuelle Eigenschaften werden nicht ausgemerzt, sondern betont und hervorgehoben, sodaß jeder Teil seinen ganz eigenen Beitrag zum Wohle des Ganzen einbringen kann.

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Mannaz
germanisch: Mannaz
gotisch: Manna
altenglisch: Mann
altnordisch: Maðr
Bedeutung: Mann
Lautwert: M
Zahl: 20
Schreiben: M
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 3. Tyr
Götter: Heimdall
Baum: Stechpalme
Pflanze: Fingerhut
Kraut: Krapp
Edelstein: Granat
Farbe: dunkles Rot
Elemente: Luft
Halbmond: 3.  Neumond
Zeit ca.: Ende Jan. – Ende Feb.
Schlagworte: Mann, Mensch, Menschlich, göttliche Abstammung des Menschen, Intelligenz, Tradition, Rune der Einweihung und der Blutsbrüderschaft, Öffnung des inneren Auges, Verbindung vom Menschlichem zum Göttlichem
Bedeutung: Mannaz bedeutet Mann oder Mensch, aber auch das männlich-weibliche Menschenpaar, und im weitesten Sinne steht Mannaz für Menschlichkeit und damit für ganz Midgard. In einer mehr praktischen Bedeutung steht Mannaz, für die Menschen, mit denen man eine Verbindung hat, also die Familie und Freunde, die Sippe. Die Personen, die den Menschen daran erinnern, daß er von Natur aus ein Tier mit einem sozialem Gefüge ist. Die Form der Rune symbolisiert die Vermählung zwischen Himmel und Erde oder ein menschliches Paar. Diese Rune kann sich, als für den Menschen stehend, auf ein Individuum oder eine Gruppe beziehen und so die Position des Menschen in der Schöpfung symbolisieren. Abhängig von seiner sozialen Umgebung und den Umständen seines Lebens, ist der Mensch nicht isoliert lebensfähig. Er definiert sich aus einer Interaktion mit anderen Menschen und Gruppen. Mannaz zeigt das Innere, die Zusammenhänge, von denen das Individuum in der umgebenden Natur abhängt. In der Sippe existieren aber auch die Ahnen, ihre Erinnerungen und Erfahrungen. Alles zusammen ergibt einen Schatz von Wissen, welche im Inneren jedes Einzelnen verborgen liegt. Um dieses Wissen zu erschließen, bedarf es eines tiefen Verständnisses der eigenen, subjektiven Zusammenhänge. Mannaz wird durch die Integration der Ahnen in die Sippe zum Tor, welches zu dem alten Wissen führt (Zugang zur „Erberinnerung“ oder dem „kollektiven Unterbewußtsein“).

Mythologie: Die Rune steht neben dem Menschen auch für den göttlichen Vorfahr und Himmelsvater und damit auch für die Verbindung des Menschen mit den Göttern (Ymir) und mit der Natur (zwei Bäume). Sie nimmt die wilde Energie von Ehwaz und kontrolliert sie durch ein soziales Bewußtsein, sie erinnert an diejenigen, die man mit seinen Taten beeinflußt, magisch wie auch weltlich. Die Rune selbst ähnelt Gyfu indem sie weibliche und männliche Elemente vereint, sie ist aber vollständiger in dieser Vereinigung. Sie ist das komplette Netz menschlicher Beziehung, mit dem Selbst im Zentrum, welches das Netz des Schicksal wiederspiegelt, welches durch Raidho erforscht wird. Als man das Netz betrat, war es mehr oder weniger fest, aber dieses hier ist beweglich und lebendig. Vergangenheit und Gegenwart, männlich und weiblich, das Selbst und die anderen – alle Gegensätze werden hier verbunden und zusammengefügt. Mannaz ist die Heimat des Selbst und spricht für alle, die man erreicht und erreicht hat durch die Gabe der Runen. Mannaz ist das Mysterium der göttlichen (archetypischen) Struktur in jedem Einzelwesen und in der Menschheit im allgemeinen. Diese Struktur wird vom Gott Heimdall als Urahn der Menschheit verliehen. Eine Schilderung davon findet man in der „Rigsthula“ der älteren Edda. Sie beschreibt, wie Rigr (Heimdall) die archetypischen Repräsentanten der drei sozialen Funktionen in der Welt der Menschen hervorbringt (den Ernährer, den Krieger und den Priester/König), welche die drei Ebenen der göttlichen Struktur widerspiegeln. Heimdall ist dort eigentlich Odin in einer seiner vielen Ausdrucksformen, der des Ur- und Allvaters (Alfaðir). Die Mannaz-Rune stellt das Symbol Heimdalls als genetische Verbindung zwischen Göttern und Menschen und als Wächter der Regenbogenbrücke Bifröst dar, welche Asgard mit Midgard verbindet. Dies ist die Rune, welche die Entstehung der germanischen Völker aus der göttlichen Ordnung und die göttliche Abstammung der Menschen beschreibt. Sie repräsentiert das Mysterium der Menschheit und die runische Struktur in der menschlichen Seele. Mannaz ist die Macht menschlicher Intelligenz, Vernunft, Erinnerung und Tradition. Es ist das Runenzeichen des „vollendeten Menschen“, des vollkommenen menschlichen Wesens, des Eingeweihten in einen der vielen Kulte des „alten Glaubens“. Mannaz stellt ein androgynes, archetypisches Wesen dar, und ihr Mysterium verkörpert somit die Macht des Androgynen in der psychologischen Sphäre der Menschheit. Die Rune repräsentiert die Einrichtung der Blutsbrüderschaft.

Magie: Diese Rune fördert die geistige Weiterentwicklung auf allen Ebenen und erweitert das Bewußtsein. Manaz hilft beim Überwinden geistiger Schwierigkeiten, sie bewirkt den Ausgleich der guten und bösen Seite des Menschen (Dr. Jekyll & Mr. Hyde).

Anwendung: Diese Rune steht für den in Harmonie mit seinen beiden Seiten lebenden Menschen. Neutral zielt sie auf den heilen Menschen ab, positiv unterstützt sie den Heilungsprozeß und negativ wirft sie ihn gänzlich durcheinander.

Wirkung: Förderung der Intelligenz, des Gedächtnisses und generell der geistigen Kräfte. Ausgleich der „Pole der Persönlichkeit“. Öffnen des „geistigen Auges“ (Hugauga). Bewußtmachen der göttlichen Struktur der Menschheit. Abwehr von Fehleinschätzungen anderer. Amulette gegen Trennungs- und Lösezauber. Talismane für Liebeszauber und Vereinigung.

Heilrune: Zuständig für Füße und Fußknöchel, Zerrungen, Behebung von Selbsttäuschung und geistiger Umnachtung, Harmonisierung der motorischen Aussteuerung.

Orakelbedeutung: Das Individuum. Die Einstellung zu anderen und deren Einstellung zu sich selbst. Freunde und Feinde.

Runenbotschaft: Der Mensch, seine Sippe, seine Ahnen, die Götter und der Kosmos – alles ist eins, und der Einzelne kann Zugriff erhalten auf das Wissen aller. Man erkenne das Wesen der Menschlichkeit, man nehme die Menschen so, wie sie wirklich sind, und nicht etwa so, wie man sie gern hätte oder wie das System es von ihnen verlangt.

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Laguz
germanisch: Laguz, Laukaz (Lauch)
gotisch: Lagus
altenglisch: Lagu
altnordisch: Lögr
Bedeutung: Wasser
Lautwert: L
Zahl: 21
Schreiben: L
Kraft: aktiv
Geschlecht: weiblich
Aett: 3. Tyr
Götter: Nerthus
Baum: Weide
Pflanze: Seerose
Kraut: Lauch
Edelstein: Perle
Farbe: tiefes Grün
Elemente: Wasser
Halbmond: 2.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Jan. – Anfang Feb.
Schlagworte: Wasser, Meer, Welle, Quelle des organischen Lebens, Urwasser – latentes Potential zwischen Eis und Feuer, Rune der Wasserweihe, Lauch, organische Fruchtbarkeit, Rune der Kräuterweihe, Vorwärtskommen, Aufladen der eigenen Energie
Bedeutung: Laguz bedeutet Wasser oder Gewässer. Die Vorstellung der meisten Menschen, wenn sie an Wasser denken, ist eine eher angenehme Assoziation – friedevoll, Liebe, Leidenschaft, Intuition, Emotionen im Allgemeinen. Man muß aber auch daran denken, daß für die Menschen des Nordens Wasser normalerweise für das Meer stand, und das war fürchterlich. Ein unberechenbarer Ort, die Heimat der Midgardschlange und das Grab von unzähligen Seefahrern. Laguz sollte mit den schönen und weniger schönen Eigenschaften des Wasser in Verbindung gebracht werden. Diese Rune spricht die Urängste an, wie Kälte, Dunkelheit und all diese schrecklichen Dinge, die tief im Unterbewußtsein verwurzelt sind. Wie Ehwaz den Wanderer mit seiner Sterblichkeit konfrontiert, läßt Laguz ihn die Grundlagen seines Selbst und seines Verhaltens untersuchen, und erlaubt es ihm dadurch, sein Handeln zu ändern und Behinderungen zu beseitigen. Das Verständnis und die Weisheit, die durch Ehwaz gewonnen wird, haben den Reisenden auf die dunkleren Seiten (repräsentiert durch Laguz) vorbereitet, und er akzeptiert sie nun als Teil seines ganzen Selbst. Laguz bereitet den Reisenden ebenso darauf vor, anderen zu helfen, indem man sich selbst untersucht und erkennt, sie erlaubt ihnen besser auf die eigene Weisheit und Erfahrung zurückzugreifen. Das macht sie unter anderem zur Rune des spirituellen Beraters. Man sieht im Symbol der Rune Laguz eine Welle oder den schnellwüchsigen grünen Teil des Lauchs, weil man die Rune auch mit dem urgermanischen „Laukaz“ (Lauch) in Verbindung bringt, was im altnordischen Runennamen „Laukr“ zum Ausdruck kommt. Der Lauch ist ein Symbol für organisches Wachstum, phallische Macht (Tugend), und Fruchtbarkeit im physischen wie im spirituellen Bereich. Laukaz herrscht über die Lehre der Kräutermagie, die im Altnordischen als „Lyf“ und im Altenglischen als „Lac-Nunga“ bezeichnet wurde. Das „Itrlaukr“ (glänzender Lauch) gab man oft einem jungen Mann, sobald er sich als Krieger erwiesen hatte.

Mythologie: Laguz ist die Grundenergie des Lebens im Multiversum und die geheime Quelle allen organischen Lebens. Laguz ist das Gesetz (Lög) des Lebens, innerhalb des ganzen Multiversums ebenso wie in Midgard. Es sind dies die Schichten (Gesetze) vergangener kosmischer und menschlicher Taten, welche die zukünftige Entwicklung der Lebensformen bestimmen. Die Laguz-Rune steht für die Ur-Wasser in Niflheim, die das latente, ungeformte Potential des Lebens enthalten, welches zu Eis verfestigt ist und durch die Feuer von Muspelheim mit Energie geladen werden muß, bevor es als manifestiertes Muster verwirklicht werden kann. Die Laguz-Rune stellt eine machtvolle Rune der Einweihung dar – besonders der Einweihung in das Leben. In heidnischen Zeiten besprengte man ein neugeborenes Kind mit Wasser und gab ihm seinen Namen, sobald es sich als des Lebens würdig erwiesen hatte. Dadurch wurde das Kind wieder in die Lebenskraft seines Stammes integriert. Das Mysterium des „Vatni Ausa“ (das rituelle Besprengen mit Wasser) geht auf vorchristliche Zeiten zurück und ist ein Hauptbestandteil der alten nordischen Lehre der Wiedergeburt (Aptrburdhr). Die Funktionen der Uruz-Rune und der Laguz-Rune sind auf unterschiedlichen Ebenen eng miteinander verwandt. Laguz beinhaltet auch den Ritus der Überquerung des Wassers am Ende des Lebens – der Überquerung des Ur-Wassers, um ins Totenreich zu gelangen. In diesem Zusammenhang sind die Mythen um Odin als Fährmann der Seele von. Bedeutung. Auch die Schiffsbegräbnisse der Wikinger und die dadurch angedeutete symbolische Überquerung des Wassers weisen auf diesen Glauben hin.

Magie: Diese Rune steht für das Wasser. Sie repräsentiert auch den Lauch, der häufig in der Magie angewendet wurde. Magie kann in ihren Auswirkungen wie Lauch sein. Man kann ihn für sich nutzen, aber   es ist nicht ungefährlich, ihn aus dem Boden zu ziehen, da man sich an seinen scharfen Seiten leicht schneiden kann. Ein tiefes Gewässer kann für das verborgene Unbewußte stehen, welches sich unter der Oberfläche ausbreitet, aber nicht einsehbar ist. Das Meer wurde als eine Quelle des Lebens angesehen und stand auch für die Mysterien von Leben und Tod (das Meer gibt, nimmt aber auch Leben). Laguz ist das kollektive Unbewußte, das universelle Wissen. Man verschaffe sich Klarheit über sein eigenes Durchhaltevermögen und seine Standhaftigkeit angesichts von Schicksalsprüfungen – und über die gewaltigen Kräfte in seinem Inneren, die es einem ermöglichen, solche Prüfungen zu bestehen. Die Rune steht für das Getränk, welches im Ritual mit runischer Macht „aufgeladen“ wird.

Anwendung: Laguz symbolisiert einen großen, reinigenden, klaren Fluß, der alles, was ins Stocken geraten ist, wieder zum Fließen bringt. Neutral steht diese Rune für die reinigende Kraft des Wassers, positiv wirkt sie auf die Gefühlswelt ein und erinnert uns an die Wichtigkeit des Loslassens. Negativ vermag sie alles in Fluß gekommene wieder zu stoppen.

Wirkung: Stärkung des Magnetismus. Entwicklung hellseherischer Fähigkeiten. Führung bei schwierigen Einweihungsprüfungen. Gesteigerte Vitalität und Lebenskraft. Konzentration ungeformter magischer Kraft zur Strukturierung und Formung durch den Willen. Stabilisieren mentaler und emotionaler Abweichungen. Schutz vor Feigheit, Verrat und Unflexibilität. Schutz vor Vergiftungen. Amulette gegen Vergiftungen und Unfälle. Talismane zur Steigerung der Standhaftigkeit und für sicheres Reisen. Diese Rune wirkt auch stark auf den Körper

Heilrune: Zuständig für Nieren- und Hauterkrankungen und Nierenbeschwerden. Anwendung bei Vergiftungen. Gebrauch zur Erlangung von Kräuterwissen. Heilung von Lähmung und Unbeweglichkeit.

Orakelbedeutung: Erfolg bei Reise oder Erwerb, allerdings mit der Möglichkeit des Verlustes. Imagination und geistig-paranormale Angelegenheiten. In der Divination steht Laguz für das Unbekannte, das „unter der Oberfläche Verborgene“.

Runenbotschaft: Das Wasser ist tief und scheinbar unergründlich. Es gibt seine Geheimnisse dem Suchenden preis, wenn er mit Umsicht hineintaucht. Wasser ist gefährlich und kann auch töten, doch ohne Wasser ist auch kein Leben möglich. Es kommt auf das richtige Maß an. Man handle unverzüglich und schiebe nichts mehr auf die lange Bank. Man lerne, den „Wogenhengst“ (das Schiff) zu zähmen, der einen über die Wasser des Lebens trägt.

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Ingwaz
germanisch: Ingwaz
gotisch: Enguz, Iggws
altenglisch: Ing, Yngvi
altnordisch: Ing, Yngwio
Bedeutung: Himmelslicht
Lautwert: NG
Zahl: 22
Schreiben: Ng
Kraft: passiv
Geschlecht: beide
Aett: 3. Tyr
Götter: Freyr, Freyja
Baum: Apfelbaum
Pflanze: Enzian
Kraut: Brunelle
Edelstein: Topas
Farbe: goldenes Gelb
Elemente: Wasser, Erde
Halbmond: 2.  Neumond
Zeit ca.: Anfang Jan. – Ende Jan.
Schlagworte: Himmelslicht, Ing (der legendäre Held, später Gott), Gemahl der Erdmutter, Kraft des Freyr, neutrale männliche Energie als Potential der Erneuerung im Jahres- und Lebenslauf, Sexualität, Fruchtbarkeit
Bedeutung: Ingwaz bedeutet Ing, der Erdgott, der auch als Fruchtbarkeits- und Sonnengott Ingvi-Freyr angesehen wird. Die Form der Rune kann als Feld gedeutet werden, manche sehen darin auch das männliche Genital, andere wiederum das Himmelsfeuer (Rune zu Imbolc), aber ihre wirkliche Signifikanz liegt wohl in der Balance. Sie zeigt eine harmonische Beziehung zwischen den Menschen und den vier Elementen der Natur. Ingwaz erinnert an die alte Verbindung der Götter mit dem Land und verbindet den Menschen wieder mit seiner spirituellen Natur durch die reale Natur. Sie ist eine Erdungsrune, die den Menschen und seinen Körper, seinen Geist und seine Wahrnehmung wieder auf die Erde zurückführt. Manche halten sie auch für das männliche Gegenstück zu Berkana, denn während Berkana das weibliche Mysterium in sich birgt, so steht Inguz für das männliche. Ingwaz steht für die Energie des Samens. Die Rune ist zurückgezogen und isoliert. Sie beinhaltet den Reifungsprozeß, welcher sich im Verborgenen abspielt. Ingwaz stellt Rückzug, Transformation im Verborgenen und die darauffolgende Rückkehr dar. Dazu kann als Beispiel das Reifen einer Pflanze, die Geburt eines Kindes oder das Leben eines Schmetterlings dienen. Das Leben zieht sich zurück und vollzieht im Verborgenen eine Umwandlung, eine Transformation zu neuer Kraft. Der obere Bereich im Bild der Rune steht für den Bereich der sichtbaren Realität (Alltag), der untere Teil für das verborgene Reich der Verwandlung (bildlich: die Erde). Am Anfang des Zyklus steht der Rückzug in den verborgenen Bereich. In dieser geheimen, intimen Umgebung vollzieht sich die Umwandlung. Die Kräfte werden wieder gesammelt, und eine Regeneration findet statt. Ein Samenkorn überwintert zum Beispiel unter der Erde und sammelt die Kräfte für sein Hervorbrechen im Frühling. Am Ende steht die Wiederkehr mit neuer Kraft oder in einer neuen Form.

Mythologie: Man nimmt an, daß Ing der Name eines alten germanischen Erdgottes ist, der zusammen mit der Erdmutter Nerthus wirkte. Ihr Kult war in alter Zeit besonders in den Nordseegebieten stark ausgeprägt. In einem altenglischen Runengedicht wird berichtet, daß Ing zuerst unter den Ostdänen von einem menschlichen Auge erblickt wurde, bis er gegen Osten über das Meer ging, und sein Wagen folgte ihm nach. So nannten die Heardings den Helden. Der hier erwähnte Wagen ist identisch mit dem, der im Nerthus-Kult verwendet wurde. Ingwaz stellt den Gemahl der Erdmutter dar und den ihr zur Seite stehenden Priester. Dieser Kult spielte bei den Völkern der Nordsee eine so bedeutende Rolle, daß sie oft als Ingvaeones (Jene des Ing) bezeichnet wurden. Der vanische Gott Freyr, der Gott des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit, ist auch unter dem Namen Yngvi bekannt. Ing ist auch der dänische/angel-sächsische Name für Freyr. Es scheint, daß Freyr ganz allgemein im Norden die Rolle und den Namen des Ing an sich gerissen hat, und er spielt auch bei den Fruchtbarkeitsritualen eine Rolle, indem er in einem Wagen in rituellen Prozessionen fährt. Ackerbau ist einer der ersten Versuche der Menschheit ihre Umgebung zu kontrollieren. Die Fruchtbarkeit der Tiere und Pflanzen ist in jeder heidnischen Religion ein zentrales Thema. Von dem frühesten Sumerer bis zur modernen Volksglauben, haben die Menschen versucht, den Erfolg ihrer Ernte zu verbessern. Der größte Teil der westlichen Zivilisation hat den Kontakt zum Land und seinen Lebewesen verloren. Die spirituelle Konsequenz dieser Trennung von der Erde ist erschreckend, da die meisten Menschen keinen Bezug mehr zum natürlichen Leben auf der Erde haben. Im Ing-Nerthus-Kult verzehrt das feminine Element das maskuline, um die verbrauchten Energien wieder zu ersetzen, die nötig waren, um dem Land und dem Volk Fruchtbarkeit zu spenden. Kennzeichnend ist in diesem Zusammenhang die Sage, in der Freyr sein Schwert opfert, um Skadhi zu gewinnen oder auch der Name Gelding (kastriertes Pferd) für Odin. Das männliche Element repräsentiert die sich immer wieder selbst erneuernde „kosmische Nahrung“ in Form von potentieller Energie, die den Winter hindurch von der Göttin einbehalten wird, um sie dann im Frühling plötzlich und mit gewaltiger Kraft in einem orgiastischen Prozessions-Ritual wieder freizusetzen. Die Ingwaz-Rune stellt einen Vorrat potentieller Energie dar, die erst durch einen Prozeß des Wachstums und der Reifung hindurchgehen muß, um an Kraft zu gewinnen. Dieses Prinzip hat für alle Ebenen des Multiversums Gültigkeit, und dieser Rune wohnt große Kraft inne, denn jede Macht muß eine solche geschützte Periode des Wachstums und der Reifung durchmachen, ehe sie in ihrer potentesten Form in Erscheinung treten kann.

Magie: In dieser Rune ist eines der größten Geheimnisse nordischer Sexualmagie verkörpert.

Anwendung: Inguz ist die vierte, nicht wend- und umkehrbare Rune. Sie wirkt beschützend, und wenn sie zum Wirken kommt, herrscht um einen wohltuende Ruhe. Man kann sie einsetzen, um Abstand vom „Lärm der Welt“ zu bekommen.

Wirkung: Fruchtbarkeitsrituale. Plötzliche Freisetzung von Energie. Speicherung und Transformation von Kraft für rituelle Zwecke. Konzentration von Energie und Gedanken. Amulette gegen Entwicklungsstörungen. Talismane für Fruchtbarkeit, organisches Gelingen und zur Absicherung von Ruhepausen.

Heilrune: Zuständig für Erkrankungen und Beschwerden der männlichen Genitalien. Ebenfalls Anwendung bei Autismus und zur Heilung von Lähmungen.

Orakelbedeutung: Männliche Fruchtbarkeit und Erwartungen auf der physischen Ebene, darunter auch Angelegenheiten der Gesundheit, der Familie und des Nachwuchses. Aber auch Arbeit, Produktivität, Freigebigkeit, Balance und Verbindung mit der Erde.

Runenbotschaft: Man erkenne, daß Phasen der Ruhe im Leben ebenso notwendig sind, wie Zeiten eifrigen Tuns. Man übe Selbstbesinnung und Geduld und lausche in sich hinein.. Wieviel Geduld hat man mit sich selbst? Man lasse die Dinge sich entwickeln und erzwinge nichts. Alles braucht Zeit, um zu reifen, oft im Verborgenen, bis es genug Kraft gewonnen hat, um machtvoll hervorzubrechen. Jedes Vorhaben beginnt zunächst als Samenkorn.

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Dagaz
germanisch: Dagaz
gotisch: Dags
altenglisch: Dæg
altnordisch: Dagr
Bedeutung: Dämmerung
Lautwert: D
Zahl: 23
Schreiben: D
Kraft: aktiv
Geschlecht: männlich
Aett: 3. Tyr
Götter: Heimdall, Loki
Baum: Fichte, Weide
Pflanze: Ringelblume
Kraut: Scharlei
Edelstein: Chrysolith
Farbe: helles Blau
Elemente: Erde
Halbmond: 1.  Vollmond
Zeit ca.: Mitte Dez. – Anfang Jan.
Schlagworte: Dämmerung, Tag, Licht, Zwielicht, Rune des Erwachens, Übergangszustand, heilige   Synthese aus der Polarität des Lebens, mystischer Augenblick, Gnosis
Bedeutung: Dagaz steht für den Tag, beziehungsweise das Licht des Tages, wie es zum Zeitpunkt des Sonnenaufganges und Sonnenunterganges wahrgenommen wird, in der Morgen- und Abenddämmerung. Es ist die Rune des vollkommenen Erwachens. So symbolisiert auch die Form der Rune den Ausgleich zwischen Tag und Nacht. Die Rune Dagaz ist ein odinisches Paradoxon, welches für die Bildung einer Synthese aus Gegensätzlichem, das Erreichen des mystischen Augenblicks und das Empfangen mystischer Inspiration steht. Diese Rune ist ein Widerspruch in sich, löst ihn aber auch auf.

Mythologie: Das durch Dagaz symbolisierte Zwielicht ist ein Symbol für die Geburt der Erkenntnis, oder das Licht des Bewußtseins. Gegensätze sind Teile von etwas Größerem, etwas Umfassendem. Kein Ding im Multiversum kann für sich allein betrachtet werden, da es immer von seinen Gegensätzen und den umgebenden Bedingungen abhängt. Die Suche nach dem Licht des Wissens geht beim Mysterium von Dagaz von den Extremen, den Außenbereichen aus. Die Gesamtheit ist der Schlüssel, nicht die isolierte Betrachtung einer Seite. Das beeinflußt auch die Betrachtung der (zum Beispiel christlichen) Konzepte von Gut und Böse, die als solches im Heidentum eigentlich nicht existent sind. Dreidimensional betrachtet stellt die Form von Dagaz einen endlosen Kreislauf dar (zum Beispiel Möbiusband). So kehrt etwa die Dämmerung immer wieder, ebenso wie Extreme immer um einen Bereich der Ausgeglichenheit kreisen (zum Vergleich Niflheim und Muspelheim in der Kosmologie). Diese Extreme sind die Bereiche derer, welche die Erkenntnis auf den Spuren von Odin zu erlangen suchen. Die Kenntnis der Extreme verhilft eher zum Verständnis der Gesamtheit als ein Verharren in der Ausgeglichenheit der Mitte. Diese Rune markiert das Beinahe-Ende des dritten Aetts und macht den Weg frei für Othala, den Kreis zu vollenden. Wie in den vorherigen beiden Aetts, beendet Dagaz das dritte mit Licht und Hoffnung. Während Wunjo für irdischen Ruhm und Sonne steht, bringt Dagaz die beiden Reiche zusammen, schafft damit das sehr abstrakte Licht von Sowilo wieder auf die Erde zurück, in das Alltagsleben. Wie Ingwaz symbolisiert sie die Harmonie mit der Natur und der Umgebung des Menschen, geht aber einen Schritt weiter und schließt die Spiritualität mit ein. Im übertragenen Sinne steht Dagaz als Dämmerungs-Rune auch für die Götterdämmerung Ragnarök. Wenn der Untergang des Heidentums durch Ragnarök (weltlich durch die Kirche) eine Art Abenddämmerung war, so erlebt die Welt jetzt, da sich immer mehr Menschen auf ihre Wurzeln zurückbesinnen, sich vom naturfeindlichen Christentum abwenden und die alte Religion wiederentdecken, vielleicht bereits wieder eine zarte Morgendämmerung, welche im Geist von Dagaz beschützt und gefördert werden möge.

Magie: Dagaz repräsentiert das rituelle Feuer der Feuerstelle und das mystische Licht, das der Vitki (Runenmagier) bei magischen Handlungen wahrnimmt. Dagaz verkörpert die Synthese der Kraft von Tag und Nacht durch die Konzepte der Morgen- und Abenddämmerung. Dies kommt in den himmlischen Phänomenen des Morgen- und Abendsterns zum Ausdruck – Symbole der göttlichen Zwillinge. Dagaz ist die Rune der Polarität und des „odinischen Paradoxons“, welches das zentrale Geheimnis des odinischen Kults darstellt. Es ist in der paradoxen Natur des Gottes Odin selbst enthalten und kann am ehesten mit dem Begriff des „mystischen Augenblicks“ erklärt werden, dem Augenblick, der im Wirbel polarisierter Konzepte gesucht und gefunden wird. Diese Konzepte werden miteinander verschmolzen, so daß aus zwei Extremen eins wird. Dagaz ist der Ort und Zeitpunkt, in dem aus Dunkelheit und Licht, Freude und Schmerz, Leben und Tod, Körper und Seele, Materie und Energie eine Synthese in einem gemeinsamen Konzept gebildet wird, das über ihren wahrnehmbaren, erkennbaren Gegenpol hinausgeht. Dagaz übersteigt die Grenzen sprachlicher Ausdrucksmöglichkeit. Sie ist reine Runen-Gnosis. Dagaz ist die am stärksten der Mystik verbundene Rune des älteren Futhark, sie führt den Suchenden direkt in die Transzendenz jenseits der Polaritäten. Deshalb ist es auch nicht möglich, hier weitere Empfehlungen für ihren Gebrauch in der Magie zu geben, denn das ist eine unmittelbare, zutiefst persönliche Angelegenheit zwischen dem Kosmischen und dem Inneren des Magiers.

Anwendung: Dagaz symbolisiert den Augenblick zwischen Tag und Nacht, welcher im Volksmund auch als „Blaue Stunde“ bekannt ist. Es ist die fünfte nicht wend- und umkehrbare Rune. Sie dient der Harmonisierung und wenn man sie auf der Stirn visualisiert, öffnet sie das dritte Auge.

Wirkung: Mystische Inspiration. Zugang zum Überpersönlichen. Abbau von Engstirnigkeit. Amulette zur Vermeidung zwielichtiger Zustände der Verkennung oder falsche Gesellschaft. Talismane zur Steigerung der Durchsetzungskraft, des eigenen Beharrungsvermögens bei der Verfolgung wichtiger Lebensziele.

Heilrune: Zuständig für Angstzustände, Geistesstörung und Niedergeschlagenheit, Festigung der Gesundheit und Verwurzelung im Überpersönlichen.

Orakelbedeutung: Sicherheit und Gewißheit. Die Klarheit des Tageslichts im Gegensatz zur Ungewißheit der Nacht. Zeit, ein Unternehmen zu planen oder zu beginnen. Sie verspricht Glück, Erfolg, Aktivität, Zufriedenheit und ein erfülltes Leben.

Runenbotschaft: Man sei zwischen den Extremen, betrachte sie nicht einzeln, sondern immer als Gesamtheit, verschmelze mit ihnen, erreiche den mystischen Augenblicks durch Erfassen des Mysteriums, und man empfange mystische Inspiration als Geschenk Odins. Man suche das Ideal überall – es verbirgt sich vielleicht auch dort, wo man es am wenigsten vermutet.

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Othala
germanisch: OÞala
gotisch: OÞal
altenglisch: Éthel
altnordisch: Óðal
Bedeutung: Heim
Lautwert: O
Zahl: 24
Schreiben: O
Kraft: passiv
Geschlecht: männlich
Aett: 3. Tyr
Götter: Odin
Baum: Weißdorn
Pflanze: Schneeglöckchen
Kraut: Goldfaden
Edelstein: Rubin
Farbe: tiefes Gelb
Elemente: Feuer, Luft
Halbmond: 1.  Neumond
Zeit ca.: Ende Nov. – Ende Dez.
Schlagworte: Heim, Heimat, Eigentum oder Erbbesitz, Verwurzelung, Geburtsland, Einfriedung, Hain der Mitte, unbewegliches und unverkäufliches, meist immaterielles Generationserbe, aristokratische Ordnung, Odins-Rune
Bedeutung: Othala (auch Odalaz oder Odhalaz) bedeutet Heim oder Heimat, aber auch ererbter Besitz. Othala ist das Ziel des Futhark und die Heimat des auf der Suche nach Wissen befindlichen Runenreisenden. Zur Heimat gehört auch der Stamm und die eigene Familie, und dies stellt Othala in allen möglichen Varianten dar. Das Runenzeichen symbolisiert ein abgeschlossenes, in einer Wechselbeziehung mit der Umgebung stehendes Gut. Die Form des Zeichens dient auch als Monogramm Odins. Mit Othala findet sich der Suchende am Ende des dritten Aetts auf der normalen Welt wieder, so wie man bei Fehu begonnen hat. Während Vieh allerdings beweglicher Besitz ist, ist das Land das einzige, was beständig ist. Es kann als Erbe weiter gereicht werden, aber – wichtiger noch – es definiert, wer man ist. Die Heimat ist der Grund und Boden, auf welchem der Mensch oder die Sippe verwurzelt ist. Hier lebten die Vorfahren, hier sind sie bestattet, hier lebten und leben die Eltern. Die frühe Kindheit wurde hier erlebt und man verbindet Geborgenheit und Unbeschwertheit mit dieser Rune. Sie bedeutet Heimat im positivsten Sinne des Wortes. Sie drückt, im Gegensatz zu Fehu (beweglicher Besitz), den unbeweglichen, den Landbesitz einer Sippe aus. Auch gemeinsame Werte der Sippe, wie zum Beispiel die Sprache oder kulturelle Gebräuche, spielen in diesen Bereich hinein. Othala ist der Boden, auf dem eine Sippe wachsen kann und der Boden, auf dem das Sippenbanner (Wunjo) errichtet wird. Sie ist die Vorraussetzung, die Basis. Die Heimat ist der Treffpunkt zwischen Midgard und Asgard, zwischen dem dort verwurzelten Menschen und den Göttern, zu denen er von dort aus blickt. Heimat ist die Achse, um die sich das Leben dreht. Die Idee des Landes oder Besitzes ist dennoch nur ein Symbol – man muß sein eigenes Zentrum finden, um seinem Leben einen Sinn zu geben, und dies ist das letztendliche Ziel der Reise durch die Runen. Alles führt schließlich wieder nach Hause, trotz aller Erlebnisse. Das soll aber nicht heißen, daß diese Reisen sinnlos sind. Im Gegenteil, nur durch diese Erkundungen bekommt das Heim überhaupt eine Bedeutung für den Menschen, und er versteht erst, was eine Heimat überhaupt ist. Keine diese Lehrstunden ist wirklich sinnvoll, wenn man sie nicht in sein alltägliches Leben einbindet und ein Zentrum findet, in dem man ruhen kann. Othala komplettiert nicht nur den kleinen Kreis des dritten Aetts, sondern bringt den Suchenden auch zum Beginn des Futharks selbst zurück, nur auf einer höheren Ebene. Von dort aus kann man die Reise wieder von vorn beginnen.

Mythologie: Das Mysterium von Othala wird durch die befestigte Abgrenzung des Clans symbolisiert, die seine unantastbaren Grenzen festlegt und ihn gegen glaubensfeindliche Eindringlinge schützen soll. Es ist die Essenz des kosmischen Konzeptes von Midgard – die Festung in der Mitte. Die Rune ist auch das Zeichen für angeborene Qualitäten, die aus der Abstammung von einem bestimmten Clan oder einer Sippe resultieren. Diese sind im wesentlichen spirituellen Ursprungs, und sie sind letztlich das Ergebnis göttlicher Abstammung zuzüglich der in der Vergangenheit von den Vorfahren gesetzten Handlungen. Othala ist eine spirituelle Quelle magischer Macht, resultierend aus den tugendhaften Taten vergangener Generationen, welche als runische Prägungen im „genetischen Code“ der Nachkommen gespeichert sind – eine machtvolle Rune Odins. Diese Rune symbolisiert das Erbe, das von Generation zu Generation in der ganzen Sippe weitergegeben wird, sowohl im materiellen wie auch im spirituellen Bereich. Es ist ebenso unbeweglich wie Grund und Boden und kann nur innerhalb des Stammes oder der Sippe vererbt werden. Durch die Institution der Ehe haben jedoch auch Außenstehende die Möglichkeit, Zugang zu dieser Macht zu erhalten und sie zu integrieren. Othala verkörpert die weise und gerechte Verwaltung des Landes durch die Edlen, jene, die von der geistigen Macht dieser Rune durchdrungen sind und sie im Einklang mit Stammestradition und Gesetz zur Anwendung bringen. Es ist die Rune des materiellen Wohlstands und Wohlbefindens. Sie wirkt Hand in Hand mit dem ergänzenden Konzept beweglichen Eigentums – der in Fehu enthaltenen Macht, um dieses wichtige Prinzip im Universum zu entwickeln und aufrechtzuerhalten. Othala bürgt für menschliche Freiheit innerhalb einer gesicherten und gesetzmäßigen Gesellschaft, die mit sich selbst und ihrer Umgebung im Einklang steht. Sie verkörpert traditionell bewahrte Stammes- und Sippengesetze auf spiritueller Ebene. Man könnte Othala auch als das Heidentum selbst betrachten, eine ererbte Heimat, in der man nun in der Morgendämmerung der Rune Dagaz wieder zu Wurzeln beginnt.

Magie: In der Magie kann Othala Rituale zum Kauf von Land unterstützen, helfen, ein Projekt zu komplettieren oder die Familie zu stärken. Othala ist die Rune der Freiheit innerhalb gewisser Grenzen.

Anwendung: Neutral steht Othala für die Energie, welche aus der Verwurzelung entspringt, positiv für den geistigen und emotionalen Weg nach Hause, negativ für den Verlust des Vorgenannten.

Wirkung: Aufrechterhaltung der Ordnung von Strukturen innerhalb der Gemeinschaft. Erwerben von Reichtum und Wohlstand. Förderung von Erbschaftsangelegenheiten. Sicherung des Besitzes. Hilfe bei Immobilienangelegenheiten. Kontakt zum Wissen der Ahnen und Übernahme desselben. Übergang vom Egoismus zum Stammesbewußtsein (gemeinsame Interessen in Familie und Heim). Amulette gegen Verlust des kollektiven Besitzes und gegen materielle Gefährdungen. Talismane für kollektiven Wohlstand und für den Zugang zu altem Wissen.

Heilrune: Zuständig für Erbkrankheiten und erblich bedingte Behinderungen. Erdung und Stabilisierung der Vitalkräfte.

Orakelbedeutung: Erbschaft, Land, Besitz, Gefolgschaft, Zugehörigkeitsgefühl. Heim, einschließlich körperlicher Vaterschaft. Spirituelles Erbe, Erfahrung und fundamentale Werte.

Runenbotschaft: Man werde sich darüber bewußt, was und wo die eigene Heimat ist und was sie bedeutet – sowohl auf der materiellen als auch auf der geistig- spirituellen Ebene. Man erkenne seine materiellen Wurzeln (Bodenständigkeit), denn man ist ein Geschöpf des Bodens. Man empfängt seine Heimat von den Ahnen, man nutze sie und mehre ihren Nutzen für die Sippe und gebe sie schließlich an seine Erben weiter, deren Ahne man dereinst selbst sein wird. Eine innere Heimat sorgt dafür, daß man immer zu sich selbst zurückfinden kann.

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21.12 – 06.01 Julfestzeit und magische Rauhnächte

jul-2016

Germanenherz wünscht allen Beseelten, friedliche und besinnliche Festtage.
God Jul und magische 12 Rauhnächte. Ein gesundes neues Jahr und uns allen eine bessere Zeit!. 

Wir sind von Nordlands Art !

Wenn durchs Land der Herbstwind pfeift, sind schon Berg und Tal bereift, dann wendet sich mit frohem Sinn, unser Herz zur Julzeit hin:
Herbststürme brausen, grau das Himmelszelt, wir harren und hausen in unsrer dunklen Welt.
Kein Wettersturm ist uns zu hart; wir sind von Nordlands Art!

Hat der Julmond Schnee gebracht, freuen wir uns dieser Pracht.
Hei, frisch die Schneeschuh angeschnallt, uns ist kein Schnee zu kalt;
Schneestürme brausen über Wald und Feld,
wir schlittern und sausen durch unsre weiße Welt.
Kein Aufwärts ist zu steil, zu hart, wir sind von Nordlands Art!

Hat die Zeit uns wohlgetan, sehnen wir das Fest heran,
die Sonnenwend mit neuem Licht, das hell ins Finstre bricht:
Lichter erhellen jedes deutsche Haus, wo wir uns gesellen,
bei Wetter, Sturm und Braus, ums heilge Feuer froh geschart,
wir sind von Nordlands Art!

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Julfesten

Julfesten Das Julfest ist ein nordeuropäisches Fest der Wintersonnenwende. Es ist eines der 8 Jahreskreisfeste der alten Germanen. Wintersonnenwende – Das große germanische Fest Rauch von Holz und Harz liegt in der Luft ich atme ein den verlockenden Duft Yulezeit ist da, Yulezeit ist da Im tiefsten Winter, so einsam die Nacht die Sonne wendet und Balder … Weiterlesen

06.12 Wodan Ruprecht (Hruodpercht) Wodanstag

Die deutsche Weihnacht ist eine Verschmelzung des christlichen Jesusglaubens mit der germanischen Tradition (Nordlands Art!), da durch die Zwangs-Christianisierung Germaniens das Julfest abgelöst werden sollte. Die Jul-Tradition war derart tief in der völkischen Kultur der Germanen verwurzelt, daß die römische Kirche, wie auch beim Ostara-Fest, eine zuerst beabsichtige Auslöschung verwarf und daraufhin die Julzeit umdeutete … Weiterlesen

Magische Nächte. Die 12 Rauhnächte

Die 12 Rauhnächte Die zwölf Nächte am Ende des Jahres und die mit ihnen verknüpften Mysterien gehen bis in die Antike zurück. Sie haben sowohl römische als auch germanische und sogar indische, japanische und chinesische Wurzeln, und auch heute noch finden sie vielerorts im Brauchtum Beachtung. Nach uralten Überlieferungen suchen zu dieser Zeit die Seelen … Weiterlesen

Runen Rad Runen Rat

https://germanenherz.files.wordpress.com/2017/01/runen-rad.gifRunen sind nicht einfach nur Schriftzeichen. Es sind Symbole, die Kraft beinhalten und diese auch übertragen können. Jeder Rune sind bestimmte Eigenschaften zugeordnet, die man durch die Darstellung des jeweiligen Symbols in Schrift oder Klang oder Körperhaltung freisetzen kann. Runen sind wie Schlüssel zu bestimmten Energien… wenn du weist wie du Energie lenken und kanalisieren kannst, dann musst du eigentlich nur den Schlüssel betätigen (durch die fuer dich passendste Methode) , dir Zugang zu dem Energie-Feld „hinter“ der Rune verschaffen. weiterlesen

Runen 24er futhark

Die theoretische Magie als Grundlage der Runenmagie

Die Runenmagie wird wohl am ehesten von den verschiedenen magischen Richtungen mit der Alten Sitte in Verbindung gebracht und wohl auch von nicht wenigen Menschen betrieben. Runenmagie kann verschiedene Formen haben. Grundsätzlich soll sie so funktionieren, daß die Kraft der Rune (also das Energieprinzip, das die Rune verkörpert) angewandt wird. Runische Magie ist Zeichenmagie, das Zeichen, die Rune, wird ihrem Sinngehalt und ihrem magischen Potential entsprechend verwendet. Man kann sich das vielleicht so vorstellen, daß die Menschen früher die Energien, die sie wahrnahmen, mit Symbolen bezeichnet haben. In diesem Sinne stehen die Runen für bestimmte Energien, zu denen man einen Kanal öffnen und mit denen man arbeiten kann.
Fliegenpilze

Als einfachste Form magischer Runenanwendung ist wohl die Visualisierung zu nennen. Dabei wird die Rune mit ihren Kräften vor dem inneren Auge vorgestellt und sie kann dann auch projiziert werden, was bedeutet, daß man die visualisierte Kräfte auf ein Ziel hin aussendet. Wirksam ist hierbei die Form der Rune, wie sie als Bild erscheint, und gerade in bezug auf die Aussendung in Verbindung mit der gewünschten Wirkung der Rune, die man ebenfalls visualisieren kann. Man kann dies auch sehr gut dadurch unterstützen, daß man die Stellung (Stadha) der Rune einnimmt oder die Rune mit den Händen bildet. Als Beispiel für diese Anwendung könnte man die Heilung nennen.

Runen können aber auch gesprochen oder gesungen werden. Wirksam ist hier der Laut der Rune (was durch Stöður und Visualisierung unterstützt werden kann). Zaubergesänge allgemein werden als seið-læti bezeichnet, die Wortmagie in einem zeremoniellen, runischen Sinn als galdr; es existiert sogar ein eigenes Versmaß dafür, das galdralag. Durch Wiederholung der Worte / Strophen kann eine Verstärkung erreicht werden. Man verwendet hier entweder nur den Runennamen, den man intoniert, bzw. die Runenreihe, die man komplett singt, oder aber richtige Verse, in denen die Wirksamkeit der Runen sich manifestieren soll. Eine Galdr-Verfluchung wird als alög bezeichnet. Golther glaubt, daß „runo“ das Raunen oder Murmeln eines Zauberspruches bezeichnet, wohingegen galdr der eigentliche „Zaubergesang“ sei (also eine Form von Seiðr).

Die skeptische Frage, ob es Magie überhaupt gibt, ist äußerst unpräzise, so wie auch Glaube oder Nichtglaube an Magie weder richtig noch falsch sind. Es kommt dabei darauf an, was man eigentlich unter Magie versteht, und schon hier laufen die … Weiterlesen 

Die Indogermanen

Germanenherz aus dem Buch: Die Indogermanen – Ihre Verbreitung, ihre Urheimat und ihre Kultur (1905) Vorwort In diesem Buche habe ich beabsichtigt, eine knappe Übersicht über die Urheimat und Kultur der Indogermanen zu geben. Um die Urheimat zu bestimmen, mussten die Sprachen Europas betrachtet und die Wanderungen der einzelnen Stämme kurz dargestellt werden. Die Kultur … Weiterlesen

Der himmlische Lichtbaum der Indogermanen in Sage und Kultus.

Wenn die prähistorische Archäologie allmählich immer mehr einen gewissen homogenen Zustand der in Europa sich ausbreitenden und dasselbe eigentümlich kolonisierenden indogermanischen oder arischen Stämme in Bezug auf das häusliche Leben und die Anfänge gewerblicher Thätigkeit aufdeckt, so entsprechen dem auch die Besultate der Untersuchungen über den mythologisch-religiösen Entwickelungsstandpunkt derselben. Neben den überall bei den betreffenden … Weiterlesen

Deutsche Mythologie – Das Priesterwesen

Keine der deutschen oder nordischen Benennungen für Priester ist mit einem gleichbedeutenden Worte der anderen idg. Sprachen verwandt, jede ist etymologisch leicht zu erkennen, mithin kann der gesonderte Begriff für Priester, für ein deutlich von anderen Ständen geschiedenes Priestertum nicht allzuweit in die Urzeit zurück reichen. Wie der Hausvater für die Sippe das Gebet verrichtete, … Weiterlesen

Wald- und Feldkulte: Der Baumkultus der Germanen und Ihrer Nachbarstämme

Mythologische Untersuchungen Vorwort.  Das vorliegende Buch, welchem demnächst ein zweiter Band „griechische und römische Agrarkulte aus nordeuropäischen Ueberlieferungen erläutert“ folgen wird, beginnt die Veröffentlichung einer Reihe von Vorarbeiten, die sieh dem Verfasser als erforderlich ergeben hatten, um zur Klarheit und Sicherheit über das Fachwerk zu gelangen, in welches die einzelnen Stücke der von ihm unternommenen … Weiterlesen

Mythologie der Germanen – Der Seelenglaube

Tief aus der Deutschen Seele

mythologie-der-germanen-elard-hugo-1837-1908

Germanenherz aus dem Buch: Mythologie der Germanen von Meyer Elard Hugo.
Mythologie ist uralte religiöse Naturpoesie, die die Menschheit mit einer zaubervollen Märchenwelt umgab. Die Mythen wurden nicht wie unsre Kinder- und Hausmärchen nur von den Kindern geglaubt oder daheim zur Unterhaltung erzählt, sondern vom ganzen Volke wie etwas Wirkliches geschaut und empfunden und in Furcht und Hoffnung heilig gehalten. Denn sie waren aus seinem innersten Eigen geboren, geistige Spiegelbilder gewisser Naturvorgänge, sei es des engeren Menschenlebens, sei es der weiten Welt ringsum, in denen ein geheimnisvolles übermenschliches Wesen zu leben und zu weben schien.

So verflochten sich bereits mit diesen ältesten traumhaften Vorstellungen jene ältesten religiösen Gefühle der Furcht und der Hoffnung und somit der Abhängigkeit von etwas Übermenschlichem. Sie trieben den Menschen dazu, diesen Phantasiegebilden Ehren zu erweisen, ihnen zu opfern, auch ihr Tun und Treiben im Kultus dramatisch darzustellen. Die daraus entsprungenen Riten wurden dann zum Teil wieder in die Erzählung des Mythus aufgenommen und gestalteten sie oft eigenartig um. Doch finden wir im germanischen Mythus kaum sichere Spuren davon. Dagegen mit der Hebung der Kultur, dem wachsenden Schwung der Phantasie, der Verfeinerung des Gemütes und der Schärfung des Verstandes flössen reichere, freiere, sinnvollere Mythen zu, welche Kulturzustände oder geistige Tätigkeiten personifizierten und eine Erklärung der mancherlei Rätsel des Lebens und der Welt zu geben suchten. Diese schwollen, mit den alten vereint, je nach Schicksal, Begabung und Richtung der Völker zu mehr oder minder breiten, trüberen oder helleren Strömen, zu ganzen Mythologieen an, bis sie teilweise in das umfassendere Gedankenmeer einer monotheistischen Religion mündeten.

Die menschliche Einbildungskraft, die Haupttriebfeder der Mythologie, vermag zwar auch das toteste, unpersönlichste Ding bis zu einem gewissen Grade vorübergehend zu beleben und zu beseelen. Aber nur eine Auslese von Dingen und Erscheinungen war imstande, sie zu eigentlich lebensfähiger, personifizierender, eindrucksvoller und allgemein anerkannter Mythenbildung aufzuregen, nämlich solche, in denen drei Eigenschaften vereinigt waren: ein geheimnisvolles, rätselhaftes und darum staunenerweckendes Äussere, ein sinnenfälliger, den Schein persönlichen Lebens tragender Formen- oder Kraftwechsel und ein starker Einfluß auf das Wohl und Wehe des Menschen. Nur diesen erkannte man die Bedeutung und Lebenskraft eines übermenschlichen Wesens zu. Solche Erscheinungen sind im Menschendasein vor allem der Tod, dann der Traum und im weiteren Welträume die Luft- und Himmelserscheinungen: das Gewitter, der Wind, der Wolkenzug, das Himmelslicht, die Tageshelle und die großen Gestirne, endlich auch die sprossende Erde.

Wer mag bestimmen, welche von den erwähnten Erscheinungen zuerst die Phantasie wie mit einer Zauberrute aus ihrem Schlummer weckte? Sie mögen in unvordenklicher Zeit gleichzeitig gewirkt haben. Aber so viel ist gewiß, daß der Anblick des Sterbens, das dem Naturmenschen ebenso unverständlich war wie das Leben selbstverständlich, und die Folgen, die der Tod für die Angehörigen der Verstorbenen hatte, gerade in der unsrer Kunde erreichbaren ältesten Zeit einen besonders wichtigen und umfangreichen Mythenkreis veranlaßt haben. Dessen hohes Alter wird auch durch den Einklang der Vorstellung nicht nur der germanischen und indogermanischen, sondern auch der niedrigsten Völker der Erde bezeugt, der auf keinem mythologischen Gebiete so überraschend genau ist wie auf diesem. Noch ein anderes auffälligeres Zeugnis für diesen alten Bestand darf man anführen, das nämlich, daß der aus diesem Gebiete entsprungende rohe und ärmliche Geister- und Gespensterglaube üppiger als irgend welcher andre Heidenglaube noch heute fortwuchert. Denn es ist ein durchgreifendes Gesetz der Psychologie, daß eine Vorstellung je älter, desto unverwüstlicher ist. Die Götterwelt, das Letzte und Schönste des Heidentums, ist längst vor den Augen des Volkes versunken. Für zerstäubt in nichts gilt auch schon lange wenigstens der Mehrheit das Elfenwesen; die Gespenster aber leben in der Einbildung gar vieler noch heute fort und feiern sogar Triumphe in gebildeten Spiritistenkreisen. Fast möchte man sagen, der Same des Gespensterglaubens rege sich in uns Allen, wo die Nähe einer Leiche und das tiefe Dunkel der Nacht in einem Sterbezimmer, auf einem Friedhof, an einer Mordstätte sich vereinen, oder auch sogar mitten im hellerleuchteten vollen Theater, wenn ein wirklicher Dichter an ihn appelliert. „Auch kommt es nur“, sagt Lessing in seiner Dramaturgie,

„auf die Kunst des Dichters an, diesen Samen zum Keimen zu bringen; nur auf gewisse Handgriffe, den Gründen für die Wirklichkeit von Gespenstern in der Geschwindigkeit den Schwung zu geben. Hat er diese in seiner Gewalt, so mögen wir im gemeinen Leben glauben, was wir wollen, im Theater müssen wir glauben, was Er will. Vor dem Gespenste in Shakespeares Hamlet richten sich die Haare zu Berge, sie mögen ein gläubiges oder ein imgläubiges Gehirn bedecken“.

Wenn es uns rührt und erhebt, daß schon die Urmenschen hinter dem Tode ein Leben witterten und der erbarmungslosen Tatsache des Sterbens ein durch den Tod ununterdrückbares Leben entgegenstellten, so erfüllt es uns fast mit Scham, oder soll ich lieber sagen, mit Demut, daß ihre tiefsten Geheimnisse auch noch die unsrigen sind: Leben, Tod, Seele. Gerade darum haben diese der ältesten Religion den Boden aufgewühlt, sie sind die starken Pflugscharen noch unsers Glaubens.

Um den Begriff der Seele oder des Geistes dreht sich dieser alte Mythenkreis. Dieser Begriff ist ursprünglich keine Abstraktion, herausgezogen etwa aus der zusammenfassenden Beobachtung der vielen Einzelerregungen des eigenen Inneren, er ist auch nicht das Produkt der Sehnsucht nach einem höheren, freieren Dasein. Er ist dem schmerzlichen Anblick der seltsamen, wechselnden Wandelungen, die der Sterbende in seinen letzten Stunden durchmacht, abgerungen. Da wird der Atem immer schwerer und langsamer, um dann plötzlich still zu stehen, das Auge bricht und starrt unheimlich, Wärme und Farbe verlassen den Leib, kalt, bleich, steif und lautlos liegt er da, wie ein Stein. Nach unsrer gegenwärtigen Gemeinauffassung ist mit diesen Vorgängen das physische Leben und gleichzeitig mit ihm, aber losgelöst von ihm, das psychische Leben, die Seele, entflohen. Jenes besteht überhaupt nicht mehr und läßt den Leib als tote Masse zurück, die Seele aber lebt für sich in einer anderen Welt unvergänglich weiter. Eine alte weitverbreitete und auch germanische Auffassung war eine ganz andre. Nicht nur gleichzeitig mit, sondern in dem physischen Leben, in dem Atem, der Bewegung, der Wärme und Farbe entwich die Seele. Das physische Leben selber war ein Wesen, das im Tode sich löste, so daß es gleichsam zweimal da war, neben seinem lebendigen Ich ein im Tode erst frei werdendes andres Ich beherbergte. Dieses letzte, das im Kopfe wohnt, ging beim Sterben als ein Bewegliches, ein Hauch, ein Wind, ein Nebel, ein Licht oder gar als ein Tierchen aus dem Munde davon. Die Seele blieb also ein körperliches, wenn auch ein verflüchtigtes oder zusammengeschrumpftes Wesen. Sie hielt sich auch möglichst dicht an den verlassenen Leib, wohnte bei ihm im Grabe oder in dessen Nähe, oder auch in dem von ihm verlassenen Hause, oder in benachbarten Bäumen und Hügeln. Sie war auch nicht unvergänglich, sondern starb mit dem Zerfall der Leiche, zu der sie gehörte, oder welkte mit der Erinnerung der Überlebenden an den Toten auf immer dahin. Dazu stimmt, daß in den dänischen Steingräbern die Knochen der älteren Leichen bei Seite geschoben und über einander aufgestapelt wurden, um Platz für die neu beigesetzten Gerippe zu gewinnen. Viele neue Gräber sind auf fränkischen und merovingischen Gräberfeldern in und quer durch ältere gelegt.

Die Seele ist nach der germanischen Anschauung vor allem das Bewegliche. Denn die beiden Wörter Seele, gotisch saiwala, und See, gotisch saiws sind beide derselben Wurzel entsprungen, die etwas Bewegliches bezeichnet haben muß. Der Begriff einer noch heftigeren Beweglichkeit möchte im Worte Geist stecken, was besonders die nordischen Worte geisa = brausend einherfahren, wüten, geistr = heftig, feurig, geist = brausend, schnell verraten. Die deutsche Sage erzählt wiederholt von brausenden Geistern. Aus einer Wurzel an = hauchen entwickelte sich das indische anas Hauch, anilas Wind, das griechische anemos Wind, das lateinische anima Wind und Seele, vergleichbar dem griechischen Psyche Hauch und Seele. Zur Wurzel an gehört das althochdeutsche unst = Wind, Sturm und möglicherweise auch das althochdeutsche ano, unser Ahne, das ursprünglich einen, der ausgehaucht hat, einen Verstorbenen und darnach den Vorfahren bezeichnet hätte. Auch das gothische us-anan bedeutet aushauchen und das aus derselben Wurzel erwachsene nordische Seele, Leben, andi Geist und ör-endr todt, eigentlich ausgehaucht.

Noch sicherer als die Sprache bezeugt der Volksglaube die Windnatur der Seele. Die plötzlich gewaltsam ausgepreßte oder auch die beim Tode imruhige Seele fährt folgerichtig nicht als Wind, sondern als Sturm davon. Darum heißt es noch durch ganz Deutschland, daß sich ein Sturm erhebe, wenn sich jemand erhängt, und sich erst nach dessen Bestattung lege.

„Welcher Lump mag sich nun wieder erhängt haben!“

sagt man am Lechrain bei plötzlich losbrechendem Sturm. So sauste einmal an Hans Sachs im Walde bei Osnabrück das wütende Heer der kleinen Diebe vorbei, das aus lauter Erhängten bestand, und darunter ein erst desselbigen Tags Gehenkter, mit dem er sich in ein Gespräch einließ, fuhr dahin „als ein scharpfer Wind“. In Schwaben fahren auch die im Rausch Gestorbenen mit dem Muetisheer d. h. dem stürmischen wilden Heer. Von den Geistern Verstorbener heißt es in England, daß sie Hindernisse auf ihrem Wege umwerfen wie „a furious whirlwind“.

Rührend ist, daß eine im Kindbett und noch dazu ohne Beichte, also mit doppelt unruhiger Seele gestorbene Frau im Wirbelwind dahinfliegt. Dagegen wenn ein Mensch ruhig verscheidet, bewegt sich nach Schweizer Glauben die Luft im Sterbezimmer mit leisem Wehen. In Devonshire kann ein Verschluß im Hause das Sterben eines Kranken verzögern, und so öffnet man in Bayern wohl das Fenster oder deckt einige Dachschindeln ab, um einem Menschen das Sterben zu erleichtern. Gemeindeutscher Brauch, der sich noch an zahllosen Orten erhalten hat, war es, beim Eintreten des Todes ein oder mehrere Fenster, die Türe, die Luke oder gar die „Dachblatte“ zu öffnen, daß die Seele bequem hinwegfliegen könne. Man jagt sie sogar bisweilen durch Wehen mit Tüchern hinaus und ruft ihr nach „Geh hin und pfludere“ d. h. flattere. Hat das Dach im Aargau keine „Heiterlöcher“ d. h. Luftlöcher, so sucht die Seele des verstorbenen Hausbewohners gewaltsam Einlaß, indem sie es mit Sturm abdeckt. Darum muß in einigen Orten der Schweiz immer ein Fenster oder eine Stelle des Dachs offen bleiben, damit der „Geist“ aus- und eingehen könne. Im Unterinntal fahren noch heute die armen Seelen im sogenannten Allerseelenwind und anderswo in Deutschland nach älterem, schon von Geiler v. Keisersperg um 1500 bezeugten Glauben alle eines gewaltsamen Todes Gestorbene oder vor der Taufe gestorbene Kinder im wütenden Heer oder in der wilden Jagd, namentlich während der Zwölften, der zwölf heiligen Nächte der Jahreswende. Dieser Jagdzug der Seelen hat im höheren Norden im Geisterzuge der norwegischen Aaskereia, Oskerei, die ebenfalls in den Jul-nächten durch die Dörfer und Häuser tobt, noch den niedrigeren rein dämonischen Charakter bewahrt. Sie hat keine Gottheit an ihrer Spitze, die doch in Deutschland und Dänemark den Zug führt: nämlich Wodan oder auch Bertha oder Holda. In dieser Verbindung mit der Gottheit erreicht die Vorstellung vom Windseelenzuge ihren höchsten mythologischen Ausdruck. Ähnliche Stadien durchläuft der griechische Seelenglaube: in der Odyssee werden die dicht vor ihrer Hochzeit gestorbenen Töchter des Pandareos durch Stürme hinweggeführt, offenbar ursprünglich ihre, über ihr Los zürnenden windförmigen Seelen. Ein paar Verse weiter heißen diese Stürme schon Harpyien, sind also dahin raffende Winddämonen geworden. Später sausen vor ihrer Hochzeit verstorbene Mädchen im Heer der Jagdgöttin Artemis oder in dem ganz jagdartig dargestellten, von Hunden umbellten Schwarm der Hekate. In Indien fahren die Bhütas, die Seelen von Bösewichtern, im Gefolge des Sturmgottes Rudra durch die Luft. Selbst in den höchsten Mythen von der Windseele berühren sich also die verschiedenen indogermanischen Völker.

Verdichtet sich der Hauch, so wird er zum Nebel, Dunst, Rauch oder gar zur Wolke. Schon bei Homer geht die Seele als Rauch oder Schatten dahin. Nach dem neueren germanischen Aberglauben schwebt in Tirol die Seele eines Tugendhaften als weißes Wölkchen aus dem Munde. Wo man ihr im schlesischen Dyhemfurth beim Sterbefall nicht das Fenster öffnete, sah man sie am nächsten Morgen als Rauchwölkchen an der Zimmerdecke. In Ostpreußen können manche den Gestorbenen noch vierzig Tage nach dem Tode als eine nebelartige Gestalt erkennen. Und nicht nur im Tode, sondern auch im Traume des todähnlichen Schlafs wird jenes andere Ich, die Seele, lebendig und kann durch den atmenden Mund herausspazieren, um am Schluß des Traumes wieder zum Körper des Schläfers zurückzukehren. Diese Traumseele entschlüpft als Dunst dem Munde eines Schlafenden nach hessischer wie Oldenburger Sage; nach dieser kehrt sie zurück und mit ihr das Leben, nach jener bleibt sie aus und der Tod erfolgt. Diese Sage lebt voll ausgebildet in Island weiter und war schon vor mehr als einem Jahrtausend bekannt. Nur güt, was man in Island von einem bläulichen Dunst erzählt, im altfränkischen Bericht von einem Tierlein. Der gute Frankenkönig Gunthram, der um 600 lebte, war einmal auf der Jagd im Schoß eines Dieners eingeschlafen. Da schlich aus seinem Munde ein Tierlein in Schlangenweise hervor und wollte gern über den nahen Bach. Der Diener legte sein Schwert hinüber, auf dem das Tierlein das Wasser überschritt. Drüben schlüpfte es in einen Berg und lief nach einigen Stunden wieder über die Schwertbrücke in den Mund des Königs zurück. Erwacht aber erzählte dieser, er wäre im Traum über die eiserne Brücke eines großen Flusses gegangen und hätte in der Höhle des drüben gelegenen Berges einen unsäglich reichen Schatz gefunden.

Bevor wir aber die vielerlei Seelentierchen näher betrachten, müssen wir des Lichts oder Feuers als Seelenformen gedenken. Die Seele läßt den toten Leib kalt zurück oder, wie es Freidank derber ausdrückt: „die Seele fährt von mir wie ein Blaas (Hauch, Windlicht) und läßt mich liegen wie ein Aas.“ Wenn über dem Schlafenden oder am Dach eines Hauses ein Flämmchen schwebt, ein Licht von selbst erlischt oder eine Sternschnuppe in der Richtung eines Hauses fällt, so kommt nach deutschem Aberglauben der Tod, und der Sterbende „verzeigt sich“ gern Abwesenden durch einen plötzlichen Lichtschein. Die Seele macht sich dann gleichsam zeitig davon und kündet dadurch die Nähe des Todes des bereits von ihr verlassenen Leibes an. Das „Totenlicht“ setzte sich schon im Mittelalter an Haar und Kleidung der Nordleute, wenn sie sterben sollten. Manche altnordische Gräber umgab ein Feuer; nach der Hervarar-saga zeigten sich Angantyr und seine Brüder nachts als Flammen auf ihren Gräbern, und noch heute erscheinen isländische Gespenster vom „Totenfeuer“ ümleuchtet. In Deutschland flattert der Irrwisch, das Irrlicht, der Brünnlig, Pütz- und Wiesenhüpfer, in England der Willy with the wisp (Wisch), in Dänemark der blaas- oder lygtemand, der Feuer- oder Lichtmann, in Schweden der eidgast der Feuergeist über Sümpfen, feuchten Wiesen oder Feldrainen. Im Aargau gibt es Irrlichter beiderlei Geschlechts, Füerstein-mannli wie Zunselwibli. Das sind die Seelen derer, die wie die noch ungetauften Kinder, die Erhängten, die Ertrunkenen, vor der Zeit das liebe Leben eingebüßt, oder solcher, die ihr Leben mit einer beunruhigenden Tat beschlossen hatten und nun die Stätte derselben wieder aufsuchen, z. B. Grenzsteinverrücker und unehrliche Landmesser, die dann den Grenzstein auf der Schulter tragen müssen, oder Geizhälse, die irgendwo ihr Geld verscharrt hatten. Auch irrlichtem die von den Tirolern erschossenen und zerschmetterten Franzosen bei Mittenwald im Herbst auf ihren in fremder Erde bereiteten Gräbern umher. Die irrlichtemden Landmesser schlagen im Badischen wohl mit glühenden Meßstangen auf einander los, und bis ins Hochgebirge hinein, auf dem Streitgampen unter dem Pazinkopf in Tirol, befehden sich die feurigen Pütze. Reizbar ohrfeigt der Irrwisch den Wanderer, der ihn neckt, führt ihn irre, springt ihm auf den Rücken, zündet ihm das Haus an und bedroht sogar sein Leben. Seltener leuchtet er ihm dienstfertig heim. Wie andere Seelen fahren auch die Irrwische mit der wilden Jagd um.

Die flüchtige Seele als Vogel aufzufassen, lag nahe. Die indischen Ahnen, die Pitaras, fliegen in Vogelgestalt umher, weshalb beim Totenopfer den Vögeln ein Kuchen gegeben wurde. Den Griechen zeigte sich die Seele bei der Totenbeschwörung als Uhu oder Fledermaus. Germanische Seelen von Ermordeten und Selbstmördern fliegen als Raben und Krähen umher, diejenigen unschuldig Getöteter als weiße Tauben und Schwäne. Doch scheinen die Taubenfiguren bei Paulus Diaconus, die bei Pavia von Grabstangen nach der Richtung schauten, wo der in der Fremde gestorbene Langobarde seine Ruhestatt hatte, nicht die Toten, sondern deren klagende Verwandte zu bedeuten. In Westfalen sagt man Mädchen, die nicht heiraten:

„Ihr sollt die Kibitze heiraten,“

und auf dem wilden Gieritz(Kibitz)moos an der Aare in der Schweiz werden die alten Jungfern wirklich zu Kibitzen. In Schweden heißt der Schmetterling „Altweiberseele“, und in Deutschland sagt man, daß man vor der Geburt mit den „Feifaltem“ d. h. Schmetterlingen fliege. Auch in den Motten, Bienen, Käfern und sonstigem fliegenden Getier stecken Seelen, auch in der Hausgrille.

Aber andre Hausgenossen spielten unter den Seelentieren eine viel bedeutendere Rolle, die unschädliche Ringelnatter, die Maus, das Wiesel und die Kröte. Der Wohnung der Menschen zugetan, leise aus der Erde kriechend oder huschend und wieder still und plötzlich dann verschwindend, erschienen sie wie geheimnißvoll in ihrem alten Heim fortlebende Seelen der Verstorbenen, deren Leiber früher in dessen unmittelbarer Nähe oder sogar in dessen Innerem bestattet wurden. Wir blicken in den dunkelsten Winkel indogermanischer Hausreligion mit all ihrer Heimlichkeit und Unheimlichkeit, wie sie durch zahllose neuere, aber auch viele ältere nicht nur germanische, sondern auch andere indogermanische Zeugnisse enthüllt wird.

Früh wird auf attischen Grabdenkmälern und spartanischen Votivreliefs eine Schlange dargestellt, die als Opfergaben Honig und Brei zu sich nimmt, also nicht Schlangen-, sondern Menschennahrung. Verschiedene Seelenformen, Flügel wesen und Schlangen wesen, vereinigt die Darstellung einer Totenklage auf einem attischen Gefäß: am oder im Grabhügel flattern beschwingte Menschenfigürchen über einer Schlange, der Seele des Verstorbenen, von dem die Inschrift spricht. In Theophrasts Charakteren 16 errichtet der Abergläubische an dem Ort seines Hauses, wo er eine heilige Schlange gesehen, sofort ein Heroon, ein Ahnenheiligtum. Am Grabe des Heros wurde häufig eine Schlange als dessen dämonische Erscheinung gehegt. Wie er, hütet diese „Haushüterschlange“ Tempel, Haus und Grab; beleidigt aber bringt er, wie sie, Verderben. Nach dem neugriechischen Volksglauben lebt im Grunde jedes Hauses eine Schlange als Hausherr oder Hausherrin. Ihr Erscheinen im Innern desselben bedeutet Glück, besonders die unerwartete Rückkehr des Hausherrn. Verscheucht oder beleidigt zieht sie Unheil herab; man steckt Brot in ihr Erdloch und schmeichelt ihr mit dem Gruße: „Schönes Dingel!“ — Die Römer weihten ihrem Genius einen von einer Schlange umwundenen Altar und hielten im Schlafzimmer ein paar Schlangen, die für die Genien des Hausherrn und der Hausfrau galten, und zwar in so vielen Häusern, daß Plinius besorgte, die Schlangenbrut würde in Rom den Menschen noch über den Kopf wachsen, wenn ihr nicht die Feuersbrünste Einhalt täten. Starb eine solche Schlange, so galt das als böses Vorzeichen dem Vater der Gracchen, wie dem Kaiser Tiberius. Umwand eine Schlange fest das Haupt eines Schlafenden, das war den Römern ein gutes Vorzeichen; die Seele dachte nicht daran sich abzulösen. Die Schlangen aber, die Pompejus beim Verlassen seines Schiffes in Dyrrhachium erblickte, bedeuteten seinen nahen Untergang; als Seelen, die schon ihn und die Seinigen aufgegeben hatten. — In Litthauen hatte jeder Familienvater im warmen Winkel eine Schlange, der er Speise auf Heu darbrachte.

Die Ringelnatter heißt bei den Germanen Hausschlange, Hausotter, Hausunk, Hauswurm, schwedisch gärds- oder lyckoorm, Hof- oder Glücksschlange. Das altschwedische Erbauungsbuch, der Seelentrost, verbot schon tun 1400 den tief gewurzelten Glauben an Tomptorma d. h. Hausschlangen. Aber von Siebenbürgen und der Schweiz bis nach Skandinavien wurde diese da und dort noch neuerlich trotz ihres nicht angenehmen Geruchs im Stalle oder auch unter den Stubendielen gern geduldet und ihr im Herdwinkel wie in Griechenland eine für Schlangen ungeeignete offenbare Ahnenopferspende, nämlich Semmelmilch, vorgesetzt. Am Lechrain hielt noch um die Mitte des vorigen Jahrhunderts jedes Haus eine Hausotter, deren Geräusch den Tod eines Hausbewohners anzeigte. Auf den Betten, wenn sie gesonnt wurden, in der Küche und auf dem Rande des Brunnentrogs konnte man sie liegen sehen. Im Fricktaler Dorfe Mägden in der Schweiz vermutete man noch um dieselbe Zeit fast in jedem Keller eine Hausschlange, die sich nur bei außergewöhnlichen Fällen sehen ließ und durch ihr Geräusch, wie am Lechrain, einen Trauerfall der Familie anzeigte. Manchmal hatte ein Haus, ganz wie das römische, ihrer zwei, die mit Hausvater und Hausmutter lebten und starben. In Mittelschlesien wird die von niemand gesehene, in den Grund des Hauses sich einwühlende Hausotter für einen Schutzgeist angesehen. Doch in der ,Tunkelstunde‘ kommt die schlesische ,Otterkönigin‘, die Ahnfrau, gern einmal aus der Mauer herftir. Als der Hofbauer des sogenannten Schlangenhofes im badischen Schappacher Tal starb, starb auch der Schlangenkönig mit all den anderen Schlangen des Hofes, und von diesem wich seitdem der Segen. In der Liederedda gräbt sich die über den Tod ihres Sohnes Atli trauernde Mutter offenbar als Natter dem Gunnar rächend ins Herz. Gleich der Seele liegt auch die Hausotter gern unter der Türschwelle, auf der man wegen dieses Tieres in Bayern und im Voigtland allen Lärm, z. B. Holzspalten, möglichst vermeidet. Wie in Rom bedeutet das Erscheinen der männlichen Hausschlange im Spreewald den Tod des Vaters und der Mutter. Ja in einigen böhmischen Familien gab es ganze Schlangenfamilien, von der jedes Glied ein Glied der Hausbewohnerschaft vertrat, so daß, was einer der Schlangen geschah, auch dem entsprechenden Familiengliede widerfuhr. Mögen wir auch die beiden letzten Nachrichten den Slaven verdanken, die wie die Litthauer einen reichen Seelenschlangenkultus hatten, dieselben oder ähnliche Vorstellungen waren jedenfalls auch germanisch, z. B. nähert sich eine Schlange dem Hause, so bedeutet das nach norwegischem Glauben Glück, kriecht sie dagegen über die Straße, Unglück, wie in Rom. Wer im Bayreuthischen ein Erdhuhn oder eine Hausotter beschädigt oder sieht, muß selbigen Jahres sterben. Im innigsten Verhältnis steht dies Seelentier zum Kinde: Kinder werden wohl mit einer Schlange um den Hals geboren, wie in Rom. Die Hausschlange spielt in der Sage gern mit dem Kind des Hauses, teilt mit ihm Speise und Trank, schläft mit ihm in der Wiege und gibt ihm Gedeihen. Als aber einst das Kind, das mit ihr aus einem gemeinsamen Napf Milch und Brocken aß, sie schlug und ärgerlich rief: „Iß auch Brocken!“, da siechte es schnell dahin. Seine eigene Seele war getroffen. Die Schlange verwandelt sich also aus der Seele des lebenden und des verstorbenen Menschen zu einem Schutzgeist der Mitlebenden und der Überlebenden, zu einem Schutzgeist des Hauses. Sie wird die schützende ,Muhme‘ der ganzen Familie, wie auch das Wiesel und die Kröte. Um 1400 erzählt Nikolaus von Dinkelsbühl von der Muma, daß sie die Häuser besuche und aus offenen Gefäßen esse oder trinke, die dann die Leute alsbald wieder nachfüllten, denn sonst käme Unglück übers Haus. Mit der Muhme wird die Hausotter gemeint sein, der man ja noch viel später einen Milchnapf hinsetzte. Das Wiesel heißt gemütlich nicht nur Mühmlein, sondern in Spanien auch comadreja Gevatterin, Hebämmelein. Wie der Neugrieche die Hausschlange als „schönes Dingel“ begrüßt, so nennt der Oberbayer sein Hauswiesel „Schöntierlein oder Froie“. In andern deutschen Gegenden heißt es das Jüngferchen, bei den Griechen des Mittelalters „Bräutlein“. Obgleich es den Griechen und Römern ein bekanntes Haustier war, das etwa unsre Katze vertrat, erregte doch sein plötzliches Erscheinen bei einem außergewöhnlichen Unternehmen oder an ungewöhnlicher Stelle Furcht vor Unglück oder Tod. In Athen löste sich die Volksversammlung, in der es sich zeigte, auf; ließ es sich auf dem .Dach blicken, so war das ein böses Zeichen wie das Flämmchen auf dem Dach in Deutschland. Kommt ein Wiesel mehrmals nach einander in die Nähe derselben Wohnung, so beruft es jemand daraus ab. So gilt auch seine Vertreterin, die Katze, für einen Hausgeist. Im Aargau

„stirbt die schwarze Hauskatze ihrem Herrn vor“.

Wieseln oder schwarzen Katzen begegnen, ist im Lechrain und anderswo ein böser Angang. Bläst ein Wiesel den Menschen an, nachdem es die Springwurzel gefressen, so muß er nach Tiroler Glauben sterben. Ob die Kröten auch jenen andern Indogermanen für Seelentiere galten, ist mir nicht bekannt. Doch wagen die toskanischen Bauern eine Kröte nicht zu töten, weil so oft ein Mensch darin verwandelt ist, und in Sicilien füttert man Kröten im Hause mit Brot und Wein, weil diese „mächtigen Feen“ oder „unbegriffenen Genien“ Glück bringen. Die Germanen sahen in ihnen arme Seelen, namentlich in den Ostalpen. Aber auch im Badischen ächzt der Geist eines Wirtes als Kröte unter dem Ofen oder auch der eines Geizhalses auf dem mit ihm vergrabenen Geldsack. In Tirol darf man Kröten am Allerseelentage nicht töten, „weil arme Seelen darin sind“, wie sie denn auch an den Quatembertagen gleich armen Seelen zu Kapellen wallfahrten. Wie die römischen Laren oder Ahnengeister in Genien und sogar in Penaten Vorratsgeister übergehen, so hießen die Kröten in Schweden „bolvaetter“ Hausschutzgeister, im Aargau aber „Nahrungshunde“. Diese hielten im Keller die Lebensmittel in gutem Zustand und wurden mit Milch gepflegt. Mißhandelt bringen sie in Skandinavien Unglück und Alpdruck. Dagegen fing man sie am Lechrain wie die Wiesel im Frauendreißigst (15. Aug. bis 13. Sept.), spießte sie und opferte sie in Kirchen. „Mäusen pfeifen“ heißt „den Seelen ein Zeichen geben“. So pfiff ein schlecht behandeltes Bergmännchen Mäuse und Kinder in den Tannenberg bei Lorsch, der Hameler Rattenfänger Ratten und Kinder in den Koppelberg. Ein Windgeist pfeift den Kindern und ihren Seelen voran. Die von Hatto von Mainz in einer Scheune verbrannten Armen wimmeln als Mäuse aus dem Feuer hervor und verfolgen ihn bis zum Mäuseturm bei Bingen, wo sie ihn auffressen. Eine Mausheilige war die hl. Gertrud, die im krainischen Bauernkalender und im Gertrudenbüchlein als Spinnerin dargestellt wird, an deren Rocken Mäuse und Ratten hinauflaufen, offenbar Seelen, denn man nahm an, daß die Seelen in der ersten Nacht nach dem Tode bei dieser Heiligen herbergten. Der Sinn dieses Tiermythus ist jetzt klar. Auf ihrer Suche nach Seelenbildern stellte die Phantasie einen überraschenden Zusammenhang zwischen Tier und Mensch, einem kleinen Haustier und dem Edelsten, was er hat, seiner Seele her. Schon von den Indogermanen wurden jene der menschlichen Wohnung anhänglichen Erdtiere als Seelen der Toten des Hauses gedacht. Sie gehörten zum Ingesinde als einflußreiche Ahnengeister, mit deren Wohl und Wehe das der Nachlebenden auf das innigste verknüpft war. Daher die freundliche Pflege und die Furcht, sie zu verletzen oder gar zu töten. So erhob sich das Tierlein mehr und mehr zum Heros, Genius, Schutzgeist der Person und des Hauses. Aus dieser und ähnlichen Seelenvorstellungen erwuchs der namentlich im Norden so reich ausgebildete Glaube an die Folge- und Schutzgeister (siehe unten). Aber die Verwandlungsfähigkeit der Seele ist eine viel mannigfaltigere. Mochte sich der gemeine Mann mit einem Weiterleben als Haustierchen begnügen, so verlangte die Seele des Vornehmen für ihr öffentliches Auftreten vornehmere Tierformen. In Griechenland zeigte sich der wieder erwartete Ahnherr, der Heros, hier und dort in Wolfsgestalt, in eben dieser oder in Bärengestalt die Fylgja oder der Schutzgeist tapferer Nordleute. Während der kühne Bjarki noch schlummert, kämpft seine Fylgja schon vor seinem Zelte draußen in der Schlacht als Bär, um zu verschwinden, sobald er auf gewacht heraustritt. Die Traumseelen in Tierform schweben dann auch in die Träume Anderer, in denen das Schicksal ahnungsvoll auf steigt. Kriemhild träumt von ihrem Falken (Siegfried), daß ihn zwei Adler erkrallten (Hagen und Günther), und ähnlich sieht im Anfang der Gunnlaugssaga der träumende Thorstein auf dem Hausfirst einen schönen Schwan (Helga) sitzen, um den zwei Adler (Gunnlaug und Hrafn) kämpfen, bis sie beide im Streit tot herabfallen. Mit einem Falken aber (ihm selber) flieht endlich der Schwan davon. Öfter stürzen im Traum Scharen von Wölfen und Eisbären heran, welche Landesfeinde bedeuten. Andere Verstorbene nehmen je nach ihrem Charakter oder ihrer Lebenslage diese oder jene größere Tierform an. Den Bewohnern der Färöer und Rügens sind die ins Wasser sich werfenden rundköpfigen Seehunde Menschen, die sich ertränkt haben. Auf den Färöern kriechen sie in der Epiphaniasnacht mit ihren Menschenleibern aus dem Balg, um sich mit Tanz und Spiel in den Klippenhöhlen zu ergötzen. Nach dänischem Glauben legt der Seehund jeden neunten Tag seine Haut ab und wird ein Mensch. Auf der Tiroler Alm müssen Hirten, die ihr Vieh mißhandelten, nach ihrem Tode als Stiere, Säue, Hunde umgehen. Beim weinreichen Dorfe Oberflachs poltert das Gespenst eines unredlichen Trottenmeisters, das Trottentier, im Hause herum. Und viele Dorftiere, die abends in der Nähe der Dörfer dem Wandrer aufhocken und ihn irreführen in Kälber-, Hunde- und Schweinegestalt, sind die Seelen von Übeltätern, haben aber oft den Charakter von Wettergeistern. Auch lebendige Menschen können sich in Tiere verwandeln durch Zauberei. Die Königstöchter des eddischen Wielandsliedes machen sich zu Schwanjungfrauen, und der Iarl Franmar in dem einen Helgeliede nimmt Adlersgestalt an. Die bekannteste und schlimmste Tierform aber ist der Wolf. Er heißt althochdeutsch Weriwolf, bei Berthold von Regensburg werwolf, in England im Norden vargulfr (Verbrecherwolf), varulf. Noch heute sprechen wir vom Werwolf. Man schwankt, ob man den Werwolf als Mannwolf aus ags. ahd. Mann oder als Kleidwolf, Wolfsfellbekleideten aus ags. were, ahd. weri erklären soll. Für die erste Deutung spricht der griechische Werwolfsname: lykanthropos, Wolfsmensch, der bretonische denbleiz Mannwolf und vor allem der inselschwedische folkwarg Menschenwolf, ja auch der entlegenere, aber in seinem Wesen gleichartige indische „Menschentiger“. Die zweite Deutung empfehlen die altnordischen Ausdrücke ulfshamr Wolfskleid als Hülle des vargulfr und ulfhedinn wolfsbekleidet, das im ahd. Eigennamen Wolfhetan wiederkehrt. Auch der westfälisch-hessische Werwolfsname Böxenwolf d. h. Hosenwolf, wohl ein Wolf, der eigentlich Hosen trägt, spricht dafür. In Italien galt das allgemeine Wort Versipellis der Fell Wechsler, altnordisch hamrammr, der sein Kleid, sein Äußeres zu wechseln vermag. Das erste Zeugnis für Deutschland bringt Bonifacius im 8. Jahrhundert bei, wo er in einem Sermon verbietet, an Hexen und „ficti lupi“ d. h. fingierte Wölfe zu glauben; ausführlicher bekämpft Burkhard von Worms, wie es scheint, denselben Glauben an die sogenannten Parzen oder drei Schwestern, die einem Neugeborenen die Gabe verleihen könnten, sich jederzeit in einen Werwolf zu verwandeln. In einigen Familien galt diese Eigenschaft für erblich: ein gewisser Ulfhedinn hat einen Vater Ulfhamr und vielleicht noch einen Großvater Ulfhamr. Aber die nordische Sage von jenem geschilderten, selber so werwölfisch gesinnten größten Skalden, Egil Skallagrimsson, verbreitet noch mehr Licht über die unheimliche Art eines solchen Tiermenschen. Es ist des Dichters eigener Großvater Ulf, der vom ersten Morgengrauen an seine Wirtschaft mit kluger Tatkraft fördert und unablässig seine Knechte zur Arbeit antreibt. Abends aber kann ihn niemand zum Sprechen bringen, er wird in sich gekehrt und schlaftrunken. Nun zeigt er sich im Dunkel seines einsamen Lagers als hamrammr, er nimmt eine andere Gestalt an. Sein Arbeitsdrang erwacht von neuem, schlägt aber nun eine andre, furchtbare Richtung ein. Als Wolf fällt er mit unwiderstehlicher Stärke und Wildheit die Menschen draußen in der Nacht an. Ist die Wut gewichen, so liegt er andern Morgens tief erschöpft im Bette. Man nannte ihn von dieser abendlichen Vertierung Kveldülfr den Abendwolf. In der Wölsungensage legen zwei mit dicken Goldringen versehene Männer auf neun Tage Wolfsfelle an, um aus ihnen am 10. Tage herauszuschlüpfen und sie vor dem Schlaf an die Wand zu hängen. So finden Sigurds Vater Sigmund und Stiefbruder Sinfjötli diese Felle, ziehen sie über und fahren dann unter Geheul im Walde umher,

„mit Wölfen schwelgend und mit eisigem Atem Wunden saugend“.

Statt neun Tage muß der Werwolfsmensch nach pommerschen Sagen drei, sieben oder neun Jahre im Wolfsleib beharren. Sieben Jahre dauert diese Verwandlung in der Normandie, in Irland und Armenien. Nach deutschem Werwolfsglauben, der noch immer nicht im Norden und Osten (Hinterpommem), auch da, wo längst die Wölfe ausgestorben sind, erloschen ist, müssen namentlich die in den Zwölfnächten, zwischen Weihnacht und dem heiligen Dreikönigstage, geborenen Kinder Werwölfe werden. Die Kunst der Werwolfsverwandlung können auch, wie uns Burkhard von Worms soeben gelehrt hat, die Schicksalsweiber den Neugeborenen geben. Nach deutschem Aberglauben wird der siebente Sohn eines Ehepaares ein Werwolf, nach dänischem bringt die Frau, die sich behufs leichter Geburt eines Zaubers bedient, Knaben zur Welt, welche Werwölfe, oder Mädchen, welche Nachtmahren werden. Kenntlich im Norden sind die Menschen, die sich in Werwölfe verwandeln, an zusammengewachsenen Augenbrauen. Zum Werwolf kann sich derjenige selber machen, der einen aus Wolfsleder oder Menschenhaut verfertigten Wolfsgürtel um den Leib schnallt. Er geht nachts aus, um Menschen zu zerfleischen und Vieh zu verschlingen, der Böxenwolf springt den Leuten auf den Rücken. Die Nennung seines Taufnamens, oder ein Wurf von Stahl und Eisen über ihn weg, westfäl. Blankmaken genannt, oder eine gegen ihn gerichtete Degenspitze oder eine Verwundung entzaubert ihn. Doch wirkt die Verletzung oft nicht sofort, aber sie verrät ihn dann später, indem auch der wieder Mensch gewordene Körper an der entsprechenden Stelle die Wunde trägt. Eine Wolfsfalle, in die man drei Kreuze vom Holz von einem Osterfeuer steckt, fängt ihn. Verfolgt wird er wohl schon wieder zwar als Mensch im Bette angetroffen, aber noch hängt der Wolfsschwanz heraus. In Schleswigholstein galt er auch wohl als „gefroren“ d. h. unverwundbar. Im 16. Jahrhundert bis ins 17. hinein blühten die Werwolfsprozesse namentlich in Nord- und Mittelfrankreich, aber auch in Deutschland. Noch 1589 wurde in Köln Peter Stube, der Werwolf von Epprath, hingerichtet, weil er bekannte, in Wolfsgestalt 13 Kinder zerrissen und ihnen das Gehirn aus dem Kopf gefressen zu haben. 1610 wurden in Lüttich zwei Werwölfe wegen gleicher Untaten hingerichtet. Dieser allen europäischen Indogermanen und auch den indogermanischen Armeniern gemeinsame, dagegen bei den Persern und Indern nicht nachweisbare Glaube reicht hoch über die ältesten germanischen Zeugnisse in die Vorzeit hinauf. Schon das alte Griechenland kannte die Werwolfskrankheit, sie spielt schon in die Sage von dem altertümlichen Kultus des Zeus Lykaios hinein. Wer diesem Gotte auf dem hohen arkadischen Berge Lykaion ein Kind opferte, wurde zur Strafe in einen Wolf verwandelt. Enthielt er sich aber neun Jahre des Menschenfleisches, so nahm er im zehnten wieder Menschengestalt an, was an die neuntägige, beziehungsweise neunjährige Werwolfszeit bei den Germanen erinnert. Ferner stimmt zum deutschen Glauben, daß der neugriechische struppige, krallenbewehrte Kalikant-sare oder Werwolf, der wie der westfälische Böxenwolf jedem Begegnenden aufhockt und das Gesicht zerfleischt, ebenfalls in den Zwölfnächten geboren wird. Diese Zeit ist auch seine eigentliche Raubzeit, wie die der livländischen und polnischen Werwölfe. Während der russischen und rusinischen Weihnachtsfeier rennen in Wolfspelze Vermummte umher und peinigen in Haus und Hof, wen sie erhaschen, und auch in Deutschland gab es Leute, die sich in der Weihnachtszeit in Wölfe verwandelten. Der germanische Norden brachte noch eine eigentümliche Abart dieser halb wirklichen, halb eingebildeten Ver-tierung des Menschen hervor, den Berserkergang d. h. die Berserkerwut. Die Vertierung nahm nämlich in der Wikingerzeit, in der so viele Nordleute ihre Sache auf Raub und Mord und Krieg stellten, einen militärischen Charakter an. Die Berserker d. h. Bärenkleider waren Soldaten, die statt des Panzers ein Bärenfell trugen. Angesichts des Feindes überkam sie eine unsinnige Kampfeswut, die ihnen ungewöhnliche Stärke und außerdem Empfindungslosigkeit gegen allen Schmerz verlieh. Sie scheuten weder Eisen, noch Feuer, zerbissen den Rand ihrer Schilde, stürzten sich mit geschwungenen Schwertern gleich Wölfen heulend in die Schlacht und hieben, was ihnen in den Weg kam, Menschen oder Bäume, nieder. Nach einem solchen Ausbruch fielen sie, wie nach einer schweren Krankheit, in tiefe Erschöpfung. Wie aus dem Krieg, machten sie aus dieser Wut ein Gewerbe und verdangen sich bandenweise dem Könige, der am meisten bot. Die zwölf Berserker des sagenhaften Dänenkönigs Hrolf Kraki kämpften bald an der sächsischen Grenze, bald auf dem Eise des schwedischen Waenersees. Noch Harald Schönhaar um 900 hatte Berserker, die über ihren Panzern Wolfspelze trugen, in seinem Dienst, und sein Skalde Thorbjöm Hornklofi feierte diese brüllenden Helden samt dem Hofnarren und dem Lieblingshunde des Königs. Aber obgleich sie sich oft als Schützlinge Odins ausgaben, wurden sie von den übrigen „Kämpen“ mit Mißgunst oder gar mit Verachtung angesehen. So verrauchte die alte wilde Leidenschaft in einer anmaßlichen gewinnsüchtigen Schauspielerei, und was einst vielleicht mehr eine Plage der Ergriffenen gewesen war, wurde nun zu einer schlimmeren Plage ordentlicher Leute. Darum straften die Isländer mit Recht den Berserkergang mit Friedloslegung, wenn aucht nicht mit völliger. Deute ich eine Stelle im Paulus Diakonus 1, 11 richtig, so hätten Südgermanen schon Jahrhunderte vor der nordischen Wikingerzeit solche Krieger gekannt. Als nämlich die Langobarden auf ihrer Wanderung nach Süden auf die Assipiter stießen und die große Zahl dieser ihrer Feinde und ihre eigne geringe sahen, da sprengten sie listig aus, sie führten Hundsköpfe im Lager bei sich d. h. ungeheure Menschen mit Hundsköpfen, die nach Menschenblut dürsteten und, wenn sie keinen Feind erreichen könnten, ihr eigenes tränken. Der aus der gelehrten Literatur des Plinius und Solinus bekannte Name der Kynokephalen, eines fabelhaften hundsköpfigen Volkes, ist an die Stelle der in Wolfs- oder Bärenfell gekleideten langobardischen Vorkämpfer getreten. Im bayrischen oder Tiroler Raufer, der, wenn er keinen Gegner findet, wie ein Stier den Rasen ausrauft, lebt die alte Kampfeswut fort. Auf diese Nachtseiten menschlichen Geisteslebens fällt vom Seelenglauben her einiges Licht. Denn der eingebildete Wechsel der Hülle oder des Überwurfs, das alt nordische „hamskiptast“, woran das deutsche „Ausderhautfahren“ anklingt, deckt sich im wesentlichen mit der griechischen Ekstasis, dem Austritt nämlich der Seele aus dem Körper. Verläßt die Seele diesen im Tode dauernd, im Traume oder auch in der Ohnmacht vorübergehend, so macht sie sich auch in der Verzückung frei von ihm oder wird vielmehr seine Herrin. Sie reißt ihn mit sich in ihr neues fremdartiges Treiben hinüber. Der tief eingewurzelte Wahn, daß bei Tod und Traum die Seele eines kampflustigen Mannes als Kampftier, Wolf oder Bär, zum Vorschein komme, mochte im aufregenden Dunkel des Abends einen ruhelos tätigen Mann dazu aufstacheln, sich selber in ein solches Tier verwandelt zu fühlen. Er mochte seinen Sinnen und Gliedern eine melancholische Wildheit aufzwängen, wie sie den Wolf zu erfüllen schien, wenn er in der Stille der Nacht einsam die Herde würgte. Von demselben Wahn beherrscht konnten Leute das nächtliche Treiben ihres rücksichtlos rührigen Herrn leicht nach dieser Richtung hin deuten und seine etwaigen Erzählungen für wahr halten. Bis wie weit die Wirklichkeit dem Glauben entsprach? Man behauptet, den Werwolf könne man morgens mit bleichem Gesicht und Blut im Bart heimkehren sehen. Hieß doch auch der Verbannte, der wegen Friedensbruchs aus der menschlichen Gesellschaft Gestoßene, schon bei den Goten und den salischen Franken ein Warg, ein Wolf, oder ein Waldgänger, der im dunklen Wald ein Wolfsleben führte, ein Wolfshaupt, ags. wulfes heäfod, trug und überall auch im Heiligtum als „vargr i veum“, Wolf im Tempel, gehetzt wurde, gehetzt, so weit der Himmel sich wölbt und Menschen wohnen. Denn Bär und Wolf sind nach dem altnordischen Gesetz, wie nach dem Sachsenspiegel überall, selbst im Bannforst, friedlos. Die Werwölfe trieben in der dunkelsten Zeit des Jahres, in den Zwölf nächten, ihr Unwesen oder waren in dieser Zeit geboren. Legt ein Werwolf am 9. Tage oder auch erst im 3., 7. oder 9. Jahre sein Fell ab, so hängt das wieder mit dem Seelenglauben zusammen. Soeben ist mit geteilt worden, daß der in einen Seehund verwandelte Ertrunkene jeden neunten Tag seine Haut abstreife, um wieder Mensch zu werden, und überhaupt pflegt der Verstorbene, insbesondere der vorzeitig Verstorbene, am neunten Tag nach seinem Tode in Deutschland wie in Altgriechenland wiederzuerscheinen, wann nämlich die Zeit der ersten Versöhnungsopfer für die Toten abläuft. In Pommern heißen solche Wiedergänger Neuntöter, weil ihr werwölfisches Treiben neun Jahre dauert, ein Zeitraum, den in Griechenland die Selbstverbannung, das Wolfsleben, nach einem Morde erheischte. Ja der aus dem Grab gestiegene Wiedergänger geht mm geradezu als Werwolf um, wie im Jahre 1685 der verstorbne Bürgermeister von Ansbach. Die umgehende Leiche also nimmt nun wirklich die Gestalt des zauberisch verwandelten lebenden Menschen an. In Pommern namentlich werden nicht zur Rechenschaft gezogene Verbrecher nach ihrem Tode Werwölfe, die sich von Menschenfleisch nähren, sowie in der Normandie die Leichen Verdammter in Werwolfsgestalt Sarg und Hügel durchbrechen. Der englische König Johann ohne Land soll nach seinem Tode ebenfalls als Werwolf umgegangen sein. Wenn nun außerdem in Danziger Sagen dieser Gräberwerwolf zum Vampyr wird, so erkennt man wiederum, in wie alten Geleisen dieser düstre Glaube fährt. Denn der griechische Heros kehrt auch in Wolfsgestalt wieder und verübt Vampyrtaten. Auffallend erzählt die inselschwedische Sage, daß die Wölfe die Wiedergänger zerreißen, wo sie dieselben nur finden. Als ob sie in ihnen Nebenbuhler witterten. Die Berserkerwut aber gleicht mehr jener Ekstase der Bacchantinnen, die in der nächtlichen Feier des thrakischen Gottes Dionysos durch heftige Wirbeltänze zur Raserei gesteigert wurde. Mit geschwungnen Dolchen oder Thyrsosstäben, Schlangen würgend und zerreißend, trugen sie Feuer auf ihrem Lockenhaupt, ohne dessen Brand oder eine andere Wunde zu empfinden, und zerrissen mit ihren Zähnen das blutige Fleisch der Opfertiere, bis auch sie erschöpft zusammenbrachen. Hier haben wir die weibliche, griechische, dort die männliche, nordische Form der Ekstase; der wilde Tanz ist hier, der wilde Kampf dort die Triebfeder der Raserei. Von dieser Episode aus dem Seelentaumel Lebendiger rufen uns nun die Seelen der Toten wieder zu sich zurück. Denn außer dem Reiche der Lüfte und dem der Tiere sucht die Seele sich auch noch die gleichsam mitteninne liegende Pflanzenwelt dienstbar zu machen, diese jedoch nur mit halbem Erfolg. Die Bäume und Büsche, die um die Wohnung wuchsen, gehörten zwar auch, fast wie die Haus- und die besprochenen Seelentiere, mit zur Familie. Aber auf einen Fleck gebannt, zeigten sie doch kein ausreichendes Maß der Lebendigkeit, daß auch sie für wirkliche, vollgiltige Seelenverkörperungen gelten konnten. Um so besser eignete sich ihr dichtes, bald stummes, bald leise flüsterndes oder laut rauschendes Laub zum Aufenthalt der Seelen, namentlich solcher Verstorbener, die von ihrer heimlichen grünen Warte herab das Wohl der hinterbliebenen Ihrigen wachsam behüteten. Am längsten hat sich diese gewiss einst gemeingermanische Vorstellung im schwedisch-norwegischen Värd-oder Boträd Wacht- oder Hausbaum erhalten. Wir erinnern uns des Word, wie er als Schlange oder auch als Licht oder als des Menschen Scheinbild, also immer als Seele, sich offenbart, und der Boträd wird auch geradezu der Baum der Tomtegubber, der Gehöftsahnen, genannt, die im altschwedischen ,Seelentrost‘ sogar (tadelnd) Tomtegudha d. h. Gehöftsgötter heißen. Ein solcher Baum wurde durch Opfer und Gebet geehrt und von Schwangeren in ihrer Not umklammert, nicht weil er selber eine Seele oder ein Gott, sondern weil er der Sitz einer Ahnenseele, eines Schutzgeistes des Hauses, war. Darum leiteten manche schwedische Familien von einem solchen Baum ihren Namen ab, unter andern von einer dreistämmigen Hoflinde die drei Familien Lindelius, Tiliander (d. i. Lindemann) und die weltberühmte des Linnaeus oder Linn6. Aber der Glaube an eine eigentliche Verwandlung der Seele in einen Baum oder eine Blume, den Koberstein für altindogermanisch hält, scheint ein später zarter Seitenschößling des markigen Wiedergängerglaubens zu sein. Hin und wieder hört man z. B. von drei verfluchten und vom Blitz erschlagenen Jungfern, deren Seelen in drei große Bäume fuhren. Nach vielen Volksliedern und Ortssagen sprießen die Seelen Ermordeter oder unschuldig Gerichteter oder jung gestorbener Liebender aus dem Grabe oder dem hinströmenden Blut als weiße Lilien, rote Rosen, Myrthen und Epheu, ja als Eichen und Ebereschen hervor. Ruhen zwei Liebende darunter, so neigen und verzweigen sich die Gewächse, ,wär’n gern einander nah‘. In der englischen Ballade von Margret und William klettern die Rosenranken aus ihrer Brust sogar bis zur Turmspitze der Kirche, in der sie begraben liegen, empor und verschlingen sich hier in einen Liebesknoten.

„Das Gemüt vermag es nicht zu tragen, daß zwei jugendliche Wesen, deren Dasein soeben eines in dem andern erst erfüllt und vollendet werden sollte, so auf einmal auseinandergerissen oder beide zugleich der Zeitlichkeit entrückt sein könnten. Es ruft die Phantasie zu Hilfe, daß sie aus dem Tode ein neues Leben hervorgehen lasse, in dem sich das alte fortsetze, an das sich das Gemüt sinnlich halten, das es anschauen könne“.

Man könnte auch in den Grabesblumen gewaltsam oder unschuldig Getöteter ununterdrück-bare Zeugen der Unschuld sehen, die das von einer späteren Naturauffassung Tieren und Pflanzen beigelegte Mitgefühl unwiderstehlich aus der Unglücksstätte hervorgetrieben hätte. So wächst denn auch hinwiederum an solchem Ort kein Gras, und eine Fichte bleibt dort stets klein und dürr. Trostlose Trauer hängt darüber wie eine ewige Strafe. Aus dem Munde eines in der Schlacht gefallenen Königs wächst eine hohe Eiche, aus dem Grabe eines Selbstmörders ein Dornbusch oder eine Distel. Unter den alten Hagebuttensträuchem der nordfriesischen Gräber hausen Wiedergänger. Alle bisher besprochenen Seelenformen überbot an tiefer Gemütswirkung und poetischer Triebkraft weitaus die Erscheinung der Seele in Menschengestalt. Aus dem Traumbild oder auch dem wachen Phantasiebild, wie es im gram oder schreckerschütterten Gemüte der Überlebenden nach dem Tode eines verehrten, geliebten oder eines gefürchteten, gehaßten Angehörigen aufzusteigen pflegt, wurde ein mit voller Lebensgröße des Verstorbenen ausgestatteter Geist. Zuweilen schwebt er nur als ein Schatten vorüber wie der Geist von Hamlets Vater. Öfter aber ist der Wiederkehrende von Grabesdunst umwittert, entstellt oder verklärt, abgeblaßt oder gedunkelt, zuweilen ins Riesenhafte ausgereckt. Bald schwebt er still und flüchtig herbei, bald tritt er mit festem Fleisch und Bein in seiner leibhaftigen Gebärde und mit seiner Gemütsart mitten unter die Menschen, namentlich nach nordischer Sage mit übermenschlicher Höllenkraft ausgerüstet. In ihm, dem meist furchtbaren Heimsucher, aber auch wohl dem Helfer und Tröster der Überlebenden, dem phantastischen Wiedergänger, hat der Seelenmythus seinen höchsten, gleichsam klassischen Typus geschaffen und zugleich eins der wertvollsten Zeugnisse urältester Menschenkunde hinterlassen. Der an die Elemente, Tiere und Pflanzen geknüpfte Seelenglaube hatte entweder einen unbestimmten oder doch einen überwiegend ruhigen idyllischen Charakter, der Wiedergängerglaube legt wie kaum ein andrer das innerste Wurzelwerk der ältesten menschlichen Seele bloß. Aus ihm strömt eine leichenduftige und doch zum Leben drängende Poesie hervor, welche die ganze Tonleiter menschlicher Gefühle von der jämmerlichsten Gespensterangst durch die heißesten Gewissensqualen und die ergreifendsten Muttersorgen hindurch bis zu dem andachtsvollen Schauer durchläuft, den auch wir vor einer überirdischen Geistermacht empfinden. Der Ursprung dieses wilden, lebenssehnsüchtigen Glaubens, der doch auch ausnahmsweise so innig und zart sein kann, liegt in jener fernen Steinzeit, wo man die Toten, ihre ganzen Leiber, begrub, nicht in der späteren Zeit des Leichenbrandes, der nur ein paar Knochen in einem Häufchen Asche zurückließ. Er liegt in jener Zeit roher Gewalttat, Blutrache und Selbsthilfe, in der der Mörder nach seiner Untat zwar Gewissensangst nicht empfinden mochte, wohl aber das verwandte unbezwingbare Gefühl, daß der Gemordete ein Recht auf Vergeltung habe und zuraal, wenn dieser keine rächenden Erben besaß, als Ungesühnter sich selber zu blutiger Sühne erheben müsse. Denn seine ergrimmte Seele lebte und vermochte den begrabenen Leib zu vorübergehendem Nachleben mit sich fortzureißen, wie die Werwolfsseele den lebendigen in die ihr entsprechende Gestalt zwang. Aber nicht nur Ermordete kamen wieder, sondern alle, die im Leben oder im Tode nicht ihr Recht bekommen hatten, die, vor der Zeit gestorben, vom Leben nicht lassen wollten, oder die ungenügend bestattet waren. Wiederum liegt uns in der Wiederkehr solcher Toten ein indogermanisches Glaubensstück vor. Schon im alten Indien plagten Wiedergänger ihre Hinterbliebenen und fuhren die Seelen ungeborener Kinder als Blutsauger um. Die Preta d. h. die Hingegangenen irrten zunächst hungernd auf Erden umher, bis sie durch ein besonderes Opfer zu den Pitaras oder Ahnen ins Jenseits geführt waren. Die Pitaras aber schützten oder straften ihre Nachkommen, je nachdem sie geehrt oder vernachlässigt wurden. Ein aus Kummer über die Untreue seiner Frau gestorbener Mann kommt jede Nacht, sie zu peinigen. Doch man verwarf den Glauben, daß Hausväter nach ihrem Tode als Dämonen ihre Gräber auf suchten. Für das Kastenwesen ist dieser alte Glaube verwertet, wenn im Mahabharata die Brahmanenhasser nach dem Tode zu Unholden werden. — Die Perser dachten offenbar ähnlich. Denn Xenophon scheint ihren Glauben richtig aufgefaßt zu haben, wenn er den sterbenden König Kyros daran erinnern läßt, daß die Seelen derer, die Unrecht erlitten, den Mördern Schrecken einflößten. In Griechenland spielte der Glaube an die Wiederkehr der Toten in verschiedenen Farben. In der Ilias fleht die Seele des Patroklos, in Euripides’ Hekuba der Schatten des ermordeten Polydoros um Bestattung, beide, weil sie Ruhe finden möchten. Nach Hesiod werden die Menschen des ältesten, goldenen Geschlechts nach ihrem Tode Dämonen auf der Erde, Wächter der Menschen, die ,in Nebel gehüllt‘ d. h. unsichtbar Recht und Unrecht beobachten. Plato gab, wenn er auch etwas von seiner Philosophie hineinvernünftelte, doch deutlicher den volkstümlichen Grund der Unruhe gewisser Toten an. Seelen, die ihre Sinnlichkeit nicht ablegen, meint er, umschweben längere Zeit ihre Gräber, da die sinnliche Leidenschaft die Seele wie mit einem Nagel an den Körper hefte und sie selber fast körperlich mache. Der Gemeinglaube aber kannte zwei große Klassen von Wiedergängem, nämlich die Aoroi, die vor der Zeit Gestorbenen, und die nach dem Tode Vernachlässigten. Zu jenen gehören die eines gewaltsamen Todes, sowie die kinderlos oder unverheiratet Gestorbenen, zu diesen die Unbestatteten, auch die ohne die gebührlichen Totenopfer Gelassenen. Was ihnen lebend oder tot entzogen wurde, suchen ihre Seelen einzubringen, indem sie entweder einzeln als rachgierige Irrgeister Alastores umgehen oder scharenweise im Heer der Hekate beängstigend einherziehen. Namentlich die Heroen mit ihrem reizbaren Ehrgefühl machen gefürchtete Angriffe auf ihre Beleidiger. Sie quälen mit vampyrartigem Alpdruck, stürzen ganze Familien ins Verderben, erwürgen jeden, der ihnen begegnet, und verhängen sogar über weite Landschaften Dürre und Seuche. Darum spielen sie im Zauberwesen einst wie heute eine bedeutsame Rolle. Aus dem Grabe trieb es noch die widerwillig zum Christentum bekehrte „Braut von Korinth“, den ihr genommenen heidnischen Bräutigam zu umarmen und seines Herzens Blut zu saugen. Der neue Glaube vermochte nicht diesen mächtigen Zug nach Vergeltung und Befriedigung zu ersticken : die Manes, die Ahnen, auch noch christlicher Römer wurden durch Rachsucht oder Mitleid auf die Oberwelt zurückgeführt. Bei allen Germanen hieß oder heißt dieses Wesen der Wiedergänger, französisch reve, oder allgemeiner Gespenst, Draugr, Trugbild, mundartlich , Nachsehr er, Neuntöter. Sein Tun ist der Wiedergang, der Nachspuk, das Umgehen. Groß ist die Schar der germanischen Wiedergänger: Ermordete, Ertrunkene, Verhungerte, Liebende, Kindbetterinnen und diejenigen, die in ihrer Sterbestunde nicht den Beistand ihrer Söhne oder nicht ein ehrliches Begräbnis gefunden haben; aber auch solche, denen noch im erkalteten Herzen der Gedanke an ihre Untat oder auch die Sorge um Hab und Gut brennt, oder denen ein Gelübde oder auch die Lust am Saus und Braus der Jagd keine Ruhe läßt, oder Kinder, die hilflos oder, wie man später sagte, ungetauft dahingerafft sind. Nach diesen ihren verschiedenen wirklichen Schicksalen gestaltete sich das Nachschicksal, das Schein- und Trugleben des Wiedergängers, das ihn rächen, sühnen, trösten, befriedigen, schadlos halten soll, sehr verschieden. Und so bekommt jeder dieser so schroff abgerissenen Lebensläufe ein meist unheimliches, zuweilen aber unsäglich rührendes Nachspiel; der schrille Schlußakkord ihres Lebens klingt noch einmal dumpf wider. Die ältesten Wiedergänger scheinen die Seelen von Ermordeten und Mördern gewesen zu sein, von denen der eine den andern zum Bruch der Grabesruhe aufregt. Schon die bloße Nähe des Mörders, des „Mortmeilen“, macht das starre Blut des auf der Bahre liegenden Erschlagenen fließen. Als Hagen an Siegfrieds Bahre trat, „flössen die Wunden sehr“. Als Richard Löwenherz sich der Leiche seines königlichen Vaters näherte, da brach aus dessen Nase das Blut hervor, als ob es zu Gott über den schreien wollte, der für die Ursache seines Todes gehalten wurde. Im Jahr 1503 troff das Blut einer aufgegrabenen Baslerin durch die Bahre, als ihr Mann ihre Ermordung abschwören wollte. Der schon indische Glaube an dieses in Mitteleuropa freilich erst in den französischen Artusromanen des 12. Jahrhunderts bezeugte Bahrgericht scheint im badischen Volke selbst heute noch nicht ganz erloschen. — Ermordete und andere Verunglückte müssen nach ostdeutschem Glauben so lange umgehen, als sie noch hätten leben können. Nach altnordischem Gesetz begrub man mit Tod gestrafte Verbrecher auf der Flutgrenze, als ob das wiederkehrende Wasser seine Wiederkehr hindern solle. Die Bedeckung, das Hüllen „hylja“ der Leiche, wurde später im Norden gesetzliche Pflicht eines jeden, der den Leichnam fand; sogar der Mörder hatte sie an seinem erschlagenen Gegner zu erfüllen. Unterließ er sie, so wurde er eben deswegen geächtet und fühlte sich selber der Rache des wiederkehrenden Gemordeten mm aus doppeltem Grunde preisgegeben. Nach dem angelsächsischen Gesetz soll der Mörder dem Getöteten nichts nehmen, sondern ihn auf den Schild legen, das Haupt nach Westen, die Füße nach Osten gerichtet. Mit solcher Strenge wahrte das bajuwarische Volksrecht die Unverletzlichkeit der Toten, daß selbst derjenige, der beim Wegschießen der Aasvögel die Leiche mit dem Pfeil verwundete, in Todesstrafe verfiel. — Unter den Mördern sind vorzugsweise die Selbstmörder zur Wiederkehr geneigt; sie müssen fort und fort nach dem Ort ihrer Entleibung hinwandeln, der für so unheimlich gilt, daß man dort nicht ruhig sterben kann. Nach altschwedischem Gesetz sind sie zu verbrennen, damit sie nicht nach ihrem Tode andres ehrliches Volk heimsuchen. Geschwächt kommt der Wiederkehrsgedanke zu neuerem Ausdruck, wenn die Hand des Vatermörders, ja des Kindes, das nach den Eltern geschlagen hat, sowie die des Meineidigen, Diebes, Baumfrevlers sich aus dem Grab emporstreckt. — Ertrunkene wollen ihr Teil am Totenmahl: so tritt der ertrunkene Isländer Thorodd noch naß mit seinen Unglücksgefährten neun Tage nach seinem Untergang in die Halle, wo man bereits zu seinem Totengedächtnis das Erbbier trinkt. So behält auch in Schwaben das Wasser den Ertrunkenen neun Tage, um ihn dann wieder auszuwerfen. In Steiermark wandelt der Ertrunkene so lange in der Nähe seiner Unglücksstätte, bis er einen verlockt hat, ebenfalls zu ertrinken. — Furchtbar rächen sich die nicht gebührlich Bestatteten. Nach der altisländischen Eyrbyggjasaga schieden eines Abends der herrische Thorolf und sein Sohn in Groll von einander. Heimgekommen setzte sich der Alte in seinen Stuhl, sagte nichts, aß nichts; seine Leute gingen schlafen. Als sie andern Morgens wieder eintraten, sitzt Thorolf noch immer da — tot! Als der herbeigerufene Sohn bemerkt, wie das Gesinde über den auf dem Antlitz des Toten lagernden Unmut erschrocken ist, nähert er sich dem Stuhle von hinten, zieht den schweren Greis rückwärts auf seine Schultern und schlägt seinen Mantel um dessen unversöhntes Haupt. Darauf läßt er die Wand durchbrechen, und durch das Loch, das dann wieder geschlossen wird, schleift er ihn ins Freie. Wozu das alles? Zu der germanischen Totenbesorgung, den nordischen „näbjargir Totenhilfen“, wie zu den griechischen gehörte es, gleich nach dem Eintritt des Todes dem Verstorbenen die Augen zuzudrücken, wie es scheint, damit nicht der unheimlich gebrochene Blick als „böser Blick“ Unheil stifte. In Deutschland belegte man noch dazu Augen und Mund mit einem Sternchen oder Geldstück, das ursprünglich ebensowenig wie die griechische Beigabe des Naulon oder Fährgelds für einen unterirdischen Fergen bestimmt, sondern eine Geldabfindung für den Toten war. Dem gefürchteten Verstorbenen zog man in anderen altnordischen Sagen auch eine Haut über den Kopf. Ähnlich wie den Thorolf im Norden, schleifte man in Deutschland einen toten Missetäter unter der Schwelle hindurch, damit er den Heimweg nicht fände, ja noch heute wird hie und da aus demselben Grunde die Leiche nicht durch die Türe, sondern durch das Fenster hinausgebracht. Aus Furcht vor der Wiederkehr bricht man auch im fernen Indonesien eine Öffnung durch die Mauer. Aber den vernachlässigten Thorolf bezwangen alle solche Vorsichtsmaßregeln nicht; nach Sonnenuntergang tobte er furchtbar unter Mensch und Vieh und verwüstete selbst den Acker, bis er umgebettet und sein neues Grab hoch umzäunt wurde. Viele brechen ihren eigenen Grabesfrieden aus unstillbarer Kampfbegier, Waidlust, Habgier und aus Geiz. Gleich den marathonischen Kämpfern erheben sich die Gefallenen der katalaunischen Schlacht zu neuem Waffengange. Hilde, Högnis Tochter, weckt auf der Insel Haey durch Zauber die samt ihren Waffen zu Stein gewordenen Erschlagenen wieder auf, und so sollen sie immer wieder kämpfen bis zur Götterdämmerung. Nach einer deutschen Sage sprangen einmal Tote aus den Gräbern den Ihrigen bei, als diese schon unterliegen wollten. Leidenschaftliche Jäger, später namentlich solche, die ruchlos den Feiertagsfrieden nicht geachtet haben, gesellen sich als Wiedergänger der wilden Jagd bei. Leidenschaftliche Hauswirte kommen wieder. Der Isländer Vigahrapp ließ sich dicht unter der Küchentür stehend begraben, um von dort aus nach seinem Tode die Wirtschaft bequemer überwachen zu können. Weil ihm aber die Knechte nicht genügten, quälte und tötete er sie voll Zorns, ja er verödete dann seine ergibigen Äcker, Lachs- und Seehundweiden. Darum grub man ihn wieder aus, verbrannte ihn und streute seine Asche ins Meer. Milder als der Isländer verfuhr der Geist eines oberschwäbischen Bauern, der seiner Kinder wegen gern nach Scheuer und Stall schaute und jeweils den saumseligen Knechten eine „Humse“ Ohrfeige versetzte. Fridthiofs Vater will dem Grabe seines Königs gegenüber am Strande begraben sein, daß sie sich bequem über den Fjord hinüber zurufen können, wenn Wichtiges bevorsteht. — Endlich haben Geizhälse, Wucherer, Betrüger, Wortbrüchige, ja in Norwegen selbst Trunkenbolde und Spötter keinen Grabesfrieden, sondern gehen um. Zumal in den langen Winternächten um Weihnachten. Da läßt sich der gottlose Fastenverweigerer anfangs undeutlich sehen. Die Kühe, die ihn erblicken, werden wild und stoßen einander, die Menschen verlieren den Verstand, mit zerbrochenen Knochen findet man sie am andern Morgen. Und selbst der furchtloseste aller Menschen, Grettir, ist einer Ohnmacht nahe, als er den von ihm besiegten Wiedergänger bei seinem Fall seine grauen Augen starr auf den Mond richten sieht. Um ihn dann unschädlich zu machen, wird sein abgeschlagener Kopf gegen seinen Hintern gesetzt und auf „kalten Kohlen“ verbrannt. Mit versöhnendem Glanz leuchtet in dieses Reich düsterer Vorstellungen die Liebe hinein, die Brautpaars-, die Gatten- und die Mutterliebe. Die Mitglieder eines eng verbundenen Menschenpaars treibt es zu einander, aus dem Leben zum Tode, aus dem Tode zum Leben, mit unwiderstehlicher Sehnsucht, mit unverbrüchlicher Treue. Der Wiedergängerglaube verklärt sich zu imvergänglicher Poesie. Im zweiten Eddaliede von Helgi, dem Hundingstöter, nimmt Odin den gefallenen Helden in Walhall auf. Aber es wird ihm eine „Heimfahrt“ erlaubt, und die Magd seiner Witwe Sigrun sieht ihn mit stattlichem Gefolge zu seinem Grabhügel reiten und berichtet der Herrin, das Grab Helgis sei offen, der Fürst sei gekommen und bitte sie, das Bluten seiner Wunden zu stillen. So ging denn Sigrun ins Grab zu Helgi und sprach:

„Nun will ich küssen dich leblosen König, Bevor du die blutige Brünne abwirfst. Dein Haar ist, mein Helgi, von Reif durchdrungen, Ganz bist du von Leichentau bespritzt.“

Darauf er:

„Du allein verschuldest, Sigrun von Sefafjöll, Daß Helgi mit Leidestau benetzt ist. Du weinst, Goldgeschmückte, grimme Zähren, Du Sonnenhelle, eh’ schlafen du gehst. Jede fällt blutig auf die Brust des Helden, Naßkalt, tiefdringend, kummerschwer.“

Und nun trinken sie zusammen im Hügel köstlichen Trunk, und selig ruht sie die Nacht dem Toten im Arme, bis es Zeit für ihn ist, auf fahlem Rosse die morgenroten Himmelswege zu reiten. Es war ein alter, mm den alten Weibern überlassener Glaube — so heißt es in einem Prosazusatz zum Gedicht —, daß die Beiden wiedergeboren seien, er als ein anderer Helgi und sie als Kara. Es ist der höchste Schluß des Wiedergängertums, der auch noch hie und da im Norden gezogen wird: die Wiedergängerseele kommt nicht zu einem bloß scheinbaren, sondern zu einem vollen neuen Leben wieder. Und zwar kann sie auch nach dem Prosazusatz in einer andern Person wiedergeboren werden, sich also auf die Seelenwanderschaft begeben. Denn auch die Seelenwanderung war dem Norden nicht ganz fremd. Das Gedicht aber gibt der alten einfachen Wiedergängersage, die offenbar an das irdische Grab als alleinigen Wohnsitz des Toten gebunden war, ebenfalls eine andre neue Wendung. Sie spielt sich nun, der Einheitlichkeit des Schauplatzes beraubt, auf dem prunkvolleren Hintergrund des später erfundenen Totenreiches, der Walhalla, ab. Das germanische Volkslied aber bewahrt überall die ältere einfachere und wohl ergreifendere Fassung. Der dänische Ritter Aage kehrt aus dem schwarzen Grund zu seiner herzwunden Braut Else zurück die ihn fragt, wie es in seinem Grabe sei, indem sie unter Tränen seine welken Haare kämmt. Er antwortet:

„Jedesmal daß du dich freuest, Und dir ist froh dein Mut, Da ist mein Sarg gefiillet Mit Rosenblättern rot: Jedesmal daß du voll Sorgen Und dir ist schwer dein Mut, Da ist mein Sarg gefiillet Ganz mit geronnenem Blut.“

So folgt sie dem wieder Versinkenden in den schwarzen Grund, sowie in Schottland Margarete, bis an die Kniee geschürzt, dem Geist ihres Wilhelm durch die lange Wintemacht nacheilt, bis der Hahn kräht und er verschwindet im Nebel und läßt sie ganz allein. Da bricht ihr holder Leib tot zusammen. Und mm steigt vor uns jenes unvergleichliche Stimmungsbild des deutschen Volksliedes auf, aus dem Bürgers Lenore hervorgegangen ist: Der Mond scheint so helle, Die Toten reiten schnelle. „Feins Liebchen, graut dir nicht?“ Im Volkslied des mährischen Kuhländchens nässen die Tränen der Witwe das Hemde des Eheherrn im Grabe so sehr, daß sie, wie sie davon hört, hineindringt, um immer bei ihm zu bleiben. Umgekehrt kommt in Pommern die heißgeliebte Frau allnächtlich aus ihrem Grabe ans Bett ihres Gatten, um ihm freundlich zuzusprechen, bis er eines Morgens auf ihrem Grabe gefunden wird, lang ausgestreckt, als ob er das Gras hätte küssen und mit seinen Armen umfangen wollen. Milder und behaglicher äußerte der Iarl Thorgnyr seine Anhänglichkeit an die verstorbene Gattin, wenn er gern auf ihrem nah bei der Wohnung gelegenen großen Grabhügel bei guter Mahlzeit saß, Rat erteilte und den Spielen zusah. Wie leidenschaftlich tanzt dagegen die tote Braut im Aargau auf dem Kreuzweg so lange fort, bis ihr der Bräutigam nachstirbt! Man mag sie im Wirbelwind, der die Kreuzwege liebt und Windsbraut heißt, zu sehen geglaubt haben. Alt ist auch die rührende Geschichte von der Wiederkehr der im Kindbett verstorbenen Mutter zu ihrem hinterbliebenen Kinde. Wochenlang kommt sie in jeder Mitternacht mit leisen Tritten, das Licht verlischt, und bald hört man das Kind an ihrer Brust begierig saugen, oder sie kocht ein Müslein und wäscht die Windeln. Sie wiegt und singt es ein, bei ihm wachend bis zum ersten Hahnschrei. In Oberelsaß tränkt die Mutter Gottes, auf die die Mutterpflichten übertragen sind, in stillen Nächten gütig das mutterlose Kindlein am Milchbrunnen. Dann lächelt es am Morgen in der Wiege mit seinem Milchbärtchen. In Schlesien bereitet man solcher Kindbetterin das Bett. Wo man aber ihre Wiederkehr nicht wünscht, breitet man die Windeln ihres Kindes, mit Steinen beschwert, über ihr Grab. So bleibt sie dort. Grausam hielt man zu Burchards Zeit, um das Jahr 1000, eine samt ihrem Kinde in den Wochen gestorbene Frau fern; man heftete beide mit einem Pfahl im Grabe fest. Auch ein imgetauft gestorbenes Kind durchbohrten Weiber mit einem Pfahl, damit es sich nicht aus dem Grabe erhöbe und Schaden anrichte. Nach der neueren Sage tritt das Kind in seinem Totenhemdchen vor der weinenden Mutter Bett und fleht:

„Ach Mutter, höre doch auf; ich kann in meinem Sarge nicht einschlafen, mein Hemdchen ist noch immer naß von deinen Tränen!“

Leichenpfählungen trafen nach Saxo Grammatikus auch den blutsaugenden Wiedergänger Asvit und sollen noch in neuerer Zeit in Pommern tote Kindbetterinnen und ungetaufte Kinder getroffen haben. Oder man trennte des Wiedergängers Kopf ab oder durchschlug ihm die Sohlen. Oder man grub ihn, wie Thorolf und Vigahrapp, wieder aus und verbrannte ihn. Erklärt sich daraus, daß so manchen Toten Kopf, Hände und Füße, abgeschnitten und verbrannt, neben den übrigen Gliedern beerdigt wurden und in andern Gräbern wiederum nur der Schädel vorhanden war? Das waren übrigens nicht besonders germanische Maßregeln, sondern z. B. die Griechen ergriffen gleich erbarmungslose. Die Inder legten der Leiche nur eine Fußfessel an, um sie an der Wiederkehr zu hindern. In Altgriechenland aber schnitt der Mörder wohl dem Erschlagenen einzelne Glieder ab, um ihn zu schwächen, und hängte sie sich um den Nacken. In Neugriechenland nagelte man die Hände und die Füße des Wiedergängers fest, oder man riß ihm das Herz aus, zerstückelte und verbrannte es, oder man verbrannte den ganzen Körper. Den Wiedergänger unschädlich zu machen, beabsichtigt auch der uralte weltweite Brauch, Steine auf eine Mordstätte zu werfen. Zauberer, Räuber, Geächtete, selbst noch nicht ganz tote, steinigten die Nordleute, tun sie von weiterer Untat abzuhalten, und warfen noch später beim Vorübergehen Steine auf solche Haufen in demselben Sinne. In Schweden fürchtete man andernfalls von dem Erschlagenen irregeführt zu werden. Nach oldenburgischem und voigtländischem Glauben schafft am besten eine tiefe Einsenkung der Leiche oder eine feste Rasendecke der armen Seele Ruhe. Ein geistigeres Mittel war die Beschwörung, mit der man in England Wiedergänger feierlich in die See und in Deutschland später ein Geistlicher in den Wald oder auf einen hohen Berg z. B. den Feldberg bannte. Aber nicht nur gegenüber den zur Wiederkehr durch ihr Schicksal bestimmten Toten, sondern auch gegenüber den unter gewöhnlichen Umständen Verstorbenen und gebührend Begrabenen überwog die Furcht oder doch die Vorsicht die hingebende Verehrung, die sich erst später und auch dann nur vorzugsweise unter den höheren Ständen breitere Bahn machte. Hingen doch auch die gutmütigen und ungekränkten Sterbenden so fest am Leben, daß ihnen schon jedes Bedauern der Anwesenden das Sterben schwer machte. Die Furcht war der Grundzug der altgermanischen Totenbehandlung, wovon Burchard von Worms ums Jahr 1000 das erste vollere Zeugnis ablegt.

Er erwähnt nicht nur jene schauerlichen Pfählungen von Mutter und Kind, sondern auch lustige Leichenwachen, Körnerverbrennen und Kammklappem im Sterbehause, Aufsetzen des Sarges auf die Mitte eines auseinander gezogenen Wagens, Schütten von Wasser unter die Totenbahre und anderes. Aber auch die Volksüberlieferung ist hier besonders reich und fest. Durch ganz Deutschland und auch im Norden wurde der Seele des Verstorbenen alsbald das Fenster zu freiem Davonflug geöffnet, wo sie nicht etwa leicht von der freien Diele aus durch ein Loch im Dache oder den Schornstein entkommen konnte. Jeder Topf wurde umgekehrt, daß sie unterwegs nicht unterschlüpfe, das Geschirr des Toten zerschlagen, daß es ihn nicht festhalte. Nichts im Hause durfte rundum gehen, kein Spinn-, noch Wagenrad, etwa tun ihn nicht aufzuregen. Andererseits wurde alle Frucht gerüttelt, Wein und Bier geschüttelt, damit das nicht abstände, alles Vieh im Stalle aufgejagt und diesem, wie auch den Bienen, ja selbst den Bäumen der Tod angesagt und alle Schlafenden im Sterbehause geweckt, damit sie nicht mitstürben. So lange der Tote auf seinem Bett oder auf Stroh oder auf einem Brett im Hause lag, mußte er durch die Leichenwache nicht nur behütet, sondern auch ergötzt werden. Sie dauerte schon im Nibelungenlied drei Tage und drei, jetzt meistens zwei Nächte, ln guter Laune sollte er von den Lebenden scheiden, auch vielleicht derbe Scherze ihr Grausen betäuben. Singen und Lachen, Tanz und Vermummung bei Leichenwachen hatten im 10. und 11. Jahrhundert Regino von Prüm und Burchard von Worms zu verdammen, und im 13. sah sich das alte Stadtrecht von Zwolle genötigt, die Zahl der Wächter auf zwölf Männer und nur vier Frauen zu beschränken. Die Kurfürsten von Köln wiederholten im 18. Jahrhundert ihre scharfen Verbote gegen die Gelage und unzüchtigen Spiele der Leichenwachen, die man noch neuerdings im westfälischen Sauerlande untersagte wegen ihrer Stelldichein und tollen Pfänderspiele. In Tirol und im Schwarzwald beten die Wächter meistens, aber sie spielen und trinken auch dazwischen und erzählen sich lustige Geschichten. Auch in Skandinavien dauern die Leichenwachen fort. Daß in dem Hause, wo ein Toter lag, nach Burchard Korn verbrannt wurde, scheint auch germanisch, wenigstens werden noch in Westfriesland, freilich mit Bezugnahme auf die Dreieinigkeit, drei Handvoll Gerstenkörner um den Toten ausgestreut, in deutschen Sagen wird Korn auf die Gräber geworfen, und man hat auch im Innern derselben Korn gefunden. Burchard verbietet ferner den Frauen, ihre Weberkämme über der Leiche zusammenzuschlagen, was wohl die Seele verscheuchen sollte wie jenes Wehen mit Tüchern. Die Leiche darf noch an vielen Orten in Deutschland, Holland und Schweden nur so aus dem Bett oder dem Hause getragen werden, daß ihre Füße in der Richtung der Tür bleiben; so wird sie den Rückweg nicht finden. So lag schon Patroklos’ Leichnam mit dem Gesicht der Zelttüre zugewandt. Nach Burchard goß man, wenn die Leiche aufgehoben wurde, schweigend Wasser unter die Bahre, wie man dem Sarge heute in einzelnen Gegenden Wasser, hie und da auch Mehl, Asche, Feuer nachwirft, sogar dreimal. Oder man stellte, namentlich in Niederdeutschland und Ostholland, eine Schüssel Wasser unter oder an das Bett. Daraus hat sich auch wohl ein Seelenbad entwickelt, das man dem Toten ans Fenster setzt. Auch wird die Stube hinter der Leiche ausgefegt oder auf die Schwelle zur Abwehr ein Besen oder Stahl oder eine Axt gelegt. Die Leiche darf nicht höher als kniehoch in Westfriesland gehoben werden, nach Burchard aus Gesundheitsrücksichten. In Holland setzt man die Leiche noch hie und da auf einen sogen. ,Lank wagen*, der aus zwei durch einen langen Wagenbaumverbundenen Rädergestellen besteht; einen solchen auseinander geteilten Leichenwagen kennt auch Burchard. Das Reve- oder Leichenstroh ließ man bis vor kurzem in Westfalen auf dem Leichen weg, in Österreich auf dem Acker des Verstorbenen, in Holland auf einen Kreuzweg fallen und verbrannte es auch wohl vor dem Begräbnisplatz. So wurde die letzte Verbindung zwischen dem Toten und seinem Hause verweht und zerstört. Ausschließlich nur mit Leichen befahren wurde auch in Bayern der Toten weg, in Holland der Lijk-, Nood- oder Reeweg. Dem Toten gebührt die Totenklage, über die schon Tacitus in scharf zugespitzten Antithesen sich äußert.

„Die Deutschen legen das Jammern über den Tod schnell, den Schmerz langsam ab. Doch gilt bei den Frauen die Klage für ehrenvoll, bei den Männern die treue Erinnerung.“

Freilich übermäßige Klage stört die Totenruhe. Aber Klagen wurden angestimmt bei der Bestattung der Westgotenkönige Alarich und Theoderich und des Langobardenkönigs Alboin, und Beowulfs Grabhügel umritten zwölf Edelinge und priesen trauernd der Männer mildesten. Der Indiculus des 8. Jahrhunderts bekämpfte die „dadsisas“ die Totenklagen, die im 10. Regino von Prüm „Teufelsgesänge“ schimpfte. Man könnte fremden Einfluß vermuten, wenn bei den Deutschen in Siebenbürgen, Ungarn und Krain eigens bestellte Klageweiber ihre Weisen beim Begräbnis absingen. Aber im elsässischen Münstertal stürzen wohl noch nach einem Todesfall sofort laut schluchzende Weiber ins Sterbehaus, sowie bei Mülheim a. d. Ruhr noch kürzlich Frauen aus der Totenklage ein Gewerbe machten. In Schlesien aber darf man keine Träne auf die Leiche fallen lassen, weil sonst ihre Ruhe gestört oder der Weinende ihr nachgezogen wird. Weitaus die ältesten Zeugnisse für den Seelenglauben, ja für den Glauben der Germanen überhaupt liefert die Totenbestattung. Die Anlage, die Bauart und der Inhalt der Gräber geben mannigfachen Aufschluß über die Sinnes weise der näheren und der fernsten Vorzeit. Freilich sind aus der ältesten Steinzeit, in der die Menschen sich mit plumpen, grob zugehauenen Werkzeugen aus Feuerstein behalfen, Gräber nicht mit Sicherheit nachweisbar, vollends nicht germanische; die Leichen scheinen damals ohne besondere Bräuche nachlässig verscharrt worden zu sein. Mit der jüngeren Steinzeit aber begann eine sorgsame Beerdigung des Körpers, die nach vielen Jahrhunderten ihres Bestandes der Leichenverbrennung wich, um diese dann wieder überall zu verdrängen, so daß der Leichenbrand in dieser mehrtausendjährigen Geschichte gleichsam nur eine Episode bildet. Auch scheint er bei einigen Stämmen der Germanen nicht recht emporgekommen zu sein, wenigstens nicht bei den niederen Ständen. In der jüngeren Steinzeit baute man aus Steinen dem Toten zuerst kleinere Stuben, erweiterte sie dann zu den großen Riesenstuben oder Hünenbetten und ging dann mit Beginn der Bronzezeit, etwa seit 1500 v. Chr., zu der Steinkistenform über, einem bloßen Sarge. Meistens im norddeutschen oder dänischen Flachlande gelegen, wurden diese Steinhäuser aus mtihsamst zusammengeschleppten Findlingsblöcken hergestellt. Nichts kann den schwermütigen Reiz der Heide oder der Waldeinsamkeit mehr erhöhen als ein Hünengrab, dessen Felssteinmauem, halb oder ganz mit Erde bedeckt, von einem weiteren Steinkreise wie ein Heiligtum umzäunt sind. Dennoch war dieses ursprünglich wohl weniger ein eigentliches, der Andacht geweihtes Denkmal, als vielmehr ein festes Haus, das die Toten schützen, aber auch einschließen und von der Wiederkehr zu den Lebenden zurückhalten sollte. Die Gerippe liegen oder hocken in den geräumigeren Gräbern in größerer oder kleinerer Gemeinschaft, neben sich hochhalsige Krüge, trefflich geschliffene Steinbeile und oft auch schon gebrauchtes, ziemlich wertloses Gerät. Brandreste in den Kammern scheinen darauf hinzuweisen, daß man die Toten von Zeit zu Zeit durch Feuer erwärmte, um ihnen ihre dunkle Wohnstatt möglichst behaglich zu machen. Man dachte sich also die Toten noch fortlebend, doch nur eine Weile fortlebend. Denn wenn Gerippe später Verstorbener hineingelegt wurden, so wurden die älteren bei Seite geschafft und unordentlich aufeinander gestapelt. Nach dem Schädelbefund waren sie Germanen. Diese ältesten Germanengräber bedecken den nördlichsten Teil eines ungeheuren bogenförmigen Steingräberstreifens, der von Indien bis nach Spanien und von da durch Westeuropa bis an die Weichsel und nach Schweden reicht. Man vermutet, daß die im Morgenland üblichen einfachen Felsengräber die Vorbilder dieser zwar künstlicheren, aber immerhin noch einfacheren Steingräber gewesen seien, die in den ägyptischen Pyramiden und den mykenischen Kuppelgräbern ihre höchste Kunstform gefunden hätten. Wie dem sei, jedenfalls ist der Glaube an jene sehr bedingte Unsterblichkeit mit der von Volk zu Volk getragenen alten Kulturmitteilung der Steingräber nicht so fest verknüpft, daß er nicht auch schon vorher hätte gewonnen werden können. Doch mag er in dieser eingeführten fremden Grabform eine neue Stütze gefunden haben. Noch bis in die ältere Bronzezeit hinein, in der die Steingeräte den Bronzegeräten wichen, bis etwa zum Beginn des letzten vorchristlichen Jahrtausends, wurden die Leichen unverbrannt in Steingemächern oder nun auch in Steinsärgen beigesetzt. Nicht lange vor der jüngeren Bronzezeit aber, die im Norden etwa mit dem 8. Jahrhundert v. Chr. anhob, wurde der ebenfalls aus dem Orient herübergebrachte Leichenbrand bei den Germanen üblich. Er scheint aus einem Umschwung des Glaubens hervorgegangen zu sein. Wollte man die Seele vom toten Leibe entschiedener loslösen und aus der dumpfen Grabesruhe befreien, ihr einen anderen lichteren Raum zum Weiterleben schaffen? Nach der ältesten indischen Urkunde, dem Rigveda, gibt es unverbrannte und verbrannte Ahnen. Für den imverbrannten wird bei der Totenfeier gebetet:

„Spring auf, o Erde, presse dich nicht nieder. Umhüll ihn, Erde, wie den Sohn die Mutter hüllt in ihr Gewand“ (10, 18, 11).

Dagegen führt die Seele des Verbrannten auf dem Feuer leicht wie auf einem Wagen ins Reich des Totengottes Iama und vereint sich mit ihm und den Ahnen, mit neuem Leibe glänzend (10, 14, 8). Nach der Ilias 7, 410 werden die Toten erst durch ihre Verbrennung besänftigt, nach der Odyssee 11, 222 vernichtet das Totenfeuer die Sehnen, die Fleisch und Gebein Zusammenhalten, die Seele aber fliegt frei davon. Von Kleinasien, wo die homerische Dichtung entstand, kam der Leichenbrand erst im 7. Jahrhundert nach Attika, und die römischen Zwölftafeln des 5. Jahrhunderts kannten beides, das Beerdigen und das Verbrennen. Die Germanen legten die verbrannten Gebeine in einem Tongefäß in einem kleinen von Steinen umgebenen Raum oder auch in einer Holzkiste oder auch ohne Behälter in der Erde nieder. Aber dann wurde nach altem Brauche, wie früher über den unverbrannten Gerippen, auch über den verbrannten ein Hügel gewölbt. Weit jünger als die germanischen Aschenurnen der jüngeren Bronzezeit ist das älteste literarische Zeugnis, das des Tacitus:

„die Leichen berühmter Männer werden auf bestimmten Holzarten samt ihren Waffen und auch wohl ihrem Rosse verbrannt.“

Aber gerade bei den westdeutschen Stämmen, die Tacitus am genauesten kennt, ist dieser Brauch schon vor dem 5. Jahrhundert wieder erloschen. Das salische Gesetz spricht nur von Beerdigung. Nicht einmal die deutsche Heldensage, die doch in der Völkerwanderung wurzelt, weiß von Verbrennung, und auch in den Geschichts- und Rechtsbüchern der Burgunder, Bayern, Langobarden und Goten fehlt jeder Hinweis darauf. Im Gegenteil, die großen historischen bekannten Leichenfeiern sind Beerdigungen: die Westgoten senkten ihren König Alarich mit vielen Schätzen in das trocken gelegte Busentobett und beerdigten hernach ihren greisen König Theoderich in vollem Waffenschmuck angesichts des feindlichen Heers auf dem katalaunischen Schlachtfeld. Der Frankenkönig Childerich (gestorben481) und der Langobarden könig Alboin wurden in voller Wehr beerdigt, der erste sogar mit seinem Rosse. Noch Kaiser Otto III soll Karl den Großen in der Domgruft zu Aachen in voller Kaiserpracht thronend gesehen haben. Nur die Sachsen hielten am Leichenbrand zäher fest, nicht nur in der Poesie. Beowulfs „Beinhaus“ wird auf einem mit Waffen behängten Scheiterhaufen verbrannt, so daß der Rauch über das nahe Meer hinzieht, und dann die Brandstätte mit einem hohen breiten Hügel, einer „den Seefahrern weithin sichtbaren Burg“, zugedeckt, und noch Karl der Große setzte auf den Leichenbrand und solche Hügelbestattung der Sachsen Todesstrafe. Die westlichen Nordleute gaben, wie die Gräberfunde lehren, schon seit der Völkerwanderungszeit das Brennen nach und nach wieder auf, so daß z. B. auf der seit etwa 900 n. Chr. besiedelten Insel Island keine Spur mehr davon zu finden ist. Die östlichen Nordgermanen blieben beim alten Brauch noch im 10. Jahrhundert. Aber auch in der Sage und Dichtung der Norweger und Isländer wurden noch viele Jahrhunderte nach dem Aussterben der Sitte Scheiterhaufen für die gefallenen Helden angezündet, offenbar, um ein so altes malerisches Motiv nicht zu verlieren. Der Deutsche Siegfried, der nach seiner heimischen Sage beerdigt wird, verbrennt in der nordischen auf einem Holzstoß, und mit ihm verbrennen seine Brynhild, Knechte und Mägde, zwei Hunde und zwei Habichte, ein stattliches Gefolge, damit dem zum Totenreich voranziehenden Fürsten die hinter ihm zuschlagende Tür der Hel nicht auf die Fersen fallen könne. Aber die nordische Überlieferung schwankt auch in ihren Berichten von der Bestattung echt nordischer Götter und Helden. Nach dem Dänen Saxo erhielt Balder ein königliches Begräbnis, nach der isländischen Prosaedda aber einen großartigen Leichenbrand auf einem auf das Land gezogenen Schiffe. Als er hinaufgetragen wurde, brach seiner Gattin Nanna das Herz. Mitverbrannt wurde sein Roß in vollem Reitzeug, das Schiff wurde auf das Meer gestoßen. Auch der verstorbene Dänenkönig Harald Hilditönn wurde nach Saxo mit Roß, Wagen und Waffen auf einem Schiffshinterteil verbrannt und seine Urne in Lethra beigesetzt, dagegen ließ nach andrer Sage König Hring die Leiche Haralds, gewaschen und ausgerüstet, auf einem Wagen in den aufgeworfenen Hügel führen, das Roß töten und seinen eigenen Sattel zu dem Toten legen, damit dieser nach eigener Wahl nach Walhall reiten oder fahren könne. Waffen und Ringe warfen Hrings Krieger hinein. Die Schweden wollten den toten Frey nicht verbrennen, sondern begruben ihn, um ihrem Lande seine Gaben, gute Zeit und Frieden, zu erhalten. Nach den nordischen wie deutschen Gräberfunden wurden in dem Brennalter der Bronzezeit nicht Waffen und anderes Kriegs- oder Jagdzeug, sondern nach der Mode des klassischen Altertums vollständige Speise- und Trinkgeschirre in den Grabhügel gelegt. Die Herkunft dieser charakteristischen Beigaben aus dem Süden bezeugt am deutlichsten die häufige ungermanische Verzierung der Gefäße mit Mäanderbändem. Man suchte dem Verstorbenen das Dasein nach dem Tode möglichst genußreich zu gestalten. In jenen meist späteren Bestattungsberichten sind also die Bräuche verschiedener Zeitalter, das Brennen der Bronzezeit und die kriegerische Ausstattung der jüngeren Wikingerzeit, durcheinander geworfen. Tacitus zwar fand nach seiner obigen Aussage schon im Brennalter die Beigaben von Waffen und Roß vor, im Norden aber drang erst in der Wikingerzeit der neue kriegerische Geist in die Gräber, die Leichen wurden erst damals für ein weiteres Kampfleben, für Walhall ausgerüstet. Und die Ynglingasage verheißt jedem in Walhall den Besitz alles dessen, was auf seinen Scheiterhaufen gelegt ist. So fand man in den Bomholmer Gräbern, die der jüngeren Eisenzeit angehören, volle Waffenrüstung, auch Messer, Schere und Wetzstein und wiederum des Toten Reitpferd und Hund, einen Hund von großer, dänischer Rasse. So bargen die Grabhügel über verbrannten wie imverbrannten Leichen allerhand Schätze, die die Lebenden oft zum Nachgraben reizten, zum „Haugbrot“ oder Hügelbruch. Wer an der langen norwegischen Küste hinsegelte, sah ihrer viele, und die Schiffer verkürzten sich gern die Zeit mit Geschichten von ihren Insassen. Dafür dankbar trat einmal einer von ihnen, der tote König Vatnar, aus seinem Grabe, um dem Erzähler im Traume zu erscheinen und ihm zu sagen:

„Du hast meine Sage erzählt; nun will ich dich belohnen. Suche nach Gütern in meinem Grabe, und du wirst noch etwas finden.“

Er suchte und fand viel. Eigenartig germanisch, wenigstens nordgermanisch, ist die Ausstattung des Toten mit einem Schiff, das bald unversehrt mit ihm aufs Meer gestoßen oder beerdigt, bald brennend mit ihm aufs Meer gelassen oder verbrannt mit ihm gleichfalls mit Erde zugedeckt wurde. Wie oben bemerkt, wurde Balder auf brennendem Schiff den Wogen übergeben, Harald Hilditönn aber auf einem Schiffshinter-teüe verbrannt und dann mit einem Erdhügel bedeckt. Den Stammvater der dänischen Könige, Skyld, legten nach dem Beowulf gedieht seine Leute nach seinem Tode reichgeschmückt beim Maste in den Schoß eines Schiffes, befestigten ein goldnes Banner hoch über seinem Haupt und schoben das Fahrzeug ins Meer hinaus auf eine ungewisse Fahrt. Die Völkerwanderung scheint die Schiffsbestattung tief ins Binnenland gebracht zu haben: im 15. Jahrhundert fand man im Berner Oberland ein Totenschiff mit vielen Gerippen tief in der Erde. Aber die wichtigsten zwei Zeugnisse, ein antiquarisches und ein historisches, sind noch nicht gegeben. Vor einiger Zeit ist ein mit Erde bedecktes Schiffsgrab, das etwa aus dem Jahre 900 n. Chr. stammt, bei Gokstad in Norwegen gefunden worden; es barg ein mit einem Mast und 32 Rudern versehenes Schiff, dessen Bord mit Schildern behängt war, und dem darin liegenden unverbrannten Toten waren Pferde und Hunde beigegeben. Andere solcher Schiffsgräber sind außer in Norwegen noch in Schweden, aber nicht in Dänemark gefunden worden. Aber um dieselbe Zeit berichtet der Araber Ibn Fadlän von Schiffsbestattungen der skandinavischen Russen, d. h. der östlichen Nordgermanen, die den russischen Staat gründeten. Er traf ihre Kaufleute in den Jahren 921 und 922 unter den Wolga-Bulgaren. Einen Armen legen sie nach seinem Tode in ein eigens dafür gebautes kleines Schiff und verbrennen es. Beim Tode eines Reichen aber teilen sie seine Habe in drei Teile, von denen der eine der Familie zufällt, der zweite für die Ausstattung des Toten verwendet wird, während sie für den dritten berauschende Getränke kaufen, um es an dem Tage zu trinken, an dem ein Mädchen (die Lieblingskebse?) sich dem Tode preisgibt und mit dem Herrn verbrannt wird. Denn sie ziehen ein Schiff auf das Land und legen darin den prächtig gekleideten Toten auf eine mit Tüchern und Kopfkissen bedeckte Ruhebank. Dann bringen sie ihm berauschendes Getränk, Früchte, Basilienkraut, Brot, Fleisch und Zwiebeln, auch seine Waffen.

Dann werfen sie das Fleisch eines in zwei Teile zerschnittenen Hundes und zweier müde gehetzter und zerstückelter Pferde ins Schiff, endlich einen geschlachteten Hahn und ein Huhn. Das Schiff wird mit seinem Inhalt verbrannt und ein Hügel darüber aufgeworfen. Fast durch ein Jahrtausend kann man als stets wiederkehrende Grabbeigaben Waffen, Pferd und Hund verfolgen; ein kampf- und jagdfrohes Geschlecht ruht zwischen ihnen. Je nach der Mode der Zeit, dem Stande, dem Vermögen und vielleicht auch je nach dem Charakter des Verstorbenen wurden zu seiner Rüstung noch Schmucksachen, Hausrat, Nahrungsmittel und Amulette hinzugefügt. Von letzteren z. B. enthielt ein schönes seeländisches Grabgefäß aus Bronze ausser einem Pferdezahn und Ebereschenzweig Reste eines Vogels, eines Wiesels, einer Natter, als ob diese uns schon (S. 76) bekannten Seelentiere dazu ausersehen wären, das Seelenleben des Toten zu schützen und zu fristen. Die seefahrenden Nordleute brachten das Schiff hinzu, das auch in ihrem Götterkultus und in ihrer Kunst eine viel wichtigere Rolle spielte als bei den Binnenlandsbewohnem. In einem jütischen Sandhügel der jüngeren Bronzezeit fand man, in einem Tongefäß in einander gesteckt, etwa 100 kleine Goldboote, die wahrscheinlich Votivgaben für die Götter waren, und viele südskandinavische Felsenzeichnungen derselben Zeit zeigen uns neben bewaffneten Männern und Wagen mit Pferden am häufigsten Schiffe mit hohen „Hörnern“ oder Steven, oft zu ganzen Flotten vereint. Später, in der jüngeren Eisenzeit, verwendete man das Schiff auch für den Totenkultus. Man richtete namentlich in Dänemark zahlreiche Schiffssteinsetzungen auf, zwei schwach um das Grab ausgebogene Steinreihen. Tiefer griff, wie wir gesehen, die eigentliche Schiffsbestattung ein. Das Schiff war wahrscheinlich nicht nur dazu bestimmt, dem Verstorbenen in einer anderen Welt zu dienen, sondern ihn auch sicher über etwaige hemmende Gewässer dahin zu geleiten, gerade wie auch das mitbegrabene oder mitverbrannte Pferd oder dessen Stellvertreter, das Rind. Die Reise nach Walhall mochte Harald Hilditönn zu Wagen oder Roß machen (S. 110), und die auf jütischen Leichen gefundenen Kuhhäute sollten ihnen die Hilfe der geopferten Tiere sichern. In christlicher Zeit, zuerst nach einer St. Galler Urkunde von 806, fiel auf germanischem, wie keltischem Boden das dem Sarge voranschreitende oder nachfolgende Rind oder Pferd der Kirche statt dem Grabe zu, um dem Seelenheil des Toten zu dienen. Man gedenke dabei des indischen Bestattungsgebrauches, den Schwanz einer Kuh, mit deren Fell der Tote Glied für Glied belegt wurde, ihm in die Hand zu geben, damit er auf schwindelndem Wege nicht falle. Noch heute führt man dort an das Lager des Sterbenden eine reich geschmückte Kuh, damit dieser sie beim Schwanz ergreife und sicher zur anderen Welt hinübergeführt werde. Merkwürdigerweise haben alte Leute in Mecklenburg gehört, daß kurz vor dem Abscheiden eines Familienmitglieds ein Stück Vieh ins Zimmer gebracht worden sei, damit der Sterbende seine Seele in dasselbe hineinhauche. Die deutschen Redensarten: ,die schwarze Kuh drückt ihn oder ,hat ihn getreten bedeuten so viel als: ,er ist todkrank‘ oder ,er ist gestorben‘ . Das norwegische Gedicht Draumakvaedi preist den glücklich, der in dieser Welt den Armen eine Kuh gibt, er braucht nicht schwindlig auf der Gjallarbru, der Totenbrücke, zu gehen. Und auch den preist es glücklich, der in dieser Welt den Armen Schuhe gibt, er braucht nicht barfuß die Domenheide zum Totenreich zu durchwandern. Der Holsteiner Godeskalk sieht auf seiner um 1190 unternommenen visionären Reise zuerst eine breite Linde, die über und über mit Schuhen behängen war, die denjenigen, die im Leben barmherzig gewesen, gereicht wurden, um darnach eine , weite Domenheide zu durchschreiten. Diese Jenseitsschuhe sind nach dem Volksglauben von Yorkshire dieselben, die man im Leben Armen geschenkt hat. So wurde denn auch dieses wichtigen Reisebedarfs bei der Bestattung nicht vergessen. Es war im Norden Sitte, den Toten Helschuhe zu binden, in denen sie nach Walhall gehen konnten. Auch in Deutschland wurden sie mit Totenschuhen versorgt, um unverletzt über die spitzen Steine und durch die Domen der Unterwelt schreiten zu können. Nach einem rührenden, noch nicht völlig erloschenen deutschen Volksbrauch bedenkt man die im Kindsbett Verstorbene mit Schuhen, damit sie zu ihrem zurückgelassenen Kind kommen und es säugen könne. Statt Schuhe den Toten ins Grab zu geben, spendete man sie in christlicher Zeit den Armen als Gottesschuhe, Hedwigssohlen, oder auch in Gebildbrote für die Armen verwandelt.

Diese oft reiche, oft ärmliche Aussteuer der Toten war gewohnheitsrechtlich genau bemessen. Ein Drittel der Habe jenes russischen Nordmanns an der Wolga wurde dazu verbraucht, dem Toten Kleider zuzuschneiden. Aus diesem für die Totenbestattung bestimmten Drittel wahrscheinlich nur der fahrenden Habe wurde nach der Christianisierung in England, Frankreich und Deutschland the deads pari, la partie au der Tote nteilt oder Seelschats, Seelgerät, Seelteil, ursprünglich ebenfalls ein Drittel der fahrenden Habe, das aber nun der Kirche oder den Armen zufiel, nicht im Grab erstarb. Daher erklärt sich auch, daß der Seelschatz noch bei offenem Grabe geleistet und daß die altheidnischen Beigaben des toten Kriegers, Waffen und Streitroß, der christlichen Kirche zugewendet wurden. Doch kehrte man sich schon in der Heidenzeit nicht immer an solche strenge Teilungsvorschriften: in der Vatnsdaelasaga wird alles, was der Held im Krieg erobert hatte, nicht vererbt, sondern als sein eigenstes Eigen mit ins Grab gesenkt.

Der höchsten Totenbeigabe ist noch nicht gedacht, des mit dem Toten im Leben eng verbundenen Menschen. Die Gefolgsleute eines deutschen Fürsten verschmähten es nach Tacitus, ihren in der Schlacht gefallenen Herrn zu überleben. Sie mögen mit ihm ein gemeinsames Grab gefunden haben. Nanna folgt ihrem Gatten, Brynhild mit Knechten und Mägden ihrem Geliebten auf den Scheiterhaufen, aber dies scheint reine Poesie, der die Wirklichkeit nicht entsprach. Blutsbrüder schwuren sich nach Saxo gegenseitig zu, daß nach dem Tode des einen der andere sich begraben lasse. Auch sitzt nach einer anderen Erzählung der Überlebende wohl bei dem Verstorbenen drei Nächte im Hügel.

Reste der Sitte, dem Toten allerhand Sachen zu weiterem Gebrauch mit in den Sarg zu legen, bestehen im Widerspruch mit der christlichen Lehre bei allen germanischen Stämmen bis auf den heutigen Tag.

Nicht nur durch solche einmalige Liebesgaben, sondern auch durch wiederkehrende Totenopfer wurde für Nahrung und Ehrung des Verstorbenen gesorgt. Die Stiere und Böcke, die die Deutschen nach Papst Zacharias’ Angabe um 748 den Göttern beim Totenopfer schlachteten, galten wohl eigentlich nicht den Göttern, sondern den Toten. Papst Gregor III. im Jahr 739 und kurz darauf der erste Artikel des Indiculus und später Burkhard von Worms bekämpften diese deutschen Opfer, durch die manche Tote ebenso wie Kirchenheilige gefeiert wurden. Im Norden wenigstens opferte man dem König Olaf Geirstadaalf um Fruchtbarkeit an seiner Grabstätte wie einem Alf d. h. Halbgott, und man verteilte die Gebeine Halfdans des Schwarzen gerade wie die Reliquien eines griechischen Heros oder eines christlichen Heiligen, damit sie mehreren Landschaften zum Schutz und Segen gereichten. Nach Rimberts Leben des H. Ansgar erhoben die Schweden ihren König Erich sogar unter die Götter, bauten ihm einen Tempel und opferten ihm darin. Schon die Brandstätten der mykenischen Kuppelgräber und der germanisehen Riesenstuben, welche unverbrannte Leichen bergen, scheinen Opferstellen gewesen zu sein. Kunstloser angelegte Gruben auf Grabfeldem der Merowingerzeit sind mit Asche, Kohlen, Gefäßscherben und Tierknochen angefüllt zum Beweise, daß in ihnen die den Toten dargebrachten und auf den Gräbern genossenen Mahlzeiten zubereitet wurden. Da der altgermanische Opferhof häufig zum Gerichts- und Versammlungsplatz diente, so erklärt sich, warum man noch im Mittelalter auf großen Grabhügeln, als auf früheren Totenopferstätten, Gerichte und Versammlungen abhielt; so auf dem Gunzenlö bei Augsburg und dem Birtinlö bei Rottenburg am Neckar. Bei dem schifförmigen Grab von Blomsholm in Südschweden steht ein „dömhringr“ ein Gerichtssteinring mit einem mächtigen (Opfer ?)stein in der Mitte. Die Totenopfer wurden später von den heidnischen Friedhöfen auf die christlichen übertragen, und mit ihnen drangen Gelage, Gesänge und Tänze sogar in die Kirche, namentlich in deren Vorraum, das „Paradies“. Im Jahr 1348 wurden diese Lustbarkeiten auf den Gräbern am Niederrhein unterdrückt; noch 1638 hielt in England die Kirchenbehörde darnach Umfrage.

Einflußreicher als die Übertragung der Totenopfer von heidnischen Gräbern auf christliche war ihre schon früh aus praktischen Gründen vorgenommene Verlegung vom Grabe ins Sterbehaus. Hier wurde das Leichenmahl gehalten, seltener vor dem Hinaustragen der Leiche, meistens nach der Beerdigung. Es ist das niederdeutsche Ostelbier oder Riieaten Reu-, Traueressen, das nord- und mitteldeutsche Fell-, Haut-, Bastversaufen oder das Sachsenhäuser Totenvertanzen, das bayrische Eindaichteln, das gemeinhochdeutsche Totenvertrinken. Die englischen „minnying days“ Gedächtnistage, das jütische ,der seligen Leiche Heil trinken‘ und das altnordische ,drekka erfl‘ das Erbe trinken oder ,erfiöl‘ Erbbier weisen schon auf einen höheren Sinn.

Im Norden wurde die Erbteilung am Begräbnistage oder am 7. oder am 30. Tage nach dem Tode, oft aber auch wegen der gewaltigen Entfernungen erst am Jahrestage des Begräbnismahls vorgenommen. Dann strömten wie zum Julgelage oder zum Thing von nah und fern die Gäste zu der Feier herbei, die drei Nächte dauerte. Die nächsten Verwandten aber, z. B. die Söhne Hjaltis, gingen zu ihres Vaters Erbgelage so schön gekleidet, daß die Leute glaubten, die Äsen kämen. Am ersten Abend saß der Erbe auf einer Stufe des Hochsitzes, den man für den anwesend gedachten Ehrengast, den Geist des Verstorbenen, frei hielt Dann aber nach einem Minnetrunk auf diesen und die Götter, mit dem er vom Toten freundlich Abschied nahm, bestieg er den leeren Hochstuhl und nahm damit sein Erbe in Besitz. Dann wurde ein Preisgedicht auf den Toten vorgetragen. Diese Teilnahme des Toten an seinem eigenen Gedächtnismahl tritt bei den einfacheren deutschen Leichen-schmäusen zurück. Doch verweilte noch nach neuerer Aussage in Ostpreußen der „Geist“ während dieses Mahls hinter einem breiten Handtuch, womit der Sarg in die Tiefe gesenkt war, oder er setzte sich ungesehen mit zu Tische, an den man ihm Stuhl, Licht, Speise und Trank hingestellt hatte. Erst mit den Gästen entfernt sich auch er. Dieser Stuhl war auch in Schlesien gebräuchlich. In Oldenburg kehrte der Tote drei, im Voigtland neun Tage nach seinem Tode zum Hause zurück, wahrscheinlich um sich wie der ertrunkene Therodd (S. 96) seinen Anteil am Totenmahl zu sichern.

Ein kleiner Zug ist noch bezeichnend, weil er ähnlich im alten Griechenland wiederkehrt. Die Verstorbenen haben namentlich Anspruch auf das Haus- oder Heimbrot. Wenn jemand in Tirol Brosamen auf die Erde fallen läßt, so sagt er:

„Arme Seelen, rappet, daß ’s der Tuifel nit dertappet“,

und wenn er Brosamen ins Feuer wirft, so kommen sie armen Seelen zu. Auch in Griechenland gehörten vom Tisch gefallene Brosamen den Verstorbenen, den Heroen.

Wieder stoßen wir hier auf einen den Indogermanen gemeinsamen eigentümlichen Festbrauch. In Indien stimmten die verschiedenen Provinzen in der Wahl und Zahl der Totengedächtnistage nicht immer genau überein. Aber der 1.,3., 7., 9. nach dem Tode springen als die beliebtesten Tage der Wasserspenden an den Verstorbenen und der 30. als ein Haupttotenopfertag deutlich heraus. Am dritten, später am 10. (9.?) Tage lud der Erbe den Verstorbenen zum Kloßopfer ein und trat damit seine Erbschaft an. Die Seele der toten Perser blieb bei ihrem Leibe noch drei Tage bis zum Schaf- oder Ziegenmahl, und während neun Tage durfte kein Feuer im Hause brennen. Am 30. Tag war das Totenopfer. Nachdem die Griechen am 3. Tage das Grabesopfer der Trita dargebracht hatten, nahmen sie das Perideipnon, das Rundmahl, ein, wobei in die Runde getrunken und der Verstorbene, der für den Wirt galt, gepriesen wurde. Auch noch am 9. oder 10. Tage setzte man Speisen, die Ennata oder Neunten, aufs Grab und schloß in Athen am 30. die Trauerzeit. Die Römer reichten dem Toten am 3. oder 7. Tage das Silicernium, Schweigemahl, am Grabe und feierten am 8. und 9. Tag in großer Stille daheim das Novemdiale, das Neuntagsopfer. Älter war wahrscheinlich die Circumpotatio, der Rundtrunk, den das Zwölftafelgesetz verbot. Doch der Grundsatz blieb: „Keine Erbschaft ohne Totenopfer“. Beide klassischen Völker brachten auch ein Jahrestotenopfer. Die littauische Totenfeier endet mit dem 9. Tag.

Diese heidnischen Festsetzungen eignete sich, auf biblische Stellen gestützt, auch die Kirche für ihre Seelmessen an, und so sind auch im deutschen Mittelalter der 3., der 7. und der 30. oder 40. Tag durch feierliche Seelgottesdienste ausgezeichnet. Und manche Geistliche hatten die Neigung, diese Totenfeste nicht nur in christlichem, sondern auch in heidnischem Stil mitzufeiern, so daß die Wormser Synode von 868 den Priestern verbieten mußte, an den Totengedächtnistagen des 3., 7., 30. oder am Jahresgedächt-nis sich zu berauschen, zu Ehren der Heiligen zu beten und der Seele des Verstorbenen zuzutrinken, Klatsch- und Lachgeschichten zu erzählen oder zu singen und sich garstige Scherze mit einem Bären und mit Tänzerinnen und Maskenspiele, talamascae, vorführen zu lassen. Noch im Scherzgedicht vom Frankfurter Borgerkapitän trinkt man beim Leichenmahl des ,Gestorbenen Gesundheit’.

Nicht nur eine Privatfeier des Einzeltoten, sondern auch eine umfassendere gemeinsame Feier mehrerer Toten eines Geschlechts oder einer ganzen Gemeinde kannte bereits das indogermanische Altertum. Drei Generationen Ahnen bis zum Urgroßvater wurden geehrt; „einen vierten Ahnen gibt es nicht“ sagte ein indisches Gesetzbuch. Später opferte man den Ahnen bis ins zwölfte Glied hinauf und empfahl endlich auch dringlich die Ehrung der verstorbenen Mütter. Ahnenopfer brachte auf der Hochzeit das junge Paar, wenn es zum Zeichen der Fruchtbarkeit mit Reis bestreut war, und wenn die Braut sich dem häuslichen Feuer und den Ahnen verneigte. Die indischen Hausregeln setzten für die allgemeinen Haupttotenfeste den Nachmittag der zweiten Monatshälfte am Ende und am Anfang des Winters an. Nachdem die herangekommenen Ahnen mit Speis und Trank gestärkt waren, wurden sie entlassen mit den Worten „Nun gehet fort, ihr Väter, auf euren tiefen alten Pfaden“, und wurden auch wohl bis zur Dorfgrenze begleitet. — Die Perser spendeten zu Ende Februar den Ahnen und den Armen ein Mahl. — Auch die Griechen opferten den Toten gegen Abend an den drei letzten Monatstagen im Frühling, wie im Herbst. Auch sie vertrieben bei der Darreichung ihrer Gaben die Seelen mit den Worten: „Aus der Türe, ihr Seelen“. In Attika beteten die Neuvermählten, die auch mit Früchten überschüttet wurden, zu den Dritt-vätem um Kindersegen. — Die Römer öffneten beim Eintritt des Bräutigams ins Haus, der dabei Nüsse ausstreute, die Schreine, in denen die Ahnenbilder standen. Auch sie feierten im Frühling wie im Herbst ein Totenfest, vorzugsweise gegen Ende des Tags und Monats. Im Mai entließ man die Lemuren, die unruhig tungehenden Verstorbenen, nach einem Bohnenopfer mit dem neunmaligen Rufe: „Geht hinaus, ihr Ahnen.“

In denselben Bahnen bewegte sich die Seelenfeier der heidnischen Germanen und verließ sie auch nicht nach der Bekehrung. Auch sie schoben sie gern auf das Ende eines Zeitabschnitts. In der Oberpfalz und am Rhein kommen die armen Seelen jeden Samstag aus dem Fegfeuer in ihr Haus, und an diesem Tage wird ihnen im Zillertal ein Stück Butter auf den Dreifuß des Herdes gelegt, um ihre Brandwunden zu salben. In Tirol und Böhmen bleiben sie vom Mittag- oder Abendläuten des Allerheiligentags bis zum Morgenläuten des folgenden Allerseelentags. Am Schluß der Ernte, im Herbst, feierten die Marsen beim Tempel der Tanfana ein großes Erntefest, an dem als Teilnehmer wahrscheinlich auch die Toten gedacht wurden. Denn zu derselben Zeit ehrten die Sachsen nach ihrem Sieg bei Scheidungen im Jahre 531 drei Tage lang ihre Toten, offenbar nach älterer Sitte. Die Kirche verlegte auf den 29. September das Fest ihres Seelenpatrons St. Michael, und in der damit verknüpften Festzeit, der Meinweke, oder ,Gemeinen‘ , wurden täglich Seelmessen gelesen. Im Norden trank man auf dem Herbstfest zu Ehren der Götter und der Verstorbenen einen Gedächtnistrunk, der später die Mikjalsminni hieß, und Michaelis Kirchwreih ist nach oberbayrischer Anschauung in Himmel und auf Erden, d. h. wird von den Verstorbenen im Himmel, deren Minne getrunken wird, wie von den überlebenden Freunden auf Erden gefeiert. Odilo von Clugny setzte im 10. Jahrhundert diesen allgemeinen Seelenkult in Novembersanfang. Besonders in Tirol ist der neue christliche Kult mit altheidnischen Bräuchen stark verschmolzen. Wie man vor Jahrtausenden den Toten in ihren kalten Steingräbern Feuer anmachte (S. 106), heizt man hier noch für die Allerseelennacht ein, damit die armen Seelen sich wärmen können, stellt Krapfen oder besonders geformte Kuchen für sie auf den Tisch, auch Milch. In Schweden empfängt man die Verstorbenen erst am Julabend in möglichster Stille in gewärmter Badstube, überläßt ihnen den Hochsitz und erquickt sie mit Julspeise. In Norwegen räumt man ihnen am Julabend die Betten ein.

Auch die bei jenen vier indogermanischen Völkern bemerkte Frühlingsfeier der Toten fehlte den Germanen nicht, insbesondere nicht der bezeichnende Zug, die Verabschiedung der Seelen, wenn er auch verdeckt erscheint. Schon die zweite Synode von Tours 567 mißbilligt diejenigen, die an der Stuhlfeier Petri den Toten Speisen opfern und nach der Messe daheim sich heidnischen Mißbräuchen hingeben. Man muß bedenken, daß dieses Fest in der römischen Kirche bis mindestens ins 12. Jahrhundert ausschließlich an dem altrömischen Totentag, dem 22. Februar, den sogenannten Caristia begangen wurde. Lorichius tadelte noch im 16. Jahrhundert den heidnischen Unfug in Schwaben, Fleischspeisen am ersten Fastensonntag, also um dieselbe Zeit, durch die ganze Nacht für die Seelen bereit zu halten. Dann kochte man auch im Odenwald und am Niederrhein leckere Speisen für die lieben Englein d. h. Seelen und ließ sie bei offenem Fenster über Nacht auf dem Tisch stehen. Um dieselbe Jahreszeit, in den Anthesterien, rief man in Athen nach der Seelenbewirtung: „Aus der Tür hinaus, ihr Seelen!“, und die Inder und Römer kannten ähnliche Verabschiedungen der Seelen (S. 19). Derselbe Ruf scheint versteckt in der bis in unsere Tage hineinreichenden Petri Stuhlfeier Westfalens und der badischen Ortenau, die zwar jene bereits von der Wormser Synode bekämpfte Totenspeisung auf gegeben hat, aber auch auf eine Vertreibung, wie die athenische Feier, gerichtet ist. Mit lautem „Herausruf“ und Hämmern an die Pforten werden Kröten, Schlangen, Mäuse und Motten, die wir alle als Seelentiere kennen, aus der Türe hinausgejagt. Und wiederum ist es doch nur eine Verschleierung des seelischen Inhalts dieser alten Bräuche, wenn Schwaben, Bayern und Franken am etwas späteren Frühlingsfest des Laetaretags: „Daraus, daraus, Tod naus, Tod naus“ singen.

Die Kirche hat endlich auch den schönen Familienzug der Ahnenbegrüßung durch das Brautpaar, den wir in Indien, Griechenland und Rom fanden, nicht ausmerzen können oder wollen. In der schwedischen Landschaft Wärend trinkt der Bräutigam auf das Wohl seiner verstorbenen Voreltern und seiner Schwiegervoreltem. Am Lechrain, in Oberschwaben, Baden und um Saarlouis geht das Paar vor oder nach der Trauung mit den Freunden an die erblichen Grabstätten, um dort zu beten. Dies Betreten der Gräber nannte man bei Saarlouis „zu Gaste laden“. Das Gebet zu den Ahnen mag auch hier vorzugsweise auf Kindersegen gerichtet gewesen sein, wie bei jenen andern Völkern, wenigstens kommt die dort damit verbundene Beschüttung mit Früchten auch in Deutschland in demselben Abschnitt des Festverlaufes vor. Wenn das junge Paar aus der Kirche trat, überreichte man ihm in der Zwickauer Gegend Getreideähren, in Oberelsaß und in Mecklenburg aber begoß man es mit Korn oder Leinsamen. Nicht nur bei der Eheschließung, sondern auch bei andern wichtigen Entschlüssen suchte man die Stätten der Ahnen auf. So forderte der mächtige Gode Snorri einen ratsbedürftigen Freund auf, mit ihm hinauf aufs Helgafell, den heiligen Berg seiner Vorfahren, zu gehen, denn die dort geratenen Ratschläge seien gewöhnlich nützlich gewesen. Offenbar, weil die Toten für Schutzgeister der Familie galten.

Wie sich der Totenkultus aus dem engeren Geschlechtsverbande zu einer umfassenderen Geltung emporarbeitete, lehrt am deutlichsten die germanische namentlich im Norden, wo sich diese Art der Genossenschaft, gleich dem für ihre Hauptfeier maßgebenden Erbmahl, in der altertümlichsten und vollsten Form erhalten hat. Die nordische Gilde war eine nicht auf Blutsverwandtschaft, sondern auf einen feierlich beschworenen Bund gegründete Brüderschaft, deren Mitglieder in ältester Zeit die der Sippe zustehende Pflicht übernahmen, den Totschlag eines Mitglieds zu rächen, oder das Wergeid dafür zu empfangen und den Kultus des Toten zu besorgen. Sie führte ihren Namen von dem aus gemeinsamen Beisteuern, Geldern, bestrittenen regelmäßig wiederkehrenden Opfergelage, altnordisch gildi, altsächsisch geldy angelsächsisch gild, das ursprünglich dem Verstorbenen von der Genossenschaft verrichtet wurde. Der Erbe fügte bei diesem Mahl der Minne des Vaters die Minne der Götter, in christlicher Zeit aber Gottes, Christi und seiner Heiligen bei, die nach der Sage der Bischof Martin von Tours in einem Traum dem König Olaf Tryggvason statt der Götter beim Minnetrunk anzurufen geboten hatte. So trank denn auch z. B. König Svein als Erbe die Minne seines Vaters, des großen Knut, mit dem Gelübde, den Angelsachsen König Äthelred zu töten, dann die Minne Christi und endlich die des heiligen Michael. Der Totenminnetrunk wurde in den christlichen Gilden, z. B. den schwedischen, durch ein Gebet aller Brüder und später auch Schwestern für das Seelenheil der verstorbenen Mitglieder verdrängt, dann folgte aber der Rundtrunk auf das Gedächtnis Gottes im Himmel, der Dreieinigkeit oder des Schutzheiligen Erich oder Olaf oder aller Heiligen. Der altheidnische mit Blutrache und Totenverehrung verquickte Seelendienst mag vorzugsweise Karl den Großen im Jahr 779 bewogen haben, den sächsischen Gildebrüdem die gegenseitige Eidleistung zu verbieten und ihnen nur bei Feuers- und Wassersnot gegenseitige Hilfe zu gestatten.

Man verkehrte aber mit den Toten nicht nur durch Opfer, sondern auch durch , eine uralte Kultart, die gerade in diesem Verkehr ihre starke Stammwurzel hatte. Die Toten, an Alter den Lebenden überlegen und in andre Kreise entrückt, wußten mehr als die Hinterbliebenen. Schon die Sterbenden vermochten in die Zukunft zu schauen, wie der todeswunde Sigmund den Ruhm seines noch ungeborenen Sohnes Sigurd voraussagte, und dieser scheute sich, dem von ihm erlegten Drachen Fafnir seinen Namen zu nennen, aus Furcht vor des Sterbenden Fluch. Dem Verstorbenen vollends traute man übermenschliche Fähigkeiten zu und suchte sich in Zweifeln und Nöten seines Rats und Beistandes zu versichern. Man ging an sein Grab und weckte ihn durch feierliche Rufe, Beschwörungen und Runensprüche, die Hellirunen d. h. Unterweltsrunen. Als Sacrileg bekämpfte solches Toten wecken und befragen schon der fränkische Indiculus im 8. Jahrhundert bei den Sachsen. Swipdag rief vor seiner Brautfahrt seine Mutter Groa, ihn aus dem Grabe mit ihrer Zukunftskunde in Zaubersprüchen zu beraten. Hervör erwirkte durch ihren Weckruf, daß ihr toter Vater Angantyr ihr das fluchbeladene Schwert Tyrfing aus seinem Grabhügel warf. Wie im 12. Jahrhundert ein Norweger auf den Orkneys auf die Gräber ging, um von den Toten Ratschläge und Kunde verborgener Dinge zu empfangen, so legten in Deutschland „weise Leute“ noch vor kurzem den Toten nachts auf dem Friedhof Fragen über die Zukunft vor. Auch ging der alte Nordmann wohl zum Galgen, um mit dem vom eddischen Havamal überlieferten Runenspruch den daran schwebenden Leichnam zum Gehen und Sprechen zu bringen. Die Völur oder Seherinnen aber setzten sich nachts draußen auf das Feld, wo viele Geister schwärmten, und holten sich von ihnen ihre Weisheit (siehe unten). Also auch die Weissagung stammt aus dem Bereiche des Seelenkultus, und selbst der oberste Gott bedarf ihrer Hilfe. Durch Balders böse Träume erschreckt, ritt Odin zur Hel hinab und zwang durch seinen Leichenzauber eine längst tote Wölwa, auf die schon viel Schnee und Regen gefallen war, zur Auskunft über der Götter Schicksal.

Wie die christlichen Gräber unter dem Zeichen des Kreuzes oder auch unter einer frommen Inschrift stehen, so wurden die nordischen Grabsteine und Urnen nicht nur durch eingeritzte Hammerfiguren und Hakenkreuze, Thors Blitzwaffen, sondern auch noch deutlicher durch Runeninschriften wie: „Thor, weihe dieses Grab!“ geschützt. Im Bronzezeitalter aber stellte man im Norden große inschriftlose Steine bei und zuweilen in dem Grabe auf, die sogenannten Bautasteine, wahrscheinlich ursprünglich, um den Toten darin festzuhalten. Doch wurden diese Steine später durch Runen zu Gedenksteinen umgebildet. Dem Bautastein innerlich verwandt scheint die Heersäule (Haristado) oder der Stappel des Salischen Gesetzes, der ins Grab eingelassen wurde, und ziemlich klar liegt die Geschichte des bayrisch – alemannischen Toten-, Leichen-oder Rebretts vor. Man legte den Verstorbenen gleich nach dem Tode auf ein Brett, brachte ihn auf diesem zum Grabe, ließ ihn in die offene Erde hinabgleiten und legte das Brett über ihn. Dies letzte bezeugt das bajuwarische Gesetz. Auf der Züricher Landschaft und in der Ramsau ließ man noch später die Leiche vom Brette hinab, nahm dieses aber mit, um es als Gedenkladen über einen Bach zu legen oder am Wege aufzurichten. Noch später richtete in Bayern der Tischler zuerst das Brett, dann den Sarg und das einfache Holzkreuz. Das Brett wird noch im Salzburgischen beim Leichenzuge mitgetragen und bei der „Totenrast“, am ersten Feldkreuz oder alten Baum, woran ein Heiligenbild hing, unter kurzem Gebete niedergelegt. Oder es wird im Pinzgau nach der Heimkehr vom Begräbnis an der Scheune der Familie des Verstorbenen wagerecht befestigt oder senkrecht in die Erde gepflanzt. Sie sollen den, der über diese Rebretter oder Gedenkläden schreitet oder an ihnen vorbeigeht, zum Gebete für die arme Seele mahnen. Mitten in der freien stillen Natur oft in größerer Anzahl aufgerichtet, ergreifen sie als eigenartige Totengedächtnismäler einer anderen Welt mächtig das Gemüt, wie jene hohen unbehauenen Bautasteine, die in Schweden und Bornholm meistens auch in größerer Anzahl beisammenstehen.

Das bunte Wirrsal aller dieser oft widerspruchsvoller Vorstellungen und Bräuche indogermanischer Völker durchzieht wie ein roter Faden ein Urgefühl, ein Grundgedanke: die Seele ist ein nach dem Tode mehr oder minder sinnlich fortlebendes, wenn auch nur einige Zeit, etwa drei Menschenalter, nicht ewig fortlebendes Wesen. Sie fährt als Wind dahin, wohnt als Tier im Hause, streift in Wolfsgestalt umher oder kehrt als Wiedergänger in Menschengestalt zurück. Sie kann sich zu einem Heros, zu einem Rache- oder Schutzgeist steigern, wie wir noch hören werden. Sie kann mächtig auf das Dasein der Hinterbliebenen ein wirken. Weil sie reizbar ist, wird sie meistens abgewehrt oder zu versöhnen gesucht, doch macht sich später auch liebevolle Verehrung bemerkbar. Zumal am 3. Tage nach dem Tode, ferner am 9. (10.), später am 7., dann am 30. und endlich am Jahrestage des Todes verlangt die Seele ihr Opfer, die Seelengesamtheit im Herbst und im Frühling, wenn, wie es scheint, ihre Lebensweise mit der Jahreszeit sich ändert. Ein fleißiger Verkehr entsteht zwischen den Lebenden und den Toten und unterhält, wie z. ß. namentlich beim Gebet zu den Ahnen auf der Hochzeit, einen festen Familienzusammenhang. So ist auch vielfach noch der Aufenthalt der Seele das Haus, das sie als lebendiger Mensch bewohnte, oder doch die Umgebung desselben, das nahe Grab oder ein benachbarter Berg. Noch Snorres Vorfahren nimmt der heilige Fels Helgafell auf, und Holger Danske, Siegfried und die drei Grütlimänner gehen in den Berg. Doch bewohnen die Seelen auch abgelegene Heiden- und Waldhügel oder fahren unruhig in nebelnder oder sausender Luft einher. Wie es keine ewige Fortdauer, gibt es auch kein eigentliches Jenseits für sie. Doch besteht schon früh ein Vergeltungsglaube. Das ist der Urglaube der indogermanischen Völker, der zwar durch den Elfen- und den Götterglauben erweitert und veredelt wird, aber trotz aller Poesie und Philosophie und selbst trotz der Bekehrung zum Christentum noch immer wie ein Bleigewicht an den höheren Unsterblichkeitsvorstellungen unseres Volkes hängt.

Der Seelenglaube hat auf die anderen Gebiete der heidnischen Religion einen starken Einfluß geübt. Die Seele als Wind z. B. griff vielfach in den Kreis der Winddämonen und der Windgötter hinüber. Die Seele als Tier, das vor dem Todesmoment erscheint, und als Wiedergänger mußte den Glauben an besondere Schutz- oder Rachegeister wecken oder stärken. Vereinigte sich die Seele schon im Winde mit den Dämonen und Göttern, so lag es nahe, sie auch in deren Rast- und Wohnörter einzuführen und diese zu Höllen und Paradiesen zu gestalten. Die alten Totenopferzeiten und -bräuche wurden zum Teil auch den Naturgeistem und den Göttern zugewendet. Der Seelenglaube wurde eine Vorschule gar mancher höherer Mythenbildungen und Kultusformen. Diese sind weiten, teilweise später angelegten Schonungen vergleichbar, die im Schutze eines älteren Waldes aufwuchsen, um endlich hoch über jenen emporzuschießen. Wir betrachten nun diese anderen Bestände.

Germanenherz aus dem Buch: Mythologie der Germanen, Meyer, Elard Hugo.

Mythologie der Germanen – Der Alpglaube

mythologie-der-germanen-elard-hugo-1837-1908Germanenherz aus dem Buch: Mythologie der Germanen von Meyer Elard Hugo. Das Sterbelager und das Grab waren die Geburtsstätten des reichen Seelenglaubens, und schon dort war unter andern Erlebnissen und Eindrücken auch der Traum bei der Mythengeburt tätig. Das Traumbild des Toten aber, so wirksam es sich zeigte, war nicht die leitende Macht jenes Glaubensgebietes. Dagegen wenn der Traum sich krankhaft bis zum Alpdruck steigerte, wurde er allerdings die Haupttriebfeder einer anderen Vorstellungsmasse, des Alp- oder Mahrenglaubens. Auch dieser ist uralt.

Das Alpdrücken erklärte schon ein Hofmann Kaiser Ottos IV. für eine aus Verdickung der Säfte entstandene krankhafte Phantasie. Es wird durch eine akute Luftvergiftung oder, laienhafter gesagt, durch schwere Atemnot des Schlafenden hervorgerufen, wie sie etwa nach einer überreichlichen Mahlzeit namentlich in einem dumpfen Schlafraum aus der Verengerung oder dem Verschluß der Luftzugänge der Nase und des Mundes entsteht. Vom Fußende des Bettes fühlt der Schläfer eine unbehagliche Beklemmung allmählich auf den Leib, die Brust, den Hals, ja sogar den Mund vorrücken. Verwandelt sie sich also mehr und mehr in einen Erstickungsvorgang, so befreit sich der Betroffene endlich durch einen raschen Ruck, der auch die geschlossenen Lippen öffnet, oder häufiger noch durch ein Stöhnen oder einen Aufschrei der Angst und des Hilfsbedürfnisses, der ihm die erlösende Luft wieder zuführt. Er erwacht mit Herzklopfen und Schweiß. Nicht nur die Pein des Drucks ist es, die seine Nerven stark erregt, sondern auch die wilden Visionen, die gerade diese Traumart mit den durch betäubende Getränke erzeugten Hallucinationen teilt. Beim höchsten Grade des Alpfiebers reißt ein Taumel den Geplagten über Meere und Länder, von den höchsten Spitzen in die tiefsten Abgründe; feurige Kugeln umschwirren ihn, Flammen umlodern ihn, bis ein furchtbarer Knall die Irrfahrt urplötzlich abbricht.

In früheren roheren Zeiten mußte ein solcher Alpanfall viel öfter und stärker auftreten als in der unsrigen, weil namentlich bei einer auf die Jagdbeute angewiesenen Bevölkerung Speisemangel und Speiseüberfluß oft rasch wechselten und der letzte zu unmäßiger Magenüberladung und damit zu krankhaften Traumzuständen führte. Solche begünstigte ferner die dumpfere Enge der rauchigen Schlafstelle und das dichtere Zusammenleben und -schlafen mit den menschlichen und auch tierischen Hausgenossen. Wie oft mochten sich Hund und Katze dem Schlafenden lastend auf Brust oder Leib legen! Auch die Unordnung des Lagers verstärkte den Alpdruck, denn die Erfahrung hat gelehrt, daß ein Zipfel des Bettzeugs oder eine Bettfeder oder ein Halm des Bettstrohs, dem Träumenden zwischen die Lippen geraten, sich ihm leicht als rauhaariges, befiedertes, stachliges Lebewesen fühlbar macht. Und das beängstigende Dunkel der Nacht, das schon der wachen Phantasie, wie wir im vorigen Kapitel sahen, allerhand Gespenster vorgaukelte, steigerte die Schrecken dieses qualvollen Halbschlafs.

Der Alpdruck vereinigt alle Erfordernisse eines zur Mythenbildung aufregenden Vorgangs in sich, die Rätselhaftigkeit, die volle Beweglichkeit eines körperlichen Wesens und die Macht eines wirklichen Einflusses auf des Menschen Befinden. Nicht nur sein Drücken, sondern auch sein Kommen, sein stilles, sicheres, unentrinnbares Heranschleichen, wie sein plötzliches, spurloses Verschwinden war unerklärbar. Und doch war der Alp soeben noch ein dicker, schwerer Körper, der an Leibhaftigkeit, an sinnenfälligster Wirklichkeit, alle gewöhnlichen Traumbilder, ja alle Bilder der Phantasie überhaupt, bei weitem übertraf.

Man sah und hörte ihn nicht nur, man fühlte ihn auch dreist und erbarmungslos dicht über sich gedrängt, und noch, wenn er beim Erwachen sich aus dem Staube gemacht hatte, troff man von Schweiß, und laut pochte das Herz. Es war fast unmöglich, die Erlebnisse eines solchen Schlafes und die des wachen Zustandes auseinanderzuhalten, jene waren ebenso wirklich wie diese! Aber der Alpdruck blieb denn doch wohl immer auf einzelne Personen und seltenere vorübergehende Momente ihres Lebens beschränkt. Darum hat seine Mythenbildung sich immer in engeren Grenzen bewegt und früh das Bedürfnis gefühlt, sich an andere Mythenkreise anzuschließen, um von ihnen Haltung und Fülle zu borgen.

Der Alp war vor Jahrtausenden und ist noch allen Indogermanen unliebsam bekannt. Die Inder klagten die etwa unseren Elfen vergleichbaren Gandharven an, daß sie aus dem Walde herantanzten, um sich wie ein Hund, ein Affe, ein ganz behaartes Kind dem Schlafenden aufzuhalsen. Die Griechen nannten den Alp Ephialtes den Aufspringer, die Römer Inuus den Aufhocker oder Incubus den Auflieger, die Litauer Aitvars, der unglaublich große Hände und Füße hat, die Letten Leeton, der namentlich Pferde matt reitet. Der jetzt in Deutschland schriftgemäße Name Alp gehörte etwa bis zu Luthers Zeit als Alpdrucksbezeichnung nur Mitteldeutschland an, galt aber bei allen Germanen ursprünglich einer ganz anderen Klasse mythischer Wesen, den elfischen Naturdämonen, und ist daher wahrscheinlich erst am Schluß des Mittelalters von diesen auf jene übertragen, da auch diese eigentlichen Albe oder Elfen vermittelst der Gewitterschwüle und des Wirbelwindes körperliches Unbehagen, ja Druck und Atemnot hervorzubringen vermochten. Der ältere und einst durchgreifende, schon althochdeutsche und altnordische Name ist Mara, zum Unterschied von Ephialtes, Incubus, Aitvars und Leeton weiblich, wie auch die rheinfränkische Mahr, während das angelsächsische mara, das englische nightmare, das niederdeutsche moor männlich ist und im mittelhochdeutschen , mare, im pommerschen Mahrt, das Geschlecht schwankt Neuhochdeutsch tiberwiegt das weibliche. Die Holländer haben nachtmerri, die Franzosen cauchemar die Tretmare vom lateinischen calcare treten, die Slaven , femin., aber böhmisch daneben auch morous masc., denen sich der andere pommersche Name Murraue nähert. Trotz einer lautgesetzlichen Schwierigkeit wird das vielgestaltige Wort wohl auf althochdeutsches marren, hemmen, hindern, altnordisch meria pressen zurückgehen und die Presserin bedeuten. Ähnlich weist der Ausdruck der Östreicher, Bayern und einiger mitteldeutscher Stämme: die Trüd, Trude, Drüde auf ein gotisches trudan d. i. treten, ebenso wie die althochdeutsche truta Trotte, Presse und trutäre der Springer. Die Trude ist also eine Treterin, Trotterin. Diese drei weitest verbreiteten Namen: Alp, Mare und Trude sind von zahlreichen mundartlichen umgeben. Die Franken nennen sie Trempe d. i. Tramplerin, die Tiroler Stempe d. i. Stampferin. Die Schwaben und Alemannen haben das unerklärte Wort Schrättele dafür, außerdem Toggeli d. i. Drückerlein, ferner Rätsel, Druckerl und Lork d. i. Kröte; Ausdrücke, die das Geschlecht dieses Wesens unentschieden lassen. Doch sagen die Züricher: „’s Nachtfräuli hat mi drückt “ Dieser freundlicheren Frauenbezeichnung steht die ernstere oldenburgisch-friesische Walriderske gegenüber, die wohl das Reiten auf dem Wal d. h. dem wie tot hingestreckten Schläfer oder die Zutodereiterin bedeutet. Denn wirklich schreibt man dem Alp sogar tötende Kraft zu. Der überwiegend unheimliche Charakter spricht sich auch in dem allgemeineren Ausdruck: „der “ aus, der im Mittelalter vorkam und bis in neuere Zeit in Bremen und Pommern fortlebte. Die Haupttätigkeiten des Alps, das Treten, Drücken, Reiten, erkennt man schon aus den älteren Schilderungen. Die Mara „trat“ nach der alten Ynglingasaga Kap. 16 dem norwegischen König Wanlandi erst die Beine fast entzwei und drückte ihm dann den Schädel ein, so daß er starb. Dieses ,Trotten’ der Trud beschwört ein alter Spruch, der noch heute durch weitverbreitete Zauberbücher, wie das Romanusbüchlein und den Wahren Geistlichen Schild, unseren Bauern im Aargau, wie in der ungarischen Zips, namentlich aber im Süden und Westen Deutschlands zum Gebrauch empfohlen wird und in bayrischen Hausern noch hie und da in der Kammer oder an der Bettstatt um einen darauf gemalten Trudenfuß oder ein Pentagramm geschrieben steht:

„Trudenkopf, ich verbiete dir mein Haus und Hof, meinen Roß- und Kuhstall, ich verbiete dir meine Bettstatt, mein Fleisch und Blut, mein Leib und Seel, daß du mich nicht trudest. Trude in ein anderes Haus, bis du alle Berge steigest und alle Läublein an Bäumen zählest und über alle Wässer steigest. So kömmt der liebe Tag wieder in mein Haus. Amen.“

Und so fordert auch eine niederländische Beschwörung den Maer, das häßliche Tier, auf, alle Wasser zu wehen, alle Bäume zu blähen, alle Gerstenähren zu zählen, ihn aber diese Nacht nicht zu quälen. So scheuchte schon der alte Inder seine Plagegeister, die Gandharven und ihre Frauen, die Apsa-ras, mit feierlichen Worten hinweg zu den Wasserfurten und großen bewipfelten Bäumen, wo sie sich nach Herzenslust tummeln und schaukeln mögen. Vom norddeutschen Moor heißt es ,he het mi drukkt’ oder ,reden (geritten)‘, hochdeutsch ,dich hät geriten der mar’ . Daher ist ein derartiger Träumer mar-, mortridden oder mareridt und das neumärkische Alpdrücken ein Mahrtriden. Im Mittelalter ,zäumt’ der Alp den also Betroffenen, ebenso wie die oldenburgische Walriderske und die isländische Alfemoe. Ihre Reitlust treibt den Alp von Norwegen bis nach Tirol in den Stall zu den Pferden, wie den lettischen Leeton, und er hetzt sie drinnen oder draußen bis zur äußersten Erschöpfung ab. Am andern Morgen stehen sie stark schnaubend, schweißgebadet, mit unauflöslich verflochtenen Mähnen da. Selbst Kühen saugt er die Milch aus und verschont auch Geißen und Schweine nicht; doch bleibt ihm das Schwein am Lechrain ein Graus. Und zuletzt, wenn der Mare nichts anderes übrig bleibt, umklammert sie sogar einen Baum und drückt ihn mit,Weltsgewalt’ , wobei sie sich wohl selbst zu Tode drückt. Die von ihr besessene Eiche kränkelt von Stund an und zittert auch beim stillsten Wetter.

Das geheimnisvolle Treiben dieses Unholds wurde von Anfang bis zu Ende mit gespannter Einbildungskraft verfolgt. Sein unmerkliches Kommen und sein Eindringen ins Haus erklärte man sich verschieden. Das süddeutsche Schrätteli schwebt wie ein Schatten von den Bergen zu den Häusern herab. Der Alp gleicht einem Nachtschmetterling; aus den zusammengewachsenen Augenbrauen eines dämonischen Menschen, des ,Rätzels’ , fliegt er auf und setzt sich auf die Brust des Schläfers. Meistens schlüpft er nach altem, wie neuerem Glauben in die Stube durch ein Astoder Schlüsselloch hinein, gleich der leisen Zugluft, nie durch offene Türen und Fenster. Eine erst im Jahre 1889 verstorbene Frau kam in einem schlesischen Dorfe einmal wie ein Zugwind durch die verschlossene Türe, huschte in das Bett der Hausfrau und quälte sie, bis sie vor dem Schimpfen des Mannes floh. In Kämthen spielt das Schrattl in den an der Wand zitternden Sonnenstrahlen. Nach der Schilderung eines Kaiserstühlers kriecht das Schrättele durch das Schlüsselloch, man hört es durch die Stube ,tappen’ , von unten herauf kriechen und über das Deckbett rauschen, bevor es Einem auf die Brust hockt. Aber derselbe wußte auch vom Mann im Monde, daß er sich bei Mondlicht über das Bett lehnte und nach Einem langte. Und so kommt die Drud in der Oberpfalz nie, eh der Mond auf gegangen ist, und in Westfalen und Thüringen sind Mondsüchtige Maren. Das aufregende Mondlicht umgibt hier geisterhaft den Alp und verstärkt seine Kraft. Wir verstehen nun auch, warum ein mittelalterlicher Dichter von seiner Liebsten singt:

„da kam sie gerade wie ein Alp auf mich geschlichen“.

Wegen ihres unheimlichen, leis wandelnden und doch schwerfälligen Körpers gilt die Kröte für einen Alp, daher dessen Name Lork. Grausiger ist die steirische Habergeiß oder Nachts,die, wie Rosegger erzählt, in eulenleisem Fluge oft durchs Schlüsselloch trotz ihres riesengroßen Kopfes kommt und diesen lastend auf die Brust des Schläfers legt. Je nach der Beschaffenheit des die Atemnot verstärkenden Bettstücks oder anderen Belags und je nach dem Gewicht des Drucks wechselt die den Träumenden bedrängende Tiergestalt. Bald ist sie glatt, ein Aal, eine Schlange, die dann in Seitentälern des Haslitals Stollwurm, in der Eifel Drache, in Niedersachsen Unke heißt, bald haarig, rauh und stachlicht, ein Pudel, Marder, Igel oder eine Katze. Sie ,gumpt‘ wie eine Katze auf der Brust auf und ab. Weil sie fest umarmt und schwer stößt und stampft, ist sie ein Bär, Schwein oder Bock, heißt auch darum wohl eine Bocksmärte oder Bockhexe. An der unteren Wupper dringt sogar ein Roß durch das Schlüsselloch, legt seine Vorderhufe auf des Schlafenden Brust und stiert ihn mit glühenden Augen an. Am schlimmsten quält das Schrättele, wenn es als Blutegel sich bald in ein Knäuel zusammenrollt, bald wieder zu Riesenlänge ausdehnt. Dieses Tier läßt schon ahnen, daß es nicht beim Drücken bleibt. Das schmerzhafte Saugen kommt noch hinzu. Das alemannische Dockele oder Schrättele saugt in Katzenform die Brüstchen der Kinder, selbst der Männer, an, daß sie aufschwellen und man Milch herauspressen kann. Den Frauen dagegen saugt es die Milch aus. Trinkt am Lechrain ein Kind an der Mutterbrust, so hat die Mutter gewöhnlich einen aus geweihtem Wachs gebildeten Trudenfuß auf der Brust liegen, damit nicht die Trud dem Kinde die Milch entfremde. Dagegen schlürft der Alp auch hin und wieder das Blut der Erwachsenen aus, so daß sie bleich werden und dahinsiechen, und berührt sich in dieser Begierde mit dem slavischen Vampyr. Doch ist er nicht immer Kinderfeind: mit dem im Schlaf lächelnden Kind, heißt es in Schlesien, spielt das Jüdel, das doch wohl auch ein Alp ist.

Über die Brust drängt sich die Mare noch weiter aufwärts bis an den Hals und bläst in den Mund, ja sie steckt ihre Zunge dem Menschen tief in den Hals hinein, daß er nicht schreien kann. Nun geraten auch Gesicht und Gehör des Gepeinigten in Aufruhr: Lichter, Flammen umschwirren ihn, und ein dumpfer Knall erschüttert ihm Mark und Bein. Befreit den Schläfer ein plötzliches Wegschleudem des Arms oder des Kissens von der belasteten Brust und bricht dann sein Schrei endlich hervor, oder — in offenbar milderen Fällen — kräht im Hofe zum erstenmale der Hahn, oder kommt der liebe Tag, wie es in jener Trudenkopfbeschwörung heißt, wieder ins Haus, dann entweicht sie lautlos, meist wie ein flüchtiges Tier: eine weiße Maus, ein Schmetterling, eine Elster, oder gar nur wie ein Rauch. Oder sie liegt als eine harmlose Flaumfeder, ein Besenreis, ein Strohhalm auf der Bettdecke, vom Erlösten noch krampfhaft gepackt.

Aus diesem erlösenden Schrei, vor dem der Alp floh, entwickelten sich dann als förmliche Abwehr- und Verscheuchungsmittel Rufe verschiedenen Inhalts. Fluchen kann das schwäbische Schrättele nicht vertragen, unangenehm ist ihm überhaupt die laute Nennung seines Namens, in christlicher Zeit auch die des Namens Jesu oder Gottes. Das gipfelte dann in der feierlichen Beschwörung, die mit dem Anruf des Trottenkopfes begann, ihn in Berge und Wälder zum Blätterzählen verwies und mit den Namen der hl. Dreieinigkeit schloß. Auch legte man sich wohl in Dänemark über den Kopf ein großes Sieb, dessen Löchlein die Mahrt, die doch über die heilige Zahl Drei nicht hinaus kann, erst zählen muß, ehe sie zu schaden vermag. Wenn der Alp selbst beim Erwachen nicht weichen wollte oder wenn man ihn noch ,hinauswitschen‘ hörte, so drohte man ihn festzunageln oder versprach ihm ein Geschenk: drei Almosen oder die drei weißen Gaben Salz, Mehl und Ei, die man ihm mit der linken Hand reichte. Auch lud man ihn für den folgenden Tag zum Frühstück ein oder rief ihm hastig nach: ,Komm morgen um ein Glehet’ d. h. um etwas zu leihen. In einigen Gegenden Deutschlands stellt der Bauer noch heute für [den]Unbekannten, der ihn in der letzten Nacht gedrückt hat, ein Näpfchen Quarkkäse an die Türe, und eine ältere Münchner Handschrift eifert gegen die, welche dem Teufel etwas opfern und dem Schrättlein oder der Trut ,rote Schüher’ . Ja im schlesischen Orte Kauffung umgeben sich noch gegenwärtig Leute geflissentlich mit dem Nimbus eines Alps, um dadurch nicht unbeträchtliche Geschenke zu erzielen.

Noch auf andre Weise sucht man sich des Alps zu versichern. Hat man beim Erwachen einen Strohhalm, einen Faden oder eine Bettfeder gepackt, so darf man sich durch die Harmlosigkeit des Gegenstands nicht irre machen lassen, sondern muß ihn festhalten, ja man nagelt oder schraubt ihn unbarmherzig fest, damit er elend zu Grunde gehe, oder sich entpuppe, etwa als eine um Hilfe schreiende Alte. Ist der Alp noch im Zimmer, verstopft man das Astoder Schlüsselloch, durch das er hereingekommen ist, denn schon Mephistopheles sagt: ,’s ist ein Gesetz der Teufel und Gespenster, wo sie hereingeschlüpft, da müssen sie hinaus4. So wird auch der Alp gefangen.

Man sorgt aber auch schon im voraus für allerhand Abwehrmittel, Wasser und Feuer, scharfe Werkzeuge, Zauberzeichen und übelriechende Sachen. In der Oberpfalz stellt man z. B. die Bettfüße in Wasser, damit die Trude nicht hinauf kann. Eine brennende Kerze, ja schon ein unangezündeter geweihter Wachsstock von roter Farbe hält den Alp ab. Ebenso ein Feuerstahl, eine Flachshechel, ein Beil, ein Messer auf der Brust. Dann mag sich auf den Färöern der Unhold die Klinge in den Leib drücken. Hier wie im norwegischen Tellemarken vertreibt man die Mare, indem man ein in ein Tuch gewickeltes Messer dreimal um den Leib aus einer Hand in die andre läßt, mit dem Spruch:

„Marra, Marra, Minni,

„Bist du hier innen?

„Denkst du nicht an jenen Schlag,

„Den Sjurdur Sigmundarson dir gab

„Einmal auf das Nasenbein?“

Sigurd oder Siegfried, der vornehmste aller Helden, wird hier als ein Marenschrecken aufgeboten. In Österreich hemmt ein Mistelzweig auf der Türschwelle, in Bayern ein Trudenfuß auf der Mutterbrust, fast überall ein kreuzweise unter das Bett gestelltes Schuhpaar, in der Schweiz und Vorarlberg ein unter das Kissen oder an die Wiege gehängter, mit einem Loch versehener „Schratten-“ oder „Toggistein“. Diese Steine mögen zu den Donar geweihten Donnersteinen gehören, wie denn auch in Ostpreußen die Pferde am Donnerstag vor dem Abendbrot abgefüttert werden müssen, um nicht von der Mahr gedrückt zu werden. Im Stalle wehrt sie am kräftigsten ein schwarzer Geißbock mit seinen Hörnern und seinem Gestank ab, vom Oberrhein bis tief nach Rußland hinein. So verscheuchten die Inder die alpartigen Gandharvas und Apsaras mit dem „Bockshorn“, einem stark riechenden Kraute. Im deutschen Mittelalter räucherte man den Alp mit der Verbena oder dem Holzwurz aus. Und noch werden starkriechende Hexenkräuter in Süddeutschland gegen ihn aufgehängt oder aufs Bett gelegt. In Hessen bestreicht man noch hie und da die von ihm gefährdeten Brustwarzen sogar mit Menschenkot. Ein ganzes Arsenal kindlich roher Anschauungen und Abwehrmaßregeln, das dem höchsten Altertum entstammt und bei den anderen indogermanischen Völkern, namentlich dem griechischen in gleicher Fülle und Eigenart bestand, hat noch bei den heutigen Germanen viele uralte Spuren hinterlassen.

Aber noch hat der Alpmythus seine üppigste Blüte nicht getrieben. Es war unvermeidlich, daß der gefürchtete Druck nicht bloß als von einem Tier, sondern auch von einem Menschen ausgeübt gefühlt wurde; aus der Gesellschaft der vielgestaltigen Alptraumbilder konnte die menschliche Gestalt nicht ausgeschlossen bleiben. Warum sollte nicht eine Liebende oder eine Hassende ganz leibhaftig den Feind oder Freund, eingehüllt ins Dunkel der Nacht, zu grausamer Lust oder Qual heimsuchen, oder auch ihre Seele im Traum in irgend welcher Form sich leidenschaftlich zu gleichem Zwecke aus ihrem Munde drängen und ins Nachbarhaus schlüpfen? Und nicht nur lebende Personen mochten so handeln, auch die Wiedergänger, von denselben Gefühlen stürmisch bewegt, ergriffen das böse Mittel des Alpdrucks, um sich zu befriedigen, schon im griechischen Altertum. Wie der Alpmythus durch diese Seelenanschauung sich mit dem schon besprochenen Seelenmythus verschlingt, so greift er auf der anderen Seite bereits in den Naturdämonenmythus des nächsten Abschnittes hinüber. Denn wenn sich auch der Mensch mit dem Plagegeist in seinem Hause praktisch abgefunden hatte, die einmal erregte Einbildungskraft verfolgte diesen weiter hinaus ins Freie, nicht nur in verdächtige Nachbarwohnungen, sondern auch in die weite Natur. Irgend wo mußte der Unhold doch stecken! Lauerte er nicht draußen auf einen neuen Angriff. Und wie sah er denn nun dort aus? Der Alp hält nur selten draußen seine häusliche, wirklich empfundene, seine sozusagen pathologische Form fest. Jenes Schweizer Schrät-teli, das nachts wie ein Schatten von den Bergen zum Haus herabschwebt, huscht nach seinem bösen Treiben wiederum wie ein Schatten zu den Schluchten und Wäldern zurück und verbirgt sich dort über Tag. Jene bayrische Habergeiß (S. 133), die mit ihrem Kopf den Schlafenden im Hause so schwer bedrückt, macht draußen auf ihrem Eulenfluge in der Mondnacht den Hafer schwarz, und jenes Roß mit den feurigen Glotzaugen tobt im Dunkel gespenstisch über die Heide an der unteren Wupper. Die steirische , Törin’, die die Menschen drückt, hält sich über Tag auf dem Heuboden auf. Am liebsten fliegen die Maren gleich ihren indischen Schwestern, den Apsaras, in die Kronen hoher Bäume, die dann fortwährend unter ihrem Druck zittern, und verwirren deren Zweige zu den sogenannten Marennestern oder Maretakken. Auch ruhen sie auf Brombeersträuchern aus oder lassen sich ins Korn nieder, aus dessen Ähren dann das schwarze giftige Mutterkorn hervorschießt. So werden die ursprünglichen mehr sächlich oder tierisch gedachten, im Schlafraum tätigen Alpgeister zu überwiegend menschengestaltigen Naturgeistern, vorzugsweise zu Windelfinnen, die frei durch die Luft schweifen und auf Wald und Flur verderblich herabfliegen. Die enge Genossenschaft verrät schon der altnordische Mythus: Drifa die Schneewirbelriesin tötet ihren Verlobten Vanlandi durch eine Mara.

Jetzt erst, nachdem der Alpmythus sich um wirkliche Menschen oder um Dämonen von menschlichem Aussehen gelegt und die engen Wände der dumpfen Schlafkammer durchbrochen, strömten alle Leidenschaften und Gefahren des wirklichen Lebens in das Traumleben des Mythus ein. Traum und Wirklichkeit schwammen nun noch leichter in einander über. Die im Traum erschienenen Nachbarn und Dorf genossen gerieten in den schlimmen Verdacht der Alpdrückerei, und indem der Traummythus ins reale Dasein gleichsam zurückwuchs, behauptete man auch, an diesen Verdächtigen die Spuren der mit ihnen im Traum erlebten Ereignisse mit wachen Augen wahmehmen zu können. Es entstand im Dorf eine höchst ärgerliche aus Traum und Leben wirr zusammengegossene Skandalchronik. Aber geheimnisvollen Liebreiz nimmt oft derjenige Alpmythus an, der sich an die übermenschlichen in der Natur waltenden Elfenweiber schließt.

Die mit der traurigen Fähigkeit des Alpdrückens begabten Menschen mußten nach dem Volksglauben von Dämonen oder unter dämonischem Einfluß geboren sein. Ihre Geburt fiel in ein böses Zeichen oder in die uni den 16. Oktober gelagerte Galluswoche, in der mit den Hirten allerhand böse Geister und Seelen von der Weide zu den Dörfern heimkehrten. Ihre Mutter hat in ihren Geburtswehen den Teufel angerufen, oder es ist bei deren Taufe ein Versehen begangen. Ein mit Zähnen auf die Welt kommendes Kind ist auch zum Alpdrücken bestimmt. Und wie der siebente Sohn ein Werwolf wird, so wird die siebente Tochter eine Mahrt. Beide, Werwolf wie Mahrt, sind an zusammengewachsenen Augenbrauen zu erkennen, auch alte Weiber mit Plattfüßen sind Maren. „Gänsfüßige Trute“ schilt man noch in Konstanz. Den breiten drückenden Alp-, Druten-, Schrättelesfuß stilisierte man später in die fremde Zauberfigur des Penta- oder Hexagramms oder um und gebrauchte sie homöopathisch als Gegengift gegen den Zauber. Von ihm stammt der niederdeutsche Name Maerenvoet.

Das weibliche Geschlecht ist der Leidenschaft des Alpdrückens zugänglicher als das männliche. Krankhafte Einbildung leidender junger Mädchen kam dem wilden Aberglauben entgegen, Liebe, Haß, Eifersucht trieb beiderlei Jugend dazu an, und namentlich alte Weiber waren in ihrer Bosheit, Ränkelust und ihrem Neide darauf erpicht Unleugbar hat manche auf diesem Wege förmlich nach Hexenruhm gegeizt. Sie muß aber oft für ihr boshaftes Geschäft büßen. In der Kammer, der Werkstube, der Mühle vom erwachenden Gesellen oder Müllerburschen als Strohhalm ergriffen, wird sie angeschraubt oder festgenagelt und steht anderen Tags als nacktes Frauenzimmer da, den kleinen Finger in den Schraubstock geklemmt, oder hängt gar als altes Weib tot an der Wand. Oder man haut auch einer Katze die Pfote ab, worauf die Frau am andern Morgen mit abgehauener Hand im Bett liegt. Durch ganz Süddeutschland ist folgende Sage verbreitet, die höheren Alters sein wird, ein milderes gleichsam weibliches Seitenstück zu der harten männlichen Werwolfssage: Eine Frau sah einst ihre Magd in der Nacht bleich an der Wand lehnen. Am anderen Morgen bekannte diese ihr weinend, daß sie drücken gehen müßte und ihr nur geholfen werden könnte, wenn sie etwas hätte, was sie erdrücken dürfte.

„Ei, so erdrücke meinthalben die schönste Kuh im Stalle“

, sagte die Frau. Am anderen Morgen lag die Kuh im Stall tot, und die Magd war befreit. Leidenschaftlicher erscheinen diese Nachtwandlerinnen nach norddeutschen Sagen bald in Menschen-, bald in Katzengestalt oder als schnell dahinlaufende Reifen oder Räder. Geistliche Lieder singend, schweifen sie durch die Felder, reißen mit bloßen Händen die Domen ab, schwimmen durch große Gewässer, stürzen sich in Flammen und magern bei ihren nächtlichen Menschenquälereien zu frühem Tode ab. Aber diesen unbestimmten rasenden Drang ersetzt nun auch eine auf eine bestimmte Person gerichtete bestimmte Leidenschaft. Im Hauensteinischen Schwarzwald z. B. dringt ein von seinem Mädchen verlassener Liebhaber als Schrättele durch das Schlüsselloch und legt sich ihr aufs Bett, und ebenso handelt dort wie in der Provinz Sachsen die verlassene Liebste. Auch in einer Bamberger Sage quält eine Müllerin ihren Knecht als Mare aus verschmähter Liebe. Der Quälgeist geht bereits in den Buhl-geist über, und in ähnlichen Sagen ist es nun nicht die leibhaftige Gestalt, sondern nur die im Traum ausgefahrne Seele, die aufs Drücken ausgeht.

Auch aus Gräbern steigt die Alpqual auf, wie wir aus dem. Wiedergängermythus erfahren haben, und der ertrunkne Syiter legt sich mit der ganzen Schwere seiner nassen Kleider alpartig über das Bett des Schlafenden. Die drückende Wucht verwandelt sich in ein markerschütterndes Geschrei, mit dem der Geist eines Ermordeten, das ,schrauend Ding‘ oder ,lopend Rad‘ im Oldenburgischen, so grausig über die Heide stürmt, daß auch die Tiere zittern.

Die volle Schönheit entfaltet der Alpmythus aber erst, wenn er in den Elfenmythus umschlägt; und da dieser es ist, von dem der eigentliche Glanz ausgeht, so kann hier diese leuchtende Spitze nur eben berührt werden. In dem Falle nämlich, wo die Mare nicht eine Nachtwandlerin oder eine ausgefahrene Seele oder eine Wiedergängerin, überhaupt nicht ein menschliches, sondern ein elfisches Wesen war, entstanden ganz neue imgewöhnliche Verhältnisse. Es war freilich auch ein Dämon wie der ursprüngliche Alp, aber es zog als elfisches Wesen seine ganze in den Wettererscheinungen sich offenbarende Naturgewalt mit sich. Es flog mit dem Sonnenstrahl durch das Schlüsselloch oder eine Ritze zum Jüngling hinein. Es floh nun auch nicht immer nach einem Zusammensein von wenigen Nachtstunden wieder davon, sondern wurde gezwungen, lange Jahre bei ihm zu verbleiben. Wesen zweier Welten taten sich zu einem dauernden Bündnis zusammen, sie trat in seinen Dienst oder schloß sogar mit ihm eine Ehe; denn als Elfin war sie klug und gewandt und oft genug von bezaubernder Schönheit. Immer aber blieb die Dauer solcher Verhältnisse von einer bedenklichen Bedingung abhängig. Eine gewisse Fremdheit konnten die Beiden gegen einander nicht überwinden, eine Spannung zitterte durch alle Liebe hindurch, stammte das eine doch von dieser Erde, während das andere über der Erde seine Heimat hatte, wonach es eine unstillbare Sehnsucht trug. Wie hoch man die Schönheit und den Adel dieses fremden, fluchtbegierigen Weibes schätzte, geht daraus hervor, daß man von Island bis nach Griechenland und Indien hin hervorragende, selbst königliche Geschlechter aus solch einer wundersamen Verbindung eines Sterblichen mit einer Apsaras, einer Nereide, einer Elfin herleitete.

Manchmal führte der Alpdruck einer Elfenschöne zu keiner dauernden Lebensgemeinschaft, sondern hatte den entgegengesetzten Erfolg. Die alte quälerische Unholdsnatur wog noch vor. Ein baumstarker Montavoner hatte mit beiden Händen ein Doggi, das sich ihm auf die Brust legte, bei den Zöpfen festgehalten. Als aber sein Weib, dem er zurief, mit Licht kam, wurde er des Doggi nicht mehr Meister; es huschte windschnell zur Tür hinaus, und man sah noch, wie seine zwei fliegenden Riesenzöpfe um die Türpfosten schlugen. Die Mare auf den Färöern gleicht der schönsten Dime und drückt zur Nachtzeit den von ihr heimgesuchten Mann so fest auf die Brust, daß er keinen Atem holen, kein Glied rühren kann. Sie fährt ihm mit ihren Fingern in den Mund, um die Zähne zu zählen; wird ihr Zeit gelassen, sie abzuzählen, so muß er das Leben verlieren. Anders erging es einem Witwer im Oldenburgischen. Als er einmal die Nähe einer Walriderske spürte, griff er zu und erhaschte einen vollen weichen Arm; aber sie entschlüpfte ihm durch das Riemenloch der Tür. In der folgenden Nacht jedoch gelang es ihm, sie festzuhalten, ein schönes junges Mädchen. Er machte das Riemenloch dicht zu, und sie war mehrere Jahre seine treue Haushälterin. Wie er aber einmal das Loch geöffnet hatte, verschwand die Fremde mit dem Ruf

„Wat klingen de Klocken in Engelland!“

Unsichtbar sorgte sie auch dann noch für seine und seiner Kinder Kleider und Wäsche bis zu seinem Tode. Fast genau dasselbe erzählt man von einer vorarl-bergischen und einer graubündischen Mare, von einem Doggi. Aber häufiger ist die schönere Geschichte, daß die Mare von dem Mann auf Bettesrand festgehalten wird, nackt und in leuchtendem Goldhaar, daß sie dann Kinder bekommen und glücklich Zusammenleben, bis der Mann ihrem Drängen, ihr das einst von ihr zum Einschlüpfen benutzte Astloch zu zeigen, in einer weichen Stunde nachgibt. Auch in Smäland kam eine Alfenjungfrau durch ein Astloch der Wand mit den Sonnenstrahlen in ein Haus und wurde von dem Sohn geheiratet. Sie gebar ihm vier Kinder, durch die sie die Stammutter eines namhaften Geschlechts wurde, und verschwand an einem heiteren Tage auf dieselbe Weise, wie sie gekommen war. Aber um dem aus den Erscheinungen der freien Natur geschaffenen Elfenmythus nicht vorzugreifen, dürfen wir hier nicht auf die hochpoetische Verkleidung der wüsten Maren in herrliche Schwanweiber, die nun nicht mehr in Kammer oder Stall oder Mühle, sondern im freien Quellbade überrascht werden, weiter eingehen. Und wenn das Alpwesen nicht im Sonnenstrahl in die Stube dringt, sondern in der Mittagshitze der Erntezeit draußen über den glühenden Kornfeldern zittert, so gewinnt es auch den Charakter eines Naturgeistes, des Mittagsgespenstes, das den Sonnenstich erzeugt. Und vollends modernisiert ist unser Alp, wenn „er im Traum eines Kandidaten als mordlustiger Examinator erscheint“.

Mythologie der Germanen – Die Elfen

mythologie-der-germanen-elard-hugo-1837-1908Germanenherz aus dem Buch: Mythologie der Germanen von Meyer Elard Hugo. Das Seelen– und das Marenreich liegen hinter uns; wir betreten eine neue Welt, das Naturgeisterreich. Nicht nur am Sterbebett und am Grabe des Angehörigen und auf dem Lager des eigenen vom Alp gepeinigten Leibes erfuhr die Phantasie tiefe mythenbildende Eindrücke.

Die freie Natur mit ihren wechselnden Reizen und Schrecken, Segnungen und Gefahren wurde nun die ergiebigste Fundstätte der Einbildungskraft. Den weiten Luftraum gestaltete sie zu einem erdenhaften und doch überirdischen Wunderlande um, aus den Erscheinungen des Wetters, das auch heute noch die stärksten und weisesten Kulturmenschen in seiner Gewalt hat, aus all seinen zahllosen Formen, Tönen, Farben, Lichtem und seinen oft so auffälligen Wirkungen schuf sie zauberische Tiere und Hunderte von menschgestaltigen Geistern und Göttern, die jenes Wunderland bevölkerten. Aber auch die Erde war ihr Tummelplatz, denn die Licht- und Wettergewalten griffen ja fortwährend in die Berge, Gewässer, Wälder und Felder ein, und so entstand, um einen Ausdruck Goethes zu gebrauchen, ein reges

„Wechselleben der Weltgegenstände“.

Die Wolken wurden der Einbildungskraft zu Bergen, darum bedeutete z. B. altnord, klakkr Fels und Wolke, das angelsächsische clûd Berg, das englische cloud Wolke. Aber auch Wälder, Flüsse, Seen, später Burgen und Türme sah man in ihnen. Ein großes, verzweigtes Wolkengebilde erschien wie ein Riesenbaum mit einem Quell an seinem Fuße. Manche Wolke hielt man für eine Mulde, einen Kessel, ein Trink-hom. In bewegten Wolken erkannte man allerlei laufende, springende, fliegende Tiere und in der wetterleuchtenden ein Untier, einen flügelschlagenden, feuerhauchenden Drachen, die großartigste mythische Tiergestalt. Die Blitze waren feurige Schlangen oder springende Geißböcke und dann wieder glühende Geschosse, vom rohen Stein und der Keule der Urzeit durch Hammer, Beil, Speer bis zum heldenhaften Goldschwert. Auch als Peitschen, Ruten, Kugeln dienten sie. Das befruchtende Regennaß verwandelte sich in einen köstlichen Trank, die im Gewölk verborgenen Sonne, Mond und Blitz in einen leuchtenden, von der goldenen Wünschelrute oder dem Drachen behüteten Schatz. Dann wieder glich die auf- und abflammende Gewitterwolke einer lodernden Schmiedeesse oder einem Backofen. Der Osten oder der Westen des Himmels mit ihrem zauberischen Farbenspiel am Morgen und Abend wurden zu fernen geheimnisvollen Lichtländern höherer Wesen. — Von dieser Metamorphose der Oberwelt übertrug die Phantasie manche Züge auf die Erde. Gewisse irdische Berge könnten, wie man erzählte, gleich den himmlischen auseinander krachen und zusammenschlagen und schlössen auch goldene Waffen und Schätze in ihrem Schoße oder auch das Lebenswasser oder wasserreiche Seen ein. Und davor lauere ein Drache. In den Alpen aber stürzt er über die steilen Abhänge und reißt Blöcke und Bäume mit sich. Dann sagen die Leute:

„der Drach ist ausgefahren“.

Und auch draußen im weiten nordischen Meer wälzt er sich wogend und brandend im Riesenzorn. Mit solchen Deutungen begann der geistige Kampf des Menschen mit der Natur, der ihm Knechtschaft und zugleich Erhebung vielerlei Art brachte und ihm erst spät, als er das Spielzeug der Einbildung mit den Waffen der Wissenschaft vertauschte, von Sieg zu Sieg führte.

Die bald zarteren, bald gewaltsameren Mächte der Luft erreichten ihren höchsten Ausdruck in einer menschenartigen Form und zwar jene in oft mehr untermenschlicher und diese in übermenschlicher Größe, sie waren Elfen oder Riesen. Ihre beiden Gruppen treten nun neben die Seelen- und die Marenschar. Der alte Name ,dessen ’ Plural Elbe oder Elber lautete, wovon z. B. Elberfeld stammt, ist im Deutschen jetzt durch die englische Form Elfe, Elf, die Wieland in seiner Übersetzung von Shakespeares Sommernachtstraum 1762 einführte, ersetzt worden.

Im Nordischen heißt er Alfr, Elf. Man hält ihn für identisch mit dem Namen eines kunstfertigen altindischen Dämonengeschlechts, Ribhu, den man unsicher als Greifer, oder listig, geschickt, oder glänzend, licht deutet. So zweifelhaft demnach der ursprüngliche Sinn des Namens der Elfen ist, desto klarer ist ihr Wesen, wenn es auch in hundert Formen und Farben spielt. Die Elfen sind kleinere Dämonen von menschlicher oder untermenschlicher Größe, durch Rührigkeit, Anstelligkeit und vielfaches Eingreifen ins menschliche, wie auch ins heroische und göttliche Dasein ausgezeichnet. Ihr ursprüngliches Element ist die bewegte Luft in ihren verschiedenartigen Äußerungen, vom Blitz und heftigem Windstoß und vom schwarzen Gewölk bis zum stäubenden Sonnenstrahl, zum unhörbaren Zittern der heißen Luft und zum zartesten Nebel. Mit andern Worten, es gibt Gewitter- und Windelfen und eine überwiegend weibliche Gruppe von Wolkenelfinnen, die mit den Lichtelfen nahe verwandt sind. Doch bedürfen jene beiden ersten naturgemäß auch der Wolkenumhüllung, sowie anderseits diese einen ,entsehenden‘ bezaubernden Blitz im Auge haben und dem Wirbelwindtanze leidenschaftlich ergeben sind. Eigentliche Sonnen- und Mondelfen sind nicht nachweisbar, und die altnordische Einteilung in Licht-, Dunkel-und Schwarzelfen erklärt sich genugsam aus dem Wechsel jener Lufterscheinungen. Die Luftelfen aber verwandeln sich nach ihren verschiedenen lokalen Wirkungskreisen in Berg-, Erd-, Wald-, Feld- und Wasserelfen, ohne aber dabei ihre ursprüngliche meteorische Natur wesentlich einzubüßen. Ein angelsächsisches Wörterverzeichnis unterscheidet Munt (Berg)-, Vudu (Wald)-, Feld-, Vylde-, Sae- und Dün (Hügel) elfen, denen Shakespeare mit echtem Naturgefühl die Sturm- und Gewitterelfen hinzugesellt, und noch der heutige Isländer findet Alfar in Höhlen, Felsen, Wasser und Luft. Als nach der jütischen Sage Gott die gefallenen Engel aus dem Himmel stieß, fielen einige auf Berge herab, das Bjärgfolk, andere in Wälder und auf Wiesen, das Ellefolk, andere wiederum in die Häuser, die Nisser. Je nach ihrer Wetternatur müssen sie bald licht, schön, freundlich, nützlich, dienstfertig, bald dunkel, häßlich, grausig, schädlich und tückisch sein. So führen sie auch allerlei andre Namen. In Norwegen heißen sie Huldren Verhüllte, in Deutschland mit verwandtem Klange die , Hollen die Gütigen, auf Island die Liuflingar Lieblinge, anderswo weiße Weiber oder Frauen. Fremd ist der Name der englischen Fairies und der deutschen Feen, den Wieland ebenfalls wie den der Elfen im Sommernachtstraum herüberbrachte. Der im Berge, in der Erde hausende Elf heißt Zwerg, angelsächsich dveorg, englisch der berühmteste Alberich oder Elberich Elfenkönig. Ein wieder umfassenderer Name ist das oder der , im got. vaihts und altnord, vaettr weiblichen Geschlechts. Das Wort bedeutet eigentlich ein Ding, ein Etwas und fernerhin ein rätselhaftes übermenschliches Wesen, wie das lateinische res und das altfranzösische chose, im Norden oft ein ungeheures, in Deutschland häufig ein zwerghaftes. Es durchläuft aber fast alle Stufen der mythischen Lebewelt: Wichter heißen die Geister der Verstorbenen, die Wichtelmännchen, die Riesen, die Walkyrien, die Götter und im Heliand sogar die Teufel. Das Opfern an die heidnischen Wichter, unter die wohl alle diese Mächte zusammengefaßt werden, galt in den altnordischen Kirchenrechten für ein Hauptmerkmal des Unglaubens. Die Wichter waren bald böse, bald gut, dann heißen sie holde Wichter. Am innigsten gestaltete sich das Verhältnis der Menschen zu ihnen im Hause, sie helfen bei der Niederkunft und Hausarbeit, begleiten ihren Schützling zum Thing oder auf die Jagd, ja sie bewachen im Norden noch hie und da den Hausfrieden oder auch das ganze Land. Des Skalden Egil Neidstange forderte die Landwichter auf, den König aus dem Lande zu jagen; das älteste isländische Gesetz verbot, durch Fratzen, wie sie am Vordersteven der Schiffe ausgeschnitzt waren, die Landwichter zu schrecken. — Anderen Namen werden wir bei den besonderen Elfenarten begegnen.

Der Glaube an die Elfen ist uralt wie der an die Seelen und die Maren. Wurden unsre Vorfahren von diesen zu Hause oder an den Gräbern heimgesucht, so waren ihre frühsten Feinde und Freunde in der freien Natur die rie-sischen und fast noch mehr die elfischen Wesen und zwar schon während ihres Zusammenlebens mit den andern Indogermanen. Die indischen Elfinnen heißen Apsaras Wolken- oder Wasserwandlerinnen; die Nymphen und Neraiden Alt- und Neugriechenlands sind ebenfalls ihrem Namen nach Wasserwesen, wie die germanischen Elfinnen ursprünglich Wolkenfrauen waren und später gleich jenen Inderinnen und Griechinnen ihren Lieblingsaufenthalt an den Gewässern der Erde hatten. Gleich den Elfinnen aber verteilen sich die Apsaras auch auf die Berge, Wälder und hohen Bäume, und schon in der Ilias bewohnen die Nymphen nicht nur die Quellen, sondern auch die Berge, die schönen Haine, die kräuterreichen Auen, die Felder und Bäume, und sie verzweigen sich in Nereiden, Okeaniden, Oreaden, Dryaden, Hamadryaden und Feldnymphen, gerade wie die deutschen. Die neugriechischen Neraiden helfen sogar wie unsre Elfen als Hausgeister beim Spinnen und Kehren und putzen die Stuben. Allen diesen verschiedenen Nymphen- oder Elfenarten messen die genannten Völker zauberhaften Gestalt- und oft sehr gefährlichen Sinneswechsel, Freundlichkeit wie Bosheit, Häßlichkeit wie höchste Anmut zu. Mit schlanken glänzenden Gliedern und einem blendenden Blick wiegen sie sich in verlockenden Reigen und singen unwiderstehliche Lieder. Gleich‘ einer Kette von Wasservögeln flogen die Apsaras schon nach rigvedischen Liedern über den See und spielten darin wie Tauchenten, wenn sie sich über seinem Spiegel schmückten. Die schönste, zur Göttin erhobene Nymphe, Aphrodite, sah man wohl auf einem Schwan durch die Lüfte oder über das Meer reiten. Unsere Elfinnen streiften oft an Seen und Quellen ihre Schwanhemden zum Bade ab. Statt des schneeigen Gefieders hüllt sie bei allen drei Völkern auch ein weißer Schleier, ein zartes Gewand ein. Die Phantasie sehnt sich, die höchste Schönheit aus dem einsamen zauberischen Walten der Naturmächte herauszuerkennen. Ein Weib von strahlender Schönheit fragte der bewundernde Hindu: „Bist du eine Apsaras ?“ „Schön wie eine Neraide“ ist noch heute in Griechenland und das angelsächsische „elfsctn“, das altnordische „frid sem alfkona, elfenschön, schön wie ein Elfenweib“ war bei den Germanen der höchste Preis irdischer Weiblichkeit! Man begreift, wie man solchen Wesen zutraute, auch andere Männer als solche elfischer Art, auch Männer menschlicher Art bestricken zu können. Ihre verführerische Herrlichkeit hat bei allen drei Völkern ein reizendes Mythenpaar hervorgerufen: die Elfin bringt ein männliches Wesen dämonischer oder menschlicher Herkunft in ihre Gewalt, — oder jenes männliche Wesen bringt die Elfin in seine Gewalt, und aus beiden Verbindungen entspringt großes Glück oder großes Unglück. Noch ein dritter Mythus, der aber der Gesellschaft der männlichen Elfen angehört, trägt indogermanisches Gepräge, obgleich er sich um die doch erst später ausgebildete Schmiedekunst dreht. Die Inder wie die Germanen kannten einen Ribhu- oder Elfenkönig, einen Ribhukschan oder Alberich, aus dessen Volk hier wie dort drei unübertreffliche Schmiede hervorgingen, die in der Wettarbeit mit anderen ausgezeichneten dämonischen Schmieden die besten Waffen, Geräte und Schmucksachen der Welt in ihrer Himmelsesse für die Götter verfertigten. Und wie die Schönheit die Elfenweiber, verbindet die Kunstfertigkeit die Elfenmänner unmittelbar mit den Menschen, denn wenn diese ihnen Metall vor die irdische Höhle legen, so machen halbgöttliche Meisterschmiede treffliche Kessel und gefürchtete Waffen daraus. Überall unterhalten die Elfen, in Berg und Wald, in Feld und Haus, den lebendigsten Verkehr mit den Menschen.

Durch ihre noch ganz frische Verbindung mit der Natur, die die Seelen und die Maren entbehren, und zugleich durch ihren persönlichen Umgang mit der Menschen weit, der den Riesen und Göttern fehlt, zeichnet sich die Elfengruppe vor allen andern mythischen Gruppen aus.

Die Germanen drückten diese Innigkeit ihrer Beziehungen zu den Elfen noch auf ihre eigene Art aus. Nach Riesen wurden Menschenkinder kaum genannt, nach den Elfen aber so häufig wie nach den Göttern. Bei allen Stämmen schmückte man die Kinder mit schönen Elfennamen, die ihnen den Schutz und die eigentümliche Begabung der Elfen sichern sollten, auch Königskinder, wie den Langobarden Albuin d. i. Albwin Elfenfreund und den Angelsachsen Alfred den von Elfen Beratenen. Albruna, wohl von ähnlicher Bedeutung, hieß wahrscheinlich eine schon von Tacitus erwähnte Seherin. Verwandten Sinn mögen Albigardis, Albheida, Albhilt, Aelflint gehabt haben. Albofledis bezeichnet die Elfenreine und vielleicht auch Alblaug; auf die leuchtende Farbe weist Alfdag. Die Stärke und Kühnheit rühmen die Namen Albswinda, Alf-hard, Alfnand, ihr Geschoß der Name Alfger, und an die Elfenkönige erinnern Alfhere, Aelfwold, Alfward und vor allen Alberich. Klugheit, Schönheit, Entschlossenheit und königliche Herrschgewalt sind also den Elfen in hervorragendem Maße in unsrer ältesten Geschichte eigen.

Wie mangelhaft doch auch der von uns oben gerühmte Religionsbericht des Tacitus ist! Von diesem ins Leben so tief eingreifenden Elfentum meldet er nichts. Erst ein halbes Jahrtausend später erfahren wir indirekt von ihnen, durch den Griechen Agathias, wo er von den Opfern spricht, die die Alemannen den Bäumen, Flüssen, Hügeln und Höhlen darbrachten, und seitdem hören die Geschichtsschreiber bis zu Helmold gegen 1200, sowie die Konzilsbeschlüsse und Kapitularien nicht auf, über die Quellen-, Stein- und Baumverehrung zu zürnen. Das dabei übliche Lichteranzünden bestrafte Karl d. Gr. durch das ganze fränkische Reich, insbesondere aber auch im Sachsenland.

Die Könige Knut und Olaf der Heilige verpönten diese Kulte in England und Norwegen. Auf Island opferten die ersten Ansiedler hier einem Steine, dort einem Wald, dort wieder einem Wasserfall. Einem solchen gelobte Einer sogar seinen ganzen Nachlaß, und in seiner Sterbenacht stürzten sich wirklich alle seine Schafe in die Flut hinein. Daß nun die Germanen nicht diese Naturgegenstände als solche, sondern die darin wohnenden Geister verehrten, dafür spricht außer dem durchgehenden, dem rohen Fetischdienst abholden Charakter ihrer Religion das Vorhandensein der Berg-, Stein-, Wald-, Baum- und Quellelfen, die gerade in den genannten Naturgegenständen ihren Aufenthalt hatten. Das jüngere Christenrecht des norwegischen Gulathings verbot, an Landgeister zu glauben, die in Hainen, Hügeln und Wasserfällen wohnten. Riesen aber empfingen überhaupt kaum Verehrung, wenigstens nicht an solchen bestimmten Örtlichkeiten, und auch die Götteropfer knüpften sich damals in heidnischer Gegend wohl nur an Tempel und wagten sich in schon bekehrter Bevölkerung kaum ins Freie hinaus. Endlich decken sich die oft auffälligen Formen dieses scheinbaren Naturkultus genau mit denen des Elfenkultus. Wie man an Quellen Lichter anztindete und in Deutschland am Christabend mit Lichtern in den Brunnen sah, so empfing man noch nach späterem isländischen Julbrauch die Elfen mit vollem Lichterglanz im Hause. Wie jener Isländer seine Schafe dem Wasserfall gelobt hatte, so warf noch später der norwegische Geiger seinem Lehrmeister, dem Fossegrim oder Wasserfallselfen, am Donnerstagabend ein weißes Böcklein ins Wasser. Auch setzte man sich allen Konzilsbeschlüssen zum Trotz noch viel später auf die Kreuzwege hinaus, um gerade hier der Elfen Gunst zu erfahren. Wie schwer das germanische Volk sich vom Glauben an sie losriß, das lehren z. B. einige englische Daten. Chaucer meinte im 14. Jahrhundert, in König Arthurs Tagen sei das ganze Land von Fairies erfüllt gewesen und die Elfenkönigin habe mit ihrer fröhlichen Gesellschaft auf mancher grünen Wiese getanzt, bis die Bettelmönche sie verdrängt hätten. Aber drei Jahrhunderte später behauptete der Bischof Corbet ganz ernsthaft, erst seit Abschaffung des Mönchtums durch die Königin Elisabeth hätten die Feen das Land verlassen, und wiederum drei Jahrhunderte später hielt ein hochgebildeter Dichter, Coleridge, die Elfen für wirkliche Wesen. Noch heute glaubt mancher Bauer in manchem Bach, im Acker und im Bergesschoß das leise Walten der Elfen wahrzunehmen, und ihre Sage wenigstens schwebt noch über mancher Lieblingsstätte unsrer Heimat wie ein zerrinnender zarter Duft. Die neuere Dichtung und Musik aber verdankt dem Elfenmythus die wundersamsten Töne, ohne ihn noch erschöpft zu haben.

Eine Gesamtcharakteristik des Elfenvolks, das ja in den verschiedensten Naturreichen wohnte, dazu in sich zweideutig, ja zwiespältig war, in die verschiedensten menschlichen Verhältnisse eingriff und sich auch diesen wieder anzupassen verstand, wird nicht leicht gelingen. Je nach den freundlichen oder wilden Wettererscheinungen gab es, wie schon bemerkt, schöne, lichte, nützliche, dienstfertige und gütige und wiederum häßliche, dunkle, schädliche, gewalttätige und tückische Elfen. Im Durchschnitt sind sie von der Größe des Menschenleibes, doch bleiben namentlich die Bergelfen, die Zwerge, aber z. B. nicht in Island, dahinter zurück. Aber auch die großen isländischen Alfar haben weicheres Fleisch und mürbere Knochen als die Menschen, und auch des deutschen Zwergkönigs Goldemar Hände sind weich anzufühlen wie eine Maus oder ein Frosch. Goldemar erscheint sogar als bloßer Schatten, und alle Elfen lieben es, rasch zu verschwinden wie ein „Schwick“, oder wie ein Schatten, altnordisch skuggi. Sie können bei geschlossenen Türen ins Haus kommen. Die Elfinnen sind überwiegend anmutig, oft bezaubernd namentlich durch Glanz der Haut, Schlankheit des Wuchses und üppiges Haupthaar. Bei Saxo hatte der mythische König Alf silberglänzendes Haar, und seine Geliebte Alfhild blendete durch ihre strahlende Schönheit, wenn sie sich entschleierte. Schöner als die Sonne sind die Alfen nach der Prosaedda. Doch sind andere mit bleckendem Gebiß und langen Zotten ausgestattet, und die Wasserelfinnen, die Nixen, haben glotzenden Blick, grüne Zähne und grüne Locken und enden auch wohl in einen Fischleib. Von den männlichen Elfen sind die Zwerge oft allzu gedrungen, verhutzelt und dickköpfig und schreiten zuweilen auf Vogeloder Geißfüßen einher. Häufig tragen Elfen einen roten oder grünen Spitzhut, oder eine Tarnkappe, die sie unsichtbar macht, und die Elfinnen ein Schwanhemd oder Schleierkleid, das sie zum Bade abwerfen. Keine Klasse der mythischen Wesen führt ein menschlicheres Dasein und ist mit dem Menschengeschlecht inniger verbunden als die Elfen. Sie werden geboren, wachsen und sterben, wie die griechischen Nymphen, nach Art der Menschen, wenn sie auch gewöhnlich ein weit höheres Alter als diese erreichen. Doch gehen sie darin weit auseinander. Der Felddämon entstand auf jeder Flur jedes Jahr neu, wurde bei der Ernte gefangen und lebte in der letzten Garbe fort, bis er während des Drusches auf der Tenne hinstarb. Der Hausgeist dagegen blieb fest im Hause nisten, mehrere Geschlechter hindurch. Andere rühmen sich so alt zu sein wie uralte Wälder. Die Elfen backen, brauen, waschen, spinnen und halten gut Haus, sie haben ihr eigenes, imgewöhnlich milch-reiches Vieh. Sie übertreffen die Menschen in Tanz, Gesang, Musik und zumal in der Schmiedekunst. Die Zwerge bilden ein Volk, das seine bestimmten Feste, wie z. B. das Julfest, feiert und seine Dingstätten, ja sogar seine Kirchen hat. Es hat einen König Alberich, Laurin, Goldemar, Pippe über sich, auf Island sogar zwei neben einander. Die Elfen beschenken und ergötzen die Menschen, aber sie verwunden sie auch, machen sie krank und töten sie. Der Zauber, den sie auf die Menschen ausüben, ist kaum größer als der, mit dem die Menschen sie anziehen. In diesem Wechselverkehr liegt sogar der Schwerpunkt des Elfenmythus, der insofern mehr Ähnlichkeit mit dem Seelen- und dem Maren-, als mit dem Riesen- und Göttermythus hat.

Beide, Elf wie Elfin, schließen sich oft als Hausgeister den Menschen zu dauerndem Dienste an oder wie Liebende zu dauerndem Bunde. Die Elfinnen locken durch Schönheit, Sang, Spiel und Trank die Männer in ihren Berg, Wald, See und beglücken sie mit ihrer Liebe, oder sie leiten sie irre bis zur Erschöpfung, zur Schwermut und zum Wahnsinn. Namentlich die Nixen dringen Abends sogar in die Spinnstuben, um sich dort am Tanz zu erlustigen und dann einen Burschen mit sich ins Wasser zu ziehen oder ihn in seinem Bette zu töten. Die Elfen holen gern Weiber in ihre Wochenstuben, um sich ihrer Hebammenkunst zu bedienen, und vertauschen gern ihre Kinder, die Wechselbälge, mit den menschlichen. Oft sehen sie sich genötigt, den bald zum Heil, bald zum Unheil ausschlagenden Umgang mit den Menschen ganz aufzugeben und in ein andres Land weit ab von den Menschen tiberzusiedeln.

In christlicher Zeit legte man oft dem Verlangen der Elfen nach Menschenverkehr die Sehnsucht nach dem Christentum und der Seligkeit unter. Sie haben daher auch ihre Kirchen. Dann wurden sie sogar in die christliche Mythenwelt versetzt: die Lichtelfen wohnen schon nach der Edda im dritten Himmel wie die Engel des Mittelalters; die Südtiroler Waldelfen oder Norgen sollen vom Himmel gestürzte Engel sein, die an den Bäumen hängen blieben, wie sie in Griechenland zu Sirenen wurden. Die isländischen Alfar galten für die bei Luzifers Aufstand gegen Gott neutral gebliebenen Engel oder für die bei des Herrgotts Besuch ungewaschenen Kinder der Eva.

Wie die Seelen und die Maren waren die Elfen eine bedeutende Macht im Dasein, die man durch Speis- und Trankopfer zu Hause und draußen unter Bäumen, an Steinen, an Quellen und auf Kreuzwegen zu begütigen und zu gewinnen, aber auch durch Feuer, Donnerkeil, Stahl und das Tageslicht und schließlich durch Glockengeläute zu verscheuchen suchte.

Die Urheimat der Elfen ist die bewegte Luft, darin sie als Gewitter-, Wind- und Wolkenwesen sich tummeln. Die Gewitterelfen sind ausgerüstet mit dem Blitzgeschoß, dem „Alpschoß“. Ursprünglich ein bloßer feuriger Stein, den man erkaltet im Belemnit, dem sog. Donnerstein, schwed. Aelfqvam, engl. Elfstone, schott. Elfflint, wiedererkannte, wurde es später als Pfeil gedacht, norw. Alfpil, schott. Elfarrow oder Elfbolt. Da die Maren, Druten, Schrättele und Hexen, wie bemerkt, sich vielfach unter die Elfen mischen, so heißt der Donnerstein auch Maren-, Drutten-, Schrattenstein, engl. Hagstone. Der durch diesen zwischen den Schulterblättern hervorgebrachte „Hexenschuß“ heißt holländisch „Spit“ d. i. Spieß, schwed., dän. und englisch Elfenschuß, norw. Elfenfeuer oder Zwergschuß. Schon vor 1000 Jahren erzählte ein Angelsachse, wie mächtige Frauen, Hexen, laut über das Land geritten seien und gellende Speere, Götter-, Elfen- und He, gesendet und dadurch einem Kranken schmerzhafte Stiche in Haut, Fleisch, Blut oder Glied verursacht hätten. Dann beschwor er den kleinen Speer heraus und bedrohte die Unholde mit einem Messerwurf. So sprach 1675 noch eine deutsche Hexe „wider das Geschoß“:

„Alle Wolken triefen und alle Wasser fließen. Alle Bolzen schießen, schießen dir aus alles dein Gebein“.

Aus den Wolken fliegen also diese Geschosse. Nach dem dänischen Volkslied schießt die Elfin vorzugsweise mit dem Elvekvist Elfenzweig zwischen die Schulterblätter oder schlägt der Bergkönig mit der Elverod Elfenrute. Vom elfischen Pilwiz weiß Wolfram v. Eschenboch, daß er durch die Kniee schießt und Fliehende lähmt. In deutschen Sagen werfen weiße Frauen und Hexen Lauschern oder andern unbequemen Leuten namentlich bei der wilden Jagd ein Handbeil in den Rücken, das dann wohl erst nach sieben Jahren an demselben Orte, wo es ihn getroffen, herausgezogen wird. Die Elfin oder Huldre schießt in Norwegen eine Alßzula Elfenkugel ins Vieh, d. i. der im Magen eines Rindes häufig gefundene Haarballen, der Tiroler Hagelstein, der von Hexen gefüllt sein soll. Im Blitz sah man auch eine goldene, feurige Peitsche, mit der der Zwergkönig Alberich im Nibelungenliede bitterlich auf Siegfried und der Aargauer Zwerg Stiefeli auf die Holzfrau loshaut: Alberich aber ist im Epos aus den Wolken in die Berge herab versetzt. Hurtig springt er aus der Felswand hervor mit seiner Geißel und zwar in der Tarnkappe, der imsichtbar machenden Wolkenhülle, und da sie in sich andre furchtbare Blitze birgt, verleiht sie ihm die Stärke von zwölf oder zwanzig Männern. Trotzdem besiegt, führt er nach dem Siegfriedslied den Sieger ins Innere des Berges zum Nibelungenhort, der unter Anderem ein Schwert, den Blitz, hat, das allein den Feuerdrachen töten kann. Und noch nicht des fantastischen Spiels mit den Blitzerscheinungen genug: auf dem Schatze ruht als Köstlichstes „von Gold ein Rütelein“, das den Schatz der Wolke aufdeckt und ihr das regensreiche Naß entlockt und den Besitzer zum Meister aller Menschen macht. Des Rüteleins Zauberkraft ist dann spät auf die sich gabelnde Haselrute, das Abbild des zackigen Blitzes, die „Wünschelrute“, übertragen, mit deren Hilfe der Mensch im Schoß der Erde Gold oder Wasser aufspürt und die ihn in Bayern vor Blitzgefahr schützt. — In diesen Vorstellungskreis gehört auch der Tiroler Alber oder Alp, der niederdeutsche Alf oder Dräk (Drache), eine feurige Lufterscheinung, die auch „Tragerl“ in Ostreich heißt, weil er den Leuten das Gut Anderer zuträgt; in Pommern, wenn er blau ist, Korn, wenn er aber rot ist, Gold. — Überhaupt wurden in verwandte Feuererscheinungen, wie Irrlichter und St. Elmsfeuer, allerhand elfenhafte Spukgestalten hineingesehen, die der Wanderer plötzlich vor sich hergehen sieht, die ihm grinsend immer winken und ihn in die Irre leiten. Auch setzen sie sich gern auf den Wagen. Die Dorftiere, die sich oft mit tellergroßen feurigen Augen stets in derselben Gasse oder draußen auf demselben Wege zeigen, sind zum Teil aus solchen örtlichen Lichterscheinungen hervorgegangen. Diese Gewitter- und Gebirgselfen waren aber nicht nur Handhaber und Besitzer jener eigenartigen Waffen, Geräte und Schätze, sondern, als die bewunderte Schmiedekunst sich entwickelte, als die Donnersteine, -keulen, -beile, -hämmer und Peitschen durch Bronzeäxte und -hämmer, Speere und Schwerter ersetzt wurden, da wurden diese gewandten Blitzelfen, unterstützt von den das Essenfeuer anblasenden Windelfen, die Meisterschmiede der Welt.

Einen voll und schon anekdotenhaft ausgebildeten Mythus weiß von ihnen die Prosaedda zu erzählen: Als Thor einst bemerkte, daß seiner Gemahlin Sif das Haar von Loki abgeschoren sei, da hätte er sicherlich dem gepackten Frevler alle Knochen zermalmt, wenn ihm dieser nicht geschworen, ihr aus Gold neues, wachstumfähiges Haar fertigen zu wollen. Da fuhr Loki zu den Schwär seifen, Iwaldis Söhnen, die das gewünschte Haar für Sif, ferner das Schiff Skidbladnir für Freyr und den Speer Gungnir für Odin schmiedeten. Trunken von seinem Erfolg, verpfändete Loki mm sein Haupt dem Zwerge Brokkr, falls dessen Bruder Sindri oder Eitridrei gleich wertvolle Kleinodien fertigte. Da legte Sindri eine Schweinshaut in die Esse und hieß Brokkr mit dem Blasen nicht eher aufhören, als bis er die Haut wieder herausgezogen hätte. Als Sindri die Schmiede verlassen hatte, blies Brokkr, obgleich ihn eine Fliege in die Hand stach, fleißig weiter, bis Sindri kam und die Arbeit aus dem Feuer holte, einen goldborstigen Eber. Darauf legte er Gold in die Esse, und Brokkr blies, obgleich ihn die Fliege in den Hals stach, noch einmal so stark, bis Sindri kam und einen Goldring Draupnir aus dem Feuer zog. Endlich legte Sindri Eisen in die Esse, da stach die Fliege dem blasenden Brokkr mitten zwischen die Augen, daß das Blut ihm hineinrann, so daß er nichts sah. Und möglichst geschwinde griff er mit der Hand nach ihr und streifte sie ab; jedoch der Blasbalg war inzwischen in sich zusammengesunken. Wie nun Sindri zurückkam, sagte er, fast wäre alles verdorben, und nahm einen Hammer aus dem Feuer. Mit diesem und den beiden andern Kleinodien schickte er seinen Bruder Brokkr zu den Göttern nach Asgard, um Lokis Pfand einzulösen. Als Brokkr und Loki ihre Schmiedearbeiten herantrugen, setzten sich die Götter auf ihre Richtsttihle und beschlossen, daß Odin, Thor und Freyr das Urteil sprechen sollten. Da gab Loki dem Odin den Speer Gungnir, dem Thor das Haar für Sif, dem Freyr Skidbladnir und setzte die Tugenden dieser Arbeiten auseinander: daß der Speer nie auf seinem Stich stecken bleiben, das Goldhaar fest an die Haut anwachsen und das Schiff Skidbladnir überallhin günstigen Wind haben würde, außerdem wie ein Tuch bequem zusammengelegt und in die Tasche gesteckt werden könnte. Nun aber zeigte Brokkr seine Arbeiten: er gab Odin den Ring, von dem in jeder neunten Nacht acht neue Ringe von gleichem Gewicht abtröpfeln würden, dem Freyr den Eber, Gullinbursti, der durch Luft und Meer Nacht und Tag mit solcher Schnelligkeit laufen könnte wie kein Roß und dessen Borsten auch die tiefsten Finsternisse der Nacht und der Welt erhellten, und endlich dem Thor den Hammer, mit dem er jedes Wesen, auch das größeste, angreifen könnte, der nie fehlen und nach dem Wurf stets in seine Hand zurückkehren würde. Dazu wäre er leicht in einer Brusttasche zu bergen. Nur wäre sein Handgriff zu kurz geraten. Da fällten die Götter das Urteil, daß dieser Hammer das beste aller der Kleinodien wäre, und der stärkste Schutz gegen die Erzfeinde der Götter, die bösen Reifriesen, weshalb sie dem Zwerge das von Loki gewettete Pfand zusprachen. Loki erbot sich zwar, sein Haupt zu lösen, doch der Zwerg lehnte ab. „Nun, so greif mich!“ sprach Loki, war aber, als Brokkr ihn greifen wollte, schon über alle Berge, denn auf seinen Schuhen konnte er Luft und Meer durchlaufen. Nun bat der Zwerg den Thor, Loki zu greifen, und Thor griff ihn auch. Als aber der Zwerg ihm das Haupt abschlagen wollte, sagte Loki:

„Zwar hast du Anspruch auf mein Haupt, aber nicht auf meinen Hals.“

Da nahm der Zwerg einen Riemen und ein Messer, um die Lippen Lokis zu durchbohren und ihm dann den Mund zuzunähen. Weil aber das Messer stumpf war, meinte Loki, der Pfriemen seines Bruders würde dafür besser sein. Und sowie er ihn genannt, war der Pfriemen da und durchbohrte Loki die Lippen, die Brokkr zusammen nähte. Loki aber riß den Faden heraus. Dieser heißt Vartari. — Sieht man von der Rahmenerzählung ab, so erkennt man als ältere Füllung die Geschichte von zwei Gruppen kunstfertiger Dämonen, die um die Wette für die Götter Kunstwerke von durchweg völlig meteorischer Natur hersteilen. Zwar wird das Goldhaar der Sif gewöhnlich auf den Kornsegen der Erdgöttin gedeutet, aber es kann auch auf das Wetterleuchten bezogen werden. Das Schiff Skidbladnir ist offenbar die Wolke, die die Himmlischen trägt, bei jedem Winde weiter fährt und nach dem Regen wieder verschwindet, der Speer Gungnir ist der ruhelos zitternde oder sausende Wind, den Shakespeare des Wetters Speer nennt. Der Ring Träufler scheint ein Sinnbild immer sich erneuernden Reichtums, der Eber Goldborst ist die Sonne oder die blitzende Wetterwolke, wie denn die Griechen dasselbe Wort Argetes für die Blitze und die Eberzähne gebrauchten. Als Meisterstück wird aber trotz seines Fehlers der Hammer Mjölnir, der Zermalmer, hervorgehoben, der unter Blitz und Donner durch die Luft fährt, von selbst in die Hand des Donnergottes zurückkehrt und einen zu kurzen Stiel hat. So fliegt der Donnerkeil im Lenz- und Sommergewitter stets von neuem aus Thors Eisenhandschuh, ist aber im Winter schwach, was die Kurzstieligkeit auszudrücken scheint.

In dieser Sage sind alte Züge verborgen, deren meteorischer Sinn in den entsprechenden griechischen und indischen noch deutlicher hervortritt. Nach Hesiod verfertigten und schenkten drei Kyklopen, Brontes Donnerer, Steropes Blitzer und Arges Donnerkeiler, dem Zeus den Donner, Blitz und Donnerkeil, mit denen er die Titanen bezwingt und über Menschen und Götter herrscht. Die Blitzwaffe ist also auch wie im germanischen Norden das eigentliche Herrscherzeichen, das Schmiedemeisterstück. Nach dem jüngeren Apollodor werden aber auch andre Götter von den Kyklopen, wie oben von den Elfen, nämlich Pluton mit einer Tarnkappe und Poseidon mit dem Dreizack versehen. Den Elfen durch Wettermacherei, bösen Blick und kleinere Gestalt sind noch näher verwandt die griechischen Teichinen, die nach andern die ersten Eisen- und Bronzeschmiede hießen und dem Poseidon den Dreizack machten, auf deren Schätzen und Geschenken aber auch ein Fluch ruhte, wie auf dem Nibelungenring des Zwerges Andvari.

Die Schmiedekunst ist aber auch den indischen Ribhus eigen, deren Name, wie wir wissen (S. 146), mit dem germanischen Elfennamen überein stimmt, und auch ihr Meisterwerk ist offenbar der Blitz, und zwar auch dieser ein Geschenk an die Götter. Denn von diesen Männern der Luft, wie sie im Rigveda heißen, erklärt der eine das Wasser, der andre das Feuer, der dritte aber das Geschoßschleudernde d. i. den Blitz für die Hauptsache. Dem damaligen Götterkönig Indra, dem Donnergotte, schufen sie die falben Pferde d. h. die Blitze; an einer anderen Stelle zimmerten sie ihm den „Blitz“. Aber sie schufen auch Panzer und einen gedankenschnell um den Himmel rollenden Wagen, der an das nordische Wolkenschiff erinnert, und erneuerten aus einer Haut stets wieder eine Kuh, die dem aus einer Haut geschaffenen nordischen Goldborst ähnlich ist. Ja, von den germanischen Elfen, den Zwergen und Kasermännlein in Tirol, den englischen Pixies und den nordischen Huldren erzählt man hie und da noch heute, daß sie eine im Herbst in der Sennhütte zurückgelassene Kuh verspeisen und aus Haut und Knochen wieder, wie die Ribhus, lebendig machen, offenbar, weil sie im Frühling die befruchtende Wolkenkuh wiederbringen, wie auch die Ribhus gleich den Tiroler Albern die Kräuter wieder wachsen lassen. Der erste Ribhu heißt Ribhukschan Ribhukönig gerade wie der erste Elfkönig, und wie Ribhuschan dem Indra den Blitz schmiedet, so schmiedet der nordische Alfrik mit drei andern Zwergen den Halsschmuck der Freyja, der deutsche Alberich den goldnen Ringpanzer König Ortnits, und der „Elfenfürst“ Wieland ist der Meisterschmied. Das Auffälligste aber ist, daß auch in Indien ein Wettstreit dämonischer Künstler von den Göttern entschieden wird, wozu auch, wie im Norden der Feuergott Loki, so hier der Feuergott Agni die Hauptanregung gibt. Tvashtri d. h. der Künstler schuf außer dem Blitze für Indra noch für die Götter eine Trinkschale, die jene drei Ribhus getadelt haben sollten. Da stellte ihnen Agni die Aufgabe, aus der einen Schale vier für die Götter zu machen. Sie lösten die Aufgabe, und Tvashtri floh besiegt zu seinen Frauen. Diesem indischgermanischen, zum Teil auch griechischen Schmiededämonenmythus liegen gemeinsame Vorstellungen von überirdischen Gewittermächten zu Grunde, die nach den Anfängen der Schmiedekunst im Beginn einer angestaunten Technik bereits eine gemeinsame feinere Gestaltung empfangen hatten. Die himmlischen Götterschmiede wurden dann samt ihren zauberischen Werkstätten in den Schoß der Berge versetzt, wie denn die Kyklopen, nunmehr Gesellen des Meisters Hephaestos, in den Vulkanen am Mittelmeer ihre glühenden Essen hatten und die germanischen Zwerge in Erdhöhlen für Helden und gewöhnliche Menschen tätig waren.

Während die Übereinstimmungen dieser indischen, griechischen und germanischen Künstlersagen auf gemeinsamem naturmythischen Untergrund ruhen, scheint die noch auffälligere Übereinstimmung der germanischen Wielandssage mit dem Daedalos- und Hephaestosmythus aus den Kulturmitteilungen erklärbar, die schon in der älteren Bronzezeit aus dem hellenischen Süden mit der Spiralornamentik der Mykenaekultur quer durch Europa nach dem Norden wandelten. Aus der Mischung von altgermanischen Elfenmären mit Daedalos- und Hephaestosgeschichten entstand im Norden der poesievolle Künstlerroman, den uns das eddische Völundslied meisterhaft erzählt.

Wieland, ein Elfenfürst mit weißem Halse, und seine Brüder Slagfidr und Egil bemächtigen sich dreier badender Königstöchter, die bald als Walküren das Kriegshandwerk treiben, bald ihr Schwanhemd ablegen und am Seestrand friedlich Flachs spinnen. Aber nachdem sie acht Winter mit den drei Brüdern zusammengelebt haben, fliegen sie sehnsüchtig zum Kampfleben zurück. Egil und Slagfidr machen sich auf, um sie ostwärts und südwärts zu suchen; Wieland aber bleibt einsam zurück und schlägt rotes Gold und Edelgestein zu kostbarem Geschmeide zusammen, tief im Wolfstal, seiner lichten Geliebten Alvit harrend. Als er einmal auf der Jagd ist, dringen die Leute König Niduds in sein Haus und sehen staunend all die Schmiedeherrlichkeit, doch nehmen sie nur einen von den 700 Ringen weg. Wie Wieland nach der Heimkehr diesen Verlust bemerkt, hofft er, Alvit sei wiedergekommen. Er sitzt lange, bis er einschläft, um aufzuwachen freudlos, mit gefesselten Händen und Füßen. Da gab Nidud seiner Tochter Bödvild den Goldring, den er von der Bastschnur in Wielands Hause genommen hatte, er selbst trug Wielands Schwert. Auf den Rat der Königin, die des Meisters Rache fürchtete, zerschnitten sie ihm die Sehnen seiner Kniekehlen und setzten ihn auf die Insel Seestatt. Nun schmiedete er für den König aller Arten Kleinode, und niemand durfte zu ihm gehen als der König allein. Doch beim Hammerschlag sann der Schmied auf Rache. Als einmal die zwei Knaben des Königs neugierig in die Werkstatt kamen und in die Goldkiste schauten, schlug Wieland mit dem fallenden Deckel ihre Häupter ab und legte ihre Füße in den Schmutz unter dem Blasebalg. Ihre Schädel faßte er in Silber und schickte sie ihrem Vater, aus ihren Augen machte er Edelsteine und schickte sie ihrer Mutter, und aus den Zähnen machte er Brustringe und schickte sie ihrer Schwester Bödvild. Da begann diese ihren Ring, den einst Alvit getragen, zu rühmen … bis er zerbrochen war. Aber Wieland tröstete sie und versprach, ihn schöner wieder herzustellen. Er schläferte sie mit Bier im Stuhle ein und überwältigte sie. Lachend erhob er sich dann in die Luft, weinend ging Bödvild vom Eiland, voll Sorge um die Fahrt ihres Liebsten und den Zorn ihres Vaters. Der König war schlaflos über den Tod seiner Söhne, ihn fror sein Haupt. Da sah er Wieland fliegen und rief zu ihm hinauf:

„Was ist aus meinen frischen Knaben geworden?“

Und Wieland enthüllte ihm alles, aber der König hatte keinen Mann so kräftig, daß er jenen herabschießen könnte, und seine Tochter gestand ihm ihre Schande.

Weland, Wieland, altnord. Völundr bedeutet den Künstler gerade wie Daedalos. Er war Fürst der Alfen, der, von Zwergen belehrt, Ringe, Becher und Schwerter schuf und im Wettkampf mit dem Schmiede Amilias mit dem Schwerte Mimung den Preis davontrug. Er fertigte auch ein getreues Abbild von Regin, wie Daedalos die ersten menschlich gestalteten Bilder schnitzte. Er schwang sich aus der Gefangenschaft eines harten Herrschers, der ihn nicht frei lassen wollte, auf künstlichen Flügeln in die Lüfte, wie Daedalos. Bei diesem Flugversuch kam hier der mitfliegende Sohn Iearus, dort der brüderliche Fluggenosse Egil um. Auch Hephaestos wurde Daedalos zubenannt und wie Wieland in seiner Werkstatt die Bödvild, bedrängte Hephaest in seiner Werkstatt Athene.

Die zweite Elfenklasse, die der Windelfen, wird durch die alten Zwergnamen Vindalfr und Gustr Bläser bezeugt. In der Edda werden auch die Zwerge Austri, Vestri, Nor-dri und Sudri an den vier Himmelsecken erwähnt. Die beiden Diener des Gottes Freyr, ein Ehepaar Beyggvir Bieger und Beyla Buckel, scheinen ein paar anmutige Windelfen, deren Namen die gleichmäßige Senkung und Erhebung der Wellen bei ruhigem Wetter abspiegeln. Der Name des Zwerges Andvari, der auf den Ring des nordischen Nibelungenhorts einen Flüch legt, bezeichnet neuisländisch sanften Gegenwind, wie er sich denn auch in der Liederedda selber als Gustr zu bezeichnen scheint. Wie das Blitzgeschoß der Gewitterelfen bringt der Anhauch der Windelfen bei Mensch und Vieh Krankheiten hervor: norweg. alfgust, schwed. elfrebläst Elfenhauch ist eine Gliedergeschwulst, die auch der Sturm z. B. der wilden Jagd verursacht. Gewisse Krankheiten heißen fliegende Elbe, angelsächsisch aelf- oder lyftädl Elfen- oder Luftkrankheit. Man bindet Kindern als Gegenmittel Donnerkeile oder in Schwellden am Donnerstagabend verfertigte ,Elfenkreuze um den Hals.

Die windelfische Hauptform ist der Wirbelwind, männlich, aber auch, da seine Rundtanzbewegung gern dem tanzlustigen weiblichen Geschlecht zugeschrieben wurde, oft weiblich aufgefaßt. Schon Wolfram von Eschenbach und Berthold von Regensburg bekannt, geht der Pil- oder Bilwiz dessen Name westslavisch klingt, im östlichen Süd-und Mitteldeutschland mit Messern oder Sicheln an den Füßen Abends am Sonn wendtage oder am Veits- oder Peter und Paultage durch die Felder oder reitet auf einem schwarzen Bock, hinter dem Rauch aufsteigt, hindurch. So zieht er einen wellen- oder bockssprungförmigen Schnitt, einen fußbreiten Streifen der Verwüstung, durch das Getreide, den sog. Bilwiz-, Bilmes-, Bocks- oder Wolfsschnitt. Schon im 14. Jahrhundert galt er für ein männliches Gegenstück der Hexe und ist noch jetzt meist ein neidischer, mit Hexenkunst begabter Mann, der seines Nachbarn Getreide in seine Scheune hinüberzustehlen sucht. Früher war er wohl ein Wirbelwindgeist, der verheerend ins Korn brach, und vielleicht noch früher ein toll kreiselnder Bock, wie auch die Inder den Wirbelwind als einfüßigen Bock sich vorstellten. Seine wirbelnde Hast verwirrte und verfilzte im Mittelalter den Bart und die Haare, die dann „Pilbiszotten“ bekommen, und auch bei Hans Sachs bedeutet bilbitzen zausen und verwirren. Man hing diesem Wesen Knabenkleider am „Pilbisbaum“ auf.

Die Elfinnen, Maren, die vorarlbergischen Fenesleute und die vielleicht aus diesen entstellten Venediger, lauter Elfenvolk, fahren im Wirbel- oder im niederdeutschen Door-wind, die bairischen Truten, die oldenburgischen Walridersken erregen Windgäspeln d. i. Wirbelwind oder Trutenwind. Der Alpenelf „Almputz“ heult im Sommer vor gefährlichem Gewitter wie die Windsbraut und bezieht wie das „Kasermandle“ im Spätherbst die verlassene Sennhütte, ein einziges großes Auge auf der Stirne, — den Wirbelwind? Die Elfen verschenken einen Gürtel, der in einer Tiroler Sage noch ganz offen „Windsbraus“ Wirbelwind genannt wird und in vielen Sagen Mann, Baum oder Pfahl, um den er gelegt wird, im Nu zerreißt. Wo sich die Mare oder Trut ins Korn niederläßt, wird es schwarz wie da, wo der Wirbelwind es niedergelegt hat. So verdorrt der Brombeerstrauch, auf dem die Walriderske sitzt. Er kommt nicht zur Ruh, denn ein vom Mar bedrückter Baum zittert beständig, und der bewegte Tannenwipfel heißt englisch Mares’ tail, womit die Schiffersprache auch den sturmverkündenden Wetterbaum am Himmel bezeichnet. In den Zweigen, auf denen diese tollen Elfen rasten, entstehen struppige, nestartige Verknotungen oder auch die Misteln, daher Alpruten, Druden- oder , oder Marennester, Donnerbesen, Marenquasten genannt. Damit schlägt der Elf oder wird er geschlagen. Der daraus fallende Regentropfen bringt dem Betroffenen Alpdruck oder Kopfweh. Der Schwede hängt die Mareqvastar in den Stall, damit die Maren auf ihnen sitzen, anstatt den Pferden Ma-relockar in die Mähnen zu machen. Denn sie verwirren Pferd- und Menschenhaar zum Alp-, Druten-, Wichtel-, Hollenzopf oder -schwänz. Noch mehr: sie verwirren auch den Geist. Der Blödsinnige oder der Einfaltspinsel heißt daher auch Elbentrötsch, Elbst, Drut, Schrättel. Als Windgeister sind die Elfen diebisch: ein nordischer Zwerg hieß Erzdieb, der deutsche Elbegast oder Algast war „aller Diebe Meister“. Die elfischen Venediger der deutschen Sage, Wirbelwindsfahrer, entführen Leute weit weg, die Elfen stellen namentlich Erbsen und Frauen nach, so die lüsternen Zwergkönige Laurin und Goldemar. Jener Elberich bewältigt Ortnits, ein andrer Dietrichs und Hägens Mutter. Auch stehlen die Elfinnen Kinder der Menschen und lassen dafür die ihrigen zurück. Als Windgeister, die leise murmelnd oder laut drohend den Umschlag der Witterung ankünden, sind die Wildmännlein und -fräulein, die Fengen, die Schneefräulein in den Alpen, der nordische Marbendill auf der See des Wetters und dann überhaupt der Zukunft kundig und weissagen, namentlich wieder Elberich, und werden Warner der Menschen. Wie milde und kühlende Winde sind sie heilkräftig und schaffen dem Menschen schon im alten Norden Heilhände, „laeknishendr“: Musik und Tanz aber ist ihr Leben! Im sanft flüsternden, melodisch aufrauschenden Winde stimmen sie ihre verlockende Weise, den althochdeutschen Albleich das Elfenspiel an, der im Norden auch Elfvalek oder Ellaspel heißt, den Huldreslaat die Huldrenmelodie, das dänische Ellekongestykk das Elfenkönigsstück, das auch Erlkönigs Töchter zu ihren Nebelreigen um die grauen, dürr belaubten Weiden ertönen lassen. In Schweden tanzten noch vor etwa 100 Jahren die Bauern nach ihrer anmutigen Weise, die so lautete:

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Auch das vorarlbergische Nachtvolk macht liebliche Musik, wenn es durch die Luft fährt; aus den isländischen Alfarhöhlen hört man Sang und Tanz. Die Tiroler Saligfräulein, die bei drohendem Unwetter so traurig klagen, singen sonst so schön, daß der Zuhörer wie gefroren steht. Am Geigerstein im Unterelsaß hört man noch jetzt am späten Abend einen dämonischen Geiger spielen, der einst seine treulose Braut nebst ihrem Verführer und der ganzen Gesellschaft wie wahnsinnig um den Felsen tanzen ließ. Spielt er auf, gibt’s Sturm und Regen. Oberons d. i. Alberons des Elfenkönigs Horn regt unwiderstehlich zum Tanz auf, die Elfen selber führen bei Mondlicht im wrallenden Nebel Reigen auf, nordisch eile-, älf-, alfedans, engl, fairyring, die in den dunkleren, dichteren Ringen des Grases, den fairyrings oder Hexenringen, ihre Spuren zurücklassen. In ihren Tanz ziehen sie gern Menschen, um sie des Atems zu berauben und zu töten. Wer vermag ihrer leichten Schwebekraft und unersättlichem Wirbellust zu genügen? Maren, Walridersken und Schwanjungfrauen fahren aber auch gern in einem kreisenden Siebe, worunter die durchlässige Wolke verstanden wird, durch die Luft, und zuweilen klingt herrliche Musik herunter. Aber oft klagt auch die Elf in. Bei Windesgeheul sagt man in Westflandem: „Alwina (d. h. die Elfin) weint“. In stürmischen Nächten jammert das luxemburgische Buschgretchen. Wie diese Waldfrau ist auch die Haffru d. i. Meeroder Seefrau des Nordens ihrem innersten Wesen nach eine Windelfin. Denn auf den Färöern wird das Wetter gut, wenn der Marmennil, der Meermann, friedlich neben ihr auftaucht. Singt sie aber so schön, daß die Menschen darüber toll werden, dann kommt Unwetter. Die schwedische Haffru wäscht ihre Kleider am Ufer und breitet sie dort auf den Steinen aus, wenn der See schäumend heraufspült; bei Wind aber fährt sie über das Wasser und singt im Walde, und bei schwülem Wetter zankt sie mit dem Bergesherm, dem Bergwinde. So schwankt , die auch mit einem Manne, ihrem Gatten, zwistet, zwischen Wind und Wasser. In Böhmen fliegt sie mit ihren Kindern im Winde jammernd durch die Luft; geht jemand bei Sturm aus, so fährt Melusine in ihn, und er wird krank, also wie ein Elfenhauch. Wie dem Wind und der Frau Windin und ihren Kindern (s. u.), streut man ihr eine Handvoll Mehl in die Luft, und in den 12 Tagen vor Weihnachten, wo sie am stärksten tobt, wirft man ihr Nüsse in den Ofen und knallt in der Stube mit der Peitsche, um die Windsbraut zu vertreiben. Die ursprünglich wohl deutsche Sage von der Melusine oder Melusindis ist in Lusignan eine Wasserfrausage. Melusine gelobte sich einem Ritter zur Ehe, wenn er verspräche, sie niemals nackt zu sehen. Trotz seines Versprechens drang er nach vielen Jahren glücklicher Ehe, in der sie ihm sieben Kinder brachte, ins Badegemach seiner Frau und sah sie als völlige Schlange oder doch mit einem Schlangen- oder Fischschwanz. Voll Entsetzen stieß er einen lauten Schrei aus, und erzürnt entfloh sie ihrem Gatten auf alle Zeit. In Burgund hört man sie im Gewitter zürnen.

Auch die dritte Klasse, die der Wolkenelfinnen, verleugnet ihren Doppelcharakter nicht. Goethe empfand auf seiner Schweizerreise von 1780, wie die sich zur Erde senkenden Wolken dem Geiste schwer auflagen, und Annette von Droste-Hülshoff sah, daß die Wolkenschichte sich über die Heide legte „wie ein dunkler Mar“. Eine niederländische Mar verwandelt sich in eine schwarze Wolke mit gräulichem Sturm. Dem lang nachschleppenden Gewölk entsprechend steht der Walriderske Haar hinten aus wie ein Pechquast und tragen Huldren und Maren einen Schwanz. Sie haben, wie z. B. die westfälischen ken und das dänische Ellefolk, lange Brüste, dagegen einen Rücken hohl wie ein Backtrog, weil die sich ergießende Wolke schwer herabhängt, während sie oben sich leert. Wenn vor Gewitter diese Wolke leuchtet, gleicht sie einem Backofen, den jene Sgönaunken mit ihren langen Brüsten reinigen. Die wilden Frauen verfügen auch über einen Kessel gleicher Bedeutung, in dem sie Menschen sieden; oder sie verleihen einen Schatzkessel, wobei der Schatzheber von der Elfin schwarz angehaucht wird. Die Elfinnen und Maren fahren oft in Sieben, triefenden Wolken, unter Wirbelsturm oder lieblicher Musik. Und mehr und mehr kommt nun anderseits die Schwangestalt, der überirdisch lichte, schneeige Glanz der Wolke, zur Geltung. Die schwedischen Elfinnen stürzen sich als Schwäne aus der Luft ins Meer und in Teiche und sind alsbald die schönsten Mädchen. Hunderte von Sagen preisen die Holdseligkeit der Seligen, der Hollen, der weißen Weiber und Schwanjungfrauen, die Volkslieder namentlich die weiße Haut. Sie tragen oft einen weißen Schleier, ein schneeweißes, von einem Goldgürtel zusammengehaltenes Gewand oder Schwangefieder, unter ihrer goldenen Haube fließt langes blondes Haar hervor. In einem eddischen Liede bringen die Lichtelfen das Tageslicht, die Sonne, die Alfrödull d. h. Elfenstrahlenglanz heißt. Scheint die Sonne durch den Regen, so strählt sich nach deutschem Glauben die Elfin mit goldnem Kamme, offenbar mit den zinkenartig erglänzenden Regenstrahlen, das reiche Goldhaar. Schwebt dagegen aus dem feuchten Walde Nebel auf, so hängt sie auf den Büschen oder auch an den höchsten Wipfeln schneeweiße Wäsche zum Trocknen auf. Wenn der Nebel wie ein langer Faden oder ein Seil von einem Berg zum andern schwebt, so spinnen, weben die Elfinnen oder drehen gar Seile. Sie schöpfen Wasser, wenn der Dunst über den Bach oder den See zieht, und gießen es als Tau über die Wiesen und Felder. Der aus gepflügtem Acker aufsteigende frische Erdgeruch rührt von den Kuchen her, die sie oder ihre Männer backen und auch wohl der ackernde Knecht als Lohn am anderen Ende der Furche findet. Wenn aber das Gebirge im Morgengrauen lustig dampft, so backen die Elfen nicht nur, sondern brauen und schmieden auch. — Sie verschwinden wie ein Nebelhauch, ein Schatten und nahen wieder auf „Elfenzehen“. Nebelhülle bedeutet die Nebel-, Hel- und , der altnord. huldarhöttr, der norweg. uddehatt. der schwed. hvarfshatt d. i. Hulden- oder Zwerghut. Zuweilen verdichtet sich der Nebel und wird dann wieder lichter, so daß man einen Augenblick ein Stück imbekannter Landschaft im Sonnenglanze vor sich sieht; dann zaubern die Elfen mitten in der Wildnis die Fata Morgana hervor, die gartenartigen Hullahöfe.

Der Wohnort aller dieser Elfen ist naturgemäß die Luft. Darum dachte man sich im Norden Alfheinir das Elfenheim am Urdarbrunnen unter der Esche Yggdrasel, dem Wolkenbaum. Infolge einer schon in die Prosaedda eingedrungenen christlichen Vorstellung von der Wohnung der Engel im dritten Himmel wurden die Lichtelfen von ihrem alten Sitz in diesen dritten Himmel versetzt. Das Elfenreich heißt auch später , aus dem die Schwanjungfrauen, Walridersken und Maren in ihren Sieben fahren und zu dem sie von den „Glocken von Engelland“ zurückgerufen werden. Meistens ist aber das Elfenreich auf der Erde oder gar in die Erde herabgesunken.

In Deutschland erzählte man von anmutigen Elfenwiesen, auf denen sich das in einen Brunnen gefallene Kind plötzlich zu freudiger Überraschung wiederfindet. Die Schweden kennen einen Elfträdsg&rd, einen Garten, der Schneeballbüsche mit Gold- oder Edelsteinfrüchten trägt, oder auch einen Rosenwald, in den Elfenkönigs Tochter einen Bräutigam hineinlockt, so daß ihm darin 40 Jahre vergehen wie eine Stunde. Hier kommen alte Mythenzüge zum Vorschein. Denn nach Saxo stieg ein Weib mit Blumen im Schoß plötzlich aus der Erde neben dem Dänenkönig Hadding auf, als dieser bei seiner jungen Frau saß, und entführte ihn in ihrem Mantel unter die Erde, um ihm den stark ausgetretenen Pfad zur Unterwelt zu zeigen. Nachdem sie durch einen dicken Nebel gedrungen waren und mehrere in Scharlach gekleidete Edle unterwegs gesehen hatten, kamen sie auf ein sonniges Feld, von dem jener Blumenschmuck stammte. Dann überschritten sie einen Speere dahinwälzenden Fluß, jenseits dessen zwei Schlachtreihen miteinander stritten, die Waffentoten, die dort den Kampf des Lebens fortsetzten. Als weiterhin eine hohe Mauer den Weg versperrte, warf Haddings Führerin den abgerissenen Kopf eines Hahns hinüber und horch! der König und das Elfenweib vernahmen einen hellen Hahnschrei, wie einen Ruf aus dem Lande der Unsterblichkeit. Die berühmtesten solcher Elfenreiche sind die durch die deutsche Heldendichtung des 13. Jahrhunderts verklärten Rosengärten. In dem auf einer Rheinaue gelegenen Wormser Rosengarten herrschte König Gibich d. h. der Freigebige, Gütige, der im Harze bei Grund als Gübich oder Hübich Gold und Silber und bei Nienburg als Zwerg Gäweke freundlich Kuchen spendet. Den andern Rosengarten, der auf einer üppigen Halde bei Meran liegt, besaß der Zwergkönig Laurin. Solch ein Garten ist mühselig zu erreichen, er heißt ein Paradies oder ein Himmelreich auf Erden. Er schwillt über von Rosen, und ein Jahr darin vergeht wie ein Tag. Blütenpracht und Kriegsgetümmel sind auch hier vereinigt wie in jener dänischen Unterwelt, mitten unter den Rosen werden blutige Kampfspiele getrieben.

Auch sonst nannte man im Mittelalter Belustigungsplätze Rosengärten, ob sie mm dicht vor dem Stadttor, wie der 1288 erwähnte Rostocker, oder hoch oben auf dem Rücken des Thüringer Waldes, z. B. über Tambach, lagen. Wiederum haben andere Rosengärten eine scheinbar entgegengesetzte Bedeutung. In den Oldenburgischen Heiden wurden öde heidnische Grabstätten so genannt und weiterhin auch die christlichen Totenhöfe in Grabinschriften und in Volksliedern.

„Hier lieg ich im Rosengarten und muß auf Weib und Kinder warten.“

Es ist wiederum die Bedeutung des Paradieses, aber die ernstere des Jenseits, im Gegensatz zu jenem weltlichen Paradiese. An viele deutsche Rosenauen, -berge und -täler knüpfen sich Sagen und Beziehungen desselben Sinnes. Sie gelten alle für echt deutsche Paradiese, und man darf weder die fremde Herkunft des Blumennamens, der erst in der althochdeutschen Zeit eingeführt scheint, noch auch die spätere Einführung der gefüllten Centifolie dagegen einwenden. Denn auch die volldeutschen entsprechenden Örter, wie Buttelloh und Buttelberg (oft in Butterberg entstellt), teilen die Eigenschaften der Rosengärten und haben deren Sagen, und auch Deutschland hatte ein paar Dutzend heimischer Rosenarten, die lieblichen Hecken- oder Buttelrosen. Wie man jene Schneeballbüsche in den weißen Wolken, jene Gold- und Edelsteinfrüchte in den funkelnden Lichtem derselben zu sehen glaubte, so schien der Himmel bei Sonnen-auf- oder Untergang in überschwänglicher Rosenpracht zu erblühen. Hier dachten sich die Griechen die Gärten ihrer elfischen Hesperiden und die elysischen Gefilde, die Aufenthaltsörter der Seligen, die Iren die Inseln ihrer Feen und Seligen und so nun auch die Germanen die Gärten der Elfen und, wie es scheint, auch die Wohnorte der Verstorbenen. Diese waren häufig mit dem Gesicht gegen Osten, gegen den elfischen Rosengarten des Morgenrots gewandt, begraben. Ob man sich wirklich dem Gedanken an ein ewiges Leben im Jenseits näherte, davon wird später die Rede sein.

Die drei verschiedenen Klassen der Luftelfen, die schon unter sich vielfach in einander verschwimmen, gehen nun noch außerdem in die mehr irdischen Elfengeschlechter über, weil die Wettererscheinungen unmittelbar auf die Erde hinüber wirken, auf die Berge, Wasser, Wälder und Felder. Sie kommen nun den Menschen noch näher, sie belauschen sie noch häufiger und werden von ihnen belauscht, mit noch mehr Vertrauen und noch mehr Furcht treten sie einander gegenüber.

Die Berg- oder Erdelfen heißen im Norden gewöhnlich kurzweg Alfar auf Island und den Färöern aber auch folk d. i. verborgenes Volk, in Norwegen in Schweden Jordfolk, Erdvolk, in Dänemark , seltner Dverg. In Deutschland heißen sie Zwerge, Quer ge, Querxe, Unterirdische, Wichtel- oder Erdmännlein, Fenesleute u. s. w., in England dvarfs. Die reichsten Sagen haben die Alpenländer, die mitteldeutschen Bergbaubezirke, Norddeutschland, England, Dänemark und Island. Die ältesten knüpfen sich an Steine und Löcher von eigentümlicher Form oder Eigenschaft; die jüngeren an Bergbaustriche. Die durchweg neueren Kohlengruben haben kaum neue Zwergsagen hervorgebracht. Die Zwerge wohnen unter oder in Steinen, Höhlen und Erdlöchem, unter Baumwurzeln und in Gräbern. Der von Thor ausgefragte und überlistete Zwerg Alvis haust nach einem Eddalied in der Erdtiefe unter einem Stein, der Zwerg Andvari hat den Nibelungenhort in seinem Stein. Die Bergelfen sind meist klein, von gedrungenem Körper, oft mißgestalt, bucklig und dickköpfig, daher in Brandenburg „Dickköppe“ genannt, ältlich, nützlich, graubärtig, blaß, fahl um die Nase wie jener Alvis, und dazu oft noch enten- oder geißftißig. Doch ihre Weiber sind überwiegend lieblich. Namentlich auf Island haben auch die Bergalfar Menschengröße, und man findet Schöne und Häßliche, Junge und Alte darunter. Die Zwerge tragen vorzugsweise gern unsichtbar machende Tarn- oder Nebelkappen oder breitrandige Hüte. Gelingt’s, diese ihnen beim Hochzeitsmahl oder beim Erbsenstehlen mit einem Sack oder Seil abzustreifen, so sind sie plötzlich sichtbar und suchen das Weite. Sie sind mit grauem, oft langem Kittel angetan. Die Kraft Laurins wie die der färörschen Zwerge steckt in ihrem Gürtel. Einige schwingen Peitschen und reiten auf Böcken. Im Echo hört man der Zwerge Sprache, das dverga mäl. Sie verschwinden wie der „Schwick“. Sie gelten für geschickt, listig, diebisch, wie denn Alfrik in der Thidrekssage der große Stehler heißt, und für trügerisch, aber sie sind auch ebenso hilfreich den Menschen, wie ihrer Hilfe bedürftig, ebenso dankbar für Wohltaten, wie rachsüchtig nach einer Beleidigung. Durch die bekannten Elfenkünste des Backens, Brauens, Butterns und Spinnens tun sich auch die Bergelfen namentlich in der zwar jünger überlieferten, keineswegs aber deshalb späteren Volkssage hervor, jedoch auch durch die höhere Schmiedekunst, die neben ihrem Gold- und Silberreichtum sie besonders auszeichnet. Der Nibelungenhort gehört den Zwergkönigen Nibelung und Der schatzmehrende Gold ring Andvaranaut ist im deutschen Schatz durch die Wünschelrute vertreten. Die Zwerge der Volkssage belohnen Dienste der Hebammen und anderer Leute mit Gold und Kostbarkeiten. Auch Verirrter erbarmen sie sich hie und da und stecken ihnen zum Trost Gold und Silber ein, wie z. B. der Zwerg Hübich dem Försterssohn, der sich auf einen Stein bei Grund im Harze verstiegen hat. In Märchen, doch wohl fremder Herkunft, hüten Zwerge noch Kostbareres, das Wasser des Lebens, die nordischen Zwerge Fjalar und Galar in einer geschmacklos verkünstelten, nur halbechten Skaldengeschichte den Met der Dichtung. Sie erschlugen nämlich den allweisen Menschen Kvasir, der aus dem Speichel entstanden war, den die Götter und die Wanen zur Bekräftigung des zwischen ihnen geschlossenen Friedens in ein gemeinsames Gefäß gespieen hatten. Kvasirs Blut fingen seine Mörder im Kessel Odrörir d. i. Geisterreger oder Verjüngungstrank und in den Gefäßen Sön und Bodn, Brau- und Einladungsgefäß, auf und mischten ihm Honig bei. Wer von diesem Trank genießt, wird Dichter oder Gelehrter. Den Göttern logen die Zwerge vor, der arme Kvasir sei in seiner allzu großen Weisheit erstickt.

Echteren Gehalt haben die Schmiedesagen. Die Bergelfen sind nun nicht mehr die vornehmen himmlischen Schmiede im Dienst der Götter wie die Luftelfen (S. 157), sondern sie schmieden in der älteren Literatur für Helden Sclvwerter und für deren Frauen kostbaren Schmuck, in der jüngeren Volksüberlieferung für die gewöhnlichen Menschenkinder namentlich scharfe Messer, Kessel und allerlei Hausrat. Jene Heldenschwerter beißen Eisen und Stein, sind aber auch wohl, wie Tyrfings Schwert, mit dem Fluch belegt, drei Neidingswerke oder Verbrechen auszuüben. „Fein wie ein Wichtelgeschmeide“ sagte man in Schweden, und in Norwegen heißt der glänzende Berg-krystall „Dvergsmie“ Zwerggeschmeide. Die Schmiedesagen des Volks haben einen hochaltertümlichen Zug treu bewahrt, über den die ältere germanische Literatur schweigt. In Berkshire war es Brauch, dem Wayland smith, in dem wir den schmiedekundigen Elfenfürsten Wieland (S. 161) wiederfinden, vor seine schon im 10. Jahrhundert bezeugte „Welandes smidde“, ein altes Steindenkmal, ein etwa abgelöstes Hufeisen und ein Stück Geld zu legen und sich auf kurze Zeit zu entfernen. Kam man zurück, so war das Geld weg und das Pferd neu beschlagen. Ein schwedischer „Bergschmied“ erbot sich gleichfalls, alles zu schmieden, wenn man nur Eisen und Stahl auf seine Bergklippe legen wollte. In Westfalen, wo es so viele Höhlen und alte nach Eisen durchwühlte Bergwerke gibt z. B. um Iserlohn und Osnabrück, auch am Harz und in den Ardennen legte man den Zwergen, Sgönaunken und wilden Gesellen gleichfalls Eisen und Lohn oder einen zur Zahlung verpflichtenden Bestellzettel vor die Höhle, auf dem am andern Tag der Preis für das daneben gelegte Gerät stand. Wer aber nicht zahlte, oder gar den Platz vor der Höhle übermütig und undankbar beschmutzte, der wurde von einem glühenden Rade verfolgt. Am Harz und in Jülich borgten die Leute Geschirr für ihre Hausfeste oder Kirmessen von den Quergen und Heinzelmännchen und setzten ihnen dafür nachher Kuchen und andre Hochzeitsspeisen oder Kirmess-wecken hin. Bei Verviers legte man auch Hanf und Wolle den Zwergen in die Höhle und fand es am andern Morgen gesponnen. Einen ähnlichen geheimnisvollen Tauschhandel der Bevölkerung mit ihrem zauberkundigen Schmiede kannte schon Pytheas im 4. Jahrhundert v. Chr. auf der vulkanischen Insel Lipara: wenn man dort ein Stück rohes Eisen vor die Hephaistische Kyklopenwerkstatt lege, so könne man gegen Bezahlung am andern Morgen ein fertiges Schwert, oder was man sonst wünsche, abholen. Und noch heute erwerben sich die wilden Weddahs auf Ceylon ihre kleinen eisernen Äxte und Pfeilklingen vom benachbarten singhalesischen Dorfschmied dadurch, dass sie ihm nachts etwas Dörrfleisch und Honig nebst dem aus Ton oder einem Blatt gefertigten Modell jener Waffen vor die Türe legen. Ist die Arbeit fertig, so hängt der Schmied sie an die Türe, von wo sie der Weddah bei Nacht abholt Ist dieser damit zufrieden, so fügt er dem Lohne noch ein Geschenk hinzu.

Als man nun anfing, ins Innere der Erde einzudringen, um ihre Metalle auszubeuten, wurde aus dem Schmiedezwerg ein Bergmann, Bergmönch, Berggeist, der plötzlich aus gold- und silbergefülltem Gestein hervortrat, bei der Arbeit half, reiche Adern zeigte und sich auch außerhalb des Bergwerks der armen, schwachen, verirrten Arbeiter annahm. Vor dem Gehämmer und Gepoche ziehen sich diese Zwerge aber zurück und können im Schacht namentlich Pfeifen nicht leiden. Auf einer der Färöern flohen die Zwerge, weil zwei Burschen einmal fluchten und sich rauften, und spalteten den großen Zwergenstein auf Skuvoy. Glockengeläut hat sie aus manchen Bergen vertrieben, aus dem Halberstädtischen aber der alte Fritz bei seinem Regierungsantritt verwiesen und zwar ins Schwarze Meer.

Auch abgesehen von den Schmiede- und Bergmannsgeschichten sind die germanischen Berge und Höhlen reich an den mannigfaltigsten Bergelfensagen, von denen wir drei charakteristische Gruppen herausheben, eine vom Südfuße des Schwarzwalds, eine mehr mittel- und norddeutsche und eine isländische. Dort tut sich die Tropfsteinhöhle bei Hasel mit ihren unterirdischen Gewässern und blitzenden Krystallen auf, alte Schachte weisen auf früheren Bergbau, und aus den Löchern des nahen Dinkelbergs steigen oft auffällig starke Erddünste auf. Idyllische, humorvolle Gemütlichkeit atmet die dortige Sage, wie die später dort entstandene Hebelsche Poesie. Die mittel- und norddeutsche Zwergsage hat oft einen ernsteren und bedeutenderen Inhalt. In Island sehen namentlich die Bewohner der einsamen Bauerhöfe in der ewigen Nacht der Julzeit die Alfar aus den umnebelten Klippen und Blöcken leibhaftig herauskommen, die daher Alfaheime, Alfaburgen und Zwergberge heißen. Fels und Hof, Alf und Mensch treten in einen scheuinnigen Verkehr und beeinflussen gegenseitig ihr Schicksal. Das Dämonische und wieder das Realistische ist wie in Ibsens Dramen weit stärker herausgearbeitet als in Deutschland; und dieser Kontrast erzeugt dann gelegentlich eine tiefe Leidenschaftlichkeit. Die von den mittelalterlichen Sagaschreibern vererbte Vortragskunst hat einzelnen dieser Geschichten eine große Gewalt des Ausdrucks verliehen. Gewiß sind manche modernere Motive in diese neuere Alfarsaga eingedrungen, aber z. B. der darin beliebte Kirchenbesuch zur Julzeit, von dem wir noch hören werden, ist nur die neuere Form des altüblichen Verwandt-und Freundschaftsbesuchs zu dieser altheiligen Festzeit und steht mitten in der heidnischen Bergelfensage, wie der berühmte Kirchenbesuch der Kriemhild und der Brunhild mitten in der heidnischen Nibelungensage.

Unsre erste Schwarzwaldsage knüpft noch einmal an die Bergmannssagen an. Zwei Erdmännle führten einst einen Bauer in jene Haseler Höhle, worin er viele tausend kleine Leute mit der Gewinnung von Gold und Silber beschäftigt sah. Nicht nur bei seinem Abschied von der Höhle, sondern für jede Abendsuppe, die er ihnen seitdem daheim hinsetzte, schenkten sie ihm ein Goldstängelein, und so wurde er ein reicher Mann. Da trieb ihn die Neugier, zu erfahren, was-sie denn für Füße unter ihren langen Kleidern hätten. Er streute ihnen unbemerkt gesiebte Asche in den Hausgang und siehe da ihre Fußstapfen glichen denen von Gänsen. Als aber die Erdmännle das merkten, verließen sie die Gegend, und der Bauer erkrankte alsbald und starb. Nach mündlicher Mitteilung aus Öflingen streute ein vorwitziges Haseler Bübchen die Asche. Diese in Deutschland weit verbreitete Sage beansprucht ein höheres Alter: schon im Mittelalter hören wir von einem Zwergkönig Goldemer, später Volmar genannt, der wie ein Schatten, jedoch mit maus- oder froschweichen Händen versehen, auf dem Schlosse Hardenstein an der Ruhr in Freundschaft mit dessen Herrn Neveling lebte und in dessen schöne Schwester verliebt war. Er würfelte und zechte mit dem Ritter und schlief sogar mit ihm in einem Bette. Er entzückte durch sein liebliches Saitenspiel, beantwortete schwierige Fragen, warnte rechtzeitig seinen Freund vor feindlichen Anschlägen und hielt den Mönchen der Umgegend ihr sündhaftes Leben vor. Als ihm aber einmal ein vorwitziger Küchenjunge Asche streute, drehte er ihm das Genick um, briet ihn an einem Bratspieß und belegte das Geschlecht der Hardenberge mit einem Fluch. Er ist offenbar der noch früher bezeugte Zwergkönig Goldemar, der nach einem epischen Bruchstück in einem. Gebirge Trütmunt — es ist doch wohl das Ruhrgebirge bei Dortmund gemeint — eine Königstochter entführte und gefangen hielt, bis Dietrich von Bern sie befreite.

Wo aus dem Dinkelsberg bei Schopfheim oder der Fullhalde bei Waldshut Erddünste aufsteigen, da brachten die Erdweiblein oder die Herrmännlein den Ackersleuten von ihren frisch gebackenen Kuchen und legten ihren Kindern Spielzeug auf die Bettdecke, damit sie nicht in Abwesenheit der Mütter schrieen. Sie spannen in den Lichtstuben fleißig mit, verließen sie aber stets um 10 Uhr, damit ihr Herr sie nicht auszanke. Die Männlein halfen in der nahen Hammerschmiede bei Hausen, schlissen den Hanf, fütterten das Vieh, schnitten die Frucht und banden Garben mit den Menschen. Bei diesen gemeinsamen Arbeiten aber kam es doch auch zu Mißhelligkeit, So sprang einmal beim Garbenbinden einem Erdmännle ein Knebel so heftig an den Kopf, daß es kläglich aufschrie. Da liefen alle Erdleute herbei, doch als sie erfuhren, was geschehen, gingen sie mit den Worten: „Selber than, selber han!“ wieder beruhigt auseinander. Den vollen Sinn legt aber erst die Vorarlberger Sage bloß: einem geschwätzigen Wildweibe stellt sich ein listiger Bauer unter dem Namen „Selb“ vor und klemmt sie dann, ärgerlich über ihre Zudringlichkeit, in eine Holzspalte. Auf ihren Angstruf eilt das wilde Feng-männlein heran und fragt sie, wer ihr das getan habe. „O! Selb than!“ erwidert sie. Da lacht das Männlein auf: „Selb than, selb han!“ Dasselbe mythische Anekdötchen spielt sich an der Ostsee zwischen einer Nixe und einem durch sie gereizten Schiffer ab. Odysseus überlistet den Polyphem mit einem ähnlichen uralten Kniff, wenn er sich ihm als Niemand angibt.

Und so lassen sich auch noch die anderen harmlosen Sagen des alemannischen Schwarzwaldwinkels in höheres Altertum zurückverfolgen. Die dortigen Zwerge nehmen Kuchen und Obst für ihren Dienst gern an, aber in Brot gebackenen Kümmel fliehen sie gleich den andern deutschen Zwergen, und Unrat, Fluchen, Grobheit der Menschen ist ihnen verhaßt. Auch hier kehrt das Motiv wieder, daß ein neuer Anzug, den z. B. ein Müller einem schlecht gekleideten Erdmännchen zum Dank für seine Arbeit auf den Mühlstein legt, dieses für immer aus der Mühle vertreibt. Ein westfälisches Schanholleken, das einem Schuster fleißig geholfen hatte und von ihm mit einem neuen Anzug belohnt worden war, rief lustig: „Ich bin ein Bürschchen hübsch und fein, ich brauche nicht mehr Schuster zu sein!“ So rufen die beschenkten Pixies in Devonshire: „Now the Pixies’ work is done, we take our clothes and off we run?“ Ein Wichtelmännchen von der Werra bekannte schon im fahre 1336 einer Nonne, daß es gern Eier, Butter und Kuchen annähme, aber Störung und Neckerei nicht vertrüge. Doch kleine Bogen und Kinderschuhe waren den Zwergen zum Spielzeug recht, denn Burkhard von Worms tadelte ums Jahr 1000 den Brauch, den Satyri und Pilosi derlei in den Keller oder die Scheune zu legen, damit sie andrer Leute Sachen darin zusammentrügen.

Aber noch eine andre alte Erdmännchengeschichte lebt hier am Schwarzwald fort: ein Mann hielt einen offenen Sack vor eine Höhle bei Hasel, um einen Dachs zu fangen.

Wirklich sprang auch etwas hinein, und er zog mit seiner Beute ab. Plötzlich rief in seiner Nähe ein Erdmännlein: „Krachöhrle! wo bist du?“ „Auf dem Buckel, im Sack!“ antwortete es aus dem Sack. Nim wußte der Mann, daß er ein Erdmännlein gefangen hatte, das er dann auch ungesäumt in Freiheit setzte. Nach einer andern Überlieferung ist aber das Gefangene wirklich ein Tier. So fing bei Muri in der Schweiz ein Bursche ein Ferkelchen, das hinter dem wie eine laut wühlende Schweineherde den Berg heraufziehenden wilden Heer dreinlief, in einen Sack. Wie er es aber heimtragen wollte, vernahm er eine Stimme aus dem Windsgebrause herab: „Hagöhrle (Krummöhrlein), wo bischt au?“ und sogleich antwortete es im Sack: „Ins Heiniguggeli’s Sack inne!“ Vor Schreck ließ der Heiniguggeli den Sack fallen und sprang davon. Die Zugehörigkeit des gefangenen Tiers zum wilden Heer bestätigt weiter die havelländische Sage, nach der einmal die wilde Jagd über Ernst Koppe kam, der einen Dachs in einem Sack gefunden hatte. Einer von der wilden Jagd fragte: „Sind wir alle zusammen?“ „Ja“, sagte ein anderer, „bis auf die einäugige Sau, die Emst Koppe in seinem Sack gefangen hat“. Und als dieser zu Hause nachsah, fand er richtig eine alte einäugige Sau und keinen Dachs darin. Die Dachse galten in den Kamemschen Bergen des Havellandes für die unterirdischen Schweine der Frau Harke, einer Zwergkönigin, die mit ihren Tieren oft bei den Jägern vorbeihuschte „wie eine wilde Jagd“. — Und nun verstehen wir die dunkle Sage. Bei stillem Wetter leben diese Windtiere ruhig in gewissen Höhlen, die ja auch „Windlöcher“ heißen, wie bei Windstille die griechischen Winde in der Höhle des Aeolos, und Odysseus hielt diese in einen Lederschlauch gebannt, bis seine neugierigen Gefährten ihn zu ihrem Unglück öffneten. Der Nordmann Ogautan hat einen „Wetterbalg“, aus dem, wenn man ihn schüttelt, so starker Sturm und so heftige Kälte hervorbricht, daß in drei Nächten das Wasser vom dicksten Eis bedeckt ist. „Unsen Herrgott is de Windbüdel reten: nu makt he den Sack apen“ oder „de Jungens hebben den Sack apen makt“ sagt man noch bei Wind in Mecklenburg. Wie man den Wind aus dem Sack loslassen kann, kann man ihn auch im Sack fangen, das einäugige Tier der wilden Jagd d. h. den Wirbelwind. Und noch gibt man den Kindern bei Waldshut auf: „Wenn der Luft recht goht, dno (dann) nimmt man en Sack und hebt en uf gegen de Luft, no fahret Dilldappe drin“. Der Dilldapp heißt aber sonst in Süddeutschland Hilpetritsch, Elpentrötsch, Olpetriitsch, er ist ein elfischer Windgeist.

Dem Schwarzwälder Zwergsagenkreis werden auch folgende gemeingermanische Züge nicht gefehlt haben. Überall in Süddeutschland wie im höchsten Norden rauben die Zwerge Kinder und legen ihren Wechselbalg, Kielkropf, Umskiptungr in die Wiege. Da muß die beraubte Mutter angesichts des verhaßten Balges Bier in Eierschalen kochen oder in einen ganz kleinen Topf einen aus vielen Stöcken hergestellten ellenlangen Rührlöffel stecken. Denn bei diesem Anblick läßt sich der alte häßliche Balg zu einem plötzlichen Aufschrei des Erstaunens hinreißen, er ruft:

„Nim bin ich so alt wie der Bremer Wald“, oder „Nun bin ich so alt und hab’ einen langen Bart und bin Vater von 18 Kindern in Alfheim und doch habe ich nie einen so großen Flegel in einer so kleinen Grütze gesehen“.

Nun hat die Mutter guten Grund, ihn unbarmherzig mit der Rute so lange zu schlagen, bis auf sein Geschrei die Zwergin das gestohlene Kind wieder bringt und mit ihrem Balge abzieht.

Süd- wie nordgermanisch ist die Sage von der elfischen Kindbetterin, die der Menschenhilfe bedarf. Plötzlich steht ein Zwerg vor einer Frau und bittet sie flehentlich, seinem Weibe Hebamme zu sein. Er führt sie in ein hübsches Höhlengemach hinein, wo ein kleines Weiblein in schweren Wehen liegt. Die Frau braucht nur die Hand ihr auf den Leib zu legen, und das Kind wird glücklich geboren. Dann wird sie entlassen, reich beschenkt, oft mit einem in der Familie sorgsam gehüteten Schmuck. So schützt ein der Frau von Alvensleben von einer solchen Zwergin geschenkter Goldring das Gedeihen ihres Geschlechts. Geht er verloren, so muß es erlöschen. In der altnordischen Göngu-Hrolfsaga Kap. 15 trat eine Alfkona aus einem Hügel, um dem Hrolf die Jagd auf einen zum Hügel geflüchteten Hirsch zu verweisen. Sie bat ihn dann zu ihrer Tochter, die im Kindbett lag. Hrolf fuhr mit der Hand um diese, sie kam sofort nieder, und die Mutter schenkte ihm einen Ring, der ihn vor aller Irrfahrt Nacht und Tag, zu Wasser und zu Land bewahrte. — Die Hebamme von Harzgerode, die ein Nix zur Entbindung einer Nixe rief, bekam von dieser ein Handtuch. Wie sie sich einst damit das eine Auge getrockne